Allerseelen

Montag, 2. November 2026

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

2.11.2026 | Allerseelen
Montag
 

Allerseelen

 
Symbol

Johann Albrecht Bengel

(† 2. November 1752 in Stuttgart)

Symbol

Gedächtnistag für alle Verstorbenen

 

Kalenderblätter

 

Festes Datum
Allerseelen am 2. November
 
  • Der Tag Allerseelen ist immer
    der 2. November eines Jahres.

 

Hintergründig

Hintergründig

Tanne | Leben und Vergänglichkeit | Foto: © Reiner Makohl

Abbildung: Tanne | Leben und Vergänglichkeit
Foto: © Reiner Makohl

Symbol Katholisch

Katholischer Gedächtnistag

Allerseelen

Der Gedächtnistag Allerseelen wurde eingeführt von Abt Odilo von Cluny (994 – 1048) um 1030 n. Chr., nachdem der Tag zuvor schon in Mönchskreisen begangen worden war (seit 663 n. Chr. belegt). In Rom wurde der Gedächtnistag aber erst 1311 erstmals gefeiert.

Zusammen mit →Allerheiligen (1. November) sind es Tage der katholischen Totenfeiern mit vielen Volkssitten, in denen sich vorchristliche und christliche Bestandteile mischen.

Der Ursprung des Festes

Der Ursprung des Festes geht auf stark überzeichnete, mystische Legenden zurück, um nicht zu sagen: auf puren Aberglauben.

So schreiben mittelalterliche Quellen über den Ursprung des Gedenktags: »Der heilige Odilo habe erfahren, daß bei einem Vulkan in Sizilien häufig Stimmen und Heulen von Dämonen zu hören seien, die sich darüber beklagten, daß die Seelen von Verstorbenen durch Almosen und Gebete ihren Händen entrissen würden, und habe deshalb in seinen Klöstern angeordnet, nach dem Fest Allerheiligen einen Gedenktag für die Verstorbenen abzuhalten.« (→ Jacobus de Voragine, Legenda Aurea, Allerseelen, S. 2108ff.) 1

Läuterung der Seelen und Fürbitten

Inhaltlich geht es an diesem Gedenktag um die Läuterung der Seelen und um die Fürbitte für sie.

Die »Läuterung der Seelen« meint eine geistige Reinigung in einem reinigenden, physischen Feuer zwischen Tod und Endgericht. Biblisch stützt sich diese Lehre nur sehr schwach auf →1Kor 3,15, wonach Werke der Sünder im Feuer verbrennen, aber die Sünder selbst durch jenes Feuer gerettet werden: »Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.« 

Die Fürbitten zielen darauf, den Toten zu helfen (sie den Dämonen zu entreißen) durch dafür nützliche Rituale. Vier Arten der Fürbitten werden von Jacobus de Voragine für diesen Zweck genannt: »Gebet von Gläubigen und von Freunden, Spenden von Almosen, Opfern der heilbringenden Hostie und Einhaltung des Fastens.« (→ Jacobus de Voragine, Legenda Aurea, Allerseelen, S. 2118f.)

Heutige Sichtweisen

Heute geht es sehr viel weniger um Mystik. Am Tag Allerseelen gedenkt man aller Verstorbenen. Vereinfacht ausgedrückt meint das in der religiösen Praxis: Man wünscht Ihnen das ewige Leben bei Gott und betet für sie.

Anmerkung

1 Damit verbunden ist die Lokalisierung der Hölle auf Sizilien durch Papst Gregor I. (590 - 604). König Theodorich (ca. 451 - 526; König des Ostgotenreichs) soll dort einer Erzählung nach, die Gregor zu Ohren kam, zur Hölle gefahren sein.

Symbol Evangelisch

Evangelisches Brauchtum

Die evangelischen Kirchen kennen den Tag Allerseelen nicht. Sie gedenken der Verstorbenen und ihrer eigenen Sterblichkeit am letzten Sonntag im Kirchenjahr, der als →Ewigkeitssonntag und als →Gedenktag der Entschlafenen begangen werden kann.

 

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