Sonntag Misericordias Domini

Sonntag, 14. April 1532

evangelisches Kreuz
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Altkirchliche Ordnung

Evangelium    Zum TextJoh 10,12-16   
Epistel Zum Text1Petr 2,21-25   
Lied Nr. 178   [EG 274]   
→Gottesdienstordnung

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)
14.4.1532 | Sonntag Misericordias Domini
Sonntag
 

 

Kalenderblätter
Kalender

Der Sonntag Misericordias Domini in den Kirchenjahren 1531/1532 bis 1538/1539
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

Achtung!

Alle Daten bis Don­ners­tag, den 4. Ok­to­ber 1582 ba­sie­ren auf dem Ju­li­a­ni­schen Ka­len­der.
Für Da­ten ab Frei­tag, den 15. Ok­to­ber 1582 gilt der heu­te üb­li­che gre­go­ri­a­ni­sche Ka­len­der.

 

Bewegliches Datum
Sonntag Miserikordias Domini zwischen dem 5. April und dem 9. Mai
 
  • 2. Sonntag nach →Ostern.
  • Abhängig vom →Osterdatum.
  • Der Sonntag Miserikordias Domini liegt zwischen
    dem 5. April und dem 9. Mai eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 14 Tage nach Ostern.
  • am 15. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag.
Achtung!

Datum nach julianischer Zeitrechnung

Für Daten bis zum 4. Oktober 1582 gilt als Grundlage der Julianische Kalender.

 

Artikel zum Sonntag Sonntag Misericordias Dominiim Jahreskalender

Allgemeine Informationen und Gedanken zu diesem Tag
finden Sie in diesem Artikel:  

Titel

→Sonntag Miserikordias Domini 1532

Das lateinische »Miserikordias Domini« be­deu­tet: »Barm­her­zig­keit des Herrn«. Barm­her­zig­keit und Ver­trau­en sind die The­men die­ses Sonn­tags.

Mehr darüber in diesem Artikel.
 

Der Name Miserikordias Domini

 

»Die Güte des HER­RN«

misericordia: Barmherzigkeit, Güte, Erbarmen
dominus: Herr
misericordias domini: die Güte des Herrn

 

Der Name Miserikordias Domini geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab von den ersten Worten des lateinischen Introitus (Messeingangs) der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Miserikordias Domini plena est terra.«, »Die Erde ist voll der Güte des Herrn«.

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen für den 2. Sonntag nach Ostern bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Miserikordias Domini auf den Text in Psalm 33, 5 (das ist in der lateinischen Biblia Sacra Vulgata Text Psalm 32,5).

 

Hier der Text Ps 32,1-5 aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata und
der Text →Ps 33,1-5 aus Luthers Biblia von 1545:

 

321 Laudate iusti Dominum rectos decet laudatio
2 confitemini Domino in cithara in psalterio decacordo cantate ei
3 cantate ei canticum novum diligenter psallite in iubilo
4 quia rectum est verbum Domini et omne opus eius in fide
5 diligit iustitiam et iudicium misericordia Domini plena est terra

331 Ein Pſalm Dauids.
FRewet euch des HER­RN / jr Gerechten / Die Fromen ſollen jn ſchon preiſen.
2Dancket dem HER­RN mit Harffen / vnd lobſinget jm auff dem Pſalter von zehen ſeiten.
3Singet jm ein newes Lied / Machts gut auff Seitenſpielen mit ſchalle.
4DEnn des HER­RN wort iſt war­hafftig / Vnd was er zuſaget / das helt er gewis.
5Er liebet Gerechtigkeit vnd gericht / Die Erde iſt vol der Güte des HER­RN.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica miserikordias domini

Der Sonntag Miserikordias Domini trug diesen Namen bereits im Mittelalter: Dominica miserikordias domini, wobei das lateinische Wort »Dominica« Sonntag bedeutet.

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

 

Gottesdienstliche Ordnung

Symbol Evangelisch

Der evangelische Sonntag

Miserikordias Domini

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)

Weiß

 

Nach altkirchlicher Textordnung

 

überwiegend gültig in den Jahren 1530/1531 bis 1896/1897

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Joh 10,12-16 )

 

Das Evangelium vom guten Hirten

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Ich bin ein guter Hirte. Meine Schafe hören meine ſtimme / vnd ich kenne ſie / vnd ſie folgen mir / Vnd ich gebe jnen das ewige Leben.

→Joh 10,11a.27-28a

Pſalm
23
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 23

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum Text1Petr 2,21-25
Evangelium Zum TextJoh 10,12-16
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also Zum TextJoh 10,12-16.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Biblia 1545

Perikopen nach Luther 1545

Sonntag Misericordias Domini

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

Gültig für die Kirchenjahre bis 1897/1898

Texte für Lesungen und Predigt nach altkirchlichen Perikopenordnungen

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG AUS DEN EPISTELN UND PREDIGTTEXT

Erster Brief des Petrus

1Petr 2,21-25

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Peters.

 

C. II.

 

 

Aus dem Abschnitt

Mahnungen an Arbeitnehmer und Bedienstete

Verse 21-25

 

 

Petrus schreibt:

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 53.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 53.

 

 

 

 

 

DEnn dazu ſeid jr beruffen / Sin­te­mal auch Chri­ſ­tus gelidden hat fur vns / vnd vns ein Furbilde gelaſſen / Das jr ſolt nachfolgen ſeinen fusſtapffen. 22Welcher keine ſunde ge­than hat / Iſt auch kein betrug in ſeinem munde erfunden / 23Welcher nicht widerſchalt / da er geſcholten ward / nicht drewet / da er leid / Er ſtellet es aber dem heim / der da recht richtet / 24Welcher vnſer ſunde ſelbs geopffert hat / an ſeinem Leibe / auff dem Holtz / auff das wir der Sünde abgeſtorben / der Gerechtigkeit leben / Durch welches Wunden jr ſeid heil worden / 25Denn jr waret wie die jrrende Schafe / Aber jr ſeid nu bekeret / zu dem Hirten vnd Biſchoue ewer Seelen.

 

 

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM UND PREDIGTTEXT

Evangelium nach Johannes

Joh 10,12-16

REIHE

EV

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der gute Hirte

Verse 12-16

 

 

Christus spricht:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EIN Miedling / der nicht Hirte iſt / des die Schafe nicht eigen ſind / ſihet den Wolff komen / vnd verleſſet die Schafe / vnd fleucht / vnd der Wolff erhaſchet vnd zer­ſtrew­et die Schafe. 13Der Miedling aber fleucht / denn er iſt ein Miedling / vnd achtet der Schafe nicht. 14Ich bin ein guter Hirte / vnd erkenne die meinen / vnd bin bekand den meinen. 15Wie mich mein Vater kennet / vnd ich kenne den Vater / vnd ich laſſe mein Leben fur die Schafe. 16Vnd ich habe noch andere Schafe / die ſind nicht aus dieſem Stalle / Vnd die ſelben mus ich her füren / vnd ſie werden meine ſtimme hören / Vnd wird eine Herd vnd ein Hirte werden.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

   Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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Die beweglichen Feiertage im Jah­res­lauf hän­gen ab vom Os­ter­datum. Wir er­läu­tern, wie sich das Os­ter­da­tum be­rech­net und nen­nen die ak­tu­el­len Da­ten der Fei­er­ta­ge.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Psalm 23
Titel

→Der Herr ist mein Hirte

Psalm 23 | Lutherbibel 1545

Der Herr ist mein Hirte /
Mir wird nichts mangeln ...

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