Wörterbuch zur Lutherbibel | Band 5: N - R

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Wörterbuch

zur Lutherbibel von 1545

 

Luther-Deutsch – Deutsch

Band 5

N - R

Auswahl
 
 

Verzeichnis der Einträge in Band 5: N - R

 

Aktuell: → Luther-Deutsch – Deutsch

Auswahl: →Deutsch – Luther-Deutsch

         

Luther-Deutsch

Deutsch

 

Luther-Deutsch

Deutsch

N

N (Buchstabe)

 
Piſon

Pison (Name eines Flusses)

Nathan

Nathan (Name)

 
pochen

pochen (Verb)

Nazareth

Nazaret

 
Prophet

Prophet, der

Neheſte

Nächste, der

 
prüfeſtu

prüfst du (Verb)

Newlied

neue Lied, das

 
Pſalm Dauids

Psalm Davids

Newmond

Neumond, der

 
Pſalmlied Dauids

Psalmlied Davids (Psalm)

Newmonden

Neumondfest, das

 
Publius

Publius (Name)

nidrigſtu

niedrigst du (Verb, veraltet)

 
Q

Q (Buchstabe)

nimpſtu

nimmts du (Verb)

 
R

R (Buchstabe)

nimpt

nimmt (Verb)

 
Rabſake

Rabschake (Titel)

O

O (Buchstabe)

 
Racha

Raka

Oberheubtman

römischer Tribun

 
ratſchlahen

ratschlagen (Verb)

odem

Odem, der

 
Rebecca

Rebecca (Name)

öle

Öl, das

 
recht

recht (Adverb, Adjektiv)

Ohrenbleſer

Ohrenbläser, der (veraltet)

 
rechten

rechten (Verb, veraltet)

Ole

Öl, das

 
redeſtu

redestest du (Verb)

on

ohne (Präposition)

 
Reiger

Fischreiher, der

on wandel

ohne Wandel (Ausdruck)

 
Reiger

Reiher, der

on zal

ohne Zahl (Ausdruck)

 
rein abe

rein ab! (Wendung, veraltet)

on zal

unzählig (Adjektiv)

 
reiſen

reisen (Verb)

Opffer

Opfer, das

 
reiſſen

reißen (Verb)

opffern

opfern (Verb)

 
Reuchopffer

Rauchopfer, das

orden

orden (Verb, veraltet)

 
rewen

reuen (Verb)

ordendlich

ordentlich (Adjektiv)

 
Rhordomel

Rohrdommel, die

Ordenung

Ordenung (Substantiv)

 
rhümeſtu

rühmst du (Verb)

Oreb

Oreb (Name)

 
Rhumredtige

Prahler, der

Orion

Orion (Name)

 
Rhumredtige

Ruhmredige, der (veraltet)

Oſee

Hosea (Name)

 
Rhumredtige

Wichtigtuer, der

P

P (Buchstabe)

 
richteſtu

richtest du (Verb)

Panier

Banner, das

 
Riebe

Rippe, die

Peſtilentz

Pestilenz, die

 
Riſs

Riss, der

Phariſeer

Pharisäer ,der

 
Roſs

Ross, das

Philiſter

Philiſter, der

 
Rrotte

Rotte, die

Philiſterland

Philistäa (Name)

 
Ruge

Ruhe, die

Phrath

Phrath (Name eines Flusses)

 
rugen

ruhen (Verb)

Pinehas

Pinheas (Name)

 
rugete

ruhte (Verb)

Pintzen

Binsen, die

    
         

Wörterbuch Band 5: N - R

Seltene Namen, Wörter und Begriffe

N

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

N

N (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

N

n

Beschreibung

N n

reguläre Schrifttype für einfachen Text

N n

Schrifttype für Auszeichnungen

N n

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

N n

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Nathan

Nathan (Name)

1. Der Prophet Nathan

2. Sohn Davids

 

1. Der Prophet Nathan

 

Der Prophet Nathan war Freund und Zeitgenosse Davids.

 

Nathan wendet sich bei drei Anlässen an David:

 

a) als David den Wunsch äußert, Gott einen Tempel zu bauen (2Sam 7),

b) in der Affäre Davids mit Bathseba (2Sam 12), und

c) bei der Auswahl Salomos als Nachfolger Davids (1Kön 1).

 

Nathan verheißt David und seiner Nachkommenschaft das ewige Königtum. Die jüdische und die christliche Religion sehen darin den Beginn der Verheißungen über den Messias, einen Nachkommen Davids.

 

2. Nathan, ein Sohn Davids

 

Nathan ist einer der Söhne Davids (2Sam 5,14). Seine Nachkommen werden in Sach 12,12 erwähnt. Nathan wird in Lk 3 im Stammbaum Jesu genannt.

 

→Ps 51,2

 

Da der Prophet Nathan zu jm kam / Als er war zu BathSaba eingangen.

 

Als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er bei Bathseba war.

 

Vergleiche zum bezeichneten Anlass des Psalms 51 auch 2Sam 12,24-25.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Nazareth

Nazaret (Name)

oder: Nazareth

hebräisch: ‏נצרת

griechisch: Ναζαρὲθ

lateinisch: Nazareth

 

Siedlung in Galiläa.

 

Nazareth ist der Ort, in dem Jesus aufwuchs. Dabei ist an eine kleine, dörfliche Gemeinschaft zu denken. Der Ort besaß nur wenige Gebäude und wahrscheinlich lebten weniger als 200 Menschen dort.

 

Nazareth lag abgelegen zwischen Hügelketten, fern von größeren Siedlungen, in der Landschaft Galiläas.

 

 

Heute ist Nazareth eine größere Stadt, die zusammen mit ihrer Schwesterstadt Nazaret-Iliit die Fläche aller Hügel rings um die alte Stadt besiedelt und gut 120.000 Einwohner zählt.

 

Nach Matthäus lebten Maria und Josef zunächst in Bethlehem, wo Jesus geboren wurde. Sie flohen vor der Bedrohung durch Herodes dem Großen nach Ägypten und kehrten erst nach seinem Tod (4. v. Chr.) nach Israel zurück. Weil aber Herodes Archelaos nun in Judäa regierte, der die grausame Herrschaft seines Vaters fortsetzte, zogen sie nach Galiläa, wo Herodes Antipas, ein Bruder des Herodes Archelaos, sein Amt weniger hart und brutal ausübte. So kamen sie in das kleine, abgelegene Dorf Nazareth. Josef fand in dieser Siedlung Arbeit als Handwerker und die Familie lebte von nun an dort.

 

Nach Lukas lebte Josef bereits in Nazareth, wo er als Handwerker arbeitete, als er Maria kennenlernte. Wegen der Volkszählung, die von den Römern für die Steuererhebung durchgeführt wurde, musste er in seine Geburtsstadt Bethlehem reisen. Die hochschwangere Maria begleitet ihn und gebar ihren ersten Sohn noch in Bethlehem, der kleinen Stadt nahe Jerusalem. Nachdem die vorgeschriebenen Rituale im Tempel von Jerusalem vollzogen waren, kehrten Maria, Josef und Jesus zurück in ihr Haus nach Nazareth.

 

Nach Lukas kam in Nazareth der Engel Gabriel zu Maria, um ihr die Geburt Jesu anzukündigen.

 

Die Stelle, an der angeblich (nach einer römisch-katholischen Überlieferung) das Haus der Maria gestanden haben soll, in dem sie vom Engel besucht wurde, ist inzwischen überbaut. Hier befindet sich im Altstadtbereich die römisch-katholische Verkündigungsbasilika (Basilica of the Annunciation), die 1969 geweiht wurde.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Neheſte

Nächste, der

bürgerlich: Nachbar, der

im biblischen Gebrauch: Mitmensch, der

 

Das Wort »der Nächste« ist der substantivische Superlativ von »nah«.

 

Der Nächste in den 10 Geboten

 

Heute ist der Begriff »der Nächste« veraltet. Er wird überwiegend nur noch im biblisch-religiösen Kontext verwendet und sonst fast nur noch als unbestimmte Angabe für eine Reihenfolge, z. B. in Arztpraxen (»Der Nächste, bitte!«).

 

Wir empfehlen daher stattdessen Wörter wie »Nachbar«, »Mitmensch« oder auch »anderer Mensch« zu probieren, wo immer es geht.

 

Damit wären auch recht einfach das 8. und 9. Gebot (→2Mos 20,16-17) so umfassend formulierbar, wie sie gemeint sind:

 

8. Gebot: »Du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen gegen andere Menschen.«

 

9. Gebot: »Du sollst nicht begehren das Haus anderer Menschen.«

 

Das 10. Gebot stellt uns vor besondere Herausforderungen: Wer hat heute noch »Knechte« (ein Begriff aus Luthers Zeit, im Text eigtl.: Sklaven), Mägde (eigtl.: Sklavinnen), Rind und Esel?

 

Übertragen auf unsere Zeit geht es um ein Unternehmen: Es geht um Arbeiter (Knechte und Mägde) und um Produktionsgüter (Rind und Esel) – denn das waren sie schon zur alttestamentlichen Zeit, nur nannte man sie nicht so. Es ließe sich formulieren:

 

10. Gebot: Du sollst nicht begehren die Frau eines anderen, auch nicht sein Geschäft, seine Arbeit, seine Arbeiter oder seinen Besitz.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Newlied

Neulied, das (Luther)

neue Lied, das

Lobgesang

 

Luthers Kompositum hat sich im Gebrauch nicht durchgesetzt, wohl aber die Wendung »neues Lied« für ein erfrischendes, stärkendes Lied, gesungen mit Dank und Lob für Gott, ein Lobgesang für Gott.

 

→Ps 40,4

 

Vnd hat mir ein Newlied in meinen Mund gegeben / zu loben vnſern Gott

 

a) Und hat mir ein neues Lied in meinen Mund gelegt, um unseren Gott zu loben.

b) Und hat mir eine Lobgesang in meinen Mund gelegt, um unseren Gott zu loben.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Newmond

Neumond, der

Die Mondphasen waren für die Berechnung der Kalenderdaten von zentraler Bedeutung.

 

Der Neumond beendete einen Monat. An dem Tag, an dem nach Sonnenuntergang der erste Rand der Mondscheibe sichtbar wurde, begann ein neuer Monat. 14 Tage später war Vollmond, die Mitte des Monats war erreicht.

 

→Ps 81,4

 

Blaſet im Newmonden die Poſaunen

 

Blast bei Neumond die Posaunen

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Blaſet im Newmonden die Poſaunen / Jn vnſerm Feſte der Laubruſt.

Neumondfest und Laubhüttenfest

 

→Ps 81,4

 

Blaſet im Newmonden die Poſaunen / Jn vnſerm Feſte der Laubruſt.

 

Blast <im siebten Monat> zum Neumondfest die Posaunen und ebenso zum Laubhüttenfest.

 

In Psalm 81, Vers 4 werden zwei Feste genannt, zu denen die Posaunen geblasen wurden: Das Neumondfest (am 1. eines Monats) und das Laubhüttenfest (am 15. Tischri, dem siebten Monat).

 

Neumond, der Beginn eines neuen Monats, galt bei den Israeliten lange Zeit als Fest. Insbesondere das Neumondfest des siebten Monats wurde als Fest gefeiert, was noch aus der Zeit herrührt, als das jüdische Jahr im Herbst begann, der Monat Tischri der erste Monat war und der Neumond des Monats Tischri das neue Jahr einleitete.

 

Asaf, der Autor des Psalms, bezieht sich hier auf die Festordnung für das Neumondfest im siebten Monat, wie sie beschrieben ist in 3Mos 23,23-25). Der hebräische Text dieses Verses bezeichnet das Laubhüttenfest nicht ausdrücklich, sondern nennt es nur Fest, so dass Luthers Laubrust bereits eine Interpretation ist, doch die einzig richtige: Es kann nur das Laubhüttenfest gemeint sein. Nichts anderes.

 

Die Übersetzung Luthers meint (frei formuliert):

Blast im siebten Monat zum Neumondfest die Posaunen und ebenso zum Laubhüttenfest.

 

Viele moderne Übersetzungen, auch die neuen Luther-Übersetzungen, formulieren (entlang des hebräischen Textes) nur sehr allgemein Fest statt Laubhüttenfest, jedoch sollte bei jeder Interpretation der religiöse Hintergrund des Autors nicht übergangen werden. Jedem jüdischen Zuhörer war klar, welches Fest gemeint war.

 

Die jüdische Festordnung aus König Davids Zeiten ist nicht so ohne weiteres auf unsere Feste und Feiern übertragbar. Obwohl auch wir in unseren Gottesdiensten sehr gerne dem Fest und der Feier mit Chören und Instrumenten jeder Art einen besonders feierlichen, freudigen Charakter verleihen, handelt es sich sich hier um die Aufforderung Asafs, die jüdischen Feste zu Ehren Gottes einzuhalten und gemäß den Festordnungen zu begehen.

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

nidrigſtu

niedrigst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von niedrigen (Verb, veraltet)

erniedrigen

 

Präsens:

nidrigſtu: niedrigst du, erniedrigst du

 

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

nidrigſtu: erniedrigst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 18,28

 

Denn du hilffeſt dem elenden volck / Vnd die hohen augen nidrigſtu.

 

Denn du hilfst dem elenden Volk. Die hochmütigen Augen aber erniedrigst du gewiss!

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

nimpſtu

nimmst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von →nehmen (Verb)

nehmen

 

Präsens:

nimpſtu: nimmst du

 

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

nimpſtu: nimmst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 142,4

 

Wenn mein Geiſt in engſten iſt / ſo nimpſtu dich meiner an /

 

a) Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner [ganz bestimmt] an!

b) [Ich weiß genau:] Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an!

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

nehmen

nehmen (Verb)

3. Person Singular: er nimpt

 

Siehe auch: →nimpſtu (Verb)

 

→Ps 15,5

 

Wer ſein Gelt nicht auff Wucher gibt / Vnd nimpt nicht Geſchencke vber den Vnſchüldigen

 

a) Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht und keine Geschenke gegen Unschuldige annimmt

b) Wer sein Geld nicht gegen Zinsen verleiht und sich nicht gegen Unschuldige bestechen lässt

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

O

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

O

O (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

O

o

ö

Beschreibung

O o ö

reguläre Schrifttype für einfachen Text

O o ö

Schrifttype für Auszeichnungen

O o ö

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

  ó  

alternatives kleines o der Schrifttype für Überschriften

O o  

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Umlaute:

In den Schrifttypen der Lutherbibel von 1545 werden Umlaute nicht mit aufgesetzten Strichen oder Punkten, sondern mit dem hochgestellten »e« ausgewiesen, aus dem sich einst die Striche (bzw. Punkte) entwickelt hatten. Das entspricht im Grunde einer besonderen Form der Ligatur (Verschmelzung zweier Buchstaben zu einer Glyphe) und weist auf ihre Herkunft hin: »ae«, »oe«, »ue«.

 

Das hochgestellte »e« sollte auch bei kleinen Schrifthöhen nicht mit einem Akzent verwechselt werden.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Oberheubtman

 

öberſter Heubtman

 

Heubtman

römischer Tribun

Luthers Wort Oberheubtman (Oberhauptmann) lautet in den Quellen:

 

lateinisch: tribunus (von tribus, Stämme bzw. Stammesbezirk)

griechisch: χιλιάρχος (chiliarchos, »Herrscher über Tausend«, Hauptmann, Militärtribun)

Der römische Miltärtribun stand einer Truppe von 1200 bis 1600 Legionären (zwei Kohorten) vor.

 

Eine römische Legion umfasste zehn Kohorten (6400 Mann). Die 1. Kohorte einer Legion bestand aus 5 Doppelzenturien (1000 Mann), die übrigen neun Kohorten waren jeweils 600 Mann stark (sechs Zenturien zu 100 Mann). Mitgezählt sind alle Offiziere und die Bediensteten in der Verwaltung. Die militärischen Einheiten der Legion wurden von fünf Militärtribunen (Tribuni Angusticlavii) geführt. Ein sechster Tribun, der Tribunus Laticlavius, rangierte als Stellvertreter des Legatus Legionis, des Oberbefehlshabers der Legion.

 

Verglichen mit einer modernen Armee entspricht der Tribun etwa einem Befehlshaber vom Rang eines Oberst.

 

Zur Unterscheidung der Ränge benutzte Luther für das griechische ἑκατόνταρχος (Hauptmann, Centurio) das deutsche Wort Vnterheubtman, für das griechische χιλιάρχος (chiliarchos, »Herrscher über Tausend«, Hauptmann, Militärtribun) die Wörter Heubtmann, Oberheuptman oder die Bezeichnung öberſter Heubtmann.

 

 

→Apg 22,25f.

 

25Als er jn aber mit Riemen anband / ſprach Paulus zu dem Vnterheubtman / der da bey ſtund / Jſts auch recht bey euch / einen Römiſchen menſchen / on vrteil vnd recht geiſſeln? 26Da das der Vnterheubtman höret / gieng er zu dem Oberheubtman

 

25Doch während Paulus mit Riemen für die Auspeitschung gefesselt wurde, sprach er zum Centurio, der dabeistand: Ist es nach eurem Recht erlaubt, einen römischen Bürger ohne Verhandlung und Urteil zu geißeln? 26Als der Centurio das hörte, ging er zum Tribun.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

odem
Odem

Odem, der

der Atem

 

Das Wort othem war eine geläufige Nebenform zu athem.

 

Luthers Nebenform Odem hat sich zu einer feierlichen Form des Begriffs Atem (othem) verselbstständigt, der oft mit göttlichem Atem gleichgesetzt wird, also Atem meint, der »Leben« impliziert und nicht nur »Atemluft« bedeutet.

 

→1Mos. 2,7

 

Er blies jm ein den lebendigen Odem in ſeine Naſen.

 

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Atem (athem) ist neben Hauch und Luft im Umfeld der Seele und des Lebensgeistes angesiedelt. Da die Seele dem Menschen eingeblasen und wieder von ihm ausgeblasen wird, sind die Begriffe des Wehens, Hauchens, Blasens und Atmens mit der Vorstellung von einer Seele und dem Lebensgeist verbunden.

 

Luther verwendet die Nebenform Odem, um gegenüber dem einfachen Atem (Luft, die ein- und ausgeblasen wird) die grundlegende Lebenskraft zu beschreiben, die nötig ist, um den Menschen zu beleben. Sie wurde dem noch leblosen Körper des ersten Menschen von Gott eingeblasen und wird von da an vererbt und bei der Zeugung weitergegeben.

 

Dabei grenzt sich Odem eindeutig von Seele ab, die ursprünglich wohl auch eine Art Lebenskraft bezeichnet. Während aber Odem die grundlegende Fähigkeit zu leben, das Leben an sich bezeichnet, ist an Seele die Persönlichkeit, das »Ich« des Individuums gekoppelt. Neben Körper (die Materie), Geist (die Fähigkeit, zu denken und zu handeln) und Seele (das Individuum, das "Ich") ist Odem (das Leben) die vierte Komponente, die uns Menschen zu lebenden, handelnden Wesen mit eigener Persönlichkeit macht (1Mos 2,7).

 

→Hiob 10,12

 

Leben vnd wolthat haſtu an mir gethan / vnd dein auffſehen bewart meinen odem.

 

Leben und Wohltat hast du mir zukommen lassen, und deine Fürsorge bewart meinen Odem [mein Leben].

 

Luther erklärt in der Marginalspalte, wie der Begriff Odem hier zu verstehen sei:

 

(Odem) Das iſt / mein Le­ben / das der odem an­zeigt.

 

 

 

SK Version 16.03.2019  

→Register

öle

 

Ole

Öl, das

speziell das Öl, das zur Salbung benutzt wird, das Salböl

 

Wenn das Wort am Anfang mit Großbuchstaben gesetzt ist, entfällt im Drucksatz das hochgestellte Umlaut-e auf dem Buchstaben O.

 

→Ps 23,5

 

Du ſalbeſt mein Heubt mit öle

 

Du salbest mein Haupt mit Öl.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Ohrenbleſer

Ohrenbläser, der (veraltet)

Zuträger und Einflüsterer von Dingen, besonders solchen, die dem Hörenden schmeicheln und andere bei ihm verhöhnen oder verleumden

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Ole

Öl, das

speziell das Öl, das zur Salbung benutzt wird, das Salböl.

 

Bedeutung gleich wie öle, jedoch entfällt das hochgestellte Umlaut-e auf dem Buchstaben O, wenn das Wort am Anfang mit Großbuchstaben gesetzt ist.

 

→Ps 89,21

 

Jch hab jn geſalbet mit meinem heiligen Ole.

 

Ich habe ihn gesalbt mit meinem heiligen Öl.

 

→Ps 92,11

 

ABer mein Horn wird erhöhet werden / wie eines Einhorns / Vnd werde geſalbet mit friſchem Ole

 

Aber meine Macht und mein mein Ansehen werden werden wachsen, und ich werde gesalbt mit frischem Öl.

 

→Ps 55,22

 

Jr wort ſind gelinder denn Ole

 

Ihre Worte sind milder als Öl.

 

→Ps 104,15

 

VND das der Wein erfrewe des Menſchen hertz / vnd ſeine geſtalt ſchön werde von Ole

 

Dass der Wein erfreue des Menschen Herz und seine Gestalt schön werde vom Öl.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

on

ohne (Präposition)

Wegfall einer Sache oder eines Grundes

 

→Ps 18,32 on der HERR: ohne dem HERRN

 

→Ps 27,12 on ſchew: ohne Scheu

 

→Ps 35,15 on meine ſchuld: ohne meine Schuld

 

→Ps 18,32 on vnſer Gott: ohne unserem Gott

 

→Röm 1,9 on vnterlas: ohne Unterlass

 

→Ps 7,5 on vrſach: ohne Ursache, ohne Grund, grundlos

 

→Ps 15,2 on wandel: ohne Makel, makellos, unverändert

 

→Ps 105,34 on zahl: ohne Zahl, zahllos, unzählig

 

→Röm 4,6 on zuthun: ohne Zutun

 

→Röm 4,9 on zweiuel: ohne Zweifel, zweifelsohne, zweifellos

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

on wandel

ohne Wandel (Ausdruck, veraltet)

Wandel (der) hat eigentlich die Bedeutungen im Wortfeld Lebensführung, Veränderung, aber auch Makel, Rückgängigmachung, Buße, Strafe, usw.

 

Die Wendung on wandel meint:

 

a) ohne Makel, makellos

b) kein Wandel, keine Veränderung, unverändert

c) ohne Änderung der Lebensweise und/oder der geistigen Haltung, integer

usw.

 

→Ps 15,2

 

WEr on wandel ein her gehet / Vnd recht thut / Vnd redet die warheit von hertzen.

 

a) Wer ohne Makel daher kommt, und Recht tut, und die Wahrheit von Herzen redet.

b) Wer integer und rechtschaffen ist, und dem die Wahrheit eine Herzensangelegenheit ist.

 

→Ps 19,8

 

Das Geſetz des HERRN iſt on wandel

 

a) Das Gesetz des HERRN ist unveränderlich

b) Das Gesetz des des Herrn ist makellos

c) Das Gesetz des Herrn ist vollkommen

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

on zal

ohne Zahl (Ausdruck)

 

unzählig (Adjektiv)

unzählbar (Adjektiv)

Das Wort unzählig liegt in verschiedenen Varianten vor, wie unzahl, unzal, onzahl, onzal und on zal.

 

Luthers Schreibweise zeigt die Herkunft auf: unzählig bzw. unzählbar meint ohne Zahl, nicht zählbar

 

→Ps 105,34

 

da kamen Hewſchrecken / Vnd Kefer on zal.

 

wörtlich: da kamen Heuschrecken, und Käfer ohne Zahl.

 

sinngemäß: da kamen Heuschrecken und Käfer in unzählbaren Mengen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Opffer

Opfer, das

Opfergabe, die

rituelle Opfergabe

 

→1Mos 4,3-4

 

Es begab ſich aber nach etlichen tagen / das Kain dem HERRN Opffer bracht von den Früchten deſ feldes / Vnd Habel bracht auch von den Erſtlingen ſeiner Herde vnd von jrem fetten.

 

 

Die beiden Brüder Kain und Abel sind die ersten Menschen, die Gott Opfergaben darbringen. Abel, der Schäfer war, opferte aus seiner Herde Erstlinge, erstgeborene Lämmer.

 

Erstlinge und Lämmer spielen von nun an eine besondere Rolle in der religiösen Praxis.

 

Das Motiv kehrt insbesondere wieder in der zehnten Plage Gottes für Ägypten, verbunden mit dem Pascha-Mahl: Alle Erstlinge in Ägypten waren dem Tode geweiht. Nur die Familien jener Hebräer blieben verschont, die als Ersatz ein erstgeborenes Lamm opferten und mit seinem Blut die Türschwellen und -einfassungen bestrichen.

 

Das Pascha-Fest wiederholt alljährlich in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten dieses Opfermahl.

 

Die christliche Religion kennt Jesus als Erstling und Lamm Gottes (Agnus Dei), den Gott selbst als Ersatz für alle Opfer anbot, die die jüdische Religion vorschrieb, nun aber nicht mehr nötig sind. Insofern ist Jesus die christliche Entsprechung der Opfergabe Abels.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

opffern

opfern (Verb)

rituelle Opfergabe darbringen

durch

 

a) Rauchopfer (Räucheropfer), bei denen wohlriechende, oft teure Gewürze und Harze langsam abgebrannt wurden, wobei eine ebenso wohlriechende, starke Rauchbildung stattfand;

b) Brandopfer, bei dem Opfertiere getötet und verbrannt wurden;

c) Schlachtopfer, bei dem Opfertiere nach rituellen Vorschriften getötet wurden, aber nur das Blut als Opfer diente. Das Fleisch konnte rituellen Mahlzeiten zugeführt werden (z. B. Pascha-Lämmer)

d) Speiseopfer, bei dem Brot aus Mehl und Öl gespendet wurde

e) Trankopfer, bei dem Wein in festgelegten Mengen gespendet wurde

f) Sündopfer, bei dem eine Ziege geschlachtet wurde, der zuvor die Verfehlung des Opfernden rituell übertragen wurden

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

orden

orden (Verb, veraltet)

ordnen

 

a) in Reihenfolge stellen, regelrecht nach- und nebeneinander, in äußerliche oder innerliche Ordnung bringen, regelrecht machen und behandeln, einrichten

b) korrekt besorgen, veranstalten

c) anordnen, verordnen, verfügen, bestimmen, festsetzen

d) jemandem eine Anweisung, einen Befehl, eine Order erteilen

e) jemanden für etwas einsetzen

 

Diese Schreibweise kehrt wieder im Substantiv Ordenung (Ordnung) und im Adjektiv ordendtlich (ordentlich - da finden wir sie noch heute!).

 

→Ps 148,6

 

Er ordent ſie / das ſie nicht anders gehen müſſen.

 

Er ordnet sie so an, dass nicht anders gehen können

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

ordendlich

ordentlich (Adjektiv)

von: orden (Verb), ordnen

 

a) in Reihenfolge sein, regelrecht nach- und nebeneinander, in äußerlicher oder innerlicher Ordnung sein, regelrecht sein und behandeln

b) korrekt besorgt, veranstaltet

c) angeordnet, verordnet, verfügt, bestimmt, festgesetzt

 

→Ps 136,5

 

Der die Himel ordendlich gemacht hat

 

Dazu im Scholion Luthers: (Ordendlich) Das der Himel vnd alle Sternen ſo gewiſſen Laufft haben / vnd nicht feilen.

 

Der die Himmel ordentlich gemacht hat

 

Scholion: (Ordentlich) Das meint, dass der Himmel und die Sterne einen gewissen Lauf haben und dabei nicht falsch gehen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Ordenung

Ordnung, die

von: orden (Verb), ordnen

 

a) in Reihenfolge gestellt, regelrecht nach- und nebeneinander, äußerliche oder innerliche Ordnung, regelrecht gemacht und behandelt, eingerichtet

b) korrekt besorgt, veranstaltet

c) Anordnung, Verordnung, Verfügung, Bestimmung, Festsetzung

 

→Ps 89,32

 

So ſie meine Ordenung entheiligen / Vnd meine Gebot nicht halten.

 

Wenn sie meine Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Oreb

Oreb (Name)

Oreb war ein Fürst von Midian.

 

Oreb und Seeb gehörten zu dem midianitischen Heer der Könige Sebach und Zalmunna.

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

Orion

 

Band des Orion

 

Jacobsſtab

Orion (Name eines Sternbilds)

Oriongürtel, der

Jakobsstab, der

Orion ist ein Sternbild, das über dem Äquator liegt und im Mittelmeerraum gut zu sehen ist.

 

Orion
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
5* 5 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

Jacobsſtab
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Die Bezeichnung Orion steht in der Lutherbibel 1545 für

 

a) das Sternbild Orion

b) den Oriongürtel

c) ein Sternbild (als Gattungsbegriff)

 

 

 

Das Sternbild Orion

 

Sternbild Orion

Creative Commons Attribution-ShareAlike

 

Abbildung:

Das Sternbild Orion.

Die roten Verbindungslinien kennzeichnen den sog. Jakobsstab, der fast genau über dem Äquator steht.

 

Grafik: ©by Sabrina, 2018, CC BY-SA

 

 

Band des Orion

 

der Oriongürtel

 

Im Zentrum des Sternbilds Orion befinden sich drei, fast in einer Linie dicht beieinanderstehende Sterne namens Alnitak, Alnilam und Mintaka (ζ, ε und δ Orionis), der Oriongürtel, das Band des Orion, bzw. der Oriongürtel.

 

Jakobsſtab

 

Der Oriongürtel wurde im Mittelalter oft Jacobsstab genannt.

 

Der Jakobsstab war ein gerader Wanderstab für Pilger, der drei markante Merkmale besaß: eine kräftige, eiserne Spitze unten, einen kugelförmigen oberen Abschlussknauf und in der Mitte ein Griffstück mit verdickter Handauflage.

 

Mit einer gedachten Linie zwischen den drei Sternen entsteht für den Betrachter die Grundform des Jakobsstabs.

 

Das Wort Jacobsſtab kommt in deer Lutherbibel 1545 nur in einer Anmerkung Luthers zu Hiob 9,9 vor.

 

 

Fundstellen

 

→Hiob 9,9

 

Er machet den Wagen am himel vnd Orion vnd die Glucken vnd die Stern gegen mittag.

 

a) Er machte den Wagen am Himmel, und Orion, und die Glucken, und die Sterne gegen Mittag.

b) Er machte den großen Wagen am Himmel, und das Sternbild Orion, und die Plejaden, und die Sterne über dem Äquator.

 

 

Luther in seiner Anmerkung (Marginalspalte) zu →Hiob 9,9

 

(Orion) Iſt das hel­le Ge­ſtir­ne ge­gen mit­tag / das die Bau­ern den Ja­cobs­ſtab heiſ­ſen. Die Glu­cken oder die Hen­ne / ſind die ſie­ben klei­ne Ge­ſtir­ne.

 

a) Orion ist die helle Sternansammlung über dem Äquator, die die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Glucken oder die Henne sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

b) Orion ist das Sternbild über dem Äquator, dessen Gürtelsterne die Bauern den Jakobsstab nennen. Die Plejaden sind der Sternhaufen der sieben kleinen Sterne.

 

 

→Hiob 38,31

 

Kanſtu die bande der ſieben Sterne zuſamen binden? oder das band des Orion aufflöſen?

 

a) Kannst du das Band der sieben Sterne zusammenbinden? Oder das Band des Orion auflösen?

b) Kannst das Band der Plejaden zusammenbinden? Oder das Band des Oriongürtels auffösen?

 

 

→Jes 13,10

 

Denn die Sterne am Himel vnd ſein Orion ſcheinen nicht helle /

 

a) Denn die Sterne am Himmel und sein Orion scheinen nicht hell.

b) Denn die Sterne am Himmel und sein Sternbild scheinen nicht hell.

 

 

→Amos 5,8

 

Er macht die Glucken vnd Orion /

 

a) Er macht die Glucken und Orion.

b) Er machte die Plejaden und das Sternbild Orion.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Oſee

 

Hoſea

Hosea (Name)

hebräisch: הוֹשֵׁעַ (Hoschea; von ישׁע, helfen, befreien)

lateinisch: Osee

griechisch: Ωσηε

Hosea, der Sohn des Beeri, war ein Prophet, der etwa zwischen 750 und 725 v. Chr. im Nordreich Israel gewirkt hatte.

 

Nach Hos 1,1 trat Hosea auf während der Regierungszeiten der judäischen Könige Usija (ca. 783 - 742 v. Chr. ), Jotam (742-735 v. Chr.), Ahas (735–725 v. Chr.), Hiskia (ca. 725 bis 698 v. Chr.) und des israelitischen Königs Jerobeam II. (ca. 787 - 747 v. Chr.)

 

Hos 1,1:

DJS iſt das wort des Herrn / das geſchehen iſt zu Hoſea / dem ſon Beheri / Zur zeit Vſia Jotham / Ahas vnd Hiſkia der könige Juda / Vnd zur zeit Jerobeam / des ſons Joas des königes Jſrael.

 

Das Buch Hosea

 

Hosea gilt als der Verfasser des Buchs Hosea, dem ersten Buch der sogenannten Zwölf kleine Propheten. Allerdings scheint sicher, dass das Buch bis ins Babylonische Exil (586–539 v. Chr.) hinein mehrere Ergänzungen erfahren hat.

 

Die Zeit der Propheten

 

Die Propheten Jesaja, Joel, Amos, Micha und Jona gelten als Zeitgenossen Hoseas.

 

Aus Luthers Vorrede zum Propheten Hosea:

 

Hoſea hat gelebt vnd gepredigt (wie er ſelbs im Titel anzeigt) zur zeit des andern vnd letzten Jerobeam / des königes Jſrael. Zu welcher zeit auch Jſaias in Juda / auch Amos vnd Micha gelebt haben / Aber doch iſt Hoſea der elteſt vnter jnen geweſt.

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

P

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

P

P (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

P

p

Beschreibung

P p

reguläre Schrifttype für einfachen Text

P p

Schrifttype für Auszeichnungen

P p

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

P p

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Panier

 

Panir

Panier, das (veraltet)

Banner, Fahne, Feldzeichen

Schiffsflagge

 

Das Banner war als Fahne das Feldzeichen eines Heerführers, unter dem sich eine Truppe auf dem Schlachtfeld ordnete.

 

Es ist Symbol und Ausdruck der Identifikation mit dem Heerführer. Heute haben Staatsflaggen, Firmen- oder Produkt-Logos (Marken) eine ähnliche Funktion.

 

→Ps 20,6

 

Vnd im Namen vnſers Gottes werffen wir Panier auff

 

a) Und im Namen Gottes werfen wir Panier auf

b) Und im Namen Gottes erheben wir das Banner.

c) Und im Namen Gottes geben wir uns zu erkennen.

 

Schiffsflagge: Das Panier der Zwillinge

 

→Apg 28,11

 

NAch dreien monden aber ſchifften wir aus in einem Schiffe von Alexandria / welchs in der Jnſulen gewintert hatte / vnd hatte ein Panir der Zwilling.

 

Anm.: Das »Panier der Zwillinge« meint die Abbildung des Sternbilds Zwillinge (Gemini). Das Sternbild hat die Form eines langgezogenen Rechtecks. Die beiden mit bloßem Auge sichtbaren Hauptgestirne Castor (α Geminorum) und Pollux (β Geminorum) bilden mit Blick Richtung Norden die beiden nordwestlichen Eckpunkte. Mitten zwischen ihnen hindurch geht der 31. Breitengrad, auf dem sich die ägyptische Stadt Alexandria befindet. D.h., das Sternbild Zwillinge bewegt sich von Horizont zu Horizont über Alexandria hinweg und steht an seinem höchsten Punkt senkrecht über der Stadt.

 

Das »Panier der Zwillinge« meint daher offensichtlich das (oder ein) Wappen des antiken Alexandria. Abgebildet waren neben anzunehmenden weiteren Elementen und Ornamenten (Schiff?) mit Sicherheit zwei Sterne, die übereinander standen, wobei der untere Stern gegenüber der Mitte nach links, der obere nach rechts versetzt war.

 

Dieses Schiff setzte nicht nur die Reise nach Rom fort, die vermutlich in Alexandria begann, es stammte aus Alexandria und fuhr unter ägyptisch-alexandrinischer Flagge. Es war kein römisches Schiff.

 

Vgl. dazu Luthers Anmerkung in der Marginalspalte zu Apg 28,11:

 

(Zwilling) Die nu ein Ge­ſtirn am Hi­mel hei­ſſen / wur­den bey den Hei­den ge­hal­ten fur Götter die den Schiff­leu­ten gne­dig we­ren / vnd hei­ſſen Ca­stor vnd Pol­lux.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Peſtilentz

Pestilenz, die

die Pest

eine ansteckende Krankheit, die zum Tode führen kann, sich schnell ausbreitet und so viele Opfer fordert, eine Seuche.

 

→Ps 91,3

 

Denn er errettet mich vom ſtrick des Jegers / Vnd von der ſchedlichen Peſtilentz.

 

Denn er rettet mich vor dem Fallstrick des Jägers und vor der schädlichen Pest.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Phariſeer

Pharisäer ,der

griechisch: Φαρισαίος (Pharisaios)

lateinisch: Pharisaeus

 

Angehöriger einer alt-jüdischen Bewegung, die Gesetze und Gebote streng einhält.

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

Philiſter

Philister, der

Philister, die (Plural)

Bewohner von Philistäa. (Siehe →Philiſterland)

 

Philistäa war ein schmales Land, das sich etwa 80km entlang der Mittelmeerküste erstreckte, nördlich des heutigen Gaza.

 

Bekannt sind die Städte Gasa, Askalon, Aschdod, Ekron und Gath.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Philiſterland

Philistäa (Name)

Land der Philiste (siehe →Philiſter)

 

Philistäa war ein schmales Land, das sich etwa 80km entlang der Mittelmeerküste erstreckte, nördlich des heutigen Gaza.

 

Bekannt sind die Städte Gasa, Askalon, Aschdod, Ekron und Gath.

 

Philiſterland
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
7 6 1 0

 

 

→Jes 14,29

 

Frewe dich nicht du gantz Philiſterland / das die Rute / die dich ſchlug / zubrochen iſt.

 

Freue dich nicht, du ganzes Philistäa, dass die Rute, die schlug, zerbrochen ist.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Phrath

Phrath (Name eines Flusses)

der Fluss Euphrat

 

Aus dem Scholion zu →1Mos 2,14

 

Luther: (Phrath) Aber iſt das neheſt waſſer in Syria / das man Euphrates heiſſt.

 

Heute ist allgemein anerkannt, dass es sich beim Fluss Phrath (oder: Perat) um den Euphrat handelt.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Pinehas

Pinheas (Name)

Sohn Eleasars und Enkel Aarons.

 

4Mos 25,1-9 beschreibt, wie sich Pinheas einsetzte und damit der Plage ein Ende bereitete, die Gott über das israelitische Volk verhängt hatte, weil die Israeliten mit den Töchtern Moabs Unzucht trieben und dem Gott Baal Peor dienten.

 

 

 

SK Version 05.02.2018  

→Register

Pintzen

Binsen, die

eine zu den Süßgrasartigen der Gattung Bin­sen­ge­wäch­se zäh­len­de Pflan­ze. Wis­sen­schaft­li­cher Name: Juncus.

 

Binsen benötigen feuchte Standorte und wachsen an Ge­wäs­sern, in Mooren, Feucht­wie­sen und in Sümp­fen. Sie wa­ren in ganz Deuts­chland weit ver­brei­tet.

 

Halme und Blütenstände wur­den für un­ter­schied­li­che Zwecke in Haus­halt und Hand­werk ge­nutzt, bei­spiels­wei­se für Iso­lier­ar­bei­ten und Kis­sen­fül­lun­gen.

 

Der Begriff Pintzen kommt in der Lutherbibel von 1545 nur ein­mal vor. Luther benutzt ihn in seiner An­mer­kung zu Hiob 8,11.

 

→Hiob 8,11

 

KAn auch die Schilff auffwachſen / wo ſie nicht feucht ſtehet?

 

Dazu findet sich in der Marginalspalte:

 

Jd eſt / Pintzen.

 

Luther erklärt seinen Lesern den Bergriff Schilf: Das seien Binsen. Daraus lässt sich ableiten, dass Binsen bei den deutschen Lesern weit aus bekannter waren als Schilf.

 

 

 

SK Version 15.03.2019  

→Register

Piſon

Pison (Name eines Flusses)

der Fluss Pischon

 

Aus dem Scholion zu →1Mos 2,11

 

Luther: Jſt das groſſe waſſer in Jndia / das man Ganges heiſſet / denn Heuila iſt Jndienland.

 

Flavius Josephus, römisch-jüdischer Historiker des 1. Jahrhunderts, setzt den Fluss Pischon mit dem Ganges und das Land Hawila (Hewila) mit Indien gleich. Daher stammt wohl auch Luthers Interpretation. Jedoch sind andere Erklärungen bekannt, bis hin zu der Annahme, es handle sich um die Donau.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

pochen

 

pochet

pochen (Verb)

schlagen, klopfen.

 

er pochet: er schlägt

 

→Ps 55,13

 

Vnd wenn mich mein Haſſer pochet / wolt ich mich vor jm verbergen.

 

Hier abstrakt vom (wiederholten) ungestümen, zornigen, unmutigen, trotzigen, hoffärtigen, prahlerischen, höhnischen auftreten, handeln und reden:

 

Und wenn mich der, der mich hasst, (wieder und wieder) ungestüm auf mich losgeht.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Prophet

Prophet, der

lateinisch: propheta

griechisch: προφήτης

 

Ein Prophet ist ein Verkünder der Zukunft, der getrieben aus der Motivation eines heiligen Anspruchs Gottes Wort verkündigt und bezeugt.

 

→Rom 1,1-2

 

zu predigen das Euangelium Gottes / 2Welchs er zuuor verheiſſen hat / durch ſeine Propheten / in der heiligen Schrifft

 

zu predigen das Evangelium Gottes, welches er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der heiligen Schrift

 

 

 

SK Version 17.01.2019  

→Register

prüfeſtu

prüfst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von prüfen (Verb)

 

Präsens:

prüfeſtu: prüfst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 2,18

 

Vnd weil du aus dem Geſetze vnterrichtet biſt / prüfeſtu was das beſte zu thun ſey

 

Und weil du dich mit dem Gesetz auskennst, prüft du <doch sicher>, was am besten zu tun sei!

 

 

 

SK Version 03.03.2019  

→Register

Pſalm Dauids

Psalm Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von 50 Psalmen:

 

→Ps 3, →Ps 4, →Ps 5, →Ps 6, →Ps 8

→Ps 9, →Ps 11, →Ps 12, →Ps 13, →Ps 14

→Ps 15, →Ps 18, →Ps 19, →Ps 20, →Ps 21

→Ps 22, →Ps 23, →Ps 24, →Ps 25, →Ps 26

→Ps 27, →Ps 28, →Ps 29, →Ps 30, →Ps 31

→Ps 34, →Ps 35, →Ps 36, →Ps 37, →Ps 38

→Ps 39, →Ps 40, →Ps 41, →Ps 51, →Ps 61

→Ps 62, →Ps 63, →Ps 64, →Ps 65, →Ps 69

→Ps 70, →Ps 101, →Ps 103, →Ps 109, →Ps 110

→Ps 139, →Ps 140, →Ps 141, →Ps 143, →Ps 144

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

 

SK Version 05.02.2018  

→Register

Pſalmlied Dauids

Psalmlied Davids

Angabe der Urheberschaft im Titel von →Psalm 68 und →Psalm 108.

 

Die Formulierung besagt nicht verlässlich, dass David selbst diese Psalmen verfasst hat. Sie bedeutet wohl nur, dass sie zu einer Sammlung von Psalmen gehören, die ihm gewidmet ist.

 

In der Lutherbibel von 1545 benennen 73 Psalmen in der Überschrift David als Urheber.

 

a) Psalm Davids: 50x

Ps 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11, 12, 13, 14

Ps 15, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26

Ps 27, 28, 29, 30, 31, 34, 35, 36, 37, 38

Ps 39, 40, 41, 51, 61, 62, 63, 64, 65, 69

Ps 70, 101, 103, 109, 110, 139, 140, 141, 143, 144

 

b) gülden Kleinod Davids: 6x

Ps 16, 56, 57, 58, 59, 60

 

c) Unterweisung Davids: 6x

Ps 32, 52, 53, 54, 55, 142

 

d) Lied Davids: 4x

Ps 122, 124, 131, 133

 

e) Psalmlied Davids: 2x

Ps 68, 108

 

f) Gebet Davids: 2x

Ps 17, 86

 

g) Unschuld Davids: 1x

Ps 7

 

h) Lob Davids: 1x

Ps 145

 

i) Davids: 1x

Ps 138

 

Zur Person Davids

 

Historisch kreisen um die Person Davids viele ungeklärte Fragen. Nach der biblischen Überlieferung war David nach Saul der zweite König Israels und lebte von etwa 1000 bis 961 v. Chr. Genauere Lebensdaten sind unbekannt.

 

David war zunächst Musiker am Hof Sauls und wurde später Offizier in seinem Heer.

 

Die Geschichte Davids wird ausführlich erzählt in den beiden Samuel­büchern (1Sam, 2Sam), in 1Kön 1-2 und in 1Chr 11-29.

 

 

 

SK Version 05.02.2018  

→Register

Publius

Publius (Name)

Publius, römischer Statthalter der Insel →Melite (Apg 28,7)

 

→Apg 28,7

 

AN denſelbigen örtern aber hatte der Oberſte in der Jnſulen / mit namen Publius / ein Furwerck

 

Anm.: »Der Oberste« ist der Titel des römischen Statthalters.

 

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Q

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

Q

Q (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

Q

q

Beschreibung

Q q

reguläre Schrifttype für einfachen Text

Q q

Schrifttype für Auszeichnungen

Q q

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

Q q

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

R

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

R

R (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

R

r

Beschreibung

R r

reguläre Schrifttype für einfachen Text

R r

Schrifttype für Auszeichnungen

R r

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

R r

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweise:

 

Der Großbuchstabe »R« der regulären Frakturschrift sollte nicht mit dem Großbuchstaben »K« der Frakturschrift verwechselt werden.

 

Der Großbuchstabe »R« der Schmuckschrift sollte nicht mit einem »E« verwechselt werden.

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Rabſake

 

RabSake

Rabsake (Titel)

Rabschake (Titel)

Rabſake
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

RabSake
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Rabsake oder Rabschake ist die Transkription eines zusammengesetzten, hebräischen Begriffs (רַב־שָׁקֵ֔ה, rab-šͻqeh), der etwa »der mächtige Mundschenk«, der »Obermundschenk« bedeutet.

 

Luther hat dieses Wort mit Ertzſchencke übersetzt.

 

Gebildet ist Ertzſchencke aus der Vorsilbe »Erz-«, die bei Titeln von Personen ausdrückt, dass jemand in der bezeichneten Position erhaben ist, und »(Mund-)Schenk«. Der Titel meint demnach in etwa Obermundschenk, Chef-Mundschenk. Ließen sich die Berufe vergleichen, wäre das heute womöglich ein Chef-Sommelier.

 

Belegt ist das Wort ausschließlich in 2Kon 18,17 sowie in Jes 36,2, wo ein Bote des assyrischen Königs Sanherib zum judäischen König Hiskia nach Jerusalem reist. Der Bote trägt den (assyrischen) Titel »Rabschake«. Diesen Titel führt Luther in beiden Textabschnitten einmal an und notiert in den zugehörigen Marginalspalten, dass dies auf Deutsch »Ertzschenke« bedeute. Ab diesen Anmerkungen verwendet er den Begriff »Ertzschencke« jeweils im laufenden Text.

 

In seiner Anmerkung (Marginalspalte) zu →Nah 1,11 benutzt Luther die Schreibweise RabSake.

 

Siehe: →Ertzſchencke

 

 

Verweis2Kon 18,17

 

VND der könig von Aſſyrien ſandte Tharthan vnd den Ertzkemerer / vnd den Rabſake von Lachis zum könige Hiskia

 

a) Und der König von Assyrien sandte Tharthan und den Erzkämmerer sowie den Rabsake [oder: Rabschake] von Lachis zum König Hiskia

b) Und der König von Assyrien sandte Tharthan und den Erzkämmerer sowie den Erzschenken [oder: Obermundschenk] von Lachis zum König Hiskia

 

 

→Jes 36,2

 

Vnd der König zu Aſſyrien ſandte den a Rabſake von Lachis gen Jeruſalem zu dem könige Hiskia mit groſſer macht /

 

a) Und der König zu Assyrien sandte den Rabsake [oder: Rabschake] von Lachis gen Jerusalem zum König Hiskia, ausgestattet mit großer Heeresmacht

b) Und der König zu Assyrien sandte den Obermundschenk [oder: Chef-Mundschenk] von Lachis gen Jerusalem zum König Hiskia, ausgestattet mit großer Heeresmacht

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Racha

Raka

griechisch: ῤακά (rhaka)

 

Ein Schimpfwort, das in der Bibel nur in →Mt 5,22 vorkommt.

 

Luther weist in seinem Scholion darauf hin, dass damit wohl ein harmloser »Trottel«, »Faulenzer« oder »Dummkopf« gemeint sei (unbewusste oder passive Eigenschaft), denn das Schimpfwort »Narr« sei schlimmer, weil es einen Menschen bezeichnet, der zudem Schaden anrichtet (bewusste oder aktive Eigenschaft).

 

 

SK Version 04.08.2017  

→Register

ratſchlahen

ratschlagen (Verb)

 

→Ps 83,4

Sie machen liſtige anſchlege wider dein Volck / Vnd ratſchlahen wider deine Verborgene.

 

Sie machen listige Anschläge gegen dein Volk und ratschlagen gegen die, die bei dir geborgen sind.

 

 

SK Version 16.01.2019  

→Register

Rebecca

Rebekka (Name)

auch: Rebecca

 

hebräisch: רִבְקָה (Ribekah)

lateinisch: Rebecca

griechisch: Ῥεβέκκα

 

Frau →Isaaks, Mutter →Esaus und →Jakobs

 

Rebekka verhilft ihrem jüngeren Sohn Jakob dazu, den Erstgeburtssegen von seinem inzwischen erblindeten Vater Isaak zu erschleichen, indem er sich mit einer List als sein Bruder Esau ausgibt (1Mos 27). Zwar verstößt Rebekka damit gegen geltendes Recht, aber sie folgt damit, der Verheißung Jahwes aus 1Mos 25,23.

 

1Mos 25,23:

Vnd der HERR ſprach zu jr [Rebekka] / Zwey Volck ſind in deinem Leibe / vnd zweierley Leute werden ſich ſcheiden aus deinem Leibe / vnd ein Volck wird dem andern vberlegen ſein / Vnd der Gröſſer wird dem Kleinen dienen.


 

SK Version 17.01.2019  

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recht

recht (Adverb und Adjektiv)

Die ursprüngliche Bedeutung von recht ist das Gegenteil von krumm bzw. von link (Adjektiv).

 

Damit lässt sich mit recht alles beschreiben, was sich im Gegensatz zu einer krummen, linken, schrägen, unliebsamen, ungehörigen, nicht offensichtlichen Sache usw. (bzw. einem Zustand) abhebt bzw. was davon abgehoben werden soll.

 

Daraus ergeben sich viele Bedeutungen, die wir hier nicht alle auflisten können.

 

Die Verwendung bei Luther

 

wahr, eigentlich (von Personen im Gegensatz zu denen, die sich sonst nur so nennen):

 

→Ps 7,12: Gott iſt ein rechter Richter: Gott ist ein wahrer Richter (im Gegensatz zu den irdischen Richtern)

 

richtig, passend (im Gegensatz zu falsch, unpassend)

 

→Ps 68,7: Der die Gefangen ausfüret zu rechter zeit: Der die Gefangenen herausführt sobald die Zeit dafür reif ist.

 

wahr, richtig (im Gegensatz zu unwahr, falsch, unrichtig)

 

→Ps 93,5: Dein wort iſt eine rechte Lere: Dein Wort ist die wahre Lehre

 

 

SK Version 16.01.2019  

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rechten

rechten (Verb; veraltet)

Zu Luthers Zeit war das ein Rechtsbegriff. Er meint:

 

dem Recht gemäß verfahren, das Recht anrufen, prozessieren

 

→Mt 5,40

 

Vnd ſo jemand mit dir rechten wil / vnd deinen Rock nemen ...

 

Und wenn Dich jemand verklagt und Deinen Rock einfordert ...

 

 

SK Version 16.01.2019  

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redeſtu

redetest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von reden (Verb)

 

Präsens:

redeſtu: redetest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

redeſtu : redestest du, hast du (doch) geredet

 

→Ps 89,20

 

Da zumal redeſtu im Geſichte zu deinem Heiligen

 

a) Damals redetest du in einer Visionen zu deinem Heiligen

b) Damals hast du doch in einer Vision zu deinem Heiligen geredet

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Reiger

Reiher, der

Fischreiher, der

ein Sumpfvogel.

 

 

SK Version 24.01.2018  

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rein abe

rein ab! (Wendung, veraltet)

bedeutet: völlig ab! bis auf den Grund ab! reinlich abgemacht, entfernt!

 

übertragen: zerstört bis auf den Grund bzw. gründlich zerstört

 

Die beiden Bestandteile der Wendung sind die Wörter rein und ab.

 

abe ist die mittelhochdeutsche Form von ab.

 

Die Partikel ab wird in dieser Wendung wie ein Adjektiv genutzt, ähnlich den Wendungen rein still, rein fleißig, rein gehorsam, die allesamt veraltet sind. Erhalten sich der adjektivische Gebrauch noch in Ausdrücken wie »der abbe Knopf« (eigentlich »der abe Knopf« zu schreiben; es meint den Knopf, der ab ist, der abgegangen ist) u. ä., die man umgangssprachlich bzw. mundartlich noch hier und da hört.

 

rein bedeutet hier entfernt, frei von etwas, sauber; reingemacht, so dass nichts zurückbleibt

 

→Ps 137,7

 

Die da ſagen / Rein abe / rein abe / bis auff jren boden.

 

a) Die da sagen: Rein ab! Rein ab! Bis auf ihren Boden.

b) Die da sagen: Reißt nieder! Reißt nieder! Bis auf ihren Grund!

c) Die da sagen: Zerstört sie gründlich! Zerstört sie gründlich! Bis auf ihre Funda­men­te.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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reiſen

reisen (Verb)

eigentlich: aufstehen, sich erheben

 

a) tröpfelndes Fallen (von Regen), allmählich herabsinken, niedersinken

b) von etwas herfallen, zufallen, abfallen, wegfallen, usw.

c) sich in Bewegung setzen, losgehen (jede Form von Aufbruch, Beginn der Bewegung)

 

→Ps 106,29

 

Vnd erzürneten jn mit jrem thun / Da reis auch die Plage vnter ſie.

 

Und sie erzürnten ihn mit ihrem Tun. Da brach die Plage unter ihnen aus.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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reiſſen

reißen (Verb)

a) Linien oder Furchen ziehen

b) zerteilen, in Stücke trennen

 

→Ps 78,15.16

 

Er reis die Felſen in der Wüſten / Vnd trencket ſie mit Waſſer die fülle. Vnd lies Beche aus den felſen flieſſen

 

Er spaltete die Felsen in der Wüste und tränkte sie reichlich mit Wasser. Und <er> lies Bäche aus den Felsen fließen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Reuchopffer

Rauchopfer, das

Räucheropfer, das

Beim Rauchopfer werden wohlriechende Stoffe, die meist selten und teuer sind, nach kultischen Regeln langsam verbrannt.

 

Bekannt sind Weihrauch, Myrrhe und Balsam, die im gesamten Mittelmeerraum als Rauchopferwaren gehandelt und in großen Mengen verbraucht wurden.

 

→Mt 2,11:

Vnd [die Weisen] theten jre Schetze auff / vnd ſchenckten jm Gold / Weyrauch vnd Myrrhen.

 

Die Weisen aus dem Morgenland brachten als Geschenke nicht nur Weihrauch und Myrrhe, weil sie wertvoll waren (Schetze), sondern weil damit Zeremonien mit Rauchopfern durchführbar waren, die für das Wohl des jungen König der Juden (das war Jesus für Weisen: →Mt 2,2) rituell von Bedeutung waren.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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rewen

reuen (Verb)

a) Schmerz, Reue empfinden

b) Schmerz, Reue erregen

c) unpersönlich mit Akkusativ der Person: bereuen

 

 

→Ps 106,45

 

Vnd gedacht an ſeinen Bund mit jnen gemacht / Vnd rewete jn nach ſeiner groſſen Güte.

 

wörtlich: Und er dachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte, und es reute ihn in seiner großen Güte.

 

nach c): Und er dachte an seinen Bund, den er mit ihnen gemacht hatte, und er bereute es in seiner großen Güte.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Rhordomel

Rohrdommel, die

ein Vogel aus der Familie der Reiher (Ardeidae).

 

Hinweis:

Man beachte die Stellung des Buchstabens »h«: In Luthers Schreib­weise steht er vor dem »o«.

 

→Ps 102,7:

Jch bin gleich wie ein Rhordomel in der wüſten / Jch bin gleich wie ein Kützlin in den verſtöreten Stedten.

 

Luther übersetzt das hebräische קָאָת (kaaht), das einen Wasservogel bezeichnet, der auch wüste Gegenden bevölkert, mit Rohrdommel, einer ihm bekannten Reiherart.

 

Um welches Tier es sich genau handelt, scheint unklar zu sein. Manche Sprachwissenschaftler bevorzugten Kropfgans oder Pelikan.

 

In vielen Übersetzungen, so auch in der Lutherbibel 1964 und in der Elberfelder Bibel, steht nun Eule.

 

Im hebräischen קָאָת steckt das Wort קֵא (keh), das »das Ausgespieene, das Erbrochene« bedeutet. Der Vogel, der die Reste seiner Mahlzeiten wieder ausspeit, ist die Eule. Zudem passt dieser Vogel besser neben das Käuzchen (Kützlin) in diese Metapher.

 

Doch je nachdem, wie man dieses Bild interpretiert, das der Autor des Psalms 102 vermitteln möchte, mag man frei darin sein, ob man eher einen Wasservogel in der Wüste sieht (was auf Entbehrung abzielt), oder eine Eule.

 

Die Eule jagt nachts, wenn in heißen Wüstengebieten manche Tiere aktiv werden. Wie das Käuzchen in der zerstörten Stadt jagt sie einsam und muss gerade nachts hell wach sein. Diesen bedauernswerten Zustand erleidet wohl der Autor des Psalm und beklagt ihn im Vers 8.

 

Luther bietet hier eine sprachlich formvollendete, geradezu lyrische Übersetzung, wozu das kleine »e« am Ende des Worts »Dach« wie auch die Positionierung der Satztrennzeichen entscheidend beitragen:

 

→Ps 102,8:

Jch wache / Vnd bin / wie ein einſamer Vogel auff dem dache.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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rhümeſtu

rühmst du (Verb)

rhümeſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 0 0 2

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

2. Person Singular Indikativ Aktiv von rühmen (Verb)

 

Präsens:

rhümeſtu: rühmst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 11,18:

 

So rhüme dich nicht wider die Zweige. Rhümeſtu dich aber wider ſie / So ſoltu wiſſen / das du die wurtzel nicht tregeſt / ſondern die wurtzel treget dich.

 

So rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst dich ihnen gegenüber aber <doch>, dann musst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich!

 

1Kor 4,7:

 

Was haſtu aber / das du nicht empfangen haſt? So du es aber empfangen haſt / was rhümeſtu dich denn / als der es nicht empfangen hette?

 

<Sag,> Was besitzt du denn schon, was du nicht empfangen hast? Wenn du es aber empfangen hast, was rühmst du dich denn als einer, der nichts empfangen hätte?!

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Rhumredtige

Ruhmredige, der

Prahler, Wichtigtuer, Blender

 

von: ruhmredig

sich selbst (mit Reden) rühmend, prahlerisch, wichtig­tuerisch

 

 

SK Version 04.08.2017  

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richteſtu

richtest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von reden (Verb)

 

Präsens:

richteſtu: richtest du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

richteſtu : richtest du, / richtest du gewiß, bestimmt

 

→Jes 27,8

 

Sondern mit maſſen richteſtu ſie /

 

a) Sondern mit Maßen richtest du sie

b) Sondern du richtest sie ganz gewiß mit Maßen

 

 

SK Version 03.03.2019  

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Riebe

Rippe, die

Knochen im Brustkorb.

 

→1Mos 2,21.22

 

Vnd nam ſeiner Rieben eine / vnd ſchlos die ſtet zu mit Fleiſch. 22Vnd Gott der HERR bawet ein Weib aus der Riebe

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Riſs

Riss, der

Substantiv zu reißen

das Gerissene, durch Reißen entstandene

 

→Ps 106,23

 

Vnd er ſprach / Er wolt ſie vertilgen / Wo nicht Moſe ſein Auſſerweleter den Riſs auffgehalten hette / ſeinen grim abzuwenden

 

wörtlich: Und er sagte, er wolle sie vertilgen, wo nicht Moses, sein Auserwählter, den Riss aufgehalten hätte, um seinen Grim abzuwenden.

 

sinngemäß: Und er er hatte vor sie zu vertilgen, wenn nicht Moses, sein Auserwählter, die Diskrepanzen aufgelöst hätte, um seinen Grim abzuwenden

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Roſs

Ross, das

das Pferd

 

→Ps 32,9

 

SEid nicht wie Roſs vnd Meuler / Welchen man Zeum vnd Gebis mus ins Maul legen

 

a) Seid nicht wie Pferd und Maultiere, denen man Zaumzeug und Kandare ins Maul legen muss.

b) Seid nicht wie ein Pferd oder wie Maultiere, die mit Zaumzeug und Kandare gebändigt werden müssen.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Rotte

Rotte, die

a) (militärische) Abteilung, geordneter Teil einer Masse

b) geordnete Gruppierung von Menschen

c) Schar, Haufen, Menge

d) im üblen Sinn: Gruppe von Aufrührern, Verschwörern, Rebellen, usw.

 

→Ps 106,17

 

Die Erde that ſich auff / vnd verſchlang Dathan / Vnd decket zu die rotte Abiram.

 

Die Erde tat sich auf und verschlang →Datan und deckte zu die Rotte →Abiram.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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Ruge

Ruhe, die

a) Stille: ungestörter Zustand

b) Bewegungslosigkeit: unbewegter Zustand

c) Entspannung: von Hektik oder reger Tätigkeit befreiter, erholsamer Zustand

 

ruge
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
110 73 14 23

 

 

SK Version 11.08.2017  

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rugen
rugete
geruget

ruhen (Verb)

ausruhen,

von reger Tätigkeit erholsam entspannen

 

Substantiv: Ruge, die Ruhe

 

er rugete: er ruhte →1Mos 2,2; →2Mos 20,11

er hatte geruget: er hatte geruht →1Mos 2,3

 

→1Mos 4,7: lauern

 

Biſtu aber nicht from / So ruget die Sünde fur der thür

 

Luther benutzt rugen in 1Mos 4,7 im Sinne von still und ruhig, aber wachsam und aufmerksam daliegen, wie er in seinem Scholion erklärt.

 

Die Bedeutung ist somit lauern.

 

 

SK Version 16.01.2019  

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SK Version 08.07.2019