Die Eisheiligen: Pankratius

Dienstag, 12. Mai 2026

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

12.5.2026 | Pankratius | 2. Tag der Eisheiligen
Dienstag
 

Pankratius

2. Tag der Eisheiligen

 
Symbol

Pankratius

(† um 304 in Rom)

Symbol

Hl. Märtyrer Pankratius

Symbol

Lostag

Pankratius

 

Kalenderblätter
Kalender

Der Tag Pankratius in den Jahren 2026 bis 2033
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 

Festes Datum
12. Mai
 
  • 2. Tag der Eisheiligen
  • Pankratius ist immer
    der 12. Mai eines Jahres.

 

Hintergründig

Hintergründig

Symbol Katholisch

Katholischer Gedächtnistag

Der heilige Pankratius

Der heilige Pankratius wurde um 290 n. Chr. in Phrygien geboren, eine Re­gi­on in der heutigen Türkei.

Er wurde 304 in Rom enthauptet und starb als römischer Märtyrer der frü­hen christ­li­chen Kirche.

 

Symbol Evangelisch

Die evangelischen Kirchen und die Heiligen

Dr. Martin Luther hatte bereits früh die Heiligenverehrung abgelehnt. In seiner → Gottesdienstordnung für die Gemeinden aus dem Jahr 1523 erklärte er, warum die Heiligenfeste im Kirchenjahr nicht begangen werden sollen.

Die evangelischen Kirchen kennen daher keine Heiligen im Sinne der römisch-katholischen Kirche. Für sie sind Heiligsprechungen (Kanonisationen), die vom Papst vorgenommen wurden oder werden, nicht bindend. Sie nehmen selbst keine Heiligsprechungen vor. Sie kennen weder Schutzheilige (Patrone) noch die Anrufung oder gar die Anbetung von Heiligen.

Zwar kennen die evangelischen Kirchen einen »Gedenktag der Heiligen« (1. November), doch meinen sie damit nicht eine herausragende Stellung von Personen in der Gemeinschaft der Christen, sondern das Beispiel ihres außergewöhnlichen Handelns aus der Kraft des Glaubens heraus. So finden sich im evangelischen Kirchenkalender die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger weniger Märtyrer der frühen Zeit stellvertretend für Taten und Leben von Christen. Sie dienen als Vorbild und Beispiel für heutige Christen, wie es in der »Confessio Augustana«, dem Augsburgischen Bekenntnis der Reformatoren, 1530 formuliert worden ist:

 

Confessio Augustana

ARTIKEL 21: DIE VEREHRUNG VON HEILIGEN

Über die Verehrung von Heiligen lehren wir Folgendes: Man kann sich an Heilige erinnern, um ihrem Glauben nachzueifern. Man kann sich auch die guten Werke der Heiligen zum Vorbild nehmen; das soll entsprechend der jeweiligen gesellschaftlichen Stellung geschehen. [...] Aber die Heilige Schrift lehrt nicht, dass wir Heilige anrufen oder von ihnen Hilfe erbitten sollen, sondern sie stellt uns allein Christus hin als Mittler, Sühneopfer, Priester und Fürsprecher. Der soll angerufen werden, und er hat versprochen, dass er unsere Bitten erhören wird. Wenn wir ihn in allen Nöten anrufen, dann gefällt ihm das sehr. Im 1. Johannesbrief steht: »Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.« (→1. Joh. 2,1).

 

Text der Confessio Augustana nach der lateinischen Fassung. Ausgelassen ([...]) ist ein an Kaiser Karl V. gerichtetes Handlungsbeispiel aus jener Zeit, womit ihn die Protestanten auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 beim Verlesen des Bekenntnisses direkt adressierten, das aber inhaltlich zum Bekenntnis nichts beiträgt.

 

Symbol Lostag

Der Tag als Lostag

Prankratius

2. Tag der Eisheiligen

Pankratius | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll | Grafik: © Reiner Makohl

 

Abbildung: Pankratius | Ein Tag, der das kommende Wettergeschehen bestimmen soll
Grafik: © Reiner Makohl

 

Wettersymbol

Lostage (auch Lurtage genannt), sind Tage im Kalender, deren Wettergeschehen nach dem Volksglauben das Wetter der folgenden Tage, Wochen oder Monate bestimmt.

Für die Landwirtschaft sind Klima und Wetter entscheidende Faktoren bei Tätigkeiten wie Aussaat oder Ernte. Die Wetterbeobachtungen und Erfahrungen der Bauern über Jahrhunderte hinweg führten dazu, dass zu Lostagen eine Vielzahl an Bauernregeln entstanden ist.

Ihr Sinn ist es, die Prognosen für landwirtschaftliche Erfolge und gute Ernten zu verbessern. Zu bedenken ist, dass die Erfahrungen mit dem Wetter immer regional geprägt sind. In verschiedenen Landstrichen treten unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund.

Überlieferung und Brauchtum

Die Eisheiligen

Die »Eisheiligen« sind regional unterschiedlich eine Zeit von drei bis fünf Tagen im Mai. Die Über­lie­fe­rung stützt sich auf Wet­ter­be­o­bach­tun­gen un­se­rer Vor­fah­ren in der mit­tel­eu­ro­pä­i­schen Re­gi­on, die ein ver­läss­lich sta­bi­les Wet­ter erst nach dem Tag »Kalte So­phie« er­war­ten lie­ßen.

Die Bedeutung für Gartenbau und Landwirtschaft

Für Gartenbau und Landwirtschaft waren die Ge­dächt­nis­ta­ge der Hei­li­gen Ma­mer­tus, Pan­k­ra­ti­us, Ser­va­ti­us, Bo­ni­fa­ti­us und So­phia da­her wich­ti­ge Mar­ken im Ka­len­der, um auf gu­tes Wachs­tum der Aus­saat und der Pflan­zun­gen hof­fen zu kön­nen.

Die Heiligen wurden zu Wet­ter­hei­li­gen und be­ka­men den Na­men Eis­hei­li­ge. Bis zu den Eis­hei­li­gen kommt es trotz mil­der und war­mer Pha­sen zwi­schen En­de März und Mit­te Mai im­mer wie­der zu Wet­ter­ein­brü­chen mit kal­ten Luft­strö­mun­gen, mit fros­ti­gen Näch­ten und mit Schnee­fall. Gärt­ner und Bau­ern, die sich von frü­hen Schön­wet­ter­la­gen ver­lei­ten lie­ßen, ihre Saat vor den Eis­hei­li­gen aus­zu­brin­gen, ris­kier­ten nicht sel­ten Frost­schä­den und er­lit­ten her­be Ver­lus­te.

Die Tradition in Mitteleuropa

In Deutschland, im bel­gi­schen Flan­dern, in den Nie­der­lan­den, in der Schweiz, in Ös­ter­reich und in Un­garn ge­hören die drei Hei­li­gen Ma­mer­tus, Pan­kra­ti­us und Ser­va­ti­us zu den Eis­hei­li­gen, de­ren Ge­dächt­nis­ta­ge am 11., 12. und 13. Mai be­gan­gen wer­den.

In Flandern zählt zusätzlich Bonifatius von Tarsus (14. Mai) dazu.

In Polen sind die Eisheilgen Pankratius, Ser­va­ti­us und Bo­ni­fa­ti­us von Tar­sus die Kal­ten Gärt­ner.

Die Tage der Eisheiligen müden in den Tag »Kal­te So­phie«, dem Ge­dächt­nis­tag für die Hei­li­ge So­phia am 15. Mai.

In Schweden haben sich die Ei­ser­nen Näch­te (järn­nät­ter) ein­ge­bür­gert. Sie ge­hen auf die deut­schen Le­gen­den um die Eis­hei­li­gen zu­rück, die von den Deut­schen auch Eis­män­ner ge­nannt wur­den. Ver­mut­lich ein Ver­ständ­nis­feh­ler führ­te zu Ei­sen­män­ner, wo­raus sich die Ei­ser­nen Näch­te ent­wi­ckel­ten.

Wettersymbol

Die Eisheiligen und das Wettergeschehen

Die Wetterbeobachtungen und die Verwendung von Gedächtnistagen als Marken im Kalender gehen vermutlich auf eine sehr alte Tradition zurück. Der breiten Bevölkerung waren die religiös bestimmten Tage im Kalender geläufiger als die numerischen Tageszählungen. Zudem waren diese Tage überregional gültig und unabhängig von den vielen unterschiedlichen Kalendern, die im Umlauf waren.

Mit der Kalenderreform und der Einführung des gregorianischen Kalenders verschoben sich die Gedächtnistage der Heiligen zusammen mit den absoluten Kalenderdaten. Die Gedächtnistage der Heiligen Mamertus, Servatius und Pankratius lagen zuvor in der Zeit, die heute dem 23. bis 25. Mai entspricht. Die alten Wetterbeobachtungen vor der Reform stützten sich weitgehend auf diese Zeiträume.

 

Soziale Absicherung und Gesundheit

Tatsächlich kann meteorologisch nicht nachgewiesen werden, dass es Häufungen von Kaltlufteinbrüchen in Mitteleuropa zwischen dem 11. und 15. Mai gibt, wohl aber zwischen dem 21. und 23. Mai. So verkehrt lagen unsere Vorfahren offensichtlich nicht.

Aber das spielt auch kaum eine Rolle. Die Menschen führten erfolgreich Regeln ein und hielten sich daran, um in diesem Fall gute Ernten mit hohen Erträgen zu erhoffen.

Hilfsmittel, die wir heute im Garten und in der Landwirtschaft einsetzen, wie Schutzfolien und Gewächshäuser, standen nicht zur Verfügung. Züchtungen von Nutzpflanzen, die größerer Kälte trotzen können, waren unbekannt.

Mehr noch als heute hingen Gesundheit und Leben am Erfolg lokaler Ernteerträge.

Die Einfuhr von Lebensmitteln im großen Stil, wie wir sie heute betreiben, gab es nicht.

Selbst der kleine Garten, für uns nur Zierde und Freizeitspaß, war für die Menschen sehr oft überlebenswichtig.

Insofern hatten die alten Bauernregeln zu den Eisheiligen eine große Bedeutung für die gesundheitliche und soziale Absicherung der Bevölkerung.

Ausgewählte Bauernregeln

Die Formulierung der vielen Regeln und Sprich­wör­ter, die zu den Eis­hei­li­gen auf­ge­stellt wur­den, war re­gi­o­nal sehr un­ter­schied­lich. Sie mün­den aber un­ter dem Strich alle in der Fest­stel­lung: Wer er­folg­reich Gar­ten­bau und Land­wirt­schaft be­trei­ben will, der darf kei­ne emp­find­li­che Saat oder emp­find­li­che Pflan­zen vor den Eis­hei­li­gen aus­brin­gen.

  • Pflanze nie vor der kalten Sophie.
  • Mamertus, Pankratius und Servatius bringen oft Kälte und Verdruss.
  • Pankratius und Servatius sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht hat, zerstören sie wieder.

Kennen Sie weitere Bauernregeln rund um die Eisheiligen und die Kalte Sophie?
Lassen Sie es uns wissen!

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 19.06.2026  

Daten der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied der Europäischen Union

 
Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit, in Zeiten mit gesetzlicher Sommerzeitregelung nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen. Alle Angaben →ohne Gewähr.