Der Prophet Jona

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Die Prophetenbücher

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Bücher der Propheten

Der Prophet Jona

Kapitel 0

 

Jona 0

 

Der Text in vier Kapiteln

 
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Gliederung: Die Abschnitte im Buch des Propheten Jona

 

Kapitel

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

I

1,1 - 2,1

→Jonas Berufung und Flucht vor Gott

II

2,2-11

→Jonas Gebet

III

3,1-10

→Jonas Predigt und Ninives Buße

IIII

4,1-11

→Jonas Unmut und Gottes Antwort

 

 

 

 

Der Próphet
Jóná.

 

I.

Holzschnitt, Titelbild zum Buch des Propheten Jona

 

 

Jonas Berufung vnd Flucht vor Gott

ES geſcĥacĥ das wort des HERRN zu Jona dem ſon Amithai / vnd ſprach / Mache dich auff / vnd gehe in die groſſe ſtad Ninene / vnd predige drinnen / Denn jre bosheit iſt er auff komen fur mich. Aber Jona machte ſich auff vnd flohe fur dem HERRN / vnd wolt auffs Meer / vnd kam hin ab gen Japho / Vnd da er ein Schiff fand / das auffs Meer wolt faren / gab er fehrgeld vnd trat drein / das er mit jnen auffs Meer füre / fur dem HERRN.

 

DA lies der HERR einen groſſen wind auffs Meer komen / vnd hub ſich ein gros vngewitter auff dem Meer / Das man meinet / das Schiff würde zu brechen. 5Vnd die Schiffleute furchten ſich / vnd ſchrien / ein jglicher zu ſeinem Gott / vnd worffen das Gerete / das im Schiff war / ins Meer / das es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff geſtiegen / lag vnd ſchlieff. 6Da trat zu jm der Schiffherr / vnd ſprach zu jm / Was ſchleffeſtu? Stehe auff / ruffe deinen Gott an / Ob vieleicht Gott an vns gedencken wolte / das wir nicht verdürben.

 

7VND einer ſprach zum andern / Kompt / wir wollen loſſen / das wir erfaren / vmb welchs willen es vns ſo vbel gehe / Vnd da ſie loſſeten / traffs Jonam. 8Da ſprachen ſie zu jm / Sage vns / warumb gehet es vns ſo vbel? Was iſt dein gewerbe? vnd wo kompſtu her? Aus welchem Lande biſtu? vnd von welchem Volck biſtu? 9Er ſprach zu jnen / Ich bin ein Ebreer / vnd fürchte den HERRN Gott von Himel / welcher gemacht hat das Meer vnd das Trocken. 10Da furchten ſich die Leute ſeer / vnd ſprachen zu jm / Warumb haſtu denn ſolches gethan? Denn ſie wuſten / das er fur dem HERRN flohe / Denn er hatte es jnen geſagt.

 

11DA ſprachen ſie zu jm / Was ſollen wir denn mit dir thun / das vns das Meer ſtille werde? Denn das meer fuhr vngeſtüm. 12Er ſprach zu jnen / Nemet mich vnd werfft mich ins Meer / ſo wird euch das Meer ſtill werden / Denn ich weis / das ſolch gros Vngewitter vber euch kompt vmb meinen willen. 13Vnd die Leute trieben / das ſie wider zu lande kemen / Aber ſie kundten nicht / Denn das Meer fuhr vngeſtüm wider ſie. 14Da rieffen ſie zu dem HERRN / vnd ſprachen / Ah HERR / las vns nicht verderben vmb dieſes Mannes ſeele willen / vnd rechne vns nicht zu vnſchüldig blut / Denn du HERR thuſt / wie dirs gefellet.

 

15VND ſie namen Jona / vnd wurffen jn ins Meer / Da ſtund das Meer ſtill von ſeinem wüten. 16Vnd die Leute furchten den HERRN ſeer / vnd theten dem HERRN opffer vnd gelübde.

 

2 1Aber der HERR verſchafft einen groſſen Fiſch / Jona zuuerſchlingen / Vnd Jona war im leibe des Fiſches / drey tag vnd drey nacht.

 

Anmerkung:

Vers 2,1 ge­hört in der Aus­ga­be von 1545 noch zu Ka­pi­tel 1.

 

II.

 

 

Jonas Gebet

VND Jona betet zu dem HERRN ſeinem Gott / im Leibe des Fiſches / 3vnd ſprach.

JCH rieff zu dem HERRN in meiner Angſt / vnd er antwortet mir / Ich ſchrey aus dem Bauche der Hellen / vnd du höreteſt meine ſtim.

4DV warffeſt mich in die Tieffe mitten im Meer / das die Flut mich vmbgaben / Alle deine wogen vnd wellen giengen vber mich.

5DAs ich gedacht / Ich were von deinen Augen verſtoſſen / Ich würde deinen heiligen Tempel a nicht mehr ſehen.

6WAſſer vmbgaben mich / bis an mein Leben / Die Tieffe vmbringete mich Schilff bedeckte mein Heubt.

7JCH ſanck hinuntern zu der Berge gründe / Die Erde hatte mich verriegelt ewiglich / Aber du haſt mein Leben aus dem Verderben gefürt / HERR mein Gott.

8DA meine Seele bey mir verzagt / Gedacht ich an den HERRN / Vnd mein Gebet kam zu dir / in deinen heiligen Tempel.

9b DIe da halten vber dem Nichtigen / Verlaſſen jre gnade.

10ICh aber wil mit Danckopffern / Meine Gelübde wil ich bezalen dem HERRN / das er mir geholffen hat.

11VND der HERR ſprach zum Fiſche / Vnd der ſelb ſpeiet Jona aus ans Land.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Nicht mehr)

Ebraice eſt que­ſi­ti­uum, Num uel an ui­debo Templum? Hoc debet uerti ne­ga­ti­ue. Nec cu­res hic Ebraiſtas grammati­ſtas, qui in ſenſu Scripturae ſunt Ra­biniſtae, id eſt, ani­mal ſine intellectu. Ipſi in affectibus pro­phe­ticis de re­bus tam arduis nihil ex­perti ſunt, Ideo nec uerba intelligere poſſunt.

b

Auff Deudſch / Werckheiligen vnd Heuchler ver­laſſen jren Gott vnd Chri­ſtum / vmb jres nich­ti­gen Gottes­dienſts wil­len.

 

III.

 

 

 

 

 

 

 

 

Mat.12.

Luc.11.

 

Jonas Predigt vnd Ninives Buſſe

VNd es geſchach das wort des HERRN zum andern mal zu Jona / vnd ſprach / 2Mach dich auff / gehe in die groſſe ſtad Nineue / vnd predige jr die Predigt / die ich dir ſage. 3Da macht ſich Jona auff / vnd gieng hin gen Nineue / wie der HERR geſagt hatte / Nineue aber war ein ſtad Gottes / drey Tagereiſe gros. 4Vnd da Jona anfieng hin ein zugehen eine Tagereiſe in die Stad / predigt er / vnd ſprach / Es ſind noch vierzig tage / So wird Nineue vntergehen. 5Da gleubten die Leute zu Nineue an Gott / vnd lieſſen predigen / Man ſolte faſten / Vnd zogen Secke an / beide gros vnd klein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Joel.2.

6VND da das fur den König zu Nineue kam / ſtund er auff von ſeinem Thron vnd legt ſeine Purpur abe / vnd hüllet einen Sack vmb ſich / vnd ſetzt ſich in die Aſſchen. 7Vnd lies aus ſchreien vnd ſagen zu Nineue / aus befelh des Königes vnd ſeiner Gewaltigen alſo / Es ſol weder menſch noch Thier / weder Ochſen noch Schafe etwas koſten / vnd man ſol ſie nicht weiden / noch waſſer trincken laſſen. 8Vnd ſollen Seck vmb ſich hüllen / beide Menſchen vnd Thier / vnd zu Gott ruffen hefftig / Vnd ein jglicher bekere ſich von ſeinem böſen wege vnd vom freuel ſeiner hende. 9Wer weis? Gott möcht ſich bekeren vnd rewen / vnd ſich wenden von ſeinem grimmigen zorn / das wir nicht verderben.

10DA aber Gott ſahe jre Werck das ſie ſich bekereten von jrem böſen wege / Rewete jn des Vbels / das er geredt hatte jnen zu thun / vnd thets nicht.

 

 

IIII.

 

 

 

 

 

Pſal.103.

145.

Joel.2.

 

Jonas Vnmut vnd Gottes Antwort

DAS verdros Jona faſt ſeer / vnd ward zornig / 2Vnd betet zum HERRN vnd ſprach / Ah HERR / Das iſts / das ich ſaget / da ich noch in meinem Lande war / darumb ich auch wolte zuuor komen zufliehen auffs Meer / Denn ich weis / das du Gnedig / Barmhertzig / Langmütig vnd von groſſer Güte biſt / vnd leſſt dich des Vbels rewen. 3So nim doch nu HERR meine Seele von mir / Denn ich wolt lieber tod ſein denn leben. 4Aber der HERR ſprach / Meinſtu / das du billich zürneſt.

VND Jona gieng zur Stad hin aus / vnd ſatzt ſich gegen Morgen werds der Stad / vnd macht jm daſelbs eine Hütten / da ſatzt er ſich vnter / in den ſchatten / Bis er ſehe / was der Stad widerfaren würde.

6GOtt der HERR aber verſchafft einen Kürbis / der wuchs vber Jona / das er ſchatten gab vber ſein Heubt / vnd errettet jn von ſeinem vbel / vnd Jona frewet ſich ſeer vber dem Kürbis. 7Aber der HERr verſchaffte einen Wurm / des morgens / da die Morgenröte anbrach / der ſtach den Kürbis / das er verdorrete. 8Als aber die Sonne auffgegangen war / verſchaffte Gott einen dürren Oſtwind / vnd die Sonne ſtach Jona auff den Kopff / das er matt ward. Da wündſchet er ſeiner Seelen den tod / vnd ſprach / Ich wolt lieber tod ſein denn leben.

9DA ſprach Gott zu Jona / Meinſtu / das du billich zürneſt vmb den Kürbis? Vnd er ſprach / Billich zürne ich / bis an den tod. 10Vnd der HERR ſprach / Dich jamert des Kürbis / daran du nicht geerbeitet haſt / haſt jn auch nicht auff gezogen / welcher in einer nacht ward / vnd in einer nacht verdarb. 11Vnd Mich ſolt nicht jamern Nineue

ſolcher groſſen Stad / In welcher ſind mehr denn hundert vnd zwenzig tauſent Menſchen / die nicht
wiſſen vnterſcheid / was recht oder linck iſt /
Dazu auch viel Thiere.

 

 

Ende des Propheten Jona.

 

***

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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