Reformationsfest

Freitag, 31. Oktober 1952

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium     Zum TextMt 5,1-12
Epistel Zum TextGal 5,1-15
 

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium  Zum TextMt 5,1-12
1. Epistel Zum TextGal 5,1-15
2. Evangelium VerweisJoh 2,13-17
2. Epistel Verweis1Kor 3,11-23
Alttestamentliche Lektion VerweisPs 46
→Gottesdienstordnungen

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Rot
31.10.1952 | Reformationsfest
Freitag
 

Reformationsfest

Rot

 

 
Gesetzlicher Feiertag

→Gesetzlicher Feiertag

in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland

 

Festes Datum
31. Oktober
 
  • Das Reformationsfest
    ist immer am 31. Oktober eines Jahres.

 

Feiertag

Gesetzlicher Feiertag

Baden-Württemberg (BW)

Der Reformationstag ist im Jahr 1952 kein allgemeiner →gesetzlicher Feiertag. In Baden-Württemberg (BW) haben Schüler per Feiertagsgesetz an diesem Tag schulfrei. Allerdings fällt der Tag regelmäßig in die Herbstferien.

 

AlternativeR Artikel zum Reformationsfest
Wissenswertes zum Tag

→Reformationstag | 31. Oktober 1952

Der Reformationstag ist der Gedenktag evan­ge­li­scher Chris­ten in Deutsch­land im Gedenken an die Re­for­ma­tion der Kir­che durch Mar­tin Luther.

 

Got­tes­dienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch
 

Das evangelische

Reformationsfest

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Rot

Rot

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Lese­ord­nungen.

Im Kirchenjahr 1951/1952 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisnacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

 

 

I.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach altkirchlicher Textordnung

 

gültig bis 1977/1978

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Mt 5,1-12 )

 

Die Seligpreiſungen

 

 

 

Spruch und Psalm für den Tag

 
Biblia
1545
 

Spruch
für den Tag

 

ICH bin der HERR / dein Gott. DV ſolt kein andere Götter neben mir haben.

→2Mos 20,2.3

Pſalm
46
 

Psalm
für den Tag

 
 

→Psalm 46

 

 

 

Lied für den Tag

 
EG alt EG neu Titel
242 EG 342 Es iſt das Heil uns kommen her
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum TextGal 5,1-15
Evangelium  Zum TextMt 5,1-12
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also  Zum TextMt 5,1-12.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht /

Denn es iſt eine Krafft Got­tes /

die da ſe­lig machet / alle /

die daran gleuben.

→Römerbrief 1,16

 

 

II.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach der Eisenacher Textordnung

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

Thema des Sonntags

(nach dem Evangeliumstext Mt 5,1-12 )

 

Die Seligpreiſungen

 

 

 

Spruch und Psalm für den Tag

 
Biblia
1545
 

Spruch
für den Tag

 

ICH bin der HERR / dein Gott. DV ſolt kein andere Götter neben mir haben.

→2Mos 20,2.3

Pſalm
46
 

Psalm
für den Tag

 
 

→Psalm 46

 

 

 

Lied für den Tag

 
EG alt EG neu Titel
242 EG 342 Es iſt das Heil uns kommen her
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum TextGal 5,1-15
Evangelium  Zum TextMt 5,1-12
Reihe II  2. Epistel Verweis1Kor 3,11-23
2. Evangelium VerweisJoh 2,13-17
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope VerweisPs 46
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Kon­fe­renz (ei­ne Kon­fe­renz der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen Deutsch­lands) er­ar­bei­te­te in den Jah­ren von 1888 bis 1896 eine Pe­ri­ko­pen­ord­nung für die evan­ge­li­schen Kir­chen. Sie ver­stand die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen (Epis­tel und Evan­ge­li­um) als eine ers­te Rei­he und füg­te ihnen in ei­ner zwei­ten Rei­he ei­nen zwei­ten Text aus den Epis­teln und ei­nen zwei­ten Text aus den Evan­ge­li­en hin­zu. Die gro­ße Be­son­der­heit die­ser Ord­nung war die Ein­füh­rung ei­ner drit­ten, alt­tes­ta­ment­li­chen Rei­he, die für je­den Sonn­tag des Kirchen­jah­res erst­mals ei­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Text bot. Die Ver­wen­dung die­ser Pe­ri­ko­pen ge­schah nicht ein­heit­lich. Ge­dacht wa­ren sie da­zu, sie wech­sel­weise im Got­tes­dienst zu ver­wen­den, so in­ner­halb ei­ner Fol­ge von vier Jah­ren:

  • im 1. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 2. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und Lek­ti­on Al­tes Tes­ta­ment
  • im 3. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 4. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und 2. Epis­tel

Da­mit er­gab sich für die Le­sun­gen ein Zyklus von vier Jah­ren und für die Pre­digt, die sich je­weils auf die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe stützte, ein Zyklus von zwei Jah­ren.

 

 

Alt­kirch­li­che Text­ord­nung in Lan­des­kir­chen

In ei­ni­gen Lan­des­kir­chen, da­run­ter die evan­ge­li­sche Kir­che Bran­den­burgs, galt in die­ser Zeit wei­ter­hin die alt­kirch­li­che Text­ord­nung. Sie kennt nur Evan­ge­li­um und Epis­tel (Reihe I in der Ei­sen­acher Text­ord­nung), die bei­de nach wie vor für die Text­lesung so­wie für die Pre­digt im Haupt- und Abend­got­tes­dienst emp­foh­len wa­ren.

 

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs nutz­te in die­ser Zeit ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung, die sich auf ei­nen Drei­jah­res­zy­k­lus stütz­te. Über die drei Jahr­gän­ge hin­weg fan­den sich die Pe­ri­ko­pen wie hier ge­nannt, al­ler­dings in an­de­rer An­ord­nung und er­gänzt um wei­te­re Pe­ri­ko­pen, die we­der in alt­kirch­li­chen Ord­nun­gen noch in der neu­en Ei­sen­acher Ord­nung be­kannt wa­ren.

Diese Ord­nung der evan­ge­li­schen Kir­che Würt­tem­bergs ist der­zeit hier nicht wie­der­ge­ge­ben.

 

Geschicht­li­che An­mer­kun­gen: Die Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen in Zei­ten des Um­bruchs

  • In den Jah­ren des na­ti­o­nal­so­zi­a­li­sti­schen Re­gi­mes gab es im Zu­sam­men­hang mit der brach­i­a­len an­ti­se­mi­ti­schen Aus­rich­tung in Po­li­tik und Ge­sell­schaft in den evan­ge­li­schen Kir­chen re­gi­o­nal In­ten­ti­o­nen, die alt­tes­ta­ment­li­che Rei­he ab­zu­schaf­fen und die an­de­ren Rei­hen im Sin­ne ei­ner Staats­rä­son zu kor­ri­gie­ren. Die­ses An­sin­nen wirk­te trotz ei­ner Be­ken­nen­den Kir­che ver­ein­zelt bis weit die Zeit nach dem 2. Welt­krieg nach.
  • Auch nach der Ver­ei­ni­gung von Lan­des­kir­chen, wie der Grün­dung von VELKD und EKD, blie­ben die Ord­nun­gen der Pre­digt­tex­te den Sy­no­den der Lan­des­kir­chen un­ter­wor­fen und ent­wickel­ten sich so­mit zu­neh­mend un­ein­heit­lich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spä­tes­tens ab 1960/1961 galt dann in den meis­ten evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Kir­chen ei­ne neue Pe­ri­ko­pen­ord­nung auf Ba­sis von sechs Rei­hen, weil sich nun erst­mals nach Ei­sen­ach über Jah­re hin­weg eine lan­des­kirch­lich über­grei­fen­de und un­ab­hän­gi­ge Kon­fe­renz (Lu­the­ri­sche Li­tur­gi­sche Kon­fe­renz Deutsch­lands) mit li­tur­gisch-ho­mi­le­ti­schen Fra­gen be­schäf­tig­te und 1957 Ant­wor­ten in Form ei­ner »Ord­nung der Pre­digt­tex­te« vor­leg­te.
  • Doch die Ent­schei­dungs­ho­heit ob­lag nach wie vor den lan­des­kirch­li­chen Sy­no­den. Über­wie­gend unier­te und re­for­mier­te Lan­des­kir­chen nutz­ten die hier vor­lie­gen­de Ord­nung der Pre­digt­tex­te nach dem Ei­sen­acher Sche­ma wei­ter­hin bis 1977/1978 oder auch da­rü­ber hi­n­aus.
  • Bis heute gilt in man­chen evan­ge­li­schen Kir­chen und Frei­kir­chen eine Ord­nung auf Grund­la­ge der Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen im vier­jäh­ri­gen Zy­k­lus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

Reformationsfest

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament nach altkirchlicher und Eisenacher Perikopenordnung

Text nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.
Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM

PREDIGTTEXT

Evangelium nach Matthäus

Mt 5,1-12

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→  Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Die Seligpreisungen

|| → Lk 6,20-23

Verse 1 - 10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA a Jheſus aber das Volck ſa­he / gieng er auff ei­nen Berg / und ſatz­te ſich / und ſei­ne Jün­ger trat­ten zu jm / 2 vnd er that ſei­nen Mund auff / le­ret ſie / vnd ſprach.

 

3 Selig ſind / die da geiſt­lich arm ſind / Denn das Hi­mel­reich iſt jr.

4 Selig ſind / die da lei­de tra­gen / Denn ſie ſol­len ge­trö­ſtet wer­den.

5 Selig ſind die Senfft­mü­ti­gen / Denn ſie wer­den das b Erd­reich be­ſi­tzen.

6 Selig ſind die da hun­gert vnd dür­ſtet nach der Ge­rech­tig­keit / Denn ſie ſol­len ſat wer­den.

7 Selig ſind die Barm­her­tzi­gen / Denn ſie wer­den barm­her­tzig­keit er­lan­gen.

8 Selig ſind die rei­nes her­tzen ſind / Denn ſie wer­den Gott ſchaw­en.

9 Se­lig ſind die c Fried­fer­ti­gen / Denn ſie wer­den Got­tes kin­der hei­ſſen.

10 Selig ſind / die vmb Ge­rech­tigk­eit wil­len ver­fol­get wer­den / Denn das Hi­mel­reich iſt jr.

11 Selig ſeid jr / wenn euch die Men­ſchen vmb Mei­nen wil­len ſchme­hen vnd ver­fol­gen / vnd re­den al­ler­ley vbels wi­der euch / ſo ſie da­ran lie­gen.

12 Seid frö­lich vnd ge­troſt / Es wird euch im Hi­mel wol be­loh­net wer­den. Denn al­ſo ha­ben ſie ver­fol­get die Pro­phe­ten / die vor euch ge­we­ſen ſind.

a

In die­ſem Capi­tel re­det Chri­ſtus nicht von dem Ampt oder Re­gi­ment welt­li­cher Ober­keit / ſon­dern le­ret sei­ne Chri­ſten ein recht le­ben fur Gott im geiſt.

 

b

(Besitzen)

Die Welt ver­mei­net die Er­den zu­be­ſi­tzen / vnd das jre zu ſchu­tzen / wenn ſie ge­walt vbet. Aber Chri­ſtus le­ret / Das man die Er­den mit ſenfft­mü­tig­keit be­ſitze.

c

Die Fried­fer­ti­gen ſind mehr denn Fried­ſa­men / nem­lich / die den frie­de ma­chen / for­dern vnd er­hal­ten vn­ter an­dern. Wie Chri­ſtus vns bey Gott hat frie­de ge­macht.

 

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien

Gal 5,1-15

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. V.

 

 

Verse 1 - 12

Der Aufruf zur christlichen Freiheit

 

 

Paulus schreibt:

 

SO beſtehet nu in der Freiheit / da mit Vns Chri­ſtus befreiet hat / Vnd la­ſſet euch nicht wi­der­umb in das knech­ti­ſche Joch fangen. 2Sihe ich Paulus ſa­ge euch / Wo jr euch beſchneiten la­ſſet / So iſt euch Chri­ſtus kein nütz. 3Ich zeuge abermal einem jederman / der ſich beſchneiten leſſet / Das er noch das gantze Ge­ſe­tze ſchüldig iſt zu thun. 4Ir habt Chri­ſtum verloren / die jr durch das Ge­ſetz gerecht wer­den wolt / vnd ſeid von der Gnade gefallen. 5Wir aber warten im Geiſt / durch den glauben / der Gerechtigkeit der man hoffen mus. 6Denn in Chri­ſto Jhe­ſu gilt weder Be­ſchnei­tung noch Vorhaut et­was / Son­dern der Glaube der durch die Liebe thetig iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Schüldig)

Denn on glauben iſt kein hertz rein / On her­tzen rei­nig­keit iſt kein werck recht vnd rein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7IR lieffet fein / Wer hat euch auffgehalten / der War­heit nicht zu gehorchen? 8Solch vberreden / iſt nicht von dem / der euch beruffen hat. 9Ein wenig Sawr­teig verſawret den gan­tzen Teig. 10Ich verſehe mich zu euch in dem HErrn / jr wer­det nichts anders geſinnet ſein. Wer euch aber jrre machet / Der wird ſein Vrteil tragen / er ſey wer er wolle. 11Ich aber / lie­ben Brüder / ſo ich die beſchneitung noch predige / Warumb leide ich denn verfolgung? So het­te das ergernis des Creutzes auff­ge­hö­ret. 12Wolte Gott / das ſie auch ausgerottet würden / die euch verſtören.

 

 

 

 

 

 

Verse 13 - 15

Das Gebot der Nächstenliebe ist die Erfüllung des gesamten Gesetzes

 

 

 

 

 

 

 

 

13IR aber / lie­ben Brüder / ſeid zur Freiheit beruffen / Allein ſe­het zu / das jr durch die Freiheit dem Fleiſch nicht raum gebet / Son­dern durch die Liebe diene einer dem andern. 14Denn alle Ge­ſetz wer­den in einem wort erfüllet / in dem / Liebe deinen Ne­he­ſten als dich ſelbs. 15So jr euch aber vn­ter­nan­der beiſſet vnd freſſet / So ſe­het zu / das jr nicht vn­ter­nan­der verzeret wer­det.

 

 

(Raum gebet)

Das thun die je­nen / die da ſa­gen / dieweil der glau­be alles thut / ſo wollen wir nichts gutes thun / vnd auff den glauben vns ver­la­ſſen.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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   Hörbuch-Video

Die Seligpreisungen (Langform)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Mt 5,1-12

Das Video zeigt den Text aus der Luther­bi­bel von 1545, in dem Je­sus in der Berg­pre­digt die Se­lig­prei­sun­gen spricht, vor­ge­le­sen von Reiner Makohl.

 
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