Introitus

Eine evangelische Begriffserklärung
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Begriffserklärung

Introitus

Der Eingangsgesang der Messe

 

Reiner Makohl | Februar 2026

 

Der Introitus ist der liturgische Eingangsgesang, mit dem der Gottesdienst eröffnet wird. Er besteht aus einem Psalmvers und der Gloria Patri und ist dem jeweiligen Sonntag oder Fest liturgisch zugeordnet. Seine ersten Worte geben dem Sonntag seinen Namen.

Systematische Kurzformel

Der Introitus ist der liturgische Psalmgesang zum Beginn der Messe, dessen erste Worte den Sonntag benennen und thematisch prägen.

1. Der Begriff

Das Wort Introitus ist lateinisch und bedeutet wörtlich: „Eintritt, Eingang“ — abgeleitet von (lat.:) introire, „hineingehen“. Im liturgischen Sprachgebrauch bezeichnet er den Gesang, mit dem der Einzug des Priesters und seiner Assistenz zum Altar liturgisch eröffnet wird. 1: Introitus — Begriff und Geschichte

Im allgemeinen liturgischen Sprachgebrauch wird der Introitus auch als Eingangsgesang oder Eingangsantiphon bezeichnet. 2: Antiphon — Begriff und Geschichte

 

2. Aufbau und Form

Der klassische Introitus des römischen Ritus besteht aus mehreren Teilen: 3: Aufbau des Introitus im römischen Ritus

  • Antiphon: Ein kurzer Vers, meist aus den Psalmen, der den thematischen Schwerpunkt setzt.
  • Psalmvers: Ein oder mehrere Verse des zugeordneten Psalms.
  • Gloria Patri: Die kleine Doxologie („Ehre sei dem Vater…“), die den Psalm abschließt.
  • Wiederholung der Antiphon: Die Antiphon wird nach dem Gloria Patri wiederholt.

In der evangelischen Liturgie wird der Introitus in vereinfachter Form übernommen: meist als Psalmvers oder Bibelwort, das dem Sonntag liturgisch zugeordnet ist und den Gottesdienst eröffnet. 4: Introitus in der evangelischen Liturgie

 

3. Der Introitus als Namensgeber

Die ersten Worte des Introitus geben dem jeweiligen Sonntag seinen liturgischen Namen. Diese Praxis ist altertümlich und in der westlichen Liturgie bezeugt. 5: Introitus als Sonntagsname

Beispiele:

  • Invokavit (1. Sonntag der Fastenzeit): „Invocavit me, et ego exaudiam eum…“„Er ruft mich an, und ich erhöre ihn…“ (→ Ps 91,15)
  • Reminiscere (2. Sonntag der Fastenzeit): „Reminiscere miserationum tuarum…“„Gedenke, HERR, deiner Barmherzigkeit…“ (→ Ps 25,6)
  • Oculi (3. Sonntag der Fastenzeit): „Oculi mei semper ad Dominum…“„Meine Augen sehen stets auf den HERRN…“ (→ Ps 25,15)
  • Laetare (4. Sonntag der Fastenzeit): „Laetare Hierusalem…“„Freue dich, Jerusalem…“ (vgl. → Jes 66,10)

Der Name des Sonntags ist kein Titel, der nachträglich vergeben wurde, sondern ergibt sich unmittelbar aus der liturgischen Praxis: Man nannte den Sonntag nach dem, was man an ihm sang.

 

4. Bedeutung für diese Webseite

Auf diesen Seiten wird der Introitus vor allem in seiner Funktion als Namensgeber der Sonntage thematisiert. Die historischen Sonntagsnamen des Kirchenjahres — Invokavit, Reminiscere, Oculi, Laetare u. a. — sind keine willkürlichen Bezeichnungen, sondern Überlieferungen aus der liturgischen Praxis der alten Kirche. Sie verweisen auf den Psalmvers, mit dem der jeweilige Sonntag liturgisch eröffnet wurde. 6:: Introitus und Sonntagsnamen im Kontext dieser Seiten

Das Wissen um den Introitus erschließt damit die thematische Innererseite der Sonntage: Der Name ist kein Etikett, sondern ein Schlüssel.

 

 

Verbindung zu anderen Begriffen

 

  Mette
Die Mette ist das liturgische Nacht- oder Frühgebet der Kirche, gefeiert zwischen Mitternacht und Morgendämmerung.

Zitationshinweis

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Beispiel:
Reiner Makohl, Evangelische Begriffserklärung: Introitus - Der Eingangsgesang der Messe., in: Stilkunst.de,
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SK Version 26.06.2026