
Die Würde jedes einzelnen Menschen ist unantastbar. Sie gründet nicht in Leistung, Zugehörigkeit oder moralischer Übereinstimmung, sondern in der Gottebenbildlichkeit jedes Menschen. Diese Würde geht jeder Bewertung voraus und entzieht sich jeder Relativierung.
Christliche Nachfolge bedeutet, von Mensch zu Mensch zu denken, zu reden und zu handeln. Christliche Ethik richtet sich auf das konkrete Individuum und nicht auf abstrakte Gruppen, Kollektive oder Zuschreibungen. Wo Menschen nur noch als Teil einer Gruppe wahrgenommen werden, geht der einzelne Mensch verloren.
Jede sogenannte „Gruppe“ besteht aus höchst unterschiedlichen Individuen. Ihre Lebensgeschichten, Fähigkeiten, Überzeugungen und Verletzlichkeiten unterscheiden sich grundlegend. Christliche Verantwortung darf diese Unterschiede nicht einebnen, sondern muss das Wohl jedes einzelnen Menschen im Blick behalten, unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder weltanschaulicher Nähe.
Aus dieser Perspektive ergibt sich eine Theologie der Wertschätzung. Sie meint mehr als bloße Toleranz. Wertschätzung ist die aktive Anerkennung des Wertes des anderen Menschen, auch dort, wo Nähe, Zustimmung oder Übereinstimmung nicht möglich sind. Sie schließt Kritik nicht aus, entzieht sich jedoch jeder Abwertung.
Christliche Nächstenliebe verlangt weder Toleranz bis zur Selbstaufgabe noch einen naiven Pazifismus. Sie fordert verantwortungsvolle Fürsorge, die Schutz, Begrenzung und klare Unterscheidung einschließt. Liebe ohne Verantwortung wird beliebig, Verantwortung ohne Liebe wird hart. Christliche Ethik hält beides zusammen.
Aus dieser Grundhaltung folgt eine klare Konsequenz. Alle Glaubensinhalte, Rituale, Traditionen und Lehren sind daran zu messen, ob sie der personalen Begegnung von Mensch zu Mensch dienen. Wo religiöse Formen Menschen übergehen, entwürdigen oder funktionalisieren, verfehlen sie ihren Zweck, unabhängig von ihrer historischen, kulturellen oder spirituellen Aufladung.
Diese Seite beschreibt keinen moralischen Idealzustand. Sie benennt einen Maßstab. Christlicher Glaube bleibt angewiesen auf Prüfung, Korrektur und Verantwortung, immer neu, immer konkret und immer bezogen auf den einzelnen Menschen.
Diese ethische Grundhaltung bildet den Hintergrund aller Texte auf Stilkunst.de und prägt ihre theologische Ausrichtung im öffentlichen Raum.