Nikolaustag
Mittwoch, 6. Dezember 2017

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Wissenswertes zum Tag
6.12.2017 | NikolaustagMittwoch
 
 

Nikolaustag

 
Symbol

Nikolaus von Myra
(† 6. Dezember 326 [oder: 345, 351, 365])

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Ambrosius Blarer
(† 6. Dezember 1564 in Winterthur)

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Anton Praetorius
(† 6. Dezember 1613 in Laudenbach an der Bergstraße [inoffiziell])

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Tag des hl. Nikolaus

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Überliefertes Brauchtum speziell für Kinder

 
Kalenderblätter
 
Festes Datum
6. Dezember
     
  • Der Nikolaustag
    ist immer der 6. Dezember eines Jahres.
 
Symbol: Abstand zum Weihnachtsfest
Hintergründig

Wer ist
Nikolaus?

Nikolaus von Myra

Der heilige Nikolaus war angeblich Bischof von Myra, der zur Zeit des Konzils von Nicäa wirk­te und um 350 n. Chr. hingerichtet wurde. Die genauen Lebensdaten sind un­be­kannt.

Geboren wurde er vermutlich zwischen 270 n. Chr. und 286 n. Chr. in der Stadt Patara, die an der Mittelmeerküste der heutigen Türkei lag. Gestorben sei er im Jahr 326, 345, 351 oder 365 n. Chr. Festzustehen scheint nur: Er starb an einem 6. Dezember.

Legenden umrankte Überlieferung

Über sein Leben ist nicht viel bekannt. Kaum etwas lässt sich belegen. Jedoch ist er die Hauptfigur in einer ganzen Reihe Legenden, die sich um Wunder, um Rettungen in Not ge­ra­te­ner Menschen und um Auferweckungen ranken. Seine Vita enthält somit fast nur le­gen­däre Züge.

Seine Attribute, meist Bischofstracht und Stab, häufig ein Buch mit drei Goldklumpen (seltener mit Broten) oder einem Anker, werden durch Legenden begründet: Nikolaus habe der Stadt Myra bei großer Hungersnot dadurch geholfen, dass er einem reichen Han­dels­mann im Traum erschienen sei und ihn veranlasst habe, mit seinen Ge­trei­de­schiffen nach Myra zu segeln.

Schutzheiliger mit vielen Aufgaben

Nikolaus ist einer der populärsten Heiligen. Die vielen Legenden führten dazu, dass ihn etliche Gruppen als Schutzheiligen auserwählten. Nikolaus ist Schutzheiliger der Schü­ler und der Studenten, der Pilger und der Reisenden, der Liebenden und der Ge­bä­ren­den, der Alten, der Ministranten, der Metzger. Er ist Schutzpatron der Seefahrer, Binnenschiffer und Händler, weshalb ihn etliche Hansestädte als Schutzheiligen wählten. Mit dem Aufschwung des Nothelfer-Kultes ist er Beschützer gegen alle Gefahren des Wassers. Er ist aber auch Patron von Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Gefangenen. In Amerika gilt er als Patron der Bankleute.

Die verbreitete Verehrung als Kinderfreund (hier wird auch der Rest eines germanischen Ritus vermutet) knüpft an die Legende an, dass Nikolaus drei armen Mädchen Geld spen­de­te, so dass sie heiraten konnten. Aus diesem Schutzpatronat leitet sich das heutige Brauch­tum ab:

Der Nikolaustag ist Tag der Kinder, wenn sich auch die Bräuche regional stark un­ter­schei­den mögen.

Die Verbreitung in Deutschland

Sein Kult ist im 6. Jahrhundert im Osten nachweisbar, im 9. Jahrhundert im Westen (Rom und Süditalien). In Deutschland wird die Verehrung im 11. Jahrhundert beliebt, be­son­ders im Alpengebiet und dort in der Nähe reißender Gewässer.

In Oberbayern haben sich die sog. »Niklasreime« der Kinder erhalten sowie der Brauch, dem Geistlichen am Nikolaus-Vorabend ein Nikolaus-Schiffchen vor die Tür zu legen.

Älteste Darstellung des Heiligen Nikolaus im deutschen Sprachgebiet, die von den sonst üb­li­chen byzantinischen Einflüssen frei ist, ist eine Holzstatue des ausgehenden 12. Jahr­hun­derts in der ehemaligen Abteikirche zu Brauweiler.

Wallfahrtsort Bari

Nachdem 1087 der angebliche Leib des Heiligen von Myra nach Bari in Italien verbracht war, wird diese Stadt der Hauptwallfahrtsort des Nikolaus im Abendland. Wer also den heiligen Nikolaus besuchen möchte, sollte sich in die Krypta der Basilica Pontificia di San Nicola in Bari an der Piazza San Nicola begeben.

Torbogen am Portal der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien, mit einem Relief des Heiligen Nikolaus | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Torbogen am Portal der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien, mit einem Relief des Heiligen Nikolaus
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

Relief an der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Relief an der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien.
Es zeigt den heiligen Nikolaus in seiner Funktion als Schutzheiliger.
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de
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Heiligenfigur des heiligen Nikolaus in der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Heiligenfigur des heiligen Nikolaus in der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien.
Die lebensgroße Figur befindet sich geschützt in einem Schrein.
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de
Lizenz CC BY-SA

 

Eine vorweihnachtliche Figur

Als Vorbote des Christkindes ist Nikolaus schon früh mit anderen Lieblingsgestalten des Volksglaubens verschmolzen (wie Knecht Ruprecht, Pelzmärtel u. a.).

Mit der aufkommenden Kommerzialisierung jeglichen Brauchtums vermischen sich un­ter­schied­li­che Traditionen in dieser vorweihnachtlichen Symbolfigur: Das ursprüngliche Bischofs­bild und die Figur des Knecht Ruprecht verschmelzen in einer Darstellung, die eher der des Weihnachtsmanns entspricht.

Kein evangelischer Gedenktag

Martin Luther lehnte wie alle übrigen Reformatoren die Verehrung der Heiligen, wie sie die römisch-katholische Kirche kannte und noch heute kennt, ab. Die evan­ge­li­schen Kir­chen ken­nen in ihrer Kirchenordnung bis ins Kirchenjahr 2017/2018 da­her den Ni­ko­laus­tag nicht.

Doch der Nikolaustag hat sich längst im bürgerlichen Kalender etabliert, wo ihm nur noch we­nig kirchliches Gepränge anhaftet. So begehen wohl auch die meisten evangelischen Fa­mi­lien den Nikolaustag als einen vorweihnachtlichen Tag des Beschenkens der Kinder, je­doch ganz ohne Heiligenverehrung.

Sabrina

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