Wörterbuch zur Lutherbibel | Band 6: S

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Wörterbuch

zur Lutherbibel von 1545

 

Luther-Deutsch – Deutsch

Band 6

S

Auswahl
 
 

Verzeichnis der Einträge in Band 6: S

 

Aktuell: → Luther-Deutsch – Deutsch

Auswahl: →Deutsch – Luther-Deutsch

         

Luther-Deutsch

Deutsch

 

Luther-Deutsch

Deutsch

S

S (Buchstabe)

 
ſeiſtu

seist du (Verb)

Sabbath

Sabbat, der

 
Seiten

Saiteninstrumente, die

Sabbathen

Sabbat (Plural)

 
Seitenſpiel

Saitenspiel, das

ſageſtu

sagst du (Verb)

 
Sela

Sela

Salomo

Salomo (Name)

 
ſelig

selig (Adjektiv)

Samen

Samen, der

 
Senfftmütige

Sanftmütige, der

Samen

Nachommen, die

 
ſeumen

säumen (Verb)

Sara

Sara (Name)

 
Sew

Säue, die

Saw

Sau, die

 
ſey

sei (Verb)

Scepter

Zepter; das

 
ſiheſtu

siehst du (Verb)

Schalck

Schalk, der

 
Silo

Silo (Stadt)

Schalckheit

Schalckheit, die

 
Sindflut

Sintflut, die

Schame

Scham, die

 
ſint

sint (Präposition, veraltet)

Schatzung

Schätzung, die

 
ſintemal

sintemal (Konjunktion, veraltet)

ſchawen

schauen (Verb)

 
Sintflut

Sintflut, die

ſchawern

schauern (Verb)

 
Siſſera

Sisera (Name)

Scheffel

Scheffel ,der

 
Sodom

Sodom (Name)

ſchelten

schelten (Verb)

 
Sodom vnd Gomorra

Sodom vnd Gomorra (Namen)

ſchertzen

scherzen (Verb)

 
Sodoma

Sodom (Name)

ſchetzen

schätzen (Verb)

 
Söller

Söller, der

Schew

Scheu, die

 
ſollen

sollen (Verb)

ſchewen

scheuen (Verb)

 
ſoltu

sollst du (Verb)

Schilffmeer

Schilfmeer, das

 
Sonn

Sonne, die

ſchilt

schilt, er (Verb)

 
Spanroſen

Spanrose, die

ſchilteſt

schiltest, du (Verb)

 
Speiſopffer

Speiseopfer, das

ſchlagen

schlagen (Verb)

 
Spelt

Dinkel, der

ſchlahen

schlagen (Verb)

 
Spelt

Spelt, der

ſchlecht vnd recht

schlecht und recht (Wendung)

 
Spelt

Spelt, der

ſchleus

schließe (Verb)

 
ſpötlich

spöttlich (Adjektiv und Adverb; veraltet)

Schloſe

Schloße, die

 
Spötter

Spötter, der

Schmach

Schmach, die

 
Spot

Spott, der

Schmehr

Schmer, der oder das (veraltet)

 
Spott

Spott, der

ſchmeiſſen

koten (Verb)

 
ſpotten

spotten (Verb)

ſchmeiſſen

schmeißen (Verb)

 
ſprachſtu

sprachst du (Verb)

ſchos

Schoß, der

 
ſprichſtu

sprichst du (Verb)

ſchreien

schreien (Verb)

 
Stein des anlauffenſ

Stein des Anstoßes (Ausdruck)

Schrifftgelerten

Schriftgelehrten ,die

 
ſtelleſtu

stellst du (Verb)

Schuch

Schuh ,der

 
Stet

Stätte, die

Schüldener

Schuldner, der

 
ſteupen

steupen (Verb; veraltet)

ſchüldigen

schuldig sprechen (Verb)

 
ſtewren

steuern (Verb)

Schüldigern

Schuldner, die

 
ſtewren

steuern (Verb)

Schulder

Schulter, die

 
ſtrauchelen

straucheln (Verb)

ſchwang

Schwang, der

 
ſtrewen

streuen (Verb)

ſchwemmen

schwemmen (Verb)

 
Sünde

Sünde, die

Schwer

Geschwür, das

 
Sünder

Sünder, der

Schwer

Schwär, der (veraltet)

 
ſündigen

sündigen (Verb)

Sebah

Sebach (Name)

 
ſündlich

sündlich (Adjektiv)

Seeb

Seeb (Name)

 
Sündopffer

Sündopfer, das

Seele

Seele, die

 
ſüſs

süß (Adjektiv)

ſeen

säen (Verb)

 
Summa

Summe, die

         

Wörterbuch Band 6: S

Seltene Namen, Wörter und Begriffe

S

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

S

S (Buchstabe)

In unseren Texten kommen folgende Formen vor:

 

S

s

ſ

Beschreibung

S s ſ

reguläre Schrifttype für einfachen Text

S s ſ

Schrifttype für Auszeichnungen

S s ſ

Schrifttype für Überschriften, Schmuckschrift

    ß

»ß« (scharfes S, »sz«) der Schmuckschrift
(enge Ligatur aus langem »s« und »z«)

S s ſ

Schrifttype für Unterschriften und Anmerkungen, Schmuckschrift

 

Hinweise:

 

Der Großbuchstabe »S« der regulären Type sollte nicht mit einem »G« verwechselt werden.

 

Das »lange S« der Frakturschriften sollte nicht mit dem Buchstaben »f« verwechselt werden. Das »f« hat immer einen deutlich sichtbaren, nach rechts gezogenen Querstrich auf der Höhe der Mittellinie. Hier nebeneinander im Vergleich »f« und »langes S«: f. ſ.

 

Die Verwendung des »langen S« unterliegt genauen Regeln und ist nicht wahlfrei. Dort, wo es in unseren Texten verwendet wird, folgen wir diesen Regeln.

 

Wenn Sie Wörter mit »langem S« aus unseren Seiten kopieren und mit anderen Zeichensätzen verwenden, erscheint i. d. R. auch das »lange S«. Es ist in vielen Zeichensätzen enthalten, jedoch längst nicht in allen. Beispiel:

 

  • Das Wasser (heutige Rechtschreibung),
  • Das Waſſer (Satzbild nach den Regeln der Frakturschrift),
  • Das Waſſer (Schreibweise der Frakturschrift in Antiquaschrift)

 

© Die bei Stilkunst.de verwendeten Zeichensätze wurden nach Drucken der Lutherbibel von 1545 neu entwickelt und werden weiter an die von Drucker Hans Lufft verwendeten Typen angepasst.

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Sabbath

Sabbat, der

Plural bei Luther: Sabbath oder Sabbather

auch: Schabbat

 

hebräisch: ‏שבת‎ (šabbạṯ, Plural: Schabbatot, vom Verb šạbat, ausruhen)

deutsche Übersetzung: Ruhetag, Ruhepause

deutsche Bedeutung (Kalenderdatum): Samstag

christliches und deutsches Äquivalent im Kalender (Ruhetag): Sonntag

 

Name des siebten Wochentags im jüdischen Kalender.

 

Der Sabbat ist ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er findet im 3. Gebot der Zehn Gebote (→2Mos 20,8-11) eine besondere Würdigung, die auf das Ruhen Gottes am siebten Schöpfungstag zurückgeführt wird.

 

Im Christentum hat sich als Ruhetag anstelle des Sabbats der Sonntag etabliert, einerseits auf der Grundlage des 3. Gebots (7. Wochentag), anderseits wegen des Ereignisses der Auferstehung Christi an einem Sonntag.

 

Gesetzliche Regelungen heute

 

Gesetzlich steht der Sonntag (wie Feiertage auch) in der Bundesrepublik Deutschland (so auch in vielen anderen christlich geprägten Staaten) unter einem besonderen Schutz: Unternehmen dürfen Arbeit nur in gut begründbaren Ausnahmefällen zulassen (beispielsweise Krankenhäuser, Pflegeheime, Rettungs- und Notdienste, Hotel- und Gaststättengewerbe, etc. ).

 

Allerdings begründen bereits weiche Wettbewerbsnachteile an normalen Wochentagen solche Ausnahmen oft hinreichend (so in der Floristik-Branche oder für Bäckereien, die an Sonn- und Feiertagen nicht selten die signifikanten Umsätze erzielen, die ihre Geschäftstätigkeit übers Jahr hinweg absichern).

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Sabbathen

Plural von Sabbat

 

siehe →Sabbath

 

 

→Mt 28,1

 

AM abend aber des Sabbaths / welcher anbricht am morgen des erſten Feiertages der Sabbathen kam Maria Magdalena / vnd die ander Maria / das Grab zu beſehen.

 

Diese Textstelle ist sowohl im lateinischen Text, wie auch in den griechischen Quellen nur schwer verständlich. Nichts anderes gilt für Luthers Übersetzung.

 

Das Wort Sabbat kann im Singular (so in den Quellen benutzt) auch in der Bedeutung: die Woche verwendet werden, was hier wohl vorliegt.

 

Luther interpretiert dieses Woche als eine spezielle Woche voller Feiertage, die in der Wertigkeit dem Sabbat gleichgestellt sind, und nennt diese Abfolge der Tage »die Sabbathen«.

 

Zudem erscheinen die Zeitverhältnisse verworren: Die Tage beginnen in der jüdischen Zeitrechnung nach Sonnenuntergang.

 

Die lateinische Biblia Vulgata übersetzt etwas eigenwillig den griechischen Ausdruck Όψἐ δἐ σαββάτων (»Aber nach dem Sabbat«) mit Vespere autem sabbatiAber am Abend des Sabbat«), was im Grunde nicht verkehrt ist, jedoch die umfänglichere Bedeutung des griechischen Όψἐ auf Abend einschränkt und zu Missverständnissen führen kann.

 

Die richtige Übersetzung von Mt 18,1 im Sinne des Evangelisten Matthäus lautet wohl daher:

 

»Aber nach dem Sabbat, im Morgengrauen des ersten Tages der Woche, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um das Grab zu sehen.«

 

Oder in der Kurzform, angepasst an unsere Zeitrechnung und an die Sprache unserer Zeit:

 

»Am Sonntagmorgen kamen Maria von Magdala und die andere Maria zum Grab.«

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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ſageſtu

sagst du (Verb)

sagtest du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von sagen (Verb)

 

Präsens:

ſageſtu: sagst du

 

Präteritum:

ſageſtu: sagtest du

 

Präsens und Präteritum können nur über den Kontext unterschieden werden, in dem das Wort gebraucht wird.

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

ſageſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
9* 3 0 6

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Der Text 1Mos 12,18-19 enthält eine ganze Reihe Verben mit der Endung -tu, die eindrücklich Vorwurf, Entrüstung und Befehlston des Pharaos ausdrücken:

 

→1Mos 12,18-19

 

18DA rieff Pharao Abram zu ſich / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu mir das gethan? Warumb ſageſtu mirs nicht / das dein Weib were? 19Warumb ſprachſtu denn / ſie were deine Schweſter? Derhalben ich ſie mir zum Weibe nemen wolt. Vnd nu ſihe / Da haſtu dein weib / nim ſie vnd zeuch hin.

 

a) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Warum <nur> hast du mir das angetan?! Warum <nur> sagtest du nicht, dass sie deine Frau sei?! 19Warum <nur> sprachst du denn, sie wäre deine Schwester?! Wegen all dem wollte ich sie mir zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau! Nimm sie und verzieh dich!«

 

b) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Sag, warum nur hast du mir das angetan?! Wieso hast du mir verschwiegen, dass sie deine Frau ist?! 19Wie konnstest du nur behaupten, sie wäre deine Schwester?! Allein wegen dieser Behauptungen, wollte ich sie doch zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau zurück! Nimm sie und verzieh dich!«

 

 

Verweis1Sam 9,21

 

Warumb ſageſtu denn mir ſolches?

 

 

Verweis2Sam 15,35

 

Alles was du höreteſt aus des Königes hauſe / ſageſtu an den Prieſtern Zadok vnd AbJathar.

 

 

→Lk 12,41

 

PEtrus aber ſprach zu jm / HErr / ſageſtu dis Gleichnis zu vns / oder auch zu allen?

 

 

→Joh 1,22

 

Da ſprachen ſie zu jm / Was biſtu denn? Das wir antwort geben / denen / die vns gesand haben. Was ſageſtu von dir ſelbs?

 

 

→Joh 8,5

 

Moſes aber hat vns im Geſetz geboten / ſolche zu ſteinigen. Was ſageſtu?

 

 

→Joh 9,17

 

Sie ſprachen wider zu dem Blinden / Was ſageſtu von jm / das er hat deine augen auffgethan?

 

 

→Joh 12,34

 

Wir haben gehöret im Geſetz / das Chriſtus ewiglich bleibe / vnd wie ſageſtu denn / Des menſchen Son mus erhöhet werden? Wer iſt dieſer menſchen Son?

 

 

→Rom 9,19

 

SO ſageſtu zu mir. Was ſchüldiget er denn vns?

 

So sagst Du mir: Was schuldet er uns denn?!

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Salomo

Salomo (Name)

hebräisch: שְׁלֹמֹה (Šəlomoh) Salomo

 

Salomo war ein Sohn Davids. Durch den Einfluss seiner Mutter Bathseba wird er Davids Nachfolger als König.

 

Salomo war und ist für seine Weisheit berühmt, die er sich im Gebet von Gott erwünscht hatte (1Kön 3,5-15). Salomo gilt als Urheber der Weisheitsliteratur in Israel.

 

Salomo gilt als Urheber der Psalmen →72 und →127.

 

Salomo erbaut den Tempel in Jerusalem (1Kön 5,15 - 6,38) und errichtete viele weitere Bauten. Für die Finanzierung erhob er hohe Steuern und er verlangte Frondienste von weiten Teilen der Bevölkerung.

 

Salomo war mit mehreren Frauen verheiratet und besaß zudem einem großen Harem. Insbesondere seine ausländischen Frauen brachten in mit fremden Religionen in Berührung, die ihn vom rechten Glauben abbrachten. Deshalb urteilen die Autoren der Königsbücher und die Propheten streng über ihn, doch in der Erinnerung des Volkes Israel lebt Salomo als einer ihrer prächtigsten Herrscher.

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Samen

Samen, der

 

Nachkommen, die

Im eigentlichen Sinn sind Samen Gebilde, die sich aus den Blüten von Pflanzen entwickeln, und aus denen in geeigneter Umgebung neue Pflanzen wachsen können. Beim Menschen bezeichnet Samen das Sperma.

 

Luther verwendet den Begriff Samen in Bezug auf Menschen immer wieder in der Bedeutung Nachkommen.

 

→Ps 105,6 (u.a.)

 

der ſamen Abrahams

 

die Nachkommen Abrahams

 

 

→Ps 22,24

 

Es ehre jn aller ſame Jacob / vnd fur jm ſchewe ſich aller ſame Jſrael.

 

Es mögen ihn alle Nachkommen Jakobs ehren, und alle Nachkommen Israels mögen sich vor ihm erschrecken

 

 

→Ps 18,51

 

Dauid vnd ſeinem Samen ewiglich.

 

David und allen seinen Nachkommen.

 

 

→Röm 1,3

 

der geboren iſt von dem ſamen Dauid nach dem Fleiſch

 

der geboren ist von Davids Nachkommen nach dem Fleisch

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Sara

Sara (Name)

hebräisch: שָׂרָה (Sārāh, »Herrin«)

lateinisch: Sarra

griechisch: Σάρρᾳ

Frau →Abrahams

 

Sarai (hebr.: שָׂרַי) ist die Frau Abrahams (1Mos 11,29). Sie bekommt später von Gott den Namen Sara (1Mos 17,15).

 

 

→1Mos 11,29

Da namen Abram vnd Nahor weiber / Abrams weib hies Sarai


→1Mos 17,15

VND Gott sprach abermal zu Abraham / Du ſolt dein weib Sarai / nicht mehr Sarai heiſſen / sondern Sara ſol jr namen ſein

 

Sara wird als autoritäre und rechthaberische Frau geschildert, die lange Zeit unfruchtbar blieb. Durch Gottes Gnade wird ihr schließlich ein Sohn verheißen (1Mos 17,16). Sie gebiert Isaak. Deshalb wird sie als Mutter Israels angesehen (→Jes 51,2; →Rom 4,19).

 

 

→1Mos 17,16

Denn ich wil ſie [Sara] ſegenen. Vnd von jr wil ich dir einen Son geben / Denn ich wil ſie ſegenen / vnd Völcker ſollen aus jr werden / vnd Könige vber viel Völcker.


 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Saw

 

Sew

Sau, die

 

Plural: Sew, Säue

Schwein,

das zahme, ausgewachsene Hausschwein

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Scepter

Zepter, das

Scepter, ſcepter
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
24 17 4 3

besonders verzierter Stab, Insignie der Macht des Herrschers

 

→Ps 45,7

 

Das ſcepter deines Reichs iſt ein gerade ſcepter.

 

Das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter.

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Schalck

Schalk, der

heute: jemand, der gerne einen Spaß treibt.

 

Das Wort Schalk meint ursprünglich einen Diener, einen Knecht, einen Hörigen (im Gegensatz zum Herrn). Es entwickelte sich fort zur Bedeutung Mensch mit Knechtssinn, von knechtisch böser Art, arglistiger, ungetreuer Mensch. So wurde es zu Luthers Zeiten im Sprachgebrauch verwendet und verstanden.

 

 

→Mt 6,22-23    (|| →Lk 11,34)

 

22DAS Auge iſt des leibs Liecht. Wenn dein auge einfeltig iſt / ſo wird dein gantzer Leib liecht ſein. 23Wenn aber dein Auge ein Schalck iſt / ſo wird dein gantzer Leib finſter ſein.

 

Luther benutzt dieses Bild eines Schalks, um das Auge als einen arglistigen Täuscher zu beschreiben: Seine Aufgabe sei es, Licht ins Dunkel zu bringen. Im übertragenen Sinn meint das: Die Wahrheit (im Licht) erkennen. Das Auge täuscht uns aber arglistig, in dem es nur das sieht, was es sehen will und so den Leib verführt, darauf entsprechend zu reagieren (beispielsweise mit Gier, Neid, Boshaftigkeit, Vorurteilen, usw.).

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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Schalckheit

Schalkheit, die

Abstraktbildung zu der Schalk

 

Bezeichnet die typischen Eigenschaften und die Umtriebigkeiten des Schalks.

 

Ein Schalk ist heute jemand, der gerne einen Spaß treibt.

 

Doch das Wort Schalk meint ursprünglich einen Diener, einen Knecht, einen Hörigen (im Gegensatz zum Herrn). Es entwickelte sich fort zur Bedeutung Mensch mit Knechtssinn, von knechtisch böser Art, arglistiger, ungetreuer Mensch. So wurde es zu Luthers Zeiten im Sprachgebrauch verwendet und verstanden.

 

Die boshafte Arglistigkeit und die Untreue sind prägende Merkmale der Schalkheit.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schame

Scham, die

a) Bezeichnung einer Empfindung oder eines Gefühls:

die Zurückhaltung, das Anstandsgefühl, die Ehrfurcht, die Scheu

 

  • - Empfindung der Demütigung
  • - Empfindung, sich unmoralisch verhalten, gegen Sitten verstoßen zu haben
  • - Empfindung, sich zu schämen
  • - Empfindung der Scheu, sich nackt zu zeigen
  • - Empfindung der Scheu, erotische oder sexuelle Neigungen und Wünsche zu offenbaren
  • - Empfing der Scheu, auf andere erotisch oder sexuell anziehend zu wirken (Schamhaftigkeit)
  • - Empfindung des Befangenseins, der Zurückhaltung usw.

 

b) umfassend die äußeren primären Geschlechtsteile von Mann oder Frau. Alles, was im Bereich unterhalb des Bauches und zwischen den Beinen sichtbar ist und im Wesentlichen durch die Schambehaarung begrenzt wird.

 

→2Mos 20,26

 

Du ſolt auch nicht auff ſtuffen zu meinem Altar ſteigen / das nicht deine Schame auffgedeckt werde fur jm.

 

Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar hochsteigen, damit nicht vor ihm dein Geschlechtsteil entblößt werde.

 

Anm.:

Unterwäsche, wie sie heute üblich ist, war unbekannt. Die Kleidung bestand aus einer Art Wickelröcken, die beim Laufen, beim Treppensteigen oder beim Arbeiten entweder genug Raum boten oder durch Gürtel drapiert und hochgebunden wurden. Die Gefahr, dass sich die Röcke dabei zu weit öffneten oder zu weit verrutschten, und so das Geschlechtsteil nur noch unzureichend bedeckten, bestand durchaus.

In 2Mos 20,26 wird dies durch die Bauschrift für den Altar verhindert: Der Altar darf nicht derart errichtet werden, dass Treppen nötig wären, um ihn zu erreichen.

 

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schatzung

Schätzung, die

 

→Lk 2,2

 

Vnd dieſe Schatzung war die allererſte

 

Gemeint ist die Volkszählung zum Zweck der Steuererhebung, die nach Lk 2,1-3 Publius Sulpicius Quirinius auf Anordnung der Kaisers Augustus durchführen lies.

 

Das historische Datum der Schätzung

 

Die Angabe scheint geeignet, um die Geburt Jesu in Bethlehem einerseits zeitlich zu bestimmen und andererseits örtlich zu begründen. Jedoch wirft sie Rätsel auf. Historisch nachweisbar ist, dass Publius Sulpicius Quirinius erst ab dem Jahr 6 n. Chr. für die Provinz Syrien zuständig war. In diesem Jahr führte er auch die erste Volkszählung in seinem Zuständigkeitsbereich durch.

 

Jesu Geburt zur Zeit Herodes des Großen

 

Dem steht die Angabe gegenüber, dass Jesus in der Regierungszeit von König Herodes dem Großen (* um 73 v. Chr.; † im März 4 v. Chr.) geboren wurde (Mt 2; vermutlich auch: Lk 1,5).

 

Die Wissenschaft folgt heute eher diesem Datum, das den Geburtstermin Jesu vor 4. v. Chr. sieht, so dass die Angabe der Steuerschätzung bei Lukas vor allem dem Zweck dient, zu begründen, warum Jesus in Bethlehem geboren wurde. Die Schätzung war dafür ein geeignetes Stilmittel, zumal sie allen Lesern der damaligen Zeit als historisches Ereignis wegen seiner Absonderlichkeit in Erinnerung war.

 

Hingegen waren die geschichtlichen Zusammenhänge der Personen des Publius Sulpicius Quirinius und des Herodes des Großen wohl eher verschwommen. Während der Statthalterschaft des Publius Sulpicius Quirinius war Herodes der Große schon lange tot. Es regierten mit römischer Duldung seine drei Söhne in seinem ursprünglichen Reich. Dabei war Herodes Antipas (* um 20 v. Chr. ; † um 39 n. Chr.) für Galiläa zuständig und Herodes Archelaos (* um 23 v. Chr.; † um 18 n. Chr.) für Judäa, Samaria und Idumäa. Die Namensgleichheit der verschiedenen Herrscher war für spätere Autoren und Leser sicher nicht leicht aufzulösen und wohl auch eher nebensächlich. Die Evangelisten verfolgen nicht die Absicht, ihren Lesern eine historische Wahrheit lückenlos aufzuzeigen. Dafür fehlten bereits ihnen die nötigen Dokumente und Quellen. Es geht ihnen darum, die alttestamentlichen Prophezeiungen und Weissagungen zum Erscheinen des Messias mit der Person Jesu und dessen Lebenslauf stimmig darzustellen.

 

Bis heute sind viele Fragen um die Geburt Jesu ungeklärt.

 

Vgl. dazu unsere Karte Palästinas zwischen 4 v. Chr. und 6 n. Chr.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchawen

schauen (Verb)

blicken, hinsehen nach etwas, erblicken, sehen, zusehen

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

ſchawern

schauern (Verb)

eigentlich vom Wetter: Schauer machen

 

Übertragen: Schauer machen, Schauer empfinden, Schauer einflößen, Schauer verursachen

 

Beim Menschen: plötzliche Erregung und Erschütterung des Körpers, die sich auf der Haut zeigt und empfinden lässt, z. B.

 

a) durch Kälte: frösteln

b) durch Sinneswahrnehmungen, die plötzliche Abneigung, Ekel, Furcht oder Angst usw. auslösen können

 

 

→Ps 119,120

 

Jch fürchte mich fur dir / das mir die haut ſchawert

 

a) Ich fürchte mich vor dir, dass mir die Haut schauert.

b) Ich fürchte mich so sehr vor dir, dass es mich schauert.

c) Ich fürchte mich so sehr vor dir, dass ich Gänsehaut bekomme.

c) Ich fürchte mich so sehr vor dir, dass es mir eiskalt den Buckel runter läuft.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Scheffel

Scheffel ,der

ein Bottich, großes Gefäß mit mehreren Litern Inhalt.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchelten

 

ſchilt
ſchiltest

schelten (Verb)

starkes Verb: schelten, schilte, schalt, schulten, gescholten

 

Präsens: ich schelte, du schiltst, er schilt

Imperfekt: ich schalt, du schiltest

 

a) jemanden schimpfen, schmähen, lästern, seinen Ruf beflecken

b) jemanden einen Schimpf- oder Spottnamen zulegen

c) (stark) tadeln, anklagen

d) Vorwürfe machen ( im Ggs. zu loben).

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

ſchertzen

scherzen (Verb)

von Tieren: froh, fröhlich, mutwillig springen,

auch im geschlechtlichen Sinne: balzen

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

ſchetzen

schätzen (Verb)

 

→Lk 2,1

 

Das alle Welt geſchetzt würde.

 

Gemeint ist das Zählen zum Zweck, die Steuer zu bemessen und zu erheben.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Schew

Scheu, die

a) zurückhaltende Furcht, Angst vor einer Gefahr oder Strafe.

b) Ekel, Widerwille.

c) Furcht, Werte zu verletzen (Religion, Moral, Sitte, Anstand, usw.).

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

ſchewen
ſchewet

scheuen (Verb)

(intransitiv) scheuen: zurückfahren, stutzen.

(transitiv) Furcht oder Abneigung haben vor etwas.

 

er ſchewet: er scheut

 

→Ps 31,14

 

Denn viel ſchelten mich vbel / das jederman ſich fur mir ſchewet

 

a) Denn viele beschimpfen mich so übel, dass jeder vor mir zurückschreckt.

b) Denn viele beschimpfen mich so übel, dass jeder mich alle meiden.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Schilffmeer

Schilfmeer, das

mit Schilf bewachsenes Meer

 

Luther übersetzt das hebräische Wort יַם־סוּף (yam-sūf), das in der Biblia Vulgata mare rubrum, Rotes Meer heißt, mit Schilffmeer.

 

Gemeint ist das Schilfmeer, durch das die Israeliten von Moses geführt wurden. So konnten sie vor dem ägyptischen Pharao und seinen Truppen fliehen und Ägypten endgültig verlassen (2Mos 13,17 - 14,29).

 

 

 

→Ps 106,7

 

Vnſer Veter in Egypten wolten deine Wunder nicht verſtehen / Sie gedachten nicht an deine groſſe Güte vnd waren vngehorſam am Meer / nemlich am Schilffmer.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

ſchlagen

 

ſchlahen

schlagen (Verb)

Das Verb kommt in beiden Formen vor: ſchlagen und ſchlahen, die inhaltlich identisch sind.

 

→Ps 141,5

 

Der Gerechte ſchlahe mich freundlich vnd ſtraff mich

 

Der Gerechte schlage mich freundschaftlich und strafe mich.

 

 

→Jes 27,7

 

Wird er doch nicht geſchlagen / wie jn ſeine Feinde ſchlahen /

 

Wird er doch nicht geschlagen, wie ihn seine Feinde schlagen

 

 

SK Rev 24.01.2018  

→Register

ſchlecht vnd recht

schlecht und recht (formelhafte Wendung)

Luther verwendet in seiner Übersetzung eine damals geläufige formelhafte Wendung.

 

Ursprünglich bedeutet ſchlecht »gerade (im Gegensatz zu krumm), entspricht dem Gesetz und der Gerechtigkeit«.

 

In diesem formelhaften, sprichwörtlichen Ausdruck hat ſchlecht die Bedeutung von schlicht, lauter, unschuldig, gerecht, angemessen usw.

 

Ausgedrückt wird eine nachsichtige, überlegene Anerkennung. So beispielsweise in: Er macht seine Sache schlecht und recht (er macht, was der Sache dient und angemessen ist, weder besonders nachlässig, was zu tadeln wäre, noch besonders gut, was zu loben wäre).

Ausgedrückt wird demnach eine gewisse Ausgewogenheit, ein Mittelmaß zwischen den Dingen, und das alles in bester Ordnung sei.

 

Der Text aus Ps 25,21 hat sich zu einem formelhaften Spruch entwickelt.

 

→Ps 25,21

 

Schlecht vnd recht das behüte mich.

 

Die inhaltliche Bedeutung dieser Wendung Luthers wäre heute in etwa:

 

Schlicht, gradlinig und redlich handeln – das beschütze mich (... – das sei meine Maxime, mein Lebensmotto) !

 

Doch die Übersetzung entlang der biblischen Quelltexte erfordert:

 

a) Unschuld und Redlichkeit mögen mich behüten. (Luther-1964)

b) Lauterkeit und Redlichkeit mögen mich behüten. (Elberfelder)

 

 

SK Rev 24.01.2018  

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ſchleus

schließe (Verb)

von schließen: zu machen

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schloſe

Schloße,die

Hagelkörner

 

In Abgrenzung zu Hagel beutet Schloße wohl eine Art heftigen Eisregens oder Graupelschauers.

 

Das Wort ist heute noch stellenweise regional gebräuchlich, allgemein jedoch veraltet.

 

→Ps 78,47

 

Da er jre Weinſtöcke mit Hagel ſchlug / Vnd jre Maulberbewme mit Schloſen.

 

Da er ihre Weinstöcke mit Hagel schlug und ihre Maulbeerbäume mit Eisregen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schmach

 

Schmache

Schmach, die

Schmähung, Beschimpfung, Herabsetzung.

 

eine Schmach für jemanden sein: eine Schande für jemanden sein

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schmehr

Schmer, der oder das (veraltet)

eigentlich: Fettes, Salbenartiges, Klebendes, Schmieriges

 

Fett

 

von Tieren: das weiche Fett, insbesondere das Bauchfett, im Unterschied zu Talg

 

bei Menschen: Das Fett um die Gedärme, das Bauchfett, auch der Teil des Bauches, in dem sich die Gedärme als Innereien befinden (Bereich um den Nabel).

 

Das Wort kommt in der Luther-1545 nur einmal vor (Ps 119,70) und wurde in späteren Ausgaben dann ohne »h« geschrieben.

 

→Ps 119,70

 

Jr hertz iſt dick wie Schmehr

 

a) Ihr Herz ist dick wie Schmer.

b) Ihr Herz ist so fett wie Bauchspeck

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchmeiſſen

 

ſchmeiſte

schmeißen (Verb)

 

a) werfen

b) durch Wurf aus der Ferne: hinwerfen

c) durch Niederwerfen auf den Erdboden: niederwerfen, niederdrücken

d) schlagen

e) durch gewaltsamen Schlag in Stücke werfen

f) beschmutzen, verunreinigen

g) (umgangssprachlich auch benutzt für das gröbere Wort scheissen) Kot, die Überreste verdauter Speisen, von sich geben: Stuhlgang haben, koten

 

 

 

ſchmeiſſen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
1* 1 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Präteritum: ſchmeiſte

 

Luther verwendet das Verb schmeiſſen in der Lutherbibel 1545 nur einmal, und dies im Sinne von Kot ausscheiden. Für die eigentlichen Bedeutungen von »schmeissen« benutzt er nebeneinander (ohne inhaltliche Unterscheidung) die stärkeren und eindeutigen Komposita:

 

zerſchmeiſſen

zeſchmeiſſen

zuſchmeiſſen.

zurſchmeiſſen.

 

→Tob 2,11

 

[10]ES begab ſich aber auff einen tag / da er heim kam / als er Todten begraben hatte / vnd müde war / vnd ſich neben eine wand leget / vnd entſchlieff / [11]ſchmeiſte eine Schwalbe aus jrem neſt / Das fiel jm alſo heis in die Augen / dauon ward er blind.

 

Eines Tages begab es sich, als er heim kam, nachdem er Tote begraben hatte, müde war und sich neben eine Wand legte, da schlief er ein. Eine Schwalbe kotete aus ihrem Nest. Das fiel ihm direkt heiß in die Augen, wovon er erblindete.

 

Anmerkung 1:

Hier wird beschrieben, wie eine junge Schwalbe ihren Kot über den Nestrand hinweg ausscheidet. Der Holzschnitt im zugehörigen Text visualisiert den Vorgang für den Leser.

 

Anmerkung 2:

Die obige Verszählung (Tob 2,10-11) gilt nach alter Notation. In der Lutherbibel 2017 hat sich an dieser Stelle die Verszählung (Tob 2,9-10) aber auch der Text selbst geändert.

 

 

 

SK Rev 26.01.2018  

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ſchos

Schoß, der

eigentlich: Teil eines Mantels, einer langen Jacke, eines Rockes

 

Teil einer Bekleidung oder einer Rüstung, die den Unterleib schützt und bedeckt.

 

Dann auch verselbständigt: der vordere Unterleib

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchreien

schreien (Verb)

sehr laut reden, sprechen

 

ich ſchreie

 

→Ps 28,2

 

Höre die ſtim meines flehens / wenn ich zu dir ſchreie

 

Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie.

 

→Ps 77,1

 

JCh ſchreie mit meiner ſtim / zu Gott / Zu Gott ſchreie ich / vnd er erhöret mich.

 

Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott. Zu Gott schreie ich, und er erhört mich.

 

ich ſchrey

 

Das »e« am Ende entfällt.

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

Luther verwendet ſchrey sowohl als Präsensform wie auch als Präteritum.

 

→Ps 18,7

 

Wenn mir angſt iſt / ſo ruffe ich den HERRN an / vnd ſchrey zu meinem Gott

 

Wenn ich Angst habe, rufe ich den HERRN an und schreie zu meinem Gott.

 

→Ps 31,23

 

Dennoch höreteſtu meines flehens ſtim / da ich zu dir ſchrey.

 

Dennoch hörtest Du das Flehen in meiner Stimme, als ich zu dir schrie.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schrifftgelerten

Schriftgelehrten ,die

griechisch: Γραμματείϛ (grammateis)

 

Luther gebraucht das Wort für die jüdischen Schriftforscher, also den theologisch-religiös gebildeten Forschern, die sich mit der literarischen Tradition, mit der Textgestalt, mit dem Verständnis und mit der Auslegung der jüdischen Schriften beschäftigen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schuch

Schuh, der

Schuch
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
32 21 2 9

Der Schuh als Fußbekleidung

 

Singular und Plural heißen gleich: Schuch oder ſchuch

 

2Mos 3,5

 

Er ſprach / Trit nicht herzu / zeuch deine ſchuch aus von deinen Füſſen / Denn der Ort / da du auffſteheſt / iſt ein heilig land.

 

Er [Gott] sprach: »Komme nicht näher! Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliges Land.«

 

→Ps 60,10

 

Meinen ſchuch ſtrecke ich vber Edom /

 

Meinen Schuh strecke ich über Edom.

 

→Ps 108,10

 

Jch wil meinen ſchuch vber Edom ſtrecken /

 

Ich will meinen Schuh über Edom strecken.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schüldener

Schuldner, der

von schüldig, schuldig (Adjektiv)

 

Mensch, der etwas schuldet, der etwas schuldig ist.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchüldigen
ſchüldige

schuldig sprechen (Verb)

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schüldigern

Schuldner, die

von schüldig, schuldig (Adjektiv)

 

Menschen, die etwas schulden, die etwas schuldig sind.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Schulder

Schulter, die

 

→Ps 81,7

 

Da ich jre Schulder von der laſt entlediget hatte

 

Da ich ihre Schulter von der Last entledigt hatte

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchwang
im ſchwang gehe

Schwang, der

zu schwingen: schwingende Bewegung.

 

im ſchwang gehe: in schwingender Bewegung (freudig, sorglos, gut gelaunt) folgen, mitgehen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſchwemmen

schwemmen (Verb)

schwämmen (Verb)

Schwimmen machen, im Wasser abspülen.

Ein lebendes Wesen zum Schwimmen veranlassen.

Einen Gegenstand zum Schwimmen bringen.

Etwas ins Wasser tauchen, etwas in Wasser waschen.

einweichen, wässern

 

→Ps 6,7:

Ich ſchwemme mein Bette

 

Luther in seinem Scholion dazu: Jch bin im ſchweis gelegen.

 

Luthers Übersetzung Jch ſchwemme mein Bette die gantze nacht / Vnd netze mit meinen threnen mein Lager würde man heute umgangsprachlich womöglich so formulieren: ich schwitze mein Bettlaken durch und heul mein Kissen voll.

 

 

SK Rev 24.01.2018  

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Schwer

Schwär, der (veraltet)

Schwäre, die (veraltet)

ahd: swero, gaswer; mhd: swer, geswer

Geschwür, das

eitrige Beule, Geschwulst, eitrige Wunde, usw.

 

→Lk 16,20

 

Es war aber ein Armer / mit namen Lazarus / der lag fur ſeiner Thür voller Schweren

 

Einst lebte ein armer Mann, der hieß Lazarus. Von Geschüren übersät lag der vor seiner Tür.

 

→Lk 16,21b

 

Doch kamen die Hunde / vnd lecketen jm ſeine Schweren.

 

Doch kamen die Hunde. Sie leckten an seinen eitrigen Beulen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Sebah

Sebach (Name)

Sebach war ein König von Midian, der sich an der Unterdrückung Israels durch Zalmunna beteiligte.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Seeb

Seeb (Name)

Seeb war ein Fürst von Midian.

 

Oreb und Seeb gehörten zu dem midianitischen Heer der Könige Sebach und Zalmunna.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Seele

Seele, die

Seele
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
602 504 29 69

hebräisch: נֶ֫פֶשׁ (nεfεš), eigtl.: Hauch, Atem

1) was ein Wesen lebendig macht: Seele

2) Sitze der Empfindungen: Gemüt, Herz

3) lebendiges Wesen (worin Leben ist), Lebender, Person

griechisch: ψυχή (psyche), eigtl.: das (irdische) Leben

1) die Seele

2) das Leben

3) lebendiges Wesen (worin Leben ist), Lebender, Person, lebender Mensch

lateinisch: anima

Atem, Hauch, Seele, Gemüt, Leben, Lebenskraft

Der Begriff Seele erstreckt sich über ein weites Feld von Bedeutungen, die alle im individuellen Sein eines lebendigen Wesens, speziell eines Menschen angesiedelt sind. Es reicht vom belebenden Atem über den Sitz der Emotionen, über Emotionen selbst, über Gemütszustände bis hin zu Lebenskraft und zu Leben an sich.

 

Seele grenzt immer lebende und empfindende Wesen von Gegenständen, toten Körpern und Verstorbenen ab, die alle diese Eigenschaften, also die Seele, entweder nicht besitzen oder verloren haben.

 

Das heutige Verständnis

 

Der Begriff der Seele ist religionsgeschichtlich in allen Kulturen vorhanden, aber mit sehr unterschiedlichen Vorstellungen verbunden. Heute gibt es viele Interpretationsversuche, die oft zur Erklärung und Abgrenzung verschiedene Seelen-Typen beschreiben, wie die Körper-Seele, die Frei-Seele, die Schatten-Seele u.a.

 

Allen gemein scheint nur zu sein, dass mit Seele eine individuelle »Lebenskraft« gemeint ist, die jedoch nicht näher greifbar ist. Sie belebt den Körper, wenn der Mensch aktiv und bewusst ist (Körper-Seele). Sie existiert vom Bewusstsein aber auch unabhängig, beispielsweise, wenn der Mensch schläft oder bewusstlos ist (Frei-Seele). Sie beinhaltet die Gedanken und Gefühle (Ich-Seele). Die Hauch-Seele ist eine Art ätherisches Fluidum, und eine spezielle Gabe des Höchstens Wesens (ein Beispiel ist der Odem, den Adam eingeblasen bekommt). Die Schatten-Seele ermöglicht es, im Schlaf in den Träumen zu reisen, ohne den schlafenden Körper mitzunehmen, usw.

 

Im christlichen Abendland ist die Idee einer Seele zwar selbstverständlich, der Gebrauch des Begriffs aber längst nicht einheitlich. Bis heute steht der Begriff Seele im Zentrum theologischer Untersuchungen und Diskussionen. So ist das hebräische Wort נֶ֫פֶשׁ (Seele) eines der am meisten untersuchten Wörter im Alten Testament, nicht zuletzt, um die Grundlagen zu schaffen für ein christlich religiöses Verständnis.

 

Die Frei-Seele entspricht in etwa dem christlichen Verständnis: Sie ist von Körper und Geist unabhängig (frei). Die Frei-Seele vertritt den ganzen Menschen mit all seinen persönlichen Eigenschaften, Fähigkeiten, Gedanken und Erinnerungen. Sie kann in Träumen, Trancen oder in Bewusstlosigkeit den Körper vorübergehend verlassen und eigenständig existieren (frei). Kehrt sie nicht zurück, stirbt der Mensch, doch die Frei-Seele überlebt, womit die Persönlichkeit des Menschen nach seinem Tod erhalten bleibt.

 

Damit grenzt sich der Begriff Seele von der Bedeutung Lebenskraft oder von Leben eindeutig ab. Während die Lebenskraft und das Leben mit dem Tod verloren gehen, existiert die Seele weiter. Um eine »lebendige Seele« zu werden (→1Mos 2,7), braucht es einen Körper (Materie), einen Geist (Denken und Handeln), eine Seele (das individuelle »Ich«) und das Leben an sich (das Luther Odem nennt).

 

Die Interpretation des Wortes Seele
in den biblischen Texten

 

Die heutigen, z. T. sehr weitgreifenden Interpretationen des Begriffs der Seele, die bemüht sind, das breite Wortspektrum in einem einzigen Bild zu vereinen, wie auch unser heutiges christliches Verständnis von Seele sind nur bedingt eine Basis für die Betrachtung der Bibelstellen, in denen das Wort Seele vorkommt. Hier können die Grundbedeutungen der hebräischen (AT) und griechischen (NT) Wörter nicht ausgeblendet werden.

 

Das Ergebnis wird sein, dass das Wort Seele sehr unterschiedliche Dinge, Eigenschaften und Zustände ausdrückt, die sich in unserer Vorstellungswelt, und damit in unserem Sprachgebrauch, nicht vereinen lassen.

 

Welche Bedeutung mit dem Begriff Seele in Luthers Übersetzungen verbunden ist, und welches heutige Wort den Sinn am besten ausdrückt, kann nur aus dem Kontext in der jeweiligen Bibelstelle erarbeitet werden.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſeen

säen (Verb)

 

→Ps 126,5

 

Die mit Threnen ſeen / Werden mit freuden erndten.

 

Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſeiſtu

 

ſeieſtu

seist du (Verb)

 

seiest du (Verb)

2. Person Singular Konjunktiv Aktiv von sein (Verb)

 

Präsens:

ſeiſtu: seist du, sollst du sein

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

ſeiſtu: seist du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→1Mos 4,11

 

Vnd nu verflucht ſeiſtu auff der Erden

 

Und nun: Verflucht sollst Du sein überall auf der Erde!

 

ſeieſtu: seiest du (ganz bestimmt, ohne Zweifel)!

 

→Ps 119,12

 

Gelobet ſeieſtu HERR

 

Gelobt seiest du, HERR!

 

 

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Seiten

Saiteninstrumente, die

nicht näher bezeichnete Saiteninstrumente, wie Zithern.

 

→Ps 150,4

 

Lobet jn mit Seiten vnd Pfeiffen.

 

Lobt ihn mit Saiten- und Pfeifenspiel.

 

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Seitenſpiel

Saitenspiel, das

a) das Spielen auf Saiteninstrument

b) das Saiteninstrument

 

 

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Sela

Sela

In den Psalmen: ein Tonzeichen

 

Sela (hebr. סֶלָה) ist die transkribierte Form des hebräischen Wortes, dessen Bedeutung und Herkunft unklar sind.

 

Es kommt in den Psalmen 71 mal vor und wird als Tonzeichen verstanden, und somit als musikalischer Fachbegriff. Es zeigt vermutlich eine Pause oder einen Ruhepunkt im Gesang, bzw. den Abschluss eines Absatzes (einer Strophe) an.

 

Es kann aber auch als Wiederholungszeichen (Refrain) verstanden werden. Dann könnte es auch die Textzeile abschließen, die als Wechselgesang von einem Chor gegen den Vorsänger wiederholt wird.

 

 

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ſelig

selig (Adjektiv)

ſelig
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2810 2552 184 74
 

Im eigentlichen Sinn glücklich, erfolgreich.

 

Das Wort selig wird allgemein überwiegend religiös gebraucht.

 

selig drückt in der aktiven Verwendung aus:

 

1) Schutz bietend, Gedeihen bietend, heilsam, förderlich, günstig

2) das innere, seelische Wohl

3) das ewige Heil der Seele

4) hoch beglückend

5) als Beiwort für Personen: Schutz und Förderung bietend, andere beglückend, dazu geeignet, tüchtig. gütig, herrlich, usw.

6) im religiösen Sinn:

   6a) von Christus, der den Menschen das ewige Heil bietet

   6b) von Menschen, die auf ihr ewiges Heil bedacht sind, fromm

 

selig drückt in der passiven Verwendung aus:

 

1) geschützt, gesichert, unverletzt

2) vom Erfolg begünstigt, beglückt

3) als Ausdruck des Dankes: er möge selig sein

4) gepriesen sein

5) im religiösen Sinn:

   5a) des ewigen Heils teilhaftig

   5b) bei Seligpreisungen: glücklich (Selig sind die, ...)

   5c) mit besonderem Bezug auf das Leben nach dem Tode, das ewige Leben: glücklich, errettet sein

   5d) in Bezug auf Verstorbene allgemein und als Beiwort für liebe Verstorbene anstelle von heilig, (vom Tod) errettet, anstelle von verstorben und aufgenommen in den Himmel

   5e) in der Beziehung zu Gott, als Ausdruck göttlicher Vollendung des Seins

 

→Rom 10,10:

 

Denn ſo man von Hertzen gleubet / ſo wird man gerecht / Vnd ſo man mit dem Munde bekennet / ſo wird man ſelig.

 

a) Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man selig.

b) Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Senfftmütige

Sanftmütige, der

senftmütig und senfftmütig sind ältere Formen des Adjektivs sanftmütig.

Das Adjektiv beschreibt eine Gesinnung, einen Charakterzug, einen inneren Zustand.

 

Sanftmütige haben ein sanftes, freundliches Gemüt, das sich in einer offenen und freundlichen Kommunikation mit Mitmenschen auszeichnet.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſeumen

säumen (Verb)

aufhalten, verweilen, zögern, etwas langsam machen, herumtrödeln, herumbummeln

 

→Ps 119,60

 

Jch eile vnd ſeume mich nicht

 

a) Ich eile und säume mich nicht

b) Ich eile und trödel nicht

c) Ich beeile mich und bummel nicht rum

 

 

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ſey

er/sie/es sei (Verb)

von: sein (Verb)

 

Das »ei« am Wortende wird nach den Regeln des Luther-Deutsch zu »ey«.

 

→1Mos 1,6

 

Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.

 

Es werde ein Himmelsgewölbe zwischen den Gewässern, und das sei die Trennung zwischen den Gewässern.

 

 

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ſiheſtu

siehst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von sehen (Verb)

 

Präsens:

ſiheſtu: siehst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

ſiheſtu: siehst du (ganz bestimmt, ohne Zweifel) !

ſiheſtu? (antworte mir!) ... siehst du ... ?

 

→Mt 7,3

 

Was ſiheſtu aber den Splitter in deines Bruders auge

 

Sag doch! Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders?

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Silo

Silo (Stadt)

hebräisch: שילה, Schilo, Schiloh

 

Silo ist im Alten Testament ein Ort im Nordreich Israels. Es wird mit dem heutigen Chirbet Selun, 16 km nördlich von Bet El im Westjordanland, identifiziert.

 

→Ps 78,60

 

Das er ſeine Wonunge zu Silo lies faren / Die Hütten da er vnter Menſchen wonet.

 

Dass er seine Wohnung in Silo aufgab, das Zelt, in dem er unter Menschen wohnte.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Sindflut

 

Sintflut

Sündflut, die (veraltet)

 

Sintflut, die

Sindflut
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
24 15 5 4

Sintflut
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2 1 0 1

Ahd.: sinvluot, aus germanisch sin- (»immer, überall«) und vluot ( »Flut«)

hebräisch: מַבּוּל  (mabuwl), Wasserflut

griechisch: κατακλυσμος (kataˈklʏsmʊs), die Über­schwem­mung

lateinisch: diluvium, die Überschwemmung

Vorkommen in der Lutherbibel

 

Die Wörter kommen nur im Zusammenhang mit der Flut aus der Noah-Geschichte vor:

 

Altes Testament: 1Mos 6,17; 7,6.7.10.17; 9,11.15.28; 10,1.32; 11,1; Ps 29,10

Apokryphen: Weish 10,4; Sir 39,27; 40,10; 44,18.19

Neues Testament: Mt 24,38.39, Lk 17,27; 2Petr 2,5; 3,6

 

Luther übersetzt die so bezeichnete Wasserflut überwiegend mit »Sindflut«. Nur zweimal benutzt er »Sintflut«: Ps 29,10; Lk 17,27.

 

In späteren Ausgaben der Lutherbibel findet sich einheitlich »Sintflut«.

 

Aus den vielen Varianten der damaligen Zeit (Sinflut, Sintflut, Sindflut, Sündflut, u. a.) hat sich schließlich Sintflut als Bezeichnung für die noahsche Flut durchgesetzt und bis heute erhalten.

 

Heute würden wir bei der Wortbildung und Wortfindung anders vorgehen und die Flut, vor der sich Noah rettete, einfach die »Große Flut« nennen.

 

 

 

Die Sintflut war eine Flut von gewaltigen Ausmaßen (eigentlich: »die alles überschwemmende Flut«), bei der Wassermassen riesige Landteile oder gar die gesamte (damals bekannte) Erde überschwemmten.

 

Die Sintflut kündigte Gott dem Noah an, der danach seine Familie auf der Arche in Sicherheit brachte, einem großen Schiff, auf dem Noah auch die bekannten Tierarten vor dem Aussterben rettete (1Mos 6,5 - 8,22).

 

Auf diese Sintflut wird in den Bibelstellen außerhalb 1Mos Bezug genommen. Sie steht daher auch als Sinnbild für Gottes Strafe für die Sünden der Menschen (daher in alter Zeit die Entwicklung von sinflut, »die alles überschwemmende Flut«, zu sündflut, »Flut der Sünde wegen«).

 

→Ps 29,10

 

DEr HERR ſitzt eine Sintflut anzurichten / Vnd der HERR bleibt ein König in ewigkeit.

 

a) Der HERR sitzt, um eine Sintflut anzurichten. Und der HERR bleibt ein König in Ewigkeit.

b) Der HERR thronte über der Sintflut. Der Herr thront als König ewig.

c) Alternativ: Der HERR thronte <auch> über der Großen Flut. Der Herr thront als König ewig.

 

Anmerkung zu Ps 29,10:

 

Luthers Übersetzung ist fehlerhaft. Es geht im hebräischen Text nicht darum, dass Gott plant, eine neue Sintflut anzurichten, sondern darum, dass er als Regent über die Sintflut herrschte. Dies wird im zweiten Satzteil unterstrichen: Er herrscht als König ewig, und zwar vor der Flut, während der Flut und danach.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſint

sint (Präposition, veraltet)

veraltete Nebenform zur Präposition seit

 

→Röm 1,4

 

Sint der zeit er aufferſtanden iſt von den Todten

 

Seit der Zeit, da er auferstanden ist von den Toten

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſintemal

sintemal (Konjunktion, veraltet)

entstanden aus der Verbindung sint (seit) dem male (dem Zeitpunktpunkt)

 

da, weil, indem

darum, derhalben, deswegen

dieweil, denn, dann, nachdem

 

 

→Röm 1,17

 

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit

 

Denn darin wird die Gerechtigkeit offenbart

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Siſſera

Sisera (Name)

Sisera war ein kanaanäischer Heerführer unter König Jabin.

 

 

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Sodom vnd Gomorra

 

Sodom
Sodoma
Gomorra

Sodom und Gomorra (Namen)

Sodom und Gomorra (auch Gomorrha, Gomorrah) sind zwei in der Bibel genannte Städte im Jordanland, deren Lage bis heute unbekannt ist, und die außerbiblisch nicht nachgewiesen werden können.

 

Die beiden Städte Sodom und Gomorra stehen in den meisten biblischen Texten als Sinnbilder sowohl für Sündhaftigkeit und Lasterhaftigkeit, wie auch als Beispiel für Gottes Gericht.

 

Oft werden beide Städtenamen gebraucht wie ein fester Ausdruck, oft steht Sodom allein, denn die Geschichte, die letztendlich zur Vernichtung der Städte geführt hatte, spielte sich in Sodom ab und war jedem Israeliten bekannt.

 

Der Untergang von Sodom und Gomarra

 

Hintergrund ist die Erzählung in 1Mos 18-19, in der Gott beschloss, die beiden Städte Sodom und Gomorra wegen der zahlreichen Sünden ihrer Bewohner auszulöschen (1Mos 18,16-22). Doch Abraham, dem die Sache nicht gefiel, verhandelte mehrfach mit Gott und rang ihm das Versprechen ab, die Städte zu verschonen, wenn wenigstens zehn Gerechte darin zu finden wären (1Mos 18,23-33). Inzwischen war Lot mit seiner Familie in Sodom und bekam dort Besuch von zwei Engeln. Dies erregte Aufsehen, und etliche Bewohner Sodoms wollten, dass Lot die beiden Fremden herausgäbe, damit sie sich mit ihnen vergnügen könnten. Niemand kam Lot zu Hilfe. Damit war die Entscheidung Gottes gefallen. Lot verließ auf Anraten der Engel umgehend mit seiner Familie die Stadt (1Mos 19,1-23), und Gott zerstörte Sodom, Gomorra und die ganze Gegend um die beiden Städte herum (1Mos 19,24-25).

 

1Mos 19,24-15:

 

24DA lies der HERR Schwebel vnd Fewr regenen von dem HERRN vom Himel erab / auff Sodom vnd Gomorra / 25vnd keret die Stedte vmb / die gantze gegend / vnd alle Einwoner der ſtedte / vnd was auff dem Lande gewachſen war.

 

Die Namen Sodom und Gomorra

 

Sodom

 

hebräisch: סְדֹמ (Sedom) bzw. סְדֹ֫מָה (Sedoma) - ent­sprech­end verwendet Luther Sodom bzw. Sodoma

lateinisch: Sodoma

griechisch: Σοδομα

Gomorra

 

hebräisch: עֲמֹרָה ('amorāh), von עמר, angreifen, überfallen

lateinisch: Gomorra

griechisch: Γομοῤῥα

 

Der heutige »Mount Sodom«

 

Heute wird allgemein ein Salzfelsenrücken am südwestlichen Ende des Toten Meeres, der Ğebel Usdum, der Berg Sodom (Mount Sodom) als der Ort angenommen, an dem Lots Frau zu einer Salzsäule erstarrte (1Mos 19,26). Dabei beflügelten ausdrucksstarke Formationen des Salzgesteins die Fantasie der Interpreten. Eine dieser Säulen trägt den Namen »Lots Frau«.

 

Tatsächlich lassen sich in dieser Gegend keine (unter­ge­gan­genen) Siedlungen oder Städte nachweisen.

 

 

 

Karte: Lage des Mount Sodom (Berg Sodom) in Israel, an der südwestlichen Kante des Toten Meeres, zu dessen Füssen einst die biblische Stadt Sodom gelegen haben soll.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Söller

Söller, der

von lat.: solarium, ein der Sonne ausgesetzter Ort, flaches Dach, Terasse usw.

 

Offene Plattform im Obergeschoß eines Hauses:

Dachboden, Dachterasse

 

→Apg 9,37

 

Es begab ſich aber zu der ſelbigen zeit / das ſie kranck ward / vnd ſtarb. Da wuſſchen ſie dieſelbige / vnd legten ſie auff den Söller.

 

Es begab sich aber zur selben Zeit, dass sie krank wurde und schließlich starb. Da wuschen sie die Verstorbene und bahrten sie auf der Dachterasse auf.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſollen

sollen (Verb)

Luther umschreibt Aufforderungen, göttlichen Geboten zu folgen, regelmäßig mit sollen.

 

Die Grundbedeutung des Wortes sollen ist die, einer (gebotenen) Verpflichtung oder Schuldigkeit nachzukommen. Allerdings schwingt immer auch in Abgrenzung zu müssen die fehlende Unabdingbarkeit mit: Man soll zwar, muss aber nicht unbedingt!

 

Das Wort hat zeitlich und regional in allen Flexionen unterschiedliche und sehr eigentümliche Schreibweisen erfahren.

 

So lässt Luther oft in der 2. Person (du ſollſt) ein »l« und das »s« vor dem »t« aus: du ſolt.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſoltu

sollst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von sollen (Verb)

 

Präsens:

ſoltu: sollst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

ſoltu: du sollst (tunlichst, unbedingt)!

 

→Mt 6,5

 

Vnd wenn du beteſt / ſoltu nicht ſein wie die Heuchler ...

 

a) unterstrichen: Und wenn Du betest, sollst Du tunlichst nicht sein wie die Heuchler ...

b) umschrieben: Und wenn Du betest, darfst Du Dich keinesfalls wie die Heuchler verhalten ...

c) Imperativ: Und wenn Du betest, sei nicht wie die
Heuchler ... !

 

Anmerkungen zum Text in Mt 6,5:

 

Die lateinische Biblia Vulgata bietet in Mt 6,5 den Text:

et cum oratis non eritis sicut hypocritae

 

Das entscheidende Wort eritis (von: esse, sein) liegt vor in der 2. Person Plural Futur I Indikativ Aktiv. Die wörtliche Übersetzung hieße:

 

Und wenn ihr betet, werdet ihr nicht sein wie die Heuchler

 

1. Luther benutzt als Textglättung den Singular (»du« statt »ihr«), weil der vorangehende Abschnitt vom Almosengeben (→Mt 6,1-4) ebenfalls im Singular verfasst ist und den Einzelnen anspricht.

 

2. Das lateinische Konstrukt non eritis ist in diesem Zusammenhang nur als Aufforderung für künftiges Verhalten zu verstehen, nicht als Beschreibung eines künftig von allein eintretenden Zustands:

 

Und wenn ihr betet, seid nicht wie die Heuchler

 

Luther umschreibt Aufforderungen, göttlichen Geboten zu folgen, regelmäßig mit sollen. Aus dem wörtlich übersetzten »werdet ihr nicht sein« bzw. aus der Anpassung »seid nicht« wird bei ihm folgerichtig ſoltu nicht.

 

→2Mos 20,9

 

Sechs tage ſoltu erbeiten / vnd alle dein ding beſchicken.

 

a) umschrieben: Sechs Tage hast du zu arbeiten und deine Aufgaben zu erledigen.

b) Imperativ: Arbeite sechs Tage und erledige deine Aufgaben!

c) umgangssprachlich: Sechs Tage hast du Zeit, dein Ding zu machen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Sonn

Sonne, die

Himmelskörper, der Licht, Wärme und Leben spendet.

 

Der Begriff wird oft übertragen verwendet, insbesondere für Gott (oder Christus), wobei seine Attribute als Zeichen der Macht und der Stärke göttlichen Willens und Handelns Ausdruck finden.

 

→Ps 84,12

 

DEnn Gott der HERR iſt Sonn vnd Schild

 

Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild

 

Frei übersetzt: Gott, der HERR, ist Quelle und Beschützer des Lebens.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Spanroſen

Spanrose, die

ein als Spange gefertigtes Schmuckstück in der Gestalt einer Rose.

 

Aus dem Scholion zu →Ps 80,1:

(Spanroſen) Ein kleinod wie eine Roſe. Vnd heiſſt hie das Königreich Jſrael.

 

Luther erklärt das Wort als wertvolles »Kleinod«, das hier als Symbol für Israel gemeint sei.

 

Der Titel ist aus dem Hebräischen nur schwer zu übersetzen. Die Wörter, die Luther zu »Spanrose« zusammengefügt hat, bedeuten einerseits Rose oder auch Lilie (Schoschana) und andererseits Zeugnis.

 

So erklärt sich in modernen Lutherbibeln die Übersetzung Ein Psalm Asaphs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien des Zeugnisses«.

 

Die Elberfelder Bibel lässt das Wort Schoschana unübersetzt und reiht die Begriffe des Ausgangstexte auf: Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Ein Zeugnis. Von Asaf. Ein Psalm. Jetzt ist erkennbar: Die Überschrift bietet stark verdichtet alle nötigen Angaben zum eigentlichen Psalm, der in Vers 2 beginnt.

 

Vermutlich meint Luthers »Rose« (oder Lilie) eine damals bekannte Melodie oder Spielweise.

 

Der Begriff Zeugnis beschreibt den Typ des Psalms: ein Bekenntnis, das sich insbesondere in den Versen 4, 8 und 20 ausdrückt.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Speiſopffer

Speiseopfer, das

Speiſopffer
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
166 162 4 0

hebräisch: מִנְחָה (minḥăh)

 

Das hebräische Wort meint Geschenk, Abgabe und Opfer. Sofern es um die rituelle Opferhandlung geht, wird es mit Speiseopfer, Getreideopfer übersetzt.

Das Speiseopfer oder Getreideopfer ist eine der Opferarten, die im Alten Testament beschrieben sind (siehe dazu u. a. 4Mos 28).

 

Speiseopfer, Getreideopfer

 

Bei der »Mincha«, dem Speiseopfer, wurde als Opfergabe ein Brotfladen gespendet (als Abgabe »dargebracht«), der aus Mehl und Öl gefertigt war und ggf. mit Weihrauch und Salz gewürzt wurde. Das Speiseopfer der Bevölkerung diente den Priestern als Grundversorgung, Nahrung und Lebensunterhalt.

 

Verbunden mit dem Speiseopfer war das Trankopfer, bei dem eine festlegte Menge Wein gespendet wurde.

 

In der Abendmahlsgeschichte tauchen in der Tischzeremonie das Speiseopfer und das Trankopfer als Teile des Sündopfers auf: Jesus reicht Brot als Opfer in der Bedeutung seines (ausgebluteten) Leibes (Lk 22,19) und den Wein als Opfer in der Bedeutung seines vergossenen und aufgefangenen Blutes (Lk 22,20).

 

→Ps 20,4

 

Er gedencke all deines Speiſopffers / Vnd dein Brandopffer müſſe fett ſein

 

Er gedencke aller deiner Speiseopfer. Dein Brandopfer wolle er annehmen.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Spelt

 

Spellt

Spelt, der

 

Dinkel, der

Dinkel, eine dem Weizen ähnliche Getreideart (Triticum spelta; Triticum dicoccum).

 

Spelt, Spellt
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
2* 2 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

→Jes 28,25

 

.. ſo ſtrewet er Wicken / vnd wirfft Kümel / vnd ſeet Weitzen vnd Gerſten / jglichs wo ers hin haben wil / vnd Spellt an ſeinen ort.

 

...so streut er Wicken und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, jegliches [dahin], wo er es hin haben will, und Dinkel an seinen Ort.

 

VerweisHes 4,9

 

So nim nu zu dir Weitzen / Gerſten / Bonen / Linſen / Hirs vnd Spelt / vnd thu es alles in ein Faſs /

 

So nimm nun zu dir Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Dinkel, und tue alles in ein Fass.

 

 

SK Rev 11.08.2017  

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ſpötlich

spöttlich (Adj. u. Adv.; veraltet)

Nebenform zu spöttig und spöttisch

 

Z. Zt. Luthers war diese Form verbreitet, inzwischen ist sie veraltet.

 

Spott treibend, Hohn äußernd in Worten, Gebärden und Verhalten.

 

a) als Adjektiv in der scharfen Bedeutung von Spott

b) als Adverb in der Bedeutung spottend, höhnend

 

ſpötlich
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

 

Das Wort erscheint nur im Zusammenhang mit dem Tun Gottes:

 

  • Gott redet spöttlich (Jes 28,11)
  • Gott strafft spöttlich (Weish 12,25)
  • Gott ermahnt spöttlich (Weish 12,26)

 

 

→Jes 28,11

 

Er wird ein mal mit ſpötlichen Lippen vnd mit einer andern Zungen reden zu dieſem Volck /

 

Gemeint ist hier Gottes Verhöhnung und Richtigstellung der unsittlichen Predigten, die sich gegen die Gebote den HERRN richten.

 

VerweisWeish 12,25

 

25Darumb haſtu auch ein ſpötliche ſtraffe vnter ſie / als vnter vnuerſtendige Kinder / geſchickt.

 

VerweisWeish 12,26

 

26Da ſie aber ſolche ſpötliche vermanung nicht bewegt / empfunden ſie die ernſte Gottes ſtraffe.

 

 

SK Rev 11.08.2017  

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Spötter

Spötter, der

Mensch, der Spott treibt, also Hohn äußert in Worten, Gebärden und Verhalten.

 

Gemeint ist hier die Verhöhnung im religiösen Umfeld gegenüber Gott selbst und gegenüber gottesfürchtigen Menschen, die religiöse Handlungen begehen.

 

Spötter
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
25 21 1 3
 

Luther erklärt den Begriff Spötter im Scholion zu →Ps 1,1

 

Luther: (Spötter) Die es fur eitel narrheit halten/ was Gott redet vnd thut.

 

 

SK Rev 11.08.2017  

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Spott

 

Spot

Spott, der

Spott, ſpott
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
6 5 1 0

Spot, ſpot
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
44 29 11 4

Das Wort kommt vor in den Schreibweisen Spott und Spot, wobei die zweite Form (nur ein »t«) häufiger erscheint.

 

Hohn in Worten, Gebärden und Verhalten

 

→Ps 22,7

 

Jch aber bin ein Wurm vnd kein Menſch / Ein ſpot der Leute vnd verachtung des Volcks.

 

Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute, die Verachtung des Volks.

 

→Ps 119,51

 

Die Stoltzen haben jren ſpott an mir

 

a) Die Stolzen haben ihren Spott an mir.

b) Die Stolzen treiben ihren Spott mit mir.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſpotten

spotten (Verb)

Spott treiben, Hohn äußern in Worten, Gebärden und Verhalten.

 

→Ps 2,4

 

Aber der im Himel wonet lachet jr / Vnd der HERR ſpottet jr.

 

Gemeint ist hier die Verhöhnung derer (jr, ihr), die sich gegen den HERRN und seinen Gesalbten auflehnen (siehe Vers 2), durch Gott, der im Himmel wohnt und lacht. – Ein sehr plastisches, trotz allem Ernstes auch humorvoll gezeichnetes Bild.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſprachſtu

sprachst du (Verb)

ſprachſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
3* 3 0 0

 

* In diesem Artikel sind alle Fundstellen zitiert.

2. Person Singular Indikativ Aktiv von sprechen (Verb)

 

Präteritum:

ſprachſtu: sprachst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

Der Text 1Mos 12,18-19 enthält eine ganze Reihe Verben mit der Endung -tu, die eindrücklich Vorwurf, Entrüstung und Befehlston des Pharaos ausdrücken:

 

1Mos 12,18-19:

 

18DA rieff Pharao Abram zu ſich / vnd ſprach zu jm / Warumb haſtu mir das gethan? Warumb ſageſtu mirs nicht / das dein Weib were? 19Warumb ſprachſtu denn / ſie were deine Schweſter? Derhalben ich ſie mir zum Weibe nemen wolt. Vnd nu ſihe / Da haſtu dein weib / nim ſie vnd zeuch hin.

 

a) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Warum <nur> hast du mir das angetan?! Warum <nur> sagtest du nicht, dass sie deine Frau sei?! 19Warum <nur> sprachst du denn, sie wäre deine Schwester?! Wegen all dem wollte ich sie mir zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau! Nimm sie und verzieh dich!«

 

b) 18Da rief der Pharao Abram zu sich und sprach zu ihm: »Sag, warum nur hast du mir das angetan?! Wieso hast du mir verschwiegen, dass sie deine Frau ist?! 19Wie konnstest du nur behaupten, sie wäre deine Schwester?! Allein wegen dieser Behauptungen, wollte ich sie doch zur Frau nehmen! Nun denn, hier hast du deine Frau zurück! Nimm sie und verzieh dich!«

 

1Mos 44,21:

 

Da ſprachſtu zu deinen Knechten / Bringet jn herab zu mir / ich wil jm gnade erzeigen.

 

1Mos 44,23:

 

Da ſprachſtu zu deinen Knechten / Wo ewr jüngſter Bruder nicht mit euchher kompt / ſolt jr mein angeſicht nicht mehr ſehen.

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſprichſtu

sprichst du (Verb)

ſprichſtu
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
7 4 0 3

2. Person Singular Indikativ Aktiv von sprechen (Verb)

 

Präsens:

ſprichſtu: sprichst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

→Rom 11,19:

 

So ſprichſtu / die Zweige ſind zubrochen / das ich hin ein gepfropffet würde.

 

Nun sagst du: Die Zweige sind <deshalb> abgebrochen, damit ich <darauf> aufgepfopft werde!

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Stein des anlauffenſ

Stein des Anstoßes (Ausdruck)

Ursache eines Ärgernisses

 

Nach →Jes 8,13-15:

 

13Sondern heiliget den HERRN Zebaoth / Den laſſet ewer furcht vnd ſchrecken ſein / 14ſo wird er eine heiligung ſein. Aber ein Stein des anstoſſens / vnd ein Fels des ergernis den zweien heuſern Jſrael / zum ſtrick vnd fall den bürgern zu Jeruſalem / 15Das jr viel ſich dran ſtoſſen / fallen / zubrechen / verſtrickt vnd gefangen werden.

 

→Rom 9,32.33:

 

Denn ſie haben ſich geſtoſſen an den Stein des anlauffenſ / 33Wie geſchrieben ſtehet / Sihe da / Jch lege in Zion einen Stein des anlauffens / vnd einen Fels der ergernis /

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſtelleſtu

stellst du (Verb)

2. Person Singular Indikativ Aktiv von stellen (Verb)

 

Präsens:

ſtelleſtu: stellst du

 

Die Flexion mit dem angehängten »u« ist eine eigentümliche Form, die sonst nur noch aus älteren Texten bekannt ist und heute nicht mehr genutzt wird. Gebildet wurde sie aus der 2. Person, zusammengezogen mit dem Personalpronomen »du«, aus dem das »u« stammt. Diese Form impliziert eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit der Ansprache, die unmittelbare Hinwendung zum Gegenüber. So kann es die unzweifelhafte Feststellung des Handelns, die dringliche Ansprache oder die unmittelbare Aufforderung zum Handeln bedeuten (Indikativ in der Aussage), die Erfüllung einfordern, mutmaßen bzw. unterstellen (Konjunktiv), oder zur Antwort und Erklärung auffordern (Verb in der Frage).

 

Heute ist stattdessen das Verb in seiner gebräuchlichen Flexion verbunden mit »du« zu verwenden. Die Direktheit oder eine Aufforderung kann bestenfalls durch eine Sinn tragende Beifügung umschrieben werden abhängig vom Kontext. Sie kann ggf. durch einen Imperativ herausgestellt oder durch ein Ausrufezeichen kenntlich gemacht werden.

 

ſtelleſtu: stellst du (ganz bestimmt)!

 

→Ps 90,8

 

Denn vnſer Miſſethat ſtelleſtu fur dich

 

a) Denn unser Vergehen stellst du (ganz bestimmt) vor dich!

b) (frei:) Unser Vergehen bleibt vor dir nicht verborgen!

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Stet

 

Stete

Stätte, die

Stet, ſtet
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
102 84 11 6

Stete, ſtete
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
97 62 7 28

Stelle, Platz, Ort

 

Die heilige Stätte Gottes

 

→Ps 24,3

 

WER wird auff des HERRN Berg gehen? Vnd wer wird ſtehen an ſeiner heiligen Stete?

 

Wer wird auf den Berg des HERRN gehen? Und wer wird an seiner heiligen Stätte stehen?

 

 

SK Rev 24.01.2018  

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ſteupen

steupen (Verb; veraltet)

stäupen (Verb; veraltet)

ſteupen
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
26 5 7 14

eigentl.: mit Ruten züchtigen, schlagen

 

züchtigen

auspeitschen

geißeln

 

Anzunehmen ist das Schlagen mit einer Rute oder mit einem Rutenbündel bzw. mit einem Gegenstand, der dem gleich kommt.

 

Steupen kommt vor im Zusammenhang mit:

 

a) Züchtigung von Kindern als Bestrafungs- und Erziehungsmethode (in Haushalten und Schulen)

b) öffentlich ausgeführte Bestrafung für Vergehen

c) bei den Römern: Foltermethode als Erstbestrafung vor der Einkerkerung und Verurteilung

d) Mißhandlung eines Opfers durch eine Gruppe

e) sinnbildlich für Schicksalsschläge als göttliche Strafe, die z. B. das Leiden im Dienst Gottes erklären

 

Der Begriff fand insbesondere durch Luthers Verwendung in seiner Bibelübersetzung Verbreitung. Dort steht er neben dem Wort züchtigen, ersetzt es demnach nicht völlig.

 

Wesentliches Merkmal des Steupens ist die Ausführung durch eine Gruppe, bzw. stellvertretend durch die Gruppe die Ausführung in der Öffentlichkeit.

 

a) steupen als außergewöhliche Erziehungsmaßnahme bei Kindern bei schlimmen Vergehen:

 

→Spr 23,13f.

 

13Las nicht an den Knaben zu züchtigen / Denn / wo du jn mit den Ruten heweſt / So darff man jn nicht tödten.
14Du heweſt jn mit der Ruten / Aber du erretteſt seine Seele von der Hellen.

 

Dazu Luther im Scholion zu Spr 23,13:

Steupeſtu jn / so darff jn der Hencker nicht ſteupen / Es mus doch geſteupet ſein / Thuts der Vater nicht / So thuts Meiſter Hans / da wird nicht anders aus / Niemand ist jm je entlauffen / denn es ist Gottes gericht.

 

b) steupen als öffentlich ausgeführte Bestrafung:

 

→2Kor 11,24-25

 

24Von den Jüden habe ich [Paulus] fünff mal empfangen viertzig Streich / weniger eines. 25Jch bin drey mal gesteupet / Einmal gesteiniget

 

c) steupen als römische Foltermethode:

 

→Apg 22,24

 

Hies jn [Paulus] der Heubtman in das Lager furen / vnd ſaget / das man jn ſteupen vnd erfragen ſolt / Das er erfüre / vmb welcher vrſach willen ſie alſo vber jn rieffen.

 

d) steupen als Mißhandlung eines Opfers durch eine Gruppe:

 

→Lk 20,10

 

Vnd zu ſeiner zeit ſandte er einen Knecht zu den Weingartnern / das ſie jm geben von der Frucht des Weinberges. Aber die Weingartner ſteupten jn / vnd lieſſen jn leer von ſich.

 

e) steupen sinnbildlich für Schicksalschläge, die als Strafen Gottes erkannt werden:

 

→Weish 16,16

 

Denn die Gottloſen ſo dich nicht kennen wolten / ſind durch deinen mechtigen Arm geſteupt / da ſie durch vngewönliche Regen / Hagel / Geweſſer / den ſie nicht entgehen kundten / verfolget / vnd durchs Fewr auffgefreſſen worden.

 

→Hebr 12,6

 

Denn welchen der HERR lieb hat / den züchtiget er / Er ſteupt aber einen jglichen Son / den er auffnimpt.

 

steupen kann als Bestrafung mit unterschiedlicher Härte ausfallen:

 

→Weish 3,5

 

Sie werden ein wenig geſteupt / Aber viel guts wird jnen widerfaren

 

 

 

SK Rev 03.02.2018  

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ſtewren

 

ſteuren

steuern (Verb)

Das Wort kommt vor in den beiden Schreibweisen ſtewren und ſteuren.

 

eigtl.: stützen, helfen; besteuern; lenken; wehren.

 

→Ps 106,30

 

Da trat zu Pinehas / vnd ſchlichtet die ſache / Da ward der Plage geſtewret.

 

Da trat Pinehas hinzu, schlichtet die Sache, und die Plage wurde abgewehrt (beendet).

 

→Ps 46,10

 

Der den Kriegen ſteuret in aller welt / Der Bogen zubricht / Spies zuſchlegt / vnd Wagen mit fewr verbrend.

 

Der überall den Krieg abwehrt, der den Bogen zebricht, den Spieß zerschlägt und die Kriegswagen verbrennt.

 

→Jes 28,22

 

Denn ich habe ein verderben vnd ſteuren gehöret / ſo vom HErrn HERRN Zebaoth geſchehen wird in aller welt.

 

Denn ich habe von einem Verderben und einem Abwehren gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth in der ganzen Welt geschehen wird.

 

Die Lutherübersetzungen seit 1912 fassen den zweiten Begriff, ſteuren, im Sinne von steuern, entscheiden und das Verb geschehen in beschlossen zusammen.

 

Sie übersetzen den Vers mit (Luther 2017):

 

Denn ich habe von einem Verderben gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth beschlossen ist über die ganze Erde.

 

Martin Buber übersetzt:

Denn ein »Zunichte!« und ein »Entschieden!«
habe ich von meinem Herrn, IHM dem Umscharten, gehört,
über alle Erde.

 

 

SK Rev 11.08.2017  

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ſtrauchelen

straucheln (Verb)

eigentlich: im Vorwärtsgehen plötzlich das Gleichgewicht, den Halt verlieren, stolpern

 

meist im übertragenen Sinn gebraucht: rechtlich oder moralisch straucheln

 

in den Geboten straucheln: den Halt an den Geboten verlieren

 

Luther erklärt das Wort so (Scholion zu →Ps 119,165):

 

Luther: (Strauchelen) Sie werden nicht jrren noch feilen / weder durch gewalt noch liſt abgewendet werden.

 

Luther: (werden nicht straucheln) Sie werden nicht irren, noch falsch handeln, und weder durch Gewalt noch durch List abgehalten werden <können>.

 

→Ps 119,165

 

Groſſen friede haben / die dein Geſetz lieben / Vnd werden nicht ſtrauchelen.

 

a) Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben, und werden nicht straucheln.

b) Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben. Sie werden nicht straucheln.

c) Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben. Sie werden nicht den Halt verlieren.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſtrewen

streuen (Verb)

ausbreiten, verteilen, auswerfen

 

→Ps 106,27

 

Vnd würffe jren Samen vnter die Heiden / Vnd ſtrewet ſie in die Lender.

 

Und zersprengte ihre Nachkommen unter die Heiden und verteilte sie in alle Länder

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Sünde
 
ſunde

Sünde, die

Handlung, die den Tatbestand einer religiösen oder kirchlichen Verfehlung erfüllt, insbesondere der Verstoß gegen ein religiöses (göttliches) oder kirchliches Gebot.

 

So war in der katholisch-kirchlichen Praxis bereits das Unterlassen des Zehntenzahlens (Kirchensteuer) ein Vergehen gegen die Kirche und somit eine Sünde.

 

 

→Jes 27,9

 

Darumb wird da durch die ſunde Jacob auffhören /

 

Darum wird dadurch die Sünde Jakobs ein Ende haben

 

 

 

SK Rev 08.08.2017  

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Sünder

 

Sunder

Sünder, der

Mensch, der eine religiöse Verfehlung (Sünde) begeht, oder dem die Folgen einer solchen Verfehlung anhaften.

 

Zu Luthers Zeiten wurde der Begriff ausschließlich im religiösen und im kirchlichen Kontext verwendet. Durch die Vielzahl religiöser und kirchlicher Vorschriften war der Begriff Sünde inhaltlich eindeutig geprägt und beeinflusste viele alltägliche Verhaltensweisen.

 

In der katholisch-kirchlichen Praxis war beispielsweise das Unterlassen des Zehntenzahlens (Kirchensteuer) ein Vergehen gegen die Kirche und somit Sünde.

 

In der Schreibweise Sunder:

 

→Jes 33,14

 

Die Sunder zu Zion ſind erſchrocken / zittern iſt die Heuchler ankomen

 

Die Sünder zu Zion sind erschrocken, zittern überkam die Heuchler

 

 

 

SK Rev 24.01.2018  

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ſündigen

 

ſundigen

sündigen (Verb)

eine religiöse Verfehlung (Sünde) begehen

 

Zu Luthers Zeiten wurde der Begriff ausschließlich im religiösen und im kirchlichen Kontext verwendet. Durch die Vielzahl religiöser und kirchlicher Vorschriften war der Begriff Sünde inhaltlich eindeutig geprägt. Die Ermahnung, nicht zu sündigen, beeinflusste viele alltägliche Verhaltensweisen.

 

→Ps 4,5

 

Zürnet jr / ſo ſündiget nicht / Redet mit ewrem hertzen auff ewrem Lager / vnd harret

Luther (zu »sündiget«): Bewegt euch etwas zu vnluſt.

 

Ps 4,5 bezieht sich auf die Geschichte von Kain und Abel (→1Mos 4,7), in der sich der erzürnte Kain von der Sünde überwältigen lässt, anstatt abzuwarten, um sie in Ruhe zu beherrschen.

 

→Jes 29,21

 

welche die Leute ſundigen machen durchs predigen /

 

... welche die Leute durch das Predigen verführen zu sündigen.

 

 

 

SK Rev 10.08.2017  

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ſündlich

sündlich (Adjektiv)

ſündlich
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
10 2 3 5

mhd: süntlich, sündelich

von: Sünder, der

 

religiöser Begriff, der wie sündig oder sündhaft benutzt wird, oft aber stärker wiegt und umfassender bezeichnet. In Bezug auf Menschen gewann sündlich daher häufig Vorrang.

 

Ein sündlicher Mensch oder sündliches Fleisch sind bereits von ihren Anlagen her sündig, nicht erst im Tun, in der sündigen oder sündhaften Tat (Sünde). Der sündliche Mensch ist bereits ohne jegliches Tun Sünder.

 

Zu Luthers Zeiten wurde der Begriff ausschließlich im religiösen und im kirchlichen Kontext verwendet. Durch die Vielzahl religiöser und kirchlicher Vorschriften war der Begriff Sünde inhaltlich eindeutig geprägt. Die Ermahnung, nicht zu sündigen, beeinflusste viele alltägliche Verhaltensweisen.

 

→Ps 51,7

 

SJhe / Jch bin aus ſündlichem Samen gezeuget / Vnd meine Mutter hat mich in ſünden empfangen.

 

Siehe, ich bin aus sündlichem Samen gezeugt. Und meine Mutter hat mich in Sünde empfangen.

 

→Rom 6,6

 

Die weil wir wiſſen / Das vnſer alter Menſch ſampt jm gecreutziget iſt / Auff das der ſündliche Leib auffhöre / das wir hinfurt der ſunde nicht dienen.

 

→Rom 7,5

 

Denn da wir im Fleiſch waren / da waren die ſündlichen Lüſte (welche durchs Geſetz ſich erregeten) krefftig in vnſern Gliedern

 

→Rom 8,3

 

Das that Gott / vnd ſandte ſeinen Son in der geſtalt des ſündlichen Fleiſches / vnd verdampte die Sünde im Fleiſch durch Sünde.

 

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Sündopffer

Sündopfer, das

Sündopffer
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
127 123 3 2

hebräisch: חַטּאת (ḥaṭṭāˀṯ)

hebräisch: חַטָּאָה (ḥaṭṭāˀāh)

hebräisch: חֲטָאָה (ḥăṭāˀāh)

 

Das hebräische Wort meint in allen Varianten Sünde, aber auch Sündopfer und Strafe. Sofern es um die rituelle Opferhandlung geht, wird es mit Sündopfer, Verfehlungsopfer oder Reinigungsopfer übersetzt.

Das Sündopfer ist eine der Opferarten, die im Alten Testament beschrieben sind (siehe dazu u. a. 4Mos 28).

 

Sündopfer, Verfehlungsopfer, Reinigungsopfer

 

Bei der »Chattat«, dem Sündopfer, drückte der Hohepriester seine Hände auf den Kopf einer Ziege und übertrug so die Sünde des Menschen auf die Ziege. Anschließend wurde die Ziege geschlachtet. Ihr Blut wurde an den Altar gegossen. Im Tempel wurde es zudem an den Vorhang gesprengt, der das Allerheiligste mit der Bundeslade vom normalen Innenraum des Tempels, dem Heiligen, trennte. Dieses Opfer diente der Entsündigung nach einer (versehentlichen) Übertretung der Gebote.

 

→Ps 40,7

 

OPffer vnd Speiſopffer gefallen dir nicht / Aber die Ohren haſtu mir auffgethan / Du wilt weder Brandopffer noch Sündopffer.

 

Opfer und Speiseopfer gefallen dir nicht. Aber die Ohren hast du mir aufgetan. Du willst weder Brandopfer noch Sündopfer.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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ſüſs

süß (Adjektiv)

Komparativ: ſüſſer, süßer

 

→Ps 119,103

 

Dein Wort iſt meinem Mund ſüſſer / Denn Honig.

 

Dein Wort ist meinem Mund süßer als Honig.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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Summa

Summe, die

 

→Ps 139,17

Aber wie köſtlich ſind fur mir Gott deine gedancken? Wie iſt jr ſo ein groſſe Summa.

 

Aber wie wertvoll1 sind für mich, Gott, deine Gedanken? Wie unglaublich groß ist ihre Zahl!

 

1Anmerkung zu köstlich, wertvoll:

 

Luther-1964 und Luther-1984 übersetzen: Aber wie schwer sind für mich, Gott, Deine Gedanken!

 

Das Wort »köstlich« zählt ganz sicher zu den Lieblingsworten Luthers. Er verwendet es überwiegend für Dinge von hohem oder höchsten Wert. So hat es die Bedeutung ähnlich dem Superlativ von kostbar, nur ist es in der Aussage noch stärker: extrem kostbar.

 

Das Wort »schwer« erfasst nicht die selbe Bedeutung und könnte missverständlich sein. Der Ausdruck meint dann schwer im Sinne von gewichtig, bedeutungsvoll, nicht jedoch im Sinne von schwierig zu verstehen. Zudem kreist der Begriff »schwere Gedanken« (in der Bedeutung trübsinniger Gedanken) heute im Wortumfeld der Depression. Die moderne Übersetzung wirkt daher unglücklich gewählt.

 

Wir halten Luthers Übersetzung »köstlich« für gelungen. Bestenfalls kann sie, wenn erforderlich, wie oben vorgeschlagen durch wertvoll oder kostbar (o. ä.) ersetzt werden.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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