Die jüdische Zeitrechnung

Hilfe zur Interpretation des Datums im Ewigen Kalender

Ewiger Kalender

Ewiger Kalender

Hilfe zum Kalenderblatt

Das jüdische Datum
in den Kalenderblättern

 
Der jüdische Kalender

Grafik: Der jüdische Kalender
Die jüdische Welt-Ära zählt Weltjahre, abgekürzt »AM« für Annus Mundi (Jahr der Welt) seit der Erschaffung der Welt. Das Jahr 1 AM begann am 1. Tischri, dem 6. Oktober 3761 v. Chr. nach julianischer Zeitrechnung. Allerdings lag der Großteil des 1. Tischri, über 23 Stunden, auf dem julianischen 7. Oktober 3761 v. Chr., weshalb oft dieser Tag als Grundlage für Berechnungen dient. Welche Interpretation daraus entstanden, zeigt dieser Artikel.

Bildnachweis: → siehe unten.

 

 

Das heutige Datum in jüdischer Notation

Westliches Datum

Sonntag
19. Juli 2026

🕎 Jüdisches Datum

יום ראשון ה' אב ה'תשפ"ו
Jom Rischon, 5. Aw AM 5786

 

1. Die jüdische Zeitrechnung

Jüdische Zeitrechnung

 

In unseren Kalenderblättern des Ewigen Kalenders findet sich in der Info-Box »Das Datum in verschiedenen Zeitrechnungen« eine Umwandlung des angezeigten Datums in die jüdische Zeitrechnung. Grundlage dafür ist der jüdische Kalender.

Wir erklären hier, wie die einzelnen Angaben zu lesen und zu interpretieren sind.

 

2. Die jüdische Kalender-Ära

 

2.1 Zählung AM (Annus Mundi) oder W.Ä. (Welt-Ära)

In der jüdischen Zeitrechnung geschieht die Zählung der Jahre »AM«, das ist die Abkürzung für den lateinischen Begriff Annus Mundi. ( Jahr der Welt, bzw. Weltjahr) und meint hier die jüdische Weltära.

Manchmal liest man auch die deutsche Abkürzung »W.Ä.«, was für Welt-Ära steht.

Zugrunde lagen bei der Ermittlung dieser Welt-Ära Zeitangaben aus biblischen Berichten seit den Tagen der Schöpfung, wie beispielsweise Lebensdaten von Personen oder Regierungsjahre von Richtern und Königen im alten Israel.

 

2.2 Der Beginn der Welt-Ära

Das Jahr beginnt im jüdischen bürgerlichen Kalender am 1. Tischri. »Tischri« ist der Name des ersten Monats. Den Beginn des ersten Kalenderjahres, den 1. Tischri 1 AM, legten jüdische Kalenderwissenschaftler so fest, dass der 1. Tischri 1 AM ...

  • ... im julinaischen Kalender Sonntag, dem 6. Oktober 3761 v. Chr., 23:11:20 Uhr entspricht.
  • ... im gregorianischen Kalender Freitag, dem 6. September 3761 v. Chr., 23:11:20 entspricht.

In beiden Fällen liegt der Großteil des 1. Tischri (mehr als 23 Stunden) auf dem julianischen bzw. gregorianischen Folgetag: auf Montag, den 7. Oktober (julianisch) bzw. auf Samstag, den 7. September (gregorianisch).

Unser Kalender weist daher für den 7. Oktober 3761 v. Chr. (julianisch) den Tag 1 der AM-Ära aus: 1. Tishri AM 1, und für den 6. Oktober 3761 v. Chr. den Vorabend des 1. Tischri 1 AM.

Doch es gibt unterschiedliche Betrachtungen der Welt-Ära. Auf welches biblische Ereignis stützt sich der erste Kalendertag? Welche kalenderwissenschaftlichen und religiösen Aspekte befinden sich dahinter?

 

2.3 Der Beginn des Kalenders mit dem »Tag der Weltschöpfung«

Der 1. Tischri wird oft als »Tag der Weltschöpfung« verstanden. Formal ist der erste Tag des Jahres 1 AM, der Beginn des Kalenders, der erste vollständige Tag, der nach biblischer Chronologie gezählt werden konnte.

Biblisch betrachtet ist es der zweite Schöpfungstag.

Der erste Schöpfungstag

Der biblische Bericht beginnt am →ersten Schöpfungstag. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keinerlei Indikatoren bzw. verlässliche Parameter für eine Zeitmessung und keine Tageseinteilung. Die Erde war noch wüst und leer, und alles lag in ständiger Finsternis. Die Länge dieser dunklen Periode ist unbekannt.

Doch ein kalendarischer Tag setzt sich im 24-Stunden-Rhythmus zusammen aus Nacht (er beginnt im jüdischen Kalender mit Einbruch der Nacht) und Tag (er endet nach Sonnenuntergang). Daher kann der erste Schöpfungstag kalendarisch nicht erfasst werden. Seine Länge ist nicht messbar und unbekannt.

Da schuf Gott laut Schöpfungsbericht zunächst das Licht. Von da an konnte zwischen Tag (Licht) und Nacht (Finsternis) unterschieden werden. Dieser erste Schöpfungstag endete nach Sonnenuntergang.

Erst mit Einbruch der Nacht, nach dem Tageslicht des ersten Schöpfungstags, begann der erste, durch den Wechsel von Licht und Finsternis meßbare, vierundzwanzigstündige Tag, der kalendarisch notiert werden konnte. In der Bibel ist dies der zweite Schöpfungstag. Im julianischen Kalender ist dies der 6. Oktober 3761 v. Chr.

Der größte des Teil des 6. Oktober 3761 v. Chr., die Zeit vor 23:11:20 Uhr, gehört zur Ewigkeit der dunklen, zeitlosen Periode, an deren Ende Gott das Licht (und damit die Zeit) schuf.

Dieser erste Kalendertag endete 24 Stunden später, am 7. Oktober 3761 v. Chr. (julianisch) nach Sonnenuntergang.

Der zweite Tag der Schöpfungswoche

Der julianische 7. Oktober ist ein Montag, wie es dem biblischen Schöpfungsbericht entspricht. Es ist der zweite Schöpfungstag.

Die jüdische Tagesbezeichnung drückt es sehr genau aus. Der Montag wird im Hebräischen als Jom Scheni, »zweiter Tag« [der Woche] bezeichnet. Am sechsten Tag, einem Freitag (Jom Schischi), wurden die Menschen geschaffen, und am siebten Tag, einem Samstag, dem jüdischen Sabbat, ruhte Gott von seiner Arbeit.

Der erste »Tag des Ruhens«, der erste Sabbat im Kalender, begann am 11. Oktober 3761 v. Chr. und endete am 12. Oktober 3761 v. Chr. nach Sonnenuntergang. Die erste Kalenderwoche im jüdischen Kalender war damit vollendet, in der die gesamte Schöpfung ablief.

Ein Kalender der biblischen Erdgeschichte

Der 1. Tischri wird als »Tag der Weltschöpfung« verstanden. Die Welt, die nun noch bewohnbar gemacht und mit Leben besiedelt werden musste, war geschaffen, nachdem am ersten Schöpfungstag erstmals die Sonne untergegangen war.

So betrachtet wäre der jüdische AM-Kalender als Kalender der (biblischen) Erdgeschichte entwickelt worden. Kalenderwissenschaftlich bildet er alle kalendarisch erfassbaren Tage vom Anbeginn der Welt bis heute ab.

Bedenkenswert

Die obige Darstellung wirkt auf den ersten Blick schlüssig, doch zu Bedenken ist: Die Berechnungen und Umrechnungen für Kalender beruhen auf Formeln, die erst lange nach der Zeitwende entwickelt wurden.

Proleptische Berechnungen (rückwärtige Anwendung der Formeln) schleppen deren Fehlerhaftigkeit mit in die Vergangenheit (z. B. die Abweichung zum Sonnenjahr), wobei die Fehler zunehmen, je weiter ein Datum zurückliegt.

 

2.4 Der Beginn des Kalenders mit dem »Tag der Erschaffung Adams«

In späterer Zeit wiesen jüdische Gelehrte dem 1. Tischri inhaltlich eine andere Bedeutung zu: Die Erschaffung Adams.

»Adam« ist das hebräische Wort für »Mensch«. Der 1. Tischri 1 AM ist nach dieser Interpretation der Tag, an dem der Mensch geschaffen wurde, was alle Menschen, die Menschheit an sich, einschließt.

Derselbe Tag umfasst in dieser jüdischen Lehre die Zeit im Paradies, das Vergehen der Menschen durch den Genuß der Früchte vom Baum der Erkenntnis, die Verurteilung und die Bestrafung der Menschen mit Arbeitsmühen und Sterblichkeit, sowie die Vertreibung aus dem Paradies. →*1)

Ein Tag des Gerichts

Damit bekommt der 1. Tischri im Kalender einen weiteren religiös bedeutsamen Inhalt: Es ist nicht nur der Tag der Erschaffung Adams, des Menschen, sondern es ist zugleich der Tag des ersten Gerichts, an dem eine erste Unterscheidung zwischen Sündern und Gottesfürchtigen stattfindet.

Menschen, die nicht gesündigt haben, werden nach dieser Lehre ins Buch des Lebens eingeschrieben. Menschen, die stark gesündigt haben, werden ins Buch des Todes eingeschrieben. Menschen, bei denen noch unklar ist, was überwiegt, bekommen Zeit für Reue und Umkehr in den »zehn Tagen der Umkehr« (»die schrecklichen Tage«, Jamim Noraim) und werden am Jom Kippur (am 10. Tischri) beurteilt und gerichtet.

Der sechste Schöpfungstag

Der 1. Tischri ist danach der sechste Schöpfungstag. Das Gedenken schließt den folgenden Tag des Ruhen Gottes , den Sabbat, mit ein (zweitägige Feierlichkeit am 1. und 2. Tischri).

Diese Lehre legt folglich den Beginn der Schöpfung fünf Tage vor dem 1. Tischri fest, auf den 25. Elul (zwölfter Monat). An diesem Tag sprach Gott die Worte »Es werde Licht!«.

Doch es gibt im Kalender keine Tage vor dem 1. Tischri 1 AM.

Um diese Diskrepanz aufzulösen, verschieben manche Erklärungen den Tag der Erschaffung Adams kalendarisch um ein Kalenderjahr. Die Schöpfung der Welt begann danach am 25. Elul 1 AM, die Erschaffung Adams fand statt am 1. Tischri 2 AM. Die Zeit ab dem 1. Tischri 1 AM bis zum 24. Elul 1 AM markiert die lange Periode der Finsternis.

Ein Kalender der Menschheitsgeschichte

Der 1. Tischri wird daher oft als »Tag der Erschaffung Adams« (Adam im Sinne von »Mensch«) begangen.

So betrachtet, wäre der jüdische Kalender als Kalender der (biblischen) Menschheitsgeschichte entwickelt worden. Es ist ein Kalender, der die Beziehung Gottes zu den Menschen verzeichnet. Kalendarisch blendet er die Zeit vor dem (biblischen) ersten Menschen aus.

 

Anmerkung:

1 Sie dazu: →Aaron Demsky, Warum das jüdische Jahr an vier verschiedenen Tagen beginnt, Artikel vom 6.9.2007 in: Jüdische Allgemeine

 

 

3. Die Gültigkeit des jüdischen Kalenders

Daten vor dem 1. Tishri 1 gibt es im jüdischen Kalender nicht. Für julianische Daten vor dem 6. Oktober 3761 v. Chr. gibt es keine Entsprechungen mehr in der jüdischen Zeitrechnung. Unser Kalenderblätter weisen dann eine Unterschreitung des Gültigkeitsbereichs aus.

Aus technischen Gründen endet die jüdische Zeitrechnung in unseren Kalenderblättern derzeit am 25. Dezember 6239 n. Chr. Das ist der Tag Jom Revi'i (Mittwoch), der 29. Elul AM 9999. Unsere Kalenderblätter zeigen nach diesem Datum eine Überschreitung des Gültigkeitsbereichs an.

 

4. Das Jahr im jüdischen Kalender

Der Jahreswechsel für das Zählen der Jahre findet im jüdischen Kalender zwischen dem 29. Elul (zwölfter Monat) und dem 1. Tischri (erster Monat) statt.

Allerdings kennt das jüdische Jahr vier Jahresanfänge. →*1)

  • 1. Tischri (erster Monat): Der Jahreswechsel für das Zählen der Jahre am 1. Tischri wurde wohl erst nach 70 n. Chr. mit der Entstehung der Mischna (bis 220 n. Chr.) verbindlich. Er wurde schließlich verwendet, um proleptisch (rückwärts) das Datum der Schöpfung und somit den Beginn der jüdischen Weltära zu ermitteln (1. Tischri 1 AM).
  • 15. Schwat (fünfter Monat): Noch heute ist im Kalender das »Neujahrsfest der Bäume« am 15. Schwat zu finden. Der Termin lag ursprünglich auf dem 1. Schwat.
  • 1. Nissan (siebter Monat): In historischer Zeit begann das Jahr am 1. Nissan (als erstem Monat). Nach diesem »Jahresanfang der Könige« zählten die Könige Israels ihre Regierungsjahre, womit er für den bürgerlichen Kalender verbindlich war. Diese Zählung ist im Alten Testament berücksichtigt. Dort ist der Monat Tischri der siebte Monat, nicht der erste.
    Daher wird diese Zählung heute »religiös« genannt, während die neue »bürgerliche« Zählung den 1. Tischri als Jahresanfang nutzt.
  • 1. Elul (zwölfter Monat): Ursprünglich galt der 1. Elul als »Neujahr des Zehnten vom Vieh«. Dieser Neujahrstag wurde aber später auf den 1. Tischri verlegt, so dass der 1. Tischri nun beide Feste vereinigte. Doch der 1. Tischri besaß als »Tag der Schöpfung der Welt« oder auch als »Tag der Erschaffung des Menschen« soviel Gewicht, dass er die Bedeutung als »Neujahrstag des Zehnten vom Vieh« in den Hintergrund drängte.

Unser Kalender verwendet nach der heutigen jüdischen Tradition für das Zählen der Jahre durchgehend den 1. Tischri als Neujahrstag für den Jahreswechsel.

 

Anmerkung:

1 Sie dazu: →Aaron Demsky, Warum das jüdische Jahr an vier verschiedenen Tagen beginnt, Artikel vom 6.9.2007 in: Jüdische Allgemeine

 

 

5. Der Tag und die Tagesgrenze

Der Tag beginnt im jüdischen Kalender nicht um Mitternacht, sondern nach Sonnenuntergang bzw. mit Einbruch der Nacht. Heute ist dafür im bürgerlichern Kalender 18 Uhr festgelegt, um eine ortsunabhängige Verbindlichkeit zu gewährleisten.

In historischen Zeiten endete ein Tag nach Sonnenuntergang und nach der Dämmerungszeit, also mit Einbruch der Nacht.

Das war die billigste Uhr, nach der einigermaßen verlässlich der Beginn eines neuen Tages bestimmt werden konnte, und die zugleich allen Bewohnern Israels verfügbar war: der Blick in den Himmel.

Während der Sonnenuntergang nicht überall gleich gut beobachtbar war und seine Sichtbarkeit beispielsweise von Geländehöhen und Bebauungen abhing, war der Einbruch der Nacht für jedermann erkennbar. Doch wann ist es so dunkel, dass von Nacht gesprochen werden kann?

Die Nacht brach an, wenn in der späten Abenddämmerung das erste Funklen von Sternen am Himmel zu sehen war.

Diese Art der Zeitmessung hatte sich jedoch aus mehreren Gründen als unpraktisch erwiesen und wurde in späteren Zeiten durch eine feste Uhrzeit ersetzt.

Im religiösen Kalender richten sich die Tagesgrenze und Festtagsgrenzen nach wie vor an den Ereignissen »Sonnenuntergang«, »Einbruch der Nacht« und »Erscheinen der Sterne« aus.

  • Das Symbol 🌇 in unseren Kalenderblättern bedeutet: »Beginnt nach Sonnenuntergang«. Der Tag endet 24 Stunden später nach Sonnenuntergang bzw. vor Einbruch der Nacht.
  • Das Symbol 🌇 bedeutet: »Endet nach Sonnenuntergang«.
  • Das Symbol 🌃 bedeutet: »Endet nach Sonnenuntergang, wenn die Sterne sichtbar werden« (völlige Dunkelheit, Einbruch der Nacht, Sichtbarkeit der Sterne).

Wer genaue Uhrzeiten ermitteln möchte, benötigt Informationen über die Zeitpunkte des Sonnenaufgangs und des Sonnenuntergangs, über die Länge der Dämmerungszeit und über den Zeitpunkt des Beginns der Nacht. Die Erschwernis dabei ist es, dass die Zeiten nicht nur vom Tag im Jahr abhängen, sondern auch vom Ort, an dem man sich befindet.

Sonnenuntergang 🌇

Sonnenuntergang ist der Moment, in dem die Sonnenscheibe gerade vollständig unter dem Horizont versunken ist.

Die Formulierungen »mit Sonnenuntergang« oder »nach Sonnenuntergang« bezeichnen daher den selben Zeitpunkt. Die Erschwernis dabei ist es: Dieser Zeitpunkt kann durch Beobachtung nur am oder auf dem Meer ermittelt werden, bestenfalls noch im Flachland.

Dämmerung und Einbruch der Nacht 🌃

Nach Sonnenuntergang ist es immer noch hell. Die Dämmerung beginnt. Wie lange sie dauert, hängt wieder vom Tag im Jahr und vom Ort des Beobachters ab.

Es gibt in der jüdischen Literatur immer wieder den Hinweis auf das Erscheinen der Sterne. Dann erst beginnt die Nacht.

Sonnenaufgang 🌅

Ähnliches gilt für den Sonnenaufgang, Es ist der Zeitpunkt nach der Morgendämmerung, wenn ein erstes Stück der Sonnenscheibe über dem Horizont sichtbar wird.

Eine kalendarische Angabe, die »vor Sonnenaufgang« formuliert, bezieht die Dämmerungszeit mit ein.

Abweichende Betrachtungen

Ein regulärer, religiös bestimmter jüdischer Tag beginnt mit (bzw. nach) Sonnenuntergang, mit der Abenddämmerung, und endet mit Sonnenuntergang. Die Tagesgrenze ist der Zeitpunkt, an dem die Sonnenscheibe gerade unter dem Horizont verschwindet.

Aber es gibt Abweichungen in der Bestimmung des Zeitpunktes. Zu historischen Zeiten meinte Sonnenuntergang das verschwinden des Lichts, also den Einbruch der Nacht nach der Dämmerung (siehe die →Schöpfungsgeschichte). Die Tagesgrenze war durch das Erscheinen der Sterne bestimmt.

Heute ist die Vermischung der Betrachtungsweisen in der Fastenregel für den 9. Aw zu sehen. Es ist ein 25-Stunden-Fasten, das mit (nach) Sonnenuntergang beginnt, dann allerdings nicht mit Sonnenuntergang endet, sondern erst mit »Erscheinen der Sterne«. Die Dämmerungszeit wird dabei mit einer Stunde angenommen, so dass nach der Tagesgrenze, die nach Sonnenuntergang bemessen wird, das Fasten um eine weitere Stunde in den 10. Aw hineinreicht.

 

6. Der Vorabend und der jüdische Tag

Ein jüdisches Tagesdatum fällt immer auf zwei Tage in unserem (gregorianischen) Kalender, in dem die Tagesgrenze Mitternacht ist.

Der kleinere Teil des jüdischen Tages, zwischen 18:00 Uhr (bzw. nach Sonnenuntergang) und Mitternacht, der auf den ersten gregorianischen Tag fällt, wird im gregorianischen (oder julianischen) Kalender Vorabend genannt, hebräisch: Erew (ערב).

Der Begriff »Vorabend« bezieht sich nur auf das gregorianische Datum, nicht auf den jüdischen Tag. Er wird insbesondere dann verwendet, wenn für ein Fest bereits zu Beginn des jüdischen Tages (nach Sonnenuntergang) besondere Abläufe oder besondere Festvorschriften gelten, und das Fest daher eindeutig im gregorianischen Kalender tagesübergreifend abzubilden ist.

Der größere Teil des jüdischen Tages, zwischen Mitternacht und Sonnenuntergang, fällt auf den zweiten gregorianischen Kalendertag und wird in aller Regel mit ihm gleichgesetzt. Allerdings endet er bereits mit Sonnenuntergang (bzw. mit Einbruch der Nacht oder um 18:00 Uhr), was insbesondere religiöses Brauchtum an diesem Tag betrifft.

 

7. Das Datum in hebräischer Schreibweise

 

7.1 Das Datum in den Kalenderblättern

In der Infobox der Kalenderblätter des Ewigen Kalenders geben wir das Datum in der ersten Zeile in hebräischer Schrift an. In der folgenden Zeile findet sich dann die transkribierte Form in deutscher Sprache.

 

Am Beispiel des 9. April 2020 soll gezeigt werden,
wie das jüdische Datum zu lesen ist.

Die Info-Box der verschiedenen Zeitrechnungen zum 9. April 2020:

Gregorianische Zeitrechnung

Donnerstag, 9. April 2020

Julianische Zeitrechnung

Donnerstag, 27. März 2020

Mittelalterliche Bezeichnung

FERIA QUINTA Ⅸ. APRILIS
AD ⅯⅯⅩⅩ

Calendarium Romanum

ANTE DIEM V. IDVS APRI­LES
ⅯⅯⅮⅭⅭⅬⅩⅩⅩⅢ A.V.C.

🕎 Jüdische Zeitrechnung

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ
Jom Chamischi, 15. Nissan AM 5780
פֶּסַח
Pessach

Neojulianische Zeitrechnung

Donnerstag, 9. April 2020

 

Leserichtung: Die Textzeile mit den hebräischen Schriftzeichen ist von rechts nach links zu lesen.

 

Unser Beispiel:

Der 9. April 2020 entspricht in der jüdischen Zeitrechnung dem Tag

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ

(von rechts nach links zu lesen)

 

In der für uns lesbaren Form lautet es:

Donnerstag (oder Jom Chamischi), 15. Nissan 5780 AM

 

Das jüdische Datum wird in den folgenden Abschnitten schrittweise erläutert.

 

7.2 Der Wochentag

Mit Ausnahme des Sabbat (hebr.: שבת) bezeichnen die beiden ersten Wörter den Wochentag, wobei dies im Hebräischen eine durchgängige Zählung darstellt und nicht wie bei uns echte Namen sind.

Das erste Wort, יום, liest sich »Jom« und bedeutet »Tag«, das zweite Wort ist eine Ordinalzahl aus der Reihe 1 bis 6 (erster bis sechster).

 

Hebräisch

Transkription

Wörtlich

Entsprechung

יום ראשון Jom Rischon erster Tag Sonntag
יום שני Jom Scheni zweiter Tag Montag
יום שלישי Jom Schlischi dritter Tag Dienstag
יום רביעי Jom Revi'i vierter Tag Mittwoch
יום חמישי Jom Chamischi fünfter Tag Donnerstag
יום שישי Jom Schischi sechster Tag Freitag
שבת

Sabbat
Schabbat
Schabath

Ruhetag Samstag

 

Unser Beispiel:

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ

(von rechts nach links zu lesen)

 

Der 9. April 2020 ist ein יום חמישי (Jom Chamischi) , der fünfte Tag der jüdischen Woche, ein Donnerstag in unserem Kalender.

 

7.3 Die Tageszahl

Es folgt ein Wort, das die fortlaufende Nummer des Tages im jüdischen Monat repräsentiert (im Bereich 1 bis 30).

Die hebräische Schrift kennt keine speziellen Zahlenzeichen. Zahlen werden aus den Buchstaben des hebräischen Alphabets, des Aleph-Beis, zusammengesetzt, wobei jeder Buchstabe einen Zahlenwert bedeutet. Die Aneinanderreihung von Buchstaben ergibt in der Wertigkeit von rechts nach links addiert die Gesamtzahl.

Ggf. ist ein Trennzeichen →*1) in den Ausdruck für die Tageszahl eingefügt.

 

Hebräisch

Erklärung

Zahl

א Aleph,
1. Buchstabe
1
ב Beth,
2. Buchstabe
2
ג Gimel,
3. Buchstabe
3
ד Dalet,
4. Buchstabe
4
ה He,
5. Buchstabe
5
ו Waw,
6. Buchstabe
6
ז Zajin,
7. Buchstabe
7
ח Chet,
8. Buchstabe
8
ט Tet
9. Buchstabe
9
י Jod
10. Buchstabe
10
יא Jod + Aleph
10. + 1.
11
יב Jod + Beth
10. + 2.
12
יג Jod + Gimel
10. + 3.
13
יד Jod + Dalet
10. + 4.
14
טו Tet + Waw
9 + 6 →*2)
15

    

Hebräisch

Erklärung

Zahl

טז Tet + Zajin
9. + 7. →*3)
16
יז Jod + Zajin
10. + 7.
17
יח Jod + Chet
10. + 8.
18
יט Jod + Tet
10. + 9.
19
כ Kaph
11. Buchstabe
20
כא Kaph + Aleph
11. + 1.
21
כב Kaph + Beth
11. + 2.
22
כג Kaph + Gimel
11. + 3.
23
כד Kaph + Daleth
11. + 4.
24
כה Kaph + He
11. + 5.
25
כו Kaph + Waw
11. + 6.
26
כז Kaph + Zajin,
11. + 7.
27
כח Kaph + Chet
11. + 8.
28
כט Kaph + Tet
11. + 9.
29
ל Lamed
12. Buchstabe
30
 

Anmerkungen:

1 Bei zweistelligen Zahlenwerten kann als Trenner zwischen Zehnerstelle und Einerstelle die Zeichenfolge »"« erscheinen, um im Fliestext die Erkennbarkeit und die Lesbarkeit der Werte als Zahl zu erleichtern. Unsere Tabelle zeigt die Grundform der Zahlen und lässt dieses Trennzeichen daher aus.

Unser Kalender ist so eingestellt, dass er hebräische Zahlen mit Trennzeichen anzeigt.

2 Die Zahl 15 wird aus 9 + 6 zusammengesetzt. Die eigentliche Zusammensetzung 10 + 5 wird aus religiösen Gründen vermieden. Es ergäbe sich die Schreibung יה, die der ersten Silbe des heiligen Gottesnamens יהוה (Jahwe, »Herr«) entspricht.

3 Die Zahl 16 wird aus 9 + 7 zusammengesetzt. Die eigentliche Zusammensetzung 10 + 6 wird aus religiösen Gründen vermieden. Es ergäbe sich die Schreibung וה, die der zweiten Silbe des heiligen Gottesnamens יהוה (Jahwe, »Herr«) entspricht.

 

Unser Beispiel:

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ

(von rechts nach links zu lesen)

 

Der 9. April 2020 ist mit der Tageszahl ט"ו einschließlich Trennzeichen ausgezeichnet, was dem Zahlenwert 15 ( = 9 + 6) entspricht.

Bisheriges Ergebnis: Donnerstag, der 15.

 

7.4 Der Monatsname

Der jüdische Kalender kennt 12 Monate →*1) mit einer Länge von je 29 oder 30 Tagen. In Schaltjahren wird der sechste Monat, Adar (hebr.: אדר), verdoppelt. Zur Unterscheidung heißen sie dann Adar I und Adar II. Schaltjahre besitzen zwar effektiv 13 Monate, aber dennoch nur 12 Monatsnamen.

 

Namen

Monatsnummer

Tage

Hebräisch

im Kalender

weitere

bürgerlich

religiös

Anzahl

תשרי Tischri

Tishri.
Tischrei,
Tishrei

1 7 30
חשון Cheschwan Marcheschwan, Heshvan 2 8 29 (30) →*2)
כסלו Kislew Kislev 3 9

30 (29) →*3)

טבת Tewet Tevet 4 10 29
שבט Schwat Schevat 5 11 30
אדר Adar Adar 6 12 29
ניסן Nissan Nisan 7 1 30
אייר Ijar Ijjar,
Iyyar
8 2 29
סיון Siwan Sivan 9 3 30
תמוז Tammus Tammuz 10 4 29
אב Aw Av 11 5 30
אלול Elul   12 6 29

 

 

Anmerkungen:

1 Die Bezeichnungen unterscheiden sich in diversen Publikationen. Wir verwenden die Namen gemäß der Publikationen des →Zentralrats der Juden in Deutschland.

2 Der 2. Monat, Cheschwan, ist regulär 29 Tage lang, jedoch in sogenannten »übermäßigen Jahren« beträgt seine Länge 30 Tage.

3 Der 3. Monat, Kislew, ist regulär 30 Tage lang, in sogenannten »verminderten Jahren« beträgt seine Länge jedoch nur 29 Tage.

»Übermäßige« und »verminderte« Jahre, sowie die Doppelung des Monats Adar haben (wie in unserem Kalender die Schalttage) die Aufgabe, zyklisch die Abweichungen zwischen Kalenderjahren und Sonnenjahren auszugleichen.

 

Unser Beispiel:

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ

(von rechts nach links zu lesen)

 

Der 9. April 2020 ist mit dem Monatsnamen ניסן, Nissan, ausgezeichnet.

Bisheriges Ergebnis: Donnerstag, der 15. Nissan

 

7.5 Die Jahreszahl

Der jüdische Kalender zählt Jahre ab dem Jahr 1 und endet bei uns im jüdischen Jahr 9999.

Die Jahreszahlen werden wie die Tageszahlen aus Buchstaben gebildet. Für die Überführung der Zahl in die dezimale Schreibweise kann daher die Tabelle der Tageszahlen herangezogen werden. Zusätzlich sind die Buchstaben für höherwertige Zahlen und ggf. die sogenannten Finalbuchstaben →*1) nötig.

Ggf. sind Trennzeichen →*2) in den Ausdruck für die Jahreszahl eingefügt.

 

Zahlenwerte

Hebräisch

Erklärung

Wert

מ Mem,
13. Buchstabe
40
נ Nun
14. Buchstabe
50
ס Samech
15. Buchstabe
60
ע Ajin
16. Buchstabe
70
פ Pe
17. Buchstabe
80
צ Tzade
18. Buchstabe
90
ק Koph
19. Buchstabe
100
ר Resch
20. Buchstabe
200
ש Schin
21. Buchstabe
300
ת Taw
22. Buchstabe
400

    

Zahlenwerte der Finalzeichen

Hebräisch

Erklärung

Wert

ך Kaph Sofit 500
ם Mem Sofit 600
ן Nun Sofit 700
ף Pe Sofit 800
ץ Tzade Sofit 900
 

Anmerkung:

1 Die Finalzeichen sind im Alphabet Sonderschreibweisen bestimmter Buchstaben, die in Texten schreibtechnisch am Ende eines Wortes benutzt werden (können), ähnlich wie die beiden Schreibweisen des Buchstabens »s« in der Frakturschrift, die das normale, lange S (»ſ«) und das finale S am Wortende (»s«) unterscheidet.

Als Zahlenzeichen sind den Finalzeichen die Hunderterwerte von 500 bis 900 zugewiesen.

2 Bei Zahlenwerten kann als Trenner zwischen Wertigkeitsstellen (Einerstelle, Zehnerstelle, Hunderterstelle, Tausenderstelle) die Zeichenfolge »"« bzw. »'« erscheinen, um im Fliestext die Erkennbarkeit und die Lesbarkeit der Werte als Zahl zu erleichtern.

Unser Kalender ist so eingestellt, dass er hebräische Zahlen mit Trennzeichen anzeigt.

 

Das Lesen einer Jahreszahl

Jahreszahlen werden von rechts nach links betrachtet so gebildet:

Tausenderstelle (T) + Hunderterstelle(n) (Hn) + Zehnerstelle (Z) + Einerstelle (E)

Je nach Zahl entfallen einzelne Stellen.

 

Erstes Beispiel

Unsere vierstellige Zahl התשפ wird daher von rechts nach links so aufgelöst:

T[1000] + H1[100] + H2[100] + Z[10] (+ E[1]) = Jahreszahl

 

T[1000] = ה = 5000

H1[100] = ת = 400

H2[100] = ש = 300

Z[10] = פ = 80 (kleinster Wert; es gibt daher keine Einerstelle!)

(E[1] = 0)

 

Ergebnis: 5000 + 400 + 300 + 80 + 0 = 5780

Zweites Beispiel

Das Jahr 6060 schreibt sich וס:

T[1000] = ו = 6000 (eigentlich 6, da aber links des Buchstabens noch der Buchstabe ס mit dem Wert 60 folgt, ist das Zeichen nicht als Einerstelle, sondern als Tausenderstelle zu zählen).

(H[100] = 0; es ist kein Buchstabe mit einer Hunderterwertigkeit vorhanden)

Z[10] = ס = 60 (kleinster Wert; es gibt daher keine Einerstelle)

(E[1] = 0)

 

Ergebnis: 6000 + 0 + 60 + 0 = 6060

 

Unser Beispiel:

יום חמישי ט"ו ניסן ה'תש"פ

(von rechts nach links zu lesen)

 

Der 9. April 2020 ist mit der Jahreszahl ה'תש"פ ausgezeichnet. Dies ist das jüdische Jahr 5780.

Verwendet wurden hier Trennzeichen (»5000«, Trennzeichen »'«, »400+300«, Trennzeichen »"«, »80«).

Vollständiges Ergebnis:

Donnerstag, der 15. Nissan 5780 AM

 

8. Jüdische Feste in unserem Kalender im Jahr 2026

Wichtige jüdische Feste werden in unseren Kalenderblättern in derselben Info-Box unter dem jüdischen Datum angezeigt und in den Kopfdaten der Kalenderblätter unter den Tagesereignissen.

Eine Gesamtübersicht über alle Feste, Fastentage und Feiertage, die in unseren Kalenderblättern im Jahr 2026 erscheinen, finden Sie im diesem Artikel:

Der jüdische Kalender

→Die jüdischen Festtage 2026

Der Artikel zeigt tabellarisch alle Festtage, Fastentage und Feiertage des jüdischen Kalenders im Jahr 2026, die in unseren Kalenderblättern erscheinen.

 

 

Der Sinn der jüdischen Zeitrechnung
in unserem Kalender

 

1 Jüdische Gemeinden in Deutschland

Die Kirchenkalender fast aller christlichen Kirchen basieren entweder auf der gregorianischen, der julianischen oder auf der neojulianischen Zeitrechnung. Anders die jüdischen Gemeinden. Sie verwenden für die Berechnung aller religiös bedeutungsvollen Festtage, Fastentage und Feiertage den jüdischen Kalender.

In Deutschland und Europa leben glücklicherweise nach einer dunklen, menschenunwürdigen Periode der Ausgrenzung, des Hasses und der Vernichtung wieder viele Juden. Es gibt zur Zeit 105 jüdische Gemeinden in Deutschland mit ungefähr 100.000 Mitgliedern.

 

2 Würdigung unserer Kultur

Richtig: Unser Kalender ist christlich-evangelisch geprägt. Doch gerade deshalb dürfen wir die jüdische Religion und den jüdischen Glauben, und damit unsere jüdischen Mitbürger nicht aus dem Blick verlieren!

Das Christentum hatte sich aus der jüdischen Religion entwickelt. Ihre Fest- und Feiertage, sowie die religiösen Gebräuche, sollten uns nahegehen, zumindest aber oberflächlich interessieren. In jedem Fall sollten wir sie respektieren. Denn das meint Würdigung und Wertschätzung ihrer Religion, ihrer Bräuche und ihres Lebensstils. Und schlussendlich bedeutet das die Würdigung unserer eigenen Kultur.

Voraussetzung dafür ist es, zu wissen, wann für unsere Mitbürger jüdischen Glaubens bestimmte Festtage im Kalender gelten. Dafür allerdings müssen wir die Kalendersysteme, auf die ihr Kirchenjahr aufbaut, in unseren Kalenderblättern abbilden.

 

3 Das Christentum wurzelt in der jüdischen Religion

Die christliche Religion ist aus der jüdischen Religion hervorgegangen. Die jüdische Zeitrechnung beeinflusst noch immer unsere kirchlichen Feiertage: Ein Tag beginnt nach jüdischer Tradition mit dem Sonnenuntergang, wobei ursprünglich keine genaue Uhrzeit festgesetzt war.

Auch die Tage unserer christlich-kirchlichen Kalender beginnen anders als im bürgerlichen Kalender schon am Abend des Vortags. Deutlich ist das noch immer am 24. Dezember, an »Heiligabend«, zu erkennen. Das christliche Weihnachtsfest beginnt nach Sonnenuntergang am 24. Dezember. Die christlichen Kirchen leiten das Weihnachtsfest zu dieser Stunde mit einem Gottesdienst ein. Aber auch Ostern kennt die Osternacht, die an Karsamstag nach Sonnenuntergang beginnt und den Anfang des christlichen Ostersonntags darstellt.

Ostern ist durch die Ereignisse des Todes und der Auferstehung Christi eng an das jüdische Pessach-Fest gebunden (»Pascha« ist die latinisierte kirchliche Bezeichnung des Wortes Pessach). Jüdische Bezeichnungen wie Pascha (für Ostern) und Sabbat (für Samstag) haben sich noch lange in christlichen Kalendern gehalten.

Die biblischen Texte nennen immer wieder Feste, die es in der jüdischen Tradition heute noch gibt. Es ist der Festtagskalender, dem auch Jesus folgte, und der noch lange in den frühen christlichen Gemeinden Bestand hatte.

Wer Jesus und die biblischen Geschichten vom Anbeginn der Welt bis zur Offenbarung des Johannes verstehen möchte, kommt nicht umhin, sich mit den Grundzügen jüdischen Glaubens zu beschäftigen.

In unserem Kalender, der sich an die evangelisch-christliche Ordnung anlehnt, macht es aus vielerlei Gründen Sinn, wesentliche Merkmale der Wurzeln unseres Glaubens abzubilden.

 

 

Bildnachweis:

Illustration: Der jüdische Kalender
geschütztes Bildmaterial
Autor: Reiner Makohl
Copyright: ©2026 by Reiner Makohl | www.stilkunst.de

Zitationshinweis

Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.

Beispiel:
Reiner Makohl, Kalendersysteme: Die jüdische Zeitrechnung, in: Stilkunst.de,
abgerufen unter:
(abgerufen am )

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 21.06.2026  

Daten der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied der Europäischen Union

 
Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit, in Zeiten mit gesetzlicher Sommerzeitregelung nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen. Alle Angaben →ohne Gewähr.