Erster Sonntag des Advent
Sonntag, 27. November 1814

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
27.11.1814 | Erster Sonntag des Advent
Sonntag
 

Kirchenjahr 1814/1815

Erster Sonntag
des Advent

 

 

Beginn des Kirchenjahrs 1814/1815

 
Bewegliches Datum
1. Advent zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember
  • Mit dem ersten Sonntag des Advent begann das Kirchenjahr 1814/1815.
  • Die →Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor dem →ersten Weih­nachts­tag. Sie beginnt immer am 1. Advent und endet an →Heiligabend.
  • Der frühest mögliche Termin für den ersten Adventssonntag ist der 27. November. In diesem Fall wird Heiligabend ein Samstag sein.
  • Der spätest mögliche Termin ist der 3. Dezember, dann fällt Heiligabend auf einen Sonntag, der zugleich der →4. Adventssonntag ist.
  • Die Adventszeit ist unterschiedlich lang und dauert 22 bis 28 Tage.
 
Symbol: Abstand zum Christfest
 
Der erste Sonntag des Advent im Jahreskalender

Während wir an dieser Stelle den 1. Adventssonntag aus der Sicht des evangelischen Kirchen­kalen­ders beleuchten, finden Sie allgemeine Informationen und Gedanken in diesem Artikel:

Zum Artikel

1. Advent 1814

Über die Ankündigung der Geburt Christi berichten die Evangelisten Lukas und Matthäus. Die Themen beider Geschichten sind Vertrauen und Hoffnung.

Mehr darüber in diesem Artikel.
 

Der Name Advent

 

Adventus Domini

Der Name Advent stammt aus dem Lateinischen und meint Ankunft (lat. adventus). Der vollständige lateinische Name lautet Adventus Domini ( »Ankunft des Herrn«) und bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, auf Weihnachten, vorbereitet.

Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

 

Die Adventszeit

 

Praeparatio adventus Domini

Der lateinische Ausdruck praeparatio adventus Domini meint Vorbereitung der Ankunft des Herrn und bezeichnete bereits in der frühen Kirche das, was wir heute Adventszeit nennen.

Zunächst wurde die Adventszeit als Fastenzeit vor →Epiphanias (6. Januar) bzw. vor Weihnachten verstanden. Vermutlich seit dem 6. Jahrhundert wird die Adventszeit auch liturgisch im Messfeiern begangen. Anfangs schwankte die Zahl der Tage und damit die Zahl der Sonntage in der Adventszeit. Erst im 6. Jahrhundert wurden vier Adventssonntage vor Weihnachten durch Papst Gregor dem Großen (540 - 604) festgelegt.

Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch

Erster Sonntag
des Advent

Gottesdienstliche Ordnung

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 

Nach altkirchlicher Textordnung

 

überwiegend gültig in den Jahren 1530/1531 bis 1897/1898

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Mt 21,1–9 )

 

Gelobt ſei, der kommt im Namen des Herrn

 

 

Spruch für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Sihe / dein König kompt zu dir / ein Gerechter / vnd ein Helffer.

→Sach 9,9b

Pſalm
24
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 24

 

Hinweis: Der Spruch ist an dieser Stelle der Lutherbibel von 1545 entnommen und kann sich daher in Formulierung und Schreibweise geringfügig unterscheiden von Veröffentlichungen in Perikopenordnungen oder Gesangbüchern der jeweiligen Zeit.

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt*

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum TextRom 13,11-14
Evangelium Zum TextMt 21,1–9
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Reformation änderte sich die Bedeutung der Lesungen und der Predigt in der Kirche grundlegend. Gab es vorher keine oder nur eine sehr lose Bindung der Perikopen an die Messe, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evangelienperikope Grundlage der Predigt im sonntäglichen Hauptgottesdienst (Vor­mit­tags), an diesem Tag also Zum TextMt 21,1–9.

Im Fokus der Predigt stand jetzt als Teil der Verkündigung die Auslegung des Evangeliums.

Die Epistelperikope war als Predigttext empfohlen für den Gebrauch im Gottesdienst am Nachmittag bzw. Abend. (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ordnung des Gottesdienstes in der Gemeinde, 1523, Über den Sonntagsgottesdienst).

Die Reihe der Epistelperikopen enthielt (anders als heute) auch Texte aus dem Alten Testament. Es gab keine spezielle Reihe für Lesungen aus dem Alten Testament.

Doch die Pfarrer und Prediger waren zunächst nicht nur frei darin, einen biblischen Text für die Predigt zu wählen, sondern geradezu aufgefordert, die Predigt an den Bedürfnissen der Gemeinde und an der geübten Praxis auszurichten.

In den meisten Kirchen wurden nahezu täglich Gottesdienste geboten (die in unseren Kalendern z. Z. nicht abgebildet sind). An Sonn- und Feiertagen konnten gleich mehrere Gottesdienste und Messen stattfinden. Hier entwickelten sich Leseempfehlungen für jeden Wochentag, in Summe also für jeden Tag des Kirchenjahres.

Von Bedeutung war auch die protestantische Ausrichtung der Gebietskirche: lutherisch, reformiert und uniert. Unterschiede zeigten sich in der Liturgie und damit im Verständnis der Predigt als Teil der Verkündigung.

Luthers allgemeinen Empfehlungen in seinen Schriften folgten etwa ab 1560 vereinzelt Ansätze, eine gewisse verbindliche Textordnung für Pfarrer und Gemeinden zu gestalten. Dies geschah jedoch zaghaft und zögerlich angesichts der bestehenden Meinungsvielfalt und angesichts der Lage der Entscheidungshoheit, die nicht in der Kirche, sondern beim Landesfürsten angesiedelt war. Zunächst gab es auch keinen hinreichenden Bedarf für neue Regelungen: Gottesdienst war selbstverständlich und die Bevölkerung nahm rege teil. Doch spätestens im Zeitalter der Aufklärung, als ein deutlicher Rückgang christlichen Engagements in der Bevölkerung zu erkennen war, die Zahl der Gottesdienstbesucher stetig abnahm und etliche unterwöchige Gottesdienste und Messen gestrichen wurden, trat die Notwendigkeit deutlich hervor, das Gottesdienstverständnis und die Gottesdienste des Kirchenjahres zu überdenken.

Dies führte vielfach schon früh und speziell im 19. Jahrhundert zu zahlreichen unterschiedlichen Durchführungen, Vorschlägen und Erprobungen, bis sich 1896 die Eisenacher Konferenz als reichsweite Konferenz der deutschen Landeskirchen mit der Idee einer allgemein gültigen Textordnung beschäftigte und schließlich eine Perikopenordnung beschloss, die ab 1898/1899 allen evangelischen Landeskirchen zur Umsetzung empfohlen wurde.

Es ist derzeit an dieser Stelle nicht möglich, für die Jahre 1530/1531 bis 1898/1899 Textordnungen darzustellen, die über die altkirchlichen Perikopen für die Lesungen und Predigten hinaus gehen. Wir sind uns dabei bewusst, dass diese Perikopen regional und zeitlich begrenzt keine Bedeutung hatten.

 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

Titel Perikopen

Erster Sonntag des Advent

Perikopen

Lese- und Predigttexte nach altkirchlichen Perikopenordnungen

Gültig in den Kirchenjahren bis 1896/1897

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage der Lutherbibel von 1545 in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mt 21,1-9

REIHE

EV

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XXI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der Einzug in Jeruſalem

|| →Mk 11,1-10    ||→Lk 19,29-38    || →Joh 12,12-16

Verse 1-9

Mar. 11.

Luc. 19.

Joh. 12.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Zach. 9.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Pſal. 118.

 

 

DA ſie nu nahe bey Jeruſalem kamen gen

Bethphage / an den Oleberg / Sandte Jheſus ſeine Jünger zween / 2vnd ſprach zu jnen / Gehet hin in den Flecken / der fur euch ligt / Vnd balde werdet jr eine Eſelin finden angebunden / vnd ein Füllen bey jr / Löſet ſie auff / vnd füret ſie zu mir. 3Vnd ſo euch jemand etwas wird ſagen / ſo ſprechet / Der HErr bedarff jr / ſo bald wird er ſie euch laſſen. 4Das geſchach aber alles / Auff das erfüllet würde / das geſagt iſt durch den Propheten / der da ſpricht / 5Saget der tochter Zion / Sihe / Dein König kompt zu dir Senfftmütig / vnd reit auff einem Eſel / vnd auff einem Füllen der laſtbaren Eſelin.

6DIe Jünger giengen hin / vnd theten wie jnen Jheſus befolhen hatte / 7vnd brachten die Eſelin vnd das Füllen / Vnd legten jre Kleider drauff / vnd ſatzten jn drauff. 8Aber viel Volcks breitet die Kleider auff den weg. Die andern hieben Zweige von den Bewmen / vnd ſtreweten ſie auff den weg. 9Das Volck aber das vorgieng vnd nachfolget / ſchrey vnd ſprach / Hoſianna dem Son Dauid / Gelobet ſey der da kompt in dem Namen des HERRN / Hoſianna in der höh.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Hosianna)

Hoſianna heiſ­ſet auf Deudſch / Ah hilff / oder / Ah gib glück vnd heil.

 

 

 

LESUNG
Epistel
Rom 13,11-14

REIHE

EP

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. XIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Der kommende Tag

Verse 11-12

 

VND weil wir ſolches wiſſen / nemlich die zeit / das die ſtunde da iſt / auff zu ſtehen vom Schlaff (Sintemal vnſer Heil jtzt neher iſt / denn da wirs gleubten) 12Die nacht iſt vergangen / der Tag aber her bey komen. So laſſet vns ablegen die werck der Finſternis / vnd anlegen die waffen des Liechtes. 13Laſſet vns ehrbarlich wandeln / als am tage / Nicht in freſſen vnd ſauffen / nicht in kamern vnd vnzucht / nicht in hadder vnd neid / 14Sondern ziehet an den HErrn Jheſu Chriſt. Vnd b wartet des Leibes / Doch alſo / das er nicht geil werde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

b

(Wartet)

Das iſt / martert den Leib nicht vber macht mit vntreglicher Heilig­keit / wachens / fa­ſtens / frirens / wie die Heuchler thun.

 

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Wir beschränken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jahren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch oder empfoh­len wa­ren.

Zu bedenken ist, dass es zu keiner Zeit (und das bis heute) eine ein­heit­li­che evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land gab. Das führte zu zahl­rei­chen Ord­nun­gen ver­schie­de­ner Landes-, Gebiets- und Frei­kir­chen, die neben­ein­an­der be­stan­den. Das schlug sich nie­der in de­ren Ge­stal­tung der Gottes­dienste.

Durch den Rückblick ist zu­min­dest sche­men­haft er­kenn­bar, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Texte in evan­ge­li­schen Gottes­diensten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te. Dies er­laubt auch Rück­schlüsse auf jene Zeit und auf die Men­schen, die als Gottes­dienst­be­su­cher Em­pfän­ger der bib­li­schen Bot­schaf­ten waren.

Dadurch, dass es in­zwischen neue Ord­nun­gen für die Ver­wen­dung von Sprüchen, Psalmen, Bibel­tex­ten und Lie­dern gibt, sind die alten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

 

Selbst lesen, selbst urteilen

Wir möchten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die in alter Zeit ver­wen­de­ten Text­stellen ein­mal in Ihrer Bibel zu lesen und sie auf diese Weise in Ihre per­sön­liche Ge­gen­wart zu holen. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfarrer vor hun­der­ten von Jahren in Gottes­dienst und Pre­digt stützen, auch noch heute aktu­ell ist. Aktu­ell für Sie ganz per­sönlich.

 

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe der Lutherbibel von 1545

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
 
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