6. Sonntag nach Epiphanias

Sonntag, 13. Februar 1916

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium  Zum TextMt 17,1-9
1. Epistel Zum Text2Petr 1,16-21
2. Evangelium VerweisJoh 5,39-47
2. Epistel Verweis2Kor 3,12-18
Alttestamentliche Lektion Verweis2Mos 3,1-6
→Gottesdienstordnungen

In den Landeskirchen galten zwischen 1958/1959 und 1978/1979 unterschiedliche Textordnungen.

Wahl der Kirchenordung

Altkirchliche


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Eisenacher


aktuelle Ansicht

 

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Leseordnungen.

Im Kirchenjahr 1915/1916 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (seit Beginn der Reformation gültig; so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisenacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (seit dem Kirchenjahr 1898/1899 verfügbar; so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
13.2.1916 | 6. Sonntag nach Epiphanias
Sonntag
 

6. Sonntag
nach Epiphanias

Grün

 

 

 

Kalenderblätter
Kalender

Der 6. Sonntag nach Epiphanias in den Kirchenjahren 1915/1916 bis 1922/1923
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bis 2018: Bewegliches Datum
Der Letzte Sonntag nach Epiphanias
 
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 6. Sonntag nach Epiphanias liegt zwischen dem
    11. Januar und dem 14. Februar eines Jahres.
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 70 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 71. Tag Ostern
 

Die Sonntage der Epiphaniaszeit im evangelischen Kirchenkalender (gültig bis 1957)

 

Die Bezeichnung Epiphanias geht zurück auf das altgriechische Wort έπιφάνεια (epiphaneia), das »Erscheinung« meint. Es bezeichnete in der frühen Kirche die Erscheinung der Herrlichkeit Gottes als Inhalt des Festes, das am 6. Januar gefeiert wurde.

Unter diesem ursprünglichen Namen hat der 6. Januar Einzug gefunden in den →Kalender des Evangelischen Kirchenjahrs.

Abhängig vom Osterdatum folgen dem Tag Epiphanias im Kalender einer bis sechs Sonntage, die einfach als »Sonntage nach Epiphanias« durchgezählt werden. Der »6. Sonntag nach Epiphanias« schließt die Epiphaniaszeit ab.

 

 

Die vollständige Übersicht finden Sie in unserem Kalender →Das Evangelische Kirchenjahr.

Die Regelung der Sonntagsfolge in der Epiphaniaszeit änderte sich ab 1957/1958 und zuletzt 2018/2019.

 

Gottesdienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

6. Sonntag
nach Epiphanias

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

 

→ in unierten und reformierten Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

→ in lutherischen Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

 

Thema des Sonntags

(nach dem Evangeliumstext Mt 17,1-9 )

 

Verklärung Jeſu auf dem Berge

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Denn Gott / der da hies das Liecht aus der finſternis erfur leuchten / Der hat einen hellen ſchein in vnſer hertzen gegeben / das durch vns entſtunde die erleuchtung von der erkenntnis der klarheit Gottes / in dem angeſichte Jheſu Chriſti.

→2Kor 4,6

Pſalm
71
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 71

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
46 EG 67 Herr Chriſt, der einig Gottes Sohn
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum Text2Petr 1,16-21
Evangelium  Zum TextMt 17,1-9
Reihe II  2. Epistel Verweis2Kor 3,12-18
2. Evangelium VerweisJoh 5,39-47
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope Verweis2Mos 3,1-6
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Konferenz (eine Konferenz der evangelischen Landeskirchen Deutschlands) erarbeitete in den Jahren von 1888 bis 1896 eine Perikopenordnung für die evangelischen Kirchen. Sie verstand die altkirchlichen Perikopen (Epistel und Evangelium) als eine erste Reihe und fügte ihnen in einer zweiten Reihe einen zweiten Text aus den Episteln und einen zweiten Text aus den Evangelien hinzu. Die große Besonderheit dieser Ordnung war die Einführung einer dritten, alttestamentlichen Reihe, die für jeden Sonntag des Kirchenjahres erstmals einen alttestamentlichen Text bot. Die Verwendung dieser Perikopen geschah nicht einheitlich. Gedacht waren sie dazu, sie wechselweise im Gottesdienst zu verwenden, so innerhalb einer Folge von vier Jahren:

  • im 1. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 2. Jahr: 2. Evangelium und Lektion Altes Testament
  • im 3. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 4. Jahr: 2. Evangelium und 2. Epistel

Damit ergab sich für die Lesungen ein Zyklus von vier Jahren und für die Predigt, die sich jeweils auf die Evangelienperikope stützte, ein Zyklus von zwei Jahren.

 

 

Altkirchliche Textordnung in Landeskirchen

In einigen Landeskirchen, darunter die evangelische Kirche Brandenburgs, galt in dieser Zeit weiterhin die altkirchliche Textordnung. Sie kennt nur Evangelium und Epistel (Reihe I in der Eisenacher Textordnung), die beide nach wie vor für die Textlesung sowie für die Predigt im Haupt- und Abendgottesdienst empfohlen waren.

 

Die evangelische Kirche Württembergs

Die evangelische Kirche Württembergs nutzte in dieser Zeit eine Perikopenordnung, die sich auf einen Dreijahreszyklus stützte. Über die drei Jahrgänge hinweg fanden sich die Perikopen wie hier genannt, allerdings in anderer Anordnung und ergänzt um weitere Perikopen, die weder in altkirchlichen Ordnungen noch in der neuen Eisenacher Ordnung bekannt waren.

Diese Ordnung der evangelischen Kirche Württembergs ist derzeit hier nicht wiedergegeben.

 

Geschichtliche Anmerkungen: Die Eisenacher Perikopen in Zeiten des Umbruchs

  • In den Jahren des nationalsozialistischen Regimes gab es im Zusammenhang mit der brachialen antisemitischen Ausrichtung in Politik und Gesellschaft in den evangelischen Kirchen regional Intentionen, die alttestamentliche Reihe abzuschaffen und die anderen Reihen im Sinne einer Staatsräson zu korrigieren. Dieses Ansinnen wirkte trotz einer Bekennenden Kirche vereinzelt bis weit die Zeit nach dem 2. Weltkrieg nach.
  • Auch nach der Vereinigung von Landeskirchen, wie der Gründung von VELKD und EKD, blieben die Ordnungen der Predigttexte den Synoden der Landeskirchen unterworfen und entwickelten sich somit zunehmend uneinheitlich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spätestens ab 1960/1961 galt dann in den meisten evangelisch-lutherischen Kirchen eine neue Perikopenordnung auf Basis von sechs Reihen, weil sich nun erstmals nach Eisenach über Jahre hinweg eine landeskirchlich übergreifende und unabhängige Konferenz (Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands) mit liturgisch-homiletischen Fragen beschäftigte und 1957 Antworten in Form einer »Ordnung der Predigttexte« vorlegte.
  • Doch die Entscheidungshoheit oblag nach wie vor den landeskirchlichen Synoden. Überwiegend unierte und reformierte Landeskirchen nutzten die hier vorliegende Ordnung der Predigttexte nach dem Eisenacher Schema weiterhin bis 1977/1978 oder auch darüber hinaus.
  • Bis heute gilt in manchen evangelischen Kirchen und Freikirchen eine Ordnung auf Grundlage der Eisenacher Perikopen im vierjährigen Zyklus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

6. Sonntag nach Epiphanias

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion und Verweisen in den Marginalspalten. Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Matthäus

Mt 17,1-9

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→ ↦ Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XVII.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Das Wirken Jesu in Galiläa:
Die Verklärung Jesu

|| → Mk 9,2-13   || → Lk 9,28-36

Verse 1 - 9

VND nach ſechs tagen / nam Jheſus zu ſich Petrum vnd Jacobum vnd Johannem ſeinen Bruder / vnd füret ſie beiſeits auff einen hohen Berg / 2vnd ward verkleret fur jnen. Vnd ſein Angeſichte leuchtet wie die Sonne / vnd ſeine Kleider wurden weis als ein Liecht. 3Vnd ſihe / da erſchienen jnen Moſes vnd Elias / die redten mit jm. 4Petrus aber antwortet / vnd ſprach zu Jheſu / HErr / Hie iſt gut ſein / Wiltu / ſo wöllen wir drey Hütten machen / Dir eine / Moſi eine / vnd Elias eine. 5Da er noch alſo redete / ſihe / da vberſchattet ſie eine liechte Wolcken. Vnd ſihe / eine ſtimme aus der wolcken ſprach / Dis iſt mein lieber Son / an welchem ich wolgefallen habe / Den ſolt jr hören.

 

6DA das die Jünger höreten / fielen ſie auff jr Angeſichte / vnd erſchracken ſeer. 7Jheſus aber trat zu jnen / rüret ſie an / vnd ſprach / Stehet auff / vnd fürchtet euch nicht. 8Da ſie aber jre augen auffhuben / ſahen ſie niemand / denn Jheſum alleine. 9Vnd da ſie vom Berge herab giengen / gebot jnen Jheſus / vnd ſprach / Ir ſolt dis Geſicht niemand ſagen / Bis des menſchen Son von den Todten aufferſtanden iſt.

 

✽

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Zweiter Brief des Petrus

2Petr 1,16-21

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Ander Epiſtel
S. Peters.

 

C. I.

 

 

Aus dem Abbschnitt

Das apostolische Zeugnis

Verse 16 - 18

 

 

 

 

 

 

 

 

→Matt. 17.

→Mar. 9.

→Luc. 9.

 

Wir haben nicht den klugen Fabeln gefolget / da wir euch kund gethan haben die Krafft vnd zukunfft vnſers HErrn Iheſu Chriſti. Sondern wir haben ſeine Herrligkeit ſelber geſehen / 17da er empfieng von Gott dem Vater ehre vnd preis / durch eine ſtimme / die zu jm geſchach von der groſſen Herrligkeit / der maſſen / Dis iſt mein lieber Son / an dem ich wolgefallen habe.18Vnd dieſe ſtimme haben wir gehöret vom Himel bracht / da wir mit jm waren / auff dem heiligen Berge.

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt:

Das prophetische Wort

Verse 19 - 21

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

19WIr haben ein feſtes Prophetiſch wort / Vnd jr thut wol / das jr drauff achtet / als auff ein Liecht / das da ſcheinet in einem tunckeln ort / Bis der Tag anbreche / vnd der Morgenſtern auffgehe in ewren hertzen. 20Vnd das ſolt jr fur das erſte wiſſen / Das keine Weiſſagung in der Schrifft geſchicht aus eigener auslegung. 21Denn es iſt noch nie keine Weiſſagung aus menſchlichem willen erfur bracht / Sondern die heiligen menſchen Gottes haben geredt / getrieben von dem heiligen Geiſt.

 

✽

 

 

  Hörbuch-Video

Das Wirken Jesu in Galiläa: Die Verklärung Jesu (Mt 17,1-9)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Mt 17,1-9

Das Video zeigt die Erzählung aus der Lutherbibel von 1545, in der Petrus, Jakobus und Johannes die Visison der Verklärung Jesu erleben, vorgelesen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rückblick auf die Perikopenordnungen vergangener Jahrhunderte zeigt auf, wie sich die Verwendung der biblischen Texte in evangelischen Gottesdiensten im Laufe der Zeit veränderte.

Wir beschränken uns in den weit zurückliegenden Jahren auf Perikopenordnungen, die überwiegend in Gebrauch waren.

Durch die neue Ordnung für die Verwendung von Sprüchen, Psalmen, Bibeltexten und Liedern in Gottesdiensten sind die alten Ordnungen zwar liturgisch überholt, aber inhaltlich deswegen keineswegs falsch.

Wir möchten Sie daher ermuntern, die in alter Zeit verwendeten Perikopen zu betrachten. Nur so können Sie ergründen, ob das, worauf sich Pfarrer vor Hunderten von Jahren in Gottesdienst und Predigt stützten, auch noch heute aktuell ist. Aktuell für Sie ganz persönlich.

 

Biblia 1545

™Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

 

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SK Version 14.09.2026  ●

Daten historischer Kalender Deutschlands

 
Die Kalenderangaben beziehen sich historische Kalender Deutschlands (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit, in Zeiten mit gesetzlicher Sommerzeitregelung nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
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