Neujahrstag

Mittwoch, 1. Januar 1800

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium     Zum TextLk 2,21   
Epistel Zum TextGal 3,23-29   
Lied Nr. 39   [EG -]   
→Gottesdienstordnung

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach den altkirchlichen Leseordnungen

Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)
1.1.1800 | Neujahrstag
Mittwoch
 

 

Festes Datum
Neujahrstag am 1. Januar
 
  • Der Neujahrstag
    ist immer der 1. Januar eines Jahres.
 
Symbol: Abstand zum Christfest
 

 

Alternativer Artikel zum 1. Januar
Wissenswertes zum Tag

→Neujahr | 1. Januar 1800

Das christliche Neujahrsfest zum 1. Januar ist relativ jung. Bis ins Mittelalter hinein waren sechs verschiedene Termine für den Jahresanfang bekannt und in Gebrauch.

 

Gottesdienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

Neujahrstag

nach der altkirchlichen Leseordnung

 

→ allgemein seit der Reformation mindestens bis zum Kirchenjahr 1897/1898 in Gebrauch

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)

Weiß

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Lk 2,21 )

 

Namengebung Jeſu

 

 

 

Spruch und Psalm für den Tag

 
Biblia
1545
 

Spruch
für den Tag

 

Vnd alles was jr thut / mit worten oder mit wercken / Das thut alles im dem namen des HErrn Jheſu / Vnd dancket Gott vnd dem Vater durch jn.

→Kol 3,17

Pſalm
8
 

Psalm
für den Tag

 
 

→Psalm 8

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Predigttext Text
Evangelium im Hauptgottesdienst  Zum TextLk 2,21
Epistel im zweiten Gottesdienst Zum TextGal 3,23-29
     

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Reformation änderte sich die Bedeutung der Lesungen und der Predigt im Gottesdienst grundlegend. Gab es vorher keine oder nur eine sehr lose Bindung der Perikopen an die Messe, so war für Luther nun regelmäßig die Evangelienperikope Grundlage der Predigt im sonntäglichen Hauptgottesdienst (vormittags), an diesem Tag also  Zum TextLk 2,21.

Im Fokus der Predigt stand jetzt als Teil der Verkündigung die Auslegung des Evangeliums.

Die Epistelperikope war als Predigttext empfohlen für den Gebrauch im Gottesdienst am Nachmittag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift → Von der Ordnung des Gottesdienstes in der Gemeinde, 1523, Über den Sonntagsgottesdienst).

Die Reihe der Epistelperikopen enthielt (anders als heute) auch Texte aus dem Alten Testament. Es gab keine spezielle Reihe für Lesungen aus dem Alten Testament.

Doch die Pfarrer und Prediger waren zunächst nicht nur frei darin, einen biblischen Text für die Predigt zu wählen, sondern geradezu aufgefordert, die Predigt an den Bedürfnissen der Gemeinde und an der geübten Praxis auszurichten.

In den meisten Kirchen wurden nahezu täglich Gottesdienste geboten (die in unseren Kalendern z. Z. nicht abgebildet sind). An Sonn- und Feiertagen konnten gleich mehrere Gottesdienste und Messen stattfinden. Hier entwickelten sich Leseempfehlungen für jeden Wochentag, in Summe also für jeden Tag des Kirchenjahres.

Von Bedeutung war auch die protestantische Ausrichtung der Gebietskirche: lutherisch, reformiert (calvinistisch) und uniert. Unterschiede zeigten sich in der Liturgie und damit im Verständnis der Predigt als Teil der Verkündigung.

Luthers allgemeinen Empfehlungen in seinen Schriften folgten etwa ab 1560 vereinzelt Ansätze, eine gewisse verbindliche Textordnung für Pfarrer und Gemeinden zu gestalten. Dies geschah jedoch zaghaft und zögerlich angesichts der bestehenden Meinungsvielfalt und angesichts der Lage der Entscheidungshoheit, die nicht in der Kirche, sondern beim Landesfürsten angesiedelt war. Zunächst gab es auch keinen hinreichenden Bedarf für neue Regelungen: Gottesdienst war selbstverständlich und die Bevölkerung nahm rege teil. Doch spätestens im Zeitalter der Aufklärung, als ein deutlicher Rückgang christlichen Engagements in der Bevölkerung zu erkennen war, die Zahl der Gottesdienstbesucher stetig abnahm und etliche unterwöchige Gottesdienste und Messen gestrichen wurden, trat die Notwendigkeit deutlich hervor, das Gottesdienstverständnis und die Gottesdienste des Kirchenjahres zu überdenken.

Dies führte vielfach schon früh und speziell im 19. Jahrhundert zu zahlreichen unterschiedlichen Durchführungen, Vorschlägen und Erprobungen, bis sich 1896 die Eisenacher Konferenz als reichsweite Konferenz der deutschen Landeskirchen mit der Idee einer allgemein gültigen Textordnung beschäftigte und schließlich eine Perikopenordnung beschloss, die ab 1898/1899 allen evangelischen Landeskirchen zur Umsetzung empfohlen wurde.

Es ist derzeit an dieser Stelle nicht möglich, für die Jahre 1530/1531 bis 1898/1899 Textordnungen darzustellen, die über die altkirchlichen Perikopen für die Lesungen und Predigten hinaus gehen. Wir sind uns dabei bewusst, dass diese Perikopen regional und zeitlich begrenzt keine Bedeutung hatten.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

Neujahrstag

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion und Verweisen in den Marginalspalten. Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Lukas

Lk 2,21

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→  Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. II.

 

 

Vers 21

Aus den Kindheitsgeschichten Jesu:
Jesu Beschneidung und Namensgebung

DA acht ta­ge vmb waren / das das Kind be­ſchnit­ten wür­de / Da ward ſein Na­me ge­nen­net Jhe­ſus / wel­cher ge­nen­net war von dem En­gel / ehe denn er in Mut­ter­lei­be emp­fan­gen ward.

 

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien

Gal 3,23-29

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. III.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Die vorläufige Aufgabe des Gesetzes

Verse 23 - 25

 

 

Paulus schreibt:

 

EHe denn aber der glaube kam / wurden wir vnter dem Geſetz verwaret vnd verſchloſſen / auff den glauben / der da ſolte offenbart werden. 24Alſo iſt das Geſetz vnſer Zuchtmeiſter geweſen auff Chriſtum / das wir durch den glauben gerecht würden.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Der Glaube löst das Gesetz ab

Verse 26 - 29

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IR ſeid alle Gottes Kinder / durch den glauben an Chriſto Jheſu. 27Denn wie viel ewer getaufft ſind / die haben Chriſtum angezogen. 28Hie iſt kein Jüde noch Grieche / hie iſt kein Knecht noch Freier / hie iſt kein Man noch Weib / Denn jr ſeid allzumal einer in Chriſto Jheſu. 29Seid jr aber Chriſti / ſo ſeid jr ja Abrahams ſamen / vnd nach der verheiſſunge Erben.

 

 

 

  Hörbuch-Video

Aus den Kindheitsgeschichten Jesu: Jesu Beschneidung und Namensgebung (Lk 2,21)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Lk 2,21

Das Video zeigt aus der Lutherbibel von 1545 die kurze Notiz über Jesus Beschneidung und Namensgebung, vorgelesen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rückblick auf die Perikopenordnungen vergangener Jahrhunderte zeigt auf, wie sich die Verwendung der biblischen Texte in evangelischen Gottesdiensten im Laufe der Zeit veränderte.

Wir beschränken uns in den weit zurückliegenden Jahren auf Perikopenordnungen, die überwiegend in Gebrauch waren.

Durch die neue Ordnung für die Verwendung von Sprüchen, Psalmen, Bibeltexten und Liedern in Gottesdiensten sind die alten Ordnungen zwar liturgisch überholt, aber inhaltlich deswegen keineswegs falsch.

Wir möchten Sie daher ermuntern, die in alter Zeit verwendeten Perikopen zu betrachten. Nur so können Sie ergründen, ob das, worauf sich Pfarrer vor Hunderten von Jahren in Gottesdienst und Predigt stützten, auch noch heute aktuell ist. Aktuell für Sie ganz persönlich.

 

Biblia 1545

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

 

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©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 05.09.2026  

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Die Kalenderangaben beziehen sich historische Kalender Deutschlands (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit (→MEZ).
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