Michaelistag

Mittwoch, 29. September 1915

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium Zum TextMt 18,1-11
1. Epistel Zum TextOffb 12,7-12
2. Evangelium VerweisJoh 12,28-32
2. Epistel VerweisOffb 5,11-14
Alttestamentliche Lektion Verweis1Mos 28,10-22
→Gottesdienstordnungen

In den Landeskirchen galten zwischen 1958/1959 und 1978/1979 unterschiedliche Textordnungen.

Wahl der Kirchenordung

Altkirchliche


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Ei­se­na­cher


ak­tu­el­le An­sicht

 

Wir zeigen in den Kir­chen­jah­ren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in je­ner Zeit maß­geb­li­chen Le­se­ord­nun­gen.

Im Kirchenjahr 1914/1915 gal­ten be­vor­zugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Lan­des­kir­chen, die nach wie vor der alt­kirch­li­chen Text­ord­nung folg­ten (seit Be­ginn der Re­for­ma­ti­on gül­tig; so die Evan­ge­li­sche Kir­che Ber­lin-Bran­den­burg).
  • II. Eisenacher Ordnung:
    Die Ordnung für Lan­des­kir­chen, die den Emp­feh­lun­gen der Ei­se­n­a­cher Kon­fe­renz folg­ten (seit dem Kir­chen­jahr 1898/1899 ver­füg­bar; so die Evan­ge­li­sche Kir­che in Hes­sen und Nas­sau).

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)
29.9.1915 | Michaelistag
Mittwoch
 

 

Festes Datum
29. September
 
  • Der Michaelistag
    ist immer der 29. September eines Jahres.

 

Got­tes­dienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

Michaelistag

nach der Leseordnung der Eisenacher Konferenz

 

→ in unierten und reformierten Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

→ in lutherischen Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in Gold (Ersatz der liturgischen Farbe Weiß)

Weiß

 

Thema des Sonntags

(nach dem Episteltext Offb 12,7-12 )

 

Michaels Kampf mit dem Drachen

 

 

 

Spruch und Psalm für den Tag

 
Biblia
1545
 

Spruch
für den Tag

 

Sind Got­tes Engel nicht alle zu mal dienſtbare Geiſter / aus­ge­ſand zum Dienſt / vmb der willen / die ererben ſollen die Seligkeit?

→Hebr 1,14

Pſalm
91
 

Psalm
für den Tag

 
 

→Psalm 91

 

 

 

Lied für den Tag

 
EG alt EG neu Titel
115 EG 191 Herr Gott, dich loben alle wir
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum TextOffb 12,7-12
Evangelium Zum TextMt 18,1-11
Reihe II  2. Epistel VerweisOffb 5,11-14
2. Evangelium VerweisJoh 12,28-32
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope Verweis1Mos 28,10-22
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Kon­fe­renz (ei­ne Kon­fe­renz der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen Deutsch­lands) er­ar­bei­te­te in den Jah­ren von 1888 bis 1896 eine Pe­ri­ko­pen­ord­nung für die evan­ge­li­schen Kir­chen. Sie ver­stand die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen (Epis­tel und Evan­ge­li­um) als eine ers­te Rei­he und füg­te ihnen in ei­ner zwei­ten Rei­he ei­nen zwei­ten Text aus den Epis­teln und ei­nen zwei­ten Text aus den Evan­ge­li­en hin­zu. Die gro­ße Be­son­der­heit die­ser Ord­nung war die Ein­füh­rung ei­ner drit­ten, alt­tes­ta­ment­li­chen Rei­he, die für je­den Sonn­tag des Kirchen­jah­res erst­mals ei­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Text bot. Die Ver­wen­dung die­ser Pe­ri­ko­pen ge­schah nicht ein­heit­lich. Ge­dacht wa­ren sie da­zu, sie wech­sel­weise im Got­tes­dienst zu ver­wen­den, so in­ner­halb ei­ner Fol­ge von vier Jah­ren:

  • im 1. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 2. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und Lek­ti­on Al­tes Tes­ta­ment
  • im 3. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 4. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und 2. Epis­tel

Da­mit er­gab sich für die Le­sun­gen ein Zyklus von vier Jah­ren und für die Pre­digt, die sich je­weils auf die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe stützte, ein Zyklus von zwei Jah­ren.

 

 

Alt­kirch­li­che Text­ord­nung in Lan­des­kir­chen

In ei­ni­gen Lan­des­kir­chen, da­run­ter die evan­ge­li­sche Kir­che Bran­den­burgs, galt in die­ser Zeit wei­ter­hin die alt­kirch­li­che Text­ord­nung. Sie kennt nur Evan­ge­li­um und Epis­tel (Reihe I in der Ei­sen­acher Text­ord­nung), die bei­de nach wie vor für die Text­lesung so­wie für die Pre­digt im Haupt- und Abend­got­tes­dienst emp­foh­len wa­ren.

 

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs nutz­te in die­ser Zeit ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung, die sich auf ei­nen Drei­jah­res­zy­k­lus stütz­te. Über die drei Jahr­gän­ge hin­weg fan­den sich die Pe­ri­ko­pen wie hier ge­nannt, al­ler­dings in an­de­rer An­ord­nung und er­gänzt um wei­te­re Pe­ri­ko­pen, die we­der in alt­kirch­li­chen Ord­nun­gen noch in der neu­en Ei­sen­acher Ord­nung be­kannt wa­ren.

Diese Ord­nung der evan­ge­li­schen Kir­che Würt­tem­bergs ist der­zeit hier nicht wie­der­ge­ge­ben.

 

Geschicht­li­che An­mer­kun­gen: Die Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen in Zei­ten des Um­bruchs

  • In den Jah­ren des na­ti­o­nal­so­zi­a­li­sti­schen Re­gi­mes gab es im Zu­sam­men­hang mit der brach­i­a­len an­ti­se­mi­ti­schen Aus­rich­tung in Po­li­tik und Ge­sell­schaft in den evan­ge­li­schen Kir­chen re­gi­o­nal In­ten­ti­o­nen, die alt­tes­ta­ment­li­che Rei­he ab­zu­schaf­fen und die an­de­ren Rei­hen im Sin­ne ei­ner Staats­rä­son zu kor­ri­gie­ren. Die­ses An­sin­nen wirk­te trotz ei­ner Be­ken­nen­den Kir­che ver­ein­zelt bis weit die Zeit nach dem 2. Welt­krieg nach.
  • Auch nach der Ver­ei­ni­gung von Lan­des­kir­chen, wie der Grün­dung von VELKD und EKD, blie­ben die Ord­nun­gen der Pre­digt­tex­te den Sy­no­den der Lan­des­kir­chen un­ter­wor­fen und ent­wickel­ten sich so­mit zu­neh­mend un­ein­heit­lich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spä­tes­tens ab 1960/1961 galt dann in den meis­ten evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Kir­chen ei­ne neue Pe­ri­ko­pen­ord­nung auf Ba­sis von sechs Rei­hen, weil sich nun erst­mals nach Ei­sen­ach über Jah­re hin­weg eine lan­des­kirch­lich über­grei­fen­de und un­ab­hän­gi­ge Kon­fe­renz (Lu­the­ri­sche Li­tur­gi­sche Kon­fe­renz Deutsch­lands) mit li­tur­gisch-ho­mi­le­ti­schen Fra­gen be­schäf­tig­te und 1957 Ant­wor­ten in Form ei­ner »Ord­nung der Pre­digt­tex­te« vor­leg­te.
  • Doch die Ent­schei­dungs­ho­heit ob­lag nach wie vor den lan­des­kirch­li­chen Sy­no­den. Über­wie­gend unier­te und re­for­mier­te Lan­des­kir­chen nutz­ten die hier vor­lie­gen­de Ord­nung der Pre­digt­tex­te nach dem Ei­sen­acher Sche­ma wei­ter­hin bis 1977/1978 oder auch da­rü­ber hi­n­aus.
  • Bis heute gilt in man­chen evan­ge­li­schen Kir­chen und Frei­kir­chen eine Ord­nung auf Grund­la­ge der Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen im vier­jäh­ri­gen Zy­k­lus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

Michaelistag

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 ge­setzt nach der Vor­la­ge des Ori­gi­nals in Frak­tur­schrift mit Luthers Scho­li­on und Ver­wei­sen in den Mar­gi­nal­spal­ten. Er­gänzt um Vers­zäh­lung und Ab­schnitts­über­schrif­ten.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Matthäus

Mt 18,1-11

REIHE

EV

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XVIII.

 

 

Verse 1 - 11

Die Reden vom Kindersinn und vom Ärgernis

|| → Mk 9,33-37    || → Mk 9,42-48    || → Lk 9,46-48

Mar.9.

Luc.9.

 

 

 

 

 

Mar.9.

Luc.17.

 

 

 

 

 

 

 

ZV der ſel­bi­gen ſtun­de tratten die Jünger zu Jhe­ſu / vnd ſpra­chen / Wer iſt doch der Gröſſeſt im Hi­mel­reich? 2Jhe­ſus rieff ein Kind zu ſich / vnd ſtellet das mitten vn­ter ſie / 3vnd ſprach / War­lich ich ſa­ge euch / Es ſey denn / das jr euch vmbkeret / vnd wer­det wie die Kinder / ſo wer­det jr nicht ins Hi­mel­reich ko­men. 4Wer nu ſich ſelbs nidriget / wie das Kind / der iſt der gröſſeſt im Hi­mel­reich. 5Vnd wer ein ſol­ches Kind auffnimpt / in meinem Namen / der nimpt mich auff. 6Wer aber er­gert die­ſer Geringſten einen / die an mich gleuben / Dem we­re beſ­ſer / das ein Mülſtein an ſei­nen Hals gehenget würde / vnd erſeufft würde im Meer / da es am tieffeſten iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

7WEh der Welt / der ergernis halben. Es mus ja ergernis ko­men / Doch weh dem Men­ſchen / durch welchen ergernis kompt. 8So aber deine Hand / oder dein Fus dich er­gert / ſo hawe jn abe / vnd wirff jn von dir. Es iſt dir beſ­ſer / das du zum Leben lam oder ein kröpel eingeheſt / Denn das du zwo hende oder zween Füſſe habeſt / vnd wer­deſt in das ewige Fewr ge­wor­f­fen. 9Vnd ſo dich dein Au­ge er­gert / reis es aus / vnd wirffs von dir. Es iſt dir beſ­ſer das du eineugig zum Leben eingeheſt / denn das du zwey Au­gen habeſt / vnd wer­deſt in das helliſche Fewr ge­wor­f­fen.

10SEhet zu / das jr nicht jemand von die­ſen Kleinen verachtet / Denn ich ſa­ge euch / Ire Engel im Hi­mel ſe­hen alle zeit das An­ge­ſich­te meines Vaters im Hi­mel. 11Denn des men­ſchen Son iſt ko­men / ſe­lig zu machen / das verloren iſt.

 

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Buch der Offenbarung an Johannes

Offb 12,7-12

REIHE

EP

 

 

 

Die Offenbarung
S. Johannis
des Theologen.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Die Frau, ihr Kind und der Drache

Verse 7 - 12

 

ES erhub ſich ein ſtreit im Hi­mel / Michael vnd ſei­ne Engel ſtri­tten mit dem Dra­chen / Vnd der Drach ſtreit vnd ſei­ne En­gel / 8vnd ſie­ge­ten nicht / Auch ward jre Stete nicht mehr fun­den im Hi­mel. 9Vnd es ward aus­ge­wor­ffen der gros Drach / die alte Schlan­ge / die da heiſſt der Teu­fel vnd Sa­ta­nas / der die gan­tze Welt ver­fü­ret / vnd ward ge­wor­ffen auff die Erden vnd ſei­ne Engel wur­den auch da hin ge­wor­f­fen.

Michael.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10VND ich höret eine groſ­ſe ſtim­me / die ſprach im Hi­mel / Nu iſt das Heil vnd die Krafft / vnd das Reich / vnd die Macht vn­ſers Got­tes / ſei­nes Chri­ſtus wor­den / weil der verwor­f­fen iſt / der ſie verklaget tag vnd nacht fur Gott. 11Vnd ſie haben jn vber­wun­den durch des Lambs blut / vnd durch das wort jrer Zeugnis / vnd haben jr Leben nicht ge­lie­bet / bis an den tod. 12Da­r­umb frewet euch jr Hi­mel / vnd die darinnen wonen. Weh denen / die auff Erden wonen / vnd auff dem Meer / Denn der Teu­fel kompt zu euch hinab / vnd hat einen groſ­ſen zorn / vnd weis / das er wenig zeit hat.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rückblick auf die Perikopenordnungen vergangener Jahrhunderte zeigt auf, wie sich die Verwendung der biblischen Texte in evangelischen Gottesdiensten im Laufe der Zeit veränderte.

Wir beschränken uns in den weit zurückliegenden Jahren auf Perikopenordnungen, die überwiegend in Gebrauch waren.

Durch die neue Ordnung für die Verwendung von Sprüchen, Psalmen, Bibeltexten und Liedern in Gottesdiensten sind die alten Ordnungen zwar liturgisch überholt, aber inhaltlich deswegen keineswegs falsch.

Wir möchten Sie daher ermuntern, die in alter Zeit verwendeten Perikopen zu betrachten. Nur so können Sie ergründen, ob das, worauf sich Pfarrer vor Hunderten von Jahren in Gottesdienst und Predigt stützten, auch noch heute aktuell ist. Aktuell für Sie ganz persönlich.

 

Biblia 1545

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

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