Reformationsfest

Montag, 31. Oktober 1667

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium    Zum TextMt 5,1-12   
Epistel Zum TextGal 5,1-15   
Lied Nr. 242   [EG 342]   
→Gottesdienstordnung

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Rot
31.10.1667 | Reformationsfest
Montag
 
 

Teil II: Unbewegliche Feste und Gedenktage  

Regeln

Das Reformationsfest wird immer gefeiert!

Fällt das Reformationsfest (31. Oktober) auf einen Sonntag, dann gilt an diesem Sonntag die Gottesdienstordnung des Reformationstags.

 

Festes Datum
31. Oktober
 
  • Das Reformationsfest
    ist immer am 31. Oktober eines Jahres.

 

AlternativeR Artikel zum Reformationsfest
Zum Artikel

→Reformationstag | 31. Oktober 1667

Der Reformationstag ist der Gedenktag evan­ge­li­scher Chris­ten in Deutsch­land im Gedenken an die Re­for­ma­tion der Kir­che durch Mar­tin Luther.

Mehr darüber in diesem Artikel.

 

Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Das evangelische

Reformationsfest

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Rot

Rot

 

Nach altkirchlicher Textordnung

 

überwiegend gültig in den Jahren ab 1666/1667 bis 1896/1897

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Mt 5,1-12 )

 

Die Seligpreiſungen

 

 

 

Spruch und Psalm für den Tag

 
Biblia
1545
 

Spruch für den Tag

 

ICH bin der HERR / dein Gott. DV ſolt kein andere Götter neben mir haben.

→2Mos 20,2.3

Pſalm
46
 

Psalm für den Tag

 
 

→Psalm 46

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum TextGal 5,1-15
Evangelium Zum TextMt 5,1-12
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also Zum TextMt 5,1-12.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Biblia 1545

Perikopen nach Luther 1545

Reformationsfest

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Gültig in den Kirchenjahren ab 1666/1667 bis 1896/1897

 

Biblia
1545

Text nach der Lutherbibel von 1545.
Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Brief des Paulus an die Gemeinden in Galatien

Gal 5,1-15

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Gálater.

 

C. V.

 

 

Verse 1-12

Der Aufruf zur christlichen Freiheit

 

 

Paulus schreibt:

 

SO beſtehet nu in der Freiheit / da mit Vns Chri­ſ­tus befreiet hat / Vnd laſſet euch nicht wi­der­umb in das knechtiſche Joch fangen. 2Sihe ich Paulus ſage euch / Wo jr euch beſchneiten laſſet / So iſt euch Chri­ſ­tus kein nütz. 3Ich zeuge abermal einem jederman / der ſich beſchneiten leſſet / Das er noch das gantze Ge­ſe­tze ſchüldig iſt zu thun. 4Ir habt Chri­ſtum verloren / die jr durch das Ge­ſetz gerecht werden wolt / vnd ſeid von der Gnade gefallen. 5Wir aber warten im Geiſt / durch den glauben / der Gerechtigkeit der man hoffen mus. 6Denn in Chri­ſ­to Jheſu gilt weder Beſchneitung noch Vorhaut etwas / Sondern der Glaube der durch die Liebe thetig iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Schüldig)

Denn on glauben iſt kein hertz rein / On hertzen rei­nig­keit iſt kein werck recht vnd rein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7IR lieffet fein / Wer hat euch auffgehalten / der War­heit nicht zu gehorchen? 8Solch vberreden / iſt nicht von dem / der euch beruffen hat. 9Ein wenig Sawr­teig verſawret den gan­tzen Teig. 10Ich verſehe mich zu euch in dem HErrn / jr werdet nichts anders geſinnet ſein. Wer euch aber jrre machet / Der wird ſein Vrteil tragen / er ſey wer er wolle. 11Ich aber / lieben Brüder / ſo ich die beſchneitung noch predige / Warumb leide ich denn verfolgung? So hette das ergernis des Creutzes auff­ge­hö­ret. 12Wolte Gott / das ſie auch ausgerottet würden / die euch verſtören.

 

 

 

 

 

 

Verse 13-15

Das Gebot der Nächstenliebe ist die Erfüllung des gesamten Gesetzes

 

 

 

 

 

 

 

 

13IR aber / lieben Brüder / ſeid zur Freiheit beruffen / Allein ſehet zu / das jr durch die Freiheit dem Fleiſch nicht raum gebet / Sondern durch die Liebe diene einer dem andern. 14Denn alle Ge­ſetz werden in einem wort erfüllet / in dem / Liebe deinen Ne­he­ſten als dich ſelbs. 15So jr euch aber vn­ter­nan­der beiſſet vnd freſſet / So ſehet zu / das jr nicht vn­ter­nan­der verzeret werdet.

 

 

(Raum gebet)

Das thun die je­nen / die da ſagen / dieweil der glau­be alles thut / ſo wollen wir nichts gutes thun / vnd auff den glauben vns verlaſſen.

 

 

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Matthäus

Mt 5,1-12

REIHE

EV

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt

Die Seligpreisungen

|| →Lk 6,20-23

Verse 1-10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DA a Jheſus aber das Volck ſa­he / gieng er auff einen Berg / und ſatzte ſich / und ſeine Jünger tratten zu jm / 2 vnd er that ſeinen Mund auff leret ſie / vnd ſprach.

 

3 Selig ſind / die da geiſt­lich arm ſind / Denn das Himel­reich iſt jr.

4 Selig ſind / die da lei­de tra­gen / Denn ſie ſollen ge­trö­ſtet wer­den.

5 Selig ſind die Senfft­mü­ti­gen / Denn ſie wer­den das b Erd­reich be­ſi­tzen.

6 Selig ſind die da hun­gert vnd dür­ſtet nach der Ge­rech­tig­keit / Denn ſie ſollen ſat wer­den.

7 Selig ſind die Barm­her­tzi­gen / Denn ſie werden barm­her­tzig­keit er­lan­gen.

8 Selig ſind die rei­nes her­tzen ſind / Denn ſie werden Gott ſchaw­en.

9 Se­lig ſind die c Fried­fer­ti­gen / Denn ſie wer­den Gottes kin­der hei­ſſen.

10 Selig ſind / die vmb Ge­rech­tigk­eit willen ver­fol­get wer­den / Denn das Hi­mel­reich iſt jr.

11 Selig ſeid jr / wenn euch die Menſchen vmb Meinen willen ſchmehen vnd verfolgen / vnd reden al­ler­ley vbels wider euch / ſo ſie daran liegen.

12 Seid frölich vnd getroſt / Es wird euch im Himel wol belohnet werden. Denn alſo haben ſie verfolget die Propheten / die vor euch ge­we­ſen ſind.

a

In dieſem Capi­tel re­det Chri­ſtus nicht von dem Ampt oder Re­gi­ment welt­li­cher Ober­keit / ſon­dern le­ret sei­ne Chri­ſten ein recht le­ben fur Gott im geiſt.

 

b

(Besitzen)

Die Welt ver­mei­net die Er­den zu­be­ſitzen / vnd das jre zu ſchu­tzen / wenn ſie ge­walt vbet. Aber Chri­ſtus le­ret / Das man die Er­den mit ſenfft­mü­tig­keit be­ſitze.

c

Die Fried­fer­ti­gen ſind mehr denn Fried­ſa­men / nem­lich / die den frie­de ma­chen / for­dern vnd er­hal­ten vn­ter an­dern. Wie Chri­ſtus vns bey Gott hat frie­de ge­macht.

 

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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