Die Eisheiligen: Mamertus
Freitag, 11. Mai 2018

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Wissenswertes zum Tag
11.5.2018 | Mamertus | 1. Tag der EisheiligenFreitag
 
 

Mamertus

1. Tag der Eisheiligen

 
Symbol

Johann Arndt
(† 11. Mai 1621 in Celle)

Symbol

Hl. Mamertus von Vienne

Symbol

Lostag
1. Tag der Eisheiligen: Mamertus

 
 Der Tag in den Jahren 2018 bis 2025
Kalender

Mamertus in den Jahren 2018 bis 2025
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Festes Datum
11. Mai
     
  • 1. Tag der Eisheiligen
  • Mamertus ist immer
    der 11. Mai eines Jahres.
Hintergründig
Symbol Katholisch

Katholischer Gedächtnistag

Der heilige Mamertus

Mamertus, Bischof von Vienne

Über Mamertus ist nur wenig bekannt. Er wurde 461 n. Chr. Erzbischof von Vienne in Gallien (Südfrankreich), wo er 477 verstarb.

Ihm werden Wunder und Heilungen nachgesagt. Einem großen Brand soll er durch Gebete Einhalt geboten haben.

Der heilige Mamertus

Wohl recht bald nach seinem Tod wurde Mamertus, Bischof von Vienne, heiliggesprochen. Das genaue Datum ist unbekannt.1 Belege fehlen. Sein Name jedenfalls wird bereits in frühen Heiligenlisten unter dem 11. Mai geführt.

Mamertus ist Patron der Feuerwehr, aber auch der Hirten. Er wird angerufen bei Dürre, bei Fieber und bei Brusterkrankungen.

 

1Wir setzen daher ein mutmaßliches Datum und führen in unseren Kalendern den Tag des Heiligen Mamertus ab dem Jahr 500 n. Chr.

 

Symbol Evangelisch

Die evangelischen Kirchen und die Heiligen

Dr. Martin Luther hatte bereits früh die Heiligenverehrung abgelehnt. In seiner →Gottes­dienst­ord­nung für die Gemeinden aus dem Jahr 1523 erklärte er, warum die Heiligenfeste im Kirchenjahr nicht begangen werden sollen.

Die evangelischen Kirchen kennen daher keine Heiligen im Sinne der römisch-katholischen Kirche. Für sie sind Heiligsprechungen (Kanonisationen), die vom Papst vorgenommen werden, nicht bindend. Sie nehmen selbst keine Heiligsprechungen vor. Sie kennen weder Schutzheilige (Patrone) noch die Anrufung oder gar die Anbetung von Heiligen.

Zwar kennen die evangelischen Kirchen einen »Gedenktag der Heiligen« (1. November), doch meinen sie damit nicht eine herausragende Stellung von Personen in der Gemeinschaft der Christen, sondern das Beispiel ihres außergewöhnlichen Handelns aus der Kraft des Glaubens heraus. So finden sich im evangelischen Kirchenkalender die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger weniger Märtyrer der frühen Zeit stellvertretend für Taten und Leben von Christen. Sie dienen als Vorbild und Beispiel für heutige Christen, wie es in der »Confessio Augustana«, dem Augsburgischen Bekenntnis der Reformatoren, 1530 formuliert worden ist:

 

Confessio Augustana

ARTIKEL 21: DIE VEREHRUNG VON HEILIGEN

Über die Verehrung von Heiligen lehren wir Folgendes: Man kann sich an Heilige erinnern, um ihrem Glauben nachzueifern. Man kann sich auch die guten Werke der Heiligen zum Vorbild nehmen; das soll entsprechend der jeweiligen gesellschaftlichen Stellung geschehen. [...] Aber die Heilige Schrift lehrt nicht, dass wir Heilige anrufen oder von ihnen Hilfe erbitten sollen, sondern sie stellt uns allein Christus hin als Mittler, Sühneopfer, Priester und Fürsprecher. Der soll angerufen werden, und er hat versprochen, dass er unsere Bitten erhören wird. Wenn wir ihn in allen Nöten anrufen, dann gefällt ihm das sehr. Im 1. Johannesbrief steht: »Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist« (→1. Joh. 2,1).

 

Text der Confessio Augustana nach der lateinischen Fassung. Ausgelassen ([...]) ist ein an Kaiser Karl V. gerichtetes Handlungsbeispiel aus jener Zeit, womit ihn die Protestanten auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 beim Verlesen des Bekenntnisses direkt adressierten, das aber inhaltlich zum Bekenntnis nichts beiträgt.

Hintergründig

Mamertus

1. Tag der Eisheiligen

Mamertus | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll | Grafik: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Mamertus | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll
Grafik: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA

Wettersymbol

Lostage (auch Lurtage genannt), sind Tage im Kalender, deren Wet­ter­ge­sche­hen nach dem Volks­glau­ben das Wetter der fol­gen­den Tage, Wochen oder Mo­nate bestimmt.

Für die Landwirtschaft sind Kli­ma und Wet­ter ent­schei­den­de Fak­to­ren bei Tä­tig­kei­ten wie Aus­saat oder Ernte. Die Wet­ter­be­obach­tun­gen und Er­fah­run­gen der Bau­ern über Jahr­hun­der­te hin­weg führ­ten dazu, dass zu Los­ta­gen eine Viel­zahl an Bau­ern­re­geln ent­stan­den ist.

Ihr Sinn ist es, die Prognosen für land­wirt­schaft­li­che Er­fol­ge und gute Ern­ten zu ver­bessern. Zu be­den­ken ist, dass die Er­fah­run­gen mit dem Wet­ter immer re­gio­nal ge­prägt sind. In ver­schie­de­nen Land­stri­chen tre­ten un­ter­schied­li­che Aspek­te in den Vor­der­grund.

Überlieferung und Brauchtum

Die Eisheiligen

Die »Eisheiligen« sind regional unterschiedlich eine Zeit von drei bis fünf Tagen im Mai. Die Überlieferung stützt sich auf Wetterbeobachtungen unserer Vorfahren in der mitteleuropäischen Region, die ein verlässlich stabiles Wetter erst nach dem Tag »Kalte Sophie« erwarten ließen.

Die Bedeutung für Gartenbau und Landwirtschaft

Für Gartenbau und Landwirtschaft waren die Gedächtnistage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia daher wichtige Marken im Kalender, um auf gutes Wachstum der Aussaat und der Pflanzungen hoffen zu können.

Die Heiligen wurden zu Wetterheiligen und bekamen den Namen Eisheilige. Bis zu den Eisheiligen kommt es trotz milder und warmer Phasen zwischen Ende März und Mitte Mai immer wieder zu Wettereinbrüchen mit kalten Luftströmungen, mit frostigen Nächten und mit Schneefall. Gärtner und Bauern, die sich von frühen Schönwetterlagen verleiten ließen, ihre Saat vor den Eisheiligen auszubringen, riskierten nicht selten Frostschäden und erlitten herbe Verluste.

Die Tradition in Mitteleuropa

In Deutschland, im belgischen Flandern, in den Niederlanden, in der Schweiz, in Österreich und in Ungarn gehören die drei Heiligen Mamertus, Pankratius und Servatius zu den Eisheiligen, deren Gedächtnistage am 11., 12. und 13. Mai begangen werden.

In Flandern zählt zusätzlich Bonifatius von Tarsus (14. Mai) dazu.

In Polen sind die Eisheilgen Pankratius, Servatius und Bonifatius von Tarsus die Kalten Gärtner.

Die Tage der Eisheiligen müden in den Tag Kalte Sophie, dem Gedächtnistag für die Heilige Sophia am 15. Mai.

In Schweden haben sich die Eisernen Nächte (järnnätter) eingebürgert. Sie gehen auf die deutschen Legenden um die Eisheiligen zurück, die von den Deutschen auch Eismänner genannt wurden. Vermutlich ein Verständnisfehler führte zu Eisenmänner, woraus sich die Eisernen Nächte entwickelten.

Wettersymbol

Die Eisheiligen und das Wettergeschehen

Die Wetter­beobach­tun­gen und die Ver­wen­dung von Ge­dächt­nis­ta­gen als Mar­ken im Ka­len­der ge­hen ver­mut­lich auf eine sehr alte Tra­di­tion zu­rück. Der brei­ten Be­völ­ke­rung wa­ren die re­li­gi­ös be­stimm­ten Tage im Ka­len­der ge­läu­fi­ger als die nu­me­ri­schen Ta­ges­zäh­lun­gen. Zu­dem waren diese Tage über­re­gio­nal gül­tig und un­ab­hän­gig von den vie­len un­ter­schied­lichen Ka­len­dern, die im Um­lauf waren.

Mit der Ka­len­der­re­form und der Ein­füh­rung des gre­gor­iani­schen Ka­len­ders ver­scho­ben sich die Ge­dächt­nis­ta­ge der Hei­li­gen zu­sam­men mit den ab­so­lu­ten Ka­len­der­da­ten. Die Ge­dächt­nis­ta­ge der Hei­li­gen Mamertus, Servatius und Pankratius la­gen zu­vor in der Zeit, die heute dem 23. bis 25. Mai ent­spricht. Die al­ten Wetter­be­ob­ach­tun­gen vor der Re­form stütz­ten sich weit­ge­hend auf die­se Zeit­räu­me.

 

Soziale Absicherung und Gesundheit

Tat­säch­lich kann me­teo­ro­lo­gisch nicht nach­ge­wie­sen wer­den, dass es Häu­fun­gen von Kalt­luft­ein­brü­chen in Mittel­eu­ro­pa zwi­schen dem 11. und 15. Mai gibt, wohl aber zwi­schen dem 21. und 23. Mai. So ver­kehrt la­gen un­sere Vor­fah­ren offen­sicht­lich nicht.

Aber das spielt auch kaum eine Rolle. Die Men­schen führ­ten er­folg­reich Re­geln ein und hiel­ten sich daran, um in die­sem Fall gute Ern­ten mit ho­hen Er­trä­gen zu er­hoffen.

Hilfs­mittel, die wir heute im Gar­ten und in der Land­wirt­schaft ein­setzen, wie Schutz­folien und Ge­wächs­häuser, stan­den nicht zur Ver­fü­gung. Züch­tun­gen von Nutz­pflan­zen, die grö­ße­rer Käl­te trot­zen kön­nen, wa­ren un­be­kannt.

Mehr noch als heute hin­gen Ge­sund­heit und Le­ben am Er­folg lo­ka­ler Ernte­er­trä­ge.

Die Ein­fuhr von Le­bens­mit­teln im großen Stil, wie wir sie heute be­trei­ben, gab es nicht.

Selbst der klei­ne Gar­ten, für uns nur Zier­de und Frei­zeit­spaß, war für die Men­schen sehr oft über­le­bens­wich­tig.

In­so­fern hatten die al­ten Bau­ern­re­geln zu den Eis­hei­li­gen ei­ne große Be­deu­tung für die ge­sund­heit­liche und so­zia­le Ab­siche­rung der Be­völke­rung.

Ausgewählte Bauernregeln

Die Formulierung der vielen Regeln und Sprichwörter, die zu den Eisheiligen aufgestellt wurden, war regional sehr unterschiedlich. Sie münden aber unter dem Strich alle in der Feststellung: Wer erfolgreich Gartenbau und Landwirtschaft betreiben will, der darf keine empfindliche Saat oder empfindliche Pflanzen vor den Eisheilgen ausbringen.

  • Pflanze nie vor der kalten Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.
  • Pankratius und Servatius sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht hat, zerstören sie wieder.

Kennen Sie weitere Bauernregeln rund um die Eisheiligen und zu Mamertus?
Lassen Sie es uns wissen!

Sabrina

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©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

SK Version 21.07.2019  

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Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit (MEZ/MESZ | CET/CEST).
Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen. Alle Angaben ohne Gewähr.