1. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
18.6.2017 | 1. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

1. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag Johannes des Täufers (24. Juni) auf diesen Sonntag oder auf einen Tag der vorausgehenden oder folgenden Woche, dann sollen die Lesungen dieses Gedenktages an die Stelle der Lesungen des 1. Sonntag nach Trinitatis treten.

Der →Gedenktag der Augsburgischen Konfession (25. Juni) kann auf diesen Sonntag oder in die Woche danach fallen. Der →Tag der Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) und der→Tag des Besuchs Marias bei Elisabeth, Heimsuchung (2. Juli) können in die Woche nach diesen Sonntag fallen.
Diese Gedenktage können dann am 1. Sonntag nach Trinitatis liturgisch gewürdigt werden, wenn sie auf diesen Sonntag fallen.

Nach der neuen Ordnung (ab dem Jahr 2019) kann der →Tag des Apostels Thomas (3. Juli) in die Woche nach dem 1. Sonntag nach Trinitatis fallen.

 

Wirkung in 2017

Info

Der Tag Johannes des Täufers ist in diesem Jahr am Samstag nach diesem Sonntag.
Es sind daher die Lesungen der Gottesdienstordnung für den Tag Johannes des Täufers zu bevorzugen (→siehe dort).
 

 
 1. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 1. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 1. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>24. Mai und dem 27. Juni eines Jahres.
  • 1. Sonntag nach Trinitatis
  • 9. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 1. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    24. Mai und dem 27. Juni eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 63 Tage nach Ostern
  • am 64. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

1. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

1. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 1. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

1. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

(Chriſtus ſpricht:)
Wer euch höret / der höret Mich / Vnd wer Euch verachtet / der veracht Mich.

→Lk 10,16

Pſalm
34
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Wer in der Liebe bleibet / der bleibet in Gott / vnd Gott in jm.

→1Joh 4,16b

Pſalm
34
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 124 Nun bitten wir den Heiligen Geist A EG 365 Von Gott will ich nicht lassen
B EG 382 Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

1. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextLk 16,19-31 Lk 16,19-31
Epistel Zum Text1Joh 4,16b-21 1Joh 4,(13-16a)16b-21
Altes Testament Zum Text5Mos 6,4-9 1Mos 18,16-33
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 18.6.2017 Zum TextJoh 5,39-47
IV 3.6.2018 Zum TextJer 23,16-29
V 23.6.2019 Apg 4,32-37
VI 14.6.2020 Lk 16,19-31
I 6.6.2021 1Joh 4,(13-16a)16b-21
II 19.6.2022 1Mos 18,16-33
   

 

 

Continuatexte und Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

Die Continuatexte (C) sind dazu gedacht, stückweise über ganze Bücher der Bibel oder größere Abschnitte daraus im Zusammenhang zu predigen.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
CZum TextJona 1 (2)
MZum TextPred 12,1-8MJer 23,16-29
MZum TextWeish 15,1-3MWeish 15,1-3
MZum TextSir 41,1-7MSir 41,1-7
MZum Text2Tim 3,14-17M2Tim 3,14-17
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre 1978/1979 bis 2017/2018

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Lk 16,19-31

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XVI.

 

 

Verse 19-31

Die Geſchichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus

 

ES war aber ein reicher Man / der kleidet ſich mit Purpur vnd köſtlichem Linwand / vnd lebet alle tage herrlich vnd in freuden. 20Es war aber ein Armer / mit namen Lazarus / der lag fur ſeiner Thür voller Schweren / 21vnd begeret ſich zu ſettigen von den Broſamen / die von des Reichen tiſche fielen. Doch kamen die Hunde / vnd lecketen jm ſeine Schweren. 22Es begab ſich aber / das der Arme ſtarb / vnd ward getragen von den Engeln in Abrahams ſchos. Der Reiche aber ſtarb auch / vnd ward begraben.

 

23ALs er nu in der Helle vnd in der qual war / hub er ſeine Augen auff / vnd ſahe Abraham von fernen / vnd Lazarum in ſeinem Schos / 24rieff vnd ſprach / Vater Abraham / Erbarme dich mein / vnd ſende Lazarum / das er das euſſerſte ſeines Fingers ins waſſer tauche / vnd küle meine Zungen / Denn ich leide pein in dieſer flammen. 25Abraham aber ſprach / Gedencke Son / das du dein gutes empfangen haſt in deinem Leben / vnd Lazarus da gegen hat böſes empfangen / Nu aber wird er getröſtet / Vnd du wirſt gepeiniget. 26Vnd vber das alles / iſt zwiſſchen vns vnd euch eine groſſe Klufft befeſtiget / das die da wolten von hinnen hin ab faren zu euch / könden nicht / vnd auch nicht von dannen zu vns herüber faren.

 

27DA ſprach er / So bitte ich dich Vater / das du jn ſendeſt in meines Vaters haus / 28Denn ich habe noch fünff Brüder / das er jnen bezeuge / Auff das ſie nicht auch komen an dieſen Ort der qual. 29Abraham ſprach zu jm / Sie haben Moſen vnd die Propheten / Las ſie die ſelbigen hören. 30Er aber ſprach / Nein / Vater Abraham / ſondern wenn einer von den Todten zu jnen gienge / ſo würden ſie buſſe thun. 31Er ſprach zu jm / Hören ſie Moſen vnd die Propheten nicht / ſo werden ſie auch nicht gleuben / ob jemand von den Todten auffſtünde.

 

 

 

 

 

 

(Sie haben)

Hie iſt verboten den Polter­geiſt­ern vnd er­ſchei­nen­den Todt­en zu gleu­ben.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
1Joh 4,16b-21

EP
II

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Johánnis.

 

C. IIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Liebe Gottes und die Liebe untereinander

Verse 16b-21

 

16bGOtt iſt die Liebe / vnd wer in der Liebe bleibet / der bleibet in Gott / vnd Gott in jm.17Daran iſt die Liebe völlig bey vns / auff das wir eine freidigkeit haben am tage des gerichts / Denn gleich wie er iſt / ſo ſind auch wir in dieſer Welt. 18Furcht iſt nicht in der Liebe / ſondern die völlige Liebe treibet die furcht aus / Denn die furcht hat pein / Wer ſich aber fürchtet der iſt nicht völlig in der Liebe.

 

19LAſſet vns jn lieben / denn er hat vns erſt geliebet. 20So jemand ſpricht / Ich liebe Gott / Vnd haſſet ſeinen Bruder / der iſt ein Lügener. Denn wer ſeinen Bruder nicht liebet / den er ſihet / Wie kan er Gott lieben / den er nicht ſihet? 21Vnd dis Gebot haben wir von jm / Das / wer Gott liebet / das der auch ſeinen Bruder liebe.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
5Mos 6,4-9

AT
VI

 

 

 

Das Fünffte Bucĥ
Moſe.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Ermahnung zur Liebe und zum Gehorſam gegen den HERRN

Verse 4-9

→Matt. 4.

→Matt. 22.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Deut. 11.

HOre Iſrael / der HERR vnſer Gott iſt ein einiger HERR. 5Vnd ſolt den HERRN deinen Gott / liebhaben / von gantzem Hertzen / von gantzer Seele / von allem Vermügen. 6Vnd dieſe wort / die ich dir heute gebiete / ſoltu zu hertzen nemen / 7vnd ſolt ſie deinen Kindern * ſcherffen / vnd dauon reden / Wenn du in deinem Hauſe ſitzeſt / oder auff dem wege geheſt / Wenn du dich niderlegeſt oder auffſteheſt. 8Vnd ſolt ſie binden zum Zeichen auff deine hand / vnd ſollen dir ein Denckmal fur deinen augen ſein / 9Vnd ſolt ſie vber deins Hauſes pfoſten ſchreiben vnd an die thore.

*

(Scherffen)

Imer trei­ben vnd üben / das ſie nicht ver­ro­ſten noch ver­tun­ckeln / ſon­dern ſtets in ge­decht­nis vnd wort / als new vnd hel­le blei­ben. Denn je mehr man Got­tes wort han­delt / je hel­ler vnd new­er es wird / vnd hei­ſſt bil­lich / je len­ger je lie­ber. Wo mans aber nicht treibt / ſo wirds bald ver­geſ­ſen vnd vn­kreff­tig etc.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 5,39-47

III

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Zeugnis Jeſu für den Sohn Gottes

Verse 39-47

 

39SVchet in der Schrifft / Denn jr meinet / jr habt das ewige Leben drinnen / Vnd ſie iſts / die von mir zeuget / 40Vnd jr wolt nicht zu mir komen / das jr das Leben haben möchtet. 41Ich neme nicht Ehre von Menſchen / 42Aber ich kenne euch / das jr nicht Gottes liebe in euch habt. 43Ich bin komen in meines Vaters namen / vnd jr nemet mich nicht an / So ein ander wird in ſeinem eigen namen komen / den werdet jr annemen. 44Wie könnet jr gleuben / die jr ehre von einander nemet? Vnd die Ehre / die von Gott alleine iſt / ſüchet jr nicht.

 

45IR ſolt nicht meinen / das ich euch fur dem Vater verklagen werde / Es iſt einer / der euch verklaget / der Moſes / auff welchen jr hoffet. 46Wenn jr Moſi gleubtet / ſo gleubtet jr auch mir / Denn er hat von mir geſchrieben. 47So jr aber ſeinen Schrifften nicht gleubet / Wie werdet jr meinen worten gleuben?

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jer 23,16-29

IV

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. XXIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Worte über die falſchen Propheten

Vgl. Hes 13,2-16; 34

Verse 16-29

 

SO ſpricht der HERR Zebaoth / Gehorcht nicht den worten der Propheten / ſo euch weiſſagen / Sie betriegen euch / Denn ſie predigen jrs hertzen Geſicht / vnd nicht aus des HERRN Munde. 17Sie ſagen denen die mich leſtern / Der HERR hats geſagt / Es wird euch wol gehen / Vnd allen / die nach jrs hertzen tunckel wandeln / ſagen ſie / Es wird kein Vnglück vber euch komen. 18Denn wer iſt im Rat des HERRN geſtanden / der ſein wort geſehen vnd gehört habe? Wer hat ſein wort vernomen vnd gehöret.

Jere. 14.

27. 29.

19SJhe / Es wird ein wetter des HERRN mit grim komen / vnd ein ſchrecklich vngewitter den Gottloſen auff den Kopff fallen. 20Vnd des HERRN zorn wird nicht nachlaſſen / Bis er thu vnd ausrichte was er im ſinn hat / Hernach werdet jrs wol erfaren. 21Ich ſandte die Propheten nicht / Noch lieffen ſie / Ich redet nicht zu jnen / Noch weiſſagten ſie. 22Denn wo ſie bey meinem Rat blieben / vnd hetten meine wort meinem volck gepredigt / So hette ſie daſſelb von jrem böſen weſen / vnd von jrem böſen leben bekeret.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Daſſelb)

Gottes wort be­ke­ret / Al­le an­der Le­re ver­fü­ret.

 

23BIn ich nicht ein Gott / der nahe iſt / ſpricht der HERR / vnd nicht ein Gott / der ferne ſey? 24Meinſtu / das ſich jemand ſo heimlich verbergen könne / das ich jn nicht ſehe? ſpricht der HERR. Bin ichs nicht / der Himel vnd Erden füllet / ſpricht der HERR?

(Nahe iſt)

Sie ſind ſo ſicher vnd frech / als ſe­he ich ir fal­ſches le­ren nicht.

 

ICH höre es wol / Das die Propheten predigen vnd falſch weiſſagen in meinem Namen / vnd ſprechen / Mir hat getreumet / mir hat getreumet. 26Wenn wollen doch die Propheten auffhören? die falſch weiſſagen / vnd jres Hertzen triegerey weiſſagen / 27vnd wollen / Das mein Volck meines Namens vergeſſe / vber jren Treumen / die einer dem andern prediget / Gleich wie jre Veter meines namens vergaſſen / vber dem Baal. 28Ein Prophet / der Treume hat / der predige treume / Wer aber mein wort hat / der predige mein wort recht. Wie reimen ſich Stro vnd Weitzen zuſamen / ſpricht der HERR? 29Ist mein wort nicht wie ein Fewer / ſpricht der HERR / vnd wie ein Hamer der Felſen zuſchmeiſt?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Predige treume)

Er laſſe meinen Namen mit frie­den / vnd ſa­ge nicht / das mein wort ſey / was jm treu­met / Son­dern es ſey ſein wort / vnd hab ſei­nen na­men.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 9,35-38; 10,1(2-4)5-7

V

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IX.

 

 

Kapitel 9, Verse 35-38

Die große Ernte

Mar.6.

Luc.13.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luc.10.

VND Jheſus gieng vmbher in alle Stedte vnd Merckte / leret in jren Schulen / vnd prediget das Euangelium von dem Reich / Vnd heilete allerley Seuche vnd allerley Kranckheit im volcke. 36Vnd da er das Volck ſahe / jamert jn deſſelbigen / Denn ſie waren verſchmacht vnd zurſtrewet wie die Schafe / die keinen Hirten haben. 37Da ſprach er zu ſeinen Jüngern / Die Erndte iſt gros / Aber wenig ſind der Erbeiter. 38Darumb bittet den HERRN der Erndte / Das er Erbeiter in ſeine erndte ſende.

 

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Berufung der zwölf Jünger

|| →Mk 3,13-19    || →Lk 6,12-16    || →Apg 1,13

Kapitel 10, Vers 1

Luvc. 3. 6.

VND er rieff ſeine zwelff Jüngere zu

ſich / vnd gab jnen macht / vber die vnſaubern Geiſter / Das ſie die ſelbigen austrieben / vnd heileten allerley Seuche vnd allerley Kranckheit.

 

 

Fakultativ: Kapitel 10, Verse 2-4

Luc. 3 .9.

Act. 1.

2DIe namen aber der zwelff Apoſtel ſind dieſe / Der erſt / Simon / genant Petrus / vnd Andreas ſein bruder / Jacobus Zebedei ſon / vnd Johannes ſein bruder / 3Philippus vnd Bartholomeus / Thomas vnd Mattheus der Zölner / Jacobus Alphei ſon / Lebbeus mit dem zunamen Thaddeus / 4Simon von Cana / Vnd Judas Iſcharioth / welcher jn veriet.

 

 

 

 

 

 

 

(Lebbeus)

Iſt der frome Judas.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Ausſendung der Jünger
Die Ausſendungsrede

|| →Mk 6,7-13    || →Lk 9,1-6

Kapitel 10, Verse 5-7

Mar. 6.

Luc. 9.

DIeſe zwelffe ſandte Jheſus / gebot jnen / vnd ſprach / Gehet nicht auff der Heiden ſtraſſen / vnd ziehet nicht in der Samariter ſtedte / 6Sondern gehet hin zu den verloren Schafen / aus dem hauſe Iſrael. 7Gehet aber vnd predigt / vnd ſprecht / Das Himelreich iſt nahe her bey komen.

 

 

 

 

CONTINUATEXT (C)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Jona 1 (2)

C

 

 

 

Der Próphet
Jóná.

 

C. I.

 

Holzschnitt, Titelbild zum Buch des Propheten Jona

 

 

Kapitel 1

Jonas Berufung und Flucht vor Gott auf ein Schiff

 

ES geſcĥacĥ das wort

des HERRN zu Jona dem

ſon Amithai / vnd ſprach / 2Mache dich auff / vnd gehe in die groſſe ſtad Ninene / vnd predige drinnen / Denn jre bosheit iſt er auff komen fur mich. 3Aber Jona machte ſich auff vnd flohe fur dem HERRN / vnd wolt auffs Meer / vnd kam hin ab gen Japho / Vnd da er ein Schiff fand / das auffs Meer wolt faren / gab er fehrgeld vnd trat drein / das er mit jnen auffs Meer füre / fur dem HERRN.

 

 

Das Schiff gerät in Seenot

 

DA lies der HERR einen groſſen wind auffs Meer komen / vnd hub ſich ein gros vngewitter auff dem Meer / Das man meinet / das Schiff würde zu brechen. 5Vnd die Schiffleute furchten ſich / vnd ſchrien / ein jglicher zu ſeinem Gott / vnd worffen das Gerete / das im Schiff war / ins Meer / das es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff geſtiegen / lag vnd ſchlieff. 6Da trat zu jm der Schiffherr / vnd ſprach zu jm / Was ſchleffeſtu? Stehe auff / ruffe deinen Gott an / Ob vieleicht Gott an vns gedencken wolte / das wir nicht verdürben.

 

 

Die Matroſen verſuchen, ihr Leben zu retten

 

7VND einer ſprach zum andern / Kompt / wir wollen loſſen / das wir erfaren / vmb welchs willen es vns ſo vbel gehe / Vnd da ſie loſſeten / traffs Jonam. 8Da ſprachen ſie zu jm / Sage vns / warumb gehet es vns ſo vbel? Was iſt dein gewerbe? vnd wo kompſtu her? Aus welchem Lande biſtu? vnd von welchem Volck biſtu? 9Er ſprach zu jnen / Ich bin ein Ebreer / vnd fürchte den HERRN Gott von Himel / welcher gemacht hat das Meer vnd das Trocken. 10Da furchten ſich die Leute ſeer / vnd ſprachen zu jm / Warumb haſtu denn ſolches gethan? Denn ſie wuſten / das er fur dem HERRN flohe / Denn er hatte es jnen geſagt.

 

11DA ſprachen ſie zu jm / Was ſollen wir denn mit dir thun / das vns das Meer ſtille werde? Denn das meer fuhr vngeſtüm. 12Er ſprach zu jnen / Nemet mich vnd werfft mich ins Meer / ſo wird euch das Meer ſtill werden / Denn ich weis / das ſolch gros Vngewitter vber euch kompt vmb meinen willen. 13Vnd die Leute trieben / das ſie wider zu lande kemen / Aber ſie kundten nicht / Denn das Meer fuhr vngeſtüm wider ſie. 14Da rieffen ſie zu dem HERRN / vnd ſprachen / Ah HERR / las vns nicht verderben vmb dieſes Mannes ſeele willen / vnd rechne vns nicht zu vnſchüldig blut / Denn du HERR thuſt / wie dirs gefellet.

 

 

Jona wird über Bord geworfen

 

15VND ſie namen Jona / vnd wurffen jn ins Meer / Da ſtund das Meer ſtill von ſeinem wüten. 16Vnd die Leute furchten den HERRN ſeer / vnd theten dem HERRN opffer vnd gelübde.

 

 

Fakultativ: Kapitel 2

2

 

 

 

 

Beginn des Ka­pi­tels 2 nach heu­ti­ger Zähl­wei­se!

 

 

Fakultativ:

Jona wird vom Fiſch verſchlungen

1Aber der HERR verſchafft einen groſſen Fiſch / Jona zuuerſchlingen / Vnd Jona war im leibe des Fiſches / drey tag vnd drey nacht.

 

 

C. II.

 

Fakultativ::

Jonas Gebet im Bauch des Fiſches

 

VND Jona betet zu dem HERRN

ſeinem Gott / im Leibe des Fiſches / 3vnd ſprach.

ICH rieff zu dem HERRN in meiner Angſt / vnd er antwortet mir / Ich ſchrey aus dem Bauche der Hellen / vnd du höreteſt meine ſtim.

 

4DV warffeſt mich in die Tieffe mitten im Meer / das die Flut mich vmbgaben / Alle deine wogen vnd wellen giengen vber mich.

5DAs ich gedacht / Ich were von deinen Augen verſtoſſen / Ich würde deinen heiligen Tempel a nicht mehr ſehen.

6WAſſer vmbgaben mich / bis an mein Leben / Die Tieffe vmbringete mich Schilff bedeckte mein Heubt.

7ICH ſanck hinuntern zu der Berge gründe / Die Erde hatte mich verriegelt ewiglich / Aber du haſt mein Leben aus dem Verderben gefürt / HERR mein Gott.

8DA meine Seele bey mir verzagt / Gedacht ich an den HERRN / Vnd mein Gebet kam zu dir / in deinen heiligen Tempel.

a

(Nicht mehr)

Ebraice eſt que­ſi­ti­uum, Num uel an ui­debo Templum? Hoc debet uerti ne­ga­ti­ue. Nec cu­res hic Ebraiſtas grammati­ſtas, qui in ſenſu Scripturae ſunt Ra­biniſtae, id eſt, ani­mal ſine intellectu. Ipſi in affectibus pro­phe­ticis de re­bus tam arduis nihil ex­perti ſunt, Ideo nec uerba intelligere poſſunt.

→*1)

 

9b DIe da halten vber dem Nichtigen / Verlaſſen jre gnade.

10ICh aber wil mit Danckopffern / Meine Gelübde wil ich bezalen dem HERRN / das er mir geholffen hat.

b

Auff Deudſch / Werckheiligen vnd Heuchler ver­laſſen jren Gott vnd Chri­ſtum / vmb jres nich­ti­gen Gottes­dienſts wil­len.

 

 

Fakultativ:

Der Fiſch ſpuckt Jona wieder aus

 

11VND der HERR ſprach zum Fiſche / Vnd der ſelb ſpeiet Jona aus ans Land.

 

 

 

'1) lat.: Ebraice est quae­si­ti­uum, Num vel an vi­debo Templum? Hoc debet verti ne­ga­ti­ve. Nec cu­res hic Ebraistas grammati­stas, qui in sensu Scripturae sunt Ra­binistae, id est, ani­mal sine intellectu. Ipsi in affectibus pro­phe­ticis de re­bus tam arduis nihil ex­perti sunt, Ideo nec verba intelligere possunt.

dt.: »Im Hebräischen ist es eine Frage: "Ob ich wohl jemals den Tempel wiedersehen werde?" Dies muss verneinend übersetzt werden. Und du solltest dich nicht um die Experten der Hebräischen Grammatik kümmern, die im Sinne der Schrift Rabbiner sind., dass heißt, Wesen ohne Verstand. Sie selbst sind in der Auslegung der Propheten, in Dingen, die sehr schwer sind, keine Experten. Daher können Sie die Frage nicht verstehen.«

 

 

Hinweis zur Abbildung in Jona 1: Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Die Bildsprechung finden Sie in diesem Artikel:

Titelbild zu Jona

→Das Titelbild zu Jona

Das Titelbild des Buchs Jona zeigt zehn Szenen aus dem Buch Jona, von Jonas Berufung bis hin zum Abschlussdialog zwischen Gott und Jona. Viel Platz ist dem großen Fisch gewidmet, der Jona verschlang.

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
Pred 12,1-8

M1

 

 

 

Der Prediger
Salomo.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Jugend und Alter

Verse 1-7

 

1GEdenck an deinen Schepffer in deiner Jugent / ehe denn die böſen Tage komen / vnd die jar erzutretten / Da du wirſt ſagen / Sie gefallen mir nicht. 2Ehe denn die Sonne vnd das Liecht / Mond vnd Sterne finſter werden / vnd Wolcken wider komen nach dem Regen. 3Zur zeit wenn die Hüter im Hauſe zittern / vnd ſich krümmen die Starcken / vnd müſſig ſtehen die Müller / das jr ſo wenig worden iſt / vnd finſter werden die Geſicht durch die Fenſter. 4Vnd die Thür auff der gaſſen geſchloſſen werden / das die ſtim der Müllerin leiſe wird / vnd erwacht wenn der Vogel ſinget / vnd ſich bücken alle Töchter des geſangs. 5Das ſich auch die Höhen fürchten vnd ſchewen auff dem wege / Wenn der Mandelbawm blühet / vnd die Hewſchrecken beladen wird / vnd alle Luſt vergehet (Denn der Menſch feret hin da er ewig bleibt / vnd die Kleger gehen vmbher auff der Gaſſen) 6Ehe denn der Silbernſtrick wegkome / vnd die Güldenquelle verlauffe / vnd der Eimer zuleche am Born / vnd das Rad zubreche am Born. 7Denn der Staub mus wider zu der Erden komen / wie er geweſen iſt / Vnd der Geiſt wider zu Gott / der jn gegeben hat.

 

 

 

Mit die­ſen ver­bro­chen wor­ten be­ſchreibt er das Al­ter eins Men­ſchen / wenn die Hen­de zit­tern / die Bei­ne ſich krüm­men / die Au­gen tun­ckel wer­den / die Zee­ne nicht wol ma­len / die Har graw / vnd die Schul­dern ſich bücken / die Oh­ren han­gen vnd taub wer­den etc.

 

 

Aus dem Abschnitt

Nachworte

Vers 8

 

ES iſt alles gantz eitel / ſprach der Prediger / gantz eitel.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEN APOKRYPHEN
Weish 15,1-3

M2

Info

Das Buch Weisheit Salomos ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

 

 

 

Die Weisheit Salómónis:
An die Tyrannen.

 

C. XV.

 

 

Aus dem Abschnitt

Iſrael wurde nicht getäuſcht

Verse 1-3

 

ABer du vnſer Gott / biſt freundlich vnd

trew / vnd gedültig / vnd regierſt alles mit Barmhertzigkeit. 2[2]Vnd wenn wir gleich ſündigen ſind wir doch dein / vnd kennen deine Macht. Weil wir denn ſolchs wiſſen / ſündigen wir nicht / Denn wir ſind fur die deinen gerechnet. 3[3]Dich aber kennen / iſt eine volkomen Gerechtigkeit / vnd deine Macht wiſſen / iſt eine wurtzel des ewigen Lebens.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEN APOKRYPHEN
Sir 41,1-7

M3

Info

Das Buch Jesus Sirach ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

Der Text des Buches Jesus Sirach wurde für die Lutherbibel 2017 komplett neu übersetzt und weicht von der hier gezeigten Textgestalt (gültig bis 2016; letzmals revidiert 1984) stellenweise erheblich ab.

 

 

 

Das Bucĥ
Jeẛus Syracĥ.

 

C. XLI.

 

 

Verse 41,1-4 [41,1-7]

Vom Tod

Zur Vers­zäh­lung sie­he An­mer­kung →*1)

 

O Tod wie bitter biſtu / wenn an dich gedenckt ein Menſch / der gute tage vnd gnug hat / vnd on ſorge lebt / [2]Vnd dem es wol gehet in allen dingen / vnd noch wol eſſen mag.

 

2[3]O Tod / wie wol thuſtu dem Dürfftigen / [4]der da ſchwach vnd alt iſt / Der in allen ſorgen ſteckt / vnd nichts beſſers zu hoffen / noch zu gewarten hat.

 

3.4[5]FVrchte den Tod nicht / Gedencke / das alſo vom HERRN geordent iſt / vber alles Fleiſch / beide dere / die vor dir geweſen ſind / vnd nach dir komen werden. [6]Vnd was wegerſtu dich wider Gottes willen / du lebeſt zehen / hundert oder tauſent jar? [7]Denn im Tod fraget man nicht / wie lange einer gelebt habe.

 

 

 

*1)

Verszählung

Es liegen zwei verschiedene Verszählungen vor:

Die Zählung, in grüner Schrift und (wie in der Lutherbibel von 2017) in eckigen Klammern gesetzt, bezieht sich auf die Ausgaben der Lutherbibel bis 2017. Die Übersetzung der älteren Lutherbibeln seit 1534 stützt sich überwiegend auf die lateinische Übersetzung, die der Kirchenvater Hieronymus vorgenommen hatte, und die in der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert weit verbreitet war.

Die Zählung (wie bei uns üblich) in roter Schrift gesetzt, folgt nun der Lutherbibel von 2017, die sich mit ihrer völlig neu besorgten Übersetzung nun auf den griechischen Quelltext der Septuaginta stützt und deren Zählung zugrunde legt.

Diese Zählung wird in allen künftigen Publikationen der evangelischen Kirchen maßgeblich sein.

 

Hinweis zum Gebrauch und zur Lutherbibel von 2017

Die Texte des Buchs Sirach in der Lutherbibel 2017 weichen wegen der Neuübersetzung basierend auf der Septuaginta stellenweise erheblich von der hier gezeigten Textform und von den Ausgaben bis 2017 ab.

Die Versangaben in allen älteren Ausgaben sowie in Dritttexten, z. B. in den Gottesdienstordnungen, beziehen sich derzeit noch durchweg auf die ältere Notation, wie wir sie in Klammern wiedergegeben haben.

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
2Tim 3,14-17

M4

 

 

 

Die ánder Epiſtel
S. Páuli:
An Timótheum.

 

C. III.

 

 

Verse 14-17

Die Bedeutung der heiligen Schrift

 

 

 

 

 

 

 

 

→2. Pet. 1.

14DV aber / bleibe in dem das du gelernet haſt / vnd dir vertrawet iſt / Sintemal du weiſſeſt / von wem du gelernet habſt / 15Vnd weil du von kind auff die heilige Schrifft weiſſeſt / kan dich dieſelbige vnterweiſen zur ſeligkeit / durch den glauben an Chriſto Jheſu. 16Denn alle Schrifft von Gott eingegeben / iſt nütz zur lere / zur ſtraffe / zur beſſerung / zur züchtigung in der gerechtigkeit / 17Das ein Menſch Gottes / ſey volkomen / zu allem guten werck geſchickt.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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