Luciatag

Sonntag, 13. Dezember 2026

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

13.12.2026 | Luciatag
Sonntag
 

Luciatag

 
Symbol

Odilia

(† 720 im Kloster Niedermünster beim Odilienberg)

Symbol

Christian Fürchtegott Gellert

(† 13. Dezember 1769 in Leipzig)

Symbol

Tag der hl. Lucia

Symbol

Luciafeste

Traditionelles Brauchtum in Skandinavien

 

Festes Datum
Barbaratag am 4. Dezember
 
  • Der Tag der hl. Lucia ist immer der 13. De­zem­ber eines Jahres.

 

Evangelische Fahne

Das Gedenken im evangelischen Kirchenjahr

Symbol Evangelisch

 

1 Kein Gedenktag der Heiligen Lucia

Die evangelischen Kirchen praktizieren keine Hei­lig­spre­chun­gen und leh­nen die Hei­li­gen­ver­eh­rung ab. Auch Not­hel­fer, die im Ge­bet um Schutz und Hilfe an­ge­ru­fen wer­den, gibt es nicht.

Es gibt da­her kei­nen Ge­denk­tag für Lucia von Syrakus im li­tur­gi­schen Kir­chen­ka­len­der. Das Ge­den­ken wird nicht mit ei­nem Got­tes­dienst be­gan­gen.

Auch im evangelischen Namen­ka­len­der ist Lu­cia nicht auf­ge­führt. 1

Somit ist Lucia im evan­ge­lisch-kirch­li­chen Deutsch­land prak­tisch nicht prä­sent. 2

 

Anmerkungen:

1 Der evangelische Namenkalender weist Per­so­nen aus, die durch ei­ne stand­haf­te christ­li­che Hal­tung, durch he­r­aus­ra­gen­de Ta­ten oder durch ihr Le­bens­werk als Vor­bil­der im Glau­ben gel­ten sol­len. Die Er­in­ne­rung an die mit ih­nen ver­bun­de­nen Ge­schich­ten soll nicht in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten.

Die einzigen Einträge zum 13. Dezember sind oben im Kopf­teil der Sei­te an­ge­ge­ben: Odi­lia († 720 im Klos­ter Nie­der­müns­ter beim Odi­li­en­berg) und Chris­ti­an Fürch­te­gott Gel­lert († 13. De­zem­ber 1769 in Leip­zig)

2 Zwar gibt Wikipedia an, dass Lucia in »der evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land [EKD] als Hei­li­ge ver­ehrt« wür­de (s. Artikel follow link Lucia von Syrakus), doch das ist m. E. falsch. Bis auf we­ni­ge re­gi­o­na­le Bräu­che, die wohl al­le ka­tho­li­schen Ge­mein­den zu­zu­ord­nen sind, gibt es kei­ne Hin­wei­se auf Ver­eh­rung der Lu­cia im evan­ge­li­schen Deutsch­land als Hei­li­ge.

Die Tatsache, dass Lucia auf der Seite der EKD er­wähnt wird, ist kein In­diz für Hei­li­gen­ver­eh­rung, son­dern nur eine Re­fle­xi­on zur Ge­gen­wart der evan­ge­lisch-lu­the­ri­schen Bräu­che der Lu­cia­fes­te in Schwe­den, die aber auch dort nur kirch­lich be­glei­te­tes Volks­brauch­tum sind und kein kirch­li­ches Ge­denk­fest dar­stel­len.

 

Hintergründig

Hintergründig

Die Legende der Lucia von Syrakus

Die hl. Lucia in der Prozession der Märtyrerinnen | Foto: Wikipedia / The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH, Lizenz: Nutzungserlaubnis von DIRECTMEDIA Publishing GmbH

Abbildung: Die hl. Lucia (Vierte von links), Ausschnitt des Mosaiks, das die Pozession der 22 Märtyrerinnen zeigt;
San Apollinare Nuovo in Ravenna, Ende 6. Jahrhundert

Foto: The Yorck Project (2002) 10.000 Meisterwerke der Malerei (DVD-ROM), distributed by DIRECTMEDIA Publishing GmbH, Published by Wipedia,
Lizenz: Wikipedia, Nutzungserlaubnis von DIRECTMEDIA Publishing GmbH

 

Die christliche Märtyrerin

Die Legende beschreibt Lu­cia als Toch­ter ei­nes Kauf­manns aus Sy­ra­kus (heu­ti­ges Sy­ra­cu­sa auf der ita­li­e­ni­schen In­sel Si­zi­lien).

 

 

Symbol Brauchtum

Brauchtum

Brauchtum zum

Luciatag

 

Das Luciafest

In Deutschland bekannt ist, dass der Ge­dächt­nis­tag zu Eh­ren der hei­li­gen Lu­cia in Schwe­den mit dem Lu­cia­fest, ei­nem Lich­ter­fest, be­gan­gen wird.

In einigen wenigen eu­ro­pä­i­schen Län­dern oder Städ­ten fin­den Lich­ter­fes­te oder Pro­zes­si­o­nen zu Eh­ren der hei­li­gen Lu­cia statt, so selbst­ver­ständ­lich in Sy­ra­cu­sa auf Si­zi­li­en.

Im evangelischen Deutschland ist kei­ner­lei Brauch­tum be­kannt.

Im katholischen Deutschland gibt es vor allem im süd­deut­schen Raum ver­ein­zelt Volks­brauch­tum zum Lu­cia­tag, das sich aller­dings längst von kirch­li­chen Bräu­chen ent­kop­pelt hat. Denn die ka­tho­li­sche Kir­che be­geht den Lucia­tag in Deutsch­land of­fi­zi­ell nicht mit be­son­de­ren Fei­er­lich­kei­ten.

 

Katholische Kirche

Das Gedenken in der katholischen Kirche

 

Die heilige Lucia

 

1 Eine Schutzheilige in der katholischen Kirche

Die heilige Lucia gilt als Pa­tro­nin et­li­cher Hand­werks­be­ru­fe wie Kut­scher, Satt­ler, Gla­ser, Op­ti­ker, Schnei­der oder We­ber, aber auch der Bau­ern, Haus­meis­ter, No­ta­re und Schrift­stel­ler.

Sie wird angerufen gegen Armut und Feuer, so­wie ge­gen Krank­hei­ten wie Au­gen­lei­den, Hals­schmer­zen, Darm­er­kran­kun­gen und Blut­fluss.

Lucia ist die Stadtheilige von Sy­ra­kus und Ve­ne­dig, von Man­tua in Ober­ita­li­en und To­le­do in Spa­ni­en. Lucia ist wie Bar­ba­ra und Odi­lia eine der Licht­hei­li­gen der Ad­vents­zeit.

In Deutschland tritt sie fast nur noch als Na­mens­pa­tro­nin in Er­schei­nung.

 

 

2 Reliquienverehrung

Nach einer Überlieferung wurden die Re­li­qui­en am Be­ginn des 8. Jahr­hun­derts von Fa­ro­ald II., Her­zog von Spo­le­to (703 – 720), nach Cor­fi­ni­um in den Abruzzen (heu­te: Cor­fi­nio) eva­ku­iert. Von dort hol­te sie Bi­schof Theo­der­ich von Metz (Frank­reich) sie im Jahr 970 nach Metz, wo sie im Vin­zenz­klos­ter ver­wahrt wer­den.

Nach einer anderen Über­lie­fe­rung ge­lang­ten die Re­li­qui­en im Jahr 1038 nach By­zanz, als die By­zan­ti­ner ver­such­ten, die im Jahr 878 von den Sa­ra­ze­nen er­ober­te und zer­stör­te Stadt zu­rück­zu­er­obern.

Im Jahr 1204 wurden die Re­li­qui­en im 4. Kreuz­zug von By­zanz nach Ve­ne­dig ver­schleppt. Dort wur­den Sie zu­nächst in der Kir­che San­ta Lu­cia auf­be­wahrt, die 1861 für den Bau ei­nes Bahn­hofs ent­weiht und ab­ge­ris­sen wurde. Die Reliquien wurden im Zu­ge der Ar­bei­ten in die Pfarr­kir­che San Ge­re­mia in der Alt­stadt Ve­ne­digs über­führt, wo sie seit­her ru­hen.

An dieser Kirche be­fin­det sich die In­schrift: »Lu­cia Ver­gi­ne di Si­ra­cu­sa in ques­to tem­pio ri­po­sa. All’Ita­lia e al Mon­do is­pi­ri lu­ce e pa­ce.« (dt.: »In die­sem Tem­pel ruht die Jung­frau Lu­cia von Sy­ra­cus. Sie brin­ge Ita­li­en und der Welt Licht und Frie­den.«).

Symbol Evangelisch

Die evangelischen Kirchen und die Heiligen

Dr. Martin Luther hatte bereits früh die Heiligenverehrung abgelehnt. In seiner → Gottesdienstordnung für die Gemeinden aus dem Jahr 1523 erklärte er, warum die Heiligenfeste im Kirchenjahr nicht begangen werden sollen.

Die evangelischen Kirchen kennen daher keine Heiligen im Sinne der römisch-katholischen Kirche. Für sie sind Heiligsprechungen (Kanonisationen), die vom Papst vorgenommen wurden oder werden, nicht bindend. Sie nehmen selbst keine Heiligsprechungen vor. Sie kennen weder Schutzheilige (Patrone) noch die Anrufung oder gar die Anbetung von Heiligen.

Zwar kennen die evangelischen Kirchen einen »Gedenktag der Heiligen« (1. November), doch meinen sie damit nicht eine herausragende Stellung von Personen in der Gemeinschaft der Christen, sondern das Beispiel ihres außergewöhnlichen Handelns aus der Kraft des Glaubens heraus. So finden sich im evangelischen Kirchenkalender die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger weniger Märtyrer der frühen Zeit stellvertretend für Taten und Leben von Christen. Sie dienen als Vorbild und Beispiel für heutige Christen, wie es in der »Confessio Augustana«, dem Augsburgischen Bekenntnis der Reformatoren, 1530 formuliert worden ist:

 

Confessio Augustana

ARTIKEL 21: DIE VEREHRUNG VON HEILIGEN

Über die Verehrung von Heiligen lehren wir Folgendes: Man kann sich an Heilige erinnern, um ihrem Glauben nachzueifern. Man kann sich auch die guten Werke der Heiligen zum Vorbild nehmen; das soll entsprechend der jeweiligen gesellschaftlichen Stellung geschehen. [...] Aber die Heilige Schrift lehrt nicht, dass wir Heilige anrufen oder von ihnen Hilfe erbitten sollen, sondern sie stellt uns allein Christus hin als Mittler, Sühneopfer, Priester und Fürsprecher. Der soll angerufen werden, und er hat versprochen, dass er unsere Bitten erhören wird. Wenn wir ihn in allen Nöten anrufen, dann gefällt ihm das sehr. Im 1. Johannesbrief steht: »Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.« (→1. Joh. 2,1).

 

Text der Confessio Augustana nach der lateinischen Fassung. Ausgelassen ([...]) ist ein an Kaiser Karl V. gerichtetes Handlungsbeispiel aus jener Zeit, womit ihn die Protestanten auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 beim Verlesen des Bekenntnisses direkt adressierten, das aber inhaltlich zum Bekenntnis nichts beiträgt.

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SK Version 19.06.2026  

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Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit, in Zeiten mit gesetzlicher Sommerzeitregelung nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
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