»Gottesurteil auf dem Berg Karmel«
Das Bild im 1. Buch der Könige, Kapitel XVIII.

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Die Holzschnitte der Bibel

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

 

Holzschnitt, Bild zu: Das 1. Buch der Könige, Kapitel 3, Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

 

»Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel«

1. Buch der Könige, Kapitel 18

 

Eine Bildbesprechung

 
Auswahl der Beiträge und Kapitel

Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel | 1Kon 18

 

Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

Das Bild zum
1. Buch der Könige, Kapitel 18

→1Kon 18

Eine Betrachtung

 
 

Der Holzschnitt

Dem 1. Buch der Könige ist im 18. Kapitel ein Bild beigefügt, das die Geschehnisse auf dem Berg Kamel zeigt. Der Druckstock ist als Holzschnitt erstellt worden, der die Maße ca. 15 x 11 cm besitzt.

 

Unsere Abbildung

Wir zeigen hier eine aufbereitete Reproduktion des Bildes, das in der Lutherbibel von 1545 unkoloriert abgedruckt wurde.

Klicken Sie auf das Bild, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten

 

Der Holzschnitt in der Ausgabe von 1545

Holzschnitt, Bild zum 1. Buch der Könige, Kapitel 18, Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel.

Abbildung: »Das Gottesurteils auf dem Berg Karmel«
Bild zum 1. Buch der Könige, Kapitel 18, in der Lutherbibel von 1545.

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Das Gottesurteil auf dem Berg Karmel

 

Die Vorgeschichte

Unter König Ahab (ca. 871 bis 852 v. Chr.) war der Baalskult in Israel verbreitet (1Kon 16,29-33). Ahab diente Baal und betete ihn an, und er führte zudem wieder Aschera als Göttin ein. Der Glaube an den Gott Baal war durch dieses Vorbild und durch den Willen des Königs somit Volksreligion.

Im Buch der Könige wird berichtet, dass zu dieser Zeit mindestens 450 Propheten dem Baal dienten und weitere 400 Propheten der Göttin Aschera (»Propheten des Hayns«, 1Kon 18,19).

König Ahab sah in Elia einen Aufrührer, der mit seinen Lehren das Volk verwirre (1Kon 18,17), der aber vor allem gegen ihn persönlich, gegen seine Frau und gegen seine religiösen Bräuche wetterte und damit das Volk gegen ihn aufbrachte.

Der Prophet Elia forderte König Ahab zu einem Gottesurteil auf: Die Propheten des Baals und der Aschera sowie das interessierte Volk sollten sich auf dem Berg Karmel versammeln, wo es einst einen Altar für den Gott Israels, Jahwe, gab, der von den Baalspriestern zerstört worden war.

Das Gottesurteil bestannt darin, dass sowohl die Propheten des Baals wie auch Elia je einen Stier für das Brandopfer schlachten und herrichten sollten, ohne jedoch das Feuer auf dem Altar zu entzünden. Danach sollten beide Parteien ihren Gott anrufen und um die Annahme des Opfers bitten. Welcher Gott nun mit Feuer antworten würde, welcher Gott das Brandopfer in Flammen aufgehen liese ohne menschliches Zutun, der sei der wahre Gott (1Kon 18,21-29).

 

 

Die Geschichte zum Bild (→1Kon 18,30-40)

Das zehnte Kapitel des 1. Buchs der Könige berichtet nun ausführlich vom Gottesurteil auf dem Berg Karmel. Im Text der Bibel sind die Ereignisse so beschrieben:

 

 

 

 

Elia bereitet ſein Brandopfer zu

Verse 30-39

DA ſprach Elia zu allem volck / Kompt her alles volck zu mir / Vnd da alles Volck zu jm trat / heilet er den Altar des HERRN der zubrochen war. 31Vnd nam zwelff Steine / nach der zal der Stemme der kinder Jacob (zu welchem das wort des HERRN redet / vnd ſprach / Du ſolt Iſrael heiſſen) 32vnd bawet von den ſteinen einen Altar im Namen des HERRN / Vnd macht vmb den Altar her eine gruben / zwey Kornmas weit. 33Vnd richtet das holtz zu / vnd zuſtücket den Farren / vnd legt jn auffs holtz. 34Vnd ſprach / Holet vier Cad waſſer vol / vnd gieſſet es auff das Brandopffer vnd auffs holtz. Vnd ſprach / Thuts noch ein mal / Vnd ſie thetens noch ein mal. Vnd er ſprach / Thuts zum dritten mal / Vnd ſie thetens zum dritten mal / 35Vnd das Waſſer lieff vmb den Altar her / vnd die grube ward auch vol waſſers.

36VND da die zeit war Speisopffer zu opffern / trat Elia der Prophet erzu / vnd ſprach / HERR Gott Abraham / Iſaac vnd Iſrael / Las heute kund werden / das du Gott in Iſrael biſt / vnd ich dein Knecht / vnd das ich ſolchs alles nach deinem wort gethan habe. 37Erhöre mich HERR / erhöre mich / Das dis Volck wiſſe / das du HERR Gott biſt / das du jr hertz darnach bekereſt. 38Da fiel das fewr des HERRN erab / vnd fraſs / Brandopffer / holtz / ſtein vnd erden / vnd lecket das waſſer auff jn der gruben. 39Da das alles Volck ſahe / fiel es auff ſein angeſicht / vnd ſprachen / Der HERR iſt Gott / Der HERR iſt Gott.

 

Elia tötet die Propheten des Baalskultes

Vers 40

ELia aber ſprach zu jnen / Greifft die Propheten Baal / das jr keiner entrinne / Vnd ſie griffen ſie. Vnd Elia füret ſie hin ab an den bach Kiſon / vnd ſchlachtet ſie daſelbs.

 

 

 

Das Bild: Die Geschehnisse auf dem Berg Karmel

Das Bild zeigt in der zentralen Hauptszene den Propheten Elia, der auf dem Berg Kamel einen Altar errichtet hatte und nun das Brandopfer vollzieht. Zusätzlich ist zu sehen, wie Elia nach dem Gottesurteil die Propheten des Baal tötet:

  • Im Vordergrund steht Elia vor dem Altar, den er aus zwölf Steinen erbaut hat (Verse 31-32).
  • Um den Altar herum ist eine Grube ausgehoben (Vers 32), in der sich Wasser befindet (Vers 35).
  • Auf dem Altar liegt der für der Brandopfer geschlachtete und zerteilte Jungbulle auf einem Scheiterhaufen aus Holz (Vers 33).
  • Feuer tritt aus den Wolken und entzündet den gesamten Altar, das Opferfleisch, das Holz und die Steine (Vers 38).
  • Links im Bild stehen Krüge. Ein Mann hält noch einen Krug in der Hand. Mit diesen Krügen wurde das Wasser herbeigeholt, das über den Altar gegossen wurde bis das überschüssige Wasser die Grube vollständig gefüllt hatte (Verse 34-35).
  • Rechts im Bild, am äußeren Rand, ist noch ein Stück des Altars der Baalspriester zu sehen, darauf Teile eines zerlegten Rindes. Einige wenige Priester (Propheten) laufen mit erhobenen Händen um diesen Altar herum, ein schräg im Schritt gezeichneter Fuß deutet die Bewegung des Hinkens an (Vers 26).
  • Links im Hintergrund schlängelt sich ein Bach. An seinem Ufer steht Elia, der eigenhändig die Propheten des Baal tötet (Vers 40).
 

Abschlussbemerkung

Die Bilder zeigen die biblischen Szenen in einem der Zeit Luthers entsprechenden Umfeld. Ihre Aufgabe war es u. a. den Leser visuell in Stoff einzuführen und die Geschichten der Bibel vor seinem Lebenshintergrund verständlich zu machen.

Die Künstler, die diese Bilder entworfen hatten, waren Meister der Mediengestaltung. Sie nutzten kleinste Flächen, um ganze Geschichten zu erzählen. Sie schnitten mit einem Stecheisen aus einem kleinen Holzblock derart genau, dass die vielen Details auf dem Zielmedium im Druck trotz dicker Druckerschwärze und faseriger Papiere erkennbar blieben!

Verstand man es, diese Bilder »zu lesen«, konnten daraus wieder die Geschichten entwickelt und nacherzählt werden. Dies war vor allem für jene Betrachter wichtig, die des Lesens unkundig waren oder Hilfen benötigten, um die durchaus schwierigen Texte der Bibel zu verstehen. Die Bilder waren ein wichtiger Anreiz dafür, die Texte zu lesen oder Lesen zu lernen, und trugen so erheblich zur Bildung ganzer Bevölkerungsgruppen bei.

 
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SK Version 19.09.2019