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Der HERR ſegne und behüte mich!
der HErr erleuchte ſein Angeſicht über mich,
und ſey mir gnädig !
der HERR erhebe
ſein Angeſicht auf mich,
und gebe mir ſeinen Frieden,
dieſe Nacht und allezeit, bis daß der Geiſt des HERRN mich geleite in das ewige Leben,
Amen.
O ewiger, barmherziger und reicher GOTT vom Himmel !
der du aus großer Gnade und väterlicher Fürſorge mich abermal dieſen Tag friſch und geſund haſt laſſen vollenden,
dafür danke ich dir von ganzem Herzen.
Und weil ich (leider) dieſen Tag nicht zu deinem Lob und Ehre und zu Nutz meines Nächſten zugebracht habe,
ſintemal meine verderbte Natur allezeit eher zum Böſen, als zum Guten geneigt iſt:
ſo hilf, du getreuer GOtt,
daß ich, der ich aus ſündlichem Samen gezeuget bin,
meine Gebrechlichkeit erkenne,
und deiner göttlichen Gnade theilhaftig werde,
und lehre mich,
daß ich oft und vielmal an mein Ende gedenke,
daß ich mich zu demſelben in wahrer Buße gefaßt mache;
und wenn daſſelbige herzu nahet,
daß ich möge getroſt und ſelig aus dieſem Elend abſcheiden,
und mit allen Gläubigen in das himmliſche Paradies verſetzet werden.
Indeſſen wolleſt du mich,
ſo lange ich noch hier zu leben habe,
in deinen allmächtigen Schutz nehmen,
und vor allem Schaden und Gefahr an Leib und Seele gnädiglich behüten,
um JEſu Chriſti,
deines lieben Sohnes,
unſers HErren willen,
Amen.
In deine Hände befehl ich meinen Geiſt;
du haſt mich erlöſet, HErr, du getreuer GOtt !
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Anmerkung 1
1 ſintemal: zumal, denn.
Siehe auch den Artikel
ſintemal in unserem Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545.
Beten! – Was riskieren wir schon dabei? Nichts. Was kostet es uns, außer einigen Minuten Zeit, die wir vermutlich anderweitig kaum besser genutzt hätten?
Die Macht des Betens! – das klingt kompliziert! Ja, Gebete sind nicht nur Worte. Sie erwarten viel Engagement von Ihnen. Man muss sogar über den eigenen Schatten springen können. Und man muss dran bleiben. Nicht nur reden, handeln! Aber womöglich ist es genau das, weshalb viele nicht an die Macht des Betens glauben: Sie nehmen das Gebet nicht ernst. Sie können nicht erfahren, wie es wirkt. Können Sie es?
Das Gebet ist die Begegnung mit Gott. Es ist neben Bitten und Danken ein Ort der Selbstreflexion. Das ICH dominiert die Begegnung mit dem sich nähernden Gott.
Im Leben evangelischer Christen ist das Gebet von größter Bedeutung. Es ist die Kommunikation mit Gott. Diese Kommunikation ist Ausdruck des christlichen Glaubens im Sinne einer gelebten Beziehung zwischen Mensch und Gott. Das Gebet ermöglicht eine tiefe, sehr persönliche Begenung mit Gott aus dem eigenen ICH heraus.
Quelle der Gebetstexte :
Sammlung einiger erwecklichen Gebete, Morgens und Abends auf jeden Tag in der Woche, desgleichen beym Gottesdienst in der Kirche, sodann bey der Beichte und Communion; ferner um Glück und Segen zur Berufs-Arbeit, um Trost in Kreuz und Trübsal, wie auch bey schwerem Donnerwetter, und letztlich in Todesnöthen, fruchtbarlich zu gebrauchen.
Mit Königl. Preuß. und Churfürstl. Brandenb. allergnädiger Freyheit. Magdeburg, im Faber´schen Verlag. [1817, 1851].
Bildnachweis:
Grafik: Evangelische Gebete
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