Bußtag | Mittwoch, 19. November 1952

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Titel: Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
19.11.1952 | Bußtag
Mittwoch
 

Kirchenjahr 1951/1952

Bußtag

 

 
Gesetzlicher Feiertag

→Gesetzlicher Feiertag
in einzelnen Ländern der Bundesrepublik Deutschland

 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

 
Bewegliches Datum
der Bußtag liegt<br>zwischen dem 16. November und dem 22. November eines Jahres
  • Bußtag
  • immer ein Mittwoch
  • eineinhalb Wochen vor dem →1. Advent
  • abhängig vom Wochentag, auf den der →1. Weihnachtstag fällt
  • der Bußtag liegt
    zwischen dem 16. November und dem 22. November eines Jahres
 
Symbol: Abstand zum Christfest
 
Gesetzlicher Feiertag
Berlin (BE) Baden-Württemberg (BW) Bayern (BY) Bremen (HB) Hessen (HE) Hamburg (HH) Niedersachsen (NI) Nordrhein-Westfalen (NW) Rheinland-Pfalz (RP) Schleswig-Holstein (SH)                                          
Deutschland (DE)

Der Buß- und Bettag ist im Jahr 1952 →gesetzlicher Feiertag
in allen 10 Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland (DE).

In Bayern galt der Feiertag jedoch nur für Gemeinden mit mehr evangelischer als katholischer Bevölkerung.

 
Alternativer Artikel zum Bußtag

A
llgemeine Informationen und Gedanken zu diesem Tag finden Sie in diesem Artikel:  

Titel

Buß- und Bettag 1952

Martin Luther forderte in seinen 95 Thesen zur Buße auf. Zum Buß- und Bettag gehört die Erinnerung an dieses evangelische Grundverständnis.

Mehr darüber in diesem Artikel.
Titel Gottesdienstliche Ordnung
Symbol Evangelisch
 

Der evangelische

Bußtag

Gottesdienstliche Ordnung

 
 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 

Nach der Textordnung der Eisenacher Konferenz

 

in unierten und reformierte Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1977/1978

in lutherischen Landeskirchen gültig in den Jahren 1898/1899 bis 1951/1952 bzw. 1956/1957

 

Thema des Sonntags

( nach dem Evangeliumstext Lk 13,1-9 )

 

Bußpredigt Jeſu über den Untergang der Galiläer.
Gleichnis vom Feigenbaum

 

 

Spruch und Psalm

 
Pſalm
130
 

Psalm für den Tag

 
 

→Psalm 130

 

Hinweis: Es gilt der Wochenspruch des vorgehenden Sonntags.

 

Lied für den Tag

EG alt EG neu Titel
195 EG 299 Aus tiefer Not ſchrei ich zu dir
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 
 

Die biblischen Texte für Lesung und Predigt

 
Reihe Inhalt Text für die Predigt
Reihe I:
altkirchliche Reihe
 
Epistel VerweisRom 2,1-11
Evangelium VerweisLk 13,1-9
Reihe II  2. Epistel VerweisHebr 12,12-17
2. Evangelium VerweisMt 11,16-24
alttestamentliche Reihe Alttestamentliche Perikope VerweisPs 130
     

Aufbau der Leseordnung

Die Eisenacher Konferenz (eine Konferenz der evangelischen Landeskirchen Deutschlands) erarbeitete in den Jahren von 1888 bis 1896 eine Perikopenordnung für die evangelischen Kirchen. Sie verstand die altkirchlichen Perikopen (Epistel und Evangelium) als eine erste Reihe und fügte ihnen in einer zweiten Reihe einen zweiten Text aus den Episteln und einen zweiten Text aus den Evangelien hinzu. Die große Besonderheit dieser Ordnung war die Einführung einer dritten, alttestamentlichen Reihe, die für jeden Sonntag des Kirchenjahres erstmals einen alttestamentlichen Text bot. Die Verwendung dieser Perikopen geschah nicht einheitlich. Gedacht waren sie dazu, sie wechselweise im Gottesdienst zu verwenden, so innerhalb einer Folge von vier Jahren:

  • im 1. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 2. Jahr: zweites Evangelium und Lektion Altes Testament
  • im 3. Jahr: altkirchliches Evangelium und altkirchliche Epistel
  • im 4. Jahr: zweites Evangelium und zweite Epistel

Damit ergab sich für die Lesungen ein Zyklus von vier Jahren und für die Predigt, die sich jeweils auf die Evangelienperikope stützt, ein Zyklus von zwei Jahren.

 

 

Die evangelische Kirche Württembergs

Die evangelische Kirche Württembergs nutze in dieser Zeit eine Perikopenordnung, die sich auf einen Dreijahreszyklus stützte. Über die drei Jahrgänge hinweg fanden sich die Perikopen wie hier genannt, allerdings in anderer Anordnung und ergänzt um weitere Perikopen, die weder in altkirchlichen Ordnungen noch in der neuen Eisenacher Ordnung bekannt waren.

Diese Ordnung der evangelischen Kirche Württembergs ist derzeit hier nicht wiedergegeben.

 

Geschichtliche Anmerkungen: Die Eisenacher Perikopen in Zeiten des Umbruchs

  • In den Jahren des nationalsozialistischen Regimes gab es im Zusammenhang mit der brachialen antisemitischen Ausrichtung in Politik und Gesellschaft in den evangelischen Kirchen regional Intentionen, die alttestamentliche Reihe abzuschaffen und die anderen Reihen im Sinne einer Staatsräson zu korrigieren. Dieses Ansinnen wirkte trotz einer Bekennenden Kirche vereinzelt bis weit die Zeit nach dem 2. Weltkrieg nach.
  • Auch nach der Vereinigung von Landeskirchen wie der Gründung von VELKD und EKD blieben die Ordnungen der Predigttexte den Synoden der Landeskirchen unterworfen und entwickelten sich somit zunehmend uneinheitlich.
  • Dies hatte zur Folge, dass es in den Jahren zwischen etwa 1950 und 1958 speziell in den lutherischen Landeskirchen auf der Suche nach einem neuen evangelischen Gottesdienst- und Predigtverständnisses zahlreiche unterschiedliche Perikopenordnungen gab. Die Fülle von kleinen Änderungen und großen Erprobungen im Rahmen der Vorbereitung einer einschneidenden Revision (wie der Einführung eines Sechs-Reihen-Modells, erprobt ab 1952/1953) ist hier nicht darstellbar.
  • Ab dem Jahr 1957/1958, spätestens ab 1960/1961 galt dann in den meisten evangelisch-lutherischen Kirchen eine neue Perikopenordnung auf Basis von sechs Reihen, weil sich nun erstmals nach Eisenach über Jahre hinweg eine landeskirchlich übergreifende und unabhängige Konferenz (Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands) mit liturgisch-homiletischen Fragen beschäftigte und 1957 Antworten in Form einer "Ordnung der Predigttexte" vorlegte.
  • Doch die Entscheidungshoheit oblag nach wie vor den landeskirchlichen Synoden. Überwiegend unierte und reformierte Landeskirchen nutzten die hier vorliegende Ordnung der Predigttexte nach dem Eisenacher Schema weiterhin bis 1977/1978 oder auch darüber hinaus.
  • Bis heute gilt in manchen evangelischen Kirchen und Freikirchen eine Ordnung auf Grundlage der Eisenacher Perikopen im vierjährigen Zyklus.

 

HERR thu meine Lipppen auff

Das mein Mund deinen Rhum verkündige.

→Psalm 51,17

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Wir beschränken uns in den weit zu­rück­lie­gen­den Jahren auf Pe­ri­ko­pen­ord­nun­gen, die über­wie­gend in Ge­brauch oder empfoh­len wa­ren.

Zu bedenken ist, dass es zu keiner Zeit (und das bis heute) eine ein­heit­li­che evan­ge­li­sche Kir­che in Deutsch­land gab. Das führte zu zahl­rei­chen Ord­nun­gen ver­schie­de­ner Landes-, Gebiets- und Frei­kir­chen, die neben­ein­an­der be­stan­den. Das schlug sich nie­der in de­ren Ge­stal­tung der Gottes­dienste.

Durch den Rückblick ist zu­min­dest sche­men­haft er­kenn­bar, wie sich die Ver­wen­dung der bib­li­schen Texte in evan­ge­li­schen Gottes­diensten im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te. Dies er­laubt auch Rück­schlüsse auf jene Zeit und auf die Men­schen, die als Gottes­dienst­be­su­cher Em­pfän­ger der bib­li­schen Bot­schaften waren.

Dadurch, dass es in­zwischen neue Ord­nun­gen für die Ver­wen­dung von Sprüchen, Psalmen, Bibel­texten und Lie­dern gibt, sind die alten Ord­nun­gen zwar li­tur­gisch über­holt, aber in­halt­lich des­we­gen kei­nes­wegs falsch.

 

Selbst lesen, selbst urteilen

Wir möchten Sie daher aus­drück­lich da­zu er­mun­tern, die in alter Zeit ver­wen­de­ten Text­stellen ein­mal in Ihrer Bibel zu lesen und sie auf diese Weise in Ihre per­sön­liche Ge­gen­wart zu holen. Nur so kön­nen Sie er­grün­den, ob das, wo­rauf sich Pfarrer vor hun­der­ten von Jahren in Gottes­dienst und Pre­digt stützen, auch noch heute aktu­ell ist. Aktu­ell für Sie ganz per­sönlich.

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Luther­bi­bel auf die­ser Sei­te ist in An­leh­nung an das Druck­bild des Ori­gi­nals von 1545 wie­der­ge­ge­ben.

Den Sei­ten­auf­bau, die ver­wen­de­ten Schrif­ten, die Schreib­re­geln der Frak­tur­schrift und Luthers In­ten­tio­nen, mit der Ty­po­gra­fie Le­se­hil­fen be­reit­zu­stel­len, er­läu­tert dem in­ter­es­sier­ten Le­ser un­ser Ar­ti­kel »Satz und Ty­po­gra­fie der Luther­bi­bel von 1545«.

 
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