Wörterbuch zur Lutherbibel | Band 4: I - M

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Wörterbuch

zur Lutherbibel von 1545

 

Luther-Deutsch – Deutsch

Band 4

I - M

Auswahl
 
 

Verzeichnis der Einträge in Band 4: I - M

 

Aktuell: → Luther-Deutsch – Deutsch

Auswahl: →Deutsch – Luther-Deutsch

         

Luther-Deutsch

Deutsch

 

Luther-Deutsch

Deutsch

I

I (Buchstabe)

 
Lenge

Länge, die

Iſaac

Isaak (Name)

 
lereſtu

lehrst du (Verb)

Iſrael

Israel (Name)

 
leſſeſtu

lässt du (Verb)

J

J (Buchstabe)

 
Leſtermaul

Lästermal, das

Jabin

Jabin (Name)

 
leuffeſtu

läufst du (Verb)

Jacob

Jakob (Name)

 
leutern

läutern (Verb)

Jacobsſtab

Oriongürtel, der

 
Lew

Löwe, der

jageſtu

jagest du (Verb)

 
Liecht

Licht, das

Jamertal

Jammertal, das

 
liecht

licht (Adjektiv)

Jar

Jahr, das

 
Lied Dauids

Lied Dauids (Psalm)

Jeſaia

Jesaia (Name)

 
liegen

lügen (Verb)

jglicher

jeder (Pronomen)

 
liegen vnd triegen

lügen und trügen (Ausdruck)

jglicher

jeglicher (Pronomen)

 
ligen

liegen (Verb)

Jnſula

Insel, die

 
Linwad

Leinwand, die

Joſeph

Josef, Ehemann der Maria

 
Lob Dauids

Lob Davids (Psalm)

Joseph

Josef, Sohn des Jakob

 
lobſagen

lobsagen (Verb; veraltet)

Jſmaeliter

Jſmaeliter, der

 
löſen

lösen (Verb)

Jſopen

Ysop, der

 
los

los (Adjektiv)

jtzt

jetzt (Partikel und Adverb)

 
Luſt

Lust, die/der

Juda

Juda

 
Lyſias

Claudius Lysias

Juda

Judäa

 
M

M (Buchstabe)

Jüdiſcheland

Judäa

 
machſtu

machst du (Verb)

Jungenlew

Junglöwe, der (veraltet)

 
machteſtu

machtest du (Verb)

Jungfraw

Jungfrau, die

 
Magd

Magd, die

K

K (Buchstabe)

 
Mammon

Mammon, der

Kain

Kain (Name)

 
Man

Manna, das

Kaninichen

Klippdachs, der

 
Man

Mann, der

kanſtu

kannst du (Verb)

 
Manaſſe

Manasse (Name)

Keiſer

Kaiser

 
Maria

Maria

Keiſer Auguſtus

Kaiser Augustus

 
Maria Magdalena

Maria Magdalena

Kelte

Kälte, die

 
Maria Magdalena

Maria von Magdala

Keſe

Käse, der

 
Maſſa

Massa (Ortsname)

Kezia

Kassia, die

 
Maulberbawm

Maulbeerbaum, der

Kinder Korah

Kinder Korahs, die

 
Maulthier

Maultier, das

kinder Lot

Kinder Lots, die

 
Mauren

Mauern, die

Kiſon

Kischon (Fluss)

 
Meigen

Meigen, die (veraltet)

Kleingleubige

Kleingläubige, der/die

 
meineſtu

meinest du (Verb)

Kleinot Dauids

Kleinod Davids

 
meinſtu

meinst du (Verb)

klüglich

klüglich (Adjektiv; veraltet)

 
Melite

Melite (Insel)

Knecht

Knecht, der

 
Menlin

Männlein, das

köcken

köcken (Verb, veraltet)

 
merckſtu

merkst du (Verb)

König Herodes

Herodes der Große (Herrscher)

 
Meriba

Meriba (Ortsname)

Korah

Korah (Name)

 
Midianiter

Midianiter, der

krefftiglich

krefftiglich (Adverb, veraltet)

 
Moabiter

Moabiter, der

Kreite

Kreide, die

 
möchteſtu

möchtest du

kreuchen

kreuchen (Verb, veraltet)

 
mond

Mond, der

Kriegsknecht

Soldat, der

 
Mor

Bewohner des Landes Kusch

Külde

Kühle, die

 
Morenland

Land Kusch

künden

künden (Verb, veraltet)

 
Morenland

Äthiopien

Kützlin

Käuzlein, das

 
Morenland

Nubien

Kyrenius

Quirinius, Publius Sulpicius (Name)

 
Morgenland

Morgenland, das (veraltet)

L

L (Buchstabe)

 
Morgenland

Orient, der

Landpfleger

Landpfleger, der (veraltet)

 
Moſe

Mose (Name)

laſs

lass (Adjektiv)

 
mügen

mögen (Verb)

Laubruſt

Laubhüttenfest, das

 
mummeln

mummeln (Verb)

Laubruſt

Laubrüst, das (veraltet)

 
Myrrhen

Myrrhe, die

Leimen

Lehm, der

    
         

Wörterbuch Band 4: I - M

Seltene Namen, Wörter und Begriffe

I

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

I

I (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

I

i

Beschreibung

I i

reguläre Schrifttype für einfachen Text

I i

Schrifttype für Auszeichnungen

I i

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

I i

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweise:

Die Großbuchstaben »I« und »J« sind in den Fraktur-Zeichensätzen nicht zu unterscheiden.

 

Der Kleinbuchstabe »j« zeichnet sich gegenüber »i« durch eine Unterlänge aus: ij.

 

»J« statt »I«

Der Buchstabe »J« ist eine Variante, die abgerundete Form von »I«. Zu Luthers Zeiten ist er noch wie das »I« eine Mischung aus Konsonant und Vokal, dessen Klangbild von der Stellung im Wort abhängt.

 

Maßgebliche Bedeutung hat die Position des Zeichens im Wort:: Am Wortanfang wird sehr oft »J« oder »j« benutzt. Dies auch dann, wenn das Klangbild unser heutiges »i« fordern würde.

 

In vielen Frakturschriften ist dies aber nur bei Kleinbuchstaben überhaupt zu sehen, weil die Typen der Großbuchstaben i. d. R. identisch sind und vom Schriftsetzer nicht unterschieden werden.

 

Als Folge davon befinden sich in unserem Wörterbuch fast alle Wörter, die wir unter den Buchstaben »I« oder »i« erwarten würden, unter »J«.

 

Personalpronomen und Präposition

Die Buchstaben scheinen austauschbar zu sein, dennoch gibt es Sonderfälle, die das Gegenteil belegen. Ein Beispiel dafür sind die Wörter jm/jn und im/in.

 

jm, jn, jnen (usw.): (mit j) Personalpronomen (ihm, ihn, ihnen, usw.)

→1Mos 2,7: vnd er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen

 

im, in: (mit i) Präposition (im, in)

→1Mos 2,7: vnd er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen

 

Aber auch hier gilt: Ist der erste Buchstabe ein Großbuchstabe, sind Präposition und Personalpronomen im Druckbild identisch:

 

→1Mos 1,27: VND Gott ſchuff den Menſchen Jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn

→1Mos 3,19: Jm ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen

 

 

Nummerierungen mit »i« und »j« im Stil römischer Zahlen

 

Mit den Kleinbuchstaben »i« und »j« lassen sich im Stil römischer Zahlen Nummerierungen erzeugen. Dabei gelten Regeln, deren Ergebnis hier gezeigt wird (das »j« nimmt immer die letzte Stelle vor dem Punkt ein und steht nicht wie bei Wörtern an erster Stelle):

 

1. I. oder j.

2. II. oder ij.

3. III. oder iij.

4. IIII. oder iiij.

 

In der Lutherbibel von 1545 finden wir viele solcher Nummerierungen, die als Versalien in Antiquaschrift und als Kleinbuchstaben in Frakturschrift gesetzt sind.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Iſaac

Isaak (Name)

Iſaac
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
137 109 8 20

hebräisch: יִצְחָק (yiẕĕẖáq, »er hat gelacht«)

griechisch: Ίσαὰκ

lateinisch: Isaac

Sohn →Abrahams und →Saras

 

Isaak ist der erste mehrerer Söhne, die aufgrund einer Verheißung Gottes geboren werden. Die Freude über diese Geburt spiegelt sich im Namen des Kindes. (→1Mos 21,6).

 

Gott errettet Isaak vor dem Opfertod, zu dem zunächst sein Vater Abraham zugestimmt hatte (→1Mos 22,1-14). Dieses Opfer Abrahams, der seinen einzigen Sohn zu opfern bereit ist, und der damit seinen Glauben bezeugt, gilt im Neuen Testament als Symbol für das Opfer Christi, des einzigen Sohnes Gottes: Isaak, der von Gott verheißene Sohn, hatte schließlich zahlreiche Nachkommen, darunter Jakob, den Stammvater Israels; durch das Opfer Christi, durch die Auferstehung gerettet, haben alle die Möglichkeit bekommen, Kinder Gottes zu werden.

 

Für Paulus sind die Christen Kinder der Verheißung.

 

→Rom 9,6-9

 

Denn es ſind nicht alle Jſraeliter die von Jſrael ſind / 7auch nicht alle die Abrahams ſamen ſind / ſind darumb auch Kinder / Sondern in Iſaac ſol dir der Samen genennet ſein.8Das iſt / Nicht ſind das Gotteskinder / die nach dem Fleiſch kinder ſind / Sondern die Kinder der Verheiſſung werden fur Samen gerechnet. 9Denn dis iſt ein wort der Verheiſſung / da er ſpricht / Vmb dieſe zeit wil ich komen / vnd Sara ſol einen Son haben.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Iſrael

Israel (Name)

Iſrael
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2810 2552 184 74
 

Dort, wo Israel als Name einer Person verwendet wird, ist Jakob gemeint, der von Gott den Namen Israel bekam.

 

Israel bezeichnet daneben das Volk Israel, die Israeliten, sowie das historische Land Israel. Der heutige Staat Israel trägt offiziell eben diesen Namen: Medinat Jisra'el. (מדינת ישראל).

 

Der Name Israel

 

hebräisch: יִשְׂרָאֵל (Jisra'el)

lateinisch: Israhel

griechisch: Ἰσραὴλ

 

Es gibt unterschiedliche Deutungen für diesen Namen. Fest steht, dass die Endung אל (el) »Gott« bedeutet.

 

Der vordere Teil wird allgemein auf die semitische Wurzel שרה (sarah) mit der Bedeutung »ringen, kämpfen« zurückgeführt. Es scheint auch möglich, dass sich die Wurzel שרר (sarar) in der Bedeutung »herrschen« dahinter verbirgt. Die deutschen Entsprechung wären in etwa »Gott ringt (mit uns)« bzw. »Gott möge mit uns ringen« oder »Gott herrscht« bzw. »Gott möge herrschen«.

 

 

Luther erklärt den Namen Israel im Scholion zu →1Mos 32,28:

 

Luther: Iſrael kompt von Sara / das heiſſet kempffen oder vberweldigen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Fürſtin oder Fraw heiſſt / vnd Iſrael ein Fürſt oder Kempffer Gottes / das iſt / der mit Gott ringet vnd angewinnet. Welchs geſchicht durch den glauben der ſo feſt an Gottes wort helt / bis er Gottes zorn vberwindet / vnd Gott zu eigen erlanget zum gnedigen Vater.

 

Jakob wurde Israel

 

Nach seinem nächtlichen Kampf mit Gott (→1Mos 32,25b-30) erhielt Jakob den Namen Israel.

 

 

→1Mos 32,28-29

 

Er ſprach / Wie heiſſeſtu? Er antwortet / Jacob. Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern IſraEl / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.

 

 

Die zwölf Stämme Israels

 

Jakob heiratete nacheinander Lea und Rahel. Von ihnen und von deren Sklavinnen Bilhas und Silpas, die ihm nach der Sitte dieser Zeit als Nebenfrauen gehörten, hatte Jakob insgesamt zwölf Söhne:

 

Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon,

Joseph, Benjamin, Dan, Naftali, Gad, Ascher.

 

Mit Ausnahme Josephs, dessen Söhne Efraim und Manasse namentlich in der Stammesliste vertreten sind, gaben diese Söhne den zwölf Stämmen Israels ihre Namen.

 

Das Volk Israel

 

Vom Auszug aus Ägypten bis zum Tod Salomos und dann wieder nach der Zerstörung Samarias im Jahr 722 v. Chr. bezeichnet der Name Israel alle Israeliten.

 

In der Zeit zwischen dem Tod Salomos und dem Jahr 722 v. Chr. hießen nur die zehn Nordstämme Israel, die sich unter Jerobeam von Salomos Sohn Rehabeam getrennt und das Nordreich Israel gebildet hatten. Das Südreich mit der Hauptstadt Jerusalem hieß Juda.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

J

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

J

J (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

J

j

Beschreibung

J j

reguläre Schrifttype für einfachen Text

J j

Schrifttype für Auszeichnungen

J j

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

J j

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweise:

 

Die Großbuchstaben »I« und »J« sind in den Fraktur-Zeichensätzen nicht zu unterscheiden.

 

Der Kleinbuchstabe »j« zeichnet sich gegenüber »i« durch eine Unterlänge aus: ij.

 

»J« statt »I«

Der Buchstabe »J« ist eine Variante, die abgerundete Form von »I«. Zu Luthers Zeiten ist er noch wie das »I« eine Mischung aus Konsonant und Vokal, dessen Klangbild von der Stellung im Wort abhängt.

 

Maßgebliche Bedeutung hat die Position des Zeichens im Wort:: Am Wortanfang wird sehr oft »J« oder »j« benutzt. Dies auch dann, wenn das Klangbild unser heutiges »i« fordern würde.

 

In vielen Frakturschriften ist dies aber nur bei Kleinbuchstaben überhaupt zu sehen, weil die Typen der Großbuchstaben i. d. R. identisch sind und vom Schriftsetzer nicht unterschieden werden.

 

Als Folge davon befinden sich in unserem Wörterbuch fast alle Wörter, die wir unter den Buchstaben »I« oder »i« erwarten würden, unter »J«.

 

Personalpronomen und Präposition

Die Buchstaben scheinen austauschbar zu sein, dennoch gibt es Sonderfälle, die das Gegenteil belegen. Ein Beispiel dafür sind die Wörter jm/jn und im/in.

 

jm, jn, jnen (usw.): (mit j) Personalpronomen (ihm, ihn, ihnen, usw.)

→1Mos 2,7: vnd er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen

 

im, in: (mit i) Präposition (im, in)

→1Mos 2,7: vnd er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen

 

Aber auch hier gilt: Ist der erste Buchstabe ein Großbuchstabe, sind Präposition und Personalpronomen im Druckbild identisch:

 

→1Mos 1,27: VND Gott ſchuff den Menſchen Jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn

→1Mos 3,19: Jm ſchweis deines Angeſichts ſoltu dein Brot eſſen

 

 

Nummerierungen mit »i« und »j« im Stil römischer Zahlen

 

Mit den Kleinbuchstaben »i« und »j« lassen sich im Stil römischer Zahlen Nummerierungen erzeugen. Dabei gelten Regeln, deren Ergebnis hier gezeigt wird (das »j« nimmt immer die letzte Stelle vor dem Punkt ein und steht nicht wie bei Wörtern an erster Stelle):

 

1. I. oder j.

2. II. oder ij.

3. III. oder iij.

4. IIII. oder iiij.

 

In der Lutherbibel von 1545 finden wir viele solcher Nummerierungen, die als Versalien in Antiquaschrift und als Kleinbuchstaben in Frakturschrift gesetzt sind.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Jabin

Jabin (Name)

Jabin war König der Kanaaniter, dessen Königssitz die Stadt Hazor war (Obergaliläa, nördlich des Sees Genezareth).

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Jacob

 

Israel

Jakob (Name)

 

Israel (Name)

Jacob
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
389 337 25 27
 

Dort, wo Israel als Name einer Person verwendet wird, ist Jakob gemeint, der von Gott den Namen Israel bekam.

 

Israel bezeichnet daneben das Volk Israel, die Israeliten, sowie das historische Land Israel. Der heutige Staat Israel trägt offiziell eben diesen Namen: Medinat Jisra'el. (מדינת ישראל).

 

Jakob ist der zweite Sohn von Isaak, der Zwillingsbruder von Esau, und Enkel von Abraham.

 

Er lebte mit seinen beiden Frauen und mit seinen Kindern in Haran.

 

Jakob bekam nach einem Kampf mit Gott von ihm den Namen Israel.

 

Seine Söhne sind die Namensgeber der zwölf Stämme, aus denen sich das Volk Israel gebildet hat.

 

Jakob, der nun Israel heißt, zieht in seinen späten Jahren nach Ägypten, wo er auch stirbt.

 

Der Name Jakob

 

hebräisch: ‏ יַעֲקֹב‎ (Ja'ākob, Jakob)

lateinisch: Iacob

griechisch: Ἰακὼβ

Für diesen Namen gibt es unterschiedliche Deutungen:

 

 

1) Die erste Deutung findet sich in →1Mos 25,24-26:

 

DA nu die zeit kam / das ſie [Rebekka, die Frau Isaaks] geberen ſolt / ſihe / da waren zwilling in jrem Leibe. Der erſt der eraus kam / war rötlicht / gantz rauch wie ein fell / Vnd ſie nenneten jn Eſau. Zu hand darnach kam er aus ſein Bruder / der hielt mit ſeiner Hand die ferſen des Eſau / Vnd hieſſen jn Jacob.

 

Der Name wird auf das hebräische Wort ‏עָקֵב‎ (Akew), Ferse, zurückgeführt, dessen Wurzel im hebräischen Namen Jakob stecke, wobei עָקוֹב (Akow) »die Ferse halten« bedeute, Jakob demnach »Fersenhalter« hieße.

 

2) Die zweite Deutung wird zurückgeführt auf das selbe hebräische Wort עָקוֹב (Akow), allerdings in der Bedeutung »betrügen«. Als Begründung wird dabei auf die bekannte Erzählung vom Tausch des Erstgeburtsrechts gegen ein Linsengericht verwiesen (→1Mos 25,29-34) und auf die Erzählung von der Täuschung des Isaaks, der ungewollt Jakob als Erstgeborenen segnet (→1Mos 27,36).

 

Unsere Deutung:

Das hebräische Wort עָקוֹב (Akow) meint nicht nur »die Ferse halten« oder »betrügen«. Dies sind bereits abgeleitete Begriffe. Es meint ursprünglich und in erster Linie »hinter jemandem herschleichen« ( jemandem auf den Fersen sein, dies kann auch in betrügerischer, dunkler Absicht geschehen, daher »betrügen«).

 

Wir meinen, dass »hinter jemandem herschleichen« hinreichend aus 1Mos 25,26 verständlich ist: Damals waren anders als heute Zwillinge im Mutterleib nicht selbst­verständlich vor der Geburt zu erkennen. Bei der Geburt folgte zur Überraschung aller dem ersten Kind ein zweites.

 

Jakob schlich dem Esau geradezu hinterher als zunächst unentdeckter, heimlicher Verfolger. Er war ihm schließlich bei der Geburt im wahrsten Sinne des Wortes auf den Fersen. Jakob meint in diesem Zusammenhang dem­nach den Zwilling, der als Zweiter zur Welt kam.

 

Die Deutung Betrüger erscheint zum Zeitpunkt der Geburt und Namensgebung nicht haltbar und ist bestenfalls ein nettes Wortspiel, womöglich aus der Zeit nach Jakobs Tod.

 

Der Name Israel

 

hebräisch: יִשְׂרָאֵל (Jiṣra'el)

lateinisch: Israhel

griechisch: Ἰσραὴλ

 

Es gibt unterschiedliche Deutungen für diesen Namen. Fest steht, dass die Endung אל (el) »Gott« bedeutet.

 

Der vordere Teil wird allgemein auf die semitische Wurzel שרה (sarah) mit der Bedeutung »ringen, kämpfen« zurückgeführt. Es scheint auch möglich, dass sich die Wurzel שרר (sarar) in der Bedeutung »herrschen« dahinter verbirgt. Die deutschen Entsprechung wären in etwa »Gott ringt (mit uns)« bzw. »Gott möge mit uns ringen« oder »Gott herrscht« bzw. »Gott möge herrschen«.

 

Luther erklärt den Namen Israel im Scholion zu →1Mos 32,28:

 

Luther: Iſrael kompt von Sara / das heiſſet kempffen oder vberweldigen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Fürſtin oder Fraw heiſſt / vnd Iſrael ein Fürſt oder Kempffer Gottes / das iſt / der mit Gott ringet vnd angewinnet. Welchs geſchicht durch den glauben der ſo feſt an Gottes wort helt / bis er Gottes zorn vberwindet / vnd Gott zu eigen erlanget zum gnedigen Vater.

 

Jakob wurde Israel

 

Nach seinem nächtlichen Kampf mit Gott (→1Mos 32,25b-30) erhielt Jakob den Namen Israel.

 

 

→1Mos 32,28-29

 

Er ſprach / Wie heiſſeſtu? Er antwortet / Jacob. Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern IſraEl / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.

 

 

Die zwölf Stämme Israels

 

Jakob heiratete nacheinander Lea und Rahel. Von ihnen und von deren Sklavinnen Bilhas und Silpas, die ihm nach der Sitte dieser Zeit als Nebenfrauen gehörten, hatte Jakob insgesamt zwölf Söhne:

 

Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issachar, Sebulon,

Joseph, Benjamin, Dan, Naftali, Gad, Ascher.

 

Mit Ausnahme Josephs, dessen Söhne Efraim und Manasse namentlich in der Stammesliste vertreten sind, gaben diese Söhne den zwölf Stämmen Israels ihre Namen.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Orion

 

Band des Orion

 

Jacobsſtab

Orion (Name eines Sternbilds)

Oriongürtel, der

Jakobsstab, der

Orion ist ein Sternbild, das über dem Äquator liegt und im Mittelmeerraum gut zu sehen ist.

 

Orion
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
5* 5 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Jacobsſtab
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Die Bezeichnung Orion steht in der Lutherbibel 1545 für

 

a) das Sternbild Orion

b) den Oriongürtel

c) ein Sternbild (als Gattungsbegriff)

 

 

 

Das Sternbild Orion

 

Sternbild Orion

Creative Commons Attribution-ShareAlike

 

Abbildung:

Das Sternbild Orion.

Die roten Verbindungslinien kennzeichnen den sog. Jakobsstab, der fast genau über dem Äquator steht.

 

Grafik: ©by Sabrina, 2018, CC BY-SA

 

 

Band des Orion

 

der Oriongürtel

 

Im Zentrum des Sternbilds Orion befinden sich drei, fast in einer Linie dicht beieinanderstehende Sterne namens Alnitak, Alnilam und Mintaka (ζ, ε und δ Orionis), der Oriongürtel, das Band des Orion, bzw. der Oriongürtel.

 

Jakobsſtab

 

Der Oriongürtel wurde im Mittelalter oft Jacobsstab genannt.

 

Der Jakobsstab war ein gerader Wanderstab für Pilger, der drei markante Merkmale besaß: eine kräftige, eiserne Spitze unten, einen kugelförmigen oberen Abschlussknauf und in der Mitte ein Griffstück mit verdickter Handauflage.

 

Mit einer gedachten Linie zwischen den drei Sternen entsteht für den Betrachter die Grundform des Jakobsstabs.

 

Das Wort Jacobsſtab kommt in deer Lutherbibel 1545 nur in einer Anmerkung Luthers zu Hiob 9,9 vor.

 

 

Fundstellen

 

→Hiob 9,9

 

Er machet den Wagen am himel vnd Orion vnd die Glucken vnd die Stern gegen mittag.

 

a) Er machte den Wagen am Himmel, und Orion, und die Glucken, und die Sterne gegen Mittag.

b) Er machte den großen Wagen am Himmel, und das Sternbild Orion, und die Plejaden, und die Sterne über dem Äquator.

 

 

Luther in seiner Anmerkung (Marginalspalte) zu →Hiob 9,9

 

(Orion) Iſt das hel­le Ge­ſtir­ne ge­gen mit­tag / das die Bau­ern den Ja­cobs­ſtab heiſ­ſen. Die Glu­cken oder die Hen­ne / ſind die ſie­ben klei­ne Ge­ſtir­ne.

 

a) Orion ist die helle Sternansammlung über dem Äquator, die die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Glucken oder die Henne sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

b) Orion ist das Sternbild über dem Äquator, dessen Gürtelsterne die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Plejaden sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

 

 

→Hiob 38,31

 

Kanſtu die bande der ſieben Sterne zuſamen binden? oder das band des Orion aufflöſen?

 

a) Kannst du das Band der sieben Sterne zusammenbinden? Oder das Band des Orion auflösen?

b) Kannst das Band der Plejaden zusammenbinden? Oder das Band des Oriongürtels auffösen?

 

 

→Jes 13,10

 

Denn die Sterne am Himel vnd ſein Orion ſcheinen nicht helle /

 

a) Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell.

b) Denn die Sterne am Himmel und sein Sternbild scheinen nicht hell.

 

 

→Amos 5,8

 

Er macht die Glucken vnd Orion /

 

a) Er macht die Glucken und Orion.

b) Er machte die Plejaden und das Sternbild Orion.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Jamertal

Jammertal, das

Wörtlich: Tal der Klagen bzw. Tal der Tränen
(lat: vallis lacrymarum)

 

Sinnbildlich für ein Tief im Leben, das sich durch Not und Elend auszeichnet.

 

→Ps 84,7

 

Die durch das Jamertal gehen / vnd machen daſelbs Brunnen

 

a) Die durch das Jammertal gehen und dort Brunnen schlagen.

b) Sie gehen durch das Jammertal und machen es zu einem Ort reicher Quellen.

 

Gemeint ist, dass Menschen, die auf Gott vertrauen (Ps 84,6), selbst in größter Not (Jammertal) lebenspendende Quellen erschließen und so Not und Elend mildern.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Jar
Jare

Jahr, das
Jahre, die

Zeiraum von 12 Monaten

 

Luther verwendet jar sowohl als Singular, wie auch als Plural.

 

 

→Hiob 10,5

 

Oder iſt deine zeit wie eines Menſchen zeit? Oder deine jar wie eines Mans jare?

 

Oder ist deine [Gottes] Zeit wie die Zeit eines Menschen? Oder [sind] deine Jahre wie die Jahre eines Mannes?

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

→Register

Jeſaia

 

Iſaia
Iſaias

Jesaja (Name)

hebräisch: יְשַׁעְיָ֫הוּ (Jescha'jahu; von ישׁע, helfen, befreien, verbunden mit einem Teil des Tetragrammatons JHW(H), bedeutet etwa: »Jahwe ist die Rettung«)

lateinisch: Isaias

griechisch: Ησαιας, Ισαιας

Jesaja, Sohn des Amoz, war im 8. Jahrhundert v. Chr. ein Prophet. Er wurde um 740 v. Chr. berufen und wirkte im Südreich Juda zwischen 740 und 701 v. Chr.

 

Jesajas Hintergrund

 

Jesaja stammte aus einer adeligen Familie und zeichnete sich durch tiefen Glauben und große Intelligenz aus. Ihm gelang eine tiefgreifende theologische Schau der Geschichte.

 

Luther empfiehlt daher in seiner Vorrede zum Buch Jesaja den Lesern dringend, um die geschichtlichen Bezüge des Propheten zu verstehen, zunächst das letzte Buch der Könige wie auch das letzte Buch der Chroniken genau zu studieren:

 

Denn es iſt von nöten / ſo man die Weiſſagung verſtehen wil / das man wiſſe wie es im Lande geſtanden / die Sachen drinnen gelegen ſind geweſen. Wes die Leute geſinnet geweſt / oder fur anschlege gehabt haben / mit oder gegen jre Nachbar / Freunde vnd Feinde. Vnd ſonderlich wie ſie ſich in jrem Lande gegen Gott / vnd gegen den Propheten in ſeinem wort vnd Gottesdienſt oder Abgötterey gehalten haben.

 

Nach Jes 1,1 trat Jesaja auf während der Regierungszeiten der judäischen Könige Usija (ca. 783 - 742 v. Chr. ), Jotam (742-735 v. Chr.), Ahas (735–725 v. Chr.), Hiskia (ca. 725 bis 698 v. Chr.).

 

→Jes 1,1

 

DJs iſt das Geſichte Jeſaja des ſons Amoz / welchs er ſahe von Juda vnd Jeruſalem / Zur zeit Vſia / Jotham / Ahas vnd Jehiſkia der könige Juda.

 

 

Das Buch Jesaja

 

Jesaja gilt als der Verfasser des Buchs Jesaja, dem wohl bedeutendsten Prophetenbuch des Alten Testaments. Allerdings scheint sicher, dass das Buch sowohl Jesajas Aussprüche als auch die seiner Schüler und Nachfolger enthält, die in seinem Geist während des Babylonische Exils (586–539 v. Chr.) und nach der Rückkehr nach Israel wirkten.

 

Die Zeit der Propheten

 

Die Propheten Hosea, Joel, Amos, Micha und Jona gelten als Zeitgenossen Jesajas.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

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jglicher

 

jgliche

 

jglichs

jeglicher, jegliche, jegliches (Pronomen)

veraltet für: jeder, jede, jedes

 

→Jes 28,25

 

.. ſo ſtrewet er Wicken / vnd wirfft Kümel / vnd ſeet Weitzen vnd Gerſten / jglichs wo ers hin haben wil /

 

...so streut er Wicken und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, jegliches [dahin], wo er es hin haben will.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Jnſula

 

Jnſulen

Insel, die

Jnſulen, Jnſuln
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
42 29 4 9

Insel, Inseln

 

Luther verwendet das lateinische Wort insula (die Insel), als Lehnwort.

Der Singular kommt in der Lutherbibel von 1545 jedoch nicht vor. Luther bildet einen eingedeutschten Plural:

 

Plural: Jnſulen (einmal: Jnſuln)

 

→Ps 97,1

 

Der HERR iſt König / des frewe ſich das Erdreich / Vnd ſeien frölich die Jnſulen / ſo viel jr iſt.

 

Der Herr ist König. Darüber freue sich das Erdreich, und es seinen fröhlich die Inseln, alle, die es gibt.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Joſeph

Josef (Name)

Josef, Ehemann der Maria, Mutter Jesu

hebräisch: ‏יוֹסֵף

griechisch: Ἰωσήφ

lateinisch: Ioseph

 

Josef, ein Handwerker aus Nazaret, war nach →Lk 2,4 ein Nachkomme König Davids (lebte um 1000 v. Chr.). Er war mit Maria zum Zeitpunkt, da sie mit Jesus schwanger war, verlobt. Zumindest war die Ehe nicht vollzogen. Erst später, wohl nach der Geburt Jesu, heiratet er sie.

 

Den Grund der vorehelichen Schwangerschaft beschreiben →Mt 1,18 und →Lk 1,35 darin, dass Josef nicht der leibliche Vater Jesu war. Allerdings war es aus der Sicht des Gesetzes und aus der Sicht der Bevölkerung (→Joh 1,45).

 

Josef: Ehemann, Vater und Ernährer der Familie

 

Aus dem Dogma der Unbeflecktheit Marias ergibt sich, dass Josef auch nach der Geburt Jesu nie Geschlechtsverkehr mit Maria ausgeübt habe. Der Evangelist Markus beschreibt aber, dass Jesus vier Brüder und mindestens zwei, ggf. mehr Schwestern hatte (→Mk 6,3), doch sollen sie angeblich entweder aus einer früheren Ehe des Josef mit einer anderen, unbekannten Frau stammen (wofür es keinerlei Quellen gibt), oder es handle sich angeblich um adoptierte Kinder. Manchmal wird der Begriff »Brüder« so verstanden, dass er die Kinder von nahen Verwandten Jesu, wie Tanten und Onkels, mit einschließt (Großfamilie).

 

Wir können derartigen, künstlichen Konstrukten nicht folgen. Für uns war Josef der Mann der Maria, mit der er mehrere Kinder zeugte und groß zog. Er war ein einfacher Handwerker in dem kleinen Dorf Nazaret und verdiente den Lebensunterhalt für seine kinderreiche Familie. Er war religiös, soweit es die Gemeinschaft und die Öffentlichkeit erforderte, und er folgte den üblichen Sitten und Gebräuchen seiner Zeit. Er lebte seinen Kindern nur das vor, was er als ihnen als Mitglied einer jüdischen Gemeinde vorleben konnte. Er war keineswegs theologisch gebildet oder religiös besonders engagiert, sondern ganz sicher ein sehr normaler Ehemann, Vater und Ernährer der Familie.

 

 

SK Version 16.03.2019  

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Joseph

Josef (Name)

Josef, Sohn Jakobs und Rahels

hebräisch: ‏יוֹסֵף

griechisch: Ἰωσήφ

lateinisch: Ioseph

 

Der hebräische Name Josef bedeutet »Gott möge hinzufügen« (nämlich noch weitere Kinder) und war beliebt als Name für den erstgeborenen Sohn einer Familie.

 

Josef war der erste Sohn Jakobs und Rahels.

 

Josefs Geschichte ist verbunden mit der Zeit, in der Ägypten unter der Fremdherrschaft der Hyksos steht. Die Josefsgeschichte erklärt, wie es zur Ansiedlung der Hebräer in Ägypten kam. Sie liefert die Vorgeschichte zum Auszug der Hebräer aus Ägypten unter Mose.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Jſmaeliter

Ismaeliter, der

Ismaeliten, die (Plural)

Ismaeliten (Araber)

 

Ismael (hebräisch: ישמעאל jischmaʿel, „Gott hört“) ist der Sohn Abrahams und der Hagar, einer Sklavin von Abrahams Frau Sarah. Nach der Geburt Isaaks wurde Ismael verstoßen. Er lebte fortan in der Wüste des südlichen Sinai. Er heiratete eine Ägypterin und wurde durch die vielen Kinder, die er während seines langen Lebens zeugte, Stammvater einer eigenen Sippe, die sich zu einem Volk entwickelte.

 

Ismael wird als Stammvater der Araber angesehen.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Jſopen

Ysop, der

Jſopen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
14 12 0 2

hebräisch: אֵזוֹב (ͻezowb), Ysop

griechisch: ὕσσωπος (hýssōpos)

lateinisch: hysopum, Isopum

im Mittelmeergebiet verbreitete Pflanze, die als Gewürz- und Heilpflanze kultiviert wird.

 

Zum Schutz vor der zehnten Plage gegen Ägypten wurden die Hebräer aufgefordert, einen Ysopbüschel in das Blut eines geschlachteten Schafs zu tauchen und damit die Zargen ihrer Haustüren zu besprengen:

 

2Mos 12,21-22

 

21VND Moſe foddert alle Elteſten in Jſrael / vnd ſprach zu jnen / Leſet aus / vnd nemet Schafe / jederman für ſein Geſinde / vnd ſchlachtet das Paſſah. 22Vnd nemet ein püſſchel Jſopen / vnd tuncket in das Blut in dem becken / vnd berüret da mit die Vberſchwelle / vnd die zween Pfoſten / Vnd gehe kein Menſch zu ſeiner Hausthür eraus / bis an den morgen

 

 

Büschel des Ysop wurden seit dem für die heiligen Besprengungen benutzt.

 

4Mos 19,18:

 

Vnd ein reiner Man sol Jsopen nemen vnd ins wasser tuncken / vnd die Hütten besprengen vnd alle gerete / vnd alle Seelen die drinnen sind

 

 

SK Version 17.01.2019  

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jtzt

jetzt (Partikel und Adverb)

a) bezeichnet einen begrenzten (abgegrenzten) Zeitraum der Gegenwart

b) wirkt in Fragen verstärkend, um eine Besonderheit zu unterstreichen

 

jtzt
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
260 138 50 68

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Juda

Juda (Name)

Gräzisierte Form von Judäa, zur Zeit Jesu Gebiet in Palästina mit der Hauptstadt Jerusalem.

 

Judäa (Name)

 

hebräisch:יְהוּדָה (Jehūdāh), Juda

griechisch: Ιουδαία

lateinisch: Iudaea

 

Das westlich vom Jordan gelegene Judäa umfasste im Wesentlichen das ehemalige Stammesgebiet Juda, einem der zwölf Stämme Israels. Das Königreich Juda wurde nach biblischer Erzählung von König David gegründet und umfasst zunächst nur ein sehr kleines Gebiet rund um Jerusalem in den judäischen Hügeln.

 

Der Name Judäa ist die hellenistische (alt-griechisch) und römische (Latein) Bezeichnung für den Teil Palästinas, der von Juden bewohnt wurde.

 

Von 37 v. Chr. bis 4 v. Chr. gehörte Judäa zum Reich von Herodes dem Großen. Nach seinem Tod wurde Herodes Archelaos als Gebietsfürst eingesetzt, aber nach vielen Unruhen auf Drängen der Bevölkerung bereits 6 n. Chr. wieder abgesetzt und des Landes verwiesen. Judäa unterstand ab da direkt der römischen Verwaltung, vertreten durch einen römischen Statthalter, der an den Legaten von Syrien berichtete. In Judäa herrschte mit der Duldung Roms bezüglich aller Fragen der jüdischen Religion und damit des jüdischen Lebens, sofern es sich nicht um Verwaltungsfragen der Obrigkeit Roms handelte, der Hohepriester.

 

In den Geschichten der Evangelien sind insbesondere die beiden judäischen Städte Jerusalem und Bethlehem genannt.

 

Vgl. dazu unsere Karten

a) Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

b) Palästina zwischen 4 v. Chr. und 6 n. Chr.

 

→Lk 1,39

 

zu der ſtad Jude

 

Luther stützt sich bei seiner Übersetzung auf die Biblia Vulgata (Latein), die da schreibt: in civitatem Iuda, wobei Iuda (alt-griechisch: Ίούδα) die gräzisierte Form von Judäa (hebräisch:יְהוּדָה (Jehūdāh), Juda) ist.

 

Gleichzeitig benutzt Luther Juda im Genitiv und schreibt daher: Stadt Jude.

 

Die Textstelle meint demnach im modernen Deutsch: zu der Stadt Judäas.

 

Dieses Konstrukt (so auch in der Biblia Vulgata und in den griechischen Texten des neuen Testaments) lässt vermuten, dass der Urheber des Textes die Hauptstadt Judäas meint, Jerusalem, ohne sie direkt zu benennen.

 

Das macht in diesem Zusammenhang Sinn. Zacharias, der Ehemann von Elisabeth, die von Maria in jener Stadt besucht wird, war Priester in Jerusalem. Mit hoher Wahrscheinlichkeit lebten Zacharias und Elisabeth in Jerusalem.

 

Korrekte Übersetzungen, die dem Sinn entsprechen, wären dann u.a.:

 

a) zur Hauptstadt Judäas, oder eindeutiger und auf den Punkt gebracht:

b) nach Jerusalem

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Jüdiſche­land

Judäa (Name)

hebräisch:יְהוּדָה (Jehūdāh), Juda

griechisch: Ιουδαία

lateinisch: Iudaea

 

Das westlich vom Jordan gelegene Judäa umfasste im Wesentlichen das ehemalige Stammesgebiet Juda, einem der zwölf Stämme Israels. Das Königreich Juda wurde nach biblischer Erzählung von König David gegründet und umfasst zunächst nur ein sehr kleines Gebiet rund um Jerusalem in den judäischen Hügeln.

 

Der Name Judäa ist die hellenistische (alt-griechisch) und römische (Latein) Bezeichnung für den Teil Palästinas, der von Juden bewohnt wurde.

 

Von 37 v. Chr. bis 4 n. Chr. gehörte Judäa zu Reich von Herodes dem Großen. Nach seinem Tod wurde Herodes Archelaos als Gebietsfürst eingesetzt, aber nach vielen Unruhen auf Drängen der Bevölkerung bereits 6 n. Chr. wieder abgesetzt und des Landes verwiesen. Judäa unterstand ab da direkt der römischen Verwaltung, vertreten durch einen römischen Statthalter, der an den Legaten von Syrien berichtete. In Judäa herrschte mit der Duldung Roms bezüglich aller Fragen der jüdischen Religion und damit des jüdischen Lebens, sofern es sich nicht um Verwaltungsfragen der Obrigkeit Roms handelte, der Hohepriester.

 

In den Geschichten der Evangelien sind insbesondere die beiden judäischen Städte Jerusalem und Bethlehem genannt.

 

Vgl. dazu unsere Karten

a) Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

b) Palästina zwischen 4 v. Chr. und 6 n. Chr.

 

 

SK Version 31.01.2019  

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Jungenlew

Junglöwe, der (veraltet)

 

junger Löwe

 

→Ps 91,13

 

Auff dem Lewen vnd Ottern wirſtu gehen / Vnd tretten auff den Jungenlewen vnd Drachen.

 

Du gehst auf Löwen und Vipern, Junglöwen und Schlangen wirst Du niedertreten.

 

Das Bild, das Autor des Psalms zeichnet, stellt paarweise Löwe und Viper (die erwachsenen, zeugungsfähigen Tiere), sowie Junglöwe und Schlange(nbrut) (die Nachkommen) nebeneinander.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Jungfraw

Jungfrau, die

 

hebräisch: בְּתוּלָה (bĕṯŭlāh), Jungfrau

von בתל (batal), trennen, absondern

 

a) ein junges erwachsenes Mädchen, das noch unverheiratet ist (abgesondert, getrennt, nicht vereint lebt);

 

b) daraus in der Ableitung: das von einem Mann noch unberührt ist, das noch keinen Geschlechtsverkehr hatte

 

c) Der Begriff existiert auch als maskuline Form für einen unverheirateten Mann oder Jüngling.

 

lateinisch: virgo, Jungfrau, junge Frau, Mädchen

 

Der Begriff Jungfrau zur Zeit Luthers

 

Der Begriff Jungfrau war vielschichtig und trug starke gesellschaftliche Merkmale in sich (Herrin, aber auch Dienerin), die sogar in Anreden und Titel (beispielsweise für Dokumente) einflossen. Er konnte sich auf den Familienstand beziehen (unverheiratete, ledige Frau) oder auf die Jugendlichkeit (junge Frau, herangewachsenes Mädchen).

 

Der Begriff Jungfrau steht dem Begriff Jüngling (als herangewachsener Junge, junger Mann) gegenüber.

 

a) die junge Herrin, Gebieterin (ohne Rücksicht darauf ob sie verheiratet oder unverheiratet ist)

b) eine noch nicht lange verheiratet Frau, vor allem aus der Sicht der Dienstboten

c) ehrende Bezeichnung eines herangewachsenen Mädchens

d) als ausdrückliche Hervorhebung des geschlechtlich Unbefleckten

e) die jugendliche Dienerin, höheren, aber auch niederen Ranges

f) kirchlich: Bezeichnung für Maria, der Mutter Jesu (neben Frau oder unser Frau)

 

Die Bezeichnung Jungfrau für eine Frau, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatte, war zu Luthers Zeit keineswegs so vordergründig wie heute. Dennoch verwendet Luther den Begriff gemäß der Quellen für Frauen, die noch nicht verheiratet sind und folglich bisher nach der gesellschaftlichen Gepflogenheit jener Zeit keinen Geschlechtsverkehr hatten. Mit der Eheschließung entfällt dieses Attribut in aller Regel, aus Jungfrauen werden geehelichte Frauen, auch in der Luther-1545.

 

Dieser Umstand hat sich heute grundlegend geändert. Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist durchaus üblich, weshalb dem Begriff Jungfrau eine neue Qualität zugewachsen ist, die heutige Übersetzungen vor neue Herausforderungen stellt.

 

 

→Ps 18,12

 

Jünglinge vnd Jungfrawen / Alten mit den Jungen. Sollen loben den Namen des HERRN

 

a) Jünglinge und Jungfrauen, die Alten mit den Jungen. Sie sollen loben den Namen des HERRN

 

Die paarige Gegenüberstellung deutet an, dass es nicht um die Unbeflecktheit der Frau an sich ging, sondern um den unverheirateten Stand und die Jugendlichkeit, was sich für heutigen Gebrauch kaum vollendet formulieren lässt:

 

b) <Unverheiratete> Junge Männer und Frauen, alte und junge Menschen: Sie alle sollen loben den Namen des HERRN.

c) Jugendliche, ob Mann oder Frau, sowie die Alten und die Kinder: Sie alle sollen loben den Namen des HERRN.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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K

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

K

K (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

K

k

Beschreibung

K k

reguläre Schrifttype für einfachen Text

K k

Schrifttype für Auszeichnungen

K k

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

K k

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweis:

Der Großbuchstabe »K« der Frakturschrift sollte nicht mit dem »R« der Antiquaschriften verwechselt werden.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Kain

Kain (Name)

hebräisch:: קין

lateinisch: Kain

griechisch: Καιν (Kain)

 

Der erste Sohn von Adam und Eva.

 

Kain war der erste Mensch, der durch Geburt zur Welt kam und auf diese Weise den Lebenshauch, das Leben, von Gott an Adam und Eva unmittelbar gespendet, durch Vererbung erlangte.

 

→1Mos 4,1

 

Über seine Geburt ist in 1Mos 4,1 dies vermerkt:

 

Eva gebar den Kain / vnd ſprach. Jch habe den Man des HERRN.

 

Luther erklärt dazu im Scholion, dass sich Eva über die Geburt Kains einerseits erstaunt und anderseits gefreut hatte.

 

Luther: Ey Gott ſey gelobt / Da hab ich den HERRN den Man / den Samen / der dem Satan oder Schlangen den Kopff zutretten ſol / Der wirds thun.

 

Dabei bezieht sich Luther nicht auf Kain als Person, sondern auf den Samen, auf die Nachkommen von Adam und Eva, auf die Kinder Gottes. Er deutet damit an, dass in dieser Nachkommenschaft Jesus steht, der der Schlange den Kopf zertreten wird (siehe dazu →1Mos 3,14f.).

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Kaninichen

 

Caninichen

 

Caninchen

Kaninchen, das

Klippdachs, der

wildlebendes, dem Hasen ähnliches Tier.

 

Luther benutzt das allseits bekannte Kaninchen, um einem in Europa unbekannten Tier für seine Leserschaft ein Gesicht zu geben: dem Klippdachs.

 

Das Tier, das in den biblischen Quellen gemeint ist (hebräisch שׇׁפׇן šāfān; griechisch χοιρογρύλλιον choirogrýllion), ist nach Ansicht der neueren Forschung mit hoher Wahrscheinlichkeit der Klippschliefer oder Klippdachs (Procavia capensis).

 

Luther lag gar nicht so schlecht mit der Wortwahl für seine Übersetzung: Dieses Tier ähnelt einem Kaninchen durchaus in Fell und Größe. Es ist zudem kein Hase, der eigenständig in den biblischen Schriften genannt ist und von ihm un­ter­schie­den werden sollte. Allerdings erinnert der Klippdachs von der äußeren Form her eher an ein Murmeltier oder ein Nutria. Das Tier stellt aber eine eigene, unabhängige Art dar.

 

Die verschiedenen Schreibweisen in der Lutherbibel erklären sich hinreichend aus den großen Zeitspannen, die zwischen den Übersetzungen der verschiedenen Texte lagen.

 

Caninichen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Kaninichen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Caninchen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Caninichen

 

→Spr 30,26

 

Caninichen ein ſchwach volck / Dennoch legts ſein haus in den felſen /

 

Die Klippdachse sind ein schwaches Volk. Dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen.

 

 

Verweis3Mos 11,5

 

Die Caninichen widerkewen wol / aber ſie ſpalten die Klawen nicht / Darumb ſind ſie vnrein.

 

Die Klippdachse käuen zwar wieder, aber sie spalten die Klauen nicht. Darum sind sie unrein.

 

 

Kaninichen

 

→Ps 104,18

 

Die hohen Berge ſind der Gemſen zuflucht / Vnd die Steinklufft der Kaninichen.

 

Die hohen Berge sind der Gämsen Zuflucht und die Steinkluft der Klippdachse.

 

 

Caninchen

 

Verweis5Mos 14,7

 

Das Camel / der Haſe / vnd Caninchen / die da widerkewen / vnd doch die klawen nicht ſpalten / ſollen euch vnrein ſein.

 

Das Kamel, der Hase und der Klippdachs, die [zwar] alle wiederkäuen aber [eben] die Klauen nicht spalten, sollen für euch unrein sein.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

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kanſtu

kannst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von können (Verb)

 

Präsens:

kanſtu: kannst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 2,1

 

DARumb / o Menſch / kanſtu dich nicht entſchüldigen / wer du biſt / der da richtet.

 

Darum, o Mensch: Du kannst dich nicht entschuldigen, für das, was du bist, wenn du richtest!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Keiſer

Kaiser

Titel des römischen Imperators und Alleinherrscher des Römischen Reiches.

 

Die Kaiser zur Zeit Jesu

 

Für die Jesus-Geschichten des Neuen Testaments sind insbesondere die beiden ersten Kaiser Roms von Bedeutung:

 

1. Augustus

 

* 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius; † 19. August 14 n. Chr.

Großneffe und Haupterbe Gaius Iulius Caesars

(verkürzter) Titel: Imperator Caesar Augustus

Regierungszeit: 31 v. Chr. bis 14 n. Chr.

Erster römische Kaiser und Alleinherrscher des Römischen Reiches.

 

Geburt und Kindheit Jesu

Jüdische Herrscher dieser Zeit: a) (bis 4 v. Chr.) Herodes der Große, b) (ab 4 v. Chr.) Herodes Archelaos (Judäa, bis 6 n. Chr.) , Herodes Antipas (Galiläa), Herodes Phillipos. (Dekapolis)

 

2. Tiberius

 

* 16. November 42 v. Chr. als Tiberius Claudius Nero; † 16. März 37 n. Chr.

(verkürzter) Titel: Imperator Tiberius Caesar Augustus

Regierungszeit: 14 - 37 n. Chr.

 

Wirken, Passion, Kreuzigung und Auferstehung Jesu.

Jüdische Herrscher dieser Zeit: römischer Prokurator (Judäa), Herodes Antipas (Galiläa), Herodes Phillipos (Dekapolis).

 

Weitere Kaiser des 1. Jahrhunderts

 

Für die Geschichte der frühen Christengemeinden (Briefe), für die Reisen der Apostel und für die die Geschichte Palästinas jener Zeit spielen weitere Kaiser des 1. Jahrhunderts eine Rolle. Von ihnen sind hier nur Name und Regierungszeit genannt:

 

Kurzer Name

Geburtsname
Herrschername

Regierungs-
zeit

Caligula

Gaius Iulius Caesar (Germanicus)
Gaius Caesar Augustus Germanicus

37-41

Claudius

Tiberius Claudius Drusus
Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus

41-54

Nero

Lucius Domitius Ahenobarbus
Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus

54-68

Galba

Servius Sulpicius Galba
Servius Galba Imperator Caesar Augustus

68-69

Otho

Marcus Salvius Otho
Imperator Marcus Otho Caesar Augustus

69

Vittelius

Aulus Vitellius
Aulus Vitellius Germanicus Imperator Augustus

69

Vespasian

Titus Flavius Vespasianus
Imperator Caesar Vespasianus Augustus

69-79

Titus

Titus Flavius Vespasianus
Imperator Titus Caesar Vespasianus Augustus

79-81

Domitian

Titus Flavius Domitianus
Imperator Caesar Domitianus Augustus Germanicus

81-96

Nerva

Marcus Cocceius Nerva
Imperator Nerva Caesar Augustus Germanicus

96-98

Trajan

Marcus Ulpius Traianus
Imperator Caesar Nerva Traianus Augustus Germanicus

98-117

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Keiſer Auguſtus

Kaiser Augustus

Kaiser Augustus

 

* 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius; † 19. August 14 n. Chr.

Großneffe und Haupterbe Gaius Iulius Caesars

(verkürzter) Titel: Imperator Caesar Augustus

Regierungszeit: 31 v. Chr. bis 14 n. Chr.

Erster römische Kaiser und Alleinherrscher des Römischen Reiches.

 

Biblischer Zeitrahmen

 

Geburt und Kindheit Jesu

 

Jüdische Herrscher dieser Zeit:

a) (bis 4 v. Chr.) Herodes der Große

b) (ab 4 v. Chr.) Herodes Archelaos (Judäa, bis 6 n. Chr.)

c) (ab 4 v. Chr.) Herodes Antipas (Galiläa)

d) (ab 4 v. Chr.) Herodes Phillipos (Dekapolis)

 

Siehe auch: →Römische Kaiser

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Kelte

Kälte, die

mhd: kelte, kalte

 

die Winterkälte

 

→Apg 28,2

 

Die Leutlin aber erzeigeten vns nicht geringe freundſchafft / Zündeten ein fewr an / vnd namen vns alle auff / vmb des Regens / der vber vns komen war / vnd vmb der kelte willen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Keſe

Käse, der

aus geronnener Milch gewonnenes Produkt, dass durch Ent­zug der Rest­flüs­sig­kei­ten un­ter­schied­lich fes­te Kon­sis­ten­zen (von streich­fä­hig bis schnitt­fest) er­hält und durch La­ge­rung in der Rei­fung Aro­men ver­än­dert ( mild/streng; zart/würzig; usw.).

 

Die lan­ge Halt­bar­keit ne­ben den re­la­tiv ge­rin­gen Pro­duk­tions­auf­wän­den mach­te Käse schon früh in der Mensch­heits­ge­schich­te ne­ben ge­trock­ne­tem Fisch oder Fleisch zur gün­sti­gen Nah­rung spe­ziell in Zei­ten, in de­nen es schwer war, fri­sche Le­bens­mit­tel zu ern­ten oder zu er­stehen.

 

→Hiob 10,10

 

Haſtu mich nicht wie Milch gemolcken / vnd wie Keſe laſſen gerinnen?

 

Hast Du [Gott] mich etwa nicht wie Milch gemolken, und wie Käse gerinnen lassen?

 

Anmerkung:

Hiob bringt hier eine Metapher der Käseherstellung bezüglich sei­ner Schöpfung: Die Menschen ent­ste­hen aus gött­li­cher Quelle jung und frisch, um dann im Lau­fe des Le­bens zu rei­fen. We­der Ent­ste­hung noch Rei­fung sind Zu­fall, son­dern ba­sie­ren auf Gottes Han­deln und fol­gen Gottes Ab­sich­ten.

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

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Kezia

Kassia, die

Kezia, die

Zimtblüte

Gewürzpflanze

 

Kezia (Varianten: Kassia, Cassia, Ketziah, Keziah), hebr. קְצִיעָה, ist eigentlich ein weiblicher Vorname und bedeutet: lieblicher Duft oder Zimtblüte. Gemeint ist die Blüte der Zimtkassie (Cinnamomum cassia oder auch Cinnamomum aromaticum), und damit auch der Strauch selbst. Aus der Borke der Zimtkassie wird der Cassiazimt (Gewürzrinde) gewonnen, der nicht mit dem echtem Zimt verwechselt werden darf, sondern ein eigenes Gewürz darstellt. Der Anbau als Gewürzstrauch war in Israel verbreitet.

 

In der deutschen Sprache ist heute die Bezeichnung Kassia üblich.

 

Aus dem Scholion zu →Ps 45,9

 

Luther: Was Kezia ſey / weis ich nicht. Etliche nennens Kaſia / Es mus ein wurtzel ſein die wol reucht vnd kleider wol helt.

 

Es ist erfrischend, zu lesen, wie Luther zu seinem Unwissen über den Begriff Kezia steht, aber durchaus den richtigen Wert der Pflanze erkannt hat (wohl riechend und geeignet für die Pflege).

 

Nur wird nicht die Wurzel, sondern die Rinde genutzt. Und es geht an dieser Stelle im Ps 45,9 nicht um die Pflege der Kleider, wie Luther vermutet, sondern um das Tragen dieser exquisiten Luxus-Salben aus Myrrhe, Aloeholzbaum- und Zimtkassie-Extrakten wie Kleider, was ein vollständiges, dick und reichlich aufgetragenes Eincremen von Kopf bis Fuß meint, und was sich schon wegen der hohen Kosten dafür kaum Könige leisten konnten.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Kinder Korah

Die Kinder Korach

Kinder Korah
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
13* 13 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Aus der Linie der späten Nachkommen Korachs (Korhither; 2Mos 6,24). gehörten wohl etliche zu einer Sängergilde.

 

Die folgenden elf Psalmen bezeichnen in der Überschrift die Kinder Korachs als Autoren:

 

→Ps 42, →Ps 44, →Ps 45, →Ps 46,

→Ps 47, →Ps 48, →Ps 49,

→Ps 84, →Ps 85, →Ps 87, →Ps 88

 

Daneben werden die kinder Korah noch in 2Mos 6,24 und in 4Mos 26,11 genannt:

 

→2Mos 6,24

 

Die kinder Korah ſind dieſe / Aſſir / Elkana / Abiaſſaph / Das ſind die geſchlechte der Korinter.

 

→4Mos 26,10-11

 

Vnd die Erde jren mund auffthet / vnd ſie verſchlang mit Korah / da die Rotte ſtarb / da das fewr zwey hundert vnd funffzig Menner fraſs / vnd worden ein Zeichen. 11Aber die kinder Korah ſtorben nicht.

 

 

 

Korach

 

Korach war der Sohn Jizhars, Enkel Kehats (2Mos 6,21). Korach führte mit Dathan und Abiram den Aufruhr gegen Mose und Aaron an (4Mos 16,1ff). Mit ihnen waren 250 Fürsten vom Stamm der Levi beteiligt.

 

Der Aufruhr endete derart, dass die Aufrührer mit ihren Familien durch Öffnen des Erdbodens verschlungen wurden bzw. durch Feuer vom Herrn verzehrt wurden.

 

Es gab im Falle Korach eine Ausnahme: Die Kinder Korachs wurden nicht in die Bestrafung eingeschlossen (4Mos 26,9-11).

 

 

SK Version 16.01.2019  

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kinder Lot

die Kinder Lots

Lot schwängerte seine beiden Töchter. Mit der älteren Tochter zeugte er Moab, den Stammvater der Moabiter, mit der jüngeren Tochter zeugte er Ammon, den Stammvater der Ammoniter (1Mos 19.36-38).

 

Mit dem Ausdruck »die Kinder Lots« sind im Wesentlichen die Moabiter und die Ammoniter gemeint.

 

SK Version 31.01.2018  

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Kiſon

Kischon (Fluss)

Der Kischon ist ein Fluss in Nordisrael.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Kleingleubige

Kleingläubige, der

Kleingläubige, die

Kleingleubige
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
5* 0 0 5

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

von kleingläubig (Adjektiv)

 

ängstliche, zweifelnde Menschen, die nicht vertrauen können

 

Mt 6, 30

 

So denn Gott das Gras auff dem felde alſo kleidet / das doch heute ſtehet / vnd morgen in den ofen geworffen wird / Solt er das nicht viel mehr euch thun / o jr Kleingleubigen?

 

Mt 8,26

 

Da ſagt er zu jnen / Jr Kleingleubigen / Warumb ſeid jr ſo furchtſam?

 

Mt 14,31

 

Jheſus aber recket bald die Hand aus / vnd ergreiff jn / vnd ſprach zu jm / O du Kleingleubiger / warumb zweiuelteſtu?

 

Mt 16,8

 

Da das Jheſus vernam / ſprach er zu jnen / Jr Kleingleubigen / was bekümmert jr euch doch / das jr nicht habt Brot mit euch genomen?

 

Lk 12,28

 

SO denn das Gras / das heute auff dem felde ſtehet / vnd morgen in den ofen geworffen wird / Gott alſo kleidet / Wie viel mehr wird er euch kleiden / jr Kleingleubigen?

 

 

SK Version 16.01.2019  

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gülden Kleinot Dauids

gülden Kleinod Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von sechs Psalmen:

 

→Ps 16, →Ps 56, →Ps 57

→Ps 58, →Ps 59, →Ps 60

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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klüglich

klüglich (Adjektiv; veraltet)

klüglich
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
11 7 3 1

mhd. kluoclîch, klüeclîch, adv.: kluoclîche, kluoclich

verstärktes klug (Adjektiv)

oft adverbial gebraucht

 

vom Tun und Handeln:

 

äußerst klug, mit Bedacht, wohl überlegt

vorsichtig, umsichtig, möglichem Schaden vorbeugend

 

Spr 16,23

 

Ein weiſe Hertz redet klüglich / Vnd leret wol.

 

Ein weises Herz redet wohl überlegt und lehrt Gutes.

 

 

→Ps 47,8

 

DEnn Gott iſt König auff dem gantzen Erdboden / Lobſinget jm klüglich.

 

Denn Gott ist König über die gesamte Erde. Singt ihm wohl überlegte Loblieder.

 

Anmerkung zu Psalm 47,8

 

Luther bezieht das »Lobsinget ihm klüglich« auf das Amt des Predigers. Er erläutert im Scholion den Begriff »klüglich« und wendet sich dabei gegen Prediger, die inhaltsleer plaudern und ihre Predigten durch geschickte Wortwahl und Schreierei aufzuwerten versuchen:

 

Luther: (Klüglich) Das man im predigen das wort mit vleis handele vnd drauff bleibe / nicht einhin ſchreie vnd plaudere / wie die wilden / wüſten Schreier vnd Speier / vnd frechen Prediger / die da reden was ſie dünckt.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Knecht

Knecht, der

Das Wort meint im eigentlichen Sinn einen Menschen männlichen Geschlechts unabhängig vom Alter.

Davon haben sich verschiedene Bedeutungen abgeleitet:

 

a) Mann

b) Jüngling

c) Junggeselle, unverheirateter (junger) Mann

b) braver Mann, Ehrenmann

e) lernender oder dienender Jüngling; Knappe; Lehrling; Geselle

f) Kriegsknecht (Soldat, der das Kriegshandwerk zum Beruf gemacht hat)

g) Landsknechte (im edlen Ansinnen)

h) allg. Dienender (in Anstellung eines Herrn)

i) Gottes Knecht (von Gott dienenden Menschen, so auch von Christen allgemein, unabhängig vom Geschlecht)

 

→Ps 79,2

 

Sie haben die Leichnam deiner Knechte den Vogeln vnter dem Himel zu freſſen gegeben

 

Sie haben die Leichen deiner Knechte den Vögeln unter dem Himmel zu fressen gegeben.

 

Knechte meint hier die (treuen) Diener Gottes, die Angehörigen des Volkes Israel.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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köcken

köcken (Verb, veraltet)

a) ursprünglich: aufstoßen, rülpsen, speien, erbrechen, kotzen

b) als Kraftausdruck für widerlich reden, wiederliche Reden führen

c) als Kraftausdruck für zorniges lamentieren, für zorniges ereifern in der Rede

 

Luther benutzt das Wort in seinen Schriften öfters, in der Lutherbibel von 1545 kommt es jedoch nur einmal vor.

 

köcken
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

→Jes 28,7

 

Denn beide Prieſter vnd Propheten ſind toll von ſtarckem getrencke / ſind in Wein erſoffen vnd daumeln von ſtarckem getrencke / Sie ſind toll im weiſſagen / vnd a köcken die Vrteil eraus /

 

a) Denn beide, Priester und Propheten sind toll vom starkem Getränk, sind in Wein ersoffen und taumeln vom starken Getränk. Sie sind toll im Weissagen und speien die Urteile heraus.

b) Denn beide, Priester und Propheten sind nicht zurechnungsfähig vom alkoholischen Getränk. Sie sind im Wein ersoffen und torkeln vom starken Getränk. Sie sind übermütig im Weissagen und kotzen die Urteile heraus.

 

Luther erklärt das Wort köcken in seinem Scholion zu Jes 28,7 mit speien:

 

(Köcken) Ein trun­cken Rich­ter ſpei­et ein vr­teil her aus wie es jm ins maul fe­llet.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Herodes

 

König Herodes

Herodes der Große (Herrscher)

Herodes (* um 73 v. Chr.; † im März 4 v. Chr.) stammte aus einer wohlhabenden idumäischen Familie, die jedoch dem Judentum angehörte. Seine Mutter war Nabatäerin. Seine Abstammung erregte den Zorn der Juden, die nur einen König aus einem der Stämme Israels akzeptieren konnten, wozu die Idumäer und Nabatäer nicht gehörten.

 

Trotz vieler herausragender Leistungen, die Herodes für Israel erbrachte, kämpfte er zeitlebens um den Bestand seiner Macht und um die Akzeptanz im Volk. Dabei ging er oft gnadenlos und unbarmherzig selbst gegen Familien­angehörige vor.

 

Während er sich einerseits als Mäzen, Gönner und Gestalter eines Landes erwies, das im römischen Reich nicht zuletzt wegen seiner Leistungen große Aufmerksamkeit erfuhr, war er anderseits äußerst unbeliebt. Er war der ungeliebte König, der um die Gunst des römischen Kaisers buhlte, der hart, brutal und oft ungerecht regierte, der mehrfach verheiratet war und unmittelbar in das priesterliche Geschehen (und damit in das religiöse Leben der Juden) eingriff, in dem er den Hohepriester nach seinem Gutdünken berief.

 

Bereits 47 v. Chr. wurde Herodes von seinem Vater Antipatros als Statthalter in Galiläa eingesetzt, wo er sich auf sein Erbe vorbereiten und das Regieren üben konnte. 39 v. Chr. ernannten ihn die Römer zum König von Jerusalem und damit von Judäa. Sein Machtgebiet konnte er stabilisieren, gegen Feinde verteidigen und ausbauen. Nach 22 v. Chr bekam er vom römischen Kaiser die Landschaften östlich des Oberlaufs des Jordan, Trachonitis, Batanäa und Auranitis zugesprochen. Sein Reich erfuhr nun die größte Ausdehnung.

 

Herodes gestaltete Israel an vielen Stellen neu und mit großem Aufwand. So baute er die Stadt Samaria aus, die er nun Sebaste nannte. Er gründete Caesarea Maritima, das später Sitz der römischen Präfekten wurde. Er errichtet die Palastfestung Herodeion südlich von Jerusalem auf einem teilweise künstlich aufgeschütteten Hügel. Er konzipierte und baute die Felsenfestung Masada am Toten Meer und einen Königspalast in Jerusalem. Er modernisierte in Jerusalem die Wasserversorgung und ließ neue Wasserleitungen verlegen. Er gestaltete den Tempel in Jerusalem neu, erweiterte ihn erheblich und ließ ihn prächtig ausstatten. Insbesondere der Ausbau des Tempels steigerte das Ansehen Jerusalems erheblich: Es gab zu dieser Zeit im gesamten römischen Reich kein vergleichbar großes und prächtiges Bauwerk.

 

Vgl. dazu unsere Karte Palästina zwischen 20 v. Chr. und 4 v. Chr.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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krefftiglich

kräftiglich (Adverb; veraltet)

vesrtärktes kräftig, überwiegend adverbial gebraucht

 

→Rom 1,3.4

 

der geboren iſt von dem ſamen Dauid nach dem Fleiſch / 4vnd krefftiglich erweiſet ein Son Gottes / nach dem Geiſt

 

der geboren ist von Davids Nachkommen nach dem Fleisch, und sich eindeutig als ein Sohn Gottes erwies nach dem Geist

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Kreite

Kreide, die

eigentlich: Erde aus Kreta (gr.: Κρήτη)

 

Sehr weicher, feinkörniger, weißer oder hellgrauer Kalkstein, mit dem auf geeigneten Untergründen gemalt oder geschrieben werden kann.

 

 

→Spr 25,20

 

Das iſt wie ein zuriſſen Kleid im winter / vnd Eſſig auff der kreiten.

 

Das ist wie ein zerrissenes Kleid im Winter oder Essig auf der Kreide.

 

Anm.: Ein zerrissenes Kleid wärmt im Winter nicht. Der saure Essig zersetzt die kalkhaltige Kreide und macht sie für das Schreiben unbrauchbar.

 

 

 

SK Version 24.03.2019  

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kreuchen

kreuchen (Verb; veraltet)

Kausativ zu kriechen (Verb), kriechen machen

 

→1Mos 1,26

 

vnd vber alles Gewürm das auff Erden kreucht.

 

a) und über alles Gewürm, das auf der Erde kriechend gemacht ist.

b) und über alles kriechende Gewürm der Erde.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Kriegsknecht

Kriegsknecht, der (veraltet)

Soldat, der

 

→Mt 28,12

 

Vnd ſie kamen zuſamen mit den Elteſten / vnd hielten einen Rat / vnd gaben den Kriegsknechten Gelds gnug

 

Und sie trafen sich mit den Ältesten und hielten Rat, und sie gaben den Soldaten genug Geld.

 

Gemeint sind die römischen Soldaten, die von Pontius Pilatus den jüdischen Hohepriestern und Pharisäern auf deren Bitte hin zur Verfügung gestellt wurden, um das Grab Jesu zu bewachen (→Mt 27,62-66).

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Külde

Kühlde , die (veraltet)

Kühle , die

Weite Spanne der Bedeutungen:

von kühler Wind,

über Kühle, Kühlung,

bis Kälte, Frost.

 

→Spr 25,13

 

WJe die külde des ſchnees zur zeit der Erndte /

 

Wie die Kühle des Schnees zur Zeit der Ernte.

 

 

 

SK Version 24.03.2019  

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künden
kunden

künden (Verb, veraltet)

kunden (Verb, veraltet)

a) von: können (Verb)

b) kund tun, verkünden, ankünden

 

→Ps 32,7

 

Das ich errettet gantz frölich rhümen künde

 

a) Dass ich, errettet, ganz fröhlich rühmen könnte

b) Das ich errettet ganz fröhlich Ruhm verkünde

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Kützlin

Käuzlein , das

kleiner Kauz

Vogel, aus der Familie der Eulen.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Kyrenius

Kyrenius (Name)

gemeint ist:

Publius Sulpicius Quirinius

(* um 45 v. Chr.; † 21 n. Chr.)

 

Publius Sulpicius Quirinius war ein römischer Senator und zeitweilig, ab 6 n. Chr. Statthalter von Syrien.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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L

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

L

L (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

L

l

Beschreibung

L l

reguläre Schrifttype für einfachen Text

L l

Schrifttype für Auszeichnungen

L l

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

L l

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Land­pfleger

Landpfleger, der (veraltet)

Luther verwendet hier (wie so oft) einen Begriff aus seiner Zeit.

 

Ein Pfleger war eine Person, die ein Amt innehat. Ein Land­pfleger war demnach in etwa ein Landeshauptmann bzw. ein Statthalter, ein Landrat.

 

→Lk 2,2

 

vnd geſchach zur zeit / da Kyrenius Landpfleger in Syrien war.

 

Luther bezeichnet als Landpfleger den Legaten (Abgesandten) Roms, der als Statthalter die römische Provinz Syrien ver­wal­tete: Publius Sulpicius Quirinius.

 

→Mt 28,14

 

Vnd wo es würde auskomen bey dem Landpfleger / wöllen wir jn ſtillen / vnd ſchaffen das jr ſicher ſeid.

 

Wahrscheinlich ist in Mt 28,14 mit Landpfleger der römische Präfekt Judäas, Pontius Pilatus, gemeint. Ihm gegenüber waren die römischen Soldaten in der Pflicht, die er als Wachen auf Bitte der Hohenpriester und Pharisäer abgestellt hatte. Ihm gegenüber konnten die Mitglieder des jüdischen Rats die Wachen für ihr Versagen in Schutz nehmen.

 

 

SK Version 31.01.2019  

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laſs

lass (Adjektiv)

Schreibweisen: lass, laß (veraltet), lasz (veraltet)

 

müde, matt, schlaff, schlapp

 

laſs
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
8 6 1 1

 

 

→Jes 13,7

 

Darumb werden alle Hende laſs / vnd aller Menſchen hertz wird feig ſein.

 

Darum werden alle Hände schlaff, und aller Menschen Herz wird feige sein.

 

→Lk 18,1

 

ER ſaget jnen aber ein Gleichnis dauon / Das man alle zeit beten vnd nicht laſs werden ſolt /

 

Er sagte ihnen aber ein Gleichnis davon, dass man allezeit beten und [darin] nicht schlapp werden sollte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Laubruſt
Feſt der Laubruſt

Laubrüst, das (veraltet)

das Fest Laubrüst (veraltet)

Laubhüttenfest, das

Sukkot (hebr. סֻכּוֹת, Plural von סֻכָּה Sukka, »Laubhütte«) oder Laubhüttenfest oder Laubrust (Luther) ist eines der drei jüdischen Wallfahrtsfeste (2Mos 23,14ff).

 

Das Fest wird im Herbst im jüdischen Monat Tischri gefeiert. Es beginnt am Tag des Vollmonds, dem 15. des Monats, und dauert bis zum 21. Tischri (im September/Oktober unseres Kalenders). In Israel ist jedoch nur der erste Tag ein voller Feiertag.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Leimen

Lehm, der

zähe, klebrige Erdart, die als Masse für einen Former (neben Ton in Töpfereien) und als Baumaterial für verschiedene Zwecke verwendet wird

 

ahd.: leimo, leim

mhd: leime, leim

 

 

→Hiob 10,9

 

Gedenck doch / das du mich aus Leimen ge­macht haſt / vnd wirſt mich wider zu Erden machen.

 

[Hiob an Gott:] Bedenke doch, dass du mich aus Lehm gemacht hast, und dass du mich wieder zu Erde machen wirst.

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

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Lenge

Länge, die

→Mt 6,27

 

Wer iſt vnter euch / der ſeiner Lenge eine elle zuſetzen müge

 

Gemeint ist hier die Lebenslänge (als Zeiteinheit), obwohl ihr die Elle als Längenmaß beigefügt wird.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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lereſtu

lehrest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von lehren (Verb)

 

Präsens:

lereſtu: lehrst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 2,21

 

Nu lereſtu andere / Vnd lereſt dich ſelber nicht

 

Nun, du belehrst andere, dich selber aber nicht!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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leſſeſtu

lässt du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von lassen (Verb)

 

Präsens Indikativ: leſſeſtu, du lässt

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Ps 50,19

 

Dein Maul leſſeſtu böſes reden / Vnd deine Zunge treibet falſcheit.

 

a) Dein Maul lässt du (wahrlich) Böses reden! Und deine Zunge treibt Falschheit!

b) Über deine Lippen kommen nur Boshaftigkeiten und deine Zunge treibt Falschheit!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Leſtermaul

Lästermaul, das

1. das (Gott) lästernde Maul

2. jemand der (Gott) ständig und unbelehrbar lästert

 

Das Wort kommt in der Lutherbibel von 1545 nur einmal vor, im Buch der Sprüche Salomos.

 

 

 

→Spr 4,24

 

Thu von dir den verkereten Mund / vnd las das Leſtermaul ferne von dir ſein.

 

a) Tu von dir den verkehrten Mund und laß das Lästermaul fern von dir sein.

b) Vermeide es, Falsches zu reden, und gib dich nicht dem Lästern hin.

c) Rede nicht unwahre Dinge und lästere nicht!

d) Lüge nicht, lästere nicht!

 

 

 

SK Version 13.02.2019  

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leuffeſtu

läufst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von laufen (Verb)

 

Präsens Indikativ: leuffeſtu, du läufst

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Ps 50,18

 

Wenn du einen Dieb ſiheſt / ſo leuffeſtu mit jm

 

Wenn du einen Dieb siehst, dann gehst du doch mit ihm!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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leutern

läutern (Verb, veraltet)

reinigen, lauter machen durch Ausschmelzen, Auskochen, Durchseihen.

 

Siehe auch: →durchleutern

 

→Ps 17,3

 

DV prüfeſt mein hertz / vnd beſucheſts des nachts / Vnd leuterſt mich vnd findeſt nichts

 

a) Du prüfst mein Herz und besuchst es nachts, du leuterst mich und findest nichts.

b) Du prüfst mein Herz und besuchst es nachts, du durchleuchtest mich und findest nichts.

 

→Ps 119,140

 

Dein Wort iſt wol geleutert

 

a) Dein Wort ist wohl geläutert

b) Luther-1984: Dein Wort ist ganz durchläutert

c) Dein Wort ist klar und rein.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Lew
Lewe

Löwe, der

a) das Tier: der Löwe

b) die bildliche Übertragung auf Menschen, wobei oft die Stärke, die Kühnheit und die Raubgier des Löwen das Bild bestimmen.

 

Beide Schreibweisen, mit und ohne »e« am Ende sind möglich.

 

→Ps 10,9

 

Er lauret im verborgen / wie ein Lew in der hüle

 

Er lauert im Verborgenen wie ein Löwe in der Höhle.

 

→Hiob 10,16

 

Vnd wie ein auffgereckter Lewe jageſtu mich /

 

Und wie ein aufgerichteter [im Sprung befindlicher] Löwe jagest du mich [ ganz sicher].

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

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Liecht

Licht, das

Substantivierung des Adjektivs →liecht

 

a) Helligkeit (im Gegs. zur Finsternis)

b) Lichtstrahlen (von Himmelskörpern, vom Feuer, von Lampen, usw.)

c) als leuchtender Körper: Licht, Leuchte, Lampe ( besonders im Plural)

 

→Ps 104,2

 

LJecht iſt dein Kleid / das du an haſt

 

a) Licht ist dein Kleid, das du an hast.

 

Hier ist Licht im Gegensatz zu Finsternis zu verstehen:

b) Helligkeit umgibt dich.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

liecht

licht (Adjektiv)

a) für Helligkeit (im Gegs. zur Finsternis): hell, leuchtend

b) für Lichtstrahlen (von Himmelskörpern, vom Feuer, von Lampen, usw.): strahlend

c) für leuchtende Körper wie Lichter, Leuchten, Lampen ( besonders im Plural): mit Glanz versehen, durchleuchtend, beleuchtend, strahlend usw.

 

→Ps 18,29

 

Der HERR mein Gott machet meine finſternis liecht

 

a) Der HERR mein Gott macht meine Finsternis hell

b) Der HERR mein Gott erhellt meine Finsternis

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Lied Dauids

Lied Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von vier Psalmen:

 

→Ps 122, →Ps 124

→Ps 131, →Ps 133

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

liegen

lügen (Verb)

 

Unwahrheiten, Falschheiten sagen oder behaupten

 

Anmerkung:

 

Das Luther-Wort ligen (liegen) sollte nicht mit liegen (lügen) verwechselt werden.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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liegen vnd triegen

verbal: lügen und trügen

substantivisch: Lügen und Trügen, Lug und Trug

 

lügen: Unwahrheiten, Falschheiten sagen oder behaupten

 

trügen: täuschen, irreführen

 

Lug, der: die Lüge

 

Trug, der: das Trügen, der Betrug, die Täuschung

 

→Ps 55,12

 

Liegen vnd triegen leſſt nicht von jrer Gaſſen.

 

Lug und Trug verschwinden nicht aus ihren Straßen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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ligen

liegen (Verb)

 

eine flache, ausgestreckte, ruhige oder waagerechte Position oder Körperhaltung einnehmen.

 

Anmerkung:

 

Das Luther-Wort ligen (liegen) sollte nicht mit liegen (lügen) verwechselt werden.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Linwad

Leinwand, die

ahd: lîn-uuât, mhd: lîn-wât

linenes Gewebe, aus Leinen gewebter Stoff

 

→Lk 16,19

 

ES war aber ein reicher Man / der kleidet ſich mit Purpur vnd köſtlichem Linwad / vnd lebet alle tage herrlich vnd in freuden.

 

Einst lebte ein reicher Mann, der kleidete sich mit Gewändern aus Purpur und köstlichen Leinenstoffen, und er lebte alle Tage herrlich und in Freuden.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Lob Dauids

Lob Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von →Psalm 145.

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diesen Psalm verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass der Psalm zu einer Sammlung von Psalmen gehört, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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lobſagen

lobsagen (Verb; veraltet)

lobſagen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

lobsagen ist eine Zusammenziehung aus Lob (Substantiv) und sagen (Verb).

 

In der getrennten Schreibweise (Lob ſagen) findet es sich in 1Chr 16,35 und in Jes 35,6.

 

→Ps 27,6

 

Jch wil ſingen vnd lobſagen dem HERRN.

 

→Ps 101,1

 

VON Gnade vnd Recht wil ich ſingen / Vnd dir HERR lobſagen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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löſen

lösen (Verb)

los machen, frei machen, befreien

 

von: los (Adjektiv)

 

jede Art des Losmachens, z. B.:

 

a) lösen, aus Fesseln, aus Gefangenschaft

b) lösen, frei machen (von etwas), entledigen

c) lösen, jemanden frei kaufen, loskaufen, auslösen

d) in Bezug auf Tiere: losbinden, losmachen

e) etwas Fesselndes, Bindendes jeglicher Art losmachen, abtun (die Zunge lösen)

 

Verwendung in der Lutherbibel

 

 

→Ps 146,8

 

Der HERR löſet die Gefangenen

 

Der HERR befreit die Gefangenen.


 

SK Version 16.01.2019  

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los

los (Adjektiv)

frei, ledig, lose, schwach

 

Das Wort wird in vielen Bedeutungen benutzt. Es erzeugt zusammen mit verschiedenen Verben neue Bedeutungen (Ich fahre, ich fahre los) und bildet in Zusammensetzungen neue Wörter wie achtlos (frei von Achtung, Beachtung), machtlos (frei von, ohne Macht) usw.

 

Verwendung in der Lutherbibel

 

 

Loſe Leute

 

→Ps 12,9

 

Wo ſolche loſe Leute vnter den Menſchen herrſchen.

 

Wo solche gemeinen Leute unter den Menschen herrschen.

 

loſe Leute: Leute, die sich frei gemacht haben von den gültigen Regeln der Gesetze, der Sitten und des Anstands.

 

Beispielhafte Ersetzungen: unverschämte, ungehörige, flegel­hafte, gemeine, unqualifizierte (usw.) Leute

 

Loſe Lere

 

→Ps 24,4

 

Der nicht luſt hat zu loſer Lere

 

Der keine Lust hat auf inhaltsleere Lehren.

 

loſe Lere: Lehren, die sich frei gemacht haben von den gültigen Regeln der Gesetze, der Sitten und des Anstands und sie nicht enthalten. Lehren, die in diesem Sinne inhaltsleeer und gefährlich sind.

 

Beispielhafte Ersetzungen: unverschämte, ungehörige, inhalts­leere, wertlose, unqualifizierte (usw.) Lehren

 

Der Teufel ist los!

 

Die Redensart »Der Teufel ist los!« geht zurück auf Luthers Übersetzung von Off 20,2-3:

 

2Vnd ergreiff den Drachen / die alte Schlange / welche ist der Teufel vnd der Satan / vnd band jn tausent jar / 3vnd warff jn in den Abgrund / vnd verschlos jn vnd versiegelt oben darauff / das er nicht mehr verfüren solt die Heiden / bis das vollendet wurden tausent jar / vnd darnach mus er los werden eine kleine zeit.

 

Bedeutung des letzten Satzteils:

... und danach muss er frei sein für kurze Zeit.

 

 

SK Version 17.03.2019  

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Luſt

Lust, die/der

heftiges Verlangen, Begierde

 

Luther verwendet das Wort häufig in der maskulinen Form.

 

→Ps 30,6

 

Vnd er hat luſt zum Leben

 

a) Und er hat Verlangen nach Leben

b) Doch das Leben ist seine Passion

 

Wendungen

 

Eine feste Wendung in der Lutherbibel von 1545 ist der Ausdruck:

 

ein Luſt büſſen - ein Verlangen stillen, befriedigen

 

→Ps 78,29-31

 

Da aſſen ſie vnd wurden all zuſat / Er lies ſie jren Luſt büſſen. Da ſie nu jren luſt gebüſſet hatten / Vnd ſie noch dauon aſſen. Da kam der zorn Gottes vber ſie

 

Da aßen sie und wurden allzu satt. Er lies sie ihr Verlangen stillen. Als sie nun ihr Verlangen gestillt hatten, und sie noch davon aßen, da kam der Zorn Gottes über sie.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Lyſias

 

Claudius Lyſias

Claudius Lysias

Römischer Tribun und Befehlshaber der römischen Garnison in Jerusalem um 52 n. Chr.

 

Claudius Lysias war mindestens während der Amtszeit des →Marcus Antonius Felix Tribun. Im unterstanden in Jerusalem etwa 1200 bis 1600 römische Soldaten, zwei Kohorten. Die genau Zahl ist schwer zu ermitteln. Zwar wird Claudius Lysias ausdrücklich als Befehlshaber einer Kohorte bezeichnet (Apg 21,31), sein Rang aber macht ihn zum Befehlshaber über zwei Kohorten.

 

Zehn Kohorten bildeten eine Legion zu 6400 Mann, davon neun Kohorten zu je 600 Mann und die 1. Kohorte zu 1000 Mann. Fünf Militärtribune (Tribuni Angusticlavii) standen der kämpfenden Truppe vor, der Tribunus Laticlavius, ran­gier­te als Stellvertrter des Legatus Legionis, des Befehlshabers der Legion.

 

Daher ist anzunehmen, dass in Jüdäa unter dem zuständigen Mili­tär­tri­bun zwei Kohorten stationiert waren, von denen min­des­tens eine in Jerusalem selbst präsent war, und dort in direkter Nähe zum Tempelbezirk: Das »Lager« (→Apg 21,34), die röminische Garnison, befand sich in Jerusalem auf der Burg Antonia, die mit dem Tempelbezirk durch eine Treppe verbunden war.

 

Luther unterscheidet in der römischen Heeresführung die Titel Heuptmann bzw. öber Heuptmann und Vnterheutptmann.

 

Mit Heuptmann, oder öber Heuptmann, bzw. Oberheuptmann ist der Oberbefehlshaber der stationierten Truppen gemeint, der Militärtribun (Tribuni Angusticlavii).

Vnterheuptmann bezeichnet den Centurio, der einer Abteilung mit 100 Mann vorstand.

 

 

Im Neuen Testament

 

Insgesamt wird Claudius Lysias sechzehnmal (namentlich oder nur als Befehlshaber) in der Apostelgeschichte 21 - 24 genannt (21,31-33.37; 22,24.26-29; 23,10.15.17.19.22; 24,22).

 

Der römische Tribun Claudius Lysias hatte um das Jahr 50 n. Chr. den Apostel Paulus verhaften lassen (→Apg 22,23f.), nachdem Paulus nach einem Tempelbesuch in Jerusalem von jüdischen Kreisen, von den Hohepriestern und vom Hohen Rat des Aufruhrs und der Irrlehren beschuldigt worden war.

 

Vor Claudius Lysias berief sich Paulus auf sein römisches Bür­ger­recht (→Apg 22,25f.) und verhinderte die sonst üb­li­chen Aus­peitschungen und Geißelungen ohne eindeutige Anklage und ohne Urteil.

 

Da die Sache zu eskalieren drohte und ein Attentat auf Paulus ge­plant war (→Apg 23,12-15), überstellte Claudius Lysias Paulus zu →Marcus Antonius Felix nach Caesarea (→Apg 23,26-35).

 

Antonius Felix befand Paulus für unschuldig, doch die jü­di­schen Ankläger verlangten eine Verurteilung. Antonius Felix zögerte den Prozess hinaus, da er angeblich für die Freilassung des Paulus ein angemessenes Bestechungsgeld erwartete, das Paulus nie zahlte (→Apg 24,26).

 

Wahrscheinlicher ist aber, dass Antonius Felix die politische Bri­sanz fürchtete, die mit der Freilassung des Paulus verbunden war und sich in der religiösen Uneinigkeit der Pharisäer und Sadduzäer zeigte (→Apg 23,6-11). Er konnte es nicht riskieren, von einer der beiden Gruppen vor dem Kaiser angeklagt zu werden. Über eine solche politische Fehl­ent­schei­dung war sein Vorgänger Ventidius Cumanus gestolpert, der den inneren Frieden in Palästina nicht wahren konnte. Cumanus wurde von →Kaiser Claudius sogar als Auslöser der Kon­flikte zwischen Galiläa und Samaria verurteilt und in die Verbannung geschickt.

 

Dies erklärt auch, dass Antonius Felix bei seinem Ausscheiden aus dem Amt (um 52/53 n. Chr.) für Paulus keine (sonst übliche) Amnestie aussprach, sondern ihn in Haft behielt und die Sache seinem Nachfolger Porcius Festus überließ (→Apg 24,27).

 

 

SK Version 17.01.2019  

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M

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

M

M (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

M

m

Beschreibung

M m

reguläre Schrifttype für einfachen Text

M m

Schrifttype für Auszeichnungen

M m

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

M m

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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machſtu

machst du (Verb)

machſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
19 15 2 2

2. Person Singular Indikativ Aktiv von machen (Verb)

 

Präsens:

machſtu: machst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

machſtu: machst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 18,36

 

Vnd wenn du mich demütigeſt / machſtu mich gros.

 

Und wenn du mich demütigst, machst du mich groß!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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machteſtu

machtest du (Verb)

machteſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
5* 5 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

2. Person Singular Indikativ Aktiv von machen (Verb)

 

Präteritum:

machteſtu: machtest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

machteſtu: machtest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 30,3

 

HERR mein Gott / da ich ſchrey zu dir / Machteſtu mich geſund.

 

a) HERR, mein Gott! Als ich zu dir schrie, machtest du mich gesund.

a) HERR, mein Gott! Als ich zu dir schrie, da hast <doch> du mich gesund gemacht!

 

Jes 47,6

 

Aber du beweiſeteſt jnen keine barmhertzigkeit / auch vber die Alten machteſtu dein Joch allzu ſchweer /

 

Aber du hast keine Barmherzigkeit bewiesen: Auch über den Alten hast Du dein Joch viel zu schwer gemacht!

 

Ez 16,29

 

Ja da du mit jnen Hurerey getrieben hatteſt / vnd des nicht ſat werden kundteſt / 29machteſtu der Hurerey noch mehr im land Canaan / bis in Chaldea / Noch kundteſtu da mit auch nicht ſat werden.

 

Ja, denn als du mit ihnen Hurerei getrieben hattest und davon einfach nicht genug bekommen konntest, 29da hast du im Land Kanaan noch mehr Hurerei getrieben, bis nach Chaldäa, und doch konntest du auch dadurch nicht satt werden.

 

Ez 27,33 (2x)

 

Da du deinen Handel auff dem Meer triebest / da machtestu viel Lender reich / ja mit der menge deiner wahr / vnd deiner kauffmanschafft / machtestu reich die Könige auff Erden.

 

a) Als du deinen Handel auf dem Meer triebst, da machtest du viele Länder satt! Mit der Menge deiner Waren und Güter hast du die Könige dieser Welt reich gemacht!

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

Magd

Magd, die

a) eine erwachsene, noch unverheiratete Frau

b) eine unverheiratete, junge Frau, ein Mädchen

b) eine Frau in dienender Anstellung (Mann: Knecht), Ersatz für Dienerin

 

→Ps 68,26

 

Die Senger gehen vorher / Darnach die Spielleute vnter den Megden die da paucken.

 

Die Sänger gehen voran. Es folgten die Spielleute inmitten Tamburin schlagender Mädchen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Mammon

Mammon, der

griechisch: μαμωνᾷ (mamona)

lateinisch: mammona

 

Besitz, Habe

Dazu zählt vor allem Geld als Voraussetzung für Besitz und für die Erfüllung von luxuriösen Bedürfnissen.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Man

Man, das

Manna, das

Lateinisch: manna

 

→Ps 78,24.25:

 

24 Vnd lies das Man auff ſie regenen / zu eſſen / Vnd gab jnen Himelbrot. 25 Sie aſſen Engelbrot / Er ſandte jnen Speiſe die fülle.

 

Hier stehen die Begriffe »Man« (lat: manna, Manna), »Himmelbrot« (lat: panis caeli) und »Engelbrot« (lat: panis angelorum) für vermutlich die selbe Speise.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Man

Mann, der

erwachsene Person männlichen Geschlechts

 

Hinweis:

Das Wort Man kann auch »Himmelsbrot« oder »Engelbrot« meinen (lat: Manna).

Siehe →Man - Engelsbrot

 

Siehe auch: →Menlin

 

→Hiob 10,5

 

Oder iſt deine zeit wie eines Menſchen zeit? Oder deine jar wie eines Mans jare?

 

Oder ist deine [Gottes] Zeit wie die Zeit eines Menschen? Oder [sind] deine Jahre wie die Jahre eines Mannes?

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

→Register

Manaſſe

Manasse (Name)

Manasse, Sohn des Josef

Manasse war der Sohn Josefs und Asenats (Tochter eines ägyptischen Priesters, die der ägyptische Pharao dem Josef zur Frau gegeben hat; 1Mos 41,50-52). Bruder des Efraim.

 

Jakob, der Großvater von Efraim, adoptierte auf dem Sterbebett seinen Enkel Efraim, den er dabei dessen älteren Bruder Manasse vorzog (1Mos 48,1).

 

Efraim und Manasse gelten als die Ahnherren und Stammväter von Zweien der zwölf Stämme Israels.

 

Der Stamm Manasse besiedelte das das Gebiet auf beiden Seiten des Jordans, südlich des Sees Gennesaret.

 

→Ps 80,3

 

Erwecke deine Gewalt / der du fur Ephraim / BenJamin vnd Manaſſe biſt / Vnd kome vns zu hülffe.

 

Entfalte deine Macht, der du vor Efraim, Benjamin und Manasse stehst, und komme uns zu Hilfe!

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Maria

Maria (Name)

hebräisch: ‏מרים‎, Mirjam oder Miriam

griechisch: Μαριάμ, Mariam

lateinisch: Maria

 

Maria, die Mutter Jesu.

 

Maria war mit Josef, einem Handwerker aus Nazareth in Galiläa (nach Lukas) oder aus Bethlehem (nach Matthäus) verlobt, als sie mit Jesus schwanger wurde. Später heiratete Maria ihren Verlobten. Sie lebten schließlich in Nazareth, wo Jesus aufwuchs.

 

Maria, die Mutter mehrerer Kinder

 

→Lk 2,7: Vnd ſie gebar jren erſten Son

 

Trotz dieser Angabe ist es in Theologenkreisen und in den Konfessionen umstritten, ob Jesus Geschwister hatte. Die katholische Kirche (wie auch die orthodoxen Kirchen) vertreten die Ansicht, dass Maria zeitlebens Jungfrau geblieben sei und demnach keine weiteren Kinder gebären konnte.

 

Dagegen sprechen andere Bibelstellen von Geschwistern Jesu. Außer Jesus hatte Maria noch mindestens sechs weitere Kinder. Mk 6,3 listet die Namen von vier Brüdern auf und benutzt den Begriff Schwestern (Plural), was mindestens zwei Schwestern meint, ggf. mehr:

 

→Mk 6,3 : Jſt er nicht der Zimmerman / Marie ſon / vnd der bruder Jacobi vnd Joſes vnd Jude vnd Simonis? Sind nicht auch ſeine Schweſtern alhie bey vns?

 

Maria war also nicht nur die Mutter Jesu, sondern auch die Mutter Jacobi und Joses und weiterer Kinder.

 

Hier entfalten sich z. T. waghalsige Mutmaßungen und Thesen, die erklären möchten, warum es sich dabei nicht um leibliche Geschwister Jesu, speziell um Kinder Marias, der Mutter Jesu, handeln könne. Doch die dogmatische Behauptung, sie stammten aus einer früheren Ehe des Josef, ist unhaltbar.

 

Wir halten es da doch eher mit der Vorstellung von einer sehr normalen Lebenspraxis, wie sie in einem Dorf bzw. in einer kleinen Stadt wie Nazareth ganz sicher gegeben war. Dazu gehörte es in einer Ehe, dass Kinder gezeugt und geboren wurden. Oftmals mehrere. Alles andere wäre nicht normal und bestenfalls medizinisch begründbar (Unfruchtbarkeit), nicht jedoch gesellschaftlich (Geburtenregelung), erst recht nicht religiös (Enthaltsamkeit). Religiös begründete Enthaltsamkeit in der Ehe von Maria und Josef oder in Ehen allgemein ist der Bibel nicht belegt und aus der religiösen Praxis jener Zeit nicht erklärbar.

 

Wir gehen deshalb davon aus, dass Maria ganz selbstverständlich viele Kinder hatte, mindestens sieben, wie uns Mk 6,3 erklärt. Uns ist klar, dass Lk 2,7 nicht ausreichend geeignet ist, das zu untermauern. Denn auch ein Einzelkind wäre ein Erstgeborener, allerdings ist der Text LK 2,7 so formuliert, dass eine Zählung vorliegt und mindestens ein zweiter Sohn mitzudenken ist.

 

Die Anmerkung in Lk 2,7 erklärt zugleich den besonderen Status Jesu als »Erstling«, als Erstgeborener, der sowohl rechtlich, vor allem aber in der religiösen Anschauung eine wichtige Rolle spielte. Doch erst sehr viel später, im Opfertod Jesu, entfaltete er seine wahre Bedeutung.

 

Das gesamte Motiv der »Jungfrauengeburt« zielt im Kern darauf ab, unanfechtbar zu belegen, dass Maria »eine junge Frau« war und vor Jesus keine anderen Kinder zur Welt gebracht hatte. Dabei spielt die religiös begründete Bedeutung Jesu als Erstgeborener zusätzlich eine gewichtige Rolle.

 

Es geht den Evangelisten in den Geburtsgeschichten darum, den Bezug herzustellen von den alttestamentlichen Prophezeiungen und den jüdischen Lehren, die den Messias (hebräisch: משיח‎, Maschiach) ankündigen und beschreiben, zu Jesus, der aus ihrer Sicht der erwartete Messias (lateinisch: Christus) ist.

 

Weitere Frauen mit dem Namen Maria im Neuen Testament

 

Im Neuen Testament werden zwei weitere Frauen mit dem Namen Maria genannt, die beide in den Kreis um Jesus gehörten:

 

Maria Magdalena (Maria von Magdala), Begleiterin Jesu, die vermutlich aus dem Ort Magdala am See Genezareth stammte;

 

Maria Kleophae (Maria des Kleophas; →Joh 19,25), Jüngerin Jesu, die oft als Maria, Mutter des Jakobus (→Mt 27,56; →Lk 24,10) identifiziert wird. Allerdings ist Mk 6,3 beachtenswert, wonach Maria, die Mutter Jesu, zugleich die Mutter des Jakobus und des Jose ist, so dass Mt 27,56f, 28,1 und LK 24,10 die Mutter Jesu meinen könnte.

 

So befanden sich unter dem Kreuz drei Frauen Namens Maria (Joh 19,25): Maria, die Mutter Jesu, Maria von Magdala und Maria Kleophae. Die »Frohe Botschaft« (Evangelium) von der Auferstehung Jesu verkündeten als erste zwei Frauen namens Maria (→Mt 28,1), die das Grab bewachten und es leer vorfanden.

 

 

SK Version 31.01.2019  

→Register

Maria Magdalena

Maria Magdalena (Name)

oder: Maria von Magdala

Maria Magdalena gehörte zum Kreis der Jünger Jesu. Sie war eine von mehreren Frauen im Gefolge Jesu und wird in den Evangelien mehrfach genannt.

 

Namentliche Erwähnung in den Evangelien

 

→Mt 27,55f.: Vnd es waren viel Weiber da / die von ferns zuſahen / die da Jheſu waren nachgefolget aus Galilea / vnd hatten jm gedienet / Vnter welchen war Maria Magdalena / vnd Maria die mutter Jacobi vnd Joſes / vnd die mutter der kinder Zebedei.


→Mt 27,61: Es war aber alda Maria Magdalena / vnd die ander Maria / die ſatzten ſich gegen das Grab.

 

→Mt 28,1: AM abend aber des Sabbaths / welcher anbricht am morgen des erſten Feiertages der Sabbathen / kam Maria Magdalena / vnd die ander Maria / das Grab zu beſehen.

 

→Mk 15,40: VND es waren auch Weiber da / die von ferne ſolches ſchaweten. Vnter welchen war Maria Magdalena / vnd Maria des kleinen Jacobs vnd Joſes mutter / vnd Salome


→Mk 15,47: Aber Maria Magdalena / vnd Maria Joſes ſchaweten zu / wo er hin gelegt ward.


→Mk 16,1: VND da der Sabbath vergangen war / kaufften Maria Magdalena / vnd Maria Jacobi vnd Salome ſpecerey / auff das ſie kemen / vnd ſalbeten jn.


→Mk 16,9: JHeſus aber / da er aufferſtanden war / früe am erſten tage der Sabbather / erſchein er am erſten der Maria Magdalene / Von welcher er ſieben Teufel ausgetrieben hatte.

→Lk 8,2: Da zu etliche Weiber / die er geſund hatte gemacht von den böſen Geiſten / vnd kranckheiten / nemlich / Maria die da Magdalena heiſſet / von welcher waren ſieben Teufel ausgefaren


→Lk 24,9f.: VND ſie giengen wider vom Grabe / vnd verkündigeten das alles den Eilffen vnd den andern allen. Es war aber Maria Magdalena vnd Johanna / vnd Maria Jacobi / vnd andere mit jnen / die ſolches den Apoſteln ſageten.


→Joh 19,25: ES ſtund aber bey dem creutze Jheſu ſeine Mutter / vnd ſeiner mutter ſchweſter / Maria Cleophas weib / vnd Maria Magdalene.


→Joh 20,1: AN der Sabbather einem / kompt Maria Magdalena früe / da es noch finſter war / zum Grabe / vnd ſihet / das der ſtein vom grabe hin weg war.


→Joh 20,11: MAria aber ſtund fur dem Grabe / vnd weinet drauſſen. Als ſie nu weinet / kucket ſie in das Grab /


→Joh 20,16: Spricht Jheſus zu jr / Maria. Da wandte ſie ſich vmb / vnd ſpricht zu jm / Rabuni / das heiſſet Meiſter.


→Joh 20,18: Maria Magdalena kompt vnd verkündiget den Jüngern / Jch hab den HErrn geſehen / vnd ſolchs hat er zu mir geſagt.

 

Gefährtin Jesu

 

Zwischen Jesus und Maria Magdalena gab es eine besondere Beziehung, die sich in der namentlichen Nennung in allen Evangelien ausdrückt. Sie wird nicht selten als Freundin Jesu verstanden, manchmal auch als seine Geliebte oder Lebenspartnerin angesehen.

 

Das apokryphe Phillipusevangelium nennt sie ausdrücklich seine »Gefährtin«, berichtet von seiner großen Liebe zu ihr und von körperlicher Zuneigung. Andere außerbiblische Texte der frühen Zeit, koptisch-gnostischem Ursprungs, beschreiben die Wertschätzung, die Jesus der Maria Magdalena als »die von allen Frauen begnadete« zuteil werden ließ.

 

Maria stammte wohl aus Magdala am See Genezareth in Galiläa. Maria und Jesus lernten sich kennen, als er sie von verschiedenen Krankheiten heilte. Sie schloss sich darauf hin der Gruppe um Jesus an und begleitete ihn von nun an.

 

Wir dürfen davon ausgehen, dass sich Maria Magdalena in der Gruppe der Jünger in ihrer Rolle als Frau um viele alltägliche Aufgaben gekümmert hatte, doch dabei speziell Jesus zugewandt war. Die Beziehung zwischen den beiden reifte, bis sie zu seiner »Gefährtin« avancierte.

 

Die Beziehung zwischen Maria und Jesus

 

Die innige Beziehung findet starken Ausdruck in den Geschichten der Kreuzigung, der Grablegung und der Auferstehung Jesu:

 

Maria Magdalena war eine vieler Frauen, die in Jesu Todesstunde in seiner Nähe waren. Sie fand aber namentliche Erwähnung in den Evangelien von Matthäus, Markus und Johannes.

 

Maria Magdalena kümmerte sich um das Bestattungsritual (Mk 16,1), was Verwandten oder Familienangehörigen zustand, gemeinsam mit Maria, der Mutter des Jakobus und des Jose, und mit Salome. Die Beteiligung an diesem sehr privaten und intimen Ritual lässt den Schluss zu, dass die drei Frauen zum engsten Familienkreis Jesu gehörten.Womöglich waren Jesus und Maria Magdalena sogar rechtlich liiert, also verheiratet gewesen. Dann nämlich war es ihre Pflicht und ihr Recht, sich an der Bestattung zu beteiligen.

 

Maria Magdalena suchte Jesu Nähe am Grab, was wohl als Ausdruck tiefer Verbundenheit und Trauer zu verstehen ist. Interessanterweise sind seine engsten Freunde, die Jünger, dem Grab ferngeblieben.

 

Der Maria erschien der Engel am leeren Grab, was belegt, dass sie das nötige Vertrauen genoss, das aus der Beziehung zu Jesus gewachsen war oder sich aus der Rolle der engen »Gefährtin« ergab.

 

Ihr erschien der auferstandene Jesus vor allen anderen, was sicher kein Zufall war, sondern die Bedeutung ihrer Beziehung zu Jesus unterstreicht.

 

Maria Magdalena verkündete als erster Mensch das Evangelium, die frohe Botschaft von der Auferstehung Christi. Damit kümmerte sie sich über Jesu Tod hinaus um ihn, um sein Erbe und um die Gruppe seiner Jünger. Man kann daraus schließen, dass sie in der Gruppe längst eine tragende, anerkannte Rolle eingenommen hatte, in der sie sich um die Gemeinschaft und um den Zusammenhalt kümmerte: Sie war die Gefährtin des Meisters, »die von allen Frauen begnadete«.

 

Maria Magdalena begründet das Christentum

 

Die herausragende Bedeutung der Maria Magdalena ist es, dass sie es war, die vom Engel Gottes von der Auferstehung erfuhr, und dass sie es war, der der auferstandene Jesus als Erste begegnete. Sie war es, die den Jüngern von der Auferstehung berichtete und damit eine Bewegung in Gang setzte, die sich über große Teile der Welt verbreitete und der heute mehr als zwei Milliarden Menschen folgen: Das Christentum.

 

Katholische Heilige und evangelischer Gedenktag

 

Aus dieser Bedeutung heraus wurde Maria Magdalena schon früh in der jungen Kirche verehrt und schließlich heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist auch im evangelischen Kirchenkalender erhalten geblieben.

 

Der →Gedenktag der Maria Magdalena ist der 22. Juli.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Meriba

 

Maſſa

Meriba (Ortsname)

 

Massa (Ortsname)

Ein Ort, der Meriba oder Massa genannt wird.

 

Der Streit bei Meriba

 

Nach 2Mos 17,1-7 lagerte das Volk Israel am Rande der Wüste. Dort gab es kein Wasser und es entbrannte ein heftiger Streit mit Mose, dem sie Schuld für ihr Unglück gaben. Mose wandte sich an Gott, der ihn anwies, mit seinem Stab auf einen bestimmten Felsen zu schlagen, damit Wasser heraus laufe. Mose schlug auf den Fels, und eine Quelle tat sich auf.

 

Da hies man den ort / Massa vnd Meriba / vmb des Zancks willen der kinder Jsrael / Vnd das sie den HERRN versucht vnd gesagt hatten / Jst der HERR vnter vns oder nicht. (2Mos 17,7)

 

Im Scholion zu 2Mos 17,7 erklärt Luther:

 

(Maſſa) Heisst versuchung. (Meriba) Heisst zanck.

 

Das Haderwasser - die Quelle von Meriba

 

Die Erzählung vom Streit des Volkes mit Mose wegen des Wassers findet sich auch in 4Mos 20,1-13. Hier wird der Ort des Geschehens in den Norden der Sinaihalbinsel verlegt, in die Nähe von Kadesch.

 

Nach der Erzählung schlug Mose zweimal auf den Felsen, weil er zweifelte und ihm einmal nicht genug erschien. Daraufhin kündigte ihm Gott als Strafe an, dass er das gelobte Land nicht sehen dürfe, weil er nicht geglaubt hatte. (4Mos 20,12).

 

Die Quelle, die nun sprudelte und alle Menschen samt ihrem Vieh tränkte, wird hier »Haderwasser« genannt, »Wasser des Streits«:

 

Das ist das Hadderwasser / darüber die kinder Jsrael mit dem HERRN hadderten / vnd er geheiliget ward an jnen. (4Mos 20,13)

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Maulberbawm

Maulbeerbaum, der

Baum oder Busch der Gattung Morus, Maulbeere

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Maul
Maulesel
Maulpferd
Maulthier

Maultier, das

Die Wörter

 

- Maul, Plural: Mäuler (Meuler)

- Maulesel

- Maulpferd

- Maultier

 

meinen alle das gleiche Tier: eine Kreuzung von (einem männlichen) Esel und (einem weiblichen) Pferd.

 

→Ps 32,9

 

SEid nicht wie Roſs vnd Meuler / Welchen man Zeum vnd Gebis mus ins Maul legen

 

a) Seid nicht wie Pferd und Maultiere, denen man Zaumzeug und Kandare ins Maul legen muss.

b) Seid nicht wie ein Pferd oder wie Maultiere, die mit Zaumzeug und Kandare gebändigt werden müssen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Maur
Mauren

Mauer, die

Mauern, die

mauren zu Jeruſalem: die Mauern Jerusalems

 

→Ps 78,13

 

Er zurteilet das Meer / vnd lies ſie durch hin gehen / Vnd ſtellet das Waſſer / wie eine Maur.

 

Er teilte das Meer und lies sie hindurch gehen. Und <er> stellte Wasser <auf> wie eine Mauer.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Meigen

Meigen, die (veraltet)

Meygen, die (veraltet)

heute noch regional gebräuchlich (aber veraltet):

Meien, Maien: geschnittene Blumen, Blumenstrauß, Zweige

von meien, maien: a) mähen, b) den Mai feiern

 

Meigen waren zu Luthers Zeit abgehauene, austreibende Zweige, die (besonders im Frühjahr) als Schmuck der Feste dienten.

 

Luther nutzt in →Ps 118,27 dieses Wort, da es seinen Lesern als Festschmuck geläufig war. Das Fest, um das es in diesem Psalm geht, ist jedoch das Laubhüttenfest, das im Herbst gefeiert wurde. Das Laubhüttenfest war im Kern ein Erntefest, bei dem ebenfalls abgeerntete, abgehauene Zweige als Altarschmuck verwendet wurden.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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meinſtu

 

meineſtu

meinst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von meinen (Verb)

 

Präsens Indikativ: meinſtu, du meinst

Präsens Konjunktiv: meineſtu, du meinest

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Ps 50,13

 

Meinſtu das ich Ochſſenfleiſch eſſen wölle / Oder Bockſblut trincken?

 

(Was denkst Du nur?!) Meinst du etwa, das ich Ochsenfleisch essen wolle oder Bockblut trinken?!

 

→Ps 50,21

 

Das thuſtu / vnd ich ſchweige / Da meineſtu / Jch werde ſein gleich wie du /

 

(Ich weiß,) das tust du! Und ich schweige. Und deswegen meinest du (womöglich), ich bin wie du?!

 

→Rom 2,26

 

meineſtu nicht / das ſeine Vorhaut werde fur eine Beſchneitung gerechnet?

 

meinest du nicht auch, dass seine Vorhaut als Beschnitten gilt?!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Melite

Melite

Name einer Insel.

 

Nach der Apostelgeschichte (Apg 27,39 - 28,2) strandete das Schiff, mit dem Paulus auf dem Weg von nach Rom war, an der Küste der Insel Melite (Apg 28,1). Welche Insel damit gemeint ist, ist unklar.

 

Malta

 

Lange Zeit wurde angenommen, dass es sich um Malta handle. So weisen auch die Abschnittsüberschriften in neueren Lutherbibeln darauf hin und führen die Erzählung mit der Überschrift »Auf der Insel Malta« ein. In anderen Bibelausgaben finden sich ähnliche Formulierungen.

 

Mljet

 

Den Anspruch, die Insel Melite zu sein, erhebt seit vielen Jahrhunderten auch die Insel Mljet, eine Insel in der südlichen Adria vor der Küste Kroatiens, nicht weit von Dubrovnik entfernt.

 

Kefalonia

 

Eine neuere Theorie, die sich auf wissenschaftliche Untersuchungen der möglichen Schiffsrute anhand von Meeresströmungen und Wetterdaten stützt und die geografischen sowie historischen Voraussetzungen berücksichtigt, sieht in Melite die Insel Kefalonia im Ionischen Meer.

 

 

 

Karte: Lage der Insel Kefalonia

 

→Apg 28,1

 

VND da wir auskamen / erfuren wir / das die Jnſulen Melite hies.

 

SK Version 16.01.2019  

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Menlin

Männlein, das

Männlicher Mensch, Mann.

 

Das Wort Impliziert meist »klein«, manchmal auch »schwach« oder »jung«, oder auch »alt und gebeugt«, oder (übertragen:) »unbedeutend« , »gering«. Dies immer in Abgrenzung zu einem erwachsenen, gestandenen Mann in seinen besten Jahren.

 

→1Mos 1,27

 

VND Gott ſchuff den Menſchen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.

 

In 1Mos 1,27 kommen das Geschlecht und die Jugendlichkeit zum Tragen. Gemeint ist (junger, noch nicht erwachsener) Mann.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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merckſtu

merkst du (Verb)

2. Person Singular Aktiv von merken (Verb)

 

Präsens Indikativ: merckſtu, du merkst

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Hiob 10,14

 

Wenn ich ſündige / So merckſtus bald /

 

Wenn ich sündige, dann merkst du das wohl bald!

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

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Midianiter

Midianiter, der

Midianiter, die (Plural)

Midian ist der vierte Sohn Abrahams, den Abraham mit seiner Zweitfrau Kethura zeugte (1Mos 25,2-4).

 

Die Midianiter der Bibel sind ein kriegerisch lebendes Wüstenvolk. Gemeinsam mit den Aramäern, Israeliten, Joktanitern und Edomitern zählen die Midianiter zu den Hebräern.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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Moabiter

Moabiter, der

Moabiter, die (Plural)

Ein Volk, dass östlich des Toten Meeres lebte.

 

Die Moabiter sind Nachkommen des Moab, Lots Sohn, den er mit seiner älteren Tochter gezeugt hatte (1Mos 19,36-38).

 

 

SK Version 04.08.2017  

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möchteſtu

möchtest du (Verb)

2. Person Singular von möchten (Verb)

 

Präsens: möchteſtu, du möchtest

Präsens Konjunktiv: möchteſtu, du könntest, du mögest

 

Die Konjunktivbildung von möchten ist heute nicht üblich. Er­satz­weise müssen die Verben können oder mögen aus­helfen.

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Hiob 11,15

 

So möchteſtu dein andlitz auffheben on taddel / vnd würdeſt feſt ſein vnd dich nicht fürchten.

 

So möchtest du doch dein Gesicht erheben ohne Tadel, und du würdest standhaft sein und dich nicht fürchten.

 

Anmerkung:

Das Verb möchteſtu ist im Konjunktiv verwendet, den es heute für möchten nicht mehr gibt.

Die Überstzung muss daher lauten:

 

b) So könntest du doch dein Gesicht erheben ohne Tadel, und du würdest standhaft sein und dich nicht fürchten.

 

 

 

 

 

SK Version 17.03.2019  

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mond

Mond, der

Luther benutzt das Wort Mond um einerseits den Mond als Licht am Himmel (unseren Erdtrabanten) zu benennen, anderseits (insbesondere im Plural) um damit die Zeitangabe eines Mondumlaufs (Monat) zu beschreiben.

 

→Lk 1,56

 

Vnd Maria bleib bey jr bey dreien monden / Darnach keret ſie widerumb heim.

 

Und Maria blieb drei Monate bei ihr. Danach kehrte sie heim.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Mor

Mohr, der (veraltet)

 

Bewohner des Landes Kusch: Kuschite

Bewohner des Landes Nubien: Nubier

Bewohner des Landes Äthiopien: Äthiopier

Der Begriff »Mohr« meint ursprünglich den Bewohner Mauretaniens, (lat. Mauri), den Mauren, er wurde aber auch auf alle dunkelfarbigen Bewohner Nordafrikas übertragen und verwendet. So ist er die Bezeichnung für Maure, aber auch beispielsweise für Äthiopier.

 

Luther übersetzt das Land Kusch, Nubien, das sich südlich von Ägypten befand, und im griechisch-römischen Sprachraum Äthiopien genannt wurde, regelmäßig mit Morenland.

 

Empfehlung:

 

Dem Begriff Mohr haftet außerhalb seiner historischen oder literarischen Verwendung oft ein diskriminierender Charakter an. In der praktischen Gemeindearbeit lässt sich die literarische Verwendung kaum herausstellen. Um jedes Missverständnis auszuschließen, empfehlen wir, Luthers Worte Mor und Morenland in Textlesungen, Predigten, usw. nicht zu verwenden. Es kann stattdessen, je nach Intention des Vorhabens, als Landesbezeichnung Land Kusch (biblisch-historisch), Nubien (ägyptisch-historisch), Äthiopien (griechisch-römisch-historisch), nördliches Ostafrika, o. ä. verwendet werden.

 

→Ps 7,1

 

Die vnſchuld Dauids / dauon er ſang dem HERRN / Von wegen der wort des Moren / des Jeminiten.

 

Die Überschrift des Psalms 7 erklärt, dass es sich um eine Unschuldsbeteuerung, ein Klagelied Davids handelt, verbunden mit der Bitte um Gerechtigkeit, weil er von einem dunkelhäutigen, sonst nicht näher bezeichneten Jemeniten beschuldigt und bedroht wurde. Vermutlich drohte der Angriff eines jemenitischen Fürsten.

 

Ein Klagelied Davids, das er dem HERRN sang wegen der Worte des Jemeniten.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Morenland

Mohrenland, das (Gebietsname; veraltet)

 

das Land Kusch

das Land Nubien

das Land Äthiopien

eigentlich: Das Land, in dem die Mohren wohnen.

 

Der Begriff »Mohr« (Mor) meint ursprünglich den Bewohner Mauretaniens, (lat. Mauri), den Mauren, er wurde aber auch auf alle dunkelfarbigen Bewohner Nordafrikas übertragen und verwendet. So ist er die Bezeichnung für Maure, aber auch beispielsweise für Äthiopier.

 

Luther übersetzt das Land Kusch, Nubien, das sich südlich von Ägypten befand, und im griechisch-römischen Sprachraum Äthiopien genannt wurde, mit Morenland.

 

Empfehlung:

 

Dem Begriff Mohr haftet außerhalb seiner historischen oder literarischen Verwendung oft ein diskriminierender Charakter an. In der praktischen Gemeindearbeit lässt sich die literarische Verwendung kaum herausstellen. Um jedes Missverständnis auszuschließen, empfehlen wir, Luthers Worte Mor und Morenland in Textlesungen, Predigten, usw. nicht zu verwenden. Es kann stattdessen, je nach Intention des Vorhabens, als Landesbezeichnung Land Kusch (biblisch-historisch), Nubien (ägyptisch-historisch), Äthiopien (griechisch-römisch-historisch), nördliches Ostafrika, o. ä. verwendet werden.

 

→1Mos 2,13

 

Das ander waſſer heiſſt Gihon / das fleuſſt vmb das gantze Morenland.

 

Die Bezeichnung »Morenland« meint auch in 1Mos 2,13 nicht Mauretanien, sondern das Land Kusch (Nubien, Äthiopien), ggf. Arabien.

 

Der Fluss Gihon, der das gesamte »Morenland« umfließt, wird mit dem Nil gleichgesetzt.

 

→Apg 8,27

 

Vnd ſihe / ein Man aus Morenland ein Kemerer vnd gewaltiger der Königin Candakes in Morenland / welcher war vber alle jre Schatzkamer / der war komen gen Jeruſalem anzubeten

 

Und siehe: Ein Mann aus Athiophien, ein Kämmerer aus dem Führungsstaab der Kandake (das ist der Hoheitstitel der Königin Äthiopiens), der Herr über alle Schatzkammern der Königin, der war nach Jerusalem gekommen, um anzubeten

 

 

SK Version 17.01.2019  

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Morgenland

Morgenland, das (veraltet)

Orient, der

Land im Osten; Land, über dem die Sonne morgens aufgeht;

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Moſe

Mose (Name)

hebräisch: ‏ מֹשֶׁה‎ (Mošeh)

lateinisch: Mose

griechisch Μωυσῆς (Mōysēs) oder Μωσῆς (Mōsēs)

 

Die Person Mose

 

Mose gilt als der Gesetzgeber Israels und als Mittler des Sinai-Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel.

 

Nach der Tradition ist er der Verfasser der »fünf Bücher Mose«, die daher diesen Namen tragen.

 

In den Psalmen ist Mose der »Mann Gottes«, der Prophet und der Führer des Volkes, der zusammen mit seinem Bruder →Aaron die Hebräer durch die Wüste geführt hatte.

 

In Psalm 99 wird Mose sogar als Priester bezeichnet.

 

→Ps 99,6

 

MOſe vnd Aaron vnter ſeinen Prieſtern

 

In der Geschichte von der Verklärung Jesu (Mt 17,3-4) erscheint Mose zusammen mit Elija, was die Verbindung der Heilsgeschichte des Neuen Testaments mit der des Alten Testaments unterstreicht.

 

Der Name Mose

 

Die Bedeutung des Namens ist unklar. Heute werden bevorzugt zwei Deutungen vorgeschlagen:

 

a) Der Name wird zurückgeführt auf den hebräischen Wortstamm »mšh«, was »ziehen« bedeutet.

 

b) Der Name wird zurückgeführt auf den ägyptischen Wortstamm »ms«, was »gebären« bedeutet.

 

Das ägyptische Wort »ms« ist Bestandteil vieler ägyptischer Namen, so in Ramses (»Ra mesi s«, Sohn des Gottes Ra) oder in Thutmosis (»Thot mosi s«, Sohn des Gottes Thot, zu diesem Namen siehe unseren →Artikel Thutmosis III.).

 

Für diese Deutung spricht, dass Mose am königlichen Hof des Pharaos gelebt hatte und dort mit Sicherheit einen ägyptischen Namen trug, der wahrscheinlich auch noch in ägyptischer Tradition mit Zusätzen versehen war (denkbar wäre beispielsweise aus der Geschichte des Mose heraus eine Bezeichnung wie »Sohn des Nil-Gottes« (»Hapi mesi s«) oder ähnlich, was jedenfalls den Begriff »ms« in Relation zu jemandem stellt). In der Verwendung ohne weitere Attribute bedeutet »mesi/mosi/mose« dann einfach nur »Sohn«. Dies allerdings könnte unterstreichen, dass das Findelkind Mose als legitimer Sohn des Pharaos anerkannt war.

 

Die Adaption des Namens in die hebräische Sprache und Schreibweise erfolgte dann später, frühestens in der Zeit nachdem sich Mose vom Hof des Pharaos gelöst hatte. Derartige Angleichungen an Sprachen und sogar Namenswechsel sind nicht unbekannt.

 

Wir folgen daher der Annahme, dass der hebräische Name Mose auf einen ausführlicheren, mit zusätzlichen Attributen ausgestatteten ägyptischen Namen zurückzuführen ist. Der Teil, der nach ägyptischer Tradition die Abstammung (von einem Menschen oder von einem ägyptischen Gott) beschreibt, ist gekappt, was unterstreicht, dass sich Mose von seinem ägyptischen Lebensumfeld vollständig gelöst hatte. Die Adaption an die hebräische Sprache und an einen hebräischen Wortstamm ist die folgerichtige Konsequenz daraus.

 

 

SK Version 17.01.2019  

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mügen

mögen (Verb)

1) können, etwas vermögen, im Stande sein

2) Kraft, Gesundheit haben; stark, kräftig sein

3) mögen infolge äußerer Umstände: gestattet sein, Befugnis haben, dürfen

4) im allgemeinen Sinne eine Möglichkeit beschreibend: wie kann, könnte

 

→Ps 88,13

 

Mügen denn deine Wunder im finſternis erkand werden?

 

Könnten denn Deine Wunder in der Finsternis erkannt werden?

 

 

SK Version 16.01.2019  

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mummeln

mummeln (Verb)

Das Verb hat mehrere Bedeutungen, die fast alle heute veraltet sind.

Es drückt stets etwas Undeutliches oder Heimliches aus.

 

1) undeutlich reden, mit gedämpfter Stimme stammeln

2) heimlich reden, ein Gerücht verbreiten

3) kauen, jedoch malend wie ein zahnloser Mensch

4) verhüllen, einhüllen (sich vermummen)

 

Nur die letzte Bedeutung, sich heimelich einhüllen (z. B. in eine Decke auf einem Sofa) ist regional noch gebräuchlich.

 

 

→Jes 29,4

 

Als denn ſoltu genidriget werden vnd aus der Erden reden / vnd aus dem ſtaube mit deiner Rede mummeln / Das deine ſtimme ſey / wie eins Zeuberers aus der Erden / vnd deine rede aus dem ſtaube wiſpele.

 

Und dann wirst Du ganz bestimmt erniedrigt werden. Du wirst aus der Erde heraus reden, und aus dem Staub stammeln. Deine Stimme wird sein wie die eines Zauberers aus der Tiefe der Erde, und deine Rede wird sich wie Wispern im Staub anhören.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Myrrhen

Myrrhe, die

Das Harz bestimmter Arten der Gattung Commiphora (Familie der Balsambaumgewächse).

 

Myrrhe wird wie Weihrauch als Räucherwerk verbrannt.

 

Es diente bereits den Ägyptern bei der Einbalsamierung und gehörte in Israel zusammen mit Aloen (Öle des Aloeholzbaums) zu einer ordentlichen Bestattung.

 

Auch war es Bestandteil der Salben für rituelle Salbungen, wobei immer an sehr wertvolle Salben aus hochwertigen Ölen und Bestandteilen wie Myrrhe zu denken ist.

 

 

SK Version 04.08.2017  

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SK Version 08.07.2019