Der evangelische Batholomäus

Die Bedeutung des Batholomäus im evangelischen Glauben

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Der evangelische Bartholomäus

Welche Bedeutung hat der Apostel Bartholomäus in der evangelischen Theologie und im evangelischen Glauben?

 

 

 

Grafik: Gerufen, um zu dienen.
Wer waren diese Männer im engsten Kreis um Jesus?

Die Grafik basiert auf einem KI-generierten Bild.
©by Reiner Makohl | lizenziert für www.stilkunst.de

 

Einführung

Am 24. August begehen die evangelischen Kirchen einen der Aposteltage, den des Apostels Bartholomäus.

Bartholomäus gehörte von Beginn an zu den von Jesus berufenen zwölf Aposteln, die den engsten Kreis der Jünger um Jesus ausmachten.

Doch aus der Bibel erfahren wir wenig über ihn. Sein Name taucht nur in den vier Apostellisten auf.

 

Zusammenfassung

Obwohl Bartholomäus nicht so häufig in den biblischen Berichten erwähnt wird wie andere Apostel, hat er dennoch eine wichtige Rolle im evangelischen Glauben.

Er repräsentiert die Treue und den Gehorsam gegenüber dem Ruf Jesu, die Aufgabe der Evangelisation, die Integrität und Authentizität des Glaubens, und er dient als Vorbild in Standhaftigkeit und Märtyrertum.

Bartholomäus erinnert die Gläubigen daran, dass jeder Berufene eine bedeutende Rolle im Plan Gottes spielt und zur Verbreitung des Evangeliums beiträgt.

 

Der Name in den Apostellisten

[Hinweis: Die folgenden Zitate aus dem Neuen Testament sind aus den altgriechischen Quellen neu übersetzt. Sie sind nicht modernen Bibelausgaben entnommen, die Glättungen im Satzbau und in der Wortwahl aufweisen, um unserer modernen Sprache gerecht zu werden.]

Matthäus 10,2-4

»[2] Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: Der erste, Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, der [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder; [3] Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus; [4] Simon, der Kananäer und Judas Iskariot, der ihn verraten hat.«

Markus 3,16-19

»[16] Und er bestimmte die Zwölf, und legte dem Simon den Namen Petrus bei, [17] und Jakobus, den [Sohn] des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus, und legte ihnen den Namen Boanerges bei, das ist „Söhne [des] Donners“; [18] und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, den [Sohn] des Alphäus, und Thaddäus und Simon, den Kananäer, [19] und Judas Iskariot, der ihn verraten hat.«

Lukas 6,14b-16

»[14] Simon, den er auch Petrus nannte, und Andreas, dessen Bruder; und Jakobus und Johannes und Philippus und Bartholomäus [15] und Matthäus und Thomas und Jakobus, [den Sohn] des Alphäus, und Simon, genannt Zelot, [16] und Judas, [den Sohn] des Jakobus, und Judas Iskariot, welcher zum Verräter wurde.«

Apostelgeschichte 1,13

»Als sie hineingegangen waren, stiegen sie in das Obergemach hinauf, wo sie sich aufhielten, sowohl Petrus als auch Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, [der Sohn] des Alphäus, und Simon, der Zelot, und Judas, [der Sohn] des Jakobus.«

 

Nathanaël

Ist Nathanaël Bartholomäus?

In der Tradition wird Bartholomäus oft mit Nathanaël identifiziert, der im Johannesevangelium erwähnt wird.

Johannes 1,45-49

»[45] [Es] findet Philippus den Nathanaël und spricht zu ihm: „Den, von dem geschrieben hat Mose im Gesetz und [auch] die Propheten, haben wir gefunden: Jesus, Sohn Josefs, aus Nazareth.“ [46] Und [es] sagte zu ihm Nathanaël: „Aus Nazaret kann etwas Gutes sein?“ [Es] sagt zu ihm Philippus: „Komm und sieh!“ [47] [Es] sah Jesus den Nathanaël zu sich kommend und sagt über ihn: „Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem Arglist nicht ist.“ [48] [Es] sagt zu ihm Nathanaël: „Woher kennst du mich?“ [Es] antwortete Jesus und sagte zu ihm: „Bevor dich Philippus gerufen hat, seiend unter dem Feigenbaum, sah ich dich.“ [49] [Es] antwortete ihm Nathanaël: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist König von Israel.“«

Johannes 21,2

»[Es] waren zusammen Simon Petrus und Thomas, genannt Zwilling, und Nathanaël, der von Kana in Galilea, und die [Söhne] des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern.«

 

Gründe für die Identifikation

Diese Tradition stützt sich auf wenige Überlegungen, die im Wesentlichen versuchen, das Fehlen von Nathanaël in den synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas) und in der Apostelgeschichte zu erklären.

Namenslisten der Apostel

In den synoptischen Evangelien wird Bartholomäus in der Aufzählung immer gleich hinter Philippus genannt. Manche Theologen sehen darin eine Verbindung der beiden, die nicht zufällig sei. Dagegen taucht im Johannesevangelium Nathanaël in einer wirklichen Verbindung zu Philippus innerhalb einer Erzählung auf.

Allerdings ist in Namensliste in der Apostelgeschichte das unmittelbare Nebeneinander von Philippus und Bartholomäus nicht gegeben.

Das Fehlen von Nathanaël in den synoptischen Evangelien

Nathanaël wird nur im Johannesevangelium erwähnt, während Bartholomäus nur in den synoptischen Evangelien genannt wird. Dies führt zu der Annahme, dass sie dieselbe Person sein könnten, die je nach Tradition unter einem anderen Namen bekannt ist.

Tradition

Die Tradition der Kirchenväter und mittelalterlicher Theologen hat die Verbindung zwischen den beiden Namen verstärkt.

 

Die Gleichsetzung bei Kirchenvätern und Theologen

Die Identifikation von Bartholomäus mit Nathanaël wird von mehreren Theologen und Kirchenvätern unterstützt.
So beispielsweise:

Eusebius von Caesarea (um 260–339 n. Chr.)

Eusebius erwähnt Bartholomäus und Nathanaël in seiner »Kirchengeschichte« und scheint die beiden als dieselbe Person zu betrachten.

Hieronymus (um 347–420 n. Chr.)

Hieronymus, einer der wichtigen Kirchenväter, identifizierte Bartholomäus mit Nathanaël in seinen Schriften.

Thomas von Aquin (1225–1274)

Der bedeutende Scholastiker Thomas von Aquin erwähnte in seinen Kommentaren zur Bibel die Möglichkeit, dass Bartholomäus und Nathanaël dieselbe Person sein könnten.

Raymond E. Brown (1928–1998)

Der katholische Bibelwissenschaftler Raymond E. Brown spricht in seinen Arbeiten über die Möglichkeit der Identifikation von Bartholomäus mit Nathanaël, obwohl er auch alternative Ansichten berücksichtigt.

F. F. Bruce (1910–1990)

Der anglikanische Bibelgelehrte F. F. Bruce hat in seinen Kommentaren über das Johannesevangelium die Identifikation von Bartholomäus und Nathanaël erwähnt und analysiert.

 

Kritik an der Identifikation

  • Johannes berichtet ausführlich über die Begegnung des Nathanaël mit Jesus und gibt dieser Begebenheit damit eine tiefere religiöse und theologische Bedeutung. Die synoptischen Evangelien kennen weder die Person noch eine gleichartige Begebenheit im Zusammenhang mit einer anderen Person wie etwa Bartholomäus.
  • Das Johannesevangelium kennt keine vollständige Namensliste der zwölf Apostel. Namentlich werden im Johannesevangelium nur fünf Apostel genannt: Petrus, Andreas, Philippus, Thomas und Judas Iskariot. Die übrigen sieben Apostel sind immer nur als Teil der Gruppe mitzudenken. Darunter eben auch sehr sicher Bartholomäus. Zumindest deutet nichts darauf hin, dass Bartholomäus nicht einer der sieben ungenannten Jünger ist.
  • Nathanaël wird an zwei Stellen genannt (Joh 1,45-49 und 21,2). Dabei ist zu bedenken, dass die Gruppe der Jünger Jesu weit größer war als zwölf Personen. Ob Nathanaël zu jenen zwölf Jüngern gehörte, die ständig bei Jesus blieben, ist unklar. Johannes erklärt das nicht.
  • Dass Philippus und Bartholomäus in den synoptischen Evangelien in einer engen Verbindung zueinander stünden, scheint ein Zirkelschluss aus der Erzählung im Johannesevangelium zu sein. Dort agieren Philippus und Nathanaël in derselben Geschichte. In den Namenslisten der Synoptiker folgt in der Aufzählung Bartholomäus nach einem »und« dem Philippus. Doch die Konjunktion »und« kommt in den Aufzählungen aus syntaktischen Gründen mehrfach vor und genügt keineswegs, um eine persönliche Beziehung zwischen den genannten Personen inhaltlich annehmen zu können.
    Der Zirkelschluss besteht darin, dass zunächst die simple Konjunktion »und« zwischen Philippus und Bartholomäus aus dem Johannesevangelium heraus interpretiert wird, um dann mit den Synoptikern zu begründen, dass wegen der Beziehung des Philippus zu Nathanaël sowohl Bartholomäus wie auch Nathanaël Namen derselben Person seien.
  • Dass alle drei synoptischen Evangelien die Namen Philippus und Bartholomäus in der gleichen Reihenfolge zeigen, ist schlicht durch die Entstehungsgeschichte der Evangelien zu erklären. Die abweichende Namensliste der Apostelgeschichte steht den drei Nennungen in den Evangelien in Summe völlig gleichgewichtig gegenüber und entkräftet vollständig das Argument, dass sich aus der unmittelbaren Reihenfolge der Nennung eine persönliche Beziehung ableiten ließe.
  • Dass Johannes entgegen allen anderen Überlieferungen für Bartholomäus einen möglicherweise existenten zweiten Rufnamen verwendet haben soll, erscheint mit Blick auf die Überlieferungsgeschichte der Evangelien, der Zielgruppen und der beabsichtigten Botschaften in den Texten eher ebenso unnötig wie unglaubhaft.
  • Die Annahme, dass sich die Gleichheit der Personen damit begründen ließe, dass Nathanaël erst nach der Berufung durch Jesus von ihm den Namen Bartholomäus als Beinamen erhalten habe, ähnlich wie andere Jünger Beinamen erhielten, ist kaum haltbar. Anders als bei anderen Jüngern weist in den Texten nichts darauf hin. Im Gegenteil: Dagegen spricht eindeutig Joh 21,2.
  • In Johannes 21,2 scheint der Autor noch klarer eine Verwechslung von Personen ausschließen zu wollen und schreibt, dass Nathanaël aus Kana in Galiläa stamme.

 

Fazit

In der modernen evangelischen Theologie wird die Identifikation des Bartholomäus aus den synoptischen Evangelien mit Nathanaël aus dem Johannesevangelium kaum diskutiert. Eine Ausnahme stellen anglikanische Theologen dar.

Eine Gleichheit der Personen Bartholomäus und Nathanaël ist mit guten Gründen unglaubwürdig.

Theologisch ist die Fragestellung nach der Identität Nathanaëls nicht von Bedeutung.

Die Identifikation von Bartholomäus mit Nathanaël ist auch mit Blick in die Kirchengeschichte keine einstimmige Überlieferung, aber sie wird durchaus von etlichen Kirchenvätern und Theologen vertreten oder zumindest nicht ausgeschlossen. Diese Tradition beruft sich auf Analysen biblischer Texte und historischer Kontexte und wird daher von vielen innerhalb der christlichen Theologie akzeptiert bzw. geduldet.

Wir können diesen Gedankenspielereien nicht folgen. Eine Gleichsetzung der historischen Personen Bartholomäus und Nathanaël ist nicht hinreichend belegbar und somit unhaltbar.

 

 

 

Katholische Kirche

Das Gedenken in der katholischen Kirche

Der katholische Apostel Bartholomäus

 

Einleitung

Bartholomäus ist eine verehrte Figur in der katholischen Kirche, bekannt für seine missionarischen Aktivitäten und seinen Märtyrertod. Doch diese Bekanntheit entspringt außerbiblischen Quellen bis hin zur Legendenbildung. Seine Identifikation mit Nathanaël, seine Rolle in der frühen Kirche, und die Verehrung seiner Reliquien sowie die liturgische Gestaltung seines Festtages unterstreichen seine Bedeutung als einer der zwölf Apostel Jesu.

 

Allgemeine Informationen über Bartholomäus

Identifikation mit Nathanaël

  • In der katholischen Tradition wird Bartholomäus oft mit Nathanaël identifiziert, der im Johannesevangelium erwähnt wird (Johannes 1,45-51; 21,2).
  • Erst nach der Berufung zum Apostel soll (mutmaßlich) Nathanaël den Namen Bartholomäus erhalten haben.

Missionarische Tätigkeit

  • Die katholische Überlieferung besagt, dass Bartholomäus nach der Himmelfahrt Christi in verschiedenen Regionen missioniert hatte. Dies umfasst Berichte über seine Tätigkeiten in Indien, Mesopotamien, Persien, Ägypten, Armenien, und möglicherweise anderen Teilen des Nahen Ostens. [1]
  • Insbesondere wird ihm die Bekehrung des armenischen Königs Polymios zugeschrieben, wodurch die Armenier Christen wurden, was Bartholomäus zu einem bedeutenden Heiligen in der armenischen Kirche macht.

Märtyrertod

  • Traditionell wird angenommen, dass Bartholomäus das Martyrium erlitt. Über die Art des Martyriums gibt es verschiedene Ansichten. [2] Eine Überlieferung berichtet, Bartholomäus sei in Albanopolis [3] mit dem Kopf nach unten gekreuzigt worden. Nach anderer Überlieferung sei er ausgepeitscht und gehäutet worden. Eine dritte Version berichtet, er sei nur enthauptet worden. »Dieser Widerspruch läßt sich so lösen, daß man sagt, er sei zuerst gekreuzigt, dann, bevor er dort starb, vom Kreuz genommen und zur größeren Qual gehäutet und schließlich enthauptet worden.« [4]
    Eine weitere Variante erzählt die katholische Kirche heute: »Bei lebendigem Leib wurde ihm die Haut abgezogen, um ihn dann kopfüber zu kreuzigen.« [5]
  • Sein Martyrium wird als ein Zeugnis seines unerschütterlichen Glaubens und seiner Hingabe an Christus betrachtet.

 

Liturgische Verehrung und Brauchtum

Festtag

  • Der Festtag des Heiligen Bartholomäus wird in der katholischen Kirche am 24. August gefeiert. Dieser Tag wird mit besonderen Messen und liturgischen Feiern begangen, die seine Mission und sein Martyrium ehren.

Reliquien und Kirchen

  • Die Reliquien des Heiligen Bartholomäus sollen sich in der Basilika San Bartolomeo all’Isola in Rom befinden. Diese Kirche ist ein wichtiger Ort der Verehrung und Pilgerstätte für Gläubige.
  • Nach Frankfurt am Main kam um das Jahr 1200 als Geschenk von Kaiser Friedrich Barbarossa die Schädelreliquie (Stück der Hirnschale). Dort befindet sie sich seit 1239 im Dom St. Bartholomäus, auch Kaiserdom genannt, und wird eimal im Jahr zum Bartholomäusfest gezeigt. [6]
  • Des Weiteren finden sich an mehreren Orten Reliquien des Bartholomäus, so z. B. im Kloster Andechs in Bayern. [7]
  • Bartholomäus wird auch in vielen anderen Kirchen weltweit verehrt, und zahlreiche Kirchen und Kapellen sind ihm geweiht.

Schutzheiliger

  • Der heilige Bartholomäus gilt als Schutzpatron unter anderen der Fischer, Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger und Buchbinder. Er ist anzurufen gegen Haut- und Nervenkrankheiten, Zuckungen, Dämonen und Geister. [8]
  • Der heilige Bartholomäus ist in Deutschland Stadtpatron der Städte Frankfurt am Main und Altenburg. [8]
  • Sein ikonographisches Heiligenattribut ist das Schindermesser, dass an seinen Märtyrertod erinnert, wo ihm in der Folter mit Messern die Haut abgezogen wurde. [7]

Lostag am 24. August

  • Für Fischer, Bauern und Winzer war der 24. August ein wichtiger Lostag. [6] [8]

Anmerkungen:

 

[1] Die gesamte Überlieferung über das Leben des Apostels Bartholomäus ist uneinheitlich und basiert auf Legenden. Im evangelischen Glauben hat keine dieser Legenden Bedeutung bis auf die mutmaßliche Tatsache, dass auch Bartholomäus schließlich im Märtyrertod endete.

 

[2] Quelle: → Jacobus de Voragine, Legenda Aurea, Goldene Legende, »Der heilige Bartholomäus«

 

[3] Albanopolis, Albana oder Albanum war die Hauptstadt des armenischen Hochlandes im Süden des Kaukasus. Quelle: Siehe [2].

 

[4] Quelle des Zitats: → Jacobus de Voragine, Legenda Aurea, Goldene Legende, »Der heilige Bartholomäus«, Seite 1615.

 

[5] Quelle: → katholisch.de: Die Kirche „San Bartolomeo all'Isola“ auf der römischen Tiberinsel

 

[6] Quelle: → katholisch.de: Brauchtum und Kurioses rund um den Bartholomäus-Tag

 

[7] Quelle: → Wikipedia, Artikel »Bartholomäus«

 

[8] Quelle: → Ökumenisches Heiligenlexikon (online), Artikel »Bartholomäus«

 

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