Sonntag Trinitatis

Sonntag, 26. Mai 1532

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium    Zum TextJoh 3,1-15   
Epistel Zum TextRom 11,33-36   
Lied Nr. 97   [EG 126]   
→Gottesdienstordnung

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)
26.5.1532 | Trinitatis | Tag der Heiligen Dreifaltigkeit
Sonntag
 

Sonntag
Trinitatis

Tag der Heiligen Dreifaltigkeit

→Julianisches Datum

 

 

Kalenderblätter
Kalender

Der Trinitatis in den Kirchenjahren 1531/1532 bis 1538/1539
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

Achtung!

Alle Daten bis Don­ners­tag, den 4. Ok­to­ber 1582 ba­sie­ren auf dem Ju­li­a­ni­schen Ka­len­der.
Für Da­ten ab Frei­tag, den 15. Ok­to­ber 1582 gilt der heu­te üb­li­che gre­go­ri­a­ni­sche Ka­len­der.

 

Bewegliches Datum
Sonntag Trinitatis zwischen dem 17. Mai und dem 20. Juni
 
  • Christlicher Gedenktag
  • 1. Sonntag nach →Pfingstsonntag
  • 8. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der Sonntag Trinitatis liegt zwischen
    dem 17. Mai und dem 20. Juni eines Jahres
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 56 Tage nach Ostern
  • am 57. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
  • am 8. Tag nach Pfingsten
Achtung!

Datum nach julianischer Zeitrechnung

Für Daten bis zum 4. Oktober 1582 gilt als Grundlage der Julianische Kalender.

 

Alternativer Artikel zum Sonntag Trinitatis

Allgemeine Informationen und Gedanken zu diesem Tag
finden Sie in diesem Artikel:  

Zum Artikel

→Sonntag Trinitatis 1532

Der Sonntag thematisiert die Tri­ni­tät, die Drei­fal­tig­keit Got­tes, und das Glau­bens­be­kennt­nis. Wir be­leuch­ten Hin­ter­grün­de und be­trach­ten sie kri­tisch.

Mehr darüber in diesem Artikel.

 

Gottesdienstliche Ordnung

Symbol Evangelisch

Der evangelische Sonntag

Trinitatis

Tag der Heiligen Dreifaltigkeit

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)

Weiß

 

Nach altkirchlicher Textordnung

 

überwiegend gültig in den Jahren 1530/1531 bis 1896/1897

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Joh 3,1-15 )

 

Jeſus und Nikodemus

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Heilig / heilig / heilig iſt der HERR Zebaoth / Alle land ſind ſeiner Ehren vol.

→Jes 6,3b

Pſalm
99
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 99

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum TextRom 11,33-36
Evangelium Zum TextJoh 3,1-15
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also Zum TextJoh 3,1-15.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Biblia 1545

Perikopen nach Luther 1545

Trinitatis

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

Gültig für die Kirchenjahre bis 1897/1898

Texte für Lesungen und Predigt nach altkirchlichen Perikopenordnungen

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinde in Rom

Rom 11,33-36

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XI.

 

 

 

 

 

 

Verse 33-36

Lobpreis der Wunderwege Gottes

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

 

→Jeſa. 40.

 

 

 

 

 

 

 

 

O Welch ein tieffe des reichthums / beide der weisheit vnd erkentnis Gottes / Wie gar vnbegreifflich ſind ſeine gerichte / vnd vnerforſchlich ſeine wege. 34Denn wer hat des HER­RN ſinn erkand? Oder wer iſt ſein Ratgeber ge­we­ſen? 35Oder wer hat jm was zuuor gegeben / das jm werde wider vergolten? 36Denn von jm / vnd durch jn / vnd in jm / ſind alle ding / Im ſey Ehre in ewigkeit / A M E N.

 

 

 

 

 

 

 

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Johannes

Joh 3,1-15

REIHE

EV

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. III.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Gespräch Jesu mit Nikodemus

Verse 1-15

 

ES war aber ein Menſch / vnter den Phariſeern / mit namen Ni­co­de­mus ein Oberſter vnter den Jü­den. 2Der kam zu Jheſu bey der nacht / vnd ſprach zu jm / Mei­ſter / Wir wiſſen / das du biſt ein Lerer von Gott komen / Denn niemand kan die Zeichen thun / die du thuſt / Es ſey denn Gott mit jm.

Vernunfft / na­tur / frey­wil­le etc. weis nichts von Got­tes gna­den vnd wer­cken / ja ſie ſchew­et es / ſchwei­ge / das ſie es be­ge­ren ſolt Wie die­ſer Text kler­lich bewei­ſet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3JHeſus antwortet / vnd ſprach zu jm / Warlich / warlich / Ich ſage dir / Es ſey denn / das jemand von newen geborn werde / kan er das reich Gottes nicht ſehen. 4Nicodemus ſpricht zu jm / Wie kan ein Menſch geboren werden / wenn er alt iſt? Kan er auch wi­der­umb in ſeiner Mutterleib gehen / vnd geborn werden? 5Jheſus antwortet / Warlich / warlich / Ich ſage dir / Es ſey denn / das jemand geboren werde / aus dem Waſſer vnd Geiſt / ſo kan er nicht in das reich Gottes komen / 6Was vom Fleiſch geborn wird / das iſt fleiſch / Vnd was vom Geiſt geboren wird / das iſt geiſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7LAS dichs nicht wundern / das ich dir geſagt habe / Ir müſſet von newen geborn werden. 8Der Wind bleſet wo er wil / vnd du horeſt ſein ſauſen wol / Aber du weiſt nicht von wannen er kompt / vnd wo hin er feret. Alſo iſt ein jg­li­cher / der aus dem Geiſt geborn iſt. 9Nicodemus antwortet / vnd ſprach zu jm / Wie mag ſolchs zugehen? 10Jheſus antwortet / vnd ſprach zu jm / Biſtu ein Meiſter in Iſ­ra­el / vnd weiſſeſt das nicht? 11Warlich warlich ich ſage dir / Wir reden / das wir wiſſen / vnd zeugen / das wir geſehen haben / Vnd jr nemet vnſer zeugnis nicht an. 12Gleubt jr nicht / wenn ich euch von jrdiſchen dingen ſage / Wie würdet jr gleuben / wenn ich euch von Himeliſchen dingen ſagen würde.

 

 

 

(Bleſet)

Die zwey ſtück hö­ren zu­ſa­men / Wort vnd Geiſt / gleich wie im win­de die zwey ſtück mit ein­an­der ſind ſau­ſen vnd we­hen.

 

 

→Num. 21.

 

 

 

 

13VND niemand feret gen Himel / Denn der vom Himel ernider komen iſt / nem­lich / des menſchen Son / der im Himel iſt. 14Vnd wie Moſes in der Wüſten eine Schlange erhöhet hat / Alſo mus des menſchen Son erhöhet werden /15Auff das Alle die an jn gleuben / nicht verloren werden / Sondern das ewige Leben haben.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

Empfehlungen: Das könnte Sie auch interessieren
Zum Artikel

→Sonntag Trinitatis 1532

Der Sonntag thematisiert die Tri­ni­tät, die Drei­fal­tig­keit Got­tes, und das Glau­bens­be­kennt­nis. Wir be­leuch­ten Hin­ter­grün­de und be­trach­ten sie kri­tisch.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Zum Artikel

→Wann ist Ostern?

Die beweglichen Feiertage im Jah­res­lauf hän­gen ab vom Os­ter­datum. Wir er­läu­tern, wie sich das Os­ter­da­tum be­rech­net und nen­nen die ak­tu­el­len Da­ten der Fei­er­ta­ge.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Sabrina

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de
©by Sabrina | SABRINA CREATIVE DESIGN™

SK Version 09.03.2021  

Daten historischer Kalender Deutschlands

 
Die Ka­len­der­an­ga­ben be­zie­hen sich hi­sto­ri­sche Ka­len­der Deutschlands (DE).
Die Datums- und Zeit­an­ga­ben gel­ten nach Mit­tel­eu­ro­pä­i­scher Zeit (→MEZ).
Fehler und Irr­tü­mer sind nicht aus­ge­schlos­sen. Alle An­ga­ben →ohne Ge­währ.