Nikolaustag | 6. Dezember | 2017 - 2024

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Wissenswertes zum Tag
6. Dezember | Nikolaustag
 

Nikolaustag

 
  • Katholischer Gedenktag für Nikolaus von Myra
  • Überkonfessionelles Brauchtum:
    Tag der Kinder
Brauchtum

Am 5. Dezember, am Vorabend des Nikolaustages, stellen die Kinder geputzte Schuhe, Winterstiefelchen oder Teller vor die Tür in der Erwartung, am Nikolaus-Morgen darin kleine Gaben des Freundes braver Kinder vorzufinden. In manchen Familien erscheint Nikolaus – dann heute meist in der Tracht des Weihnachtsmannes! – am Nikolausabend leibhaftig.

Warten auf den Nikolaus | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: Warten auf den Nikolaus
Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

 

Hintergründig

Nikolaus

Nikolaus von Myra

Der Heilige Nikolaus war angeblich Bischof von Myra, der zur Zeit des Konzils von Nicäa wirkte und um 350 n. Chr. hingerichtet wurde. Die genauen Lebensdaten sind unbekannt.

Geboren wurde er vermutlich zwischen 270 n. Chr. und 286 n. Chr. in der Stadt Patara, die an der Mittelmeerküste der heutigen Türkei lag. Gestorben sei er im Jahr 326, 345, 351 oder 365 n. Chr. Festzustehen scheint nur: Er starb an einem 6. Dezember.

Legenden umrankte Überlieferung

Über sein Leben ist nicht viel bekannt. Kaum etwas lässt sich belegen. Jedoch ist er die Hauptfigur in einer ganzen Reihe Legenden, die sich um Wunder, Rettungen in Not geratener und Auferweckungen ranken. Seine Vita enthält somit fast nur legendäre Züge.

Seine Attribute, meist Bischofstracht und Stab, häufig ein Buch mit drei Goldklumpen (seltener mit Broten) oder einem Anker, werden durch die Sage begründet: Nikolaus habe der Stadt Myra bei großer Hungersnot dadurch geholfen, dass er einem reichen Handelsmann im Traum erschienen sei und ihn veranlasst habe, mit seinen Getreideschiffen nach Myra zu segeln.

Schutzheiliger mit vielen Aufgaben

Nikolaus ist einer der populärsten Heiligen. Die vielen Legenden führten dazu, dass ihn etliche Gruppen als Schutzheiligen auserwählten. Nikolaus ist Schutzheiliger der Schüler und der Studenten, der Pilger und der Reisenden, der Liebenden und der Gebärenden, der Alten, der Ministranten, der Metzger. Er ist Schutzpatron der Seefahrer, Binnenschiffer und Händler, weshalb ihn etliche Hansestädte als Schutzheiligen wählten. Mit dem Aufschwung des Nothelfer-Kultes ist er Beschützer gegen alle Gefahren des Wassers. Er ist aber auch Patron von Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Gefangenen. In Amerika gilt er als Patron der Bankleute.

Die verbreitete Verehrung als Kinderfreund (hier wird auch der Rest eines germanischen Ritus vermutet) knüpft an die Sage an, dass Nikolaus drei armen Mädchen Geld spendete, so dass sie heiraten konnten. Aus diesem Schutzpatronat leitet sich das heutige Brauchtum ab:

Der Nikolaustag ist Tag der Kinder, wenn sich auch die Bräuche regional stark unterscheiden mögen.

Die Verbreitung in Deutschland

Sein Kult ist im 6. Jahrhundert im Osten nachweisbar, im 9. Jahrhundert im Westen (Rom und Süditalien). In Deutschland wird die Verehrung im 11. Jahrhundert beliebt, besonders im Alpengebiet und dort in der Nähe reißender Gewässer.

In Oberbayern haben sich die sog. »Niklasreime« der Kinder erhalten sowie der Brauch, dem Geistlichen am Nikolaus-Vorabend ein Nikolaus-Schiffchen vor die Tür zu legen.

Älteste Darstellung des Heiligen Nikolaus im deutschen Sprachgebiet, die von den sonst üblichen byzantinischen Einflüssen frei ist, ist eine Holzstatue des ausgehenden 12. Jahrhunderts in der ehemaligen Abteikirche zu Brauweiler.

Wallfahrtsort Bari

Nachdem 1087 der angebliche Leib des Heiligen von Myra nach Bari in Italien verbracht war, wird diese Stadt der Hauptwallfahrtsort des Nikolaus im Abendland. Wer also den heiligen Nikolaus besuchen möchte, sollte sich in die Krypta der Basilica Pontificia di San Nicola in Bari an der Piazza San Nicola begeben.

Torbogen am Portal der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien, mit einem Relief des Heiligen Nikolaus | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Torbogen am Portal der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien, mit einem Relief des Heiligen Nikolaus
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Relief an der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Relief an der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien.
Es zeigt den heiligen Nikolaus in seiner Funktion als Schutzheiliger.
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Heiligenfigur des heiligen Nikolaus in der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA
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Abbildung: Heiligenfigur des heiligen Nikolaus in der Basilica Pontificia di San Nicola, Bari, Italien.
Die lebensgroße Figur befindet sich geschützt in einem Schrein.
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Eine vorweihnachtliche Figur

Als Vorbote des Christkindes ist Nikolaus schon früh mit anderen Lieblingsgestalten des Volksglaubens verschmolzen (wie Knecht Ruprecht, Pelzmärtel u. a.).

Mit der aufkommenden Kommerzialisierung jeglichen Brauchtums vermischen sich unterschiedliche Traditionen in dieser vorweihnachtlichen Symbolfigur: Das ursprüngliche Bischofsbild und die Figur des Knecht Ruprecht verschmelzen in einer Darstellung, die eher der des Weihnachtsmanns entspricht.

Kein evangelischer Gedenktag

Martin Luther lehnte wie alle übrigen Reformatoren die Verehrung der Heiligen, wie sie die römisch-katholische Kirche kannte und noch heute kennt, ab. Die evangelischen Kirchen kennen in ihrer Kirchenordnung daher den Nikolaustag nicht.

Doch der Nikolaustag hat sich längst im bürgerlichen Kalender etabliert, wo ihm nur noch wenig kirchliches Gepränge anhaftet. So begehen wohl auch die meisten evangelischen Familien den Nikolaustag als einen vorweihnachtlichen Tag des Beschenkens der Kinder, jedoch ganz ohne Heiligenverehrung.

Sabrina

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