Gott delegiert Verantwortung und schenkt dem Menschen Freiheit im Glaubensraum. Er vertraut darauf, dass der Mensch zur Antwort fähig ist und Verantwortung übernimmt. Gott nimmt die Verantwortung des Menschen nicht zurück. Genau darin liegt der Preis der Freiheit. Aber was geschieht, wenn Menschen Verantwortung doch wieder an Gott zurückdelegieren wollen?
Ein Essay, dass fragt, was passiert, wenn im Glauben neben GOTT und einem selbst das DU, der Mitmensch, keine Würdigung findet.
Gott weiß, was zwischen dir und einem Menschen geschehen ist, der dich im Reden und Handeln verletzt hat — was es dir angetan hat, was noch immer wehtut, was noch immer in dir gärt. Er fordert Versöhnung. Die beginnt damit, dass Du vergibst.
Opfer vermeiden heißt: Gottes Vertrauen nicht enttäuschen. Nicht zum Täter werden. Gott in sich selbst Raum geben – im Denken, Reden und Handeln.
»Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.« (Mt 16,19).
Anders als in der katholischen Auslegung wird dies in der evangelischen Lehre nicht als exklusive Autorität des Petrus oder eines Papstamtes verstanden, sondern als Auftrag an alle Gläubigen.