Wörterbuch zur Lutherbibel | Band 1: A - D

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Wörterbuch

zur Lutherbibel von 1545

 

Luther-Deutsch – Deutsch

Band 3

H

Auswahl
 
 

Verzeichnis der Einträge in Band 3: H

 

Aktuell: → Luther-Deutsch – Deutsch

Auswahl: →Deutsch – Luther-Deutsch

         

Luther-Deutsch

Deutsch

 

Luther-Deutsch

Deutsch

H

H (Buchstabe)

 
Herr

Herr, der

Habel

Abel (Name)

 
HERR Zebaoth

HERR Zebaoth

hadder

Hader, der

 
hertzeleid

Herzeleid, das

haddern

hadern (Verb)

 
Heua

Eva (Name)

Hadderwaſſer

Haderwasser, das

 
Heubt

Haupt, das

Hagariter

Hagariter, der

 
Heubt

Kopf, der

Halelu ia

Halleluja

 
Heubtwaſſer

Hauptwasser, das

Halelu ia

Lobt Gott!

 
Heucheley

Heuchelei, die

halffeſtu

halfest du (Verb)

 
heucheln

heucheln (Verb)

halten

halten (Verb)

 
Heuchler

Heuchler, der

Ham

Ham (Name)

 
Heuchley

Heuchelei, die

Hand

Hand, die

 
Heuila

Hewila (Names eines Landes)

harren

harren (Verb)

 
heuſer

Häuser, die

Harſcheddel

Haarschädel, der (veraltet)

 
Hew

Heu, das

haſtu

hast du (Verb)

 
heweſt

hauen (Verb)

Haus

Haus, das

 
hewet

hauen (Verb)

Hausehre

Hausehre, die (veraltet)

 
Hewſchrecke

Heuschrecke, die

Hausfraw

Hausfrau, die

 
Hidekel

Hidekel (Name eines Flusses)

Hausknecht

Hausknecht, der (veraltet)

 
Hidekel

Tigris (Name eines Flusses)

hawen

hauen (Verb)

 
hie

hier (Adverb)

hecken

hecken (Verb, veraltet)

 
hie nidden

hienieden (Adverb, veraltet)

Heiden

Heiden, die

 
Himelbrot

Himmelbrot, das

Heil

Heil, das

 
Hinde

Hirschkuh, die

Heiland

Heiland, der

 
Hindern

Hintern, der

heilig

heilig (Adjektiv)

 
hinraffen

hinraffen (Verb)

Heilige

Heilige, der/die

 
hoch

hoch (Adjektiv)

heilige Geiſt

heilige Geist, der

 
Höheſte

Höchste, der

heilige Name

heilige Name, der

 
höreſtu

hörst du (Verb)

heiligen

heiligen (Verb)

 
höreteſtu

hörtest du (Verb)

Heiligkeit

Heiligkeit, die

 
Hoffart

Hoffart, der

Heiligthum

Heiligtum, das

 
hoffertig

hoffärtig (Adjektiv)

heiſch

heisch (Adjektiv)

 
Hoffertige

Hoffärtige, der

heiſſchen

heischen (Verb)

 
Hoheprieſter

Hohepriester, der

Helle

Hölle, die

 
Hohmut

Hochmut, der

Helt

Held, der

 
holdſelig

holdselig (Adjektiv, veraltet)

helteſtu

hältst du (Verb)

 
Honigſeim

Honigseim, der (veraltet)

Heman der Eſrahite

Heman der Esrahite (Name)

 
Horn

Horn, das

Hermonim

Hermongebirge, das

 
Hüle

Höhle, die

Herodes

Herodes der Große (Herrscher)

 
Hürten

Hürden, die

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

 
Hürten

Hürte, die (veraltet)

HErr

HErr, AT: Adonaj

 
Hüter

Hüter, der

HErr

HErr, NT: Kyrios

 
huren

huren (Verb)

         

Wörterbuch Band 3: H

Seltene Namen, Wörter und Begriffe

H

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

H

H (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

H

h

Beschreibung

H h

reguläre Schrifttype für einfachen Text

H h

Schrifttype für Auszeichnungen

H h

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

  ĥ

mit Schmuckbögen, speziell in Ligaturen mit dem Buch­staben »c« (in »ch« oder »sch«)

H h

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Habel

Abel (Name)

hebräisch::‏הבל (Hevel, Atem, Hauch)

lateinisch: Abel

griechisch: Αβελ (Abel)

 

Heute ist in der deutschen Bibeln der Name Abel geläufig.

 

Abel war der zweite Sohn von Adam und Eva.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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hadder

Hader, der

Streit, Zwist, meist über lange Zeit erbittert ausgetragen.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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haddern

hadern (Verb)

streiten (im Streit mit Worten);

vor Gericht streiten, einen Prozess führen;

grollen, jemandem feindlich sein.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Hadderwaſſer

Haderwasser, das

Haderwasser (Name)

Luther übersetzt wörtlich. Hader meint Streit, Zwist, meist über lange Zeit erbittert ausgetragen.

Das Haderwasser ist das Wasser des Streits.

 

Name: Tatsächlich ist eine Quelle oder Oase gemeint, die Wasser von Meriba hieß.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Hagariter

Hagariter, der

Hagariter, die (Plural)

Ein Volksstamm, der den Ismaeliten zugezählt wird.

 

Der Name leitet sich her von Hagar, der Mutter Ismaels. Das Volk der Hagariter lebte in der Region östlich von Gilead, östlich des Jordans.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Halelu ia

Halleluja

Ausruf: Lobt Gott! oder: Preisset Jahwe!

Die beiden Wörter Halelu und ia sind Luthers Transkription des hebräischen Wortes הַלְּלוּיָה (hallelu-Jáh), das aus den Begriffen für »preisen« und »Jah«, der Kurzform des Gottesnamens JHWH (Jahwe, Jehova) zusammengesetzt ist. Wörtlich übersetzt hieße der Text: »Preiset Jah«.

 

Luther lässt den Text unübersetzt und benutzt ihn in den Psalmen als formelhaften Bestandteil des Textes (104,35; 105,45; 106,1.48; 111,1; 112,1; 113,1.9; 115,18; 116,19; 117,2; 135,1.21; 146,1.10; 147,1.20; 148,1.14; 149,1.9; 150,1.6).

 

Dennoch trennt er den Begriff auf, wohl nicht, um das Verb vom Objekt abzuspalten, sondern vor allem deshalb, um dem Leser eine Sprechhilfe zu geben. Es sei nicht »Haleluia« oder gar »Halelui-a« zu lesen, sondern »Halelu-ja«.

 

Die Psalmen 113 bis 118 werden mit diesem Ausruf in Psalm 113,1 eingeleitet. Sie bilden als Psalmengruppe das sog. »ägyptische Hallel«, das den Lobpreis Gottes im Gedenken an den Auszug der Hebräer aus Ägypten besingt.

 

Moderne Übersetzungen halten meist daran fest, den Begriff nicht zu übersetzen. Sie schreiben nur anders als Luther das Wort zusammen, entsprechend der hebräischen Vorlage. Es finden sich dann die Wörter Halleluja oder Hallelujah.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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halffeſtu

halfest du (Verb)

halffeſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

2. Person Singular Indikativ Aktiv von helfen (Verb)

 

Präteritum:

halffeſtu: halfest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

halffeſtu: halfest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 22,5

 

VNſer Veter hoffeten auff dich / Vnd da ſie hoffeten / halffeſtu jnen aus.

 

Unsere Vater hofften auf dich. Und während sie hofften, warst du es, der ihnen half!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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halten

halten (Verb)

halten

 

Das starke Verb besitzt im Präsens einen heute nicht gebräuchlichen Vokalwechsel.

 

Formen in der Luther-1545

 

ich halte →Ps 18,22

1. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ

 

er helt (er hält) →Ps 148,6

3. Person Singular Präsens Aktiv Indikativ: mit »e«

 

er hielte (er hielte) →Ps 19,5

3. Person Singular Präterituum Aktiv Konjunktiv

 

Beispiel Präsens, 1. Person

 

→Ps 18,22

 

Denn ich halte die Wege des HERRN

 

Denn ich halte die Wege des HERRN

 

Beispiel Präsens, 3. Person

 

→Ps 148,6

 

Er helt ſie jmer vnd ewiglich

 

Er hält sie immer und ewiglich

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Ham

Ham (Name)

Ham war nach 1Mos 9,24 der jüngste der drei Söhne Noahs. Er gilt als der Stammvater der Hamiten, allerdings ist dieser Volksstamm nicht klar auszumachen, zumal zahlreiche Theorien dazu höchst spekulativ bzw. propagandistisch geprägt erscheinen.

 

In der Bibel umfasst der Begriff die Völker Nordafrikas ohne klare Abgrenzung, die sich zugleich feindlich gegen Israel stellen.

 

→Ps 78,51

 

Da er alle Erſtegeburt in Egypten ſchlug / Die erſten Erben in den hütten Ham.

 

Da er alle Erstgeburt schlug, die ersten Erben in den Hütten Ham.

 

In diesem Vers erscheinen die Ägypter als Nachkommen Hams.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Hand

Hand, die

 

Plural: Hende

 

→Ps 141,2

 

Mein Gebet müſſe fur dir tügen / wie ein Reuchopffer / Meine hende auffheben / wie ein Abendopffer.

 

Mein Gebet soll dir erscheinen wie ein Rauchopfer, das Erheben meiner Hände wie ein Abendopfer.

 

Oder kurz: Nimm mein Gebet als Rauchopfer und das Erheben meiner Hände als Abendopfer.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

harren

harren (Verb, gehoben)

ausdauern, warten

 

a) an einem Ort: verweilen, bleiben

b) in einem Zustand: bleiben, abwarten (ausharren)

c) mit Zurückhaltung: zögern, zaudern, etwas verzögern, etwas verschieben

d) mit bestimmter Erwartung: erwarten, warten (auf)

d) mit Hoffnung: hoffen, zutrauen, sich sehnen

f) als Schicksal: erwarten, unausbleiblich beschieden sein, bevorstehen, ertragen

 

heute gehoben für warten

 

→Ps 4,5

 

Zürnet jr / ſo ſündiget nicht / Redet mit ewrem hertzen auff ewrem Lager / vnd harret

Luther (zu »harret«): Seid ſtille.

 

Ps 4,5 bezieht sich auf die Geschichte von Kain und Abel (→1Mos 4,7), in der sich der erzürnte Kain von der Sünde überwältigen lässt, anstatt abzuwarten, um sie in Ruhe zu beherrschen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Harſcheddel

Haarschädel, der (veraltet)

a) behaarter Schädel

b) oberer, behaarter Teil des Kopfes, die behaarte Kopfhaut

 

→Ps 68,22:

Aber Gott wird den Kopff ſeiner Feinde zuſchmeiſſen ſampt jrem Harſcheddel.

 

Aber Gott wird den Kopf seiner Feinde zerschmettern mitsamt ihrem Haarschopf.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

haſtu

hast du (Verb)

haſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
231 169 28 34

2. Person Singular Indikativ Aktiv von haben (Verb)

 

Präsens:

haſtu: hast du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

haſtu?: (antworte mir!) hast du?

haſtu: hast du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→1Mos 4,10

 

Er aber ſprach / Was haſtu gethan?

 

Er aber sprach: Was hast Du getan!?

 

Der Text 1Mos 12,18-19 enthält eine ganze Reihe Verben mit der Endung -tu, die eindrücklich Vorwurf, Entrüstung und Befehlston des Pharaos ausdrücken:

 

1Mos 12,18-19:

 

18DA rieff Pharao Abram zu ſich / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu mir das gethan? Warumb ſageſtu mirs nicht / das dein Weib were? 19Warumb ſprachſtu denn / ſie were deine Schweſter? Derhalben ich ſie mir zum Weibe nemen wolt. Vnd nu ſihe / Da haſtu dein weib / nim ſie vnd zeuch hin.

 

a) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Warum <nur> hast du mir das angetan?! Warum <nur> sagtest du nicht, dass sie deine Frau sei?! 19Warum <nur> sprachst du denn, sie wäre deine Schwester?! Wegen all dem wollte ich sie mir zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau! Nimm sie und verzieh dich!«

 

b) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Sag, warum nur hast du mir das angetan?! Wieso hast du mir verschwiegen, dass sie deine Frau ist?! 19Wie konnstest du nur behaupten, sie wäre deine Schwester?! Allein wegen dieser Behauptungen wollte ich sie doch zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau zurück! Nimm sie und verzieh dich!«

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

Haus
 
heuſer

Haus, das

Wohngebäude

 

Plural: heuſer; Häuser

 

 

→Jes 27,10

 

DEnn die feſte Stad mus einſam werden / die ſchöne heuſer verſtoſſen vnd verlaſſen werden /

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Hausehre

Hausehre, die (veraltet)

 

Hausfrau, die

Ehefrau, die

a) eigentlich: Ansehen, Glanz, Ehre des Hauswesens

b) das Ansehen eines Hauswesens, sofern es durch die Frau wirtschaftlich und sittlich gestützt wird.

c) die Hausfrau, die Frau des Hauses, die Ehefrau

 

Die Frau des Hauses, die das Haus wirschaftlich und sittlich führt, wird u. a. genannt: Hausehre, Haustrew, Hauszfrewd, Hauszierd (usw.). Hausehre wird ab dem 16. Jahrhundert geradezu als Titel für die Gattin benutzt, wohl wegen Luthers Verwendung in der Bibel.

 

Luther erklärt den Begriff im Scholion zu →Ps 68,13:

 

Luther: (Hausehre) Heiſſt auff Ebreiſch eine Hausfraw.

Das hebräische Wort für Hausfrau heißt wörtlich übersetzt: Hausehre.«)

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Hausknecht

Hausknecht, der (veraltet)

eigentlich: Knecht im einem Hauswesen

a) Bediensteter, Diener, Hausangestellter, Hauswitschafter

b) Bediensteter oder Angestellter in einem Gasthof.
Heute: Hauswirtschafter, Hotelfachmann, Fachkraft Gast­ge­wer­be

 

→Apg 10,7

 

Vnd da der Engel / der mit Cornelio redet / hinweg gegangen war / rieff er zween ſeiner Hauſknechte

 

Und nachdem der Engel, der mit Kornelius geredet hatte, weggegangen war, rief er zwei seiner Hauswirtschafter

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

hawen

 

heweſt
hewet

hauen (Verb)

Mhd.: houwen

1) mähen und schneiden von Früchten

2) fällen von Holz

3) bearbeiten von Holz oder Stein (Bildhauerei)

4) abbauen von Erz

5) bearbeiten des Weinbergs

6) zerkleinern von geschlachtetem Fleisch

7) allgemein: schneidende Hiebe ausführen

8) mit dem Schwert kämpfend schlagen

9) jemanden schlagend verletzen

 

Sonderformen heweſt und hewet

 

Das starke Verb hauen besitzt zu Luthers Zeiten in der 2. und 3. Person Singular Präsens noch neben der Form ohne Umlaut (haweſt, hawet - haust, haut) auch eine mit Umlaut (heweſt, hewet - häust, häut), die heute ungebräulich und veraltet ist.

 

  Luther-Deutsch Deutsch
Infinitiv hawen hauen
Präsens ich hawe ich haue
  du haweſt / du heweſt du haust
  er hawet / er hewet er haut
  wir hawen wir hauen
  ihr hawet ihr haut
  ſie hawen sie hauen

 

 

 

Dan 4,11

 

Hawet den Bawm vmb / vnd behawet jm die Eſte / vnd ſtreifft jm das Laub abe /

 

Fällt den Baum, behaut ihm die Äste und streift ihm das Laub ab!

 

→Ps 29,7

 

Die ſtim des HERRN hewet / Wie fewr flammen.

 

Die Stimme des HERRN schlägt zu wie feurige Flammen

 

Spr 23,13-14

 

Denn / wo du jn mit den Ruten heweſt / So darff man jn nicht tödten. 14Du heweſt jn mit der Ruten / Aber du erretteſt ſeine Seele von der Hellen.

 

Denn wenn du ihn mit der Rute schlägst, darf man ihn nicht töten. Du schlägst ihn <zwar> mit der Rute, aber du rettest sein Leben vor dem Tod.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

hecken

hecken (Verb, veraltet)

Zwei unterschiedliche Bedeutungen:

 

1) hacken, (beißend und stechend) hauen

2) in einer Hecke sitzen, in einer Hecke nisten, hausen

 

→Ps 84,4

 

DEnn der Vogel hat ein haus funden / Vnd die Schwalbe jr neſt / da ſie Jungen hecken

 

Denn der Vogel hat ein Haus gefunden, und die Schwalbe ihr Nest, worin sie ihre Jungen gelegt hat.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heiden

Heiden, die

Heide, der

Heiden
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
684 412 120 152

Im Alten Testament nur im Plural gebräuchlich.

 

(eigtl. Völker). Im religiösen Sinn sind Heiden Menschen, die nicht an Gott glauben bzw. angehörige fremder Religionen.

 

Gemeint sind (allumfassend) Völker mit fremden Religionen und fremden Gotteskulten aus der Sicht des Sprechenden in Abgrenzung zum Volk Gottes.

 

Im Neuen Testament verwendet Luther das Wort auch im Singular:

 

→Mt 18, 17

 

Höret er die Gemeine nicht / So halt jn als einen Heiden vnd Zölner.

 

Hört er nicht auf die Gemeinde, dann halte ihn für einen Heiden und Zöllner.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heil

Heil, das

im unterschiedlichen Sinn gebraucht umfasst es immer eine positive Wendung (beispielsweise Genesung von Krankheit). Es impliziert u. a. Wohlergehen, Wohlbefinden, Glück, Rettung aus irgendeiner Gefahr oder Not, usw.

 

Luther sieht hinter dem Wort Heil mehr als nur das Wort »Hilfe«, das sich im hebräischen Text befindet, und nutzt es stattdessen. Es impliziert den Sieg, die Kehrtwende zum Guten hin.

 

→Ps 98, 2

 

Der HERR leſſt ſein Heil verkündigen

 

Frei übersetzt: Jahwe lässt verkündigen, dass er die Hilfe zum Sieg ist (über Feinde, Gottlose, Ungerechtigkeit, Unrecht, usw.).

 

→Ps 98, 3

 

Aller welt ende ſehen das Heil vnſers Gottes.

 

Frei übersetzt: Die ganze Welt sieht die Hilfe unseres Gottes <bei der Wende zum Guten hin>.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heiland

Heiland, der

Erlöser, Retter, Helfer

insbesondere für Jesus Christus als Erlöser der Menschen.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

heilig

heilig (Adjektiv)

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungswürdig.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Heilige

Heilige, der

jemand, der religiöse Tugenden (göttlich vollkommen) lebt und daher verehrungswürdig ist.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

heilige Geiſt

heilige Geist, der

griechisch: πνεῦμα ἅγιον (pneuma hagion)

lateinisch: Spiritus Sanctus

 

Der Geist Gottes als göttliche Kraft.

 

Heiliger Geist im Christentum

 

Der Begriff Heiliger Geist ist heute vorbesetzt:

 

Der Heilige Geist wird als die dritte »Person« in der Trinität, in der Dreieinigkeit Gottes, verstanden. Danach ist Gott ein Wesen, dass drei Personen in einer darstellt: Gott-Vater (den Schöpfer), Gott-Sohn (Jesus Christus) und Gott-Geist (Heiliger Geist). Obwohl als Person betitelt, stellt der Heilige Geist aber keine eigenständige, losgelöst von Gott existierende Gottheit dar. Vielmehr ist seine Gegenwart immer zugleich als Gegenwart Gottes (und als Gegenwart Jesu Christi; Dreieinigkeit) zu verstehen.

 

Das Gottesbild, das die Trinitätslehre zeichnet, ist ein künstliches, hochgradig komplexes Konstrukt der Kirchenväter des 4. und 5. Jahrhunderts nach Christus. Es versucht, die verschiedenen Wesenheiten Gottes in einer Person zu bündeln, wirft aber gleichzeitig viele neue Fragen auf, die jedoch dogmatisch ausgeblendet werden.

 

Mehr über die Trinitätslehre findet sich in den Gedankenpausen unseres Artikels →Trinitatis

 

Luther sah die Gemeinschaftlichkeit von Gott, Jesus und Heiligem Geist, und bejahte insofern die Dreieinigkeit, konnte allerdings der Dreieinigkeit in einer Person nicht zustimmen.

 

Der Ausdruck »heiliger Geist« in der Lutherbibel

 

In den Texten der Lutherbibel wird der Begriff heiliger Geist ohne das gedankliche Übergebäude der Trinitätslehre verwendet. Hier kommt schlicht die Übersetzung aus den griechischen und lateinischen Quellen zum Tragen.

 

Der heilige Geist der Lutherbibel meint also nicht den Heiligen Geist der Trinitätslehre und sollte mit ihm nicht verwechselt werden.

 

Heiliger Geist und Geist Gottes im Alten Testament

 

Hebräische Formen:

 

  • ŸŸŸŸŸ—œGeist: רוח (ruach, Atem, Geist, Leben, Lebenskraft)
  • Der Geist des HERRN (JHWH): יְהוָֹה  רוּחֵ (ruache jehowa)
  • Der Geist Gottes: אֶלֹהימ  רוּחֵ (ruache elohim) , das von Gott gegebene Lebensprinzip, die von Gott gegebene Lebenskraft
  • sein (Gottes) heiliger Geist: קָדְשׁוֹ  רוּחֵ (ruache qadesho)
  • Heiliger Geist: הַקֹּדֶשׁ  רוּחֵ (ruache ha-qodesh)

 

Bemerkenswert ist, dass Geist im Verbindung mit Gott immer mit Atem und Leben bzw. einer Lebenskraft gedacht ist, die die Existenz der Schöpfung (aller Lebewesen) und somit des Menschen bedingt.

 

Beipiel für Geist als Lebenskraft, die Neues erschafft, und aus der Höhe (aus dem Lebensraum Gottes) ausgegossen wird:
→Jes 32,15

 

BIS ſo lange / das vber vns ausgegoſſen werde der geiſt aus der Höhe. So wird denn die Wüſten zum Acker werden / vnd der Acker fur einen Wald gerechnet werden.

 

Der heilige Geist (Gottes) ist weder ein göttliches Wesen, noch Gott selbst. Er ist als Geist Gottes eine göttliche Kraft, die Lebewesen brauchen, um zu leben, und die in unterschiedlichen Qualitäten Natur und Menschen beleben kann.

 

Das Attribut heilig (wenn vorhanden) macht klar, dass die herausgestellte Qualität neben dem Lebensnotwendigen das göttlich Vollkommene umfasst: Wer vom heiligen Geist erfüllt ist, besitzt eine besondere Lebenskraft; eine, die (in Abgrenzung zum Irdischen) von im religiösen Sinn göttlicher Kraft, vom Glauben, inspiriert und getragen wird.

 

Heiliger Geist im Neuen Testament

 

Jesus stützt sich auf die Vorstellung des heiligen Geistes aus dem Alten Testament. Er lebte im Umfeld der jüdischen Religion, nicht in dem der späteren Kirchenväter. Die Trinitätslehre war ihm unbekannt.

 

Das Neue Testament kennt den Heiligen Geist daher in gleicher Weise wie das Alte Testament nur als Kraft Gottes.

 

Das Verständnis der neutestamentlichen Texte, die den heiligen Geist nennen, hängt davon ab, mit welchem Hintergrund, mit welcher Idee vom heiligen Geist die Texte gelesen und interpretiert werden.

 

Nach Paulus (→Rom 1,4) ist es der Geist, der heilig macht:

 

nach dem Geiſt / der da heiliget

 

Luther erläutert den Begriff Geiſt im Scholion zu Rom 1,4 so:

 

Der geiſt Gottes iſt gegeben nach Chriſtus auf­fahrt / von da an hei­li­get er die Chri­ſten vnd ver­kle­ret Chri­ſtum in al­ler welt das er Got­tes ſon ſey mit al­ler macht / in wor­ten / wun­dern / vnd zei­chen.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

heiliger Name

heilige Name, der (Ausdruck)

fester Begriff für den nicht ausgesprochenen Namen Gottes.

 

Dabei meint heilig in Abgrenzung zum Irdischen: göttlich und verehrungswürdig.

 

Besipiele:

 

dein heiliger Name: dein göttlicher und verehrungswürdiger Name

 

der heilige Name Gottes: der verehrungswürdige Name Gottes

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

heiligen

heiligen (Verb)

als göttlich vollkommen verehren

 

Ableitung aus dem Adjektiv →heilig:

(In Abgrenzung zum Irdischen:) göttlich vollkommen und verehrungs­würdig.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heiligkeit

Heiligkeit, die

Heiligkeit
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
42 20 4 18

das Heiligsein, Zustand des Heiligen

 

Die verehrungswürdige, göttliche Vollkommenheit, die sich im Leben und Handeln nach religiösen Tugenden ausdrückt.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Heiligthum

Heiligtum, das

gewöhnlich bedeutet Heiligthum einen heiligen Ort oder ein heiliges Ding. Dabei meint heilig in Abgrenzung zum Irdischen »göttlich vollkommen und verehrungswürdig«.


In der Bibelsprache ist das Heiligtum das Gotteshaus, der Tempel (lat: : sanctuarium dei).

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

heiſch

heisch (Adjektiv; veraltet)

heiſch
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

von der Stimme: rau, heiser

 

→Ps 69,4

 

Jch habe mich müde geſchrien / mein Halſs iſt heiſch /

 

Ich habe mich müde geschrieen, mein hals ist rauh, meine Stimme ist heiser.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

heiſſchen

heischen (Verb)

mit Nachdruck verlangen, fordern

 

→Ps 2,8:

heiſſche von mir: Verlange es von mir.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Helle

Hölle, die

 

Totenreich, das

Helle
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
139 85 38 16

hebräisch: שאול (Scheol),
das Totenreich, die Unterwelt, in Abgrenzung zur Welt der Lebenden

lateinisch: infernum, auch: abyssus, baratrum, loca inferna, loca infernorum

griechisch: Ἅδης (Hades).

das Totenreich

 

Gedacht als konkreter Ort unter der Erdoberfläche (im Gegensatz zum Himmel über der Erdoberfläche), zu dem die Toten hinabsteigen.

 

Ort der Toten, Totenreich, in Abgrenzung zum Ort (zur Welt) der Lebenden.

 

Bedeutung

 

Der Begriff Hölle ist schwierig und zwischenzeitlich längst mystisch verklärt als Ort der Qual für die nach dem Tode Verdammten, als Ort des Feuers, wo Pech und Schwefel brennen, als Ort der Sünder, die aufgrund ihrer irdischen Verfehlungen Höllenpein zu erleiden haben, usw. Derartige Inhalte sind mit dem hebräischen Begriff Scheol nicht verbunden!

 

Moderne Übersetzungen vermeiden daher meist das Wort Hölle, um nicht einem nichtbiblischen und unchristlichen Glauben an einen verklärten Ort der Qualen, der Dämonen und Teufel Vorschub zu leisten.

 

Herrscher über den Scheol ist der Gott JHWH (s. →Ps 139,8), nicht der →Teufel (griechisch: διάβολος, als Gegenspieler des Gottes JHWH).

 

Auch Jesus ist nach seinem Tod zunächst in den Hades hinabgestiegen (Glaubensbekenntnis).

 

Häufig werden daher heute statt Hölle Begriffe wie Totenreich oder Ort der Toten o. ä. verwendet.

 

Das Wort Helle im Psalter der Lutherbibel

 

→Vorrede zum Psalter: Da ſiheſtu aber mal allen Heiligen ins hertze / wie in den Tod / ja wie in die Helle. Wie finſter vnd tunckel iſts da

 

→Ps 6,6: Denn im Tode gedenckt man dein nicht / Wer wil dir in der Helle dancken?
meint: Tote sind handlungsunfähig

 

→Ps 9,18: Ah das die Gottloſen müſten zur Helle gekeret werden

meint: Die Gottlosen sollten sterben

 

→Ps 16,10: DEnn du wirſt meine Seele nicht in der Helle laſſen
meint: Du wirst mich nicht sterben lassen

 

→Ps 18,6: Der Hellen band vmbfiengen mich / Vnd des Tods ſtrick vberweldiget mich.
meint: ich war dem Tod nahe

 

→Ps 28,1: Auff das nicht / wo du ſchweigeſt / ich gleich werde denen / die in die Helle faren.
meint: auch wenn du schweigst, deshalb werde ich nicht gleich sterben

 

→Ps 30,4: HERR du haſt meine Seele aus der Helle gefüret
meint: du hast mich vor dem Tod bewahrt

 

→Ps 30,4: Du haſt mich lebend behalten / da die in die Helle furen.
meint: mich hast du am Leben gelassen, während die anderen starben

 

→Ps 31,18: Die Gottloſen müſſen zu ſchanden vnd geſchweigt werden in der Helle.

meint: die Gottlosen müssen zum Schweigen gebracht werden durch einen schändlichen Tod

 

→Ps 49,15: Sie ligen in der Helle wie ſchafe / der Tod naget ſie

meint: sie liegen in ihren Gräbern wie Schafe und der Tod nagt an ihnen

 

→Ps 49,15: Jn der Helle müſſen ſie bleiben.

meint: sie müssen in ihren Gräbern bleiben

 

→Ps 49,16: ABer Gott wird meine Seele erlöſen aus der Hellen gewalt

meint: Gott wird meine Seele vor der Macht des Todes retten

 

→Ps 55,16: Der Tod vbereile ſie / vnd müſſen lebendig in die Helle faren

meint: Der Tod mag sie holen und mitten aus dem Leben reißen

 

→Ps 86,13: Vnd haſt meine Seele errettet aus der tieffen Helle.

meint: bewahre mein Leben vor dem Tod

 

→Ps 88,4: Vnd mein Leben iſt nahe bey der Helle.

meint: ich sieche dahin und bin dem Tode nahe, oder: ich fühle mich, als würde ich sterben

 

→Ps 88,5: Jch bin geacht gleich denen / die zur Helle fahren

meint: ich werde genauso wenig geachtet wie Verstorbene

 

→Ps 89,49: Der ſeine Seele errette aus der Hellen hand?

meint: der sein Leben bewahrt

 

→Scholion zu Ps 94,17: (Stille) Das iſt / in der Helle da es ſtille iſt vnd alles aus.

meint: im Grab ist es still und alles ist aus.

 

→Ps 116,3: STricke des Todes hatten mich vmbfangen / Vnd angſt der Hellen hatten mich troffen

meint: Der Tod umklammert mich und Todesangst hat mich überwältigt

 

→Ps 139,8: Füre ich gen Himel / ſo biſtu da / Bettet ich mir in die Helle / Sihe / ſo biſtu auch da.

meint: führe ich in den Himmel: du bist da! Begäbe ich mich ins Totenreich: Da bist du auch!

 

→Ps 141,7: VNſer gebeine ſind zuſtrewet bis zur Helle

meint: Die Leiber und Knochen unserer Verwundeten und Toten sind <über das ganze Feld> verstreut

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Helt

Held, der

a) der durch Tapferkeit und Kampfgewandtheit hervorragende Krieger

b) im geistlichen Sinne

c) jemand, der auf einem bestimmten Gebiet etwas Hervorragendes leistet

d) jemand, der den Mittelpunkt einer Begebenheit oder einer Handlung bildet

 

→Ps 89,20

 

Jch habe einen Helt erweckt der helffen ſol

 

Ich habe einen Helden erweckt, der helfen soll.

 

→Ps 45,4

 

GVrte dein Schwert an deine ſeiten du Helt / Vnd ſchmücke dich ſchön.

 

Gürte dein Schwert an deine Seite, du Held, und schmücke dich schön!

 

→Ps 19,6

 

Vnd frewet ſich / wie ein Helt zu lauffen den weg.

 

Und freut sich, den Weg zu laufen wie ein Held.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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helteſtu

hieltest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von halten (Verb)

 

Präsens:

helteſtu: hältst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 2,25

 

Helteſtu aber das Geſetz nicht / ſo iſt deine Beſchneitung ſchon ein Vorhaut worden.

 

<Erkenne es:> Hältst du das Gesetz nicht, dann ist deine Beschneidung bereits längst zur Vorhaut geworden.

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Heman der Eſrahite

Heman der Esrahite (Name)

Heman der Esrahite wird in →Ps 88,1 als der Autor einer Unterweisung mit dem Titel Von der Schwachheit der Elenden genannt, die offensichtlich von den Sängern der Kinder Korahs in einen Psalm, ein Lied, überführt wurde.

 

Es ist nicht geklärt, wer dieser Heman ist. In der Diskussion befinden sich Heman der Weise (1Kön 5,11) und Heman der Sänger, der neben vielen weiteren unter David diente (1Chr 15,16ff).

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Hermonim

Hermon, der

 

Hermongebirge, das

Hermonim
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

hebräisch: חֶרמוֹנִ֫ים  (ḥεrəmowniym) Hermongebirge,

Plural von חֶרְמוֹן (ḥεrəmowm), (Berg) Hermon

griechisch: Ερμωνιιμ

lateinisch: Hermoniim

Luthers Hermonim ist wie die das griechische Wort der Septuaginta und wie der lateinische Ausdruck die transkribierte Form des hebräischen Wortes.

 

Die Hermonhöhen sind ein Gebirgszug im Grenzgebiet der heutigen Staaten Libanon, Israel und Syrien. Der Berg Hermon besitzt eine Höhe von 2814 Metern. Er wird oft mit dem relativ gleichmäßig aufragenden Gebirgszug gleichgesetzt.

 

An anderen Bibelstellen wurde der Berg Hermon auch Sirijon genannt.

 

 

Karte: Der Berg Hermon

 

→Ps 42,7

 

Darumb gedencke ich an dich im Lande am Jordan vnd Hermonim / auff dem kleinen Berg.

 

a) Darum denke ich an dich im Land am Jordan und in Hermonim, auf dem kleinen Berg.

b) Darum denke ich an dich von dem Land des Jordans und von den Hermonhöhen, vom Berg Mizar.

 

Luthers Scholion zu →Ps 42,7

 

Luther: Das iſt / im Jüdiſchenlande welches er ſo nennet / weil der Jordan drinnen fleuſſet / als das Landwaſſer. Vnd Hermonim die groſſen Berge drumb ſind / Gegen welche der berg Zion klein iſt.

 

a) Luther: Das meint: In Judäa. Das nennt er so, weil der Jordan dort der bedeutende Fluss ist. Um Hermonim befinden sich große Berge, gegen die der Berg Zion klein ist.

 

Anmerkung zu Psalm 42,7

 

Der Berg Mizar (auch Berg Misar, hebräisch: הר מצער  »der unbedeutende, kleine Berg«) ist ein kleinerer Berg in der Nähe des deutlich größeren Hermon. In der Septuaginta und in den lateinischen Vulgata Ausgaben steht anstelle eines Namens die Übersetzung »der kleine Berg« (griechisch: ορους μικρου, lateinisch: monte modico bzw. monte minimo). Luther verfuhr gleichermaßen.

 

Heute wird der hebräische Ausdruck als Name verstanden und wird daher nicht übersetzt. So ist es ausgeschlossen, einen beliebigen kleinen Berg anzunehmen, oder gar denn Berg Zion, wie es Luthers Scholion vermuten lässt.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Herodes

 

König Herodes

Herodes der Große (Herrscher)

Herodes (* um 73 v. Chr.; † im März 4 v. Chr.) stammte aus einer wohlhabenden idumäischen Familie, die jedoch dem Judentum angehörte. Seine Mutter war Nabatäerin. Seine Abstammung erregte den Zorn der Juden, die nur einen König aus einem der Stämme Israels akzeptieren konnten, wozu die Idumäer und Nabatäer nicht gehörten.

 

Trotz vieler herausragender Leistungen, die Herodes für Israel erbrachte, kämpfte er zeitlebens um den Bestand seiner Macht und um die Akzeptanz im Volk. Dabei ging er oft gnadenlos und unbarmherzig selbst gegen Familien­angehörige vor.

 

Während er sich einerseits als Mäzen, Gönner und Gestalter eines Landes erwies, das im römischen Reich nicht zuletzt wegen seiner Leistungen große Aufmerksamkeit erfuhr, war er anderseits äußerst unbeliebt. Er war der ungeliebte König, der um die Gunst des römischen Kaisers buhlte, der hart, brutal und oft ungerecht regierte, der mehrfach verheiratet war und unmittelbar in das priesterliche Geschehen (und damit in das religiöse Leben der Juden) eingriff, in dem er den Hohepriester nach seinem Gutdünken berief.

 

Bereits 47 v. Chr. wurde Herodes von seinem Vater Antipatros als Statthalter in Galiläa eingesetzt, wo er sich auf sein Erbe vorbereiten und das Regieren üben konnte. 39 v. Chr. ernannten ihn die Römer zum König von Jerusalem und damit von Judäa. Sein Machtgebiet konnte er stabilisieren, gegen Feinde verteidigen und ausbauen. Nach 22 v. Chr bekam er vom römischen Kaiser die Landschaften östlich des Oberlaufs des Jordan, Trachonitis, Batanäa und Auranitis zugesprochen. Sein Reich erfuhr nun die größte Ausdehnung.

 

Herodes gestaltete Israel an vielen Stellen neu und mit großem Aufwand. So baute er die Stadt Samaria aus, die er nun Sebaste nannte. Er gründete Caesarea Maritima, das später Sitz der römischen Präfekten wurde. Er errichtet die Palastfestung Herodeion südlich von Jerusalem auf einem teilweise künstlich aufgeschütteten Hügel. Er konzipierte und baute die Felsenfestung Masada am Toten Meer und einen Königspalast in Jerusalem. Er modernisierte in Jerusalem die Wasserversorgung und ließ neue Wasserleitungen verlegen. Er gestaltete den Tempel in Jerusalem neu, erweiterte ihn erheblich und ließ ihn prächtig ausstatten. Insbesondere der Ausbau des Tempels steigerte das Ansehen Jerusalems erheblich: Es gab zu dieser Zeit im gesamten römischen Reich kein vergleichbar großes und prächtiges Bauwerk.

 

Vgl. dazu unsere Karte Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

HERR

HERR, JHWH, Jahwe

Aussehen in unseren Frakturschriften:

HERR, HERR oder HERR

 

HERR im Alten Testament

 

hebräisch: יהוה (jhwh, das Tetragrammaton JHWH)

lateinisch (Biblia Sacra Vulgata): Dominus, Herr

 

Luthers Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) folgt einer festen Regel. Sie weist darauf hin, dass im hebräischen Text an dieser Stelle das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH« (hebr.: יהוה) steht. Es ist der unaussprechliche Name Gottes.

 

Satztechnisch bedingte Varianten

Um beim Satz der Lettern Platz in einer Zeile zu sparen, wodurch übermäßgiger Sperrdruck oder ungünstige Wortumbrüche vermieden werden, sind in der Lutherbibel von 1545 häufig auch die Varianten HERr oder HERrn zu finden. Dabei sind mindestens die ersten drei Zeichen in Versalien gesetzt, womit sie hinreichend von HErr unterscheidbar sind.

 

HERR HErr:

Der Ausdruck HERR HErr steht dann, wenn im hebräischen Text »JHWH Adonaj« zu lesen ist. (Siehe dazu auch den Artikel →HErr.)

 

Auch die umgekehrte Reihenfolge HErr HERR ist möglich (»Adonaj JHWH«).

 

→Hes 2,4b-5a

4bSo ſpricht der HErr HERR / 5aſie gehorchen oder laſſens /

 

Die neuen Lutherbibeln übersetzen diesen Ausdruck stets mit »Gott der HERR«.

 

Das Wissen um die Aussprache der vier Zeichen, die den Gottesnamen ausmachen, ist schon früh in der Geschichte verloren gegangen. Sie werden heute oft mit »Jahwe« (vokalisiert geschrieben יְהוָה nach der Aussprache des hebräischen Adonaj, Herr) oder »Jehova« (יְהוָֹה ebenfalls nach dem hebräischen Adonaj, Herr, jedoch unter Berücksichtigung aller Vokale) transkribiert, aber auch mit »Jewah« (ebenfalls יְהוָה aber nach dem hebräischen Schema, der Name, zu lesen) oder »Jehowih« (יְהוִה nach dem hebräischen Elohim, Gott/Götter).

 

Luther kannte die vokalisierten Varianten und die transkribierten Formen und war wohl besonders dem Wort »Jehova« zugeneigt. Es bezieht alle drei Vokale aus dem Wort Adonaj, das »Herr« bedeutet. Dennoch hatte er es vermieden in seiner Übersetzung »Jehova« zu verwenden. Stattdessen nutzte er wie die lateinischen Bibeln einen Wortersatz. Er setzte das deutsche Wort ein, das gemäß der jüdischen Tradition zu lesen sei, wenn im Text das Vierfachzeichen erscheint, machte es aber durch die besondere Satzweise in Großbuchstaben kenntlich: HERR.

 

Luthers Schreibweise hat sich bis heute in etlichen Bibelausgaben gehalten.

 

 

HERR im Neuen Testament

 

Im neuen Testament verwendet Luther die Schreibweise HERR in Versalien (Großbuchstaben) für Gott, den Vater, an Stellen, wo sich Zitate aus dem Alten Testament auf »JHWH« beziehen.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen

→»HErr« und →»Herr«.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

HErr

HErr, Adonaj

HErr, Kyrios

Aussehen in unseren Frakturschriften: HErr oder HErr

 

Feststehende, besondere Schreibweise Luthers (zwei Großbuchstaben, gefolgt von zwei Kleinbuchstaben), um anzuzeigen, dass sich dahinter eine Bezeichnung Gottes (im Alten Testament) oder Jesu (im Neuen Testament) befindet.

 

HErr im Alten Testament

 

Luther verwendet im Alten Testament die Schreibweise HErr, wenn im hebräischen Text das Wort Adonaj (hebr. ‏אֲדֹנָי‎, pl. von Adon, Herr) anstelle des Gottesnamens steht.

 

HErr im Neuen Testament

 

Im Neuen Testament steht HErr dort, wo in den griechischen Quellen mit dem Wort kyrios (Herr, Besitzer, Gebieter) Jesus Christus als Sohn Gottes gemeint ist.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen →»HERR« (in Groß­buch­staben) und →»Herr« (in Kleinbuchstaben bzw. mit Großbuchstaben »H« am Anfang.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Herr

Herr, der

 

Herr oder herr

 

In der Lutherbibel bezeichnet diese Schreibweise einen Menschen, einen Mann, meist in gehobener oder angesehener Position.

 

Wichtig:

Davon zu unterscheiden sind die Schreibweisen →»HERR« (in Groß­buch­staben) und →»HErr« (zwei Groß­buch­staben, gefolgt von zwei Klein­buch­staben)

 

→Ps 4,3

 

Lieben Herrn / wie lang ſol meine Ehre geſchendet werden?

 

Luther erklärt im Scholion, wen er hier mit »Herrn« meint. Nun ist verständlich, warum der erste Buchstabe, das große »H«, in Antiquaschrift gesetzt ist (siehe unsere Erläuterungen zur Typografie).

 

Luther: (Herrn) Das iſt / Jr groſſen Hanſen vnd was etwas gelten wil.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Zebaoth

HERR Zebaoth

Zebaot

 

HERR Zebaot

Das hebräische Wort Zebaot (צבאות) meint »Heere« oder »Heerscharen« und ist ein Attribut zum Gottesnamen JHWH (יהוה). Es beschreibt Gott entweder als denjenigen, der über der Armee seines Volkes steht, oder als Anführer einer Armee der Engel, als denjenigen, »der über den Cherubim thront« (2Sam 6,2; Jes 37,16).

 

HERR Zebaot

 

Martin Luther übersetzt JHWH Zebaot mit »HERR Zebaoth«, wobei die in Versalien gesetzte, deutsche Bezeichnung »HERR« angibt, dass sich dahinter das Tetragrammaton (das Vierfachzeichen) »JHWH«, der unaussprechliche Name Gottes, verbirgt.

 

Martin Luther belässt Zebaot unübersetzt und gibt dem Wort damit die Bedeutung eines Namensteils, ohne seinen Sinn aufzulösen oder zu werten. Hier steht Zebaoth wie ein Beiname, wie ein Ehrentitel und als Insigne seiner Macht. Diese Wiedergabe wurde in der Lutherbibel bis in die heutige Zeit beibehalten.

 

Andere moderne Übersetzungen schreiben beispielsweise »Herr der Heere« (Einheitsübersetzung), »Jehova der Heerscharen« (Neue-Welt-Übersetzung der Zeugen Jehovas), »Herr der Heerscharen« (Elberfelder Bibel) oder »Jahwe Zebaot «(Herder-Bibel, 1968).

 

 

SK Version 21.01.2019  

→Register

hertzeleid

 

Hertzleid

Herzeleid, das

Leid, Kummer des Herzens, tiefes Leid

 

→Ps 5,10: hertzeleid

 

→Ps 16,4: Hertzleid

 

→Ps 35,12: hertzleid

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heua

Hewa (Name)

Eva (Name)

hebräisch:  ‏חַוָּה (ḥawwāh oder cḥawwah, die Belebte)

griechisch: Εὕα

lateinisch: Hewa

 

Heua ist ist Luthers folgerichtige Transkription der hebräischen, griechischen und lateinischen Schreibweisen. Dabei ist das »u« das zu jener Zeit übliche Zeichen für das Klangbild unseres heutigen »v«.

 

Auszusprechen ist das Wort als He-wá (Betonung auf dem Buchstaben a) bzw. [H]E-va, nicht als Heu-a!

 

Heutige Schreib- und Sprechweise:

 

Eva (Name)

 

Der Name und seine Bedeutung

 

Der Name taucht in der Lutherbibel erstmals in →1Mos 3,20 auf:


VND Adam hies ſein Weib Heua / darumb / das ſie eine Mutter iſt aller Lebendigen.

 

Luther erklärt den Namen in seinem Scholion zu diesem Vers:

 

Hai / heiſſt Leben / Da her kompt Heua oder Haua / leben oder lebendige.

 

Hai (Ha-i) heißt »Leben«. Daher kommt Heva (He-va) oder Hava (Ha-va), »Leben« oder »Lebendige«.

 

Eva ist Zoë

 

Der Text in der griechischen Septuaginta schreibt, dass Adam sein Weib Ζωή (Zoë, »Leben«) nannte, denn sie sei die Mutter aller Lebendigen (ὅτι αὕτη μήτηρ πάντων των ζὡντων).

In 1Mos 4,1 heißt sie dann auch in der Septuaginta Εὕα (Heva, Eva).

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Heubt

Haupt, das

gehobener Ausdruck für: Kopf

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Heubtwaſſer

Hauptwasser, das

Fluss, Strom, Hauptarm eines Flusses

 

→1Mos 2,10-14

 

VND es gieng aus von Eden ein Strom zu weſſern den Garten / vnd teilet ſich da ſelbs in vier Heubtwaſſer ...

 

Das Bild in 1Mos 2,10-14 (Die Paradies-Flüsse), geht davon aus, dass es eine Quelle gibt, die einen ungeheuer großen Strom speist, der sich in vier Hauptarme teilt, um die große Fläche des Garten Eden zu bewässern.

 

Die Identifikation dieser Quelle, des Stromes, sowie der vier Hauptflüsse, die in diesem Text genannt werden, ist jedoch umstritten, wenn auch Luther in seinem Scholion den Erkenntnisstand der Gelehrten seiner Zeit niederschrieb.

 

Das Bild, das die Autoren zeichnen, umfasst im Prinzip die damals gesamte bekannte Welt. Es meint womöglich nur, dass der »Garten Eden« das gesamte fruchtbare Land dieser Welt umfasste. Hier finden sich Pflanzen und Tiere im Überfluss. Das Land, das jenseits von Eden lag (→1Mos 4,16), war hingegen karge Steppe und Wüste, wo Disteln und Dornen wuchsen, wo es schwer war, zu jagen, Ackerbau zu betreiben und eine Viehherde zu ernähren. Die Vertreibung aus dem Paradies ist also nicht die Vertreibung aus der damals bekannten Welt, sondern vielmehr die Metapher für den Schritt, der Menschen veranlasste, die fruchtbaren Flussauen zu verlassen und die Steppenlandschaften und Wüsten als Lebensräume zu erobern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heucheley

Heuchelei, die

Heuchley
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
23 5 5 13

auch: →Heuchley, die

 

das ständige Heucheln, etwas Besonderes vorgeben (Aufschneiderei, Verstellung), so tun, als läge ein bestimmter Zustand vor (Vortäuschung).

 

→Mt 23,28

 

von aussen scheinet jr fur den Menschen from / Aber inwendig seid jr voller heucheley vnd vntugent.

 

Von außen erscheint ihr vor den Menschen fromm, aber innerlich seid ihr voller Heuchelei und Untugend.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

heucheln
 
heuchlen

heucheln (Verb)

etwas Besonderes vorgeben (blenden, aufschneiden), so tun, als läge ein bestimmter Zustand vor (simulieren).

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Heuchler

Heuchler, der

von heucheln (Verb)

 

Jemand, der ständig heuchelt, der etwas Besonderes vorgibt (Blender, Aufschneider), der so tut, als läge ein bestimmter Zustand vor (Simulant).

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Heuchley

Heuchelei, die

Heuchley
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

auch: →Heucheley, die

 

das ständige Heucheln, etwas Besonderes vorgeben (Aufschneiderei, Verstellung), so tun, als läge ein bestimmter Zustand vor (Vortäuschung).

 

→Ps 12,4

 

Der HERR wolte ausrotten alle Heuchley

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Heuila

Hewila (Name eines Landes)

das Land Hewila

 

Aus dem Scholion zu →1Mos 2,11:

 

Luther: (Piſon) Jſt das groſſe waſſer in Jndia / das man Ganges heiſſet / denn Heuila iſt Jndienland.

 

Flavius Josephus, römisch-jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, setzt den Fluss Pischon mit dem Ganges und das Land Hawila (Hewila) mit Indien gleich. Daher stammt wohl auch Luthers Interpretation.

 

Jedoch sind andere Erklärungen bekannt. Das Land Hawila könnte Saba im heutigen Jemen meinen (wegen der im Text genannten Goldvorkommen), Arabien (wegen der Harze wie Bedellion), Syrien oder Äthiopien.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Hew

Heu, das

abgemähter, geernteter und zum Trocknen gelagerter Wie­sen­be­wuchs aus Gras, Kräu­tern und wei­te­ren Wei­de­pflan­zen

 

 

→Hiob 8,12

 

Sonſt wens noch in der blüt iſt / ehe es abgehawen wird verdorret es / ehe man denn hew macht.

 

Sonst, wenn es noch in der Blüte ist, bevor es gemäht wird und bevor man es zu Heu machen kann, verdorrt es.

 

 

 

SK Version 15.03.2019  

→Register

Hewſchrecke

Heuschrecke, die

pflanzenfressendes Insekt

 

Heuschrecken, insbesondere die gefürchtete Wanderheuschrecke, können in ungeheuren Mengen auftreten. Als Schwarm fallen sie in Felder ein und fressen innerhalb kurzer Zeit alle für sie nutzbaren Pflanzenteile. Die Ernte ist nicht mehr möglich. Erstreckt sich die Plage über weite Landstriche, führt das i.d.R. zu so heftigen Ernteverlusten, dass landesweit mindestens erhebliche Teuerungen eintreten oder gar Hungersnöte ausbrechen.

 

In biblischen Zeiten und in Gegenden, in denen fruchtbares Land rar und der Getreideanbau mühsam war, waren Heuschreckenplagen gefürchtet. Bis heute ist es trotz dem Einsatz moderner Technik nicht möglich, präventiv oder nachhaltig Heuschreckenplagen wirksam zu verhindern oder zu bekämpfen.

 

Die Heuschreckenplage war die 8. Plage, die Gott über die Ägypter hereinbrechen ließ (2Mos 10,12).

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Hidekel

Hidekel (Name eines Flusses)

Tigris, der

ein Fluss, nach Luther der Tigris

 

Aus dem Scholion zu →1Mos 2,14:

 

Luther: (Hidekel) Jſt das waſſer in Aſſyria / das man Tygris heiſſt.

 

Tatsächlich ist nicht klar, welcher heutige Fluss gemeint sein könnte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

hie

hier (Adverb)

hie
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
551 371 31 147

Ahd.: hia, hiar; Mhd.: hie, hier

 

hie ist die verkürzte Form von hier und ist heute veraltet.

 

1) hie, an diesem Ort

2) als Gegenüberstellung (Gegensatz) zu da und dort

3) hie kann bezogen sein auf diese Erde, in der wir jetzt weilen

4) hie kann auf Umstände und Verhältnisse bezogen sein

5) hie kann auf Zeit und Stunde bezogen sein

 

 

 

→Rom 10,12:

 

Es iſt hie kein vnterſcheid vnter Jüden vnd Griechen

 

Es gibt hier [in dieser Sache] keinen Unterschied zwischen Juden und Griechen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

hie nidden

hienieden (Adverb, veraltet)

hier unten

 

→Ps 61,3

 

Hie nidden auff Erden ruffe ich zu dir

 

Hier unten auf der Erde rufe ich zu dir.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Himelbrot

Himmelbrot, das

auch: Himmelsbrot, das

Lateinisch: panis caeli

 

wörtlich: Brot des Himmels, aber auch: Brot des Gottes JHWH

 

→Ps 105,40:

 

Vnd er ſettiget ſie mit Himelbrot.

 

PS 105 nimmt Bezug auf 2Mos 16, wo das »Brot des Himmels« als Naturphänomen in der Wüste auftritt und den Hebräern als Nahrung diente. Dort wird es als Man (Manna) bezeichnet:

 

2Mos 16,13b-15: 13b Vbnd am morgen lag der taw vmb das Heer her / 14 vnd als der taw weg war / Sihe / da lags in der wüsten rund vnd klein / wie der Reiffe auff dem lande. 15 Vnd da es die kinder Jsrael sahen / sprachen sie vnternander / Das ist Man / Denn sie wusten nicht was es war. Mose aber sprach zu jnen / Es ist das Brot / das euch der HERR zu essen gegeben hat.

 

→Ps 78,24.25:

 

24 Vnd lies das Man auff ſie regenen / zu eſſen / Vnd gab jnen Himelbrot. 25 Sie aſſen Engelbrot / Er ſandte jnen Speiſe die fülle.

 

Hier stehen die Begriffe »Man« (lat: manna, Manna), »Himmelbrot« (lat: panis caeli) und »Engelbrot« (lat: panis angelorum) für vermutlich die selbe Speise.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Hinde

Hinde, die (veraltet)

 

Hirschkuh, die

Mhd.:hinde, f.

hebräisch: איָּלָה (ʼayyͻlͻh), Plural: אֵיָּלוֹת (ʼayyͻlowto)

lateinisch: cervos, der Hirsch

griechisch: ἔλαφος (élaphos), der Hirsch

Das hebräische Wort bezeichnet das Weibchen, das weibliche Tier von Hirsch oder Reh, also Hirschkuh oder Ricke.

 

→Ps 22,1

 

Ein Pſalm Dauids / vor zu ſingen / Von der Hinden / die früe geiagt wird.

 

a) Ein Psalm Davids. Vorzusingen. Von der Hirschkuh, die in der Frühe gejagt wird.

b) Ein Psalm Davids. Vorzusingen. Nach der Melodie »Die Hirschkuh der Morgenröte«.

 

Anmerkung zu Ps 22,1:

 

Die Überschriften der Psalmen sind oft Aneinanderreihungen von Kopfdaten, die den Autor nennen, die Vortrags- oder Spielweise bezeichnen und manchmal auch die zugrunde gelegte Melodie angeben.

 

In diesem Fall soll nach einer (wohl damals bekannten) Melodie vorgetragen werden. Luthers Übersetzung ist missverständlich und insofern falsch. Es soll weder die Hirschkuh selbst vortragen, noch handelt der Psalm von ihr.

 

→Ps 29,9

 

Die ſtim des HERRN erreget die Hinden / vnd entblöſet die Welde

 

a) Die Stimme des HERRN macht Hirschkühe kreißen. Sie entlaubt die Wälder.

 

Anmerkung zu Ps 29,9:

 

Luther übersetzt gemäß des hebräischen Textes, gemäß der lateinischen Biblia Sacra Vulgata und gemäß der griechischen Septuaginta in das zu seiner Zeit gängige Hinden (Plural).

 

kreißen meint: hevorbringen, Wehen haben, gebären (eine »kreißende Frau« liegt in den Geburtswehen). Luthers erregen trifft die besondere Bedeutung des hebräischen יְחוֹלֵל, in Wehen versetzen (ִvon חיל, sich winden, kreißen, beben) jedoch nicht genau genug.

 

Diese Übersetzung zeichnet das Bild der gewaltigen Stimme Gottes, die wie ein Sturmwind sowohl die Lebewesen im Wald wie auch den Wald selbst heftig schütteln kann: trächtige Hirschkühe gebären vorzeitig, ganze Wälder werden entlaubt.

 

Luther 1984

 

Doch das hebräische איל hat mehrere Bedeutungen. So meint אֵיָּל Hirsch oder Reh, und איָּלָה  das weibliche Tier, also die Hirschkuh, doch אֵיִל (identische Konsonanten, jedoch anders vokalisiert/gelesen) meint großer Baum, wie z. B. Palme oder Eiche. Allerdings weicht dessen Plural ab ( אֵילִים ) und kann im hebräischen Quelltext nicht erkannt werden, was gegen diese Lesart spricht.

 

Die Lutherbibel von 1984 verweist in der Fußnote zu Ps 29,9 auf Luthers ursprüngliche Lesart, übersetzt den Vers aber nun mit:

 

Die Stimme des HERRN lässt Eichen wirbeln und reißt Wälder kahl.

 

(besser erscheint uns dann aber: Die Stimme des HERRN lässt <selbst> große Bäume wirbeln und reißt <sogar ganze> Wälder kahl.)

 

Inspiriert vom zweiten Satzteil, erscheint diese Übersetzung auf den ersten Blick inhaltlich rund und ausgewogen, weil sie in einem Zug den Blick vom einzelnen Baum zum ganzen Wald führt.

 

Elberfelder

 

Eine weitere Variante bietet die Elberfelder Bibel, die bekannt dafür ist, dicht entlang der Quellen zu übersetzen:

 

Die Stimme des Herrn macht Hirschkühe kreißen und lässt Zicklein vorzeitig gebären.

 

Hier wird nur der erste Satzteil mit einer erklärenden Beifügung wiedergegeben: Die gewaltige Stimme Gottes löst bei Hirschkühen vorzeitige Wehen aus (was dazu führt, dass ihre Zicklein zu früh geboren werden). Der Teil, in dem die entlaubten Wälder angesprochen werden, bleibt in dieser Übersetzung ausgeblendet, da hier in den Quellen eine späte Textüberarbeitung bzw. Texterweiterung vermutet wird.

 

Fazit

 

Für uns liefert eine an die heutige Sprache angepasste Fassung der Luther 1545 den besten Text. Zu übersetzen wäre nach unserem Vorschlag:

 

Die Stimme des HERRN löst bei <trächtigen> Hirschkühen Wehen aus, und sie entlaubt <ganze> Wälder.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Hindern

Hintern, der

Substantivierung des Adjektivs hinter

 

hinter: nach hinten befindlich, zurückliegend

Hintern: der hinten befindliche Teil, der zurückliegende Teil

 

Das Wort Hindern beschrieb zu Luthers Zeiten anders als heute nicht ausschließlich das (menschliche) Gesäß, sondern alles, was den rückwärtigen Teil eines (beliebigen) Körpers oder Gegenstandes oder einer Fläche bedeutete.

 

→Ps 78,66

 

Vnd ſchlug ſeine Feinde im Hindern

 

Und schlug seine Feinde <von> hinten.

 

meint: Er fiel ihnen in den Rücken (dort, wo sie zu ihrer Schande diesen überraschenden Angriff weder erwarteten noch bemerkten).

 

SK Version 16.01.2019  

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hinraffen

hinraffen (Verb)

wegraffen

 

von raffen (Verb)

heftig und begehrlich ergreifen, an sich reißen, wegnehmen

 

→Ps 26,9

 

RAff meine Seele nicht hin mit den Sündern

 

a) Raffe meine Seele nicht hin mit den Sündern

b) Nimm mir nicht das Leben gemeinsam mit den Sündern

 

 

SK Version 16.01.2019  

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hoch

hoch (Adjektiv)

 

Das ist mir zu hoch!

 

Die Redensart »Das ist mir zu hoch!« geht zurück auf Luther. In Psalm 139 erklärt er zugleich, was es bedeutet:

 

→Ps 139,6

Solchs erkentnis iſt mir zu wünderlich vnd zu hoch / Jch kans nicht begreiffen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Höheſte

 

Höhest

Höchste, der

Substantivierung von: höchst (weit oben, sehr hoch)

 

Als Rangbezeichnung und Ehrenbezeichnung besonders für Gott, aber auch für Könige gebraucht.

 

hebräisch: עליון (ʿäljôn), Oberer, Höchster

abgeleitet von עָלָה (ʿalāh), hinaufgehen, aufsteigen

 

→Ps 18,14

 

Vnd der HERR donnerte im Himel / Vnd der Höheſt lies ſeinen donner aus

 

Und der HERR donnnerte im Himmel, und der Höchste ließ seine Stimme erschallen

 

 

SK Version 16.01.2019  

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höreſtu

hörst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von hören (Verb)

 

Präsens:

höreſtu: hörst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

höreſtu: hörst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 10,17

 

Das verlangen der Elenden höreſtu HERR / Jr hertz iſt gewis / das dein Ohre drauff mercket.

 

Den Wunsch der Elenden hast du gehört, HERR! Ihr Herz ist sich sicher, dass dein Ohr es vernommen hat.

 

Hier wird im zweiten Satzteil mit »iſt gewis« die Absolutheit des »höreſtu« noch betont.

 

 

SK Version 03.03.2019  

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höreteſtu

hörtest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von hören (Verb)

 

Präteritum:

höreteſtu: hörtest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

höreteſtu: hörtest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 31,23

 

Dennoch höreteſtu meines flehens ſtim / da ich zu dir ſchrey.

 

a) Dennoch hörtest du (ganz sicher) das Flehen in meiner Stimme, als ich zu dir schrie!

b) Dennoch hast du Flehen in meiner Stimme bemerkt, als ich zu dir schrie!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Hoffart

Hoffart, die

Substantivierung zu: →hoffertig, hoffärtig (Adjektiv)

 

Jeweils abwertend gemeint:

 

a) anmaßender Stolz, verletzend überhebliches Betragen, Überheblichkeit, Dünkel,

b) aufgeblasenes, hochnäsiges, selbstherrliches, selbstgefälliges, snobistisches, arrogantes, blasiertes Verhalten oder Betragen

c) Überheblichkeit, Selbstherrlichkeit, Hochnäsigkeit, Arroganz, usw.

 

→Jes 13,11

 

Vnd wil des hohmuts der Stoltzen ein ende machen / vnd die hoffart der Gewaltigen demütigen.

 

a) Und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen, und die Hoffart der Gewaltigen demütigen.

b) Und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen, und die Überheblichkeit der Gewaltigen demütigen.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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hoffertig

hoffärtig (Adjektiv)

(abwertend) anmaßend stolz, verletzend überheblich, dünkelhaft, aufgeblasen, hochnäsig, selbstherrlich, selbstgefällig, snobistisch, arrogant, blasiert

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Hoffertige

Hoffärtige, der

Substantivierung zu: →hoffertig, hoffärtig (Adjektiv)

 

(abwertend) anmaßend stolz, verletzend überheblich, dünkelhaft, aufgeblasen, hochnäsig, selbstherrlich, selbstgefällig, snobistisch, arrogant, blasiert

 

die Hoffertigen: die Hochnäsigen, die Selbstgefälligen, die Überheblichen

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Hoheprieſter
Hohenprieſter

Hohepriester, der

Plural: Hohepriester, die

Der Große Priester (hebräisch: כהן גדול, Kohen Gadol) oder Hohepriester ist der oberste Priester. Er war zuständig für alle Fragen der Religion, der Priesterschaft und des Gottesdienstes. Er führte die oberste Aufsicht und war gegenüber den Priestern weisungsbefugt.

 

Zur Zeit Jesu Geburt

 

→Mt 2,4

 

Vnd lies verſamlen alle Hoheprieſter vnd Schrifftgelerten

 

Der Hohepriester, der in Mt 2,4 im Zusammenhang mit dem Stern von Bethlehem erwähnt wird, war wohl Simon ben Boethos (Hohepriester von 23. v. Chr. bis 5 v. Chr.).

 

Der Plural erklärt sich daraus, dass nicht nur der offiziell amtierende Hohepriester als solcher benannt wurde, sondern auch seine Amtsvorgänger (sofern sie noch lebten) und ggf. weitere Personen aus dem engsten Kreis der Familie des Hohepriesters oder wichtiger Vertreter der obersten Priesterklassen.

 

Zur Zeit Jesu Passion

 

→Mt 28,11

 

da kamen etliche von den Hütern in die Stad / vnd verkündigeten den Hohenprieſtern / alles was geſchehen war.

 

Kajafas (Joseph Qajjafa) war Hohepriester von 18 n. Chr. bis 36 n. Chr., eingesetzt von den Römern. Sein Vorgänger und Schwiegervater Hannas (als Hohepriester von 6 n. Chr. bis etwa 15 n. Chr. im Amt) lebte zu dieser Zeit noch, war beim Volk angesehen und nahm weiterhin Aufgaben war, die dem Amt des Hohepriesters zukamen. So führte Hannas nach Joh 18,12-24 das erste Verhör als Hohepriester, bevor er ihn zum offiziellen Hohepriester Kajafas abführen ließ.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Hohmut

Hochmut, der

gehobener Mut, Stolz, Selbstvertrauen

(aber auch abwertend:) Übermut, Überhebung, falscher, überzogener Stolz.

 

→Ps 31,24

 

Die Gleubigen behüt der HERR / Vnd vergilt reichlich dem / der hohmut vbet.

 

Die Gläubigen behütet der HERR und vergilt es reichlich dem, der Hochmut übt.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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holdſelig

holdselig (Adjektiv, veraltet)

verstärktes hold (Adjektiv, veraltet)

 

a) freundlich gesinnt, geneigt, gewogen

b) freundlich in der Erscheinung

 

→Ps 45,3

 

DV biſt der ſchöneſt vnter den Menſchen kindern / holdſelig ſind deine Lippen /

 

Du bist der schönste unter den Menschenkindern. Überaus freundlich sind deine Lippen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Honigſeim

Honigseim, der (veraltet)

1. der ungeläuterte, ungereinigte Honig, wie er aus der Wabe läuft,

2. auch die Wabe bzw. ein Wabenstück mit Honig

 

→Ps 19,11

 

Sie ſind ſüſſer denn Honig vnd honigſeim.

 

Sie [die Rechte des HERRN] sind süßer als Honig und Honigseim.

meint: Sie sind sehr angenehm und verlockend.

 

 

SK Version 13.02.2019  

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Horn

Horn, das

1) Auswuchs am Kopf von Tieren

 

Das Horn ist die Spitze, der höchste Punkt am Kopf, der dadurch Größe erhält. Es ist Ausdruck von gesundem Wachstum, von Agilität, von Kraft und Stärke und von beeindruckender Imposanz.

 

2) Die Bibelsprache benutzt das Wort Horn im Zusammenhang mit Menschen als Symbol der Macht, der Stärke und des Ansehens.

 

→Ps 18,3

 

Mein Schild / vnd Horn meines heils / Vnd mein Schutz.

 

a) Mein Schild, mein Horn meines Heils und mein Schutz.

b) Mein Schild, meine Quelle der Macht für mein Wohlergehen und mein Schutz.

 

→Ps 89,18

 

durch deine Gnade wirſtu vnſer Horn erhöhen.

 

a) durch deine Gnade wirst Du ganz sicher unser Horn erhöhen.

b) durch deine Gnade wirst du ganz sicher unsere Macht und unser Ansehen stärken.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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hüle

Höhle, die

natürlicher Raum in Böden und an den Hängen von Hügeln und Bergen;

Schutz und Lebensraum, für Tiere, aber auch für Menschen.

 

→Ps 10,9

 

Er lauret im verborgen / wie ein Lew in der hüle

 

Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle.

 

 

→Ps 17,12

 

Wie ein junger Lewe der in der hüle ſitzt.

 

Wie ein junger Löwe, der in einer Höhle sitzt.

 

 

→Ps 142,1

 

Ein Vnterweiſunge Dauids zu beten / Da er in der Hülen war.

 

Eine Unterweisung Davids, <niedergeschrieben> als er in der Höhle war. Ein Gebet.

 

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Hürten

 

Hurten

Hurt, die (veraltet)

plural: Hürte, die

auch: Horde, die

 

heutige Form: Hürde, z. B. (das Flechtwerk) als Hindernis bei Pferderennen

 

Flechtwerk von Reisig oder Stäben, meist zum Schutz vor etwas errichtet. Oft ist zugleich der damit umschlossene Raum gemeint.

Bei Vieh daher: Pferch, Viehpferch, eingezäunte Weide.

Für Menschen auf dem Feld: umzäuntes Nachtlager. Usw.

 

 

SK Version 24.01.2018  

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Hüter

Hüter, der

jemand, hütet, wacht und Aufsicht führt.

 

→Mt 28,4

 

Gemeint sind die römischen Soldaten, die von Pontius Pilatus den jüdischen Hohepriestern und Pharisäern auf deren Bitte hin zur Verfügung gestellt wurden, um das Grab zu bewachen (Mt 27,62-66).

 

 

SK Version 04.08.2017  

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huren

huren (Verb)

a) ehebrechen, Ehebruch begehen, Unzucht treiben

b) in der Bibelsprache auch: Abgötterei treiben, abtrünnig werden

 

 

→Ps 106,39

 

Vnd verunreinigeten ſich mit jren wercken / Vnd hureten mit jrem thun.

 

Und sie verunreinigten sich mit ihren Werken und wurden abtrünnig mit ihrem Tun.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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SK Version 08.07.2019