3. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 11. Juli 1943

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium     Zum TextLk 15,1-10
Epistel Zum Text1Petr 5,5b-11
 

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium  Zum TextLk 15,1-10
1. Epistel Zum Text1Petr 5,5b-11
2. Evangelium  Zum TextLk 15,11-32
2. Epistel VerweisApg 3,1-16
Alttestamentliche Lektion VerweisJes 12
→Gottesdienstordnungen

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
11.7.1943 | 3. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

3. Sonntag
nach Trinitatis

Grün

 

 

 

Kalenderblätter

 

Bewegliches Datum
Der 3. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>7. Juni und dem 11. Juli eines Jahres.
 
  • 3. Sonntag nach Trinitatis
  • 11. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 3. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    7. Juni und dem 11. Juli eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 77 Tage nach Ostern
  • am 78. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag

 

Got­tes­dienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

3. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Lese­ord­nungen.

Im Kirchenjahr 1942/1943 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisnacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

 

 

I.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach altkirchlicher Textordnung

 

gültig bis 1977/1978

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Lk 15,1-10 )

 

Gleichnis vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Groſchen

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Des men­ſchen Son iſt komen zu ſu­chen vnd ſe­lig zu machen / das verloren iſt.

→Lk 19,10

Pſalm
32
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 32

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
166 EG 232 Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum Text1Petr 5,5b-11
Evangelium  Zum TextLk 15,1-10
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also  Zum TextLk 15,1-10.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht /

Denn es iſt eine Krafft Got­tes /

die da ſe­lig machet / alle /

die daran gleuben.

→Römerbrief 1,16

 

 

II.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach der Eisenacher Textordnung

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

Thema des Sonntags

(nach dem Evangeliumstext Lk 15,1-10 )

 

Gleichnis vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Groſchen

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Des men­ſchen Son iſt komen zu ſu­chen vnd ſe­lig zu machen / das verloren iſt.

→Lk 19,10

Pſalm
32
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 32

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
166 EG 232 Allein zu dir, Herr Jeſu Chriſt
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum Text1Petr 5,5b-11
Evangelium  Zum TextLk 15,1-10
Reihe II  2. Epistel VerweisApg 3,1-16
2. Evangelium  Zum TextLk 15,11-32
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope VerweisJes 12
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Kon­fe­renz (ei­ne Kon­fe­renz der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen Deutsch­lands) er­ar­bei­te­te in den Jah­ren von 1888 bis 1896 eine Pe­ri­ko­pen­ord­nung für die evan­ge­li­schen Kir­chen. Sie ver­stand die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen (Epis­tel und Evan­ge­li­um) als eine ers­te Rei­he und füg­te ihnen in ei­ner zwei­ten Rei­he ei­nen zwei­ten Text aus den Epis­teln und ei­nen zwei­ten Text aus den Evan­ge­li­en hin­zu. Die gro­ße Be­son­der­heit die­ser Ord­nung war die Ein­füh­rung ei­ner drit­ten, alt­tes­ta­ment­li­chen Rei­he, die für je­den Sonn­tag des Kirchen­jah­res erst­mals ei­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Text bot. Die Ver­wen­dung die­ser Pe­ri­ko­pen ge­schah nicht ein­heit­lich. Ge­dacht wa­ren sie da­zu, sie wech­sel­weise im Got­tes­dienst zu ver­wen­den, so in­ner­halb ei­ner Fol­ge von vier Jah­ren:

  • im 1. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 2. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und Lek­ti­on Al­tes Tes­ta­ment
  • im 3. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 4. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und 2. Epis­tel

Da­mit er­gab sich für die Le­sun­gen ein Zyklus von vier Jah­ren und für die Pre­digt, die sich je­weils auf die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe stützte, ein Zyklus von zwei Jah­ren.

 

 

Alt­kirch­li­che Text­ord­nung in Lan­des­kir­chen

In ei­ni­gen Lan­des­kir­chen, da­run­ter die evan­ge­li­sche Kir­che Bran­den­burgs, galt in die­ser Zeit wei­ter­hin die alt­kirch­li­che Text­ord­nung. Sie kennt nur Evan­ge­li­um und Epis­tel (Reihe I in der Ei­sen­acher Text­ord­nung), die bei­de nach wie vor für die Text­lesung so­wie für die Pre­digt im Haupt- und Abend­got­tes­dienst emp­foh­len wa­ren.

 

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs nutz­te in die­ser Zeit ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung, die sich auf ei­nen Drei­jah­res­zy­k­lus stütz­te. Über die drei Jahr­gän­ge hin­weg fan­den sich die Pe­ri­ko­pen wie hier ge­nannt, al­ler­dings in an­de­rer An­ord­nung und er­gänzt um wei­te­re Pe­ri­ko­pen, die we­der in alt­kirch­li­chen Ord­nun­gen noch in der neu­en Ei­sen­acher Ord­nung be­kannt wa­ren.

Diese Ord­nung der evan­ge­li­schen Kir­che Würt­tem­bergs ist der­zeit hier nicht wie­der­ge­ge­ben.

 

Geschicht­li­che An­mer­kun­gen: Die Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen in Zei­ten des Um­bruchs

  • In den Jah­ren des na­ti­o­nal­so­zi­a­li­sti­schen Re­gi­mes gab es im Zu­sam­men­hang mit der brach­i­a­len an­ti­se­mi­ti­schen Aus­rich­tung in Po­li­tik und Ge­sell­schaft in den evan­ge­li­schen Kir­chen re­gi­o­nal In­ten­ti­o­nen, die alt­tes­ta­ment­li­che Rei­he ab­zu­schaf­fen und die an­de­ren Rei­hen im Sin­ne ei­ner Staats­rä­son zu kor­ri­gie­ren. Die­ses An­sin­nen wirk­te trotz ei­ner Be­ken­nen­den Kir­che ver­ein­zelt bis weit die Zeit nach dem 2. Welt­krieg nach.
  • Auch nach der Ver­ei­ni­gung von Lan­des­kir­chen, wie der Grün­dung von VELKD und EKD, blie­ben die Ord­nun­gen der Pre­digt­tex­te den Sy­no­den der Lan­des­kir­chen un­ter­wor­fen und ent­wickel­ten sich so­mit zu­neh­mend un­ein­heit­lich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spä­tes­tens ab 1960/1961 galt dann in den meis­ten evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Kir­chen ei­ne neue Pe­ri­ko­pen­ord­nung auf Ba­sis von sechs Rei­hen, weil sich nun erst­mals nach Ei­sen­ach über Jah­re hin­weg eine lan­des­kirch­lich über­grei­fen­de und un­ab­hän­gi­ge Kon­fe­renz (Lu­the­ri­sche Li­tur­gi­sche Kon­fe­renz Deutsch­lands) mit li­tur­gisch-ho­mi­le­ti­schen Fra­gen be­schäf­tig­te und 1957 Ant­wor­ten in Form ei­ner »Ord­nung der Pre­digt­tex­te« vor­leg­te.
  • Doch die Ent­schei­dungs­ho­heit ob­lag nach wie vor den lan­des­kirch­li­chen Sy­no­den. Über­wie­gend unier­te und re­for­mier­te Lan­des­kir­chen nutz­ten die hier vor­lie­gen­de Ord­nung der Pre­digt­tex­te nach dem Ei­sen­acher Sche­ma wei­ter­hin bis 1977/1978 oder auch da­rü­ber hi­n­aus.
  • Bis heute gilt in man­chen evan­ge­li­schen Kir­chen und Frei­kir­chen eine Ord­nung auf Grund­la­ge der Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen im vier­jäh­ri­gen Zy­k­lus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

3. Sonntag nach Trinitatis

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament nach altkirchlicher und Eisenacher Perikopenordnung

Text nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.
Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Lukas

Lk 15,1-10

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→  Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XV.

 

 

Verse 1 - 2

Der Anlass: Der Vorwurf der Pharisäer und Schriftgelehrten

→ Mt 9,10-11    ↑ → Lk 5,29-30

 

ES naheten aber zu Jhe­ſus al­ler­ley Zöl­ner vnd Sün­der / das ſie jn hö­re­ten. 2Vnd die Pha­ri­ſe­er vnd Schrifft­ge­ler­ten mur­re­ten / vnd ſpra­chen / Die­ſer nimpt die Sün­der an / vnd iſ­ſet mit jnen.

 

 

 

 

 

Verse 3 - 7

Das Gleichnis vom verlorenen Schaf

|| → Mt 18,12-14

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3Er ſa­get aber zu jnen dis Gleich­nis / vnd ſprach / 4Wel­cher Menſch iſt vn­ter euch der hun­dert Scha­fe hat / vnd ſo er der ei­nes ver­leu­ret / der nicht laſ­ſe die neun vnd neun­tzig in der Wü­ſten / vnd hin ge­he nach dem ver­lor­nen / bis das ers fin­de? 5Vnd wenn ers fun­den hat / ſo le­get ers auff ſei­ne Ach­ſeln mit freu­den. 6Vnd wenn er heim kompt / ruf­fet er ſei­nen Freun­den vnd Nach­barn / vnd ſpricht zu jnen / Frew­et euch mit mir / Denn ich ha­be mein Schaf fun­den / das ver­lo­ren war. 7Ich ſa­ge euch / Al­ſo wird auch freu­de im Hi­mel ſein / vber ei­nen Sün­der / der buſ­ſe thut / fur neun vnd neun­zig Ge­rech­ten / die der buſ­ſe nicht be­dürf­fen.

 

 

 

 

Verse 8 - 10

Das Gleichnis vom verlorenen Groschen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

8ODer / welch Weib iſt / die ze­hen Groſ­ſchen hat / ſo ſie der ei­nen ver­leu­ret / Die nicht ein Liecht an­zün­de / vnd ke­re das Haus / vnd ſu­che mit vleis / bis das ſie jn fin­de? 9Vnd wenn ſie jn fun­den hat / ruf­fet ſie jren Freun­din­nen vnd Nach­ba­rin­nen / vnd ſpricht / Frew­et euch mit mir / Denn ich ha­be mei­nen Groſ­ſchen fun­den / den ich ver­lo­ren hat­te. 10Al­ſo auch / ſa­ge ich euch / wird freu­de ſein fur den En­geln Got­tes / vber ei­nen Sün­der / der buſ­ſe thut.

 

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Erster Brief des Petrus

1Petr 5,5b-11

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die erſte Epiſtel
S. Peters.

 

C. V.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Mahnungen an die Ältesten und an die Gemeinde

Verse 5b - 7

 

 

Petrus schreibt:

 

ALle ſampt ſeid vn­ter­nan­der vn­ther­than / vnd hal­tet a feſt an der De­mut / Denn Gott wi­der­ſte­het den Hof­fer­ti­gen / Aber den De­mü­ti­gen gibt er gnade. 6So demütiget euch nu vn­ter die gewaltige hand Got­tes / das er euch erhöhe zu ſei­ner zeit. 7Alle ew­er ſorge werffet auff jn / Denn er ſorget fur euch.

 

a

(Feſt)

Das die de­mut ge­gen ein­an­der ver­knüpf­fet vnd in ein­an­der ge­floch­ten ſey / das ſie der Teu­fel mit kei­ner liſt noch krafft tren­nen mü­ge.

 

 

 

 

 

 

Verse 8 - 11

Ermahnung, auch im Leiden fest im Glauben zu stehen

 

 

 

 

 

 

SEid nüchtern vnd wachet / Denn ew­er wi­der­ſa­cher der Teuf­fel ge­het vmb her / wie ein brüllender Lewe / vnd ſu­chet / welchen er verſchlinde. 9Dem wi­der­ſte­het feſte im glauben / Vnd wi­ſſet / das eben die­ſel­bi­gen Leiden vber ew­er Brüder in der Welt gehen.

 

 

 

 

 

 

10DEr Gott aber aller Gnade / der vns beruffen hat zu ſei­ner ewigen Herr­lig­keit / in Chri­ſto Jhe­ſu / Der­ſel­bi­ge wird euch / die jr eine kleine zeit leidet / volbereiten / ſtercken / kreff­ti­gen / gründen. 11Demſelbigen ſey Ehre vnd Macht von ewigkeit zu ewigkeit / AMEN.

 

 

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Zweites Evangelium

Evangelium nach Lukas

Lk 15,11-32

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→  Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XV.

 

 

Verse 11 - 32

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IHeſus ſprach / Ein Menſch hat­te zwe­en Sö­ne / 12vnd der Jüng­ſte vn­ter jnen ſprach zu dem Va­ter / Gib mir Va­ter das teil der Gü­ter / das mir ge­hört. Vnd er tei­let jnen das gut. 13Vnd nicht lang dar­nach ſam­let der jüng­ſte Son al­les zu­ſa­men / vnd zoch fer­ne vber Land / vnd da­ſelbs bracht er ſein Gut vmb mit braſ­ſen. 14Da er nu alle das ſei­ne ver­ze­ret hat­te / ward ei­ne gro­ſ­ſe Thew­rung durch das­ſel­bi­ge gan­tze Land / vnd er fieng an zu dar­ben. 15Vnd gieng hin / vnd hen­get ſich an ei­nen Bür­ger des­ſel­bi­gen Lan­des / der ſchi­cket jn auff ſei­nen acker der Sew zu hü­ten. 16Vnd er be­ger­te ſei­nen Bauch zu fül­len mit tre­bern / die die Sew aſ­ſen / vnd nie­mand gab ſie jm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

17DA ſchlug er in ſich / vnd ſprach / Wie viel Tag­lö­ner hat mein Va­ter / die Brot die fül­le ha­ben / Vnd ich ver­der­be im Hun­ger. 18Ich wil mich auff­ma­chen vnd zu mei­nem Va­ter ge­hen / vnd zu jm ſa­gen / Va­ter / Ich ha­be ge­ſün­di­get in den Hi­mel vnd fur dir / 19vnd bin fort nicht mehr werd / das ich dein Son heiſ­ſe / Ma­che mich als ei­ner dei­ner Tag­lö­ner. 20Vnd er ma­chet ſich auff / vnd kam zu ſei­nem Va­ter. Da er aber noch fer­ne von dan­nen war / ſa­he jn ſein Va­ter / vnd ja­mert jn / lieff vnd fiel jm vmb ſei­nen Hals / vnd küſ­ſet jn. 21Der Son aber ſprach zu jm / Va­ter / Ich hab ge­ſün­di­get in den Hi­mel vnd fur dir / Ich bin fort nicht mehr werd / das ich dein Son heiſ­ſe. 22Aber der Va­ter ſprach zu ſei­nen Knech­ten / Brin­get das be­ſte Kleid er­für / vnd thut jn an / vnd ge­bet jm ei­nen Fin­ger­reiff an ſei­ne hand / vnd Schuch an ſei­ne füſ­ſe / 23vnd brin­get ein ge­me­ſtet Kalb her / vnd ſchlach­tets La­ſ­ſet vns eſ­ſen vnd frö­lich ſein / 24Denn die­ſer mein Son war tod / vnd iſt wi­der le­ben­dig wor­den / Er war ver­lo­ren / vnd iſt fun­den wor­den. Vnd fien­gen an frö­lich zu ſein.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ABer der el­te­ſte Son war auff dem fel­de / Vnd als er na­he zum Hau­ſe kam hö­ret er das Ge­ſen­ge / vnd den Rei­gen / 26vnd rieff zu ſich der Knech­te ei­nen vnd fra­get / was das we­re? 27Der aber ſa­get jm / Dein Bru­der iſt ko­men / vnd dein Va­ter hat ein ge­me­ſtet Kalb ge­ſchlach­tet / das er jn ge­ſund wi­der hat. 28Da ward er zor­nig / vnd wolt nicht hin ein ge­hen. Da gieng ſein Va­ter her aus / vnd bat jn. 29Er ant­wor­tet aber / vnd ſprach zum Va­ter / Sihe / ſo viel jar die­ne ich dir / vnd ha­be dein Ge­bot noch nie vber­tre­ten / vnd du haſt mir nie ei­nen Bock ge­ge­ben / das ich mit mei­nen Freun­den frö­lich we­re. 30Nu aber die­ſer dein ſon ko­men iſt / der ſein Gut mit Hu­ren ver­ſchlun­gen hat / ha­ſtu jm ein ge­me­ſtet Kalb ge­ſchlach­tet. 31Er aber ſprach zu jm / Mein ſon / Du biſt al­le­zeit bey mir / vnd al­les was mein iſt / das iſt dein. 32Du ſol­teſt aber frö­lich vnd guts muts ſein / Denn die­ſer dein Bru­der war tod / vnd iſt wi­der le­ben­dig wor­den / Er war ver­lo­ren / vnd iſt wi­der fun­den.

 

 

 

  Hörbuch-Videos

Die Gleichnisse vom verlorenen Schaf und vom verlorenen Groschen. (Lk 15,1-10)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Lk 15,1-10

Das Video zeigt den Text der Gleich­nis­se vom ver­lo­re­nen Schaf und vom ver­lo­re­nen Gro­schen aus der Lu­ther­bi­bel von 1545, vor­ge­le­sen von Reiner Makohl.

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. (Lk 15,11-32)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Lk 15,11-32

Das Video zeigt den Text des Gleich­nis­ses vom ver­lo­re­nen Sohn aus der Lu­ther­bi­bel von 1545, vor­ge­le­sen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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