Zeiten der Trauer und der Hoffnung

Übersicht für das Jahr 2020

Trauer und der Hoffnung 2020

 

Trauer und Hoffnung | Foto: © Geschütztes Bildmaterial - copyrighted picture

 

 

Kalenderübersicht

Zeiten der Trauer und der Hoffnung
2020

Die Konfrontation mit dem ewigen Kreislauf des Sterbens und Geborenwerdens

 

 
 

 

Unser Kalender kennt etliche Tage, die von traurigen Anlässen geprägt sind. Oft leiten sie eine Zeit mehrerer Tage ein, in der die Trauer im Vordergrund steht.

Trauer ist ein emotionaler Zustand. Trauer ist von starken Gefühlen hervorgerufen, die uns aus unterschiedlichen Gründen ergreifen: Es kann sich um den Tod eines geliebten Men­schen handeln, es kann tiefe Niedergeschlagenheit über Ereignisse meinen, die uns di­rekt be­tref­fen, aber womöglich auch fern von uns sind und uns doch sehr berühren.

Immer geht es um einen Verlust, verbunden mit einem Aufbegehren gegen die Erkenntnis der Unabänderbarkeit, verbunden mit Fragen nach der Sinnhaftigkeit, verbunden mit Ge­füh­len der Ohnmacht, der Hilflosigkeit und möglichen Versagens oder gar Schuld an­ge­sichts der Härte, mit der uns die Situation überwältigt.

Aktives Trauern meint, die Trauer zu verarbeiten. Aktives Trauern hilft, Schmerz, Leid und Ohn­macht zu überwinden, sie nicht nur geschehen zu lassen. Schmerz, Leid und Ohnmacht, die nicht bewältigt werden, hinterlassen tiefe Narben in der Psyche, Verhärtungen, die uns stumpf machen für Emotionen und Empathie.

So sind die staatlichen und religiösen Gedenk- und Feiertage Zeiten, die unsere Emotionen be­feu­ern wollen. Es sind Zeiten, die uns helfen sollen, traurige Ereignisse adäquat zu ver­ar­bei­ten, um neue Wege zu finden, sie zu überwinden. Denn ausweichen können wir ih­nen nicht. Im Laufe unseres Lebens werden wir alle mit zahlreichen, traurigen Erlebnissen un­ter­schied­li­cher Qualität und Härte konfrontiert.

Überwinden meint aber auch: Hoffnung gewinnen. Den Blick so auf jene Veränderung zu wer­fen, die das traurige Ereignis ausgelöst und begründet hat, dass neue Erkenntnisse ge­fund­en werden. Es geht darum, neue, gangbare Wege sichtbar werden zu lassen. Es geht da­rum, die Psy­che zu bestärken, um die starken Emotionen in zielgerichtetes, positives Han­deln um­zu­lei­ten.

Ja, Trauer zeigt uns Grenzen auf. Doch die Chance besteht darin, aus der Trauer heraus Hoff­nung entstehen zu lassen, die uns hilft, diese Grenzen zu überwinden.

 

Auswahl und Einordnung der Kalendertage

Wir haben in dieser Rubrik einige Gedenk- und Feiertage zusammengestellt, die trau­ri­gen Anlässen gewidmet sind. Die Abgrenzung gegenüber unserer →Rubrik der Ge­denk- und Feiertage gegen Gewalt ist weniger hart, als es scheint.

Gedenktage, die an die Atombombenabwürfe in Japan, an die Nuklearkatastrophen oder an die Novemberpogrome erinnern, sind sicher Tage unermesslicher Trauer. Doch dort steht für uns nicht die Bewältigung der Trauer im Vordergrund, die in individuelle Hoff­nun­gen mündet. Diese Anlässe sind viel eher Mahnmale, die uns an unsere men­sch­li­che Pflicht erinnern, nicht zuzulassen, dass Menschen Opfer werden. Dies liegt voll­stän­dig in unserer Hand und ist keine Frage der Hoffnung, sondern einer Ethik, die ver­ant­wort­li­ches Denken und Handeln bestimmt und das traurige Geschehen hätte ver­hin­dern müssen.

An dieser Stelle haben wir Tage wie den Karfreitag aufgenommen, der wie kein anderer in Trau­er mündet, aus der sich aber mit der Auferstehung, mit dem Glauben an ein Leben nach dem Tod, neue Hoffnung für jeden von uns – auch für Sie! – entwickelt.

Hier finden Sie die letzten Wochen des Kirchenjahres, die von Allerseelen, vom Volks­trau­er­tag und vom Totensonntag dominiert werden. Es ist Spätherbst, und in un­se­ren Brei­ten­gra­den macht sich die Natur für den »kleinen Tod« bereit, den tiefen Win­ter­schlaf, aus dem heraus sie im Frühjahr neu erwachen wird.

Wir gedenken in dieser Zeit der Toten, der Verstorbenen, und damit unserer eigenen Her­kunft. Es gibt uns nur, weil es sie gab. Und so kann Dankbarkeit Trauer durchfluten. Es gibt uns nur, weil dieses ewige Spiel des Sterbens und des Geborenwerdens so läuft, wie es läuft. Es gäbe keine Not und keinen Grund, Kinder zu zeugen, wenn wir unsterblich wären.

Es gibt uns nur deshalb, weil eine unvorstellbar lange Kette von Vorfahren ihr individuelles Le­ben, ihre Lebenskraft, in der Zeugung an ihre Kinder weitergeben hat. Und so durchflutet Hoff­nung die Trauer, dass das Leben in kommenden Generationen gelebt werden kann. Auch wenn manch eine Kette abreißt, weil Menschen keine Kinder zeugen wollen oder zeu­gen kön­nen: Die Welt wird von Menschen bevölkert werden.

Es bleibt uns die Hoffnung, die im Christentum fest verankert ist, dass diese Menschen dann klug genug sind, sich an ethischen und moralischen Regeln zu orientieren, die ihnen ei­ne bessere Welt und somit ein besseres Leben ermöglichen. Gestalten jedoch müssen sie dies alles selbst.

Unsere Aufgabe unterscheidet sich davon nicht. Wir können uns nicht schulterzuckend von dieser Verantwortung befreien. Der Blick auf die Ahnen lehrt uns: Erst waren sie, nun sind wir an der Reihe. Wir legen das Fundament für das Leben unserer Nachkommen, un­se­rer eigenen und der unserer Mitmenschen. Wir tun es schon allein durch unser Dasein. Es lässt sich nicht verhindern! Dann sollten wir auch bewusst und verantwortungsvoll damit um­ge­hen.

Die Tage der Trauer sind keine Aufforderung dazu, in Traurigkeit zu versinken. Vielmehr er­in­nern sie uns daran, das Leben, unser Leben und das unserer Kinder, an Werten aus­zu­rich­ten, die uns allen wichtig sind. Sie geben uns die Chance, mal etwas langsamer zu tre­ten, in ein erholsames Nachdenken zu fallen, um daraus neu zu erwachsen, voll mit neu­en In­spi­ra­ti­o­nen, Ideen und Erkenntnissen.

Es geht darum, das alte Laub abzuwerfen, um Kraft zu sammeln, damit sich neue Triebe bil­den. Und wo? In unserem Denken, Reden und Handeln.

 

Tage der Trauer und der Hoffnung 2020

Anzahl besonderer Tage in der Liste: 5

 

Die Ta­bel­le zeigt in chro­no­lo­gi­scher Fol­ge alle Ta­ge, zu de­nen es ei­gen­stän­di­ge Ar­ti­kel mit vie­len Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­o­nen gibt.

 

Titel

→Karfreitag 2020

Am Karfreitag gedenken die Christen des Kreu­zes­to­des Chris­ti. Der Na­me lei­tet sich aus dem Alt­hoch­deut­schen »Ka­ra« ab, was »Kla­ge« oder »Trau­er« be­deu­tet.

Mehr darüber in diesem Artikel.
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→Allerseelen | 2. November 2020

Der Gedächtnistag Allerseelen wurde ein­ge­führt von Abt Odilo von Cluny um 995 n. Chr., nach­dem er zu­vor schon in Mönchs­krei­sen be­gan­gen wor­den war.

Mehr darüber in diesem Artikel.
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→Volkstrauertag 2020

Der Volkstrauertag ist der deutsche Trauertag zum Ge­den­ken der Opfer des Na­ti­o­nal­so­zi­a­lis­mus, der To­ten bei­der Welt­krie­ge und der Op­fer von Ge­walt.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Titel

→Buß- und Bettag 2020

Martin Luther forderte in seinen 95 The­sen zur Bu­ße auf. Zum Buß- und Bet­tag ge­hört die Er­in­ne­rung an die­ses evan­ge­li­sche Grund­ver­ständ­nis.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Zum Artikel

→Totensonntag | Ewigkeitssonntag 2020

Der Ewigkeitssonntag oder To­ten­sonn­tag ist ein evan­ge­li­scher Ge­denk­tag für die Ver­stor­be­nen. Im Mit­tel­punkt des Brauch­tums ste­hen Fried­hofs­be­su­che.

Mehr darüber in diesem Artikel.

 

 

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Das evangelische Kirchenjahr

Symbol Evangelisch

 

Der Artikel →Das evangelische Kirchenjahr 2019/2020 zeigt in tabellarischer Form für das ge­wähl­te Kirchenjahr mit den Bezeichnungen nach der jeweils gültigen Kir­chen­ord­nung:

  • alle Sonntage, die im Jahr vorkommen
  • alle evangelisch-kirchlichen Fest- und Feiertage
  • alle evangelisch-kirchlichen Gedenktage, sofern sie gottesdienstlich begangen wurden oder werden
Zum Verzeichnis der Tage im evangelischen Kalender 2019/2020
Zum Verzeichnis der Tage im evangelischen Kalender 2019/2020

→Das evangelische Kirchenjahr 2019/2020

Liste aller Sonntage, Festtage und Feiertage im Jahreslauf

Der kirchliche Kalender mit den kon­kre­ten Da­ten für das ak­tu­el­le und das fol­gen­de Jahr nach dem gre­go­ri­a­ni­schen oder ju­li­a­ni­schen Ka­len­der.

 

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SK Version 23.08.2020  

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Die Ka­len­der­an­ga­ben be­zie­hen sich ab dem Jahr 1949 auf Ka­len­der der Bun­des­re­pu­b­lik Deutsch­land (DE).
Die Datums- und Zeit­an­ga­ben gel­ten nach Mit­tel­eu­ro­pä­i­scher Zeit, in Zei­ten mit ge­setz­li­cher Som­mer­zeit­re­ge­lung nach Mit­tel­eu­ro­pä­i­scher Som­mer­zeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
Fehler und Irr­tü­mer sind nicht aus­ge­schlos­sen. Alle An­ga­ben →ohne Ge­währ.