Was Jesus dazu sagt, wird oft übersehen.
Gott weiß, was zwischen dir und einem Menschen geschehen ist, der dich im Reden und Handeln verletzt hat — was es dir angetan hat, was noch immer wehtut, was noch immer in dir gärt.
Er fordert Versöhnung. Die beginnt damit, dass Du vergibst.
Kein anderer kann dir das abnehmen.
Wer nur 1. Joh 1,9 liest oder vergleichbare Stellen, hat nicht falsch gelesen, aber sicher unvollständig.
Johannes schrieb für Gemeinden, die Jesu Worte ebenfalls längst kannten.
Mt 6,14-15 war keine Fußnote, sondern die Hervorhebung einer Grundlage.
Die Bedingung, die Jesus formuliert, musste Johannes nicht wiederholen, sie war selbstverständlich.
Die alten griechischen Textzeugen des Vaterunsers machen das noch deutlicher. Dort heißt es in Mt 6,12: „wie wir vergeben haben.“ — abgeschlossene Handlung. Der Beter tritt vor Gott mit einer bereits vollzogenen Tat, nicht mit einer frommen Absicht.
Jesus scheint dies so wichtig zu sein — vielleicht, weil es schon damals „übersehen“ wurde! —, dass er es in Mt 6,14-15 mit vielen Worten hervorhob und doppelt unterstrich.
Dem Mitmenschen vergeben, ist keine Lappalie. Das Vergeben durch Gott geschieht niemals unabhängig von dem, was zwischen Menschen geschehen ist. Jesus bindet beides zusammen — unauflöslich.
Und Jesus legt die Reihenfolge fest: erst DU, dann GOTT.
Gott ist in uns – in jeder Sekunde unseres Lebens.
Er freut sich mit uns, wenn wir uns freuen.
Er leidet mit uns, wenn wir leiden.
Und er stirbt mit uns, wenn wir sterben.
Doch Gott ist dann nicht tot. Er durchschreitet mit uns das Reich des Todes und geleitet uns zur Auferstehung.
Einst schenkte Gott dem Menschen die Freiheit zu handeln. Nun kann der Mensch Gott in sich zulassen oder ausblenden.
Gott vertraut dem Menschen. Der Mensch allein entscheidet, ob er diesem Vertrauen gerecht wird.
Der Mensch kann Gott ausblenden und andere Menschen aus Hass, Gier und Machtbesessenheit zu Opfern machen.
Wenn ein Mensch zum Täter wird, macht er Gott im Opfer zum Leidenden. Tötet er einen Menschen, tötet er zugleich Gott, der in diesem Menschen war.
Aber Gott ist nicht tot – er hat das Leiden und Sterben dieses Menschen durchlebt, so wie er es am Kreuz auf Golgatha tat.
Gott bleibt beim Opfer. Und beim Täter schweigt er nicht: Das Blut des Opfers schreit zu ihm. Er weiß es. Er vergisst es nicht. Am Ende wird er feststellen, was war und was ist: „Ich kenne euch nicht.“
Opfer vermeiden heißt: Gottes Vertrauen nicht enttäuschen. Nicht zum Täter werden.
Gott in sich selbst Raum geben – im Denken, Reden und Handeln.
Dürfen Christen über christliches und nicht-christliches Denken, Reden und Handeln ihrer Mitmenschen urteilen?
Immer wieder verweisen Menschen auf das Gebot aus der Bergpredigt, man solle nicht urteilen, wenn gläubige Christen ihre Haltung als nicht-christlich bezeichnen. Sie versuchen so, ihre moralischen, sozialen, gesellschaftspolitischen und politischen Sichtweisen und das daraus resultierende Verhalten über ihre Person als Teil der christlichen Gemeinschaft zu rechtfertigen.
Doch in den Evangelien wird es anders erzählt. Dort bekommt Petrus sogar die Vollmacht, sozusagen das jüngste Gericht vorzuziehen. Jesus wird im jüngsten Gericht sein Urteil ganz sicher berücksichtigen. Jesus spricht zu ihm:
»Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.« (Mt 16,19).
Petrus steht im Kontext dieser Rede Jesu für die Kirche, die er gründen soll. Die Kirche wiederum ist die Gemeinschaft der gläubigen Christen. Das Wort Jesu autorisiert somit nicht allein Petrus, sondern die Gemeinschaft der gläubigen Christen.
Anders als in der katholischen Auslegung wird dies in der evangelischen Lehre nicht als exklusive Autorität des Petrus oder eines Papstamtes verstanden, sondern als Auftrag an alle Gläubigen.
Tja, Pech für alle, die christliche Gebote bewusst missachten, und dann darauf pochen möchten, dass Jesus alle liebe und jeden willkommen heiße.
In einer Welt, die oft von Konflikten und Krisen geprägt ist, dürfen wir uns glücklich schätzen, in einer Zeit und an einem Ort zu leben, wo Frieden, Sicherheit und Wohlstand herrschen.
Wir wachen jeden Morgen auf, ohne die Angst vor Bomben oder Schüssen zu haben. Unsere Kinder können unbeschwert zur Schule gehen, ohne Furcht vor Gewalt oder Entführung.
Der Kühlschrank ist gefüllt, und wir müssen uns keine Sorgen machen, woher die nächste Mahlzeit kommt. Sauberes Wasser fließt aus unseren Leitungen – eine Selbstverständlichkeit, die für viele Menschen auf der Welt ein unerreichbarer Luxus ist. Wir haben ein Dach über dem Kopf, das uns vor Wind und Wetter schützt, und Kleidung, die uns wärmt.
Medizinische Versorgung steht uns zur Verfügung, wenn wir krank werden. Wir haben die Freiheit, unsere Meinung zu äußern, zu wählen und unser Leben nach unseren Vorstellungen zu gestalten. All diese Dinge, die wir oft als selbstverständlich hinnehmen, sind in Wahrheit große Privilegien.
Wir sollten dankbar sein für dieses Glück und es nicht als gegeben betrachten. Mögen wir uns immer bewusst sein, dass Frieden und Wohlstand keine Selbstverständlichkeit sind, sondern kostbare Güter, die es zu schätzen und zu bewahren gilt. Man kann dies alles sehr schnell verlieren.
Lasst uns auch daran denken, dass es unsere Verantwortung ist, denen zu helfen, die nicht in solch glücklichen Umständen leben.
Sabrina ist der Name eines Mädchens, das über Tage und Wochen wachsen durfte, aber doch nie geboren wurde.
Endlich, nach vielen Jahren, ist es mir gelungen, ein Video zu finalisieren, das ich bereits vor etwa 12 Jahren begonnen hatte.
Das Video hält für mich die Erinnerung an Sabrina fest. Es sind Erinnerungen an eine Zeit voller Träume, voller Hoffnungen und voller Freude. Es ist aber auch eine Zeit gewesen, über die sich düstere Wolken legten, die viel Schmerz verursachte und von tiefer Trauer bestimmt war.
Es mag stimmen, dass Schmerz vergeht, aber Trauer vergeht nicht. Jedenfalls nicht ganz.
Das Video erklärt einen der Gründe, warum hier auf Stilkunst.de der Name Sabrina so oft auftaucht.
Titelbild zum Video
Das Video und die Erklärung, warum es im Titelbild heißt »Erinnerungen an Tschernobyl«, findet ihr hier: Zum Video.