Das 1. Buch Mose (Genesis) | Kapitel 1

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Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

 

Biblia
 

Die gantze Heilige Schrifft Deudsch
D. Martin Luther, Wittenberg 1545

Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

Das 1. Buch Mose
Genesis

Kapitel 1

 

1Mos 1

 

Der Text in 50 Kapiteln

 
Auswahl der Kapitel

Hinweis: Aus dem 1. Buch Mose (Genesis) sind derzeit nur 15 von 50 Kapiteln verfügbar!

 

Gliederung Kapitel 1

 

Nr.

Textstelle

Abschnitt | Link zum Text

Kapitel I.

 

 

1 - 11

 

I. DIE URGESCHICHTE

 

 

 

1,1 - 2,4a

 

I.1 DER ERSTE SCHÖPFUNGSBERICHT:
DIE ERSCHAFFUNG DER WELT IN SIEBEN TAGEN

 

1

1,1-2

→Der Anbeginn: Die leblose Materie

2

1,3-5

→Der erste Schöpfungstag: Zeit

3

1,6-8

→Der zweite Schöpfungstag: Atmosphäre und Klima

4

1,9-13

→Der dritte Schöpfungstag: Land und Pflanzen

5

1,14-19

→Der vierte Schöpfungstag: Sonne, Mond und Sterne

6

1,20-23

→Der fünfte Schöpfungstag: Tiere im Wasser und am Himmel

7

1,24-25

→Der sechste Schöpfungstag: Tiere auf der Erde

8

1,26-31

→Der sechste Schöpfungstag: Menschen

 

 

 

 

 

 
[Vorsatz | 0b]

 

Holzschnitt, Titelbild zum 1. Buch Mose

 

 
[1a]

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

I.

 

 

I.
DIE URGESCHICHTE

 

 

 

1- 11

 

 

I.1
DER ERSTE SCHÖPFUNGSBERICHT:
DIE ERSCHAFFUNG DER WELT IN SIEBEN TAGEN

 

 

1,1 - 2,4a

 

 

Der Anbeginn: Die lebloſe Materie

AM anfáng ẛcĥuff

Gott Himel und vnd

Erden. 2Vnd die Erde war wüſt vnd leer / vnd es war finſter auff der Tieffe / Vnd der Geiſt Gottes ſchwebet auff dem Waſſer.

 

 

 

 

 

 

(Geiſt)

Wind iſt da zu­mal noch nicht ge­weſt / dar­umb mus es den hei­li­gen Geiſt deu­ten.

 

 

Der erſte Schöpfungstag: Zeit

Liecht.

 

 

 

 

 

I.

VND Gott ſprach / Es werde Liecht / Vnd es ward Liecht. 4Vnd Gott ſahe / das das Liecht gut war / Da ſcheidet Gott das Liecht vom Finſternis / 5vnd nennet das liecht / Tag / vnd die finſternis / Nacht. Da ward aus abend vnd morgen der erſte Tag.

 

 

 

(Gut)

Das iſt / nütz / fein / köſtlich.

 

 

Der zweite Schöpfungstag: Atmosphäre und Klima

 

 

 

 

Feſte.

Himel.

 

 

 

II.

VND Gott ſprach / Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern. 7Da machet Gott die Feſte / vnd ſcheidet das waſſer vnter der Feſten / von dem waſſer vber der Feſten / Vnd es geſchach alſo. 8Vnd Gott nennet die Feſten / Himel. Da ward aus abend vnd morgen der ander Tag.

 

 

Der dritte Schöpfungstag: Land und Pflanzen

 

 

 

 

Erde.

Meer.

VND Gott ſprach / Es ſamle ſich das Waſſer vnter dem Himel / an ſondere Orter / das man das Trocken ſehe / Vnd es geſchach alſo. 10Vnd Gott nennet das trocken / Erde / vnd die ſamlung der Waſſer nennet er / Meer. Vnd Gott ſahe das es gut war.

 

Gras.

Kraut.

Bewme.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

III.

11VND Gott ſprach / Es laſſe die Erde auffgehen Gras vnd Kraut / das ſich beſame / vnd fruchtbare Bewme / da ein jglicher nach ſeiner art Frucht trage / vnd habe ſeinen eigen Samen bey jm ſelbs / auff Erden / Vnd es geſchach alſo. 12Vnd die Erde lies auffgehen / Gras vnd Kraut / das ſich beſamet / ein jglichs nach ſeiner art / vnd Bewme die da Frucht trugen / vnd jren eigen Samen bey ſich ſelbs hatten / ein jglicher nach ſeiner art. Vnd Gott ſahe das es gut war. 13Da ward aus abend vnd morgen der dritte Tag.

 

 

Der vierte Schöpfungstag: Sonne, Mond und Sterne

 

Sonn.

Mond.

Sterne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IIII.

VND Gott ſprach / Es werden Liechter an der Feſte des Himels / vnd ſcheiden tag vnd nacht / vnd geben / Zeichen / Zeiten / Tage vnd Jare / 15vnd ſeien Liechter an der Feſte des Himels / das ſie ſcheinen auff Erden / Vnd es geſchach alſo. 16Vnd Gott machet zwey groſſe Liechter / ein gros Liecht / das den Tag regiere / vnd ein klein Liecht / das die Nacht regiere / dazu auch Sternen. 17Vnd Gott ſetzt ſie an die Feſte des Himels / das ſie ſchienen auff die Erde 18vnd den Tag vnd die Nacht regierten / vnd ſcheideten Liecht vnd Finſternis. Vnd Gott ſahe das es gut war. 19Da ward aus abend vnd morgen der vierde Tag.

 

 

Der fünfte Schöpfungstag: Tiere im Waſſer und am Himmel

 

Fiſch.

Vogel.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

V.

VND Gott ſprach / Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren / vnd mit Geuogel / das auff Erden vnter der Feſte des Himels fleuget. 21Vnd Gott ſchuff groſſe Walfiſche vnd allerley Thier / das da lebt vnd webt / vnd vom Waſſer erreget ward / ein jglichs nach ſeiner art / vnd allerley gefidderts Geuogel / ein jglichs nach ſeiner art / Vnd Gott ſahe das es gut war. 22Vnd Gott ſegenet ſie / vnd ſprach / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd erfüllet das Waſſer im Meer / Vnd das Geuogel mehre ſich auff Erden. 23Da ward aus abend vnd morgen der fünffte Tag.

 

 

Der ſechſte Schöpfungstag: Tiere auf der Erde

 

Vieh.

Gewür

Thier

auff Erden.

 

24VND Gott ſprach / Die Erde bringe erfür lebendige Thier / ein jglichs nach ſeiner art / Vieh / Gewürm vnd Thier auff Erden / ein jglichs nach ſeiner art / Vnd es geſchach alſo. 25Vnd Gott machet die Thier auff Erden / ein jglichs

 

 
[1a | 1b]

 

 

I. Bucĥ     C. I.

Adam.

 

 

nach ſeiner art / vnd das Vieh nach ſeiner art / vnd allerley Gewürm auff Erden / nach ſeiner art. Vnd Gott ſahe das es gut war.

 

 

Der ſechſte Schöpfungstag: Menſchen

Menſch

VND Gott ſprach / Laſſt vns Menſchen machen / ein Bild / das vns gleich ſey / Die da herrſchen vber die Fiſch im Meer / vnd vber die Vogel vnter dem Himel / vnd vber das Vieh / vnd vber die gantzen Erde / vnd vber alles Gewürm das auff Erden kreucht.

27VND Gott ſchuff den Menſchen Im zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.28Vnd Gott ſegenet ſie / vnd ſprach zu jnen / Seid fruchtbar vnd mehret euch vnd füllet die Erden / vnd macht ſie euch * vnterthan. Vnd herrſchet vber Fiſch im Meer / vnd vber Vogel vnter dem Himel / vnd vber alles Thier das auff Erden kreucht.

 

*

(Vnterthan)

Was jr baw­et vnd er­bei­tet auff dem Lan­de / das ſol ewr ei­gen ſein / vnd die Er­de ſol euch hie­rin die­nen / tra­gen vnd ge­ben.

Speiſe

fur den Men­ſchen vnd Thier etc.

 

 

 

 

 

 

 

 

VI.

29VND Gott ſprach / Sehet da / Ich hab euch gegeben allerley Kraut / das ſich beſamet auff der gantzen Erden / vnd allerley fruchtbare Bewme / vnd Bewme die ſich beſamen / zu ewr Speiſe / 30vnd aller Thiere auff Erden / vnd allen Vogeln vnter dem Himel / vnd allem Gewürm das das Leben hat auff Erden / das ſie allerley grün Kraut eſſen / Vnd es geſchach alſo 31Vnd Gott ſahe an alles was er gemacht hatte / Vnd ſihe da / es war ſeer gut. Da ward aus abend vnd morgen der ſechſte Tag.

 

 

 

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 1: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Das Bild ist auch als Poster verfügbar:

Titelbild zum 1. Buch Mose

→Poster: Das Titelbild zum 1. Buch Mose

Das Titelbild des 1. Buchs Mose zeigt die Schöpfungsgeschichte. Das Poster liegt vor im PDF-Format, optimiert für den Druck in DIN A3, ist aber auch für andere Druckgrößen geeignet.

Format: PDF, Dateigröße: 2 MB

 
Aus dem Verzeichnis der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

Luthers Verweise auf biblische Bücher

 Kürzel

 Bezeichnung in Luthers Biblia 1545

 Moderne Bibel

 Kürzel

Pſal.
Der Pſalter.

Biblia Vulgata: Psalmi

Der Psalter

Die Psalmen

Das Buch der Psalmen

Ps

Ps

Ps

Matth.
Matt.
Mat.
Math.
Euangelium S. Mattheus.

Biblia Vulgata:
Evangelium secundum Mattheum

Das Evangelium nach Matthäus

Matthäusevangelium

Mt

Mt

Mt

Joh.
Johan.
Joan.
Euangelium S. Johannis.

Biblia Vulgata:
Evangelium secundum Iohannem

Das Evangelium nach Johannes

Johannesevangelium

Joh

Joh

Joh

Col.
Coloſſ.
Die Epiſtel S. Pauli: An die Coloſſer.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Colossenses

Der Brief des Paulus an die Kolosser

Kolosserbrief

Kol

Kol

Kol

Ebre.
Die Epiſtel an die Ebreer.

Biblia Vulgata: Epistula Pauli ad Hebraeos

Der Brief an die Hebräer

Hebräerbrief

Hebr

Hebr

Hebr

Erläuterungen siehe →Liste der Abkürzungen und Namen biblischer Bücher

 
 

Worterklärungen: Übersicht

Die folgenden Begriffe aus dem Text 1Mos 1 werden hier erläutert.

Versnummer: Luthers Wort

1,2: Geiſt Gottes

1,3: Liecht

1,6: Feſte

1,11: Bewme

1,11: jglicher

1,3: Liechter

1,20: erregen

1,20: webenden

1,20: Geuogel

1,26: kreucht

1,27: Menlin

1,27: Frewlin

Klick auf ein Wort führt zum Eintrag mit den Erklärungen.

Das vollständige Verzeichnis findet sich hier: →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 
Aus dem Stilkunst.de-Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

Worterklärungen: Seltene Namen, Wörter und Begriffe im Text

Vers

Luther-Deutsch

Deutsch   |   Erläuterungen

1,2

heilige Geiſt

heilige Geist, der

griechisch: πνεῦμα ἅγιον (pneuma hagion)

lateinisch: Spiritus Sanctus

 

Der Geist Gottes als göttliche Kraft.

 

Heiliger Geist im Christentum

 

Der Begriff Heiliger Geist ist heute vorbesetzt:

 

Der Heilige Geist wird als die dritte »Person« in der Trinität, in der Dreieinigkeit Gottes, verstanden. Danach ist Gott ein Wesen, dass drei Personen in einer darstellt: Gott-Vater (den Schöpfer), Gott-Sohn (Jesus Christus) und Gott-Geist (Heiliger Geist). Obwohl als Person betitelt, stellt der Heilige Geist aber keine eigenständige, losgelöst von Gott existierende Gottheit dar. Vielmehr ist seine Gegenwart immer zugleich als Gegenwart Gottes (und als Gegenwart Jesu Christi; Dreieinigkeit) zu verstehen.

 

Das Gottesbild, das die Trinitätslehre zeichnet, ist ein künstliches, hochgradig komplexes Konstrukt der Kirchenväter des 4. und 5. Jahrhunderts nach Christus. Es versucht, die verschiedenen Wesenheiten Gottes in einer Person zu bündeln, wirft aber gleichzeitig viele neue Fragen auf, die jedoch dogmatisch ausgeblendet werden.

 

Mehr über die Trinitätslehre findet sich in den Gedankenpausen unseres Artikels →Trinitatis

 

Luther sah die Gemeinschaftlichkeit von Gott, Jesus und Heiligem Geist, und bejahte insofern die Dreieinigkeit, konnte allerdings der Dreieinigkeit in einer Person nicht zustimmen.

 

Der Ausdruck »heiliger Geist« in der Lutherbibel

 

In den Texten der Lutherbibel wird der Begriff heiliger Geist ohne das gedankliche Übergebäude der Trinitätslehre verwendet. Hier kommt schlicht die Übersetzung aus den griechischen und lateinischen Quellen zum Tragen.

 

Der heilige Geist der Lutherbibel meint also nicht den Heiligen Geist der Trinitätslehre und sollte mit ihm nicht verwechselt werden.

 

Heiliger Geist und Geist Gottes im Alten Testament

 

Hebräische Formen:

 

  • ŸŸŸŸŸ—œGeist: רוח (ruach, Atem, Geist, Leben, Lebenskraft)
  • Der Geist des HERRN (JHWH): יְהוָֹה  רוּחֵ (ruache jehowa)
  • Der Geist Gottes: אֶלֹהימ  רוּחֵ (ruache elohim) , das von Gott gegebene Lebensprinzip, die von Gott gegebene Lebenskraft
  • sein (Gottes) heiliger Geist: קָדְשׁוֹ  רוּחֵ (ruache qadesho)
  • Heiliger Geist: הַקֹּדֶשׁ  רוּחֵ (ruache ha-qodesh)

 

Bemerkenswert ist, dass Geist im Verbindung mit Gott immer mit Atem und Leben bzw. einer Lebenskraft gedacht ist, die die Existenz der Schöpfung (aller Lebewesen) und somit des Menschen bedingt.

 

Der heilige Geist (Gottes) ist weder ein göttliches Wesen, noch Gott selbst. Er ist als Geist Gottes eine göttliche Kraft, die Lebewesen brauchen, um zu leben, und die in unterschiedlichen Qualitäten in Menschen beleben kann.

 

Das Attribut heilig macht klar, dass die hier herausgestellte Qualität neben dem Lebensnotwendigen das göttlich Vollkommene umfasst: Wer vom heiligen Geist erfüllt ist, besitzt eine besondere Lebenskraft; eine, die (in Abgrenzung zum Irdischen) von im religiösen Sinn göttlicher Kraft, vom Glauben, inspiriert und getragen wird.

 

Heiliger Geist im Neuen Testament

 

Jesus stützt sich auf die Vorstellung des heiligen Geistes aus dem Alten Testament. Er lebte im Umfeld der jüdischen Religion, nicht in dem der späteren Kirchenväter. Die Trinitätslehre war ihm unbekannt.

 

Das Neue Testament kennt den Heiligen Geist daher in gleicher Weise wie das Alte Testament nur als Kraft Gottes.

 

Das Verständnis der neutestamentlichen Texte, die den heiligen Geist nennen, hängt davon ab, mit welchem Hintergrund, mit welcher Idee vom heiligen Geist die Texte gelesen und interpretiert werden.

 

Nach Paulus (→Rom 1,4) ist es der Geist, der heilig macht:

 

nach dem Geiſt / der da heiliget

 

Luther erläutert den Begriff Geiſt im Scholion zu Rom 1,4 so:

 

Der geiſt Gottes iſt gegeben nach Chriſtus auf­fahrt / von da an hei­li­get er die Chri­ſten vnd ver­kle­ret Chri­ſtum in al­ler welt das er Got­tes ſon ſey mit al­ler macht / in wor­ten / wun­dern / vnd zei­chen.

 

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,3

Liecht

Licht, das

Substantivierung des Adjektivs →liecht

 

a) Helligkeit (im Gegs. zur Finsternis)

b) Lichtstrahlen (von Himmelskörpern, vom Feuer, von Lampen, usw.)

c) als leuchtender Körper: Licht, Leuchte, Lampe ( besonders im Plural)

 

→Ps 104,2

 

LJecht iſt dein Kleid / das du an haſt

 

a) Licht ist dein Kleid, das du an hast.

 

Hier ist Licht im Gegensatz zu Finsternis zu verstehen:

b) Helligkeit umgibt dich.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,6

Feſte

Feste, die

eigentl.: befestigte Stelle

 

1) ein von der Natur gedeckter, sicherer Ort

2) ein Bau, Anbau, Festung

 

Gewölbe, Firmament, Himmelsgewölbe

 

→1Mos 1,6

 

Es werde eine Feſte zwiſchen den Waſſern / vnd die ſey ein Vnterſcheid zwiſchen den Waſſern.

 

Es werde ein Himmelsgewölbe zwischen den Gewässern, und das sei die Trennung zwischen den Gewässern.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,11

Bawm
Bewme

Baum, der

Bäume, die

 

Die Umlaute aw und ew

 

Neben den Umlauten »au« (haus) und »eu« (freude) kennt das Luther-Deutsch die Schreibweisen mit dem Buchstaben »w«.

 

Der Buchstabe »w« enstand aus einem doppelten »v« (»vv« bzw. »uu«) und signalisiert das verstärkte Klangbild.

 

Der Umlaut aw in Bawm endet in einem w-artigen Abklang, der fast wie ein kurzgesprochenes »o« klingt, ähnlich Ba(u)-om.

 

Der Umlaut ew in Bewme endet in einem v-artigen Abklang, der ein »j« mitschwingen lässt, ähnlich Be(u)-jme.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,11

jglicher

 

jgliche

 

jglichs

jeglicher, jegliche, jegliches (Pronomen)

veraltet für: jeder, jede, jedes

 

→Jes 28,25

 

.. ſo ſtrewet er Wicken / vnd wirfft Kümel / vnd ſeet Weitzen vnd Gerſten / jglichs wo ers hin haben wil /

 

...so streut er Wicken und wirft Kümmel und sät Weizen und Gerste, jegliches [dahin], wo er es hin haben will.

 

 

 

SK Rev 11.08.2017  

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1,20

erregen

erregen (Verb)

a) sich regen, sich rühren, sich tätig zeigen, etwas unternehmen;

b) antreiben, anspornen, anfeuern, erregen, reizen;

c) sich in schnelle Bewegung setzen, seinen Lauf beschleunigen, eilen, stürzen;

 

→1Mos 1,20

 

Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren

 

a) Es rege sich das Wasser mit lebendigen, wimmelnden Tieren

b) Es belebe sich das Wasser mit lebendigen Tieren, die sich darin tummeln

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,20

weben

weben (Verb)

1) auf dem Webstuhl fertigen

2) sich hin und her bewegen

3) sich zeigen und wirksam sein

4) wehen

 

→1Mos 1,20

 

Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren

 

a) Es rege sich das Wasser mit lebendigen, wimmelnden Tieren

b) Es belebe sich das Wasser mit lebendigen Tieren, die sich darin tummeln

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,20

Geuogel

 

Geuögel

Gevögel, das

Sammelwort zu Vogel

umfasst alle möglichen Vogelarten

 

→1Mos 1,20

 

Es errege ſich das Waſſer mit webenden vnd lebendigen Thieren / vnd mit Geuogel / das auff Erden vnter der Feſte des Himels fleuget.

 

a) Es rege sich das Wasser mit lebendigen, wimmelnden Tieren, und mit Gevögel, das auf Erden unter dem Gewölbe des Himmels fliege.

b) Es belebe sich das Wasser mit lebendigen Tieren, die sich darin tummeln. Und mit Vögeln, die über der Erde unter dem Himmelsgewölbe fliegen.

 

→Ps 50,11

 

Jch kenne alles Geuögel auff den Bergen

 

a) Ich kenne sämtliche Vogelarten auf den Bergen

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,26

kreuchen

kreuchen (Verb, veraltet)

Kausativ zu kriechen (Verb), kriechen machen

 

→1Mos 1,26

 

vnd vber alles Gewürm das auff Erden kreucht.

 

a) und über alles Gewürm, das auf der Erde kriechend gemacht ist.

b) und über alles kriechende Gewürm der Erde.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

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1,27

Menlin

Männlein, das

Männlicher Mensch, Mann.

 

Das Wort Impliziert meist »klein«, manchmal auch »schwach« oder »jung«, oder auch »alt und gebeugt«, oder (übertragen:) »unbedeutend« , »gering«. Dies immer in Abgrenzung zu einem erwachsenen, gestandenen Mann in seinen besten Jahren.

 

→1Mos 1,27

 

VND Gott ſchuff den Menſchen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.

 

In 1Mos 1,27 kommen das Geschlecht und die Jugendlichkeit zum Tragen. Gemeint ist (junger, noch nicht erwachsener) Mann.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

1,27

Frewlin

Fräulein, das

Frewlin
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
10 8 1 1

mhd: freuwelîn, fröuwelîn

Weiblicher Mensch.

 

Das Wort »Fräulein« impliziert ein vornehmes, edles und junges Mädchen.

 

→1Mos 1,27

 

VND Gott ſchuff den Menſchen jm zum Bilde / zum Bilde Gottes ſchuff er jn / Vnd ſchuff ſie ein Menlin vnd Frewlin.

 

In 1Mos 1,27 kommen das Geschlecht und das Alter zum Tragen. Gemeint ist junge Frau.

 

 

SK Rev 04.08.2017  

→Register

Erläuterungen siehe →Das große Stilkunst.de–Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

 

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel auf dieser Seite ist in Anlehnung an das Druckbild des Ori­gi­nals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Typografie Lesehilfen be­reit­zu­stel­len, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

Gedankenpausen

Die Schöpfungsgeschichte

Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir?

Gedanken über den Anbeginn der Welt

Die Schöpfungsgeschichte, wie sie uns im ersten Buch Moses der Bibel überliefert ist, wird oft als Märchen abgetan. Aber ist sie das?

Unser Universum und damit die Existenz unserer Welt ist wohl das größte Rätsel der Menschheit. Um dieses Rätsel zu lösen, behelfen sich Wissenschaftler mit dem Modell der Urknalltheorie, die das gemeinsame Entstehen von Materie, Raum und Zeit aus einer Singularität heraus beschreibt.

Der »Urknall« ist jedoch nicht als Explosion zu verstehen, sondern als ein Prozess, der nicht definierbar ist. Ein Prozess, den die Wissenschaft nicht beschreiben kann. Sie würde es so formulieren müssen: »Am Anfang war das Nichts, nur Dunkelheit und Leere. Es gab weder Raum, noch Materie, noch Zeit. Und selbst das wissen wir nicht. Es kann nicht bewiesen werden. Dann entstand plötzlich die Zeit, und in ihr der Raum, und in ihm wiederum die Materie. Niemand weiß, wie das vor sich ging, worin es entstand, wie lange es dauerte, wodurch es entstand und warum.«

Der Urknall ist das Modell einer Realität, einer Existenz am Anfang, die uns völlig unbekannt ist.

Das Rätsel der Menschheit und unserer Gegenwart

Was wir nach heutiger Erkenntnis annehmen, ist, dass der Beginn der Zeit, des Raumes und der Materie in einem einzigen »Punkt« begann, den wir jedoch nicht Punkt nennen dürfen, denn er hatte keine Größe. Jedenfalls keine, die wir mit Hilfe unserer Physik beschreiben könnten. Die Wissenschaftler nennen es deshalb »Singularität« – neutral, ohne es näher bestimmen zu müssen.

Seit dem bewegt sich von diesem zentralen »Punkt« alles weg. Der Raum dehnt sich aus, die Materie wandert durch den Raum, die Zeit pflanzt sich fort, verstreicht dabei, krümmt sich und verbiegt sich, wie der Raum und alles in ihm auch.

Aber warum nennt man es »Knall«? Man kann es sich ähnlich wie bei einer Explosion vorstellen, die Druckwellen erzeugt und sich Platz schafft, die Partikel durch diesen Platz hindurch in den Raum schleudert und die Zeit benötigt, um sich entfalten zu können. Es war aber keine Explosion von der Art, wie wir sie kennen. Denn Explosionen setzen nun mal voraus, dass Materie, Raum und Zeit bereits vorhanden sind, sonst könnten sie nicht geschehen und sonst könnten sie sich nicht entfalten.

Das alles sind nur Annahmen, die abgeleitet sind aus den Beobachtungen des Weltraums aus heutiger Sicht. Diese Vorgehensweise unserer Wissenschaftler unterscheidet sich dabei im Prinzip nicht von der, die Menschen bereits vor Tausenden von Jahren angewendet hatten, um das Rätsel der Entstehung der Welt zu lösen: Das Heute beobachten, um auf das zugrunde liegende Ereignis in der Vergangenheit zu schließen.

So betrachtet, ist die Urknalltheorie nur der moderne Mythos der Schöpfungsgeschichte, der jedoch als Modell in die Wissenschaft einzog und dort Anerkennung fand. Mit Recht. Denn Modelle, die unserer Erkenntnisfähigkeit entgegen kommen, helfen dabei, zu verstehen. Selbst dann, wenn sie nicht beweisbar sind.

Mythen gab es zu allen Zeiten

Alle Kulturen haben zu allen Zeiten Schöpfungsgeschichten und Mythen entwickelt, die eine Vorstellung vom Anfang spiegeln. Viele der Geschichten ähneln sich auffällig. Haben sie gemeinsame Wurzeln? Selbst, wenn nicht: Menschen überall auf der Welt hatten früh erkannt, dass die Fragen nach dem Sein, dem Sinn und dem Wohin ein Fundament benötigen: Die Antwort auf die Frage: Woher kommen wir?

Paul Gauguin | Woher kommen wir? - Wer sind wir? - Wohin gehen wir? | Quelle: Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain

Abbildung: Paul Gauguin | Woher kommen wir? - Wer sind wir? - Wohin gehen wir?
Quelle: Wikimedia Commons | Lizenz: Public Domain

Die Erkenntnisse im Schöpfungsbericht

Der biblische Schöpfungsbericht ist überraschend dicht an den Erkenntnissen dran, die unsere moderne Wissenschaft mit einer Urknalltheorie, mit der Erdgeschichte und mit der Evolutionstheorie beschreibt: Am Anfang war Leere, es formte sich die Atmosphäre, es entstanden Ozeane und Landmassen, Pflanzen und Tiere entwickelten sich und schließlich erschien wie aus dem Nichts der Mensch in der Geschichte.

Natürlich schreiben die Autoren der Bibel vereinfacht mit einfachen Worten. Sie schreiben für ihre Leser. Sie schreiben aus ihrer Vorstellungswelt heraus für die Mitmenschen ihrer Zeit. Es ging ihnen nicht darum, einen wissenschaftlich unwiderlegbaren Text für ein Wissenschaftsjournal zu schreiben. Es ging darum, Menschen eine verständliche Antwort anzubieten auf die Frage: Woher kommen wir? Und um eine Botschaft zu vermitteln, die auf unser Dasein zielt.

Und dennoch zeugen die Texte der Schöpfungsgeschichten von einer tiefgehenden Beschäftigung mit den Ereignissen, die passiert sein müssen bei der Entstehung unserer Welt. Sie zeugen von Nachdenken, Ergründen, Wissen und Wissenschaft, publizistisch aufbereitet für ihre Zeit und ihre Leser.

Das Modell Gott

Die Fragen nach dem Ursprung der Singularität, nach dem auslösenden Ereignis, nach dem Schöpfungsprozess, nach dem »Schöpfer«, beantwortet die Bibel mit »Gott«. Die heutige Wissenschaft kann das zurzeit weder belegen noch bestreiten. Sie ist sich im Klaren darüber, dass es eine auslösende »Macht« gegeben haben muss. Doch diese Macht verschwindet hinter dem Urknall, hinter dem Vorhang, hinter dem Spiegel, hinter den wir nicht treten können. Sie verschwindet in der nicht definierbaren Zone, die unser Denken heute noch nicht erfassen kann.

Unsere heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse bieten weder Raum noch Ansatzpunkte, um die Vorgänge auch nur annähernd zu beschreiben. Alle Versuche, einen erklärbaren Grund zu finden, scheiterten bisher.

Für die biblischen Autoren war es jedoch wichtig, genau diesen Grund zu erfassen und ihm einen Namen zu geben: Gott.

»Gott« erscheint in den Erzählungen personifiziert, nicht zuletzt deshalb, weil dies der realen Erlebenswelt der Menschen entspringt: Denkende, planerisch vorgehende und handelnde Wesen sind Personen. Personen sind die Akteure im Schauspiel der Geschichte. Wie also könnte man sich eine Macht, die etwas so Gewaltiges schuf, anders vorstellen?

Heute stellen sich unsere Wissenschaftler das Ereignis, das sozusagen als Abfallprodukte ungeheure Mengen an Materie, einen von kosmischen Wellen durchfluteten Raum, die Zeit und die Grundlagen des Lebens produzierte, als Explosion vor. Wie könnte man es sich anders vorstellen? Unabhängig davon, ob das richtig ist, oder nicht.

Doch was meint die Bibel damit, diese Macht als personifiziertes Wesen zu denken? Meint sie, dass Gott tatsächlich ein körperliches Wesen ist? Vielleicht. Wir sollten es so verstehen:

Die biblischen Autoren nutzen diese Darstellung Gottes als personifiziertes Wesen, als schöpferische Macht, wie ein Modell. Genau so, wie wir den »Urknall« als Standardmodell der Kosmologie verwenden, weil wir nicht wissen, was er ist, aber etwas brauchen, um überhaupt darüber nachdenken zu können. Von diesem Moment an, als »Gott« als Person in den Köpfen der Menschen angekommen war, gelang es, über die Schöpfung, über das Leben an sich und über die menschliche Existenz nachzudenken.

NGC-5972, Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops

Abbildung: NGC-5972, Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops
Das Hubble-Weltraumteleskop der NASA hat eine Reihe büscheliger, grellgrüner Gegenstände fotografiert, die die ephemeren Geister von Quasaren sind Hier bei der Spiralgalaxie NGC 5972 im Sternbild Serpens Caput.
Foto: NASA, ESA, and W. Keel (University of Alabama, Tuscaloosa) | License for Non-Commercial Use: not copyrighted

Die »ephemeren Geister«, wie sie die NASA nennt, sind flüchtige, wohl gasförmige Strukturen, die sich um Quasare bilden. Quasare sind »Schwarze Löcher«, umgeben von leutender Materie. Ein Schwarzes Loch ist das ultimative Nichts, eigentlich das ultimative Gegenteil des Nichts. Es ist ein punktformiges, unsichtbares Objekt, jedoch aufgeladen mit unvorstelbaren Mengen hochverdichter Materie und Energie. In ihm steht die Zeit still.

So könnte das Bild auch heissen: Und der Geist der Quasare schwebte über dem ( ultimativen Gegenteil des) Nichts.

Was war davor?

Für uns Menschen ist die Vorstellung einer »Explosion«, eines machtvollen plötzlich eintretenden Ereignisses, ein bekanntes Bild, das unserer Erlebenswelt entspricht. Ganz sicher war der Urknall keine Explosion herkömmlicher Art, wie wir sie kennen – was sollte da explodiert sein und worin? Was war davor? Wie sah das »Universum« – das es ja noch gar nicht gab! – unmittelbar vor dieser Explosion aus? Und was war so mächtig, dass es ein – aus unserer Sicht! – so unvorstellbar großes Universum schaffen konnte durch einen einzigen »Knall« aus dem Nichts?

Und so tun sich auch hinter dem Modell »Gott« solche und ähnliche Fragen auf: Wie sah seine Welt aus, bevor er die unsrige erschuf? Wo kommt er her? Wer hat ihn eigentlich erschaffen? Und woher kommt diese unvorstellbare Kraft, die nötig gewesen sein muss, um schließlich ein Universum zu schaffen, auf so spielerische Weise, wie wir Kuchen backen?

Diese Antworten kennt auch die Bibel nicht. Es genügt, zu wissen, dass wir da sind und dass es einen Grund, ein Fundament, dafür gibt.

An diesen Fragen scheitert das Nachdenken über das Modell der Urknalltheorie genauso, wie unser Nachdenken über Gott und über das Modell eines personifizierten Gottes scheitern muss. Die Begrenztheit unserer Erkenntnisse und unserer Erkenntnisfähigkeit hindert uns daran, die Wahrheit zu ergründen. Sie zwingt uns heute genau so wie die Menschen in alt-biblischer Zeit dazu, Modelle zu erfinden und zu entwickeln, die hinreichende Fundamente liefern für alles, was auf ihnen aufbaut. Unabhängig davon, wie vollständig und korrekt sie sind.

Heute münden alle ernstzunehmenden Überlegungen über den Anfang immer wieder darin, dass wir ein zweites Universum annehmen müssen, um ein verständliches Modell zu generieren. Aus wissenschaftlicher Sicht ein zweites Universum, das neben unserem oder um unser Universum herum existieren müsse. Dann wäre ein Ereignis vorstellbar, das die Voraussetzungen mitbringt, ein neues Universum entstehen zu lassen. Möglich wäre es auch, dass ein anderes Universum zeitlich vor unserem Universum existierte, am Ende seines Lebens in einem schwarzen Loch verschwand und daraus neu entstand. Das wäre ein Paradigmenwechsel, der nicht die Existenz des Universums veränderte, sondern nur seinen Zustand.

Doch diese Überlegungen und Annahmen liefern auch keine Antworten. Sie verschieben die Fragen nach dem Davor nur immer weiter zurück in eine völlig unbekannte Vergangenheit unserer Welt und machen es noch schwieriger, zur Wahrheit vorzudringen.

Diese modernen Annahmen sind in der alten biblischen Vorstellung von einem Schöpfer nicht nur bereits angelegt, sondern auch vorausgesetzt: Ein zweites Universum, nämlich das, in dem Gott mit seinen Heerscharen bereits existierte, bevor er das Weltall erschaffen konnte, muss es gegeben haben, wenn das Modell »Gott« funktionieren soll. Auch der Gedanke eines parallelen Universum war schon gedacht, nämlich in der Idee der himmlischen Welt, in der »Gott« noch immer existiert und mit ihm alles, was zu dieser Welt gehört.

Uns würde es nicht verwundern, wenn die Wissenschaft schließlich zu dem Ergebnis gelangt, dass wir nicht allein sind. Dass es mindestens ein paralleles Universum gibt, aus dem heraus sich unsere Existenz begründen lässt.

Doch vermutlich wird das wohl für immer ein Rätsel bleiben: Was war davor? Wie fing es an? Jede Antwort, auch die der Wissenschaft, bleibt ein Mythos – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Das Wunder der Schöpfung steckt in jedem von uns

Unser individuelles Sein geht für jeden von uns zurück auf eine ununterbrochene, lange Kette von Vorfahren, die irgendwo einen Anfang hat. Diese Vorstellung allein grenzt an ein Wunder, wenn man bedenkt, wie leicht die Kette hätte unterbrochen werden können.

Wir verdanken unser Leben nicht uns selbst, auch nicht unseren direkten Eltern allein, sondern einem ewigen Prozess, der irgendwann begann, lange vor dem, was wir den Beginn der Zeit nennen, der ununterbrochen lief, und dessen Beginn die Bibel so beschreibt: »Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.«, und die Wissenschaftler beschreiben es so: »Am Anfang war der Urknall«.

Das ist ihre Antwort auf die Frage: Woher kommen wir? Die Antwort auf die zweite Frage – Wer sind wir? – lautet dann: Wir sind Teil dieses Prozesses und tragen die Verantwortung dafür, dass er weitergeht. Wohin wir gehen, das weiß niemand. Doch unser Handeln wird die Zukunft verändern.

Das Wunder der Schöpfung steckt in jedem von uns. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass sich dieses Wunder entwickeln kann überall dort, wo wir ein Teil des Ganzen sind.

Und genau das ist der eigentliche Kern der Schöpfungsgeschichte. Es geht eben in diesem Kern nicht um die zugrundeliegenden Fragen: Woher kommen wir? Wer sind wir? Wohin gehen wir? Es geht um die Erkenntnis, dass wir mit der Schöpfung (oder dem Urknall) ein Geschenk bekommen haben, zu dem wir selbst rein gar nichts beitrugen. Die erwartete Gegenleistung für dieses Geschenk ist die Bereitschaft, dafür die Verantwortung zu übernehmen.

Übernehmen Sie Verantwortung! Man kann sich ihr eh nicht entziehen. Im Großen, aber auch im Kleinen – überall dort, wo uns die Schöpfung täglich begegnet und uns ihre Wunder offenbart und immer wieder neu schenkt: in uns und in unseren Mitmenschen.

 
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