16. Sonntag nach Trinitatis
2018/2019

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
Erntedankfest

Kirchenjahr 2018/2019

16. Sonntag
nach Trinitatis

 

Kalender

entfällt in diesem Kirchenjahr
Erntedankfest!

 
Achtung!

Am 6. Oktober 2019 wird das →Erntedankfest gefeiert.

Dessen →Proprium ersetzt das Sonntagsproprium. Der 16. Sonntag nach Trinitatis entfällt in diesem Jahr!

 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Info

Der →Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus (21. September) kann auf diesen Sonntag fallen. Dann ist er am Samstag davor an einem Tag der folgenden Woche zu begehen.

 

Fällt der →Tag des Erzengels Michael und aller Engel (29. September) auf diesen Sonntag, oder auf einen Tag der folgenden Woche, oder auf Samstag vor diesem Sonntag, dann wird der 16. Sonntag nach Trinitatis als Tag des Erzengels Michael und aller Engel gefeiert.

 

Fällt →Ostersonntag auf die Zeit zwischen dem 16. und dem 22. April, dann ist an diesem Sonntag in der Regel →Erntedanktag.

 

Wirkung in 2019

Achtung!

Ostern war in diesem Jahr am 21. April.
Am 6. Oktober 2019 wird das →Erntedankfest gefeiert.

 
Kalenderblätter
Kalender

Der 16. Sonntag nach Trinitatis in den Kirchenjahren 2018/2019 bis 2025/2026
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 16. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>6. September und dem 10. Oktober eines Jahres.
  • 16. Sonntag nach Trinitatis
  • 24. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 16. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    6. September und dem 10. Oktober eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 168 Tage nach Ostern
  • am 169. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

16. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

gültig in den Kirchenjahren ab 2018/2019

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 
 

Hallelujavers

 
 

Halleluja.

Wir haben einen Gott der da hilfft / Vnd den HERRN HErrn / der vom Tode errettet.

Halleluja.

→Ps 68,21     

 
 

Spruch und Psalm

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Jheſus Chriſt / Der dem Tod die macht hat genomen / vnd das Leben vnd ein vnuergenglich weſen ans Liecht bracht / durch das Euangelium.

→2Tim 1,10b

Pſalm
68
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Liedauswahl
A EG 115 Jesus lebt, mit ihm auch ich
B EG West 681 Gelobt sei deine Treu
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG: Evangelisches Gesangbuch, Ausgabe Westverbund

 
 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Textlesung und Predigt

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2019 - 2024 die folgenden biblischen Texte vorgesehen:

 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium Zum TextJoh 11,1(2)3.17-27(28-38a)38b-45
Epistel Zum Text2Tim 1,7-10
Altes Testament Zum TextKlgl 3,22-26.31-32
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

Im Kirchenjahr 2018/2019 gilt die Reihe I.

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Text für die Predigt Pool weiterer Texte
2018/2019 --- I entfällt Zum Text2Kon 4,18-37
2019/2020 27.9.2020 II Zum Text2Tim 1,7-10 Zum TextApg 12,1-11
2020/2021 19.9.2021 III Zum TextKlgl 3,22-26.31-32
2021/2022 --- IV entfällt
2022/2023 24.9.2023 V Zum TextHebr 10,35-36(37-38)39
2023/2024 15.9.2024 VI Zum TextPs 16,(1-4)5-11
   
 

Kirchenjahr und Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Kirchenjahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen.
Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag.

Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Die Zählung der Reihen begann im Kirchenjahr 2018/2019 mit Reihe I und wird kontinuierlich fortgeführt. Nach Reihe VI folgt wieder Reihe I.

Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 2018/2019, danach wieder für das Kirchenjahr 2024/2025.
Die Reihe II gilt für das Kirchenjahr 2019/2020, danach wieder für das Kirchenjahr 2025/2026,
usw.

Pool weiterer Texte:
Der Pool weiterer Texte stellt Bibeltexte zur Auswahl, die thematisch gut zum Tag passen. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

 
Titel Perikopen

16. Sonntag nach Trinitatis

Perikopen

Gültig für die Kirchenjahre ab 2018/2019

Texte für Lesungen und Predigt nach der Perikopenordnung 2018/2019

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Johannes

Joh 11,1(2)3.17-27(28-38a)38b-45

REIHE

I

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Krankheit und Tod des Lazarus

Vers 1

 

ES lag aber einer kranck / mit namen Lazarus / von Bethania / in dem flecken Maria vnd jrer ſchweſtern Martha.

 

 

 

 

 

Fakultativ: Vers 2

 

 

 

 

2Maria aber war / die den HErrn geſalbet hatte mit ſalben / vnd ſeine Füſſe getrücket mit jrem har / Derſelbigen bruder Lazarus war kranck.

 

 

 

 

Vers 3

 

 

 

3Da ſandten ſeine Schweſtern zu jm / vnd lieſſen jm ſagen / HErr / ſihe / den du lieb haſt / der ligt kranck.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Auferweckung des Lazarus

Verse 17-27

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA kam Jheſus / vnd fand jn / das er ſchon vier tage im Grabe gelegen war. 18Bethania aber war nahe bey Jeruſalem / bey funffzehen Feldweges. 19Vnd viel Jüden waren zu Martha vnd Maria komen / ſie zutröſten vber jren Bruder.

20ALs Martha nu höret / das Jheſus kompt / gehet ſie jm entgegen / Maria aber bleib da heime ſitzen. 21Da ſprach Martha zu Jheſu / HErr / wereſtu hie geweſen / mein Bruder were nicht geſtorben. 22Aber ich weis auch noch / das was du bitteſt von Gott / das wird dir Gott geben. 23Jheſus ſpricht zu jr / Dein Bruder ſol aufferſtehen. 24Martha ſpricht zu jm / Ich weis wol / das er aufferſtehen wird in der Aufferſtehung am Jüngſten tage. 25Jheſus ſpricht zu jr / Ich bin die Aufferſtehung vnd das Leben / wer an Mich gleubet / der wird leben / ob er gleich ſtürbe / 26Vnd wer da lebet vnd gleubet an mich / der wird nimer mehr ſterben. Gleubeſtu das? 27Sie ſpricht zu jm / HErr / ja / Ich gleube / das du biſt Chriſtus der Son Gottes / der in die Welt komen iſt.

 

 

 

 

Fakultativ: Verse 28-38a

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND da ſie das geſagt hatte / gieng ſie hin / vnd rieff jrer ſchweſter Maria heimlich / vnd ſprach / Der Meiſter iſt da / vnd ruffet dir. 29Die ſelbige / als ſie das höret / ſtund ſie eilend auff / vnd kam zu jm / 30Denn Jheſus war noch nicht in den Flecken komen / ſondern war noch an dem ort / da jm Martha war entgegen komen. 31Die Jüden / die bey jr im Hauſe waren vnd tröſteten ſie / da ſie ſahen Mariam / das ſie eilend auffſtund vnd hin aus gieng / folgeten ſie jr nach / vnd ſprachen / Sie gehet hin zum Grabe / das ſie daſelbs weine.

32ALs nu Maria kam da Jheſus war / vnd ſahe jn / fiel ſie zu ſeinen füſſen / vnd ſprach zu jm / HErr / wereſtu hie geweſen / mein Bruder were nicht geſtorben. 33Als Jheſus ſie ſahe weinen / vnd die Jüden auch weinen / die mit jr kamen / ergrimmet er im Geiſt / vnd betrübt ſich ſelbs / 34vnd ſprach / Wo habt jr jn hin gelegt? Sie ſprachen zu jm / HErr / kom vnd ſihe es. 35Vnd Jheſu giengen die augen vber. 36Da ſprachen die Jüden / Sihe / wie hat er jn ſo lieb gehabt. 37Etliche aber vnter jnen ſprachen / Kundte / der dem Blinden die augen auffgethan hat / nicht verſchaffen / das auch dieſer nicht ſtürbe? 38Jheſus aber ergrimmet abermal in jm ſelbs / vnd kam zum Grabe /

 

 

 

 

Verse 38b-45

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es war aber eine Klufft / vnd ein ſtein darauff gelegt.

39JHeſus ſprach / Hebt den ſtein abe. Spricht zu jm Martha / die ſchweſter des Verſtorben / HErr / er ſtinckt ſchon / denn er iſt vier tage gelegen. 40Jheſus ſpricht zu jr / Hab ich dir nicht geſagt / So du gleuben würdeſt / du ſolteſt die herrligkeit Gottes ſehen. 41Da huben ſie den ſtein ab / da der Verſtorbene lag. Jheſus aber hub ſeine Augen empor / vnd ſprach / Vater / ich dancke dir / das du mich erhöret haſt. 42Doch ich weis / das du mich allezeit höreſt / Sondern vmb des Volcks willen / das vmb her ſtehet / ſage ichs / das ſie gleuben / du habeſt mich geſand.

43DA er das geſagt hatte / rieff er mit lauter ſtimme / Lazare kom her aus. 44Vnd der Verſtorbene kam her aus / gebunden mit Grabtücher an füſſen vnd henden / vnd ſein angeſicht verhüllet mit einem Schweiſtuch. Jheſus ſpricht zu jnen / Löſet jn auff / vnd laſſet jn gehen. 45Viel nu der Jüden / die zu Maria komen waren / vnd ſahen was Jheſus thet / gleubten an jn.

 

 

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Zweiter Brief des Paulus an Timotheus

2Tim 1,7-10

REIHE

II

 

 

 

Die ánder Epiſtel
S. Páuli:
An Timótheum.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abschnitt

Ermunterung zur Treue im Evangelium

Verse 7-10

 

 

Jesus sprach zu seinen Jüngern:

→Rom. 8.

→Inf. 2.

 

 

 

 

 

 

 

→Tit. 3.

GOTT hat vns nicht gegeben den Geiſt der furcht / ſondern der krafft vnd der liebe vnd der zucht. 8Darumb ſo ſcheme dich nicht des zeugnis vnſers HErrn / noch meiner der ich ſein Gebundener bin / Sondern leide dich mit dem Euangelio / wie ich / nach der krafft Gottes / 9Der vns hat ſelig gemacht / vnd beruffen mit einem heiligen Ruff / Nicht nach vnſern wercken / ſondern nach ſeinem Furſatz vnd gnade / die vns gegeben iſt in Chriſto Jheſu / vor der zeit der welt / 10Itzt aber offenbart durch die erſcheinung vnſers Heilandes Jheſu Chriſti / Der dem Tod die macht hat genomen / vnd das Leben vnd ein vnuergenglich weſen ans Liecht bracht / durch das Euangelium /

 

 

(Zucht)

Das wörtlin zucht das Paulus offt braucht / heiſt das wir zu deudſch ſagen / meſſig / fein ſeuberlich / vernünfftig faren von geberden.

 

 

 

LESUNG AUS DEM ALTEN TESTAMENT UND PREDIGTTEXT

Buch der Klagelieder Jeremias

Klgl 3,22-26.31-32

REIHE

III

 

 

 

Die Klagelieder Jeremiá.

 

C. III.

 

 

Aus dem Abschnitt

Klage und Troſt eines Leidenden

Verse 22-26

 

DIe güte des HERRN iſt / das wir nicht gar aus ſind / Seine barm­her­tzig­keit hat noch kein ende / 23Sondern ſie iſt alle morgen new / vnd deine Trew iſt gros. 24Der HERR iſt mein Teil / ſpricht meine Seele / darumb wil ich auff jn hoffen.

25DEnn der HERR iſt freundlich dem / der auff jn harret / vnd der Seelen / die nach jm fraget. 26Es iſt ein köſtlich ding / gedültig ſein / vnd auff die hülffe des HERRN hoffen.

 

 

 

 

Verse 31-32

 

 

 

 

 

31Denn der HErr verſtöſſet nicht ewiglich / 32Sondern er betrübt wol / vnd erbarmet ſich wider / nach ſeiner groſſen Güte /

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Evangelium nach Lukas

Lk 7,11-17

REIHE

IV

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. VII.

 

 

Verse 11-17

Der Jüngling zu Nain

 

ES begab ſich darnach / das Jheſus in eine Stad / mit namen Nain / gieng / vnd ſeiner Jünger giengen viel mit jm / vnd viel Volcks. 12Als er aber nahe an das Stadthor kam / Sihe / da trug man einen Todten heraus der ein einiger Son war ſeiner Mutter / vnd ſie war eine Widwe / Vnd viel Volcks aus der Stad / gieng mit jr. 13Vnd da ſie der HErr ſahe / jamerte jn der ſelbigen / vnd ſprach zu jr / Weine nicht. 14Vnd trat hin zu / vnd rüret den Sarck an / Vnd die Treger ſtunden. Vnd er ſprach / Jüngling / Ich ſage dir / ſtehe auff. 15Vnd der Todte richtet ſich auff / vnd fieng an zu reden / Vnd er gab jn ſeiner Mutter. 16Vnd es kam ſie alle ein furcht an / vnd preiſeten Gott / vnd ſprachen / Es iſt ein groſſer Prophet vnter vns auffgeſtanden / vnd Gott hat ſein Volck heim geſucht. 17Vnd dieſe Rede von jm erſchall in das gantze Jüdiſcheland / vnd in alle vmbligende Lender.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM NEUEN TESTAMENT

Brief an die Hebräer

Hebr 10,35-36(37-38)39

REIHE

V

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Vertrauen, Geduld und Glauben führen zur Rettung

Verse 35-36

 

 

Der Apostel schreibt:

 

WErffet a ewer vertrawen nicht weg / welchs eine groſſe Belohnung hat. 36Gedult aber iſt euch not / auff das jr den willen Gottes thut / vnd die Verheiſſung empfahet.

a

Schla­hets nicht in den wind.

 

 

 

Fakultativ: Verse 37-38

 

 

 

Abac. 2.

 

 

 

37Denn noch vber eine kleine weile / So wird komen / der da komen ſol / vnd nicht verziehen. 38Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber b weichen wird / an dem wird meine Seele kein gefallen haben.

 

b

Der nicht hal­ten wil / noch der ſtrei­che war­ten / ſon­dern zeucht zu rücke / vnd ſchleicht da­uon.

 

 

 

 

Vers 39

 

 

 

 

 

39Wir aber ſind nicht von denen / die da b weichen vnd verdampt werden / Sondern von denen / die da gleuben vnd die Seele erretten.

 

 

 

PREDIGTTEXT AUS DEM ALTEN TESTAMENT

Psalter

Psalm 16,(1-4)5-11

REIHE

VI

 

 

 

Der Pſalter.

 

XVI.

 

 

 

Lutherbibel
→Ps 16

Mit Erklärung etlicher Begriffe und Wörter

 

1Ein gülden Kleinot Dauids.

 

 

 

Fakultativ: Verse 1-4

 

BEware mich Gott /

Denn ich traw auff dich.

2Ich habe geſagt zu dem HERRN / Du biſt ja der HErr / Ich mus vmb deinen willen leiden.

3Fur die Heiligen / ſo auff Erden ſind / vnd fur die Herrlichen / An denen hab ich all mein gefallen.

 

 

 

 

 

 

(Mit dem Blut) Das iſt / Die mit Bockſblut Gott verſünen Ich aber mit meinem eigen blut.

a

(Namen)

Das iſt / Ich wil jr ding nicht le­ren / noch pre­di­gen / die mit werck­en vmb­ge­hen / Son­dern vom glau­ben / den Gott gibt.

 

 

 

b

Act. 2.

Act. 13.

 

 

 

 

 

(Ehre)

Das iſt / mei­ne Zunge / da ich Gott mir ehre vnd preiſe.

 

 

 

 

 

 

 

 

4ABer jene / die einem Andern nach eilen / werden gros Hertzleid haben / Ich wil jres Tranckopffers mit dem blut nicht opffern / Noch jren a namen in meinem Munde füren.

 

Verse 5-11

DER HERR aber iſt

mein Gut / vnd mein Teil / Du erhelteſt mein Erbteil.

6Das Los iſt mir gefallen auff Liebliche / Mir iſt ein ſchön Erbteil worden.

7ICh lobe den HERRN der mir geraten hat / Auch züchtigen mich meine Nieren des nachts.

8Ich b hab den HERRN allezeit fur augen / Denn er iſt mir zur Rechten / Darumb werde ich wol bleiben.

9Darumb frewet ſich mein Hertz / vnd meine Ehre iſt frölich / Auch mein Fleiſch wird ſicher ligen.

10DEnn du wirſt meine Seele nicht in der Helle laſſen / Vnd nicht zu geben / das dein Heilige verweſe.

11Du thuſt mir kund den weg zum Leben / Fur dir iſt Freude die fülle / vnd lieblich weſen zu deiner Rechten ewiglich.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Zweites Buch der Könige

2Kon 4,18-37

in Auswahl

POOL

W
1

Achtung!

Es bleibt im Gottesdienst dem Prediger überlassen, geeignete Abschnitte und Verse als Grundlage seiner Predigt für die Gemeinde aus dem empfohlenen Textumfang auszuwählen.

Für das persönliche Studium und die Meditation außerhalb der gottesdienstlichen Praxis empfiehlt es sich, den gesamten Text heranzuziehen.

 

 

 

Das Ander Bucĥ:
von den Konigen.

 

C. VI.

 

 

Verse 18-37

Der Sohn der Schunemiterin stirbt, und Elisa erweckt das tote Kind

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA aber das Kind gros ward / be­gab ſichs / das es hin aus zu ſei­nem Vater zu den Schnittern gieng / 19vnd ſprach zu ſeinem Vater / O mein heubt / mein heubt. Er ſprach zu ſeinem Knaben / Bringe jn zu ſeiner Mutter. 20Vnd er nam jn vnd bracht jn hin ein zu ſeiner Mutter / Vnd ſie ſatzt jn auff jren ſchos / bis an den mittag / da ſtarb er. 21Vnd ſie gieng hin auff vnd leget jn auffs Bette des mans Gottes / ſchlos zu / vnd gieng hin aus 22vnd rieff jren Man / vnd ſprach / Sende mir der Knaben einen vnd ein Eſelin / Ich wil zu dem man Gottes / vnd widerkomen. 23Er ſprach / Warumb wiltu zu jm? Iſt doch heute nicht Newmond noch Sabbath. Sie ſprach / Es iſt gut. 24Vnd ſie ſattelt die Eſelin / vnd ſprach zum Knaben / Treibe fort vnd ſeume mich nicht mit dem reiten / wie ich dir ſage.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ALſo zoch ſie hin / vnd kam zu dem man Gottes auff den berg Carmel. Als aber der man Gottes ſie gegen jm ſahe / ſprach er zu ſeinem knaben Gehaſi Sihe / die Sunamitin iſt da. 26So lauff jr nu entgegen vnd frage ſie / Obs jr vnd jrem Man vnd Son wol gehe? Sie ſprach / Wol. 27Da ſie aber zu dem man Gottes auff den Berg kam / hielt ſie jn bey ſeinen füſſen / Gehaſi aber trat erzu / das er ſie abſtieſſe. Aber der man Gottes ſprach / Las ſie / Denn jre ſeele iſt betrübt / vnd der HERR hat mirs verborgen vnd nicht angezeiget. 28Sie ſprach / Wenn hab ich einen Son gebeten von meinem Herrn? Sagt ich nicht / du ſolteſt mich nicht teuſſchen?

 

→Luc. 10.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29ER ſprach zu Gehaſi / Gürte deine Lenden / vnd nim meinen Stab in deine hand / vnd gehe hin (So dir jemand begegenet / ſo grüſſe jn nicht / vnd grüſſet dich jemand / ſo dancke jm nicht) Vnd lege meinen Stab auff des Knaben andlitz. 30Die Mutter aber des knaben ſprach / So war der HERR lebt vnd deine ſeele / ich laſſe nicht von dir. Da macht er ſich auff vnd gieng jr nach. 31Gehaſi aber gieng fur jnen hin / vnd legt den Stab dem Knaben auffs andlitz / Da war aber keine ſtim noch fülen. Vnd er gieng widerumb jm entgegen / vnd zeiget jm an / vnd ſprach / Der Knabe iſt nicht auffgewacht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND da Eliſa ins haus kam / Sihe / da lag der Knabe tod auff ſeinem Bette / 33Vnd er gieng hin ein vnd ſchlos die thür zu fur ſie beide / vnd betet zu dem HERRN. 34Vnd ſteig hin auff / vnd legt ſich auff das Kind / vnd legt ſeinen Mund auff des Kindes mund / vnd ſeine Augen auff ſeine augen / vnd ſeine Hende auff ſeine hende / vnd breitet ſich alſo vber jn / das des kinds Leib warm ward. 35Er aber ſtund wider auff / vnd gieng im Haus ein mal hie her vnd da her / vnd ſteig hin auff vnd breitet ſich vber jn / Da ſchnaubet der Knabe ſieben mal / Darnach thet der Knabe ſeine augen auff. 36Vnd er rieff Gehaſi / vnd ſprach / Ruff der Sunamitin. Vnd da er jr rieff / kam ſie hin ein zu jm. Er ſprach / Da nim hin deinen Son / 37Da kam ſie vnd fiel zu ſeinen füſſen / vnd betet an zur erden / Vnd nam jren Son / vnd gieng hin aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eliſa

macht einen tod­ten lebendig.

 

 

 

WEITERER TEXT ZUR AUSWAHL FÜR DIE PREDIGT

Apostelgeschichte nach Lukas

Apg 12,1-11

POOL

W
2

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. XII.

 

 

Verse 1-6

Herodes läſſt Jakobus töten und nimmt Petrus gefangen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gemei -

ne betet fur Petrum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VMB dieſelbige zeit leget der König Herodes die hende an etliche von der Gemeine zu peinigen. 2Er tödtet aber Jacobum Johannes bruder / mit dem ſchwert. 3Vnd da er ſahe / das den Jüden gefiel / fur er fort / vnd fieng Petrum auch. Es waren aber eben die tage der Süſſenbrot. 4Da er jn nu greiff / leget er jn ins Gefengnis / vnd vberantwortet jn vier vierteiln Kriegsknechten / jn zu bewaren / vnd gedacht jn nach den Oſtern dem Volck fur zu ſtellen. 5Vnd Petrus ward zwar im Gefengnis gehalten / Aber die Gemeine betet a on auffhören fur jn zu Gott. 6Vnd da jn Herodes wolt furſtellen / in der ſelbigen nacht / ſchlieff Petrus zwiſchen zween Kriegsknechten / gebunden mit zwo Ketten / vnd die Hüter fur der thür hüteten des Gefengnis.

Herodes töd-

tet Jacobum / vnd fehet Petrum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Vierteil)

Ein hauffe Kne­chte ward in vier teil geteilet / da ja ein teil muſte das vierde teil der nacht wachen / eins vmbs ander.

a

On auffhören)

Hielt an am Ge­ber / lies nicht ab / wie ein recht Ge­bet ſein ſol.

 

 

 

 

 

 

Verse 7-11

Die Befreiung des Petrus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

VND ſihe / der Engel des HErrn kam daher / vnd ein Liecht ſchein in dem Gemach / vnd ſchlug Petrum an die ſeiten / vnd wecket jn auff / vnd ſprach / Stehe behends auff. Vnd die Ketten fielen jm von ſeinen Henden. 8Vnd der Engel ſprach zu jm / Gürte dich vnd thu deine Schuch an. Vnd er that alſo. Vnd er ſprach zu jm / Wirff deinen Mantel vmb dich / vnd folge mir nach. 9Vnd er gieng hinaus / vnd folgt jm / Vnd wuſte nicht / das jm warhafftig ſolches geſchehe durch den Engel / ſondern es dauchte jn / er ſehe ein Geſichte. 10Sie giengen aber durch die erſte vnd ander Hut / vnd kamen zu der eiſern thür / welche zur Stad füret / die that ſich jnen von jr ſelber auff. Vnd tratten hin aus / vnd giengen hin / eine Gaſſe lang / vnd alſo bald ſchied der Engel von jm. 11Vnd da Petrus zu jm ſelber kam / ſprach er / Nu weis ich warhafftig / das der HErr ſeinen Engel geſand hat / vnd mich errettet aus der Hand Herodis / von allem warten des Jüdiſchen Volcks.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Ge­stal­tung der Gottes­dien­ste schla­gen die Ord­nun­gen der evan­ge­li­schen Kir­chen bib­li­sche Texte vor.

Sie sind je­doch nicht nur für den Vor­trag im Gottes­dienst ge­dacht. Es sind gleich­zei­tig Lese­emp­feh­lun­gen für alle Ge­mein­de­mit­glie­der, für Chris­ten, die sich nicht in der Ge­mein­de­ar­beit en­ga­gie­ren können oder wollen, und für je­den, der sich für die christ­li­che Re­li­gi­on oder für die Bi­bel in der prak­ti­schen An­wen­dung in­ter­es­siert.

Wir möch­ten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die Text­stel­len ein­mal in Ihrer Bi­bel zu le­sen!

Über das Jahr be­trach­tet und im Ver­lauf der Jahre wer­den Sie auf die­se Wei­se in klei­nen Ein­hei­ten, die nicht viel Zeit in An­spruch neh­men, die we­sent­li­chen Text­zeug­nis­se ken­nen­ler­nen, auf die sich die christ­li­che Re­li­gi­on stützt.

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt wird, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen.

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, mit der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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