
Reiner Makohl | Februar 2026
Die Bezeichnung „Evangelisch-reformatorisch“ bezeichnet auf meinen Seiten eine theologische Haltung, die christliche Aussagen, Deutungen und Praktiken konsequent am biblischen Wort prüft. Maßstab ist nicht kirchliche Gewohnheit, religiöse Plausibilität oder symbolische Wirksamkeit, sondern die Wortbindung des Evangeliums. [
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Systematische Kurzformel
Evangelisch-reformatorisch heißt:
am Wort prüfen, nicht an der religiösen Wirkung
Der Begriff „evangelisch“ wird heute in sehr unterschiedlichen Bedeutungen verwendet. Für manche bezeichnet er eine kirchliche Zugehörigkeit, für andere einen bestimmten Frömmigkeitsstil, für wieder andere eine kulturelle oder politische Haltung. Auch „reformatorisch“ wird häufig unscharf gebraucht: als historische Erinnerung, als Identitätsmarker oder als bloße Traditionsbehauptung.
Auf Stilkunst ist mit „evangelisch-reformatorisch“ nichts davon gemeint. Der Begriff dient hier nicht der Abgrenzung von anderen Konfessionen, sondern der theologischen Orientierung. Er benennt einen Maßstab, an dem Texte, Traditionen und religiöse Praxis geprüft werden. [
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Die Abhandlungen und Ausführungen auf Stilkunst stehen in der Tradition der Reformation des 16. Jahrhunderts. Bezug genommen wird auf reformatorische Grundentscheidungen, wie sie etwa in der Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis von 1530) formuliert wurden, ebenso auf spätere evangelische Klärungen wie die Barmer Theologische Erklärung (1934) oder die Leuenberger Konkordie (1973). [
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Diese Bezugnahme bedeutet keine unkritische Übernahme. Auch Bekenntnisse sind geschichtlich gebundene Zeugnisse des Glaubens. Sie stehen selbst unter dem Vorbehalt theologischer Prüfung, insbesondere dort, wo sie mit der Botschaft Jesu oder mit grundlegenden Einsichten des Evangeliums in Spannung geraten. [
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Evangelisch-reformatorisch meint hier daher keine starre Bekenntnistreue, sondern eine kritische Bindung: gebunden an das Evangelium, aber verantwortlich im Umgang mit Geschichte, Sprache und Gegenwart. [
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Zentral für das evangelisch-reformatorische Verständnis ist das Prinzip (lateinisch:) sola scriptura (dt.: Allein die Schrift). Gemeint ist damit keinesfalls eine wortwörtliche, kontextlose oder auf ausgewählten Übersetzungen basierende Bibelauslegung, sondern die Bindung an das biblische Wort in christologischer und historisch verantworteter Auslegung. [
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Wortbindung bedeutet:
In diesem Sinn ist evangelisch-reformatorisch keine fromme Haltung, sondern ein Unterscheidungskriterium.
Evangelisch-reformatorisch meint auf Stilkunst ausdrücklich nicht:
Ebenso wenig bezeichnet „evangelisch“ hier eine soziale Gruppe oder eine kirchenrechtliche Zugehörigkeit. Gemeint ist eine theologische Arbeitsweise, nicht eine konfessionelle Abgrenzung. [
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Der Begriff „evangelisch-reformatorisch“ beschreibt auf Stilkunst keine Haltung des Bewahrens, sondern eine Praxis des Prüfens.
Das bedeutet konkret:
In dieser Perspektive gilt:
Nicht überall, wo Christ drauf steht, ist Christ drin.
Nicht alles, was fromm wirkt, ist evangelisch.
Evangelisch bleibt, was am Wort Maß nimmt.