7. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 31. Juli 1960

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium Zum TextMt 9,35-38
1. Epistel Zum TextRom 6,19-23
2. Evangelium VerweisMk 4,26-29
2. Epistel Verweis1Tim 6,6-12
Alttestamentliche Lektion VerweisJes 62,6-12
→Gottesdienstordnungen

In den Landeskirchen galten zwischen 1958/1959 und 1978/1979 unterschiedliche Textordnungen.

Wahl der Kirchenordung

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Eisenacher


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Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Leseordnungen.

Im Kirchenjahr 1959/1960 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (seit Beginn der Reformation gültig; so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisenacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (seit dem Kirchenjahr 1898/1899 verfügbar; so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).
  • III. Ordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands folgten (seit dem Kirchenjahr 1957/1958 verfügbar).

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
31.7.1960 | 7. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

7. Sonntag
nach Trinitatis

Grün

 

 

 

Kalenderblätter

 

Bewegliches Datum
Der 7. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>5. Juli und dem 8. August eines Jahres.
 
  • 7. Sonntag nach Trinitatis
  • 15. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 7. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    5. Juli und dem 8. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 105 Tage nach Ostern
  • am 106. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag

 

Gottesdienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

7. Sonntag
nach Trinitatis

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

 

→ in unierten und reformierten Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

→ in lutherischen Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 

Thema des Sonntags

(nach dem Episteltext Rom 6,19-23 )

 

Von der Heiligung unſeres Leibes

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Begebet auch nu ewre Glieder zu dienſte der Gerechtigkeit / das ſie heilig werden.

→Rom 6,19b

Pſalm
24
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 24,1-6

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
233 EG 326 Sei Lob und Ehr dem höchſten Gut
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum TextRom 6,19-23
Evangelium Zum TextMt 9,35-38
Reihe II  2. Epistel Verweis1Tim 6,6-12
2. Evangelium VerweisMk 4,26-29
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope VerweisJes 62,6-12
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Konferenz (eine Konferenz der evangelischen Landeskirchen Deutschlands) erarbeitete in den Jahren von 1888 bis 1896 eine Perikopenordnung für die evangelischen Kirchen. Sie verstand die altkirchlichen Perikopen (Epistel und Evangelium) als eine erste Reihe und fügte ihnen in einer zweiten Reihe einen zweiten Text aus den Episteln und einen zweiten Text aus den Evangelien hinzu. Die große Besonderheit dieser Ordnung war die Einführung einer dritten, alttestamentlichen Reihe, die für jeden Sonntag des Kirchenjahres erstmals einen alttestamentlichen Text bot. Die Verwendung dieser Perikopen geschah nicht einheitlich. Gedacht waren sie dazu, sie wechselweise im Gottesdienst zu verwenden, so innerhalb einer Folge von vier Jahren:

  • im 1. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 2. Jahr: 2. Evangelium und Lektion Altes Testament
  • im 3. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 4. Jahr: 2. Evangelium und 2. Epistel

Damit ergab sich für die Lesungen ein Zyklus von vier Jahren und für die Predigt, die sich jeweils auf die Evangelienperikope stützte, ein Zyklus von zwei Jahren.

 

 

Altkirchliche Textordnung in Landeskirchen

In einigen Landeskirchen, darunter die evangelische Kirche Brandenburgs, galt in dieser Zeit weiterhin die altkirchliche Textordnung. Sie kennt nur Evangelium und Epistel (Reihe I in der Eisenacher Textordnung), die beide nach wie vor für die Textlesung sowie für die Predigt im Haupt- und Abendgottesdienst empfohlen waren.

 

Die evangelische Kirche Württembergs

Die evangelische Kirche Württembergs nutzte in dieser Zeit eine Perikopenordnung, die sich auf einen Dreijahreszyklus stützte. Über die drei Jahrgänge hinweg fanden sich die Perikopen wie hier genannt, allerdings in anderer Anordnung und ergänzt um weitere Perikopen, die weder in altkirchlichen Ordnungen noch in der neuen Eisenacher Ordnung bekannt waren.

Diese Ordnung der evangelischen Kirche Württembergs ist derzeit hier nicht wiedergegeben.

 

Geschichtliche Anmerkungen: Die Eisenacher Perikopen in Zeiten des Umbruchs

  • In den Jahren des nationalsozialistischen Regimes gab es im Zusammenhang mit der brachialen antisemitischen Ausrichtung in Politik und Gesellschaft in den evangelischen Kirchen regional Intentionen, die alttestamentliche Reihe abzuschaffen und die anderen Reihen im Sinne einer Staatsräson zu korrigieren. Dieses Ansinnen wirkte trotz einer Bekennenden Kirche vereinzelt bis weit die Zeit nach dem 2. Weltkrieg nach.
  • Auch nach der Vereinigung von Landeskirchen, wie der Gründung von VELKD und EKD, blieben die Ordnungen der Predigttexte den Synoden der Landeskirchen unterworfen und entwickelten sich somit zunehmend uneinheitlich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spätestens ab 1960/1961 galt dann in den meisten evangelisch-lutherischen Kirchen eine neue Perikopenordnung auf Basis von sechs Reihen, weil sich nun erstmals nach Eisenach über Jahre hinweg eine landeskirchlich übergreifende und unabhängige Konferenz (Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands) mit liturgisch-homiletischen Fragen beschäftigte und 1957 Antworten in Form einer »Ordnung der Predigttexte« vorlegte.
  • Doch die Entscheidungshoheit oblag nach wie vor den landeskirchlichen Synoden. Überwiegend unierte und reformierte Landeskirchen nutzten die hier vorliegende Ordnung der Predigttexte nach dem Eisenacher Schema weiterhin bis 1977/1978 oder auch darüber hinaus.
  • Bis heute gilt in manchen evangelischen Kirchen und Freikirchen eine Ordnung auf Grundlage der Eisenacher Perikopen im vierjährigen Zyklus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

7. Sonntag nach Trinitatis

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion und Verweisen in den Marginalspalten. Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Matthäus

Mt 9,35-38

REIHE

EV

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. IX.

 

 

Verse 35 - 38

Die große Ernte

Mar.6.

Luc.13.

 

 

 

 

 

 

Luc.10.

IHeſus gieng vmbher in alle Stedte vnd Merckte / leret in jren Schulen / vnd prediget das Euangelium von dem Reich / Vnd heilete allerley Seuche vnd allerley Kranckheit im volcke. 36Vnd da er das Volck ſahe / jamert jn deſſelbigen / Denn ſie waren verſchmacht vnd zurſtrewet wie die Schafe / die keinen Hirten haben. 37Da ſprach er zu ſeinen Jüngern / Die Erndte iſt gros / Aber wenig ſind der Erbeiter. 38Darumb bittet den HERRN der Erndte / Das er Erbeiter in ſeine erndte ſende.

 

 

✽

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 6,19-23

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. VI.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Das neue Leben

Verse 19 - 23

 

 

Paulus schreibt:

 

ICH mus menſchlich dauon reden / vmb der ſchwacheit willen ewers Fleiſches. Gleich wie jr ewre Glieder begeben habet zu dienſte der Vnreinigkeit / vnd von einer Vngerechtigkeit zu der andern / Alſo begebet auch nu ewre Glieder zu dienſte der Gerechtigkeit / das ſie heilig werden. 20Denn da jr der Sünde Knechte wartet / da wartet jr frey von der Gerechtigkeit / 21Was hattet jr nu zu der zeit fur Frucht? welchs jr euch jtzt ſchemet / Denn das ende deſſelbigen / iſt der Tod. 22Nu jr aber ſeid von der Sünde frey / vnd Gottes Knechte worden / habt jr ewre Frucht / das jr heilig werdet / Das ende aber das ewige Leben. 23Denn der Tod iſt der Sünden ſold / Aber die gabe Gottes iſt das ewige Leben / in Chriſto Jheſu vnſerm HErrn.

 

✽

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rückblick auf die Perikopenordnungen vergangener Jahrhunderte zeigt auf, wie sich die Verwendung der biblischen Texte in evangelischen Gottesdiensten im Laufe der Zeit veränderte.

Wir beschränken uns in den weit zurückliegenden Jahren auf Perikopenordnungen, die überwiegend in Gebrauch waren.

Durch die neue Ordnung für die Verwendung von Sprüchen, Psalmen, Bibeltexten und Liedern in Gottesdiensten sind die alten Ordnungen zwar liturgisch überholt, aber inhaltlich deswegen keineswegs falsch.

Wir möchten Sie daher ermuntern, die in alter Zeit verwendeten Perikopen zu betrachten. Nur so können Sie ergründen, ob das, worauf sich Pfarrer vor Hunderten von Jahren in Gottesdienst und Predigt stützten, auch noch heute aktuell ist. Aktuell für Sie ganz persönlich.

 

Biblia 1545

™Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

 

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