Wörterbuch zur Lutherbibel | Band 2: E - G

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Wörterbuch

zur Lutherbibel von 1545

 

Luther-Deutsch – Deutsch

Band 2

E - G

Auswahl
 
 

Verzeichnis der Einträge in Band 2: E - G

 

Aktuell: → Luther-Deutsch – Deutsch

Auswahl: →Deutsch – Luther-Deutsch

         

Luther-Deutsch

Deutsch

 

Luther-Deutsch

Deutsch

E

E (Buchstabe)

 
frembd

fremd (Adjektiv)

Eden

Eden (Ortsname)

 
Frembdling

Fremdling, der

Edom

Edom (Name)

 
Frembdlinger

Fremde, der

Edomiter

Edomiter, der

 
Freudenöle

Freudenöl, das

Ege

Ege, die (veraltet)

 
freuel

Frevel, der

Ege

Egge, die

 
freueln

freveln (Verb)

egen

egen (Verb; veraltet)

 
frewen

frewen (Verb)

egen

eggen (Verb)

 
Frewlin

Fräulein, das

ehren

ehern (Adjektiv, veraltet)

 
Friedfertige

Friedfertige, der

Eigel

Eigel, die (veraltet)

 
frömkeit

Frömmigkeit, die

Eimmeiſe

Ameise, die

 
from

fromm, (Adjektiv)

Einhorn

Einhorn, das

 
Frome

Fromme, der

Einhorn

Wildstier, der

 
früe

früh (Adjektiv)

eins vmbs ander

eins um das andere (Wendung)

 
frum

fromm, (Adjektiv)

einweihen

einweihen (Verb)

 
fürnemen

vornehmen (Verb)

einwurtzeln

einwurzeln (Verb, veraltet)

 
Fürnemeſten

Vornemsten, die

Eitel

Eitel, das

 
fur

fuhr (Verb)

eitel

eitel (Adjektiv)

 
fur

vor (Präposition)

Eiuer

Eifer, der

 
fur

für (Präposition)

eiuerig

eifrig (Adjektiv)

 
Fur das Erbe

Für das Erbe (Ausdruck)

eiuerig

eiferig (Adjektiv, veraltet)

 
fur geſetzt

vorgesetzt (Verb)

eiuern

eifern (Verb)

 
fur vber

vorüber (Adverb)

Eliſabeth

Elisabet (Name)

 
fur vber gehen

vorübergehen (Verb)

Elle

Elle, die

 
fur vnd fur

immerfort

Emmeiſſe

Ameise, die

 
Furnemen

Vornehmtuerei, die

empfahen

empfahen (Verb, veraltet)

 
Furnemen

Vorhaben, das

empfahen

empfangen (Verb)

 
furſetzen

vorsetzen (Verb)

empfehet

empfängt (Verb)

 
G

G (Buchstabe)

endelich

eilends (Adverb)

 
Galehen

Galeeren, die (Plural)

endelich

endelich (Adverb, veraltet)

 
Galilea

Galiläa (Name eines Landes)

Endor

Endor (Stadt)

 
Gebaliter

Gebaliter, der

Engel

Engel, der

 
geben

geben (Verb)

Engelbrot

Engelbrot, das

 
Gebererin

Gebärerin, die (veraltet)

engſten

ängsten (Verb, veraltet)

 
Gebet Dauids

Gebet Davids

entheiligen

entheiligen (Verb)

 
Gebeut

Gebot, das

entſchlafen

einschlafen (Verb)

 
gebieten

gebieten (Verb)

entſchlafen

entschlafen (Verb)

 
Gebis

Gebiss, das

entſchlieff

schlief ein (Verb)

 
geengſter

veränstigter (Adjektiv)

entſündigen

entsündigen (Verb; veraltet)

 
geengſtet

verängstigt (Adjektiv)

entwenen

entwöhnen (Verb)

 
Gefeſs

Gefäß, das

entzeuchen

entziehen (Verb)

 
gegen dem morgen

gegen Osten (Ausdruck)

Ephraim

Efraim (Name)

 
geharniſcht

geharnischt (Verb)

Erbeit

Arbeit, die

 
gehen

gehen (Verb)

Erbherr

Erbherr, der (veraltet)

 
Gehülffe

Gehilfe, der

erden

irden (Adjektiv)

 
Gelt

Geld, das

erfrewen

erfreuen (Verb)

 
Gelübde

Gelübde, das

erfuer

hervor (Adverb)

 
Gemecht

Gemächt, das

erfur

hervor (Adverb)

 
gemein

gemein (Adjektiv)

ergetzen

ergötzen (Verb)

 
Gemeine

Gemeinde, die

ergrimmen

ergrimmen (Verb)

 
Gerechte

Geheiligte, der

ergrimmet

ergrimmt (Verb)

 
Gerechte

Gerechte, der

ernewen

erneuen (Verb)

 
geruget

geruht (Verb)

ernewern

erneuern (Verb)

 
Geſalbte

Gesalbte, der

Ernewerung

Ernewerung, die

 
geſchehen

geſchehen (Verb)

erquicken

erfrischen (Verb)

 
geſchehen

geſchieht (Verb)

erquickeſtu

erquickst du (Verb, veraltet)

 
geſchmechen

geschmächen (Verb, veraltet)

erregen

erregen (Verb)

 
geſchrey

Geschrei, das

ertichten

erdichten (Verb)

 
Geſicht

Gesicht, das

Ertzschencke

Erschenke, der (veraltet)

 
geſtewret

steuern (Verb)

erwelen

erwählen (Verb)

 
Geticht

Gedicht, das

erzeigen

erzeigen (Verb)

 
Geuogel

Gevögel, das

Eſau

Esau (Name)

 
geweren

gewähren (Verb)

ewer

euer (Possesivpronomen)

 
Gezelt

Zelt, das

F

F (Buchstabe)

 
gibſtu

gibst du (Verb)

faren

fahren (Verb)

 
Gihon

Gihon (Name eines Flusses)

Farre

Farre, der

 
Gihon

Pischon (Name eines Flusses)

faſt

fast (Adverb)

 
Githith

Githith, (die)

faſten

fasten (Verb)

 
Glaube

Glaube, der

Feil

Fehl, der

 
Gleichnis

Gleichnis, das

feilen

fehlen (Verb)

 
gleuben

gleuben (Verb)

Feld geiſt

Feldgeist, der

 
Gleubige

Gläubige,der

Feldteufel

Feldteufel, der

 
Glucken

Plejaden, die

Feldteuffel

Feldteufel, der

 
Götze

Götze, der

Felix

Marcus Antonius Felix

 
Gomorra

Gomorra (Name)

Fenlin

Fähnlein, das

 
Got

Got, der

fereſt

fahren (Verb)

 
Got

Gut, das

fereſtu

fährst du (Verb)

 
Gotlose

Gottlose, der

Feſte

Feste, die

 
Gott Abraham

Gott Abrahams, der

feſtiglich

festiglich (Adverb, veraltet)

 
Gott Iſaac

Gott Isaaks, der

Fette

Fette, der oder die

 
Gott Jacob

Gott Jakobs, der

fewr

Feuer, das

 
Gottes verechter

Gottesverächter, der

Fewrofen

Feuerofen, der (veraltet)

 
gottlos

gottlos (Adjektiv)

finden

finden (Verb)

 
Gottlose

Gottlose, der)

finſter

finster (Adjektiv)

 
gottſelig

gottselig (Adj.; veraltet)

finſter

Finsternis, die

 
Gottſeligkeit

Gottseligkeit, die

Finſternis

Finsternis, die

 
gram

gram (Adjektiv)

finſtu

findest du

 
Grawen

Grauen, das

fittiche

Fittiche, die

 
grawen

grauen (Verb)

fittig

Fittich, der

 
gremen

grämen (Verb)

Fladdergeiſt

Flttergeist, der

 
Grewel

Gräuel, der

fleuchen

fliehen (Verb)

 
greweln

greueln (Verb, veraltet)

fleuchen

flüchten (Verb)

 
grewlich

gräulich (Adjektiv)

fleugen

fliegen (Verb)

 
Grim

Grimm, der

flieſſen

fließen (Verb)

 
grimmig

grimmig (Adjektiv)

foddern

fordern (Verb)

 
grundfeſte

Grundfeste, die

freidig

freidig (Adjektiv, veraltet)

    
         

Wörterbuch Band 2: E - G

Seltene Namen, Wörter und Begriffe

E

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

E

E (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

E

e

Beschreibung

E e

reguläre Schrifttype für einfachen Text

E e

Schrifttype für Auszeichnungen

E e

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

E e

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eden

Eden (Name)

Der Garten Eden, das Paradies.

 

hebräisch: ‏גן עדן(Gan Eden), Garten Eden

griechisch: παράδεισος, das Paradies

lateinisch: paradisus, das Paradies

 

→1Mos 2 Der Garten Eden

 

Der Bibeltext in 1Mos 2 zeichnet ein Bild von einem Lebensraum (Garten) für die ersten Menschen, in dem alles vorhanden ist, wächst und gedeiht, was Menschen benötigen. Das Paradies zeichnet sich jedoch nicht dadurch aus, dass der Mensch dafür nichts beitragen muss. Im Gegenteil: Er soll den Garten weiter bebauen, pflegen und seinen Zustand bewahren.

 

Allerdings scheint dies im Paradies mit ertragreichen Böden und Pflanzen leichter und einfacher zu sein als außerhalb: In →1Mos 3,17 wird dem Menschen als Strafe auferlegt, dass er nun, vertrieben aus dem Paradies, mit Kummer und im Schweiße seines Angesichts Ackerbau betreiben muss auf Böden, die nur wenig Ertrag bringen und auf denen Disteln und Dornen zuhauf wachsen.

 

Die biblischen Texte zeichnen leider nur ein schwach ausgeprägtes Bild vom Paradies, das im Laufe der Jahrhunderte vielfältig ausgekleidet und mit unterschiedlichsten Vorstellungen ausgemalt wurde. Die Kernstücke der Idee vom Paradies sind jedoch nicht die allgemein verbreiteten Vorstellungen von einem friedlichen, sorgenfreien Leben im Überfluss. Es sind die Ideen der Selbsterkenntnis und der Verantwortung: Der Mensch bekam einerseits den Auftrag, den Garten zu bebauen und zu bewahren, anderseits das Gebot, nicht in seiner Gier nach Macht gottgleich werden zu wollen und sich für klüger als andere zu halten.

 

Die vielbeschworenen paradiesischen Zustände wird die Menschheit erst dann vorfinden, wenn sie es schafft, mit einem gesunden Selbstbewusstsein – wir alle sind gleichgestellte, gleichberechtigte Menschen, nicht mehr und nicht weniger! – die Welt in der sie lebt, verantwortungsvoll zum Wohle aller und zum Wohle künftiger Generationen zu bebauen und zu bewahren. Alles andere, wie Glück, Sorglosigkeit und Frieden, wird sich dann daraus ergeben. Doch nichts fällt uns in den Schoß: Im Schweiße unseres Angesichts müssen wir daran arbeiten – und dafür eintreten!

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Edom

Edom (Name)

Edom
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
75 74 1 0

hebräisch: אֱדוֹם (εdowm)

hebräisch: אֱדֹם (εdom)

 

Die Wurtzel אדם umfasst die Bedeutung »rot, rot sein«.

Edom

 

1. Zweiter Name des→Esau, Sohn des →Isaak, Bruder des →Jakob

2. Bezeichnung für das Land Edom, das Land der →Edomiter, der Nachkommen Edoms (Esaus)

 

 

1. Edom, der als Esau geboren wurde

 

Esau und Jakob waren Zwillinge, die Söhne Isaaks. Bei der Geburt kam zunächst Esau zu Welt, es folgte ihm sozusagen auf dem Fuß zur Überraschung aller ein zweiter Junge, der dann den Namen Jakob erhielt (»der Nachfolgende«, oft: »der Fersenhalter«).

 

Nach der biblischen Erzählung ist Edom der zweite name Esau, den er als junger Mann erhielt. Der Name Edom wird in 1Mos 25,30 erklärt:

Esau, der hungrig und müde von der Feldarbeit kommt, bittet seinen Bruder um einen Teller rote Linsen, die aus dem Kochtopf Jakobs heraus seine Begierde wecken. Doch Jakob nutzt die Schwäche seines Bruders und handelt ihm für die roten Linsen das Erstgeburtsrecht ab. Diese Begebenheit trug Esau den Beinamen Edom (»der Rote«) ein.

 

→1Mos 25,29-30

 

29VND Jacob kocht ein gerichte / Da kam Eſau vom feld / vnd war müde / 30vnd ſprach zu Jacob / Las mich koſten das rote gericht / denn ich bin müde / Daher heiſſt er Edom.

 

2. Das Land Edom

 

Edom war ein Königreich südwestlich des Toten Meeres, das seine größte Ausdehnung bis zum Roten Meer erlebte.

 

Nach der biblischen Erzählung ließ sich Edom (Esau) mit seiner Sippe im Gebirge Seir nieder, gelegen im südlichen Palästina.

 

→1Mos 36,8

 

Alſo wonet Eſau auff dem gebirge Seir / Vnd Eſau ist der Edom.

 

Edom (Esau) gilt als der Stammvater der Edomiter und der →Amelekiter.

 

→1Mos 36,43

 

Vnd Eſau iſt der Vater der Edomiter.

 

 

→Ps 60,10

 

Meinen ſchuch ſtrecke ich vber Edom /

 

Meinen Schuh strecke ich über Edom.

 

→Ps 108,10

 

Jch wil meinen ſchuch vber Edom ſtrecken /

 

Ich will meinen Schuh über Edom strecken.

 

→Ps 137,7

 

HERR gedencke der kinder Edom am tage Jeruſalem / Die da ſagen / Rein abe / rein abe / bis auff jren boden.

 

HERR, erinnere dich <auch> an die Kinder Edoms, die am Tage Jerusalems schrien: Reißt <sie> nieder! Reißt <sie> nieder bis auf die Grundmauern!

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Edomiter

Edomiter, der

Edomiter, die (Plural)

Bewohner des Landes Edom

 

→Edom (siehe dort) war ein Königreich südwestlich des Toten Meeres, das seine größte Ausdehnung bis zum Roten Meer erlebte.

 

Gemeinsam mit den Aramäern, Israeliten, Joktanitern und Midianitern zählen die Edomiter zu den Hebräern.

 

→Esau gilt als der Stammvater der Edomiter und der →Amelekiter.

 

→1Mos 36,43

 

Vnd Eſau iſt der Vater der Edomiter.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Ege

Ege, die (veraltet)

 

Egge, die

ein Ackergerät

 

ege
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

→Jes 28,27

 

Denn man dreſſchet die Wicken nicht mit egen /

 

Denn man drischt die Wicken nicht mit Eggen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

egen

egen (Verb; veraltet)

 

eggen (Verb)

einen Acker mit der Egge bearbeiten

 

egen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

→Hos 10,11

 

Ich wil Ephraim reiten / Juda ſolle pflügen / vnd Jacob egen.

 

Ich will Ephraim reiten, Juda soll pflügen und Jacob eggen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

ehren

ehern (Adjektiv, veraltet)

aus Erz bestehend, aus Eisen bestehend

 

→Ps 18,37

 

Er leret meine Hand ſtreitten / Vnd leret meinen Arm einen ehren bogen ſpannen.

 

a) Er lehrt meiner Hand zu streiten, und er lehrt meinem Arm einen ehernen Bogen zu spannen.

a) Er lehrt meiner Hand zu streiten, und er lehrt meinem Arm einen eisernen Bogen zu spannen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eigel

Eigel, die (veraltet)

Egel, die (Genus veraltet)

Blutegel, der

Eigel
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

lateinisch (Vulgata) :sanguisuga, die / der (Blut-) Egel

der Egel, der Blutegel

 

Zu Luthers Zeit waren Egel weiblich (singular: die Egel)

 

 

Die Schreibwiese »die Eigel« ist von Luther nur in den Sprüchen Salomos, Spr 30,1, belegt.

 

 

→Spr 30,15

 

Die Eigel hat zwo töchter / Bring her / bring her.

 

Der Blutegel hat zwei Töchter: »Bring her!«, [und] »Bring her!«

 

 

SK Version 26.03.2019  

→Register

Eimmeiſe
Emmeiſſe

Ameise, die

Eimmeiſen, Emmeiſſen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Für das Wort »Ameise« gab es unterschiedliche Schreib­weis­en. Unklar ist, ob eine der beiden Formen in Spr 6,6 und Spr 30,25 einen Druckfehler darstellt.

 

 

→Spr 6,6

 

GEhe hin zur Emmeiſſen du Fauler / ſihe jre weiſe an / vnd lerne.

 

Gehe hin zur Ameise, du Faulpelz! Schaue Dir ihre [Lebens-]Weise an und lerne daraus!

 

→Spr 30,25

 

Die Eimmeiſen ein ſchwach volck / Dennoch ſchaffen ſie im Sommer jre ſpeiſe /

 

Die Ameisen [sind nur] ein schwaches Volk. Dennoch schaffen sie [es] im Sommer, ihre Nahrung [zu besorgen].

 

 

SK Version 26.03.2019  

→Register

Einhorn

Einhorn, das (veraltet)

 

junger Stier

Einhorn
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
8 8 0 0

Mhd.: einhürne, m.

hebräisch: רְאֵם  (rəʼem), Plural: רְאֵמִים (rəʼemiym), wildes, unzähmbares Tier mit Hörnern

griechisch (Septuaginta): μονόχερως (monocheros), das Einhorn

lateinisch: unicornis, das Einhorn

Das hebräische Wort bezeichnet ein wildes, unzähmbares Tier mit kräftigen Hörnern (Antilope, Oryx-Antilope, Wildrind, Wildochsen, Büffel,o. ä.)

 

Luther waren ganz sicher derartige Tiere unbekannt. Obwohl er selbst nie ein Einhorn gesehen hatte, stützte er sich bei seiner Übersetzung auf die gängigen Begriffe der Septuaginta und der lateinischen Bibeln.

 

Das Einhorn ist ein Fabelwesen, dessen Gestalt oft mit der einer Ziege oder eine Pferdes gleichgesetzt wird. Es trägt mittig auf der Stirn nur ein einziges Horn. Es taucht erstmals schon in der Antike auf und wird u. a. von Aristoteles erwähnt.

 

Welches Tier damit tatsächlich gemeint ist, ist umstritten. Heute geht man allgemein davon aus, dass es sich um einen Wildstier handelt. Alte Abbildungen von Stieren zeigen das Tier stets im Profil, wobei dann nur ein Horn zu sehen ist, das hintere ist vom vorderen wegen der symmetrischen Anlage verdeckt.

 

→Hiob 39,9

 

MEinſtu das Einhorn werde dir dienen / vnd werde bleiben an deiner krippen?

 

a) Meinst du, das Einhorn werde dir dienen und an deiner Krippe bleiben?

b) Meinst du <etwa<, der Wildstier wird dir dienen wollen und in deinem Stall bleiben?!

 

→Ps 22,22

 

Vnd errette mich von den Einhörnern.

 

a) Und rette mich vor den Einhörnern.

b) Und rette mich vor den Wildstieren.

 

 

→Ps 29,6

 

Vnd machet ſie lecken wie ein Kalb / Libanon vnd Sirion / wie ein junges Einhorn.

 

a) Und lässt sie lecken wie ein Kalb, Libanon und Sirjon, wie ein junges Einhorn.

b) Er lässt sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und den Sirjon, wie einen jungen Wildstier.

 

 

→Ps 92,11

 

ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns /

 

a) Mein Horn wird erhöht werden, wie das eines Einhorns.

b) Mein Horn wird erhöht werden, wie das eines Wildstieres.

 

 

→Jes 34,7

 

Da werden die Einhörner ſampt jnen erunter müſſen / vnd die Farren ſampt den gemeſteten Ochſen /

 

a) Da werden die Einhörner gemeinsam mit ihnen herunter müssen, und die jungen Stiere gemeinsam mit den gemästeeten Ochsen.

b) Da werdeen die Wildstiere mit ihnen niedersinken und junge Stiere sampt den Büffeln.

 

 

 

SK Version 26.03.2019  

→Register

eins vmbs ander

eins um das andere (Wendung)

eins wie das andere

eins um das andere

eins nach dem andern

einer wie der andere

 

→Ps 87,7

 

Vnd die Senger wie am Reigen / Werden alle in dir ſingen eins vmbs ander.

 

Und die Sänger wie beim Reigen: Sie werden alle in dir singen, eins (ein Lied) nach dem anderen.

 

Hinweis zu Ps 87,7:

In den neueren Ausgaben wurde Luthers ursprüngliche Übersetzung gemäß den hebräischen Quellen korrigiert. Der Vers lautet nun:

 

a) Luther-1984: Und sie singen beim Reigen: Alle meine Quellen sind in dir!

b) Elberfelder: Und singend und den Reigen tanzend <werden sie sagen>: Alle meine Quellen sind in dir!

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

weihen

einweihen (Verb)

a) wie →weihen (Verb): heiligen, segnen in besonderer Güte

b) erstmals nutzen

 

Das Verb wird in der Lutherbibel 1545 verwendet:

 

a) im Zusammenhang mit der Einweihung eines privaten Hauses (5Mos 20)

b) im Zusammenhang mit der Einweihung des Tempels Salomo (1Kon 8; 2Chr)

 

Die Einweihung eines privaten Hauses diente dazu, den Segen Gottes für das Haus und die Bewohner zu erwirken (5Mos 20).

 

Die Einweihung des Tempels als festlicher, religiöser Akt, verbunden mit dem Segen Gottes (1Kön 8).

 

 

einweihen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

 

Verweis5Mos 20,5

 

Welcher ein new Haus gebawet hat / vnd hats noch nicht eingeweihet / Der gehe hin vnd bleib in ſeinem hauſe / Auff das er nicht ſterbe im krieg / vnd ein ander weihe es ein.

 

Wenn einer ein neues Haus gebaut hat und hat es noch nicht eingeweiht, der gehe und bleibe in seinem Haus. Damit nicht ein anderer es einweihe, falls er im Krieg stirbt.

 

 

→1Kön 8,63

 

Also weiheten sie das Haus des HERRN ein / der König vnd alle kinder Jsrael.

 

Also weihenten sie das Haus des Herrn ein, der König und alle Israeliten.

 

 

Verweis2Chr 7,5

 

... vnd weiheten also das haus Gottes ein / beide der König vnd alles volck.

 

... und weiheten das Haus Gottes ein, beide, der König und das gesamte Volk.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

einwurtzeln

einwurzeln (Verb, veraltet)

meint das Anwachsen durch Wurzelbildung nach dem Pflanzen von Gewächsen (der Baum wurzelt ein: der Baum wächst an).

 

→Ps 80,10

 

Du haſt fur jm die ban gemacht / Vnd haſt jn laſſen einwurtzeln

 

a) Du hast vor ihm die Bahn gemacht und hast ihn anwachsen lassen

b) Du hast ihm den Boden bereitet und hast ihn anwachsen lassen

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eitel

Eitel, das (veraltet)

lateinisch: vanitas

 

das Vergängliche, die Nichtigkeit, die eitle Rede

 

Dieser substantivische Gebrauch des Adjektivs →eitel ist heute nicht mehr gebräuchlich.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

eitel

eitel (Adjektiv)

eigentlich: leer, ledig

 

a) leer

b) bloß, bar

c) lauter, rein

d) stolz (selbstbewußt)

e) abwertend: selbstgefällig, eingebildet

f) negierend: unnütz, falsch, vergeblich, nichtig

 

Luther kennt die Substantivierung →das Eitel (siehe dort).

 

→Ps 49,14

 

Dis jr Thun iſt eitel thorheit /

 

a) Dies, ihr Tun, ist reine Torheit

a) Dies, ihr Tun, ist reine Dummheit

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eiuer

Eifer, der

Das Wort Eifer beschreibt etwas Siedendes, Wallendes, Glühendes, Brennendes oder Rauchendes. In der Verstärkung tritt es es deshalb nicht selten mit den entsprechenden Adjektiven auf: brennender Eifer, glühender Eifer, rauchender Eifer.

 

Es beschreibt einen explosionsartig überlaufenden Motivationsschub, um ungestüm oder leidenschaftlich zu handeln bzw. einer Sache nachzugehen.

 

→Ps 79,5

 

HERR / Wie lange wiltu ſo gar zürnen? Vnd deinen Eiuer wie fewr brennen laſſen?

 

HERR, <sag doch:> Wie lange willst du so heftig zürnen?! Und <wie lange> deinen Eifer <so heiß> wie Feuer brennen lassen?!

 

In diesem Vers ist (rauchender) Zorn der Auslöser für den brennenden Eifer Gottes.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

eiuerig

eiferig (Adjektiv, veraltet)

 

eifrig (Adjektiv)

glühend, brennend;

feurig, hitzig, heißblütig, leidenschaftlich;

 

von:

eifern (Verb)

 

leidenschaftlich nach etwas streben, mit Eifer einer Sache nachgehen

 

Zur Schreibweise:

Der Buchstabe »u« vertritt in der Wortmitte das kleine »v« (mehr dazu unter dem Eintrag →U (Buchstabe)).

Heute schreiben wir allerdings eifern mit »f«.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

eiuern

eifern (Verb)

leidenschaftlich nach etwas streben, mit Eifer einer Sache nachgehen

 

Vorkommen in der Lutherbibel von 1545: 32x

 

a) eiuern (10x)

b) ich eiuere (2x)

c) er / ſie eiuert (11x)

d) er eiuerte (1x)

e) ich habe / er hat / sie haben geeiuert (8x)

 

 

Zur Schreibweise:

Der Buchstabe »u« vertritt in der Wortmitte das kleine »v«. Heute schreiben wir allerdings eifern mit »f«.

 

→Ps 119,139

 

Jch habe mich ſchier zu tod geeiuert / Das meine Widerſacher deiner Wort vergeſſen.

 

a) Ich habe mich schier zu Tode geeifert, weil meine Widersacher deine Worte vergessen.

b) Ich habe mich geradezu zu Tode ereifert, weil meine Widersacher deine Worte vergessen <haben>.

b) Ich habe mich tierisch darüber aufgeregt, dass meine Widersacher deine Worte vergessen <haben>.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eliſabeth

Elisabet (Name)

hebräisch: ‏אלישבע‎ (Elischeba)

 

Nach Lk 1:

Elisabeth war die Ehefrau des Jerusalemer Priesters Zacharias. Ihr gemeinsamer Sohn war Johannes der Täufer.

 

Nach →Lk 1,7 war Elisabeth unfruchtbar. Sie wurde im hohen Alter dann doch schwanger, nachdem der Engel Gabriel ihrem Mann Zacharias erschienen war und die Geburt von Johannes angekündigt hatte. (→Lk 1,8-25).

 

Mit dem Besuch Marias bei Elisabeth wird Elisabeth zur ersten Zeugin dafür, dass das noch ungeboren Kind Marias der erwartete Messias sei (→Lk 1,41-43).

 

Bemerkenswert: Wieder ist es eine Frau, die als erste Zeugnis über Jesus ablegt.
(Vgl. dazu →die Auferstehungsgeschichte)

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Elle

Elle, die

Längeneinheit (bezogen auf den Unterarm), allgemein etwa 45cm bis 85cm, zeitlich und regional unterschiedlich bewertet.

 

Im Neuen Testament ist damit immer eine Länge von 45cm gemeint.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Eimmeiſe
Emmeiſſe

Ameise, die

Eimmeiſen, Emmeiſſen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Für das Wort »Ameise« gab es unterschiedliche Schreibweisen. Unklar ist, ob eine der beiden Formen in Spr 6,6 und Spr 30,25 einen Druckfehler darstellt.

 

 

→Spr 6,6

 

GEhe hin zur Emmeiſſen du Fauler / ſihe jre weiſe an / vnd lerne.

 

Gehe hin zur Ameise, du Faulpelz! Schaue Dir ihre [Lebens-]Weise an und lerne daraus!

 

→Spr 30,25

 

Die Eimmeiſen ein ſchwach volck / Dennoch ſchaffen ſie im Sommer jre ſpeiſe /

 

Die Ameisen [sind nur] ein schwaches Volk. Dennoch schaffen sie [es] im Sommer, ihre Nahrung [zu besorgen].

 

 

SK Version 26.03.2019  

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empfahen
empfehet

empfahen (Verb; veraltet)

empfangen

 

a) jmd. persönlich aufnehmen (einen Gast, Besucher)

b) eine Gabe, ein Geschenk, Lohn, Segen, einen Namen, Trost, usw. empfangen

 

Nur im Präsens gebräuchlich.

3. Pers. Singular: empfehet, empfängt.

 

→Apg 10,43

 

Von dieſem zeugen alle Propheten / Das durch ſeinen Namen / alle die an jn gleuben / vergebung der ſünde empfahen ſollen.

 

Von ihm zeugen alle Propheten, dass durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünde empfangen sollen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

endelich

endelich (Adverb; veraltet)

nicht mehr gebräuchlich.

 

Das Wort kann unterschiedlich in moderrnes Deutsch übersetzt werden. Sein Wortumfeld meint heiß ( übertragen im Sinne von: auf etwas heiß sein), schnell (im Sinne von: schnell zielerreichend agieren), zielstrebig, rüstig, schwungvoll, leicht (im Sinne von: bereit, fertig, unbeschwert), motiviert, usw.

 

Die Biblia Vulgata (Latein) benutzt: cum festinatione: mit Eile, so dass anzunehmen ist, dass endelich unser heutiges Adverb eilends (schleunigst, unverzüglich) meint.

 

→Lk 1,39

 

Maria aber ſtund auff in den tagen / vnd gieng auff das Gebirge endelich / zu der ſtad Jude.

 

Maria aber stand auf in jenen Tagen und ging unverzüglich ins Gebirge, dort zu der Stadt Judäas.

 

 

SK Version 26.03.2019  

→Register

Endor

En Dor (Ort)

Endor

Endur

Ort des Alten Testaments in Nordisrael, rund fünf Kilometer südöstlich des Berges Tabor.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Engel

Engel, der

griechisch: ἄνγελος (ángelos)

lateinisch: angelus

Übersetzung vom Hebräischen: מלאך (mal'ach)

 

(göttlicher) Bote, der

 

Engel sind Geistwesen, die im religiösen Verständnis von Gott erschaffen wurden und ihm unterstellt sind. Sie sind Teil der himmlischen Heerscharen und treten oft als Boten Gottes auf.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Engelbrot

Engelbrot, das

Lateinisch: panis angelorum

 

wörtlich: Brot der Engel

 

→Ps 78,24.25:

 

24 Vnd lies das Man auff ſie regenen / zu eſſen / Vnd gab jnen Himelbrot. 25 Sie aſſen Engelbrot / Er ſandte jnen Speiſe die fülle.

 

Hier stehen die Begriffe »Man« (lat: manna, Manna), »Himmelbrot« (lat: panis caeli) und »Engelbrot« (lat: panis angelorum) für vermutlich die selbe Speise.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

engſten
geengſtet

ängsten (Verb; veraltet)

veraltet für:

 

a) ängstigen, sich ängstigen,

b) verängstigen

 

ich werde geengſtet: ich werde verängstigt

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

entheiligen

entheiligen (Verb)

etwas göttlich Vollkommenes, Verehrungswürdiges entweihen, moralisch verletzen

 

Ableitung aus dem Adjektiv heilig:

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungs­würdig.

 

→Ps 55,21

 

Denn ſie legen jre hende an ſeine Friedſamen / Vnd entheiligen ſeinen Bund.

 

Denn sie legen ihre Hände an seine Friedsamen und entweihen seinen Bund.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

entſchlafen
entſchlieff

entschlafen (Verb)

im eigentlichen Sinn, den auch Luther meint: einschlafen.

 

Die heute gebräuchlichere Verwendung, eines sanften Todes sterben, ist nicht gemeint.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

entſündigen

entsündigen (Verb; veraltet)

entſündigen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
21 21 0 0

von einer religiösen Verfehlung (Sünde) rechtlich frei sprechen (absolvieren) und von Sünde los sprechen.

 

Luther erklärt den Begriff im Scholion zu →Ps 51,9

 

Luther: (Entſündige) Das iſt / Abſoluire mich vnd ſprich mich los. Wie vor zeiten im Geſetz durchs ſprengen mit Jſopen bedeutet ward.

 

Luther: (Entsündige) Das meint: Absolviere mich [sprich mich frei] und sprich mich los. Wie es vor Zeiten im Gesetz durch besprengen mit Ysop vorgegeben war.

 

Dabei bezieht er sich auf →2Mos 29,36:

 

Vnd ſolt den Altar entſündigen / wenn du jn verſüneſt / vnd ſolt jn ſalben das er geweihet werde.

 

Luther dazu im Scholion: Das iſt / Abſoluiren vnd los ſprechen / wie Pſalm. 51. Aſperges me Jſopo / das iſt / Entſündige vnd abſoluire mich mit Jſopen.

 

Zu Luthers Zeiten wurde der Begriff ausschließlich im religiösen und im kirchlichen Kontext verwendet. Durch die Vielzahl religiöser und kirchlicher Vorschriften war der Begriff Sünde inhaltlich eindeutig geprägt. Die Ermahnung, nicht zu sündigen, beeinflusste viele alltägliche Verhaltensweisen.

 

→Ps 51,9

 

Entſündige mich mit Jſopen / das ich rein werde

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

entwenen

entwöhnen (Verb)

entwenen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
9 9 0 0

mhd: entwenen

1) das Kind entwöhnen: das Stillen beenden, von der Brust absetzen

2) abgewöhnen

3) sich entwöhnen: sich von Gewohntem lösen, sich Gewohntes abgewöhnen

 

→Ps 131,2

 

Wenn ich meine Seele nicht ſetzet vnd ſtillet / So ward meine ſeele entwenet / wie einer von ſeiner Mutter entwenet wird.

 

Wenn ich meine Seele nicht beruhigen und stillen würde, dann würde meine entwöhnt, wie <ein Kind> von seiner Mutter entwöhnt wird.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

entzeuchen

entziehen (Verb)

entziehen (in jeglichem Sinn), wegziehen, wegnehmen, entfernen, abziehen, entzerren, wegzerren, usw.

 

entzeuch: entziehe! (Imperativ)

 

Sie auch: →zeuchen (ziehen)

 

→Spr 25,17

 

Entzeuch deinen fus vom hauſe dei­nes Ne­heſten / Er möcht dein vberdrüſſig vnd dir gram werden.

 

a) Entferne deinen Fuß aus dem Haus deines Nächsten. Er könnte deiner überdrüssig und dir gram werden.

b) Verweile nicht unnötig im Haus deines Nächsten. Es könnte sein, dass er sauer wird, weil du nervst!

c) Besuche deinen Nächsten nicht zu oft. Es könnte sein, dass er dies sonst als Aufdringlichkeit empfindet und deswegen sauer wird!

 

 

 

 

SK Version 24.03.2019  

→Register

Ephraim

Efraim (Name)

Efraim, Sohn des Josef

Efraim war der Sohn Josefs und Asenats (Tochter eines ägyptischen Priesters, die der ägyptische Pharao dem Josef zur Frau gegeben hat; 1Mos 41,50-52). Bruder des Manasse.

 

Jakob, der Großvater von Efraim, adoptierte auf dem Sterbebett seinen Enkel Efraim, den er dabei dessen älteren Bruder Manasse vorzog (1Mos 48,1).

 

Efraim und Manasse gelten als die Ahnherren und Stammväter von Zweien der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Efraim besiedelte das Zentrum des Landes Kanaan zwischen der Hochebene von Judäa und dem Berg Garizim. Efraim wurde der mächtigste Stamm im Norden. Nach der Reichsteilung wird der Name Efraim oft für das gesamte Nordreich verwendet.

 

→Ps 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Erbeit

Arbeit, die

Erbeit, erbeit
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
164 104 33 20

mhd: arebeit, arbeit

1) ursprünglich: Tätigkeit des Knechts, bevorzugt in der Feldarbeit als Tagelöhner

2) Tätigkeit, um den Unterhalt zu verdienen

 

→Ps 90,10

 

Vnſer Leben wehret ſiebenzig Jar / wens hoch kompt ſo ſinds achtzig jar / Vnd wens köſtlich geweſen iſt / ſo iſts Mühe vnd Erbeit geweſen /

 

Unser Leben dauert siebzig Jahre. Wenn es hoch kommt, dann sinds <auch> achtzig. Und wenn es ein erfülltes Leben war, dann ist es Mühe und Arbeit gewesen.

 

→Ps 128,2

 

Du wirſt dich neeren deiner hende erbeit /

 

a) Du wirst dich nähren von deiner Hände Arbeit.

b) Du wirst mit Arbeit deinen Unterhalt verdienen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Erbherr

Erbherr, der (veraltet)

der Erbbrechtigte, der Erste in der Folge der Erben

 

→Ps 82,8

 

GOtt mache dich auff / vnd richte das Land / Denn du biſt Erbherr vber alle Heiden.

 

a) Gott, mache dich auf und richte das Land! Denn du bist der Erbherr über alle Heiden.

b) Gott, mache dich auf und richte das Land! Denn dein Erbe sind alle Völker.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

erden

irden (Adjektiv)

beweret
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
7 1 2 4
Mhd.: irdîn und ërdîn

von Erde gemacht, aus gebrannter Erde, aus Ton gefertigt

 

→3Mos 15,12

 

Wenn er ein erden gefeſs anrüret / das sol man zubrechen /

 

a) Wenn er ein irdenes Gefäß anrührt, soll man das zebrechen

b) Wenn er einen Tontopf anrührt, soll man den zebrechen

 

→Ps 12,7

 

Die Rede des HERRN iſt lauter / Wie durchleutert Silber im erdenen tigel / beweret ſieben mal.

 

a) Die Rede des HERRN ist rein wie geläutertes Silber im irdenen Tiegel, das siebenfach geprüft wurde.

b) Die Rede des HERRN ist rein wie geläutertes Silber im feuerfesten Tiegel, das siebenfach geprüft wurde.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

erfrewen

erfreuen (Verb)

von freuen (Verb)

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

erfür

hervor (Adverb)

alte Form: herfür

in Luther-1545: erfür

 

siehe auch: →fur

siehe auch: →erfur

 

→Ps 104,8

 

Die Berge gehen hoch erfür / vnd die Breiten ſetzen ſich herunter.

 

Die Berge treten hoch hervor, und die Täler senken sich ab.

 

 

SK Version 15.03.2019  

→Register

erfur

hervor (Adverb)

siehe auch: →fur

siehe auch: →erfuer

 

 

 

→Hiob 8,10

 

Sie werden dichs leren vnd dir ſagen / vnd jre rede aus jrem hertzen erfur bringen.

 

Sie werden es dich lehren und es dir sagen, und sie werden ihre Worte aus ihrem Herzen hervorbringen.

 

 

 

SK Version 15.03.2019  

→Register

ergetzen

ergetzen (Verb, veraltet)

ergötzen (Verb)

1) ergetzen mit Akkusativ der Person und Genitiv der Sache: einem etwas vergüten, ersetzen, ihn dafür entschädigen

2) ergetzen mit Akkusativ der Person und ohne Genitiv der Sache: laben, erquicken, erfreuen

 

3) (reflexiv) sich ergetzen mit Genitiv der Sache: sich für etwas entschädigen, sich etwas vergüten

4) (reflexiv) sich ergetzen ohne Genitiv der Sache: sich erfreuen, vergnügen

 

→Ps 94,19

 

Jch hatte viel Bekümmerniſſe in meinem hertzen / Aber deine Tröſtung ergetzeten meine Seele.

 

Ich trug viele Sorgen in meinem Herzen, aber deine Tröstungen erfreuten meine Seele.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

ergrimmen
ergrimmet

ergrimmen (Verb)

von Grimm oder Zorn erfasst werden.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

ernewern
ernewen

erneuern (Verb)

erneuen (Verb)

ernewern
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
5 3 0 2

ernewen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3 3 0 0

erneuren mhd: erniuwern

erneuen mhd: erniuwen

erneuern, renovieren

 

Die Schreibweise ernewern wird intransitiv gebraucht.

 

erneuern:

 

→Eph 4,23

 

Ernewert euch aber im geiſt ewers gemüts /

 

Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts.

 

erneuen:

 

→Hiob 10,17

 

Du erneweſt deine Zeugen wider mich /

 

a) Du erneust deine Zeugen gegen mich.

 

b) Du beschaffst neue Zeugen, die gegen mich Aussagen.

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

→Register

Ernewerung

Erneuerung, die

Ernewerung
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 0 0 1

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Substantiv zu →ernewern

 

 

→Tit 3,5

 

Nicht vmb der werck willen der Gerechtigkeit / die wir gethan hatten / Sondern nach ſeiner Barmhertzigkeit / machet er vns ſelig / Durch das Bad der widergeburt / vnd ernewerung des heiligen Geiſtes /

 

Nicht um der Werke willen der Gerechtigkeit, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist.

 

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

→Register

erquicken

erquicken (Verb; veraltet)

neu beleben, stärken, erfrischen

 

erquicken
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
53 42 2 9

 

→Jes 28,12

 

So hat man ruge / ſo erquickt man die Müden / ſo wird man ſtille /

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

erquickeſtu

erquickst du (Verb, veraltet)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von erquicken (Verb, veraltet)

neu beleben, stärken, erfrischen

 

Präsens:

erquickeſtu: erquickst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

erquickeſtu: erquickst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 138,7

 

Wenn ich mitten in der angſt wandele / ſo erquickeſtu mich

 

Wenn mich große Angst erfasst, dann weiß ich: Du stärkst mich!

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

erregen

erregen (Verb)

a) sich regen, sich rühren, sich tätig zeigen, etwas unternehmen;

b) antreiben, anspornen, anfeuern, erregen, reizen;

c) sich in schnelle Bewegung setzen, seinen Lauf beschleunigen, eilen, stürzen;

 

→1Mos 1,20

 

Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren

 

a) Es rege sich das Wasser mit lebendigen, wimmelnden Tieren

b) Es belebe sich das Wasser mit lebendigen Tieren, die sich darin tummeln

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

ertichten

erdichten (Verb)

a) in gutem Sinn: ersinnen, erdenken, erfinden

b) in üblem Sinn: lügen

 

→Ps 119,69

 

Die Stoltzen ertichten Lügen vber mich

 

a) Die Stolzen erdichten Lügen über mich

b) Die Stolzen erfinden Lügen über mich

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Ertzſchencke

 

Ertzſchenke

Erzschenke, der (ungebräuchlich)

Ertzſchencke
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
13 13 0 0

Ertzschenke
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2 2 0 0

 

Das Wort Ertzſchencke scheint eine Kreation Luthers zu sein, die (womöglich mangels ausgeübter Berufe) keine weitere Verbreitung fand, sich aber bis in die Lutherbibel 1912 erhalten hatte.

Die Variante mit »k« statt mit »ck« findet sich nur in den Marginalspalten (womöglich, um hier Platz beim Satz zu sparen).

 

Gebildet ist das Wort aus der Vorsilbe »Erz-«, die bei Titeln von Personen ausdrückt, dass jemand in der bezeichneten Position erhaben ist, und »(Mund-)Schenk«. Der Titel meint demnach in etwa Obermundschenk, Chef-Mundschenk. Ließen sich die Berufe vergleichen, wäre das heute womöglich ein Chef-Sommelier.

 

Fraglich bleibt, warum ein König in einem internationalen Konflikt seinen obersten Mundschenk als Diplomaten und Verhandlungsführer entsendet. Vielleicht genau deshalb: um ein diplomatisches, nicht-kriegerisches Verhandlungsergebnis zu erreichen.

 

Belegt ist das Wort ausschließlich in 2Kon 18 und 19 sowie in Jes 36 und 37, wo ein Bote des assyrischen Königs Sanherib zum judäischen König Hiskia nach Jerusalem reist. Dieser Bote trägt den (assyrischen) Titel »Rabschake«. Diesen Titel führt Luther in beiden Textabschnitten einmal an (2Kon 18,2 und Jes 36,2) und notiert in den zugehörigen Marginalspalten, dass dies auf Deutsch »Ertzschenke« (nur mit »k«) bedeute. Ab diesen Anmerkungen verwendet er den Begriff »Ertzschencke« (mit »ck«) jeweils im laufenden Text.

 

Rabschake

 

Rabsake oder Rabschake ist die Transkription eines zusammengesetzten, hebräischen Begriffs (רַב־שָׁקֵ֔ה, rab-šͻqeh), der etwa »der mächtige Mundschenk«, der »Obermundschenk« bedeutet.

 

Luthers Übersetzung mit »Erzschenke« entsprach seiner Zeit. Heute verschwindet die Vorsilbe »Erz-« zunehmend. Selbst Begriffe wie Erzfeind, Erzbösewicht, Erzgauner, Erzlüge, Erzheuchler, Erzdemokrat, Erzdummheit, Erzprotestant, Erzrivale, Erzschurke, Erzvater usw. sind eher ungewöhnlich und nur in älteren Texten zu finden.

Erhalten hat sich die Vorsilbe nur in wenigen, zumeist kirchlich oder höfisch gebrauchten Wörtern, beispielsweise: Erzengel, Erzdiakon, Erzbischof, Erzbistum, Erzdiözese, Erzherzog.

 

Die meisten neuen Bibelausgaben übersetzen den Begriff nicht und lassen ihn als quasi als Transkription für einen Titel am Hof des assyrischen Königs stehen.

 

Lutherbibel 1912: Erzschenke

Lutherbibel 1964: Rabschake

Lutherbibel 2017: Rabschake.

Einheitsübersetzung: Rabschake

Die Jerusalemer Bibel 1968: Obermundschenk

Elberfelder Bibel: Rabschake

Zürcher Bibel: Rabsake

 

Verweis2Kon 18,19

 

VND der Ertzſchencke ſprach zu jnen / Lieber sagt dem könig Hiskia /

 

a) Und der Erzschenke sprach zu ihnen: Ihr Lieben, sagt dem König Hiskia ...

b) Und der Rabschake sprach zu ihnen: Ihr Lieben, sagt dem König Hiskia ...

c) Und der Obermundschenk [Chef-Mundschenk] sprach zu ihnen: Ihr Lieben, sagt dem König Hiskia ...

 

 

→Jes 36,4

 

Vnd der Ertzſchencke ſprach zu jnen / Saget doch dem Hiskia /

 

a) Und der Erzschenke sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia ...

b) Und der Rabschake sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia ...

c) Und der Obermundschenk [Chef-Mundschenk] sprach zu ihnen: Sagt doch dem Hiskia ...

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

erwelen

erwählen (Verb)

auslesen, auswählen, wählen

 

→Ps 119,173

 

Denn ich habe erwelet deine Befelh.

 

Denn ich habe deine Anordnungen gewählt.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

erzeigen

erzeigen (Verb)

Das Wort erzeigen ist noch heute geläufig, allerdings nur noch sehr selten anzutreffen. Stattdessen wird i.d.R. erweisen verwendet.

 

erweisen

 

→Ps 78,11

 

Vnd vergaſſen ſeiner Thatten / Vnd ſeiner Wunder / die er jnen erzeiget hatte.

 

Und <sie> vegaßen seine Taten und seine Wunder, die er ihnen erwiesen hatte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Eſau

Esau (Name)

Eſau
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
96 90 2 4

hebräisch: עֵשָׂו (ʿeśͻw)

lateinisch: Esau

griechisch: Ἠσαῦ

Esau ist der erste Sohn →Isaaks und →Rebekkas. Er trägt den Beinamen Edomder Rote«)

 

→1Mos 36,1

 

DJS iſt das Geſchlecht Eſau / der da heiſſt Edom.

 

Esau gilt als der Stammvater der →Edomiter und der →Amelekiter.

 

→1Mos 36,43

 

Vnd Eſau iſt der Vater der Edomiter.

 

→1Mos 36,12

 

Vnd Thimna war ein kebſweib Eliphas Eſaus ſon / die gebar jm Amalek.

 

Und Thimna war eine Nebenfrau des Eliphas, Esaus Sohn. Die gebar ihm Amalek.

 

Durch eine List Jakobs verliert Esau das Erstgeburtsrecht (1Mos 27).

 

Die biblischen Texte versuchen zu erklären, warum Edomiter und Israeliten trotz ihrer Verwandschaft ständig verfeindet sind.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

ewer

euer (Possesivpronomen)

 

Kasus Deutsch Luther-Deutsch
Nominativ m euer ewer
  n euer ewer
  f eure ewre
  pl eure ewer / ewre
Genetiv m eures ewer / ewres
  n eures ewres
  f eurer ewrer
  pl eurer ewer /ewrer
Dativ m eurem ewrem
  n eurem ewrem
  f eurer ewrer
  pl euren ewren
Akkusativ m euren ewren
  n euer ewer
  f eure ewer
  pl eure ewer / ewre

 

Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Wort Gesamt AT Apokryphen NT
ewer 410 194 18 197
ewre 269 171 15 83
ewres 6 3 0 3
ewrer 3 2 0 1
ewrem 130 85 7 38
ewren 170 106 5 59

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

F

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

F

F (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

F

f

Beschreibung

F f

reguläre Schrifttype für einfachen Text

F f

Schrifttype für Auszeichnungen

F f

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

F f

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweis:

Das Kleinbuchstabe »f« der Frakturschrift sollte nicht mit dem »langen S« verwechselt werden (siehe dazu Buchstabe S). Das »f« hat immer einen deutlich sichtbaren, nach rechts gezogenen Querstrich auf der Höhe der Mittellinie. Hier nebeneinander im Vergleich »f« und »langes S«: f. ſ.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

faren

fahren (Verb)

die rasche, schnelle Bewegung im Unterschied zur sanften Bewegung des Gehens.

 

Formen

 

  Luther-Deutsch Deutsch
Infinitiv faren fahren
Präsens ich fare ich fare
  du fereſt du fährst
  er feret er fährt
Präteritum er fur er fuhr
  wir furen wir fuhren
  sie furen sie fuhren
  ich bin gefaren ich bin gefahren
Perfekt du biſt gefaren du bist gefahren
  er iſt gefaren er ist gefahren
Plusquamperfekt ſie waren gefaren sie waren gefahren
Imperative fare! fahre!
  →fereſtu fährst du!

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Farr
Farren

Farre, der

 

Plural: Farren, die

Farr
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2 2 0 0

Farren
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
120 120 0 0

junges männliches Hausrind; Stier, Bulle

 

In der Lutherbibel 1545 ist der Singular noch Farr (ohne »e« am Ende).

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

faſt

fast (Adjektiv)

Bedeutung 1:

 

im alt- und mittelhochdeutschen meint faſt soviel wie

 

a) fest, dauerhaft

b) sehr

 

jeweils als Verstärkung des zugehörigen Verbs

 

lateinisch: valde, firmiter, stabiliter (faſt gleuben: firmiter credere, fest glauben)

 

In der Luther-1545 hast faſt stets diese erste Bedeutung.

 

Bedeutung 2:

 

beinahe

 

lateinisch: ferme, fere (fast glauben: fere credere, beinahe glauben)

 

→1Mos 17,6

 

Vnd wil dich faſt ſeer fruchtbar machen

 

Und will dich sehr, sehr fruchtbar machen

 

→Ps 119,167

 

Meine Seele helt deine Zeugnis / Vnd liebet ſie faſt.

 

Meine Seele hält deine Zeugnisse und liebt sie sehr!

 

 

SK Version 17.01.2019  

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faſten

fasten (Verb)

Für eine bestimmte Zeit ganz oder teilweise auf Nahrung, Genussmittel und ggf. auf bestimmte Handlungen verzichten.

 

→Mt 6,16-18

 

WEnn jr faſtet / ſolt jr nicht ſawr ſehen / wie die Heuchler / Denn ſie verſtellen jre angeſicht ...

 

Hintergrund der Erklärungen Jesu in Mt 6,16ff. sind die jüdischen Traditionen und die religiösen Gesetze seiner Zeit.

 

In der katholischen Kirche hatten sich für das Fasten Vorschriften entwickelt mit genauen Vorgaben, wer wann zum Fasten verpflichtet sei, wie es zu gestalten ist, welche Speisen und Getränke erlaubt sind und welche Ausnahmen es gibt. Damit verbunden war ein Verdienstlichkeitsprinzip: Fasten wird belohnt, der Verstoß gegen die Fastenvorschriften bestraft.

 

Die Reformation hat beides bekämpft, Gesetzlichkeit und Verdienstlichkeit, nicht aber das Fasten an sich. Luther versteht das Fasten als äußere Läuterung, als Korrektiv, das die Christen immer wieder zur Mäßigung einlädt.

 

So sind evangelische Christen durchaus angehalten, zu fasten, jedoch ist dies weder an bestimmte Feste oder Jahreszeiten gebunden, noch wird es kollektiv praktiziert.

 

Im Sinne von Mt 16,16-18 mag ein jeder im Stillen und Verborgenen fasten.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Feil

Fehl, der

Mangel, Gebrechen, Fehler, Irrtum, Versagen

 

→Ps 7,15

 

Er wird aber einen Feil geberen.

 

Er wird aber eine Fehlgeburt haben.

 

→Mt 6,15

 

Wo jr aber den Menſchen jre feile nicht vergebet / So wird euch ewer Vater ewre feile auch nicht vergeben

 

Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler (ihr Fehlverhalten) nicht vergebt, da wird Euch Euer Vater Eure Fehler auch nicht vergeben.

 

Verb:

feilen bzw. fehlen

im Sinne von:

irren, fehlschlagen, nicht treffen, nicht gelingen, versagen

 

→Ps 81,16

 

Vnd die den HERRN haſſen / Müſten an jm feilen

 

Und die den HEERN hassen, müssten an ihm zerbrechen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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feilen

fehlen (Verb)

im Sinne von:

irren, fehlschlagen, nicht treffen, nicht gelingen, versagen

 

→Ps 81,16

 

Vnd die den HERRN haſſen / Müſten an jm feilen

 

Und die den HEERN hassen, müssten an ihm zerbrechen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Feld geiſt

Feldgeist, der

Luthers Übersetzung Feld geiſter in Jes 13,21 ist eine Variante zu →Feldteufel. Sie begründet sich auf das selbe hebräische Wort.

 

Was mit einem Feldgeist genau gemeint ist, bleibt unklar.

 

Hier wird deutlich, dass auch im vorchristlichen vorderen Orient die Vorstellung von Dämonen, Geistern und Kobolden wie im frühen Europa verbreitet war.

 

Feldgeist

 

hebräisch: שָׂעִיר (śͻ˙ir)

lateinisch: daemon campestris

 

Feld geister
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Das hebräische Wort שָׂעִיר (śͻ˙ir) bedeutet »langhaarig, zottig«. Eine davon abgeleitetes Substantiv meint »Ziegenbock«.

 

Doch aus dem Zusammenhang ergibt sich, dass es sich um ein geisterhaftes, dämonenhaftes Wesen handeln muss, das demnach zumindest langhaarig und zottig wie eine Ziege sei.

 

 

 

Moderne Übersetzungen schreiben daher:

 

Bocksgeister (Lutherbibel 2017)

Bocksgeister (Jerusalemer 1968)

Böcke (Einheitsübersetzung)

Bocksdämonen (Elberfelder)

 

Die Lutherbibel schreibt in den älteren Ausgaben:

 

Feldgeister (1912)

Feldgeister (1964)

 

 

Vorstellbar ist auch, dass die Bezeichnung dieser Dämonen ihre Herkunft anzeigt. Bei ihrer Verehrung könnte es sich um einen Kult handeln, der ursprünglich aus der Gegend südlich von Palästina stammt, dem Gebiet der Horiter. Hier lebten laut der Überlieferung die Nachkommen Esaus, des »Behaarten« (Vgl. →1Mos 25,24-25). Das hebräische Wort für die Horiter und für das Gebirge südlich Palästinas lautet שֵׂעִיר (śē˙ir, Haariger), worin etymologisch die selbe Wurzel wie in שָׂעִיר (śͻ˙ir, langhaarig) steckt. Dann wäre die Bezeichnung dieser Dämonen als Name aufzufassen.

 

Luthers Konstruktion Feldgeister tendiert in diese Richtung: Sie besitzt keine Verbindung zu einem realen Lebewesen. Sie erlaubt keine konkrete Vorstellung von einer äußeren Gestalt, anders als der neue Begriff Bocksgeister. Sollen das Wort »Geist« vermieden werden, wären gute optionale Begriffe auch Felddämonen oder Gebirgsdämonen.

 

 

→Jes 13,21

 

Sondern Zihim werden ſich da lagern / vnd jre heuſer vol Ohim ſein / vnd Strauſſen werden da wonen / vnd Feld geiſter werden da hüpffen /

 

Sondern Wüstentiere werden sich da lagern, und ihre Häuser werden voll Eulen sein, und Strauße werden da wohnen, und Felddämonen werden da hüpfen.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Feldteufel

 

Feldteuffel

 

Feld geist

Feldteufel, der

Was mit einem Feldteufel genau gemeint ist, bleibt unklar.

 

Hier wird deutlich, dass auch im vorchristlichen vorderen Orient die Vorstellung von Dämonen, Geistern und Kobolden wie im frühen Europa verbreitet war.

 

Feldteufel

 

hebräisch: שָׂעִיר (śͻ˙ir)

lateinisch: daemon ruralis

 

Feldteufel
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Feldteuffel
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Das hebräische Wort שָׂעִיר (śͻ˙ir) bedeutet »langhaarig, zottig«. Eine davon abgeleitetes Substantiv meint »Ziegenbock«.

 

Doch aus dem Zusammenhang ergibt sich jeweils, dass es sich um ein geisterhaftes, dämonenhaftes Wesen handeln muss, das demnach zumindest langhaarig und zottig wie eine Ziege sei.

 

 

 

Moderne Übersetzungen schreiben daher:

 

Bocksgeist (Lutherbibel 2017)

Bocksgeist (Jerusalemer 1968)

Bocksgeist / Böcke (Einheitsübersetzung)

Bocksdämon (Elberfelder)

 

Die Lutherbibel schreibt in den älteren Ausgaben:

 

Feldteufel (1912)

Feldgeist (1964)

 

 

Vorstellbar ist auch, dass die Bezeichnung dieser Dämonen ihre Herkunft anzeigt. Bei ihrer Verehrung könnte es sich um einen Kult handeln, der ursprünglich aus der Gegend südlich von Palästina stammt, dem Gebiet der Horiter. Hier lebten laut der Überlieferung die Nachkommen Esaus, des »Behaarten« (Vgl. →1Mos 25,24-25). Das hebräische Wort für die Horiter und für das Gebirge südlich Palästinas lautet שֵׂעִיר (śē˙ir, Haariger), worin etymologisch die selbe Wurzel wie in שָׂעִיר (śͻ˙ir, langhaarig) steckt. Dann wäre die Bezeichnung dieser Dämonen als Name aufzufassen.

 

Luthers Konstruktion Feldteufel tendiert in diese Richtung: Sie besitzt keine Verbindung zu einem realen Lebewesen. Sie erlaubt keine konkrete Vorstellung von einer äußeren Gestalt, anders als der neue Begriff Bocksgeist. Sollen das Wort »Teufel« und ein fremd wirkender Name wie beispielsweise »Sair« vermieden werden, wären gute optionale Begriffe auch Felddämon oder Gebirgsdämon.

 

Feldteufel in 5Mos 32,17

 

hebräisch: שֵׁד (šēd), Dämon

lateinisch: daemon

 

Auch in 5Mos 32,17 benutzt Luther Feldteufel, allerdings für das hebräische Wort שֵׁד (šēd), Dämon. Spätestens hier wird klar, dass die Wesen, die im Text genannt sind, keine Tiere, sondern eine Art Mittelwesen zwischen Mensch und Gott sind, weshalb es einen Opferkult gab.

 

Feldgeister

 

Luther übersetzt 1545 das selbe hebräische Wort in Jes 13,21 einmal nicht mit »Feldteufel«, sondern mit »Feldgeister«.

 

Siehe →Feld geist

 

 

3Mos 17,7

 

6Vnd der Prieſter ſol das blut auff den Altar des HERRN ſprengen /... 7Vnd mit nicht jre Opffer hinfort den Feldteufeln opffern / mit den ſie huren /

 

Und der Priester soll das Blut auf den Altar des Herrn sprengen ... und keinesfalls ihre Opfer weiterhin den Felddämonen opfern, mit denen sie huren.

 

 

→5Mos 32,17

 

Sie haben den Feldteufeln geopffert / vnd nicht jrem Gott /

 

Sie haben den Felddämonen geopfert und nicht ihrem Gott.

 

 

2Chr 11,15

 

Er ſtifftet jm aber Prieſter zu den Höhen vnd zu den Feldteufeln vnd Kelbern / die er machen lies.

 

Er stiftete ihm aber Priester für die Höhen und für die Feldteufel und Kälber, die er machen lies.

 

 

→Jes 34,14

 

Da werden vnternander lauffen Marder vnd Geyre / vnd ein Feldteuffel wird dem andern begegnen / Der Kobold wird auch daſelbs herbergen / vnd ſeine ruge daſelbs finden.

 

Da werden untereinander laufen Marder und Geier, und ein Felddämon wird dem anderen begegnen. Der Kobold wird auch am selben Ort wohnen und dort seine Ruhe finden.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Felix

Marcus Antonius Felix

Römischer Prokurator (Statthalter) in Judäa, Amtssitz in Caesarea Maritima.

 

Amtszeit etwa: 52 - 58 n. Chr.

Vorgänger im Amt: Ventidius Cumanus (ca. 48 - 52 n. Chr.)

Nachfolger im Amt: Porcius Festus (ca. 59 - 62 n. Chr.)

 

 

Im Neuen Testament

 

Der römische Hauptmann Claudius Lysias hatte um das Jahr 50 n. Chr. den Apostel Paulus verhaften lassen (Apg 22,23f.), nachdem Paulus nach einem Tempelbesuch in Jerusalem von jüdischen Kreisen, von den Hohepriestern und vom Hohen Rat des Aufruhrs und der Irrlehren beschuldigt worden war. Vor Claudius Lysias berief sich Paulus auf sein römisches Bürgerrecht (Apg 22,25f.) und verhinderte die sonst üblichen Auspeitschungen und Geißelungen ohne eindeutige Anklage und ohne Urteil. .

 

Da die Sache zu eskalieren drohte und ein Attentat auf Paulus geplant war (Apg 23,12-15), überstellt Claudius Lysias Paulus zu Marcus Antonius Felix nach Caesarea (Apg 23,26-30).

 

Antonius Felix befand Paulus für unschuldig, doch die jüdischen Ankläger verlangten eine Verurteilung. Antonius Felix zögerte den Prozess hinaus, da er angeblich für die Freilassung des Paulus ein angemessenes Bestechungsgeld erwartete, das Paulus nie zahlte (Apg 24,26).

 

Wahrscheinlicher ist aber, dass Antonius Felix die politische Brisanz fürchtete, die mit der Freilassung des Paulus verbunden war und sich in der religiösen Uneinigkeit der Pharisäer und Sadduzäer zeigte (Apg 23,6-11). Über eine solche politische Fehlentscheidung war sein Vorgänger Ventidius Cumanus gestolpert, der den inneren Frieden in Palästina nicht wahren konnte, vom Kaiser sogar als Auslöser der Konflikte zwischen Galiläa und Samaria erkannt und in die Verbannung geschickt wurde.

 

Dies erklärt auch, dass Antonius Felix bei seinem Ausscheiden aus dem Amt (um 52/53 n. Chr.) für Paulus keine (sonst übliche) Amnestie aussprach, sondern ihn in Haft behielt und die Sache seinem Nachfolger Porcius Festus überließ.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Fenlin

Fähnlein, das

 

kleine Fahne

 

 

→Jes 33,23

 

Alſo werden ſie auch das Fenlin nicht auff den Maſtbaum ausſtecken.

 

Also werden sie auch die Fahne nicht am Mastbaum [als Zeichen] befestigen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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fereſtu

fährst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von →faren, fahren (Verb)

 

Präsens:

fereſtu: fährst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

 

fereſtu: fährst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Jes 14,15

 

Ja zur Hellen fereſtu /

 

Ja, du fähsrt ganz bestimmt zur Hölle!

 

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Feſte

Feste, die

eigentl.: befestigte Stelle

 

1) ein von der Natur gedeckter, sicherer Ort

2) ein Bau, Anbau, Festung

 

Gewölbe, Firmament, Himmelsgewölbe

 

→1Mos 1,6

 

Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.

 

Es werde ein Himmelsgewölbe zwischen den Gewässern, und das sei die Trennung zwischen den Gewässern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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feſtiglich

festiglich (Adverb, veraltet)

fest, stark, standhaft, unumstößlich

 

Das Wort festiglich ist vollständig und ersatzlos aus dem deutschen Wortschatz verschwunden.

 

In der Lutherbibel von 1545 kommt das Wort dreimal vor:

 

→Ps 80,16

 

Vnd halt jn im baw / den deine Rechte gepflantzt hat / Vnd den du dir feſtiglich erwelet haſt.

 

a) Und halte ihn im Bau, den deine Rechte gepflanzt hat, und den du dir festiglich erwählt hast.

b)Und beschütze den, den deine Hand gepflanzt hat, und den du dir unumstößlich erwählt hast.

 

→Ps 80,18

 

Deine Hand ſchütze das Volck deiner Rechten / Vnd die Leute die du dir feſtiglich erwelet haſt.

 

a) Deine Hand schütze das Volk deiner Rechten, und die Leute, die du dir festiglich erwählt hast.

b) Deine Hand schütze das Volk an deiner Seite, und die Leute, die du dir unumstößlich erwählt hast.

 

→Ps 119,38

 

Las deinen Knecht dein Gebot feſtiglich fur dein Wort halten / Das ich dich fürchte.

 

a) Lasse deinen Knecht deine Gebote festiglich für dein Wort halten, damit ich dich fürchte.

b) Lasse deinem Knecht deine Gebote als feste Zusagen verstehen, damit ich dich fürchte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Fette

Fette, der oder die

Plural: die Fetten

 

Substantiviertes Adjektiv fett

 

Luther führt mit seiner Bibelübersetzung das Wort fett anstelle von feist (feiſzt) allgemein gebräuchlich ein.

 

→Ps 17,10

 

Jre Fetten halten zuſamen / Sie reden mit jrem munde ſtoltz.

 

a) Ihre Fetten halten zusammen. Sie reden stolz mit ihrem Mund.

 

Luther erklärt den Begriff Fetten im Scholion:

 

Luther: (Fetten) Das iſt / Die groſſen vnd gewaltigen.

 

Demnach will es Luther in etwa so verstanden wissen:

 

b) Ihre wohlhabenden Anführer halten zusammen. Sie reden stolz mit ihrem Mund.

 

Anmerkungen zu Ps 17,10

 

Dieser Vers ist schwierig. Die Übersetzungen der modernen Bibeln laufen hier auseinander.

 

c) Luther-1984: Ihr Herz haben sie verschlossen, mit ihrem Mund reden sie stolz.

d) Elberfelder: Mit ihrem Fett verschließen sie <sich>, mit ihrem Mund reden sie Anmaßungen.

 

Die Elberfelder benutzt das Substantiv »das Fett« und erklärt dazu: »Fett bedeckt die inneren Organe, mit denen die Empfindungen des Erbarmens und des Mitgefühls in Verbindung gebracht werden.« Das versucht im Wesentlichen wohl auch die Luther-1984 auszudrücken, wenn sie Herz statt Fett verwendet, um deutlicher auf den Sitz des Fühlens hinzuweisen (der verschlossen ist wegen des Fettes).

 

Wir verstehen den Begriff Fett, wie ihn die Quellen benutzen, als Symbol für Wohlgenährt, Wohlstand und Dekadenz. Diese Äußerlichkeiten sind sehr leicht an Menschen zu erkennen. Der Vers wird allgemein verständlicher, wenn dieses Symbol aufgelöst wird, z. B. so:

 

e) Ihr Wohlstand verschließt sie, sie reden Anmaßungen mit ihrem Mund.

f) Ihr dekadenter Wohlstand macht sie unzugänglich, sie reden anmaßend mit ihrem Mund.

g) Ihr Wohlstand macht sie herzlos, sie reden anmaßend mit ihrem Mund.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

fewr

 

fewer

Feuer, das

 

Luther benutzt beide Schreibweisen, sowohl fewr wie auch fewer.

 

→Ps 21,10

 

Der HERR wird ſie verſchlingen in ſeinem zorn / Fewr wird ſie freſſen.

 

Der HERR wird sie verschlingen in seinem Zorn. Feuer wird sie fressen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Fewrofen

Feuerofen, der (veraltet)

 

Ofen, der

 

→Ps 21,10

 

Du wirſt ſie machen wie einen Fewrofen

 

a) Du wirst sie machen wie einen Feuerofen

 

Luther-1984 übersetzt hier »Du wirst es mit ihnen machen wie im Feuerofen«.

 

Gemeint ist aber, dass aus ihnen etwas gemacht wird, was einem Feuerofen gleichkommt: Sie selbst sind der Ofen, in dem sie vom Feuer verschlungen werden.

 

b) Du wirst sie einem Ofen gleichmachen

c) Du wirst aus ihnen einen Ofen machen

d) Du wirst sie zu einem lodernden Feuer machen

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

finden

finden (Verb)

mhd: vinden

der Wirklichkeit entsprechend, verwirklicht, wirklich, echt, naturgetreu, wahrhaft u. s. w.

 

Formen

 

Im Präteritum Plural erscheint neben fanden auch funden.

 

  Luther-Deutsch Deutsch
Infinitiv finden finden
Präsens ich finde ich tue
  du findest du findest
  er findet er findet
  wir finden wir finden
  ihr findet ihr findet
  sie finden sie finden
Präteritum ich fand ich fand
  er fand er fand
  wir fanden
wir funden
wir fanden
  sie fanden
sie funden
sie fanden
Partizip Präteritum funden gefunden
 

funden (Verb)

mhd: vunden

funden ist

 

a) Präteritum Plural,

b) das alte Partizip Präteritum von finden

 

a) wir funden: wir fanden

b) ich habe funden: ich habe gefunden

 

 

 

→Ps 10,15

 

Zubrich den arm des Gottloſen / vnd ſuche das böſe / So wird man ſein gottlos weſen nimer finden.

 

Zebrich den Arm des Gottlosen und suche das Böse, so wird man sein gottloses Wesen nie mehr finden.

 

→Ps 107,4

 

Vnd funden keine Stad / da ſie wonen kundten

 

Und sie fanden keine Stadt, in der sie hätten wohnen können.

 

→Ps 84,4

 

Denn der Vogel hat ein haus funden / Vnd die Schwalbe jr neſt /

 

Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ihr Nest.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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finſter

finster (Adjektiv)

dunkel (Adjektiv)

ohne Licht

 

 

→1Mos 1,2

 

Vnd die Erde war wüſt vnd leer / vnd es war finſter auff der Tieffe /

 

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster über der Tiefe.

 

 

→Ps 139,12

 

Denn auch Finſternis nicht finſter ist bey dir / Vnd die nacht leuchtet wie der tag /

 

Denn auch Finsternis ist nicht finster bei dir, und die Nacht leuchtet wie der Tag.

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

→Register

das finſter

Finsternis, die

Dunkelheit, die

Dunkle, das

substantivischer Gebrauch des Adjektivs →finſter

 

Siehe auch: →Finſternis

 

→Ps 143,3

 

Er legt mich ins finſter / wie die Todten in der Welt.

 

Er legt mich in die Dunkelheit, wie die Toten in der Welt.

 

 

→Hiob 11,17

 

Vnd die zeit deines Lebens würde auffgehen / wie der mittag / vnd das finſter würde ein liechter morgen werden.

 

Und die Zeit deines Lebens würde aufgehen wie der Mittag, vund die Finsternis würde zu einem hellen Morgen werden.

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

→Register

Finſternis

Finsternis, die

Dunkelheit, die

Zustand ohne Licht, Helligkeit

 

 

→1Mos 1,2

 

Vnd die Erde war wüſt vnd leer / vnd es war finſter auff der Tieffe /

 

Und die Erde war wüst und leer, und es war finster über der Tiefe.

 

 

→1Mos 1,4-5

 

Da scheidet Gott das Liecht vom Finſternis / vnd nennet das liecht / Tag / vnd die finſternis / Nacht.

 

Da schied Gott das Licht von der Finsternis und nannte das Licht Tag und die Finsternis Nacht.

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

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finſtu

findest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von →finden (Verb)

 

Präsens:

finſtu: findest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

 

finſtu: findest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Spr 25,16

 

Finſtu Honig / ſo iſs ſein gnug / Das du nicht zu ſat werdeſt / vnd ſpeieſt es aus.

 

a) Falls du [irgenwann] Honig findest, dann iß davon nur so viel, dass du nicht zu satt davon wirst und ihn womöglich erbrichst!

b) Bestimmt findest du [irgendwann] Hönig! Aber dann iß davon nur soviel, dass du dich nicht übersättigst, und du dich nicht [künftig] davor ekelst.

 

 

 

SK Version 24.03.2019  

→Register

fittig
fittiche

Fittich, der

Flügel bzw. Federn der Vorkante des Flügels von Vögeln.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Fladdergeiſt

Flattergeist, der

lateinisch: homo vagus, der umherschweifende Mensch,

oder: homo vegis, der leichtsinnige Mensch

 

Menschen, die unbeständig und sprunghaft sind, die sich von neuen Dingen leicht ablenken lassen und sich in unzähligen Dingen verlieren können.

 

Luther erklärt den Begriff im Scholion zu Ps 119,113, allerdings sehr negativ bewertend:

 

Luther: Fladdergeiſter heiſſen hie die vnbeſtendigen Geiſter / die jmer etwas newes finden vnd fürnemen / Wie Ketzer pflegen zu thun.

 

→Ps 119,113

 

ICH haſſe die Fladdergeiſter / Vnd liebe dein Geſetze.

 

Ich hasse die Flattergeister und liebe dein Gesetz.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

fleuchen

fliehen (Verb)

 

flüchten (Verb)

 

Sie auch: →fleugen, fliegen

 

Die Bedeutungen fliegen, fliehen und flüchten gehen vermutlich auf den selben Wortstamm zurück und sind inhaltlich eng verwandt.

 

Vorkommen in der Lutherbibel:

2. Person Singular Imperativ: fleuch! fleuchs!

2.Person Plural Imperativ: fleucht!

3. Person Singular Präsens: fleucht

 

fleuch, fleucht, fleuchs
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
23 13 5 5
 

VerweisSir 13,13

 

13Dringe dich nicht selbs zu jm / Das du nicht verstossen werdest / Fleuchs auch nicht zu seer / das man dich zur not brauchen künde.

 

a) Dränge dich nicht selbst zu ihm, damit du nicht verstoßen wirst! Fliehe auch nicht zu weit, damit man dich zur Not noch brauchen könne!

b) Dränge dich nicht selbst zu ihm, damit du nicht verstoßen wirst! Entferne dich auch nicht zu weit, weil man dich zur Not noch brauchen könne!

 

VerweisSpr 23,5

 

5Las deine Augen nicht fliegen dahin / das du nicht haben kanſt / Denn das ſelb macht jm flügel wie ein Adeler / vnd fleucht gen Himel.

 

... Denn dasselbe macht ihnen [den Augen] Flügel wie ein Adler [sie hat], und sie [die Augen] entfliehen gen Himmel.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

fleugen

fliegen (Verb)

 

Sie auch: →fleuchen, fliehen, flüchten

 

Die Bedeutungen fliegen, fliehen und flüchten gehen vermutlich auf den selben Wortstamm zurück und sind inhaltlich eng verwandt.

 

Vorkommen in der Lutherbibel:

3. Person Singular Präsens: fleuget, fleugt

 

fleuget, fleugt
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
10 9 1 0
 

→Jes 28,16

 

Wer gleubt / der fleugt nicht.

 

a) Wer glaubt, der fliegt nicht davon.

 

Warum hier das Wort fleugt (fliegt) steht und nicht fleucht (flieht), wie es moderne Übersetzungen wiedergeben, erklärt Luther in seinem Scholion zu diesem Vers:

 

(Fleugt nicht) Ein böſe Gewi­ſſen flö­ge wol durch einen ei­ſern Berg / wo es müg­lich were / ſo grew­lich er­ſchrickt es vnd fürch­tet ſich / ſo offt jm ei­ne not be­geg­net. Aber ein gleu­big Hertz ſte­het ſi­cher vnd ſpot­tet auch der Hel­len pfor­ten.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

flieſſen
fleuſſet
fleuſſt

fliessen (Verb)

fließen

 

Infinitiv: flieſſen

3. Person Singular Präsens: fleuſſet, fleuſſt

3. Person Plural Präsens: flieſſen

 

→1Mos 2,11

 

Das erſt heiſſt Piſon / das fleuſſet vmb das gantze Land Heuila

 

Der erste heißt Pischon. Er fließt um das ganze Land Hewila

 

→1Mos 2,13

 

Das ander waſſer heiſſt Gihon / das fleuſſt vmb das gantze Morenland.

 

Das zweite Strom heißt Gihon. Er fließt um das ganze Land Kusch

 

→Ps 119,136

 

Meine augen flieſſen mit waſſer / Das man dein Geſetz nicht helt.

 

Meine Augen sind voller Tränen, weil man dein Gesetz nicht hält.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

foddern

fordern (Verb)

a) fordern, einfordern, verlangen

b) auffordern

 

foddern
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
141 61 35 45
 

foddern im Sinne von verlangen:

 

→Ps 78,18

 

Vnd verſuchten Gott in jrem hertzen / Das ſie Speiſe fodderten fur jre Seelen.

 

Und versuchten Gott in ihren Herzen, als sie Speise forderten für ihre Seelen.

 

foddern im Sinne von auffordern, zu kommen:

 

→Apg 10,5

 

Vnd nu ſende Menner gen Joppen / vnd las foddern Simon / mit dem zunamen Petrus

 

EUnd nun sende Männer nach Joppe und lass Simon holen, der den Beinamen Petrus hat.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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freidig

freidig (Adjektiv, veraltet)

oft vermischt mit freudig (Adjektiv)

 

a) flüchtig

b) von Tieren: frech, wild

c) von Menschen im guten Sinn: kühn, mutig, tapfer

d) von Menschen: trotzig, frech, unverschämt

 

→Ps 51,14

 

Tröſte mich wider mit deiner Hülffe / Vnd der freidige Geiſt enthalte mich.

 

Tröste mich noch einmal mit deiner Hilfe. Und der aufmunternde Geist erhalte mich.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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frembd

fremd (Adjektiv)

Hauptbedeutungen:

 

a) fernher sein, aus weiter Ferne sein

benutzt z. B. für Menschen, die aus fernen oder anderen Ländern stammen (so für Ausländer).

 

b) nicht eigen sein, nicht angehören

benutzt z. B. für Menschen, die nicht dem eigenen oder beschriebenen Personenkreis angehören (z. B. Familien, Gesellschaften, Dörfer, Städte, usw.).

 

Das Adjektiv kann sich auf alles in der Lebenswelt beziehen (Sachen, Tiere, Menschen, Götter, Sprachen, Ideen, Rituale, usw.).

 

→Ps 18,45-46

 

Ja den frembden Kindern hats wider mich gefeilet. Die frembden Kinder verſchmachten / Vnd zappeln in jren banden.

 

Ja, die fremden Kinder haben gegen mich versagt. Die fremden Kinder vergehen vor Sehnsucht und zappeln in ihren Räuberbanden.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Frembdlinger
Frembdling

Fremde, der

Fremdling, der

Luther verwendet die beiden Begriffe Frembdlinger und Frembdling gleichberechtigt, ohne Unterscheidung und abwechselnd, so wie wir die Begriffe Fremder und Fremdling kaum differenzieren.

 

Gemeint ist allgemein der Fremde, der Außenstehende, der nicht zum beschriebenen Personenkreis gehört.

 

→2Mos 20,10

 

Da ſoltu kein werck thun / noch dein Son / noch dein Tochter / noch dein Knecht / noch dein Magd / noch dein Vieh / noch dein Frembdlinger / der in deinen thoren iſt.

 

Während die erste Gruppe in der Aufzählung (Sohn, Tochter, Knecht, Magd, Vieh) zum Haus gehört, ist der Frembdlinger hier als Besucher oder Gast zu verstehen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Freudenöle

Freudenöl, das

lateinisch: unguentum laetificum, freudiges Salböl

 

Vermutlich eine Salbölmischung, die besonders zu Freudenfesten benutzt wurde.

 

→Ps 45,8

 

Darumb hat dich Gott / dein Gott / geſalbet mit Freudenöle

 

Darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl

 

 

SK Version 17.01.2019  

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freuel

Frevel, der

mhd: frevel

Bewusster Verstoß gegen die geltende (göttliche oder weltliche) Ordnung aus Übermut, Auflehnung oder Missachtung.

 

Adjektivisch gebraucht

 

→Ps 35,8

 

Es tretten freuel Zeugen auff / Die zeihen mich des ich nicht ſchüldig bin.

 

Es treten falsche Zeugen auf. Sie bezichtigen mich, obwohl ich nicht schuldig bin.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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freueln

freveln (Verb)

ursprünglich: mit Kraft und Gewalt handeln,

allerdings fast nur noch im negativen Sinn gebraucht:

 

a) gewalttätig und (oder) vermessen handeln

b) frech, trotzig und verwegen handeln

 

In Bezug auf göttliche (oder weltliche) Ordnung:

aus Übermut, Auflehnung oder Missachtung handeln

 

 

SK Version 04.08.2017  

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frewen

 

ſich frewen

freuen (Verb)

 

sich freuen (Verb)

Luther verwendet in seiner Bibelübersetzung ausschließlich das reflexive »sich freuen«.

 

→Ps 14,7

 

So würde Jacob frölich ſein / vnd Jſrael ſich frewen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Frewlin

Fräulein, das

Frewlin
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
10 8 1 1

mhd: freuwelîn, fröuwelîn

Weiblicher Mensch.

 

Das Wort »Fräulein« impliziert ein vornehmes, edles und junges Mädchen.

 

→1Mos 1,27

 

VND Gott ſchuff den Menſchen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.

 

In 1Mos 1,27 kommen das Geschlecht und das Alter zum Tragen. Gemeint ist junge Frau.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Friedfertige

Friedfertige, der

enthält die Bedeutung des lat. pacificus, Frieden stiftend

 

Friedsamer und Frieden stiftender Mensch

 

Aus dem Scholion zu →Mt 5,9

Luther erklärt den Begriff Friedfertige in Abgrenzung zum Begriff Friedsame:

 

Die Friedfertigen ſind mehr denn Friedſamen / nemlich / die den friede machen / fordern vnd erhalten vnter andern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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frömkeit

 

fromkeit

Frömmigkeit, die

ursprünglich in den Bedeutungen Tüchtigkeit, Tapferkeit.

 

Eine anhaltende (tüchtige), passive Verehrung der Göttlichkeit bzw. göttlicher Gesetze, verbunden mit Vertrauen, die sich gegen alle Anfechtungen stellt (Tapferkeit).

 

 

SK Version 04.08.2017  

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from

 

frum

fromm (Adjektiv)

a) brav, tüchtig, tapfer

b) nützlich, gut

c) ordentlich, ehrlich

d) unschuldig, unsträflich

e) gewissenhaft, liebevoll, pflichtgetreu (gegenüber Gott)

f) fromm, verehrend

 

 

Eine anhaltende (tüchtige), die Göttlichkeit pflichtgetreu verehrende Eigenschaft, die von Tapferkeit gegen alle Anfechtungen getragen wird.

 

 

frum:

 

→Lk 18,9

 

ER ſaget aber zu etlichen / die ſich ſelbs vermaſſen / das ſie frum weren /

 

Er sagte zu etlichen, die von sich selbst überzeugt waren, dass sie fromm wären ...

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Frome

Fromme, der

a) der Brave, Tüchtige, Tapfere

b) der Nützliche, Gute

c) der Ordentliche, Ehrliche

d) der Unschuldige, Unsträfliche

e) der Gewissenhafte, Pflichtgetreue (gegenüber Gott)

f) der Fromme, Verehrende

 

 

Ein Mensch, der anhaltend (tüchtig) Gott und die Gebote pflichtgetreu verehrt, und dabei tapfer gegen alle Anfechtungen besteht.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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früe

früh (Adjektiv)

im Sinne von: morgens, in der Frühe

 

→Ps 5,4

 

früe wolteſtu meine ſtim hören / Früe wil ich mich zu dir ſchicken

 

Am Morgen hast Du mein Gebet erwartet! In der Frühe will ich mich an dich wenden.

 

Der Morgen ist die Zeit für das Beten (s. →Ps 17,15 u.a.).

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

fürnemen

 

furnemen

fürnehmen (Verb, veraltet)

(sich) vornehmen

 

a) vor sich nehmen, vor Augen nehmen, ins Auge fassen

b) zur Tat nehmen, gebrauchen: sich vornehmen für eine Untersuchung, Prüfung, Erforschung usw.

c) sich vornehmen mit dem Willen zur Ausführung

d) zuvorkommend, hindernd, vorbeugende: vorauskommen

e) sich herausnehmen, sich Freiheiten erlauben, darauf bedacht sein

f) sich denken, sich vorstellen, sich einbilden

 

Hinweise:

 

a) Der Infinitiv wird auch substantiviert gebraucht: fürnemen, das Fürnehmen

b) Luther schreibt alle Formen (Verben und Substantive) ohne »h«: fürnemen

 

 

Scholion zu →Ps 119,113

 

Luther: Fladdergeiſter heiſſen hie die vnbeſtendigen Geiſter / die jmer etwas newes finden vnd fürnemen / Wie Ketzer pflegen zu thun

 

Das Wort →Flattergeister meint die unbeständigen Geister, die sich immer etwas Neues ausdenken und vornehmen, wie es die Ketzer zu tun pflegen.

 

→Jes 29,15

 

als substantivierter Infinitiv:

 

WEh / die verborgen ſein wollen fur dem HERRN / jr Furnemen zuuerhelen / vnd jr Thun im finſtern halten /

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Fürnemeſten

Vornehmsten, die

die ganz nach vorn gebrachten Personen

 

Im gesellschaftlichen oder politischen Stand: die Führer, Anführer, Vorstehende, Leiter usw.

 

→Ps 78,31

 

Da kam der zorn Gottes vber ſie / vnd erwürget die Fürnemeſten vnter jnen

 

Da kam der Zorn Gottes über sie. Und <er> erwürgte die Vornehmsten unter ihnen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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fur

a) vor (Präposition)

 

b) für (Präposition)

 

c) fuhr (Verb)

Die Präpositionen vor und für

 

Die beiden heutigen Wörter vor und für gehen sprachlich auf das selbe Wort zurück, was in der Lutherbibel noch gut verfolgt werden kann.

 

Überwiegend tritt fur in der Bedeutung vor auf und ist gleichbedeutend mit Luthers Schreibweise vor.

 

Die konkrete Bedeutung erschließt sich aus dem Textzusammenhang.

 

Das Verb fuhr

 

Das Wort fur kann auch das Verb fahren (Luther-Deutsch: faren) in der 3. Person Singular Präteritum meinen.

 

Beispiel der Bedeutung »vor«:

 

→Ps 3,1

 

Ein Pſalm Dauids / Da er floh fur ſeinem ſon Abſalom.

 

Ein Psalm Davids, [gesungen,] als er vor seinem Sohn Aschalom floh.

 

Beispiel der Bedeutung »für«:

 

→Ps 40,18

 

Denn ich bin Arm vnd Elend / Der HERR aber ſorget fur mich

 

Denn ich bin arm und elend. Der HERR sorgt aber für mich.

 

Beispiel der Bedeutung »fuhr«:

 

→Ps 18,10

 

Er neigete den Himel vnd fur herab

 

Er neigte den Himmel und fuhr herab.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Fur das Erbe

Für das Erbe (Ausdruck)

→Ps 4,1

 

Ein Pſalm Dauids / vor zu ſingen / Fur das Erbe.

 

Hier übersetzt Luther den Text der lateinischen Biblia Vulgata. In dieser Form war der Text noch bis zur Ausgabe von 1912 in den Lutherbibeln enthalten.

 

Doch der Originaltext in hebräischer Sprache (Biblia Hebraica) heißt übersetzt in etwa:

 

»Dem Chorleiter. Zu Flöten. Ein Psalm von David«.

 

Dies macht nun anders als Luthers ursprünglicher Text Sinn: Der erste Satz vieler Psalmen enthält neben dem Namen des Autors auch Anweisungen dazu, wie der Psalm vorzutragen ist.

 

Der Psalm 5 sollte demnach vom Chorleiter (Vorsänger) gesungen werden, musikalisch begleitet von Flöten.

 

Alle modernen Bibelausgaben zeigen daher diese oder eine ähnliche Übersetzung. So die Lutherbibel mit dem revidierten Text von 1964: Ein Psalm Davids, vorzusingen, zum Flötenspiel.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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fur geſetzt

vorgesetzt (Verb)

von: vorsetzten (Verb)

 

Jch hab mir fur geſetzt

1. Person Singular Perfekt Aktiv Indikativ

 

Verwendet in der Bedeutung sich etwas fest vornehmen, sich etwas auferlegen

 

→Ps 17,3

 

Jch hab mir fur geſetzt / das mein mund nicht ſol vbertretten.

 

a) Ich habe mir vorgesetzt, dass mein Mund nicht übertreten soll.

b) Ich habe mir fest vorgenommen, dass mein Mund sich nicht vergehen soll.

c) Ich habe mir auferlegt, dass mein Mund sich nicht vergehen soll.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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fur vber

vorüber (Adverb)

fur vber
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
36 23 3 10

vorüber, vorbei

 

fahren: fur vber feret, Weish 5,9

gehen: fur vber gehen, Ps 141,10

gehen: fur vbergehen, Hiob 11,16

kommen: fur vber kam, Hld 3,4

sein: fur vber iſt, Weish 5,10

ziehen: fur vber gezogen, Ps 48,5

 

→Ps 48,5

 

DEnn ſihe / Könige ſind verſamlet / Vnd miteinander fur vber gezogen

 

Denn siehe: Könige sind versammelt und sind miteinander vorüber gezogen.

 

→Ps 141,10

 

Die Gottloſen müſſen in jr eigen Netze fallen mit einander / Jch aber jmer fur vber gehen.

 

Die Gottlosen sollen gemeinsam in ihre eigenen Netze fallen, ich aber gehe immer daran vorbei.

 

→Hiob 11,16

 

Denn würdeſtu der mühe vergeſſen / vnd ſo wenig gedencken / als des waſſers das fur vbergehet.

 

Dann würdest Du alle Mühe vergessen und so wenig gedenken, wie des Wassers, das vorüber geht.

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

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fur vber gehen

vorübergehen (Verb)

vorübergehen, daran vorbeigehen

 

→Ps 141,10

 

Die Gottloſen müſſen in jr eigen Netze fallen mit einander / Jch aber jmer fur vber gehen.

 

Die Gottlosen sollen gemeinsam in ihre eigenen Netze fallen, ich aber gehe immer daran vorbei.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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fur vnd fur

immerfort

eigentlich: vor und vor

 

vorwärts und vorwärts

weiter und weiter

 

unaufhörlich vorwärts in der Bewegung, andauernd, immerfort vorwärts, immerfort, auf Ewig, ewiglich, usw.

 

→Ps 61,7

 

DV gibſt einem Könige langes leben / Das ſeine jare wehren jmer fur vnd fur.

 

Du gibts einem König langes Leben, damit seine Jahre währen immer weiter und weiter.

 

→Ps 146,10

 

Der HERR iſt König ewiglich / Dein Gott Zion fur vnd fur

 

Der HERR ist König ewiglich, dein Gott, Zion, immerfort.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Fürnemen

 

Furnemen

Fürnehmen, das (veraltet)

Substativierung des Verbs fürnehmen

 

a) die vom Willen gefasste Entscheidung zur Ausführung: das Vorhaben

b) Standpunkt (in einer Sache): Position beziehen, einnehmen

c) eine Unternehmung: das Unternehmen

 

folglich:

 

Fürnemer: Fürnehmer, der

 

a) einer, der sich etwas auszuführen vornimmt: der Unternehmer, der Veranstalter

b) einer von hohem Stande und Ansehen: der Vornehme

 

Fürneme: (abwertend:) Vornehmtuerei, die

 

sich den Schein des Vornehmen geben.

 

Hinweise:

a) Luther schreibt alle Formen (Verben und Substantive) ohne »h«: fürnemen

b) Variante: furnemen (»u« statt »ü«)

 

→Ps 5,11

 

Schüldige ſie Gott / das ſie fallen von jrem Furnemen

Sprich sie schuldig, Gott, dass sie abfallen von ihrem Vorhaben

... dass sie von ihren Unternehmenungen Abstand nehmen

... dass sie von ihrer Vornehmtuerei ablassen

 

→Ps 106,43

 

ER errettet ſie offtmals / Aber ſie erzürneten jn mit jrem fürnemen

Er rettete sie oft. Aber sie erzünten ihn mit ihren Vorhaben.

... Aber sie erzünten ihn mit ihrer Vornehmtuerei.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

furſetzen

vorsetzten (Verb)

auch in getrennter Schreibweise: fur ſetzen

 

Verwendet in der Bedeutung sich etwas fest vornehmen, sich etwas auferlegen

 

→Ps 17,3

 

Jch hab mir fur geſetzt / das mein mund nicht ſol vbertretten.

 

a) Ich habe mir vorgesetzt, dass mein Mund nicht übertreten soll.

b) Ich habe mir fest vorgenommen, dass mein Mund sich nicht vergehen soll.

c) Ich habe mir auferlegt, dass mein Mund sich nicht vergehen soll.

 

→Rom 1,13

 

JCH wil euch aber nicht verhalten / lieben Brüder / das ich mir offt habe furgeſetzt / zu euch zu komen

 

Ich möchte Euch aber nicht verschweigen, liebe Brüder, dass ich es mir oft vorgenommen hatte, zu euch zu kommen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

G

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

G

G (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

G

g

Beschreibung

G g

reguläre Schrifttype für einfachen Text

G g

Schrifttype für Auszeichnungen

G g

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

G g

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweis:

Der Großbuchstabe »G« der Schmuck-Frakturschrift sollte nicht mit dem »B« der Frakturschriften oder der Antiquaschriften verwechselt werden.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Galehen

 

Galee

Galeeren, die (Plural)

Galehen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1 1 0 0

 

In der Lutherbibel von 1545 kommt das Wort nur einmal im Plural vor (Jes 33,21), im Singular gar nicht.

 

Der zugehörige Singular heißt Galee.

 

Die Schreibweise Galehen ist eine Variante zum Plural Galeen. Luther nutzt an dieser Stelle nach den Regeln des Deutsches seiner Zeit das »h«, um anzuzeigen, dass das Wort nicht als »Galehn« (mit einem einzigen langen »e«) zu sprechen sei, sondern in der Aussprache dem ersten, langen »e« ein zweites, kurzes folgt, das getrennt zu sprechen ist.

 

 

Anmerkung

Manche neueren Textausgaben der Lutherbibel von 1545 sehen Galehen als Schreibfehler an und korrigieren nach »Galeren«. Dies ist unserer Meinung nach falsch. Der Plural müsste wie gezeigt Galeen heißen. Luther benutzt an anderer Stelle auch Galleen. Belegt ist daneben bei anderen Autoren »Galeern«. Das Wort »Galeren« hingegen scheint weder bei Luther noch in Dritttexten jener Zeit belegt zu sein.

Im heutigen Sprachgebrauch lautet der Plural »Galeeren« (so auch schon der Lutherbibel von 1912).

 

 

Bedeutung

 

Die Galeere ist ein besonderer Schiffstyp, bevorzugt eingesetzt als ein Streitschiff oder Kampfschiff. Oft wird unter dem Begriff auch ein Strafschiff verstanden.

 

Herkunft

 

Allgemein angenommen wird, dass das Wort vom Griechischen γαλἐη (galéē, das Wiesel) stamme und quasi als Typenbezeichnung fungiere, was aber ungesichert ist. Dahinter befindet sich wohl die Vorstellung, dass dieser Schiffstyp »flink wie ein Wiesel« über das Wasser gleitet.

 

Denkbar ist auch die Verwandtschaft mit dem altgriechischen γαλήνη, Galéne, das Meeresstille bedeutet: Das Meer ruht ohne Bewegung, weil kein Wind die Wellen auftreibt (So z. B. verwendet in →Mt 8,26; →Mk 4,39; →Lk 8,24).

 

Erläuterungen

 

Die Galeere des Mittelalters, wie sie im Mittelmeerraum eingesetzt wurde, besaß zwar zwei Masten mit Segel, doch ihre Wendigkeit und Schnelligkeit war vor allem den Mannschaften zu verdanken, die das Schiff mit Rudern antrieben. Auf diese Weise konnte die Galeere auch bei Windstille und sogar gegen den Wind Fahrt aufnehmen. Der entscheidende Vorteil (sowohl strategisch wie auch öko­no­misch) ergab sich aus der hybriden Antriebstechnik, die auch dann den Einsatz ermöglichte, wenn Flauten andere Schiffe lahm legten oder ungünstige Winde ihnen Routen ver­sperr­ten oder Umwege aufzwangen.

 

Für die harte Arbeit an den Rudern wurden oftmals Sträflinge herangezogen, die auch aus Deutschland den Schiffseignern (vor allen nach Italien) als Sklaven verkauft wurden.

 

Der Begriff war den Lesern der deutschen Lutherbibel daher durchaus geläufig.

 

Der hebräische Text

 

Der hebräische Text verwendet an dieser Stelle einen zusammengesetzten Begriff, der in etwa Ruderschiffsverband, Ruderflotte bedeutet: (אֳנִי־שַׁ֔יִט, ͻoniy_šayitͅ; Kollektivbegriff; etwa: »eine Flotte, [bestehend aus Schiffen] mit Rudern«). Diese Beschreibung entsprach den im Mittelalter bekannten Galeeren, weshalb Luther diese Übersetzung wählte.

 

Was der Text in Jesaja vermitteln möchte, ist, dass die Gewässer so riesig und gewaltig wären, dass sich weder ein großes Ruderboot, noch eine Flotte von Ruderschiffen darauf wagen könne. Dabei handelt es sich um Schiffe (wie man zu Zeiten Jesajas wußte), die mit den damals bekannten Gewässern problemlos zurecht kamen.

 

 

Verwendung im Plural

 

→Jes 33,21

 

Denn der HERR wird mechtig daſelbſt bey vns ſein / vnd werden weite Waſſergraben ſein / das darüber kein Schiff mit rudern faren / noch Galehen da hin ſchiffen werden.

 

Denn der HERR wird dort bei uns mächtig sein. Flüsse und breite Wassergräben wird es geben, auf denen kein Schiff mit Rudern fahren kann; keine Galeeren werden dahin schiffen können.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Galilea

 

Gali­le­iſches land

Galiläa (Name)

hebräisch: ‏הגליל(haGalil)

griechisch: Γαλιλαία (Galilaia)

lateinisch: Galilaea

 

Nördlicher Teil Palästinas mit einer wechselhaften Geschichte, in der dort verschiedene, nicht-jüdische Bevölkerungsgruppen sesshaft waren. Herodes der Große konnte Galiläa schließlich in sein Reich einverleiben. Nach seinem Tod im Jahr 4 v. Chr. wurde von Kaiser Augustus Herodes Antipas, ein Sohn von Herodes dem Großen, als Gebietsfürst (Vierfürst; Tetrach) eingesetzt, der über Galiläa und Peräa bis zu seiner Absetzung im Jahr 39 n. Chr. herrschte.

 

Das Gebiet, in dem Jesus lebte und wirkte

 

Galiläa ist das Gebiet, in dem sich die meisten Jesus-Geschichten von Jesu Kindheit bis zu seiner Reise nach Jerusalem abspielten. Dort befinden sich die aus den Geschichten bekannten Orte, wie die Städte Nazaret und Kapernaum sowie der See Genezareth.

 

Herodes Antipas war kein Despot und er war längst nicht so machtgierig wie sein Vater oder wie sein Bruder Herodes Archelaos, der über Samaria und Judäa von 4 v. Chr. bis 6 n. Chr. herrschte. Dies gab dem erwachsenen Jesus den nötigen Freiraum für sein öffentliches Auftreten und war wohl einer der Gründe, warum er das Herrschaftsgebiet des Herodes Antipas nicht verließ, bestenfalls noch die westlichen Gebiete des Herodes Phillipos östlich des Jordans bereiste (Caesarea Phillipi, Dekapolis).

 

Judäa, mit den Gebieten Samaria, Judäa und Idumäa, war ab 6 n. Chr. direkte römische Provinz und unterstand dem römischen Präfekten. Dort herrschten die Hohepriester (wie Hannas und Kajafas), die für alle jüdischen Angelegenheiten mit der Duldung Roms zuständig waren. Sie waren für Jesus, seine religiösen Ansichten und sein Wirken in der Bevölkerung gefährliche Gegenspieler.

 

Vgl. dazu unsere Karten

a) Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

b) Palästina zwischen 4 v. Chr. und 6 n. Chr.

 

 

SK Version 31.01.2019  

→Register

Gebaliter

Gebaliter, der

Gebaliter, die (Plural)

Bewohner der Stadt Gebal.

 

Gebal ist eine phönizische Stadt an der Mittelmeerküste wird mit dem heutigen Dschubail gleichgesetzt, das ungefähr 30 km nördlich von Beirut liegt.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

geben

geben (Verb)

 

zu geben (Redensart aus dem Geschäftsleben)

 

nachgiebig werden, zulassen

 

→Ps 16,10

 

DEnn du wirſt meine Seele nicht in der Helle laſſen / Vnd nicht zu geben / das dein Heilige verweſe.

 

Denn du wirst meine Seele nicht im Totenreich lassen und nicht zulassen, dass dein Heiliger verwese.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gebererin

Gebärerin, die (veraltet)

Gebererin
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
7* 7 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

eine im Gebären begriffene Frau, eine gebärende Frau,

eine Frau, die in den Wehen liegt

 

Das Wort steht in allen Belegstellen als bildhafter Vergleich für Angst und Schmerzen, wie sie das Gebären auslösen, die jemanden erfasst haben oder erfassen sollen.

 

→Ps 48,7

 

Zittern iſt ſie da ſelbs ankomen / Angſt wie eine Gebererin.

 

Zittern hat sie erfasst, Angst, wie sie eine Frau hat, die in den Wehen liegt.

 

→Jes 13,8

 

Schrecken / angſt vnd ſchmertzen wird ſie ankomen / es wird jnen bang ſein / wie einer Gebererin /

 

→Jes 21,3

 

Derhalben ſind meine Lenden vol ſchmertzens / vnd angſt hat mich ergriffen / wie eine Gebererin /

 

→Jes 42,14

 

Nu aber wil ich / wie eine Gebererin / ſchreien /

 

→Jer 4,31

 

Denn ich höre ein geſchrey / als einer Gebererin / Eine angſt / als einer die in den erſten Kindſnöten iſt /

 

→Jer 6,24

 

Es wird vns angſt vnd weh werden / wie einer Gebererin.

 

→Hos 13,13

 

Denn es ſol jnen wehe werden / wie einer Gebererin /

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gebet Dauids

Gebet Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von →Psalm 17 und →Psalm 86.

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Gebeut

Gebot, das

a) Substantiv zu bieten (Verb)

b) Substantiv zu gebieten (Verb); siehe →gebieten

 

In der Bibel wird das Wort fast immer als Substantiv zu gebieten (d. i.: Gebot) im Sinne der göttlichen Gebote und der gesetzlichen Verordnungen benutzt.

 

→Jes 28,10

 

Denn (ſie ſagen) Gebeut hin / gebeut her / gebeut hin / gebeut her / Harre hie / harre da / harre hie / harre da / Hie ein wenig / da ein wenig.

 

Denn (sie sagen): Gebot hin, Gebot her, Gebot hin, Gebot her. Harre hier, harre da, harre hier, harre da. Hier ein wenig, da ein wenig.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gebieten

 

gebiete

 

gebeut

 

gebot

gebieten (Verb)

einen Auftrag geben

 

Das starke Verb besitzt im Präsens einen heute nicht gebräuchlichen Vokalwechsel.

 

Formen in der Luther-1545

 

ich gebiete, 1. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: immer mit »ie«

 

er gebeut (er gebietet), 3. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: mit »eu«

 

gebeut! (gebiete!), 2. Person Singular Imperativ: mit »eu«

 

er gebot (er gebot), 3. Person Singular Präteritum Aktiv Indikativ

 

Beispiel Präsens, 1. Person

 

→2Mos 4,23

 

Vnd ich gebiete dir / das du meinen Son ziehen lassest

 

Und ich gebiete dir, dass du meinen Sohn ziehen lässt

 

Beispiel Präsens, 3. Person

 

→Ps 148,5

 

Die ſollen loben den Namen des HERRN / Denn er gebeut / ſo wirds geſchaffen.

 

Die sollen den Namen des HERRN loben, denn er gebietet und so wird es erschaffen.

 

Beispiel Präteritum, 3. Person

 

→Ps 78,23

 

Vnd er gebot den Wolcken droben / Vnd thet auff die thüre des Himels.

 

Und er gebot den Wolken oben und öffnete die Tür des Himmels.

 

Beispiel Imperativ

 

→3Mos 6,8-9

 

8VND der HERR redet mit Moſe / vnd ſprach / 9Gebeut Aaron vnd ſeinen Sönen / vnd ſprich / Dis iſt das Geſetz des Brandopffers.

 

Und der HERR redete mit Mose und sprach: »Gebiete Aaron und seinen Söhnen und sprich: Dies ist das Gesetz des Brandofers«.

 

 

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Gebis

Gebiss, das

a) das, womit man beißt, die Zähne als Ganzes, sowohl von Menschen wie auch von Tieren

b) die Gebissstange, die Kandare als Teil des Zaumzeugs für Reit- und Lasttiere

 

→Ps 32,9

 

Welchen man Zeum vnd Gebis mus ins Maul legen

 

a) Denen man Zaumzeug und Kandare ins Maul legen muss.

b) Die mit Zaumzeug und Kandare gebändigt werden müssen.

 

 

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geengſter

geängsteter (Adjektiv)

von: ängsten (veraltet für sich ängstigen)

 

veränstigter

 

→Ps 51,19

 

ein geenſter Geiſt : Ein Geist, der in Angst, Sorge, Unruhe versetzt ist.

ein geengeſtes vnd zuſchlagen Hertz: ein verängstigtes und gebrochenes Herz

 

 

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engſten
geengſtet

ängsten (Verb; veraltet)

veraltet für:

 

a) ängstigen, sich ängstigen,

b) verängstigen

 

ich werde geengſtet: ich werde verängstigt

 

 

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Gefeſs

Gefäß, das

 

→Ps 31,13

 

Jch bin worden wie ein zebrochen Gefeſs.

 

Ich bin geworden wie ein zebrochenes Gefäß.

 

 

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gegen dem morgen

gegen den Morgen (Ausdruck)

nach Osten

Gegen (Präposition mit Akkusativ) bezeichnet räumlich die Ausrichtung auf etwas hin.

Der Dativ, den Luther für die Beschreibung des Ziels benutzt (»dem Morgen«), ist heute nicht mehr gebräuchlich.

 

Der Morgen steht für die Himmelsrichtung, in der die Sonne aufgeht: Osten.

 

Die heutigen Übersetzungsvarianten wären:

a) gegen den Morgen (veraltet)

b) gegen Osten

c) nach oder im Osten

 

 

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geharniſcht

geharnischt (Verb)

Partizip Passiv zu harnischen (Verb)

 

1) im eigentlichen Sinn der Kriegsausstattung: gerüstet, in voller Rüstung

2) übetragen, bildlich: gerüstet, vorbreitet, mit dem Notwenigen ausgestattet

 

→Ps 78,9

 

Wie die kinder Ephraim ſo geharniſcht den Bogen füreten / Abfielen zur zeit des b ſtreits.

 

Wie die Nachkommen Ephraims so gerüstet den Bogen führten und abfielen in der Zeit des Streits.

 

 

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gehen

gehen (Verb)

Bewegung des Laufens

 

zugehen für »um zu gehen« bzw. für »zum Gehen«

 

→Ps 18,37

 

Du machſt vnter mir raum zugehen / Das meine Knöchel nicht gleiten.

 

a) Du machst unter mir Platz, um zu gehen, dass meine Knöchel nicht ausrutschen.

b) Du machst unter mir Platz zum Gehen, damit meine Knöchel nicht ausrutschen.

 

 

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Gehülffe

 

Gehülfe, der (veraltet)

Gehilfe, der

 

Das Wort, eigentlich maskulin (der), wird auch für den weiblichen Gehilfen in gleicher Weise (maskulin dekliniert; der) gebraucht. Die Unterscheidung ergibt sich erst durch die Konkretisierung der Person, so in 1Mos 2,18.20.

 

→1Mos 2,18

 

Es iſt nicht gut das der Menſch allein ſey / Jch wil jm ein Gehülffen machen / die vmb jn ſey.

 

a) Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm einen Gehilfen machen, die um ihn sei.

b) Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

 

→1Mos 2,20

 

Aber fur den Menſchen ward kein Gehülffe funden / die vmb jn were.

 

a) Aber für den Menschen wurde kein Gehilfe gefunden, die um ihn wäre.

b) Aber für den Menschen wurde keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gelt

Geld, das

Die Schreibweise Gelt (das oder der) ist eine ältere Form von Geld (das).

 

Es ist das substantivierte Verb gelten und meint:

 

Lohn, Vergeltung, Zahlung,

dann auch Zahlungsmittel

 

→Ps 15,5

 

Wer ſein Gelt nicht auff Wucher gibt

 

Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht

 

→Ps 68,31

 

Die da a zutretten vmb Gelts willen

 

Die da wegen des Geldes hinzutreten

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gelübde

Gelübde, das

Abkommen, Vertrag, Bündnis

 

eigenlich ein gegenseitiges oder allseitiges Gutheißen eines Vorschlages, in dem man sich einigte

 

Für Luther ist ein Gelübde ein Gelöbnis.

 

Scholion zu →Ps 76,12

Luther: (Gelobet) Das er ſol ewr Gott ſein / wie das erſte Gebot wil / vnd gelobt nicht den Heiligen noch andere Gelübde.

 

Die Erfüllung des Gelübdes bezeichnet Luther regelmäßig mit bezahlen.

 

→Ps 22,26

 

Jch wil meine Gelübde bezalen

 

Ich will meine Gelübde erfüllen

 

→Ps 50,14

 

OPffere Gott Danck / Vnd bezale dem Höheſten deine Gelübde.

 

Erweise Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde.

 

→Ps 61,6.9

 

6Denn du Gott höreſt meine Gelübde

9Das ich meine Gelübde bezale teglich.

 

6Denn du, Gott, hörst meine Gelübde.

9und damit täglich meine Gelübde erfülle.

 

→Ps 65,2

 

Vnd dir bezalt man Gelübde

 

Und dir gegenüber erfüllt man Gelübde

 

→Ps 66,13

 

Vnd dir meine Gelübde bezalen.

 

Und dir gegenüber meine Gelübde erfüllen

 

→Ps 116,14.18

 

14Jch wil meine Gelübde dem HERRN bezalen

18Jch wil meine Gelübde dem HERRN bezalen

 

Ich will dem HERRN meine Gelübde erfüllen

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gemecht

Gemächt, das

Wort mit vielerlei Bedeutung.

Allgemein ist es die substantivierte Form des Verbs machen.

 

→Ps 103,14

 

DEnn er kennet was für ein Gemecht wir ſind.

 

Bedeutung:

 

a) Er weiß, woraus wir gemacht sind.

a) Er weiß, von welchem Typ, von welchem Schlag wir sind.

c) Er kennt unseren Charakter.

Usw.

 

→Jes 29,16

 

Gleich als wenn des Töpffers thon gedechte / vnd ein werck ſpreche von ſeinem Meiſter / Er hat mich nicht gemacht / Vnd ein Gemechte ſpreche von ſeinem Töpffer / Er kennet mich nicht.

 

Als ob des Töpfers Ton sich für etwas halten könnte, als ob ein Werk über seinen Meister aussage: "Er hat mich nicht gemacht.", und ein Erzeugnis von seinem Töpfer behaupte: "Er kennt mich nicht.".

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gemein

gemein (Adjektiv)

a) gemeinschaftlich, mehreren zukommend, üblich, ge­bräuch­lich

b) abwertend: liederlich, abstoßend

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Gemeine

Gemeinde, die

von gemein (Adjektiv): gemeinschaftlich, mehreren zukommend

 

a) Gruppe von Menschen, Zusammenschluss, Zu­sammen­ge­hörig­keit: Gemeinschaft, Gemeinde

b) Grund und Boden einer Gruppe von Menschen: Gemeinde(fläche), Kommune, Ort

 

Heute verwenden wir Gemeinde nach a) noch für die Gemeinschaft der Mitglieder einer örtlichen Kirche (Kirchgemeinde), und nach b) für einen kleineren Ort, der eigenständig verwaltet wird, aber kein Stadtrecht besitzt.

 

→Ps 1,5

 

Luther verwendet den Begriff im Sinn der Zu­sammen­ge­hörig­keit einer Gruppe von Menschen:

 

Darumb bleiben die Gottloſen nicht im a Gerichte / Noch die Sünder in der gemeine der Gerechten.

 

SK Version 16.01.2019  

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Geheiligete

Geheiligte, der

jemand, der religiöse Tugenden (göttlich vollkommen) lebt und daher verehrungswürdig ist.

 

Siehe auch: →heiligen (Verb)

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gerechte

Gerechte, der

Mensch, der den Pflichten des menschlichen und göttlichen Rechts gemäß lebt, denkt und handelt.

Mensch, der im Gegensatz zum Gottlosen gut, fromm, rechtschaffen und gottesfürchtig ist.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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rugen
rugete
geruget

ruhen (Verb)

ausruhen,

von reger Tätigkeit erholsam entspannen

 

Substantiv: Ruge, die Ruhe

 

er rugete: er ruhte →1Mos 2,2; →2Mos 20,11

er hatte geruget: er hatte geruht →1Mos 2,3

 

→1Mos 4,7: lauern

 

Biſtu aber nicht from / So ruget die Sünde fur der thür

 

Luther benutzt rugen in 1Mos 4,7 im Sinne von still und ruhig, aber wachsam und aufmerksam daliegen, wie er in seinem Scholion erklärt.

 

Die Bedeutung ist somit lauern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Geſalbte
Geſalbete

Gesalbte, der

Mensch, der durch Salbung geweiht und geheiligt ist.

 

1. Nach biblischer Sitte bezeichnet der Begriff Könige. U. a. beinhaltet das Ritual der Krönung die Salbung mit wertvollen Ölen.

 

2. Der Gesalbte bezeichnet den Messias, den von den Juden erwarteten mächtigen König: Wir haben den Messias funden (welches ist verdolmetscht der Gesalbete) (Joh 1,14).

 

Der Gesalbte:

- hebräisch: ‏משיח, Messias

- in griechischer Transkription: Μεσσίας, Messias

- ins Griechische übersetzt: Χριστός, Christos

- latinisiert: Christus.

 

3. Ein Gesalbter ist ein Eingeweihter, einer der mit den Geheimnissen einer Gesellschaft, eines Bundes u. s. w. bekannt ist.

 

Bezeichnung für den König

 

→Ps 18,51

 

Der ſeinem Könige gros Heil beweiſet vnd wolthut ſeinem Geſalbeten / Dauid vnd ſeinem Samen ewiglich.

 

Der seinem König große Hilfe erweist, der seinem Gesalbten Gutes tut, David und allen seinen Nachkommen

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

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geſchehen

 

geſchicht

geschehen (Verb)

 

3. Person Singular Präsens: geſchicht, geschieht

 

→Jes 28,29

 

Solches geſchicht auch vom HERRN Zebaoth /

 

Das geschieht gleichfalls vom HERRN Zebaoth

 

 

SK Version 16.01.2019  

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geſchmechen

geschmächen (Verb, veraltet)

a) schmähen

b) schänden

c) notzüchtigen

 

→Ps 79,12

 

Vnd vergilt vnſern Nachbarn ſiebenfeltig in jrem boſem / Jre ſchmach da mit ſie dich HERR geſchmecht haben.

 

Und vergelte unseren Nachbarn ihre Boshaftigkeiten siebenfach, ihre Schmach, womit sie dich, HERR, geschändet haben.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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geſchrey

Geschrei, das

 

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→Ps 17,1

 

HERR erhöre die Gerechtigkeit / Merck auff mein geſchrey

 

HERR, erhöre die Gerechtigkeit, höre mein Geschrei.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Geſicht

Gesicht, das

Das Wort Gesicht umfasst zahlreiche Bedeutungen im Umfeld des Sehens, die wir hier nicht alle auflisten können.

 

Grundbedeutung: das Sehen

 

a) das Sehvermögen, die Sehkraft, der Blick, das Sehorgan, das Auge, die Augen

b) das Anschauen, der Anblick

c) das Antlitz, das Angesicht

d) das innere Sehen, der geistige Blick

e) das Hellsehen, das Sehen von ahnungsvollen Traumbildern im wachen Zustand, die Vision

u. a.

 

 

→Ps 89,20

 

Da zumal redeſtu im Geſichte zu deinem Heiligen

 

Damals redetest du in einer Visionen zu deinem Heiligen

 

→Ps 69,4

 

Jch habe mich müde geſchrien / mein Halſs iſt heiſch / Das Geſicht vergehet mir

 

Ich habe mich müde geschrien. Meine Stimme ist heiser. Mein Blick verschwimmt.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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ſtewren

 

ſteuren

steuern (Verb)

Das Wort kommt vor in den beiden Schreibweisen ſtewren und ſteuren.

 

eigtl.: stützen, helfen; besteuern; lenken; wehren.

 

→Ps 106,30

 

Da trat zu Pinehas / vnd ſchlichtet die ſache / Da ward der Plage geſtewret.

 

Da trat Pinehas hinzu, schlichtet die Sache, und die Plage wurde abgewehrt (beendet).

 

→Ps 46,10

 

Der den Kriegen ſteuret in aller welt / Der Bogen zubricht / Spies zuſchlegt / vnd Wagen mit fewr verbrend.

 

Der überall den Krieg abwehrt, der den Bogen zebricht, den Spieß zerschlägt und die Kriegswagen verbrennt.

 

→Jes 28,22

 

Denn ich habe ein verderben vnd ſteuren gehöret / ſo vom HErrn HERRN Zebaoth geſchehen wird in aller welt.

 

Denn ich habe von einem Verderben und einem Abwehren gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth in der ganzen Welt geschehen wird.

 

Die Lutherübersetzungen seit 1912 fassen den zweiten Begriff, ſteuren, im Sinne von steuern, entscheiden und das Verb geschehen in beschlossen zusammen.

 

Sie übersetzen den Vers mit (Luther 2017):

 

Denn ich habe von einem Verderben gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth beschlossen ist über die ganze Erde.

 

Martin Buber übersetzt:

Denn ein »Zunichte!« und ein »Entschieden!«
habe ich von meinem Herrn, IHM dem Umscharten, gehört,
über alle Erde.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Geticht

Gedicht, das

 

ein fein Geticht auff der Harffen ſpielen: ein Lied mit schönem Text singen und auf der Harfe begleiten.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Geuogel

 

Geuögel

Gevögel, das

Sammelwort zu Vogel

umfasst alle möglichen Vogelarten

 

→1Mos 1,20

 

Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren / vnd mit Geuogel / das auff Erden vnter der Feſte des Himels fleuget.

 

a) Es rege sich das Wasser mit lebendigen, wimmelnden Tieren, und mit Gevögel, das auf Erden unter dem Gewölbe des Himmels fliege.

b) Es belebe sich das Wasser mit lebendigen Tieren, die sich darin tummeln. Und mit Vögeln, die über der Erde unter dem Himmelsgewölbe fliegen.

 

→Ps 50,11

 

Jch kenne alles Geuögel auff den Bergen

 

a) Ich kenne sämtliche Vogelarten auf den Bergen

 

 

SK Version 16.01.2019  

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geweren

gewähren (Verb)

a) bewilligen, zubilligen, zugestehen, einräumen, usw.

b) sich einverstanden erklären, zustimmen, zulassen, usw.

 

Das Wort gewähren wird in vielen, unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet, die hier nicht aufgelistet werden können. Wir beschränken uns auf die die Besonderheiten in der Lutherbibel.

 

Verwendung

 

Veraltet ist die Verbindung mit dem Akkusativ der Person und dem Genitiv des Objekts:

 

Er gewere dich (Akkusativ) deiner bitte (Genitiv).

Er gewähre dir (Dativ) deine Bitten (Akkusativ).

 

 

→Ps 20,6

 

Der HERR gewere dich aller deiner bitte.

 

a) Der HERR gewähre dir alle deine Bitten.

b) Der HERR bewillige alle deine Bitten.

c) Der HERR möge deine Bitten annehmen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Gezelt

Gezelt, das (veraltet)

Gezelt
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
26 19 7 0

das Zelt

 

Behausung, Wohnung, Wohnstätte

 

In der alten Schreibweise wurde dem Wort Zelt noch das Präfix vorangestellt (ähnlich wie bei Haus und Gehäuse), das mit der Zeit verloren gegangen ist.

 

→Ps 18,12

 

Sein Gezelt vmb jn her war finſter / vnd ſchwartze dicke wolcken / Darin er verborgen war.

 

a) Seine Wohnung war finster und bestand aus schwarzen, dicken Wolken, in denen er verborgen war.

b) Seine Wohnung war Finsternis und schwarze, dicke Wolken. Darin war er verborgen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gibſtu

gibst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von geben (Verb)

 

Präsens:

gibſtu: gibst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

gibſtu: gibst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 68,10

 

Nu aber gibſtu Gott einen gnedigen Regen / Vnd dein Erbe / das dürre iſt / erquickeſtu.

 

a) Nun aber lässt Du, Gott, es (ganz sicher) regnen! Und dein Erbe, das verdorrt ist, erfrischt du wieder!

b) Nun aber lässt Du, Gott, es regnen! Du erfrischt so dein Erbland, das vertrocknet daliegt!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Gihon

Gihon (Name eines Flusses)

der Fluss Pischon

 

 

Aus dem Scholion zu →1Mos 2,13:

 

Luther: (Gihon) Jſt das waſſer in Egypten / das man Nilus heiſſt.

 

Flavius Josephus, römisch-jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, setzt den Fluss Gihon mit dem Nil gleich. Daher stammt wohl auch Luthers Interpretation. Jedoch sind andere Erklärungen bekannt. Tatsächlich ist nicht klar, welcher heutige Fluss gemeint sein könnte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Githith

Githith

auch Gittith, Gittit oder Gitit

 

hebräisch: גִתּ֗ית (gittiyt)

 

Das Wort wird nicht übersetzt. Verwendet wird das ins Deutsche übertragene Klangbild des Wortes (Transkription).

 

Unklar ist, ob es sich um Saiteninstrument, eine Vortragsbezeichnung oder eine Tonart handelt.

 

Angenommen wird, dass es sich um ein bestimmtes Saiteninstrument handelt, das David aus seiner Zeit bei Achis in Gath (1. Sam 27,2ff.) mitgebracht hat.

 

Luthers Übersetzung (auff der Githith) der lässt vermuten, dass er es als Bezeichnung für ein Saiteninstrument verstanden hat.

 

 

→Ps 8,1

 

Ein Pſalm Dauids / vor zu ſingen / auff der Githith.

 

 

→Ps 81,1

 

Auff der Githith / vor zu ſingen / Aſſaph.

 

→Ps 84,1

 

Ein Pſalm der kinder Korah / Auff der Githith / vor zu ſingen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Glaube

Glaube, der

Glauben, der

Glaube(n)
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
552 94 28 430
Mhd.: geloube, gloube, f., m.

Gegenstück: →Unglaube(n).

 

In der Bibel tritt der Begriff bevorzugt in seiner religiösen Bedeutung auf:

 

Glaube bezeichnet allgemein sowohl das auf Gott gerichtete hingebende Vertrauen religiöser Menschen, sowie eine innere Bejahung, Aneignung und Bewahrung der offenbarten Gotteserkenntnis, mit der sich Gehorsam, Treue u. s. w. gegenüber den göttlichen Geboten und religiösen Lehren verbinden.

 

Ein zentraler Begriff reformatorischer Lehre

 

Sowohl die neutestamentlichen Schriften selbst, wie auch die Theologen der christlichen Konfessionen definieren den Begriff Glaube im einzelnen verschieden. Für Luther ist es der zentrale Begriff, der das Verhältnis zwischen Gott und den Menschen begründet. Dabei stützt er sich insbesondere auf die Erläuterungen des Paulus im Römerbrief.

 

Das Wort Glaube(n) kommt im Neuen Testament sehr häufig vor (430 mal), bevorzugt in den Paulusbriefen. Dabei finde sich das Wort allein im relativ kurzgehaltenen Römerbrief an 130 Stellen.

 

Luthers Übersetzung von →Rom 3,28, alleine durch den Glauben, führte zu heftigen Disputen zwischen Luther und seinen Gegenspielern, weil in den griechischen Quellen das Wort »allein« nicht vorkommt. Man versuchte Luther als stümperhaften Übersetzer zu entlarven, der Bibeltexte verfälscht. Doch Luther pariert, dass dies auch in den Quellen absolut gemeint sei und in solchen Fällen die Verwendung des Wortes allein die Anforderungen eines guten deutschen Sprachgebrauchs erfüllt. Es käme nicht darauf an, einzelne Wörter zu übersetzen und blank aneinanderzureihen, sondern darauf, den Inhalt möglichst wortgetreu in die deutsche Sprache und deren üblichen Gebrauch zu übertragen.

 

Aus Rom 3,28 hat sich ein wesentlicher Lehrsatz der Reformation und der Kirchen, die aus ihr entstanden sind, entwickelt: Allein aus Glauben! bzw. Allein durch Glauben!, lateinisch: sola fide!

 

Dies schmälert die Bedeutung der Gesetze und Gebote nicht. Doch der Glauben ist ihr tragendes Fundament, der ihre Einhaltung und Erfüllung bestimmt und in konkreten Situationen überzeichnet. Nur so ist (christliche) Eigen­verant­wortung gewährleistet. Nur das Handeln aus dem Glauben heraus macht den Menschen vor Gott gerecht. Diese Gerechtigkeit wird aus Gnade anerkannt, nicht aus Erfüllung der Gesetze. Die Gesetzeswerke sind nicht länger erforderlich, weil der glaubende Mensch sie ihrem Inhalt nach eigenverantwortlich erfüllt. Ähnlich wie das Gebot »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst« einerseits die entsprechenden Gebote aus den Zehn Geboten enthält, andererseits darüber weit hinausgeht. So umfasst das Handeln aus Glauben an Gott alle Gebote und Gesetze, geht aber weit darüber hinaus. Umgekehrt: Die Erfüllung der Gebote und Gesetze ohne Glauben an Gott macht zwar vor dem Gesetz gerecht, erfüllt aber nicht Gottes Anspruch auf Eigen­verant­wortlichkeit des Menschen in der Beziehung der Menschen zu Gott und in der Beziehung der Menschen zueinander.

 

Damit rückte der Glaubensbegriff und seine Interpretation in den Mittelpunkt reformatorischer Lehren.

 

 

→Rom 3,28

 

So halten wir es nu / Das der Menſch gerecht werde / on des Geſetzes werck / alleine durch den Glauben.

 

a) So halten wir es nun: Der Mensch wird gerecht ohne die Gesetzeswerke, allein durch den Glauben.

b) So halten wir fest: Der Mensch wird allein durch Glauben gerecht. Die Vorgaben der Gesetze und ihre Erfüllung haben dabei keine Bedeutung.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Gleichnis

Gleichnis, das

Das Wort Gleichnis besitzt verschiedene Umfelder, von denen wir heute üblicherweise fast nur noch eines benutzen: Das Gleichnis als rhetorisches Stilmittel.

 

Luther verwendet es aber auch in anderen Bedeutungen.

 

Entwickelt hat sich das Wort Gleichnis aus dem Adjektiv »gleich«, verbunden mit dem Suffix »-nis«. Es wurde allgemein dann verwendet, wenn der Vergleich zweier Gegenstände, Ideen, Geschichten usw. ergibt, dass sie gleich sind oder gleich sein sollen.

 

Dies umfasst beispielsweise:

 

a) gegenständlich: Bild, Abbild, Ebenbild, daher auch: Götzenbild (Abbild eines Gottes), Nachbildung, Kopie

b) für innere Bilder und Vorstellungen, die der Realität gleich kommen (sollen): Traumbilder, Gesichte, usw.

c) für Personen und Körper: Gestalt, Erscheinung, Aussehen

d) als Sinnbild: Symbol, Beispiel, Metapher, Zeichen (von bestimmter Bedeutung)

e) als abstrakter Eigenschaftsbegriff für Übereinstimmung: Ähnlichkeit, Gleichartigkeit, Gleichheit

f) als Muster sachlicher Übereinstimmung: Beispiel, konkretisiert: (typischer) Einzelfall, Fallbeispiel

g) als rhetorisches Stilmittel: vergleichende bildliche Rede

 

→2Mos 20,4

 

Du ſolt dir kein Bildnis noch jrgend ein Gleichnis machen ... Bete ſie nicht an / vnd diene jnen nicht

 

Hier steht Gleichnis nicht für das gegenständliche (handwerklich hergestellte) Abbild, das Götzenbild (denn das wurde schon durch Bildnis unmittelbar davor ausgedrückt), sondern gerade auch für Gestalt und Erscheinung (hebr.: תְּמוּנָה, tĕmûnā, Gestalt, Erscheinung) also auch für abstrakte Bilder, die ein »Gottesbild« zeichnen, beschreiben oder festlegen.

 

In diesem Zusammenhang denken wir an die Trinitätslehre. Sie ist der künstlich geschaffene, abstrakte Entwurf eines Gottesbildes, der Gott als dreieinige Erscheinung bzw. in dreieiniger Gestalt aus Gott-Vater (den Schöpfer), Gott-Sohn (Jesus Christus) und Gott-Geist (Heiliger Geist) beschreibt. Doch nicht nur das: Sie legt dieses Bild dogmatisch fest und fordert zur Anbetung auf. Luther konnte diesem Dogma der katholischen Kirche nicht folgen.

 

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

gleuben

glauben (Verb)

In der Bibel tritt der Begriff bevorzugt in seiner religiösen Bedeutung auf:

 

glauben bezeichnet das Verhalten religiöser Menschen ihrem Gott gegenüber, insbesondere ausgedrückt im Vertrauen auf Gottes Allmacht, Gerechtigkeit und Gnade, sowie im Fürwahrhalten der Glaubenslehren.

 

→Rom 1,16

 

Denn ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht / Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet / alle / die daran gleuben

 

Denn ich schäme des Evengeliums von Christus nicht. Denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben.

 

→Rom 4,3

 

Abraham hat Gott gegleubet / vnd das iſt jm zur Gerechtigkeit gerechnet.

 

Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gleubige

Gläubige,der

Gleubige
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
40 10 5 25

Substantivierung von gläubig (Adjektiv)

 

In der Bibel tritt der Begriff bevorzugt in seiner religiösen Bedeutung auf:

 

a) jemand, der religiösen Glauben hat

b) der glaubende, der fromme Mensch, insbesondere in Abgrenzung zu Heiden, Gottlosen, usw.

c) im Neuen Testament insbesondere die Bekenner des Christentums, die Anhänger der christlichen Lehre

 

glauben bezeichnet das Verhalten religiöser Menschen ihrem Gott gegenüber, insbesondere ausgedrückt im Vertrauen auf Gottes Allmacht, Gerechtigkeit und Gnade, sowie im Fürwahrhalten der Glaubenslehren.

 

→Ps 12,2

 

Hilff HERR / die Heiligen haben abgenomen / Vnd der Gleubigen iſt wenig vnter den Menſchen kindern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Glucken

 

Bande der ſieben Sterne

Plejaden, die

 

1) Glucke (oder: Gluckhenne): Henne (weibliches Haushuhn), die brühtet oder ihre Küken führt.

 

2) Glucken: Bezeichnung für die Plejaden, ein loser Sternhaufen innerhalb unserer Galaxie im Sternbild Stier.

 

Das Wort Glucken kommt in der Lutherbibel 1545 nur in der übertragenen Bedeutung für die Plejaden vor.

 

Glucken
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Die Plejaden

 

Im Mittelalter trug der Sternhaufen der Plejaden Bezeichnungen wie »Glucken«, »Henne« oder »Gluckhenne«. Dahinter verbirgen sich die Bilder des Nests einer Henne mit den Eiern bzw. einer Henne mit Küken (also einer Glucke), die unter ihren Flügeln die Schar ihrer Küken versammelt.

 

 

Die Bezeichnung »Plejaden« kommt in der Lutherbibel 1545 nicht vor. Sie fand erst in späteren Auflagen Einzug. So ersetzt sie bereits in der Lutherbibel 1912 in Hiob 9 und Amos 5 das Wort Glucken.

 

 

Plejaden

Creative Commons Attribution-ShareAlike

 

Abbildung:

Plejaden (roter Kreis) im Sternbild Stier, das Sternbild links unten ist Orion.

Links unten ist im Sternbild Orion der Oriongürtel, »das Band des Orion« zu sehen.

 

Credits:

Grafik ©by fatso at the German language Wikipedia,

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Bande der ſieben Sterne

 

Aus dem Sternhaufen der Plejaden, der mehr als 1200 Sterne umfasst, sind sechs bis neun Sterne mit bloßem Auge sichtbar. Meist werden sieben Sterne erkannt, weshalb der Sternhaufen auch den den Namen »Siebengestirn« erhielt.

 

Die Plejaden als Ansammlung von sieben Sternen zählen zu den Gebilden am Himmel, die bereits für den frühen Menschen Bedeutung in Religionen und Naturbeobachtungen gewannen. Bekannt ist beispielsweise die Himmelsscheibe von Nebra, die u.a. die sieben hellsten Sterne der Plejaden als Sternhaufen zeigt.

 

 

Himmelsscheibe von Nebra

Creative Commons Attribution-ShareAlike

 

Abbildung:

Himmelsscheibe von Nebra (ca. 2000 v. Chr.)

Zwischen Vollmond und Mondsichel ist das Siebengestirn der Plejaden zu sehen.

 

Credits:

Foto ©by Dbachmann aus der englischsprachigen Wikipedia

Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz "Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert" lizenziert.

 

 

Fundstellen

 

→Hiob 9,9

 

Er machet den Wagen am himel vnd Orion vnd die Glucken vnd die Stern gegen mittag.

 

a) Er machte den Wagen am Himmel, und Orion, und die Glucken, und die Sterne gegen Mittag.

b) Er machte den großen Wagen am Himmel, und das Sternbild Orion, und die Plejaden, und die Sterne über dem Äquator.

 

 

Luther in seiner Anmerkung (Marginalspalte) zu →Hiob 9,9

 

(Orion) Iſt das hel­le Ge­ſtir­ne ge­gen mit­tag / das die Bau­ern den Ja­cobs­ſtab heiſ­ſen. Die Glu­cken oder die Hen­ne / ſind die ſie­ben klei­ne Ge­ſtir­ne.

 

a) Orion ist die helle Sternansammlung über dem Äquator, die die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Glucken oder die Henne sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

b) Orion ist die helle Sternansammlung über dem Äquator, dessen Gürtelsterne die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Plejaden sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

 

 

→Amos 5,8

 

Er macht die Glucken vnd Orion /

 

a) Er macht die Glucken und Orion.

b) Er machte die Plejaden und das Sternbild Orion.

 

 

→Hiob 38,31

 

Kanſtu die bande der ſieben Sterne zuſamen binden? oder das band des Orion aufflöſen?

 

a) Kannst du das Band der sieben Sterne zusammenbinden? Oder das Band des Orion auflösen?

b) Kannst das Band der Plejaden zusammenbinden? Oder das Band des Oriongürtels auffösen?

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Götze

Götze, der

Dummkopf, Bildwerk, gegossenes Bildwerk, Abgott

 

Etymologisch ist das Wort unklar. Einerseits kann darin das Wort »gießen« stecken, was zu »Gegossenem« (Bildwerk) führt, anderseits das Wort »Gott«, was auch »Gottesbild« oder »Heiligenbild« einschließen würde.

 

Luther verwendet den Begriff Götze jedoch ausschließlich abwertend in den Bedeutungen Dummkopf und (gegossenes Bild vom) Abgott.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Sodom vnd Gomorra

 

Sodom
Sodoma
Gomorra

Sodom und Gomorra (Namen)

Sodom und Gomorra (auch Gomorrha, Gomorrah) sind zwei in der Bibel genannte Städte im Jordanland, deren Lage bis heute unbekannt ist, und die außerbiblisch nicht nachgewiesen werden können.

 

Die beiden Städte Sodom und Gomorra stehen in den meisten biblischen Texten als Sinnbilder sowohl für Sündhaftigkeit und Lasterhaftigkeit, wie auch als Beispiel für Gottes Gericht.

 

Oft werden beide Städtenamen gebraucht wie ein fester Ausdruck, oft steht Sodom allein, denn die Geschichte, die letztendlich zur Vernichtung der Städte geführt hatte, spielte sich in Sodom ab und war jedem Israeliten bekannt.

 

Der Untergang von Sodom und Gomarra

 

Hintergrund ist die Erzählung in 1Mos 18-19, in der Gott beschloss, die beiden Städte Sodom und Gomorra wegen der zahlreichen Sünden ihrer Bewohner auszulöschen (1Mos 18,16-22). Doch Abraham, dem die Sache nicht gefiel, verhandelte mehrfach mit Gott und rang ihm das Versprechen ab, die Städte zu verschonen, wenn wenigstens zehn Gerechte darin zu finden wären (1Mos 18,23-33). Inzwischen war Lot mit seiner Familie in Sodom und bekam dort Besuch von zwei Engeln. Dies erregte Aufsehen, und etliche Bewohner Sodoms wollten, dass Lot die beiden Fremden herausgäbe, damit sie sich mit ihnen vergnügen könnten. Niemand kam Lot zu Hilfe. Damit war die Entscheidung Gottes gefallen. Lot verließ auf Anraten der Engel umgehend mit seiner Familie die Stadt (1Mos 19,1-23), und Gott zerstörte Sodom, Gomorra und die ganze Gegend um die beiden Städte herum (1Mos 19,24-25).

 

1Mos 19,24-15:

 

24DA lies der HERR Schwebel vnd Fewr regenen von dem HERRN vom Himel erab / auff Sodom vnd Gomorra / 25vnd keret die Stedte vmb / die gantze gegend / vnd alle Einwoner der ſtedte / vnd was auff dem Lande gewachſen war.

 

Die Namen Sodom und Gomorra

 

Sodom

 

hebräisch: סְדֹמ (Sedom) bzw. סְדֹ֫מָה (Sedoma) - ent­sprech­end verwendet Luther Sodom bzw. Sodoma

lateinisch: Sodoma

griechisch: Σοδομα

Gomorra

 

hebräisch: עֲמֹרָה ('amorāh), von עמר, angreifen, überfallen

lateinisch: Gomorra

griechisch: Γομοῤῥα

 

Der heutige »Mount Sodom«

 

Heute wird allgemein ein Salzfelsenrücken am südwestlichen Ende des Toten Meeres, der Ğebel Usdum, der Berg Sodom (Mount Sodom) als der Ort angenommen, an dem Lots Frau zu einer Salzsäule erstarrte (1Mos 19,26). Dabei beflügelten ausdrucksstarke Formationen des Salzgesteins die Fantasie der Interpreten. Eine dieser Säulen trägt den Namen »Lots Frau«.

 

Tatsächlich lassen sich in dieser Gegend keine (unter­ge­gan­genen) Siedlungen oder Städte nachweisen.

 

 

 

Karte: Lage des Mount Sodom (Berg Sodom) in Israel, an der südwestlichen Kante des Toten Meeres, zu dessen Füssen einst die biblische Stadt Sodom gelegen haben soll.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Got

Gott, der

 

das Wort Gott mit nur einem »t«: Got.

 

Got
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

→1Kon 1,48

 

Auch hat der König alſo geſagt / Gelobet ſey der HERr der Got Iſrael /

 

Auch hat der König dies gesagt: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels.

 

 

→Ps 106,47

 

HIlff vns HERR vnſer Got

 

Hilf uns Herr, unser Gott!

 

 

Im Scholion zu →Ps 75,9 erscheint einmal das Wort Got als Bestandteil von Gottlose:

 

Aber die grundſuppe bleibet den Gotloſen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Got

Gut, das

 

U. a. Bezeichnung von Besitztümern und Wertgegenständen verschiedenster Art

 

mhd: guot

 

das Wort Gut mit »o«: Got.

 

Got
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

 

→Ps 37,16

 

DAs wenige das ein Gerechter hat / iſt beſſer / Denn das gros Got vieler Gottloſen.

 

a) Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als das große Gut der Gottlosen.

b) Das Wenige, das ein Gerechter hat, ist besser als der Überfluss der Gottlosen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gottloſe

 

Gotloſe

Gottlose, der

Substantivierung von: →gottlos (Adjektiv)

 

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

1) Zustand: los von Gott; von Gott los [sein]; von Gott verlassen; ohne Gott.

2) religiöse Grundhaltung: Gott nicht dienend; die Ehre, den Willen, die Gebote Gottes missachtend

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gott Abraham

Gott Abrahams, der

Gott Abraham
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
19 10 3 6

Bezeichnung für Gott, die unterstreichen soll, dass es sich bei diesem Gott, den der Autor meint, um den selben Gott handelt, den bereits →Abraham angebetet hatte.

 

Der Gott Abrahams ist also der Gott des Volkes Israel.

 

In 2Mos 3,4-6 weist sich mit dieser Bezeichnung Gott gegenüber Mose aus.

 

→2Mos 3,4-6

 

4Da aber der HERR ſahe / das er hin gieng zu ſehen / rieff jm Gott aus dem Puſch / vnd ſprach / Moſe / Moſe. Er antwortet hie bin ich. 5Er ſprach / Trit nicht herzu / zeuch deine ſchuch aus von deinen Füſſen / Denn der Ort / da du auffſteheſt / iſt ein heilig land. 6Vnd ſprach weiter / Jch bin der Gott deines Vaters / der Gott Abraham / der Gott Iſaac / vnd der Gott Jacob.

 

4Da aber der HERR sah, dass er [Mose] ging, um zu sehen, rief ihn Gott aus dem Busch und sprach: »Mose! Mose!« Der antwortete: »Hier bin ich!« 5Er [Gott] sprach: »Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land.« 6Und <er> sprach weiter: »Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jacobs.«

 

→Ps 47,10

 

DJe Fürſten vnter den Völckern ſind verſamlet zu eim Volck dem Gott Abraham / Denn Gott iſt ſeer erhöhet bey den Schilden auff Erden.

 

a) Luther 1545: Die Fürsten unter den Völkern sind versammelt zu einem Volk dem Gott Abrahams. Denn Gott ist erhöht bei den Schilden auf Erden.

b) Luther 1984: Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams; denn Gott gehören die Starken auf Erden; er ist hoch erhaben.

c) Übersetzung aus dem Hebräischen: Die Edlen von Völkern versammeln sich, das Volk des Gottes Abrahams. Denn sie sind Gottes Schilde der Erde. Sehr erhaben ist er.

 

Anmerkung zu Psalm 47,10

 

Luther war u. E. 1545 dichter am hebräischen Text als die neue Fassung von 1984.

 

a) Die »Fürsten« (die Edlen) versammeln sich nicht, um das Volk des Gottes Abraham erst zu bilden, sie sind von je her das Volk Gottes und versammeln sich nun.

 

b) Die Formulierung »denn Gott gehören die Starken auf Erden« ist vieldeutig und missverständlich. Es geht darum, dass die Edlen (die Edelgesinnten), die das Volk Gottes ausmachen, die Verteidiger Gottes und des Glaubens (die Schilde Gottes) auf Erden sind.Und Gott thront (herrschend, wachend, schützend) über ihnen (er ist sehr erhaben).

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gott Iſaac

Gott Isaaks, der

Gott Iſaac
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
9 4 1 4

Bezeichnung für Gott, die unterstreichen soll, dass es sich bei diesem Gott, den der Autor meint, um den selben Gott handelt, den bereits →Isaak angebetet hatte.

 

Der Gott Isaaks ist also der Gott des Volkes Israel.

 

In 2Mos 3,4-6 weist sich mit dieser Bezeichnung Gott gegenüber Mose aus.

 

→2Mos 3,4-6

 

4Da aber der HERR ſahe / das er hin gieng zu ſehen / rieff jm Gott aus dem Puſch / vnd ſprach / Moſe / Moſe. Er antwortet hie bin ich. 5Er ſprach / Trit nicht herzu / zeuch deine ſchuch aus von deinen Füſſen / Denn der Ort / da du auffſteheſt / iſt ein heilig land. 6Vnd ſprach weiter / Jch bin der Gott deines Vaters / der Gott Abraham / der Gott Iſaac / vnd der Gott Jacob.

 

4Da aber der HERR sah, dass er [Mose] ging, um zu sehen, rief ihn Gott aus dem Busch und sprach: »Mose! Mose!« Der antwortete: »Hier bin ich!« 5Er [Gott] sprach: »Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land.« 6Und <er> sprach weiter: »Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jacobs.«

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gott Jacob

Gott Jakobs, der

Gott Jacob
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
19 13 1 5

Bezeichnung für Gott, die unterstreichen soll, dass es sich bei diesem Gott, den der Autor meint, um den selben Gott handelt, den bereits →Jakob angebetet hatte und von dem Jakob den Namen Israel erhalten hatte.

 

Der Gott Jakobs ist also der Gott des Volkes Israel, der Nachkommen Jakobs, zu denen sich der Autor zählt.

 

In 2Mos 3,4-6 weist sich mit dieser Bezeichnung Gott gegenüber Mose aus.

 

→2Mos 3,4-6

 

4Da aber der HERR ſahe / das er hin gieng zu ſehen / rieff jm Gott aus dem Puſch / vnd ſprach / Moſe / Moſe. Er antwortet hie bin ich. 5Er ſprach / Trit nicht herzu / zeuch deine ſchuch aus von deinen Füſſen / Denn der Ort / da du auffſteheſt / iſt ein heilig land. 6Vnd ſprach weiter / Jch bin der Gott deines Vaters / der Gott Abraham / der Gott Iſaac / vnd der Gott Jacob.

 

4Da aber der HERR sah, dass er [Mose] ging, um zu sehen, rief ihn Gott aus dem Busch und sprach: »Mose! Mose!« Der antwortete: »Hier bin ich!« 5Er [Gott] sprach: »Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land.« 6Und <er> sprach weiter: »Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jacobs.«

 

→Ps 84,9

 

HERR Gott Zebaoth höre mein Gebet / Vernims Gott Jacob / Sela.

 

HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet. Vernimm es, Gott Jakobs. Sela.

 

In diesem kurzen Vers tauchen gleich drei verschiedene Bezeichnungen für Gott auf:
a) HERR (»JHWH«),
b) Gott Zebaoth,
c) Gott Jakobs

 

Der Autor drückt unmissverständlich und betont seinen Glauben an den einen (Schöpfer-)Gott aus (»HERR«), der über Erde und Himmel herrscht (»Gott Zebaoth«) und der der Gott Israels ist (»Gott Jakobs«).

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gottes verechter

Gottesverächter, der

veraltete Bezeichnung für den Verächter der Religion, den Leugner der Glaubenswahrheiten, für Atheisten, für Gotteslästerer.

 

Luther erklärt den Begriff im Scholion zu →Röm 1,30:

 

(Gottes verechter) Sind die rechten Epicurer / die da leben / als ſey kein Gott.

 

(Gottesverächter) Das sind die echten Epikureer, die so leben, als gäbe es Gott nicht.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

gottlos

gottlos (Adjektiv)

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

a) Zustand: los von Gott; von Gott verlassen; ohne Gott.

b) religiöse Grundhaltung: Gott nicht dienend; die Ehre, den Willen, die Gebote Gottes missachtend

 

→Ps 10,15

 

So wird man ſein gottlos weſen nimer finden.

 

So wird man sein gottloses Wesen niemals finden.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gottſelig

gottselig (Adj.; veraltet)

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

fromm, des ewigen Heils teilhaftig

 

gottſelig
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
8* 0 0 8

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Das Wort gottselig fand insbesondere durch Luthers Verwendung in der Übersetzung des Neuen Testaments für das griechische εὐσεβῶς (fromm) Verbreitung. Er wurde im 16. Jahrhundert zu einem Begriff, der die protestantische Frömmigkeit bezeichnete.

 

Außer in 1Tim 3,6 lies Luther das Adjektiv durchweg als Hervorhebung mit einem Großbuchstaben am Anfang setzen. Dies zeigt an, dass er im Kontext des Satzes die Bedeutung unterstrichen haben wollte. So macht im Gottſelig wesen (2Tim 3,5; 2Ptr 3,11) und im Gottſelig leben (2Tim 3,12; Tit 2,12) eben genau gottselig den entscheidenen Unterschied, worauf der Leser durch die Schreibweise hingewiesen wird.

 

In Tit 2,12 ist deutlich zu sehen, worauf es Luther ankommt: In gerecht vnd Gottſelig leben legt er die Betonung auf gottselig.

 

Substantiv: →Gottſeligkeit

 

→Apg 10,2

 

Gottſelig vnd Gottfürchtig

 

fromm und gottesfürchtig

 

→1Tim 3,16

 

Vnd kündlich gros iſt das gottſelige geheimnis / Gott iſt offenbaret im Fleiſch / gerechtfertiget im Geiſt

 

→1Tim 6,6

 

ES iſt aber ein groſſer gewin / wer Gottſelig iſt / vnd leſſet jm genügen.

 

→2Tim 3,5

 

Die da haben den ſchein eines Gottſeligen wesens / Aber ſeine krafft verleugnen ſie

 

→2Tim 3,12

 

Vnd alle / die Gottſelig leben wollen in Chriſto Jheſu / müſſen verfolgung leiden.

 

→Tit 2,12

Das wir sollen verleugnen / das vngöttliche weſen / vnd die weltlichen lüſten / Vnd züchtig / gerecht vnd Gottſelig leben in dieſer welt

 

→2Petr 2,9 (Substantivierung)

Der HERR weis die Gottſeligen aus der versuchung zu erlöſen

 

→2Petr 3,11

 

SO nu das alles ſol zurgehen / wie ſolt jr denn geſchickt ſein / mit heiligem wandel vnd Gottſeligem weſen?

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Gottſeligkeit

Gottseligkeit, die (veraltet)

Religiöser Begriff, der die Existenz Gottes voraussetzt:

 

Frömmigkeit, die der Teilhaftigkeit des ewigen Heils entspringt

 

gottſelig
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
14 1 3 10

Abstraktbildung zum Adjektiv →gottſelig.

 

Das Wort gottselig fand insbesondere durch Luthers Verwendung in der Übersetzung des Neuen Testaments für das griechische εὐσεβῶς (fromm) Verbreitung. Er wurde im 16. Jahrhundert zu einem Begriff, der die protestantische Frömmigkeit bezeichnete.

 

So war der Begriff Gottseligkeit (gr.: εὐσέβεια, Frömmigkeit) allgemein Ausdruck protestantischer Frömmigkeit. Später wurde er nach und nach religionsübergreifend benutzt. Heute wird er wohl nur noch im Zusammenhang mit alten Texten und Zitaten verwendet.

 

 

 

→1Tim 6,5

 

Die da meinen / Gottſeligkeit ſey ein Gewerbe. Thue dich von ſolchen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gram

gram (Adjektiv)

a) ergrimmt, erzürnt, wütend

b) grimmig, böse

c) jemandem gram sein: feindlich, übelwollend, durch Hass bestimmte Feinschaft empfindend, heftige Abneigung empfindend

d) (mild) jemandem gram sein oder werden: seiner überdrüssig sein, werden (z. B. in erotischen Beziehungen)

e) (negiert) nicht gram sein: jemanden gut leiden können, jemanden lieben

f) (mild) jemandem gram sein: jemanden böse sein, jemanden etwas übel nehmen

g) einer Sache gram sein: eine Sache ablehnen

 

Das Substantiv »der Gram« bedeutet bei Luther Feindschaft (Hi 30,21).

 

→Ps 106,41

 

Vnd gab ſie in die hand der Heiden / Das vber ſie herrſcheten / die jnen gram waren.

 

Und gab sie in die Hand der Heiden, damit sie beherrscht wurden von denen, die ihnen feindlich gesinnt waren.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Grawen

 

grawen

Grauen, das

Substantivierung von →grawen (Verb)

 

a) Ekel, Abscheu, sittliches Entsetzen, Entrüstung

b) Übelkeit, Brechreiz

c) Widerwille, Abneigung, Ablehnung

d) Entsetzen, entrüstetes Entsetzen, Furcht

e) Furcht, existentielle Furcht, Seelenangst, lähmendes Entsetzen, lähmende Furcht

f) Schreckensahnung, Furcht vor einem undurchsichtigen Geschehen

g) Schauern vor etwas Gespenstischen, Spukhaften, Angsteinflössenden

h) Zustand einer psychischen Erregung oder Reizempfindlichkeit

 

→Ps 91,5

 

DAS du nicht erſchrecken müſſeſt fur dem grawen des Nachts

 

a) Das du nicht erschrecken müsstest vor der Furcht in der Nacht

b) Das du nicht erschrecken müsstest vor Angsteinflössendem in der Nacht

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

grawen

grauen (Verb)

schaudern, erschrecken, sich entsetzen, grausen

 

a) im Bereich des Ekels, der Abscheu, des sittlichen Entsetzens, der Entrüstung: Ekel, Abscheu, Abneigung usw. empfinden

b) starkes Gefühl des Unbehagens

c) sich scheuen vor etwas, einer Sache abgeneigt sein, vor ihr zurückschrecken

d) sich ekeln, Übelkeit empfinden

e) Übelkeit, Brechreiz empfinden

f) von Entsetzen oder Entrüstung über etwas oder angesichts einer Situation überwältigt, erschüttert sein.

g) sittlich entsetzt sein, angewidert sein, Anstoß nehmen

h) Gefühl der Furcht, des Argwohns, der Ahnung oder Erwartung eines Unheils, zittern, schaudern

i) argwöhnen, besorgt sein, befürchten

j) schaudern, frösteln, schwindlig sein

k) sich fürchten

 

→Ps 27,1

 

DER HERR iſt mein Liecht vnd mein Heil / Fur wem ſolt ich mich fürchten? Der HERR iſt meines lebens Krafft / Fur wem ſolt mir grawen?

 

In diesem Vers sind fürchten und grawen nebeneinander gestellt.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gremen

grämen (Verb)

a) betrüben, traurig machen, Kummer bringen

b) erzürnen, reizen, ärgern

c) sich erzürnen, sich über etwas ärgern

d) sich berüben, sich traurig machen

e) sich um etwas sorgen, sich um etwas Gedanken machen

 

Feste Wendung:

sich zu Tode grämen (setzt zehrenden, schleichenden Kummer voraus)

vor Gram sterben

 

Der substantivierte Infinitiv »das Gremen« hat bei Luther stets die Bedeutung von Trauer, Kummer, Unmut, Leid (Spr 10,1; Spr 17,21; Prd 2,23; Prd 5,16).

 

Das Substantiv »der Gram« hingegen bedeutet bei Luther Feindschaft (Hi 30,21).

 

→Ps 119,28

 

Jch greme mich / das mir das Hertz verſchmacht

 

a) Ich greme mich, dass mir das Herz verschmachtet

b) Ich bin so betrübt, das mir das Herz <vor Kummer> blutet.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Grewel

 

grewel haben

Gräuel, der

Grauen, Schrecken

 

grewel haben: Gräuel haben

 

Grauen, Abstoßung empfinden wegen der grauenhaften Taten

 

→Ps 5,7

 

Der HERRN hat grewel an den Blutgirigen vnd Falſchen

 

Der HERR ist angewidert von den Blutgierigen und Falschen

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

greweln

greueln (Verb, veraltet)

1. Abscheu oder Ekel empfinden

2. Grauen oder Furcht empfinden

 

→Rom 2,22

 

Dir grewelt fur den Götzen / Vnd a raubeſt Gott was ſein iſt

 

Du verabscheust die Götzen, aber du raubst Gott, was sein ist.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

grewlich

gräulich (Adjektiv)

zum Substantiv: Gräuel

 

von Eindrücken, die durch die Sinne vermittelt sind:

a) Grauen, Abstoßung erregend

b) häßlich, ekelhaft, unreinlich

c) schrecklich, fürchterlich

 

 

→Ps 93,4

 

Die waſſerwogen im Meer ſind gros / Vnd brauſen grewlich

 

Die Wogen im Meer sind groß und sie brausen fürchterlich.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Grim
grim

Grimm, der

heftiger Zorn; verbissene Wut

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

grimmig

grimmig (Adjektiv)

ergrimmt, wütend, zornig

 

→Ps 78,49

 

Da er böſe Engel vnter ſie ſandte / in ſeinem grimmigem zorn

 

a) Da er böse Engel unter sie sandte in seinem grimmigen Zorn

b) Da er böse Engel unter sie sandte in seinem wütenden Zorn

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

grundfeſte

Grundfeste, die (veraltet)

Singular: Grundfeste

Plural: Grundfeste

 

das Fundament, die Basis

 

a) das Fundament eines Bauwerks

die das Gebäude tragenden Teile wie Steine, Mauern, Pfahlwerk, Erdbefestigungen u. ä.

 

b) in biblischer Sprache oft in festen Verbindungen angewendet mit Welt, Erde, Berge, Himmel, Hölle

 

c) allgemein Basis, feste Unterlage von Dingen, speziell in der Handwerkersprache

 

d) Basis, Grundlage von Vorstellungen, Ideen, ethischen und geistigen Werten

 

Heute fast nur noch übertragen in festen Wendungen gebraucht, wie an den Grundfesten (z. B. einer Ideologie) rütteln (meint: etwas ins Wanken bringen).

 

→Ps 18,8

 

Vnd die grundfeſte der Berge regeten ſich vnd bebeten

 

a) Und die Grundfeste der Berge regten sich und bebten

b) Und die Fundamente der Berge wankten und bebten.

c) Und der Boden, auf dem die Berge gegründet waren, geriet ins wanken und erbebte.

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

 
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SK Version 08.07.2019