Die Frauen und das Christentum

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Die Frauen und das Christentum

Die Frauen in der Auferstehungsgeschichte

Dem Fest der Auferstehung Christi liegen die Ereignisse zugrunde, die der Evangelist Matthäus im Neuen Testament über den Besuch der Frauen an Jesu Grab berichtet.

Wir geben hier eine sprachlich an die heutige Zeit angepasste Fassung wieder:

 

Das Evangelium nach Matthäus

 

281 Nach dem Sabbat, im Morgengrauen des ersten Wochentags, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um das Grab zu sehen. 2 Doch plötzlich gab es ein heftiges Erdbeben: Ein Engel des Herrn stieg vom Himmel, ging zum Grab, wälzte den großen Stein zur Seite, der den Eingang versperrte, und setzte sich darauf. 3 Er sah aus wie gleißendes Licht und seine Kleidung war weiß wie Schnee.

4 Die Wächter, die das Grab bewachten, erschraken so sehr, dass sie vor lauter Angst in Ohnmacht fielen. 5 Der Engel kümmerte sich nicht darum. Er sprach zu den Frauen: »Fürchtet Euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den sie gekreuzigt haben. 6 Er ist nicht hier. Er ist auferweckt worden, so, wie er es vorausgesagt hat. Kommt ruhig näher! Schaut euch die Stelle an, wo er gelegen hatte. 7 Beeilt euch! Geht zu den Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferweckt worden. Er ist unterwegs nach Galiläa. Geht dahin, dort werdet ihr ihn sehen. So ist es. Ich habe es euch gesagt.«

8 Da rannten die Frauen davon, voller Furcht, aber auch voller Freude. Sie liefen und beeilten sich, um es seinen Jüngern zu erzählen.

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Matthäus 28,1-8

Ist das nicht bemerkenswert? Doch! Die ersten Menschen, die die Frohe Botschaft verkündeten, die ersten, die vom Auferstandenen berichteten, waren Frauen! Maria von Magdala und die andere Maria.

Das Christentum, wie es sich als Religion ausgeweitet hat, basiert auf der Begegnung der Frauen mit dem Engel am Grab, mit dem Wunder der Auferstehung und mit der Verkündigung der Frohen Botschaft an die Apostel durch Maria & Maria.

Während sich die Apostel zu diesem Zeitpunkt trauernd, zweifelnd und missmutig zurückgezogen hatten, waren sie es, die glaubten, ja sich freuten an diesem Tag! Nicht den Aposteln, ihnen, den Frauen, begegnet der Engel! Sie erhalten vom Boten Gottes den Auftrag, von der Auferstehung zu berichten.

Doch nicht nur das! Die ersten, denen der auferstandene Jesus begegnete, und denen er selbst den Verkündigungsauftrag gab, waren eben diese beide Frauen:

Das Evangelium nach Matthäus

 

289 Und auf dem Weg passierte es: Jesus kam ihnen entgegen! Er sprach: »Seid gegrüßt! « Da knieten die beiden Frauen vor ihm nieder und umfassten seine Füße.

10 Jesus sprach zu ihnen: »Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündet es meinen Brüdern. Sie sollen nach Galiläa gehen, dort werden sie mich sehen.«

 

Lesen Sie diesen Text in der Bibel von 1545:
→Matthäus 28,9-10

Ist die Rolle der Frau im Christentum zu überdenken?

Wir meinen: Das moderne Christentum hat die Rolle der Frau, wie sie sich im biblischen Leben Jesu und in der Verkündigung zeigt, sicher aufzuarbeiten! Diese historischen Rollen und ihre große Bedeutung für den Erfolg des Christentums lassen sich nicht leugnen. Dennoch gelang es der frühmittelalterlichen Kirche, diese Wahrheiten geradezu systematisch auszuradieren und zu bestreiten. Frauen wurden und werden bis heute ins Abseits gedrängt. Männer nehmen für sich das Recht in Anspruch, die Verkünder des Evangeliums zu sein.

Was spricht gegen Frauen im Priesteramt? Was spricht gegen Frauen in der Verkündigung? Selbstverständlich nichts! Frauen waren es, die dem Christentum entscheidend den Weg bereiteten – durch Verkündigung der Frohen Botschaft von der Auferstehung Christi.

Die Gleichberechtigung der Frau im Christentum

Frauen sind ohne Zweifel in jeder Hinsicht und allen Dingen ein gleichwertiger und ein gleichberechtigter Teil unserer christlichen Gemeinschaft, ohne den es das Christentum gar nicht gäbe!

Hand auf Herz: Wer diese fundamentale Wahrheit bestreitet oder ignoriert, ob theologisch oder religiös begründet, der muss sich fragen lassen, warum er es trotz christlicher Lehren nicht geschafft hat, sich von einem archaischen, patriarchalisch geprägtem Gottesverständnis der vorchristlichen Zeit zu lösen und nicht im Sinne der Frohen Botschaft zu denken im Stande ist.

Die evangelischen Kirchen sind längst diesen Schritt gegangen. Frauen im Priesteramt sind keine Seltenheit. Die katholischen Kirchen, die in ihren oberen Hierarchien zu­sam­men­ge­setzt sind aus traditionsreichen Männerorden, halten ihre Zugänge zu wichtigen Ämtern Frauen noch immer verschlossen.

Die Gleichberechtigung als christliche Selbstverständlichkeit

Wir sind überzeugt: Die katholische Kirche wird ihre Selbstfindung in einer sich massiv wandelnden christlichen Gesellschaft vorantreiben müssen und ein gutes Stück vorangetrieben haben, wenn ein großer Anteil Frauen in kirchlichen Ämtern zu finden ist. Solche Prozesse brauchen Zeit. Um so wichtiger ist es, ihnen frühzeitig den Weg zu bereiten.

Bedenkenswert ist: Solange die Kirchen und Religionen sich nicht einmütig zur un­ein­ge­schränk­ten Gleichberechtigung der Frauen bekennen und danach handeln, solange werden sich gesellschaftliche Denkmuster und staatliche Rechtssprechungen daran orientieren, darauf verweisen und sich kaum aus einem längst überkommenen Rollenverständnis herausbewegen wollen.

Alle Religionen könnten hier mehr noch als heute Wegbereiter sein und ihre Chancen ergreifen.

Wir glauben an einen Gott, dem der Mensch wichtig ist und nicht dessen Geschlecht, dessen Herkunft, dessen Hautfarbe, dessen Alter, oder gar Faktoren, die ihn aus unserer engen gesellschaftlichen Sicht heraus an den Rand eben dieser Gesellschaft drängen.

Wir glauben an einem Gott, dem wir genauso wichtig sind wie jeder andere auch, und dem jeder andere genauso wichtig ist wie wir selbst.

Wir glauben nicht den Menschen, die anderes behaupten.

 

Sabrina

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SK Version 12.10.2019  

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