9. Sonntag nach Trinitatis

Sonntag, 22. August 1943

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Altkirchliche Ordnung

Evangelium    Zum TextLk 16,1-12
Epistel Zum Text1Kor 10,1-13
 

Eisenacher Ordnung

1. Evangelium Zum TextLk 16,1-12
1. Epistel Zum Text1Kor 10,1-13
2. Evangelium  Zum TextMt 13,44-46
2. Epistel Zum TextApg 17,16-34
Alttestamentliche Lektion Zum TextSpr 16,1-9
→Gottesdienstordnungen

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
22.8.1943 | 9. Sonntag nach Trinitatis
Sonntag
 

9. Sonntag
nach Trinitatis

Grün

 

 

 

Bewegliches Datum
Der 9. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>19. Juli und dem 22. August eines Jahres.
 
  • 9. Sonntag nach Trinitatis
  • 17. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 9. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    19. Juli und dem 22. August eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
 
  • 119 Tage nach Ostern
  • am 120. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag

 

Got­tes­dienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

9. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Lese­ord­nungen.

Im Kirchenjahr 1942/1943 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisnacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).

 

 

I.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach altkirchlicher Textordnung

 

gültig bis 1977/1978

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Lk 16,1-12 )

 

Gleichnis vom ungerechten Haushalter

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

SO ſe­het nu zu / wie jr furſichtiglich wandelt / nicht als die vnweiſen / ſondern als die weiſen.

→Eph 5,15

Pſalm
54
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 54

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
384 EG 497 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Lesung Text für die Lesung
Epistel Zum Text1Kor 10,1-13
Evangelium Zum TextLk 16,1-12
   

 

Erläuterungen zu den Perikopen

Mit der Re­for­ma­ti­on än­der­te sich die Be­deu­tung der Le­sun­gen und der Pre­digt im Got­tes­dienst grund­le­gend. Gab es vor­her kei­ne oder nur ei­ne sehr lo­se Bin­dung der Pe­ri­ko­pen an die Mes­se, so war für Luther nun re­gel­mäßig die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe Grund­la­ge der Pre­digt im sonn­täg­li­chen Haupt­got­tes­dienst (vor­mit­tags), an die­sem Tag also Zum TextLk 16,1-12.

Im Fo­kus der Pre­digt stand jetzt als Teil der Ver­kün­di­gung die Aus­le­gung des Evan­ge­li­ums.

Die Epis­tel­pe­ri­ko­pe war als Pre­digt­text emp­foh­len für den Ge­brauch im Got­tes­dienst am Nach­mit­tag bzw. Abend (siehe dazu auch Luthers Schrift →Von der Ord­nung des Got­tes­diens­tes in der Ge­mein­de, 1523, Über den Sonn­tags­got­tes­dienst).

Die Rei­he der Epis­tel­pe­ri­ko­pen ent­hielt (an­ders als heu­te) auch Tex­te aus dem Al­ten Tes­ta­ment. Es gab kei­ne spe­zi­el­le Rei­he für Le­sun­gen aus dem Al­ten Tes­ta­ment.

Doch die Pfar­rer und Pre­di­ger wa­ren zu­nächst nicht nur frei da­rin, ei­nen bib­li­schen Text für die Pre­digt zu wäh­len, son­dern ge­ra­de­zu auf­ge­for­dert, die Pre­digt an den Be­dürf­nis­sen der Ge­mein­de und an der ge­üb­ten Pra­xis aus­zu­rich­ten.

In den meis­ten Kir­chen wur­den na­he­zu täg­lich Got­tes­diens­te ge­bo­ten (die in un­se­ren Ka­len­dern z. Z. nicht ab­ge­bil­det sind). An Sonn- und Fei­er­ta­gen konn­ten gleich meh­re­re Got­tes­diens­te und Mes­sen statt­fin­den. Hier ent­wickel­ten sich Le­se­emp­feh­lun­gen für je­den Wo­chen­tag, in Sum­me also für je­den Tag des Kir­chen­jah­res.

Von Be­deu­tung war auch die pro­tes­tan­ti­sche Aus­rich­tung der Ge­biets­kir­che: lu­the­risch, re­for­miert (cal­vi­nis­tisch) und uniert. Un­ter­schie­de zeig­ten sich in der Li­tur­gie und da­mit im Ver­ständ­nis der Pre­digt als Teil der Ver­kün­di­gung.

Luthers all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen in sei­nen Schrif­ten folg­ten et­wa ab 1560 ver­ein­zelt An­sät­ze, ei­ne ge­wis­se ver­bind­li­che Text­ord­nung für Pfar­rer und Ge­mein­den zu ge­stal­ten. Dies ge­schah je­doch zag­haft und zö­ger­lich an­ge­sichts der be­ste­hen­den Mei­nungs­viel­falt und an­ge­sichts der La­ge der Ent­schei­dungs­ho­heit, die nicht in der Kir­che, son­dern beim Lan­des­fürs­ten an­ge­sie­delt war. Zu­nächst gab es auch kei­nen hin­rei­chen­den Be­darf für neue Re­ge­lun­gen: Got­tes­dienst war selbst­ver­ständ­lich und die Be­völ­ke­rung nahm re­ge teil. Doch spä­tes­tens im Zeit­al­ter der Auf­klä­rung, als ein deut­li­cher Rück­gang christ­li­chen En­ga­ge­ments in der Be­völ­ke­rung zu er­ken­nen war, die Zahl der Got­tes­dienst­be­su­cher ste­tig ab­nahm und et­li­che un­ter­wö­chi­ge Got­tes­diens­te und Mes­sen ge­stri­chen wur­den, trat die Not­wen­dig­keit deut­lich her­vor, das Got­tes­dienst­ver­ständ­nis und die Got­tes­diens­te des Kir­chen­jah­res zu über­den­ken.

Dies führ­te viel­fach schon früh und spe­ziell im 19. Jahr­hun­dert zu zahl­rei­chen un­ter­schied­li­chen Durch­füh­run­gen, Vor­schlä­gen und Er­pro­bun­gen, bis sich 1896 die Ei­sena­cher Kon­fe­renz als reichs­wei­te Kon­fe­renz der deut­schen Lan­des­kir­chen mit der Idee ei­ner all­ge­mein gül­ti­gen Text­ord­nung be­schäf­tig­te und schließ­lich ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung be­schloss, die ab 1898/1899 al­len evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen zur Um­set­zung emp­foh­len wur­de.

Es ist der­zeit an die­ser Stel­le nicht mög­lich, für die Jah­re 1530/1531 bis 1898/1899 Text­ord­nun­gen dar­zu­stel­len, die über die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen für die Le­sun­gen und Pre­dig­ten hi­n­aus ge­hen. Wir sind uns da­bei be­wusst, dass die­se Pe­ri­ko­pen re­gi­o­nal und zeit­lich be­grenzt kei­ne Be­deu­tung hat­ten.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht /

Denn es iſt eine Krafft Got­tes /

die da ſe­lig machet / alle /

die daran gleuben.

→Römerbrief 1,16

 

 

II.

Gottesdienstliche Ordnung

Nach der Eisenacher Textordnung

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

 

Thema des Sonntags

(nach dem Evangeliumstext Lk 16,1-12 )

 

Gleichnis vom ungerechten Haushalter

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

SO ſe­het nu zu / wie jr furſichtiglich wandelt / nicht als die vnweiſen / ſondern als die weiſen.

→Eph 5,15

Pſalm
54
 

Psalm
für die Woche

 
 

→Psalm 54

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
384 EG 497 Ich weiß, mein Gott, daß all mein Tun
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 

 

 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel Zum Text1Kor 10,1-13
Evangelium Zum TextLk 16,1-12
Reihe II  2. Epistel Zum TextApg 17,16-34
2. Evangelium  Zum TextMt 13,44-46
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope Zum TextSpr 16,1-9
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Kon­fe­renz (ei­ne Kon­fe­renz der evan­ge­li­schen Lan­des­kir­chen Deutsch­lands) er­ar­bei­te­te in den Jah­ren von 1888 bis 1896 eine Pe­ri­ko­pen­ord­nung für die evan­ge­li­schen Kir­chen. Sie ver­stand die alt­kirch­li­chen Pe­ri­ko­pen (Epis­tel und Evan­ge­li­um) als eine ers­te Rei­he und füg­te ihnen in ei­ner zwei­ten Rei­he ei­nen zwei­ten Text aus den Epis­teln und ei­nen zwei­ten Text aus den Evan­ge­li­en hin­zu. Die gro­ße Be­son­der­heit die­ser Ord­nung war die Ein­füh­rung ei­ner drit­ten, alt­tes­ta­ment­li­chen Rei­he, die für je­den Sonn­tag des Kirchen­jah­res erst­mals ei­nen alt­tes­ta­ment­li­chen Text bot. Die Ver­wen­dung die­ser Pe­ri­ko­pen ge­schah nicht ein­heit­lich. Ge­dacht wa­ren sie da­zu, sie wech­sel­weise im Got­tes­dienst zu ver­wen­den, so in­ner­halb ei­ner Fol­ge von vier Jah­ren:

  • im 1. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 2. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und Lek­ti­on Al­tes Tes­ta­ment
  • im 3. Jahr: alt­kirch­li­ches Evan­ge­li­um und alt­kirch­li­che Epis­tel
  • im 4. Jahr: 2. Evan­ge­li­um und 2. Epis­tel

Da­mit er­gab sich für die Le­sun­gen ein Zyklus von vier Jah­ren und für die Pre­digt, die sich je­weils auf die Evan­ge­li­en­pe­ri­ko­pe stützte, ein Zyklus von zwei Jah­ren.

 

 

Alt­kirch­li­che Text­ord­nung in Lan­des­kir­chen

In ei­ni­gen Lan­des­kir­chen, da­run­ter die evan­ge­li­sche Kir­che Bran­den­burgs, galt in die­ser Zeit wei­ter­hin die alt­kirch­li­che Text­ord­nung. Sie kennt nur Evan­ge­li­um und Epis­tel (Reihe I in der Ei­sen­acher Text­ord­nung), die bei­de nach wie vor für die Text­lesung so­wie für die Pre­digt im Haupt- und Abend­got­tes­dienst emp­foh­len wa­ren.

 

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs

Die evan­ge­li­sche Kir­che Würt­tem­bergs nutz­te in die­ser Zeit ei­ne Pe­ri­ko­pen­ord­nung, die sich auf ei­nen Drei­jah­res­zy­k­lus stütz­te. Über die drei Jahr­gän­ge hin­weg fan­den sich die Pe­ri­ko­pen wie hier ge­nannt, al­ler­dings in an­de­rer An­ord­nung und er­gänzt um wei­te­re Pe­ri­ko­pen, die we­der in alt­kirch­li­chen Ord­nun­gen noch in der neu­en Ei­sen­acher Ord­nung be­kannt wa­ren.

Diese Ord­nung der evan­ge­li­schen Kir­che Würt­tem­bergs ist der­zeit hier nicht wie­der­ge­ge­ben.

 

Geschicht­li­che An­mer­kun­gen: Die Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen in Zei­ten des Um­bruchs

  • In den Jah­ren des na­ti­o­nal­so­zi­a­li­sti­schen Re­gi­mes gab es im Zu­sam­men­hang mit der brach­i­a­len an­ti­se­mi­ti­schen Aus­rich­tung in Po­li­tik und Ge­sell­schaft in den evan­ge­li­schen Kir­chen re­gi­o­nal In­ten­ti­o­nen, die alt­tes­ta­ment­li­che Rei­he ab­zu­schaf­fen und die an­de­ren Rei­hen im Sin­ne ei­ner Staats­rä­son zu kor­ri­gie­ren. Die­ses An­sin­nen wirk­te trotz ei­ner Be­ken­nen­den Kir­che ver­ein­zelt bis weit die Zeit nach dem 2. Welt­krieg nach.
  • Auch nach der Ver­ei­ni­gung von Lan­des­kir­chen, wie der Grün­dung von VELKD und EKD, blie­ben die Ord­nun­gen der Pre­digt­tex­te den Sy­no­den der Lan­des­kir­chen un­ter­wor­fen und ent­wickel­ten sich so­mit zu­neh­mend un­ein­heit­lich.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spä­tes­tens ab 1960/1961 galt dann in den meis­ten evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Kir­chen ei­ne neue Pe­ri­ko­pen­ord­nung auf Ba­sis von sechs Rei­hen, weil sich nun erst­mals nach Ei­sen­ach über Jah­re hin­weg eine lan­des­kirch­lich über­grei­fen­de und un­ab­hän­gi­ge Kon­fe­renz (Lu­the­ri­sche Li­tur­gi­sche Kon­fe­renz Deutsch­lands) mit li­tur­gisch-ho­mi­le­ti­schen Fra­gen be­schäf­tig­te und 1957 Ant­wor­ten in Form ei­ner »Ord­nung der Pre­digt­tex­te« vor­leg­te.
  • Doch die Ent­schei­dungs­ho­heit ob­lag nach wie vor den lan­des­kirch­li­chen Sy­no­den. Über­wie­gend unier­te und re­for­mier­te Lan­des­kir­chen nutz­ten die hier vor­lie­gen­de Ord­nung der Pre­digt­tex­te nach dem Ei­sen­acher Sche­ma wei­ter­hin bis 1977/1978 oder auch da­rü­ber hi­n­aus.
  • Bis heute gilt in man­chen evan­ge­li­schen Kir­chen und Frei­kir­chen eine Ord­nung auf Grund­la­ge der Ei­sen­acher Pe­ri­ko­pen im vier­jäh­ri­gen Zy­k­lus.

 

HERR thu meine Lippen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

9. Sonntag nach Trinitatis

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

in unierten und reformierten Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1956/1957

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament nach altkirchlicher und Eisenacher Perikopenordnung

Text nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.
Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Evangelium

Evangelium nach Lukas

Lk 16,1-12

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. XVI.

 

 

Verse 1 - 9

Das Gleichnis vom ungetreuen Hausverwalter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IHeſus ſprach aber auch zu ſei­nen Jün­gern Es war ein rei­cher Man / der hat­te ei­nen Haus­hal­ter / der ward fur jm be­rüch­ti­get / als het­te er jm ſei­ne Güter vmb­bracht. 2Vnd er fod­dert jn / vnd ſprach zu jm / Wie hö­re ich das von dir? Thu rech­nung von dei­nem haus­hal­ten / Denn du kanſt hin­furt nicht Haus­hal­ter ſein. 3Der Haus­hal­ter ſprach bey ſich ſelbs / Was ſol ich thun? mein Herr nimpt das Ampt von mir / Gra­ben mag ich nicht / So ſche­me ich mich zu bet­teln. 4Ich weis wol was ich thun wil / wenn ich nu von dem Ampt ge­ſetzt wer­de / das ſie mich in jre Heu­ſer ne­men.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5VND er rieff zu ſich al­le Schül­de­ner ſei­nes Herrn / vnd ſprach zu dem er­ſten / Wie viel bi­ſtu mei­nem Herrn ſchül­dig? 6Er ſprach / Hun­dert tun­nen öles. Vnd er ſprach zu jm / Nim dei­nen Brieff / ſe­tze dich / vnd ſchreib flugs funff­zig. 7Dar­nach ſprach er zu dem an­dern / Du aber / wie viel bi­ſtu ſchül­dig? Er ſprach / Hun­dert mal­ter wei­tzen. Vnd er ſprach zu jm / Nim dei­nen Brieff / vnd ſchreib ach­zig. 8Vnd der Herr lo­be­te den vn­ge­rech­ten Haus­hal­ter / das er klüg­lich ge­than hat­te / Denn die Kin­der die­ſer welt ſind klü­ger / denn die Kin­der des Liech­tes / in jrem Ge­ſchlech­te. 9Vnd ich ſa­ge euch auch / Ma­chet euch Freun­de mit dem vn­ge­rech­ten * Mam­mon / Auff das / wenn jr nu dar­bet / ſie euch auff­ne­men in die ewi­gen Hüt­ten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

*

(Mammon)

Mammon iſt Ebre­iſch / vnd heiſ­ſet Reich­thum.

 

 

 

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt:

Die Rede über Treue im Irdischen

Verse 10 - 12

|| → Mt 6,24

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10WEr im ge­rin­ge­ſten trew iſt / der iſt auch im groſ­ſen trew / Vnd wer im ge­rin­ge­ſten ** vn­recht iſt / der iſt auch im groſ­ſen vn­recht. 11So jr nu in dem vn­rech­ten Mam­mon nicht trew ſeid / Wer wil euch das war­haff­ti­ge ver­traw­en? 12Vnd ſo jr dem fremb­den nicht trew ſeid / Wer wil euch ge­ben / das je­ni­ge das ew­er iſt?

 

**

(Unrecht)

Mam­mon heiſſt er vn­recht / da­r­umb / das er vn­rech­tem brauch vn­ter­worf­fen iſt. Frembd / da­r­umb das er nicht blei­bet / wie das gei­ſtli­che Gut / das ewig vn­ſer vnd wahr­haff­tig iſt. Trew ſein in dem Mam­mon / iſt ſein gött­lich brau­chen / zu des Ne­he­ſten nutz. Wer das nicht thut / wird viel we­ni­ger im Geiſt­li­chen trew ſein / ja er wird kei­nes ha­ben.

 

 

 

LESUNG UND ZWEITER PREDIGTTEXT

Epistel

Erster Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth

1Kor 10,1-13

REIHE

EP

 

Biblia

 

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. X.

 

 

Verse 1 - 13

Warnung vor sündiger Lust

 

 

Paulus schreibt:

 

 

 

 

→Exod. 17.

ICH wil euch aber / lie­ben Brü­der / nicht verhalten / Das vn­ſer Ve­ter ſind alle vn­ter der Wol­cken ge­we­ſen / 2Vnd ſind alle durchs Meer ge­gan­gen / vnd ſind alle vn­ter Moſen getaufft / mit der Wolcken / vnd mit dem Meer / 3Vnd haben alle einerley geiſtliche Speiſe geſſen / 4vnd haben alle einerley geiſtlichen Tranck getruncken / Sie truncken aber von dem geiſtlichen Fels / der mit folget / welcher war Chri­ſtus. 5Aber an jr vielen hatte Gott keinen wolgefallen / Denn ſie ſind ni­der­ge­ſchla­gen in der Wü­ſten.

 

 

 

 

→Exod. 32.

 

→Num. 25.

 

→Num. 21.

 

 

 

→Num. 14.

6DAs iſt aber vns zum Furbilde ge­ſche­hen / das wir nicht vns gelüſten la­ſſen des Bö­ſen / Gleich wie jene gelüſtet hat. 7Werdet auch nicht Ab­göt­ti­ſche / Gleich wie jener etliche wor­den / Als geſchrieben ſtehet / Das Volck ſatz­te ſich nider zu eſſen vnd zu trin­cken / vnd ſtund auff zu ſpielen. 8Auch la­ſſet vns nicht Hu­re­rey treiben / Wie etliche vn­ter jnen hurerey trieben / Vnd fielen auff einen tag drey vnd zwen­zig tau­ſent. 9Laſſet vns aber auch Chri­ſtum nicht ver­ſu­chen / Wie etliche von jnen jn ver­ſuch­ten / Vnd wurden von den Schlan­gen vmbbracht. 10Murret auch nicht / Gleich wie jener etliche murreten / Vnd wurden vmbbracht durch den Verderber.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

11SOlches alles widerfur jnen / zum Furbilde / Es iſt aber geſchrieben / vns zur warnung / auff welche das ende der Welt komen iſt. 12Da­r­umb / wer ſich leſſet düncken / Er ſtehe / Mag wol zuſehen / das er nicht falle. 13Es hat euch noch keine / denn menſchliche Verſuchung betretten. Aber Gott iſt getrew / der euch nicht leſſet ver­ſu­chen / vber ew­er vermögen / Son­dern machet / das die Verſuchung ſo ein ende gewinne / das jrs künd ertragen.

 

 

Da­r­umb ver­achte kei­ner den an­dern wie ſtarck oder ſchwach er ſey / Wer weis wie lan­ge er ſelbst blei­bet.

 

 

 

LESUNG AUS DEM EVANGELIUM

PREDIGTTEXT

Zweites Evangelium

Evangelium nach Matthäus

Mt 13,44-46

 

Text hören:

Sprecher: R. Makohl | Musik: ©Bluevalley, J.S. Bach
Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→  Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XIII.

 

 

Vers 44

Das Gleichnis vom Schatz im Acker

 

 

Jesus sprach:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ABermal iſt gleich das Hi­mel­reich ei­nem ver­bor­gen a Schatz im Acker / wel­chen ein Menſch fand / vnd ver­barg jn / Vnd gieng hin fur freu­den vber dem ſel­bi­gen / vnd ver­kaufft al­les was er hat­te / vnd kauff­te den Acker.

 

Verse 45 - 46

Das Gleichnis von der kostbaren Perle

ABermal iſt gleich das Hi­mel­reich ei­nem Kauff­man / der gu­te Per­len ſuch­te. 46Vnd da er ei­ne köſt­li­che Per­len fand / gieng er hin / vnd ver­kauff­te al­les was er hat­te / vnd kauff­te die ſel­bi­gen.

 

a

(Schatz)

Der verbor­gen Schatz iſt das Euan­geli­um / das vns gna­de vnd ge­rech­tig­keit gibt on vn­ſer ver­dienſt / Da­r­umb wenn mans fin­det macht es freu­de / das iſt / ein gut frö­lich Ge­wiſ­ſen / welchs man mit kei­nen wer­cken zu we­gen brin­gen kan. Dis Euan­geli­um iſt auch die Per­len.

 

 

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Zweite Epistel

Apostelgeschichte nach Lukas

Apg 17,16-34

REIHE

EP
2

 

Biblia

 

 

 

 

Das anderteil des Euangelij S. Lucas: Von der Apoſtel Geſcĥicĥte.

 

C. XVII.

 

 

Verse 16 - 34

Paulus in Athen

 

DA aber Paulus jrer zu Athene wartet / Ergrimmet ſein Geiſt in jm / da er ſa­he die Stad ſo gar abgöttiſch. 17Vnd er redet zwar zu den Jü­den vnd Gottfürchtigen in der Schule / auch auff dem Marck­te alle ta­ge / zu denen / die ſich erzu funden. 18Etliche aber der Epicurer vnd Stoiker Philoſophi zanckten mit jm / Vnd etliche ſpra­chen / was wil die­ſer Lotterbube ſa­gen? Etliche aber / Es ſi­het als wolte er newe Götter verkündigen. Das machet / Er hatte das Euangelium von Jhe­ſu vnd von der Aufferſtehung jnen verkündigt. 19Sie namen jn aber / vnd füreten jn auff den Richtsplatz / vnd ſpra­chen / Können wir auch erfaren / was das fur eine newe Lere ſey / die du lereſt? 20Denn du bringeſt et­was newes fur vn­ſe­re ohren / So wolten wir ger­ne wi­ſſen / was das ſey. 21Die Athener aber alle / auch die Auslender vnd Geſte / waren gericht auff nichts anders / denn et­was newes zu ſa­gen oder zu hö­ren.

 

 

 

Spermolo-

gos im Grie­chiſch­en hei­ſſen Lotter­buben / Ty­riacks­kremer / Frei­heten / vnd des geſindes das mit vnnützem geweſch hin vnd wi­der im Lande ſich neeret.

 

 

Verse 22 - 34

Die Rede des Paulus vor dem Areopag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

PAulus aber ſtund mitten auff dem Richts­platz / vnd ſprach / Jr Men­ner von Athe­ne / Jch ſe­he euch / das jr in allen ſtücken allzu Aber­gleu­big ſeid. 23Jch bin her durch gegangen / vnd hab geſehen ew­re Gottes­dienſte / Vnd fand einen Altar / dar auff war ge­ſchrie­ben / Dem vnbekanten Gott. Nu ver­kün­di­ge ich euch den ſel­bi­gen / dem jr vn­wi­ſſend Gottes­dienſt thut.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

GOtt der die Welt gemacht hat / vnd alles was drinnen iſt / Sin­te­mal er ein HERR iſt Hi­mels vnd der Erden / wonet er nicht in Tempeln mit henden gemacht / 25Sein wird auch nicht von Men­ſchen henden gepfleget / als der jemands bedürffe / So er ſel­ber jederman Leben vnd Adem al­lent­hal­ben gibt. 26Vnd hat gemacht / das von einem Blut aller Men­ſchen ge­ſchlecht auff dem gan­tzen Erdboden wonen / Vnd hat Ziel geſetzt zuuor verſehen / wie lang vnd weit ſie wonen ſollen / 27Das ſie den HErrn ſu­chen ſolten / ob ſie doch jn fülen vnd finden möchten. Vnd zwar / Er iſt nicht ferne von einem jg­li­chen vn­ter vns / 28Denn in jm leben / weben / vnd ſind wir.

Predigt S.

Pauli zu Athene.

 

 

 

 

 

Als auch etliche Poeten bey euch geſagt haben / Wir ſind ſei­nes Ge­ſchlechts. 29So wir denn göttlichs Ge­ſchlechts ſind / Sollen wir nicht mei­nen / die Gottheit ſey gleich den gülden / ſilbern / ſteinern / Bilden / durch menſchliche gedancken gemacht.

 

(Ge­ſchlechts)

Das iſt / wir ſind von jm her komen als vom Va­ter oder Schepffer.

 

 

 

 

 

 

 

 

30VND zwar hat Gott die zeit der vn­wi­ſſen­heit vberſehen / Nu aber gebeut er allen Men­ſchen / an allen Enden / buſ­ſe zu thun / 31Da­r­umb / das er einen tag geſetzt hat / auff welchen er richten wil den kreis des Erdboden / mit gerechtigkeit / Durch einen Man / in wel­chem ers beſchloſſen hat / vnd jederman furhelt den glauben / nach dem er jn hat von den Todten aufferweckt.

 

 

 

 

 

 

 

DA ſie hö­re­ten die auff­er­ſte­hung der Todten / Da hattens etliche jren ſpot / Etliche aber ſpra­chen / Wir wollen dich dauon weiter hören. 33Al­ſo gieng Paulus von jnen. 34Etliche Menner aber hiengen jm an / vnd wurden gleubig / Vnter welchen war Dionyſius / einer aus dem Rat / vnd ein weib mit namen Damaris / vnd andere mit jnen.

 

 

 

 

(Gleubig)

On Ge­ſetz vnd werck / Denn ſie waren ja Heiden.

 

 

 

LESUNG UND PREDIGTTEXT

Lektion Altes Testament

Buch der Sprüche Salomos

Spr 16,1-9

REIHE

AT

 

Biblia

 

 

 

 

Die Sprücĥe Salomo.

 

C. XVI.

 

 

Aus dem Abschnitt:

Salomos Lehren von Weisheit und Frömmigkeit

Verse 1 - 9

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DEr Menſch ſetzt jm wol­fur im her­tzen / Aber vom H  E  R  R  N kompt was die zunge reden ſol.

2Ein jg­li­chen düncken ſei­ne wege rein ſein / Aber allein der HERR macht das hertz gewis.

3Befilh dem HER­RN deine werck / So wer­den deine an­ſchle­ge fort gehen.

4Der HERR macht alles vmb ſein ſelbs willen / Auch den Gott­lo­ſen zum bö­ſen ta­ge.

5Ein ſtoltz Hertz iſt dem HER­RN ein grewel / Vnd wird nicht vngeſtrafft bleiben / wenn ſie ſich gleich alle an einander hengen.

(Verſünet)

Bey Gott vnd Men­ſchen / Denn Gott wen­det die ſtraf­fe / vnd Men­ſchen wer­den freun­de da­durch.

 

 

 

 

6Durch güte vnd trew wird Mi­ſſe­that verſünet / Vnd durch die furcht des HER­RN meidet man das Bö­ſe.

7Wenn jemands wege dem HER­RN wolgefallen / So macht er auch ſei­ne Feinde mit jm zu frie­den.

8Es iſt be­ſſer wenig mit gerechtigkeit / Denn viel einkomens mit vnrecht.

9Des Men­ſchen hertz ſchlehet ſei­nen weg an / Aber der HERR allein gibt / das er fort gehe.

 

 

 

   Hörbuch-Videos

Die Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Mt 13,44-46

Das Video zeigt den Text aus der Luther­bi­bel von 1545, in dem Je­sus die Gleich­nis­se vom Schatz im Acker und von der kost­ba­ren Per­le er­zählt, vor­ge­le­sen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Men­ſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Der Rück­blick auf die Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te zeigt auf, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Tex­te in evan­ge­li­schen Got­tes­diens­ten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te.

Wir be­schrän­ken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jah­ren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch wa­ren.

Durch die neue Ord­nung für die Ver­wen­dung von Sprü­chen, Psal­men, Bi­bel­tex­ten und Lie­dern in Got­tes­diens­ten sind die al­ten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

Wir möch­ten Sie da­her er­mun­tern, die in al­ter Zeit ver­wen­de­ten Pe­ri­ko­pen zu be­trach­ten. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfar­rer vor Hun­der­ten von Jah­ren in Got­tes­dienst und Pre­digt stütz­ten, auch noch heu­te ak­tu­ell ist. Ak­tu­ell für Sie ganz per­sön­lich.

 

Biblia 1545

Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel ist auf un­se­ren Sei­ten in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 

 

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