Die Eisheiligen: 11. Mai | Mamertus | 2017 - 2024

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Wissenswertes zum Tag
11.5.2017 | Mamertus | 1. Tag der Eisheiligen
 

Mamertus

1. Tag der Eisheiligen

 
  • Katholischer Gedächtnistag für den
    Heiligen Mamertus
  • Lostag
 
 Der Tag in den Jahren 2017 bis 2024
 
Festes Datum
11. Mai
     
  • 1. Tag der Eisheiligen
  • Mamertus ist immer
    der 11. Mai eines Jahres.
Hintergründig

Mamertus

1. Tag der Eisheiligen

Mamertus | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll | Grafik: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA
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Abbildung: Mamertus | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll
Grafik: © Sabrina | Reiner | SABRINA CREATIVE DESIGN | Lizenz CC BY-SA

Mamertus, Bischof von Vienne

Über Mamertus ist nur wenig bekannt. Er wurde 461 n. Chr. Erzbischof von Vienne in Gallien (Südfrankreich), wo er 477 verstarb.

Ihm werden Wunder und Heilungen nachgesagt. Einem großen Brand soll er durch Gebete Einhalt geboten haben.

Der heilige Mamertus

Wohl recht bald nach seinem Tod wurde Mamertus, Bischof von Vienne, heiliggesprochen. Das genaue Datum ist unbekannt.1 Belege fehlen. Sein Name jedenfalls wird bereits in frühen Heiligenlisten unter dem 11. Mai geführt.

Mamertus ist Patron der Feuerwehr, aber auch der Hirten. Er wird angerufen bei Dürre, bei Fieber und bei Brusterkrankungen.

 

1Wir setzen daher ein mutmaßliches Datum und führen in unseren Kalendern den Tag des Heiligen Mamertus ab dem Jahr 500 n. Chr.

Die evangelischen Kirchen und die Heiligen

Die evangelischen Kirchen kennen keine Heiligen im Sinne der römisch-katholischen Kirche. Für sie sind Heiligsprechungen (Kanonisationen), die vom Papst vorgenommen werden, nicht bindend. Sie nehmen selbst keine Heiligsprechungen vor. Sie kennen weder Schutzheilige (Patrone) noch die Anrufung oder gar die Anbetung von Heiligen.

Zwar kennen die evangelischen Kirchen einen »Gedenktag der Heiligen« (1. November), doch meinen sie damit nicht eine herausragende Stellung von Personen in der Gemeinschaft der Christen, sondern das Beispiel ihres außergewöhnlichen Handelns aus der Kraft des Glaubens heraus. So finden sich im evangelischen Kirchenkalender die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger weniger Märtyrer der frühen Zeit stellvertretend für Taten und Leben von Christen, die als Vorbild und Beispiel für heutige Christen dienen können.

 

Die »Eisheiligen«, so auch der »Eisheilige Mamertus«, sind für evangelische Christen nicht mehr als die Namen von Lostagen. Es sind phänologische Marker im Kalender, die darauf hinweisen, dass es um jene Zeit herum noch zu heftigen Kälteeinbrüchen kommen kann, wenn auch die Zeit davor längst warm und sommerlich erschien.

Wetter & Lostage
Wettersymbol

Lostage (auch Lurtage genannt), sind Tage im Kalender, deren Wettergeschehen nach dem Volksglauben das Wetter der folgenden Tage, Wochen oder Monate bestimmt.

Für die Landwirtschaft sind Klima und Wetter entscheidende Faktoren bei Tätigkeiten wie Aussaat oder Ernte. Die Wetterbeobachtungen und Erfahrungen der Bauern über Jahrhunderte hinweg führten dazu, dass zu Lostagen eine Vielzahl an Bauernregeln entstanden ist.

Ihr Sinn ist es, die Prognosen für landwirtschaftliche Erfolge und gute Ernten zu verbessern. Zu bedenken ist, dass die Erfahrungen mit dem Wetter immer regional geprägt sind. In verschiedenen Landstrichen treten unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund.

Überlieferung und Brauchtum

Die Eisheiligen

Die »Eisheiligen« sind regional unterschiedlich eine Zeit von drei bis fünf Tagen im Mai. Die Überlieferung stützt sich auf Wetterbeobachtungen unserer Vorfahren in der mitteleuropäischen Region, die ein verlässlich stabiles Wetter erst nach dem Tag »Kalte Sophie« erwarten ließen.

Die Bedeutung für Gartenbau und Landwirtschaft

Für Gartenbau und Landwirtschaft waren die Gedächtnistage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia daher wichtige Marken im Kalender, um auf gutes Wachstum der Aussaat und der Pflanzungen hoffen zu können.

Die Heiligen wurden zu Wetterheiligen und bekamen den Namen Eisheilige. Bis zu den Eisheiligen kommt es trotz milder und warmer Phasen zwischen Ende März und Mitte Mai immer wieder zu Wettereinbrüchen mit kalten Luftströmungen, mit frostigen Nächten und mit Schneefall. Gärtner und Bauern, die sich von frühen Schönwetterlagen verleiten ließen, ihre Saat vor den Eisheiligen auszubringen, riskierten nicht selten Frostschäden und erlitten herbe Verluste.

Die Tradition in Mitteleuropa

In Deutschland, im belgischen Flandern, in den Niederlanden, in der Schweiz, in Österreich und in Ungarn gehören die drei Heiligen Mamertus, Pankratius und Servatius zu den Eisheiligen, deren Gedächtnistage am 11., 12. und 13. Mai begangen werden.

In Flandern zählt zusätzlich Bonifatius von Tarsus (14. Mai) dazu.

In Polen sind die Eisheilgen Pankratius, Servatius und Bonifatius von Tarsus die Kalten Gärtner.

Die Tage der Eisheiligen müden in den Tag Kalte Sophie, dem Gedächtnistag für die Heilige Sophia am 15. Mai.

In Schweden haben sich die Eisernen Nächte (järnnätter) eingebürgert. Sie gehen auf die deutschen Legenden um die Eisheiligen zurück, die von den Deutschen auch Eismänner genannt wurden. Vermutlich ein Verständnisfehler führte zu Eisenmänner, woraus sich die Eisernen Nächte entwickelten.

Wettersymbol

Die Eisheiligen und das Wettergeschehen

Die Wetterbeobachtungen und die Verwendung von Gedächtnistagen als Marken im Kalender gehen vermutlich auf eine sehr alte Tradition zurück. Der breiten Bevölkerung waren die religiös bestimmten Tage im Kalender geläufiger als die numerischen Tageszählungen. Zudem waren diese Tage überregional gültig und unabhängig von den vielen unterschiedlichen Kalendern, die im Umlauf waren.

Mit der Kalenderreform und der Einführung des gregorianischen Kalenders verschoben sich die Gedächtnistage der Heiligen zusammen mit den absoluten Kalenderdaten. Die Gedächtnistage der Heiligen Mamertus, Servatius und Pankratius lagen zuvor in der Zeit, die heute dem 23. bis 25. Mai entspricht. Die alten Wetterbeobachtungen vor der Reform stützten sich weitgehend auf diese Zeiträume.

Soziale Absicherung und Gesundheit

Tatsächlich kann meteorologisch nicht nachgewiesen werden, dass es Häufungen von Kaltlufteinbrüchen in Mitteleuropa zwischen dem 11. und 15. Mai gibt, wohl aber zwischen dem 21. und 23. Mai. So verkehrt lagen unsere Vorfahren offensichtlich nicht.

Aber das spielt auch kaum eine Rolle. Die Menschen führten erfolgreich Regeln ein und hielten sich daran, um in diesem Fall gute Ernten mit hohen Erträgen zu erhoffen.

Hilfsmittel, die wir heute im Garten und in der Landwirtschaft einsetzen, wie Schutzfolien und Gewächshäuser, standen nicht zur Verfügung. Züchtungen von Nutzpflanzen, die größerer Kälte trotzen können, waren unbekannt.

Mehr noch als heute hingen Gesundheit und Leben am Erfolg lokaler Ernteerträge.

Die Einfuhr von Lebensmitteln im großen Stil, wie wir sie heute betreiben, gab es nicht.

Selbst der kleine Garten, für uns nur Zierde und Freizeitspaß, war für die Menschen sehr oft überlebenswichtig.

Insofern hatten die alten Bauernregeln zu den Eisheiligen eine große Bedeutung für die gesundheitliche und soziale Absicherung der Bevölkerung.

Ausgewählte Bauernregeln

Die Formulierung der vielen Regeln und Sprichwörter, die zu den Eisheiligen aufgestellt wurden, war regional sehr unterschiedlich. Sie münden aber unter dem Strich alle in der Feststellung: Wer erfolgreich Gartenbau und Landwirtschaft betreiben will, der darf keine empfindliche Saat oder empfindliche Pflanzen vor den Eisheilgen ausbringen.

  • Pflanze nie vor der kalten Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.
  • Pankratius und Servatius sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht hat, zerstören sie wieder.

Kennen Sie weitere Bauernregeln rund um die Eisheiligen und zu Mamertus?
Lassen Sie es uns wissen!

Sabrina

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©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

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Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
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