Palmsonntag | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
9.4.2017 | Palmsonntag | 6. Sonntag der Passionszeit

Kirchenjahr 2016/2017

Palmsonntag

6. Sonntag der Passionszeit

 

Inhalt dieser Seite

 
  Palmsonntag in den Jahren 2017 bis 2024
 
Bewegliches Datum
Palmsonntag zwischen dem 22. März und dem 25. April
  • Sonntag vor Ostern
  • 6. Sonntag der Passionszeit
  • Abhängig vom Osterdatum
    Palmsonntag liegt zwischen dem 15. März und dem 18. April eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 7 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 8. Tag Ostern
 
Alternativer Artikel zum Palmsonntag
Zum Artikel

Palmsonntag 2017

Für den Palmsonntag ist vielerlei kirchliches und gesellschaftliches Brauchtum bekannt. Doch Palmsonntag könnte mehr sein: Ein Tag des Friedens!

Mehr darüber in diesem Artikel.
Titel Gottesdienstliche Ordnung

Der evangelische

Palmsonntag

6. Sonntag der Passionszeit

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

Palmsonntag | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Palmsonntag
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

Palmsonntag

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Alſo mus der menſchen Son erhöhet werden / Auff das Alle die an jn gleuben / nicht verloren werden / Sondern das ewige Leben haben.

→Joh 3,14b.15

Pſalm
69
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Alſo mus der menſchen Son erhöhet werden / Auff das Alle die an jn gleuben / nicht verloren werden / Sondern das ewige Leben haben.

→Joh 3,14b.15

Pſalm
69
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 87 Du großer Schmerzensmann A EG 14 Dein König kommt in niedern Hüllen
B EG 91 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken
    C EG HE 545 Wir gehn hinauf nach Jerusalem
   

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG HE: Evangelisches Gesangbuch Ausgabe Kurhessen-Waldeck / Hessen und Nassau

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

Palmsonntag

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextJoh 12,12-19 Joh 12,12-19
Epistel Zum TextPhil 2,5-11 Phil 2,5-11
Altes Testament Zum TextJes 50,4-9 Jes 50,4-9
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 9.4.2017 Zum TextMk 14,3-9
IV 25.3.2018 Zum TextJes 50,4-9
V 14.4.2019 Joh 12,12-19
VI 5.4.2020 Phil 2,5-11
I 28.3.2021 Jes 50,4-9
II 10.4.2022 Mk 14,(1-2)3-9
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextHiob 38,1-11; 42,1-2MJoh 12,31-33
CZum TextMk 15,1-15
MZum Text2Mos 12,21-28
MZum TextJoh 12,31-33
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Joh 12,12-19

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XII.

 

 

Verse 12-19

Der Einzug in Jeruſalem

|| →Mt 21,1-11    || →Mk 11,1-10    || →Lk 19,29-38

Matt. 21.

Mar. 11.

Luc. 19.

 

 

 

→Pſal. 118.

 

 

 

 

→Zach. 9.

DEs andern tages / viel Volcks das auffs Feſt komen war / da es höret / das Jheſus kompt gen Jeruſalem / 13namen ſie Palmen zweige / vnd giengen hin aus jm entgegen / vnd ſchrien / Hoſianna / Gelobet ſey / der da kompt in dem Namen des HERRN / ein König von Iſrael. 14Jheſus aber vberkam ein Eſelin / vnd reit drauff / Wie denn geſchrieben ſtehet / 15Fürchte dich nicht du tochter Zion / Sihe / dein König kompt reitende auff einem Eſelsfüllen. 16Solchs aber verſtunden ſeine Jünger zuuor nicht / ſondern da Jheſus verkleret ward / da dachten ſie dran / das ſolchs war von jm geſchrieben / vnd ſolchs jm gethan hatten.

 

17DAs Volck aber das mit jm war / da er Lazarum aus dem Grabe rieff / vnd von den Toddten aufferwecket / rhümete die that. 18Darumb gieng jm auch das Volck entgegen / das ſie höreten / er hette ſolches Zeichen gethan. 19Die Phariſeer aber ſprachen vnternander / Ir ſehet / das jr nichts ausrichtet / ſihe / alle Welt leufft jm nach.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Phil 2,5-11

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Philipper.

 

C. II.

 

 

Verse 5-11

Der Chriſtushymnus
Leben nach dem Vorbild Chriſti

 

5EIn jglicher ſey geſinnet / wie Jheſus Chriſtus auch war / 6Welcher / ob er wol in göttlicher geſtalt war / hielt ers nicht für einen Raub / Gotte gleich ſein / 7Sondern euſſert ſich ſelbs / vnd nam Knechts geſtalt an / ward gleich wie ein ander Menſch / vnd an geberden als ein Menſch erfunden / 8Ernidriget ſich ſelbs / vnd ward gehorſam bis zum Tode / ja zum tode am Creutz. 9Darumb hat jn auch Gott erhöhet / vnd hat jm einen Namen gegeben / der vber alle namen iſt / 10Das in dem namen Jheſu ſich beugen ſollen / alle der Knie / die im Himel vnd auff Erden vnd vnter der Erden ſind / 11vnd alle Zungen bekennen ſollen / Das Jheſus Chriſtus der HErr ſey / zur ehre Gottes des Vaters.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Jes 50,4-9

AT
IV

 

 

 

Der Prophet Jeſáia.

 

C. L.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Knecht Gottes im Leiden

Verse 4-9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Mat. 26.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal.102.

DEr HErr HERR hat mir eine gelerte Zungen gegeben / das ich wiſſe mit dem Müden zu rechter zeit zu reden. Er wecket mich alle morgen / Er wecket mir das ohr / das ich höre / wie ein Jünger 5Der HErr HERR hat mir das Ohr geöffenet / vnd ich bin nicht vngehorſam / vnd gehe nicht zu rücke. 6Ich hielt meinen Rücken dar / denen die mich ſchlugen / vnd meine Wangen denen die mich raufften / mein Angeſicht verbarg ich nicht fur ſchmach vnd Speichel. 7Denn der HErr HERR hilfft mir / darumb werde ich nicht zu ſchanden. Darumb hab ich mein Angeſicht dargeboten als einen Kiſelſtein / Denn ich weis / das ich nicht zuſchanden werde. 8Er iſt nahe / der mich recht ſpricht / Wer wil mit mir haddern? Laſt vns zu ſamen tretten / Wer iſt / der recht zu mir hat? der kome her zu mir. 9Sihe / der HErr HERR hilfft mir / Wer iſt der mich wil verdammen? Sihe / Sie werden allzumal wie ein Kleid veralten / Motten werden ſie freſſen.

(Gelerte)

Die nicht von jr ſel­ber tich­tet / ſon­dern le­ret was ſie von Gott ge­lert iſt. Sie iſt nicht Mei­ſterin / ſon­dern Schü­ler.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 14,3-9

III

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XIIII.

 

 

Verse 3-9

Die Salbung in Bethanien

|| →Mt 26,6-13    || →Joh 12,1-8

Joh. 12.

VND da er zu Bethanien war in Simonis des Auſſetzigen hauſe / vnd ſas zu tiſch / Da kam ein Weib / die hatte ein glas mit vngefelſchtem vnd köſtlichem Nardenwaſſer / vnd ſie zubrach das glas / vnd gos es auff ſein Heubt. 4Da waren etliche / die wurden vnwillig / vnd ſprachen / Was ſol doch dieſer vnrat? 5Man künd das Waſſer mehr denn vmb drey hundert * Groſſchen verkaufft haben / vnd dasſelb den Armen geben. Vnd murreten vber ſie.

 

 

 

 

 

*

Die­ſer groſ­ſchen ei­ner / wür­de bey vns ma­chen / faſt drei­ſſig Meiſſ­ni­ſche law­en­pfen­nig oder drit­hal­ben vn­ſer groſ­ſchen.

→*1)

 

6JHeſus aber ſprach / Laſſet ſie mit frieden / was bekümmert jr ſie? Sie hat ein gut werck an mir gethan. 7Ir habt alle zeit Armen bey euch / vnd wenn jr wolt könnet jr jnen guts thun / Mich aber habt jr nicht allezeit. 8Sie hat gethan / was ſie kund / Sie iſt zuuor komen meinen Leichnam zuſalben zu meinem begrebnis. 9Warlich ich ſage euch / wo dis Euangelium geprediget wird in aller Welt / Da wird man auch das ſagen zu jrem Gedechtnis / das ſie jtzt gethan hat.

 

 

 

*1) Groſſchen; lawenpfennig; drithalben

Luther rechnet die Wärungsangabe, die in den Quellen genannt ist, den römischen Dinar, in seine Zeit um.

Nach →Mt 20,2 betrug der Tageslohn eines Arbeiters einen »Groschen«. (einen römischen Dinar).

Der Groschen, den Luthers Zeitgenossen kannten, geprägt in der meißnisch-sächsischen Münze zu Freiburg (Meisniſſche müntze) entsprach zwölf »leichten« (lawen; im Silberanteil verringerten) Pfennigen. Allerdings betrug der durchschnittliche Tageslohn eines Arbeiters zu Luthers Zeit knapp 30 Pfennige, weshalb der »Groschen« zu Jesu Zeit die zweieinhalbfache Kaufkraft besaß.

Daher merkt Luther auch zu →Apg 19,19 an: Ein gro­ſſche gilt 30 Law­en­pfennig, und nicht 12.

Hier, zu Mk 14,5 erklärt Luther ebenfalls, dass der Groschen zur Zeit Jesu dreißig Pfennigen entsprach oder eben »dritthalben« Groschen zur Zeit Luthers. »Dritthalben« bedeutet das 2,5fache, also 2fach und vom dritten Teil nur die Hälfte. 12 Pfennige mal 2,5 ergibt 30 Pfennige.

Luther möchte nicht die seiner Zeit gemäße Nominale der Münze beachtet wissen. Sie wäre nur schwerlich beschreibbar, denn Luthers Groschen ist eine pragmatische, sprachliche Entsprechung des in den Quellen genannten römischen Dinars.

Mit seiner Anmerkung hebt er vielmehr die Kaufkraft dieser Müntze hervor: Das spezielle Wasser besaß mit 300 Groschen jesuanischer Zeit einen Wert, der ziemlich genau dem Jahreseinkommen eines Arbeiters gleich kam bei etwa 300 Arbeitstagen im Jahr (unter Berücksichtigung von Sonn- und Feiertagen).

Zum Vergleich:

Im Jahr 2015 betrug das für die Renetenberechnung offiziell herangezogene durchschnittliche Bruttoentgelt aller gesetzlich Versicherten in Deutschland 34.999 Euro (2010: 31.144 Euro). Tatsächlich betrug das durchschnittliche Bruttogehalt deutscher Arbeitnehmer 2015 im Jahresmittel 41.000 Euro.

Jetzt lässt sich ermessen, weshalb die Jünger die Salbung mit derart teuren Flüssigkeiten als Verschwendung monierten, und welche Aufwendungen und Ehrerbietungen diese Frau (in Joh 12: Maria) ihrem Gast zukommen lies.

Es weist gleichzeitig darauf hin, dass es im Umkreis Jesu Gönner und Förderer gab, die keineswegs arm waren.

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 17,1(2-5)6-8

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XVII.

 

Aus dem Abschnitt

Das hoheprieſterliche Gebet

Vers 1

 

SOLchs redet Jheſus / vnd hub ſeine

Augen auff gen Himel / vnd ſprach / Vater die ſtunde iſt hie / das du deinen Son verklereſt / Auff das dich dein Son auch verklere.

 

 

Fakultativ: Verse 2-5

 

2Gleich wie du jm Macht haſt gegeben vber alles Fleiſch / Auff das er das ewige Leben gebe / allen die du jm gegeben haſt. 3Das iſt aber das ewige Leben / Das ſie dich / das du alleine warer Gott biſt / vnd den du geſand haſt / Jheſum Chriſt / erkennen.

 

4ICH habe dich verkleret auff Erden / vnd volendet das werck / das du mir gegeben haſt / das ich thun ſolt. 5Vnd nu verklere mich du Vater / bey dir ſelbs / mit der Klarheit / die ich bey dir hatte / ehe die Welt war.

 

 

Verse 6-8

 

6Ich habe deinen Namen offenbaret den Menſchen / die du mir von der Welt gegeben haſt. Sie waren dein / vnd du haſt ſie mir gegeben / vnd ſie haben dein Wort behalten. 7Nu wiſſen ſie / das alles was du mir gegeben haſt / ſey von dir. 8Denn die wort die du mir gegeben haſt / hab ich jnen gegeben / vnd ſie habens angenomen / vnd erkand warhafftig / Das ich von dir aus gegangen bin / vnd gleuben / das du mich geſand haſt.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Hebr 12,1-3

VI

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Vorbild Jesu Christi

Verse 1-3

 

DArumb auch wir / dieweil wir ſolchen

hauffen Zeugen vmb vns haben / Laſſet vns ablegen die Sünde / ſo vns jmer anklebt vnd trege macht / Vnd laſſet vns lauffen durch gedult / in dem Kampff / der vns verordnet iſt / 2Vnd auffſehen auff Jheſum / den Anfenger vnd Volender des glaubens / Welcher / da er wol hette mügen freude haben / erduldet er das Creutz / vnd achtet der ſchande nicht / Vnd iſt geſeſſen zur Rechten auff dem ſtuel Gottes. 3Gedencket an den / der ein ſolchs widerſprechen von den Sündern wider ſich erduldet hat / Das jr nicht in ewrem mut mat werdet / vnd ablaſſet.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Hiob 38,1-11; 42,1-2

C1

 

 

 

Das Bucĥ Hiob.

 

C. XXXVIII.

 

 

Kapitel 38, Verse 1-3

Hiob wird zur Rechenſchaft aufgefordert

 

VND der HERR antwortet Hiob aus

einem wetter / vnd ſprach / 2Wer iſt der / der ſo feilet in der weisheit / vnd redet ſo mit vnuerſtand? 3Gürte deine lenden wie ein Man / Ich wil dich fragen / Lere mich.

Gott.

 

 

Kapitel 38, Verse 4-11

Gottes Hinweiſe auf die Wunder der unbelebten Welt

 

4Wo wareſtu / da ich die Erden gründet? ſage mirs / biſtu ſo klug. 5Weiſſeſtu / wer jr das mas geſetzt hat? oder wer vber ſie ein Richtſchnur gezogen hat? 6Oder wor auff ſtehen jre Füſſe verſencket? oder wer hat jr einen Eckſtein gelegt? 7Da mich die Morgenſterne mit einander lobeten / vnd jauchzeten alle kinder Gottes. 8Wer hat das Meer mit ſeinen thüren verſchloſſen / da es eraus brach wie aus mutterleibe. 9Da ichs mit Wolcken kleidet / vnd in tunckel einwickelt wie in windeln. 10Da ich jm den laufft brach mit meinem Tham / vnd ſetzet jm riegel vnd thür / 11vnd ſprach / Bis hie her ſoltu komen vnd nicht weiter / Hie ſollen ſich legen deine ſtoltzen wellen.

 

 

C. XLII.

 

Kapitel 42, Verse 1-2

Hiobs Bekenntnis und Entſchuldigung

 

VND Hiob antwortet dem HERRN /

vnd ſprach / 2Ich erkenne / das du alles vermagſt / vnd kein gedancken iſt dir verborgen.

Hiob.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 15,1-15

C2

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. XV.

 

 

Verse 1-5

Jeſus vor Pilatus: Die Anklage

|| →Mt 27,1-2    || →Mt 27,11-14    || →Lk 22,66-71    || →Lk 23,1-5
|| →Joh 18,28-38

IIII.

Chri-

ſtus Pilato vberant­wor­tet.

Mat. 27.

Luc. 23.

Joh. 18.

VND bald am morgen / hielten die

Hohenprieſter einen Rat mit den Elteſten vnd Schrifftgelerten / da zu der gantze Rat / Vnd bunden Jheſum / vnd füreten jn hin / vnd vberantworten jn Pilato. 2Vnd Pilatus fraget jn / Biſtu ein König der Jüden? Er antwortet aber / vnd ſprach zu jm / Du ſageſts. 3Vnd die Hohenprieſter beſchüldigeten jn hart. 4Pilatus aber fragte jn abermal / vnd ſprach / Antworteſtu nichts? Sihe / Wie hart ſie dich verklagen. 5Jheſus aber antwortet nichts mehr alſo / das ſich auch Pilatus verwunderte.

 

 

Verse 6-15

Jeſus vor Pilatus: Das Todesurteil

|| →Mt 27,15-26    || →Lk 23,13-25
|| →Joh 18,38-40    || →Joh 19,1    || →Joh 19,16

Mat. 27.

Luc. 23.

Joh. 18.

ER pflegte aber jnen auff das Oſterfeſt einen Gefangen los zu geben / welchen ſie begerten. 7Es war aber einer / genant Barrabas / gefangen mit den Auffrhüriſchen / die im auffrhur einen Mord begangen hatten. 8Vnd das Volck gieng hin auff / vnd bat / das er thet / wie er pfleget. 9Pilatus aber antwortet jnen / Wolt jr / das ich euch den König der Jüden los gebe? 10Denn er wuſte / das jn die Hohenprieſter aus Neid vberantwortet hatten. 11Aber die Hohenprieſter reitzeten das volck / Das er jnen viel lieber den Barrabam los gebe. 12Pilatus aber antwortet widerumb / vnd ſprach zu jnen / Was wolt jr denn / das ich thue / dem / den jr ſchüldiget / Er ſey ein König der Jüden? 13Sie ſchrien abermal / Creutzige jn. 14Pilatus aber ſprach zu jnen / Was hat er vbels gethan? Aber ſie ſchrien noch viel mehr / Creutzige jn. 15Pilatus aber gedachte dem Volck gnug zu thun / vnd gab jnen Barrabam los / Vnd vberantwortet jnen Jheſum / das er gegeiſſelt vnd gecreutziget würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(König) Höniſch redet Pilatus / Als ſolt er ſagen / Klaget jr das dieſer armer Men­ſch König ſey / ſo ſeid jr toll vnd töricht. Vt ſup. Matth. 27. Qui dicitur Chri­ſtus.

→*1)

 

 

 

 

*1) lat.: Ut sup. Matth. 27. Qui dicitur Christus.

dt.: »Wie oben, →Mt 27 (Vers 17): Welcher Christus genannt wird.«

Luther versucht den Unterschied zwischen Mk 14,12 und Mt 27,17 zu erklären. Während es hier in Mk 14,12 aus Pilatus Mundee heißt, Jesus würde »König der Juden« genannt, steht in Mt 27,17, Jesus würde »Christus« genannt werden. Näheres in den Notizen Luthers zu Mt 27.

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
2Mos 12,21-28

M1

 

 

 

Das Ander Bucĥ
Moſe.

 

C. XII.

 

 

Verse 21-28

Moſe gebietet den Älteſten, das Paſſaopfer zu begehen

 

VND Moſe foddert alle Elteſten in Iſrael / vnd ſprach zu jnen / Leſet aus / vnd nemet Schafe / jederman für ſein Geſinde / vnd ſchlachtet das Paſſah. 22Vnd nemet ein püſſchel Iſopen / vnd tuncket in das Blut in dem becken / vnd berüret da mit die Vberſchwelle / vnd die zween Pfoſten / Vnd gehe kein Menſch zu ſeiner Hausthür eraus / bis an den morgen / 23Denn der HERr wird vmbher gehen / vnd die Egypter plagen. Vnd wenn er das Blut ſehen wird an der Vberſchwelle / vnd an den zween Pfoſten / wird er fur der Thür vbergehen / vnd den Verderber nicht in ewr Heuſer komen laſſen zu plagen. 24Darumb ſo halt dieſe Weiſe fur dich vnd deine Kinder ewiglich.

Paſſah-

opffer.

 

25VND wenn jr ins Land komet / das euch der HERR geben wird / wie er geredt hat / ſo haltet dieſen Dienſt. 26Vnd wenn ewr Kinder werden zu euch ſagen / Was habt jr da fur einen Dienſt? 27Solt jr ſagen / Es iſt das Paſſahopffer des HERRN / der für den kindern Iſrael vbergieng in Egypten / da er die Egypter plaget / vnd vnſer Heuſer errettet. Da neiget ſich das Volck vnd bücket ſich. 28Vnd die kinder Iſrael giengen hin / vnd theten / wie der HERR Moſe vnd Aaron geboten hatte.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 12,31-33

M2

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Verherrlichung naht

Verse 31-33

 

31ITzt gehet das Gerichte vber die Welt / Nu wird der Fürſt dieſer welt ausgeſtoſſen werden. 32Vnd ich / wenn ich erhöhet werde / von der erden / ſo wil ich ſie alle zu mir ziehen. 33Das ſaget er aber / zu deuten / welchs todes er ſterben würde.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
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→Wallpapers Bibeltexte

Bildschirmhintergründe für ihren Monitor mit Texten und Sprüchen in Luther-Deutsch aus Luthers Biblia von 1545, einige davon zusätzlich in Hebräisch und Latein.

Joh 3,14
Titel

Wochenspruch Palmsonntag

Johannes 3,14b.15 | Lutherbibel 1545

Alſo mus der menſchen Son erhöhet werden / Auff das Alle die an jn gleuben / nicht verloren werden / Sondern das ewige Leben haben.

→Beschreibung und Auswahl der Bildgröße in diesem Artikel.
Sabrina

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