Sonntag Reminiszere

Sonntag, 13. März 1960

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Lutherische Ordnung

Evangelium  Zum TextMt 15,21-28   
Predigt VerweisHebr 5,[1-3.]4-10   
→Gottesdienstordnung

In den Landeskirchen galten zwischen 1958/1959 und 1978/1979 unterschiedliche Textordnungen.

Wahl der Kirchenordung

Altkirchliche


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Eisenacher


→ auswählen

Lutherische


aktuelle Ansicht

 

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Leseordnungen.

Im Kirchenjahr 1959/1960 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (seit Beginn der Reformation gültig; so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisenacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (seit dem Kirchenjahr 1898/1899 verfügbar; so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).
  • III. Ordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands folgten (seit dem Kirchenjahr 1957/1958 verfügbar).

In den Kirchenjahren vor 1978/1979 wurden die Perikopenordnungen der evangelischen Kirchen nicht einheitlich gestaltet.

Neben etlichen Entwürfen und Erprobungen der lutherischen Kirchen speziell in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hielten sich die Perikopenordnungen nach dem Schema der altkirchlichen Ordnung und nach der Empfehlung der Eisenacher Konferenz (1896) überwiegend in unierten und reformierten Landeskirchen bis zum Kirchenjahr 1977/1978.

Dagegen empfahl die Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands 1957 den lutherischen Landeskirchen eine neue Textordnung auf Basis von sechs Reihen.

Erst mit der Revision, die eine Ordnung der Predigttexte ab dem Kirchenjahr 1978/1979 vorsah, vereinheitlichte sich die Nutzung der Perikopen in den Landeskirchen weitgehend, aber längst nicht vollständig.

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
13.3.1960 | Reminiszere | Der 2. Sonntag in der Fasten
Sonntag
 

Sonntag
Reminiszere

Violett

Der 2. Sonntag in der Fasten

 
Symbol

Fastenzeit

 

Bewegliches Datum
Sonntag Reminiszere zwischen dem 15. Februar und dem 21. März
 
  • 5. Sonntag vor →Ostern
  • Der 2. Sonntag in der Fasten
  • Abhängig vom →Osterdatum
    Reminiszere liegt zwischen dem 15. Februar und dem 21. März eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 35 Tage vor Ostern
  • gerechnet ab diesem Tag ist am 36. Tag Ostern
 

Der Name Reminiszere

 

»Erinnere Dich!«

reminisci: sich erinnern
reminiscere: erinnere dich!, gedenke!

 

Der Name Reminiszere geht zurück auf die vorreformatorische Zeit und leitet sich ab vom ersten Wort des lateinischen Introitus der römisch-katholischen Messe für diesen Sonntag:

»Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum quae a saeculo sunt.«, »Gedenke deiner Barmherzigkeit, Herr, und deiner Gnade, die seit Anbeginn besteht.«

Dieser Name hat sich in den evangelischen Kirchen als Name für den 2. Sonntag der Passionszeit bis heute erhalten.

Biblisch stützt sich die Bezeichnung Reminiszere auf das erste Wort in Psalm 25,6 (Vulgata: Psalm 24,6).

Hier der Text aus der lateinischen Biblia Sacra Vulgata (Ps 24,6; Text nach G) und aus der Luthe-Bibel von 1545 ( →Psalm 25,6):

 

246 reminiscere miserationum tuarum Domine et misericordiarum tuarum quia a saeculo sunt

 

256 GEdenck HERR an deine Barmhertzigkeit vnd an deine Güte / Die von der welt her geweſen iſt.

 

Die mittelalterlichen Bezeichnungen

 

Dominica quadragesimalis reminiscere

Für den Sonntag Reminiszere sind unterschiedliche Bezeichnungen bekannt. Die lateinisch-kirchliche Bezeichnung Dominica quadragesimalis reminiscere bedeutet »Sonntag Reminiscere der vierzigtägigen Fastenzeit«.

quadragesimalis: vierzigtägig, zur vierzigtägigen Fasternzeit gehörig, von:
quadragesimus: der Vierzigste

 

Daneben sind u. a. bekannt:

  • Dominica Cananee oder einfach Cananae, Kanaan-Sonntag, so genannt nach dem dem alten Evangeliumstext für diesen Sonntag: → Mt 15,21-29 (Heilung der Tochter einer Kanaanäerin);
  • Erbessontag, Erbsensonntag, so genannt nach den Erbsen, die als Fastenspeise dienten;
  • Gedenke widder sontag, Erinnere-Dich-Sonntag (Gedenke-wieder-Sonntag) als Übersetzung des Dominica reminiscere.

 

 

Unsere Kalender verwenden die vorreformatorischen Bezeichnungen bis zum Jahr 1530 (Verlesung der →Confessio Augustana, des Augsburgischen Bekenntnisses).

 

Gottesdienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

Sonntag
Reminiszere

Der 2. Sonntag in der Fasten

nach der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands

 

→ in lutherischen Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1957/1958 bis 1977/1978

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 

 

 

 

Hallelujavers

 
 

Halleluja.

Halleluja.

→     

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Darumb preiſet Gott ſeine Liebe gegen vns / das Chriſtus fur vns geſtorben iſt / da wir noch Sünder waren.

→Rom 5,8

Pſalm
10
 

Psalm
für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
282 EG 366 Wenn wir in höchſten Nöten ſein
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 
 
 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium  Zum TextMt 15,21-28
Epistel Verweis1Thess 4,1-7
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Marginaltexte
(M | C | PS)
1959/1960 13.3.1960 VI VerweisHebr 5,[1-3.]4-10 PS Zum TextPsalm 25,8-15
1960/1961 26.2.1961 I  Zum TextMt 15,21-28 M VerweisJoh 8,21-30
1961/1962 18.3.1962 II Verweis1Thess 4,1-7 M Verweis1Mos 12,1-4a
1962/1963 10.3.1963 III VerweisMt 21,28-32 M VerweisJona 1,1 - 2,1a
1963/1964 23.2.1964 IV VerweisHebr 11,1-2.6.8-10[.17-19]
1964/1965 14.3.1965 V VerweisJes 42,1-8
     
 

Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Jahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt ab dem Kirchenjahr 1957/1958 zwei Lesetexte (je einen aus den Evangelien und einen aus den Episteln) sowie sechs Predigttextreihen.

Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Diese Ordnung beginnt mit Reihe IV für das Kirchenjahr 1957/1958. Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 1960/1961, die Reihe II für das Kirchenjahr 1961/1962 usw. Die Gültigkeit dieser Ordnung endet 1977/1978 mit Reihe VI.

Marginaltexte (M) sind Texte, die thematisch gut zum Tag passen. aber keinen Platz in den Reihen fanden. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

Continua-Texte (C) sind Marginaltexte, die ein biblisches Buch oder wesentliche Teile daraus fortlaufend über mehrere Sonntage hinweg für die Predigt bieten.

Psalter-Texte (PS) sind zusätzliche Lesetexte aus dem Psalter, der ansonsten nicht in den Predigtreihen vorkommt. Sein Ort ist traditionell der Tages- oder Wochenspalm, der Hallelujavers und ggf. der Spruch. Der Psalmtext kann auch für die Predigt genutzt werden. Dann taucht er mit der Kennung »M« (für marginalen Predigtext) ggf. ein zweites Mal in der Liste auf. Er sollte dann an die Stelle der in in den Reihen vorgesehenen alttestamentlichen Perikope treten.

Aufbau der Leseordnung

Die wesentlichen Neuerungen dieser Textordnung sind:

  • Neben der Evangelienperikope stehen nun auch die Epistelperikope und i. d. R. 6 weitere Texte (ggf. mehr) für die Predigt innerhalb eines Zykluses bereit.
  • Der Zyklus umfasst sechs Jahre, in denen sich die Predigten nicht wiederholen.

Die Reihen folgen einem vorgegebenen Format:

  • Reihe I ist stets der Evangelientext für die Lesung.
  • Reihe II ist stets der Episteltext für die Lesung.
  • In den Reihen III bis VI kommt mindestens eine alttestamentliche Perikope vor.

In der Regel werden für jeden Sonntag zwei (oder mehr) so genannte »Marginaltexte« (M) geboten. Hier hat die Gemeinde (bzw. der Prediger) die Entscheidungsmöglichkeit zwischen dem Text der jeweils gültigen Reihe oder einem der Marginaltexte.

Eine besondere Form des Marginaltextes ist der Continuatext (C), der auf eine lange Tradition zurückblicken kann: An mehreren Sonntagen hintereinander werden für die Predigt Texte geboten, die ein ganzes biblisches Buch umfassen (Jona) oder wesentliche Teile daraus.

Eine weitere Besonderheit ist die zusätzliche Reihe der Psalterperikopen (PS). Texte aus den Psalmen dienen nicht nur als Eingangs- (Introitus), Wochen-oder Tagespsalm, sie können nun auch für die Predigt genutzt werden. Diese Reihe ist bevorzugt als Option gedacht für das jeweilige Jahr, in dem die alttestamentliche Perikope gilt.

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt
in der Woche nach Reminiszere

(Erster Passionsgottesdienst)

 
Reihe Texte für die Predigt alternative Texte
I VerweisMt 26,47-56 VerweisLk 22,47-53
II Verweis1Mos 3,14a.15-19  
III VerweisJoh 18,1-11  
IV VerweisJes 52,13 - 53,12  
V VerweisRom 8,31b-32  
VI VerweisHebr 7,26-28  
Das Dritte der Sieben Worte Jesu am Kreuz:
VII →Joh 19,26-27a »Da Jesus seine Mutter sah / und den Jünger dabeistehen / den er lieb hatte / spricht er zu seiner Mutter: »Weib / siehe / das ist dein Sohn!« Danach spricht er zu dem Jünger: »Siehe / das ist deine Mutter!««
 

 

Erläuterung zu den zusätzlichen Texten für die Wochen der Fastenzeit

Für die Passionsgottesdienste in der Zeit von Aschermittwoch bis Karfreitag sind zusätzliche Predigttexte eingefügt.

»Die Reihen I und III nennen als Text zur Auslegung die jeweils letzte der Lesungen, die in der fortlaufenden Lesung nach dem II. Band der »Agende für evangelisch-lutherische Kirchen und Gemeinden« für diese Passionsgottesdienste vorgesehen sind.

Die Reihe II ist aus den Büchern Mose, Reihe IV aus den Büchern der Propheten genommen; Reihe V bietet Abschnitte aus den Briefen der Apostel Paulus und Petrus, Reihe VI Perikopen aus dem Hebräerbrief.

Eine VII. Reihe bilden die sieben Worte Jesu am Kreuz.«

(Quelle: Perikopenbuch zur Ordnung der Predigtexte, Bearbeitet und herausgegeben von Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands, 1. Auflage, 1966)

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

Reminiszere

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion und Verweisen in den Marginalspalten. Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

Lesung aus dem Evangelium

Predigttext

Predigtreihe

I

Evangelium nach Matthäus

Mt 15,21-28

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→ ↦ Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XV.

 

 

Verse 21 - 28

Die kanaanäische Frau
Heilungen

|| → Mk 7,24-30

→ Mar. 7.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IHeſus gieng aus von dannen / vnd entweich in die gegend Tyro vnd Sidon / 22Vnd ſihe / ein Cananeiſch weib gieng aus derſelbigen grentze vnd ſchrey jm nach vnd ſprach / AH HErr / du ſon Dauid / erbarm dich mein / Meine Tochter wird vom Teufel vbel geplaget. 23Vnd er antwortet jr kein wort. Da traten zu jm ſeine Jünger / baten jn / vnd ſprachen / Las ſie doch von dir / denn ſie ſchreiet vns nach. 24Er antwortet aber / vnd ſprach / Ich bin nicht geſand / denn nur zu den verloren Schafen / von dem hauſe Iſrael. 25Sie kam aber / vnd fiel fur jm nider / vnd ſprach / HErr hilff mir. 26Aber er antwortet vnd ſprach / Es iſt nicht fein / das man den Kindern jr Brot neme / vnd werff es fur die Hunde. 27Sie ſprach / Ja HErr / Aber doch eſſen die Hündlin von den broſſamlen / die von jrer Herrn tiſch fallen. 28Da antwortet Jheſus / vnd ſprach zu jr / O weib / Dein glaube iſt gros / Dir geſchehe wie du wilt. Vnd jre Tochter ward geſund zu der ſelbigen ſtunde.

 

✽

 

 

  Hörbuch-Video

Die kanaanäische Frau (Mt 15,21-28)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Mt 15,21-28

Das Video zeigt den Text der Geschichte aus der Lutherbibel von 1545, in der Jesus den Glauben einer kanaanäischen Frau anerkennt, vorgelesen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→ Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlagen die Ordnungen der evangelischen Kirchen seit Jahrhunderten biblische Texte vor.

Die hier gebotenen Texte folgen einer Kirchenordnung, die heute nicht mehr gültig ist!

Bitte rufen Sie den Kirchentag im aktuellen Jahr auf, wenn Sie wissen möchten, welche Bibelstellen für Lesungen und Predigt nach der gültigen Kirchenordnung für den Gottesdienst empfohlen werden.

 

Biblia 1545

™Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

 

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