Barbaratag

Freitag, 4. Dezember 2026

Symbol Tag

Der Tag im Jahreskalender

4.12.2026 | Barbaratag
Freitag
 

Barbaratag

 
Symbol

Barbara von Nikomedien

(† der Legende nach um 306)

Symbol

Tag der hl. Barbara

Symbol

Traditionelles Brauchtum

Schnei­den der Barabarazweige

 

Kalenderblätter

 

Festes Datum
Barbaratag am 4. Dezember
 
  • Der Barbaratag ist immer der 4. De­zem­ber eines Jahres.

 

Hintergründig

Hintergründig

Die Legende der Barbara von Nikomedien

 

Die christliche Märtyrerin

Die Legende beschreibt Barbara als Tochter des Kauf­manns Di­os­cu­ros aus Ni­ko­me­di­en (heu­ti­ges Iz­mit, Tür­kei). Bar­ba­ra leb­te et­wa um das Jahr 300 n. Chr. Zu je­ner Zeit war die christ­li­che Re­li­gi­on in Ni­ko­me­di­en nicht ge­dul­det. Da­mals soll sich der Über­lie­fe­rung nach fol­gen­de Ge­schich­te zu­ge­tra­gen ha­ben 1.

 

Dioscuros, Barbaras Vater, plante, seine Tochter mit ei­nem jun­gen Mann zu ver­hei­ra­ten, der um ihre Hand an­hielt. Wäh­rend sei­ner Rei­sen sperr­te der Va­ter Bar­ba­ra stets in ei­nen Turm, um ih­re Un­schuld zu be­wah­ren. Die­ser Turm hat­te zwei Fens­ter.

Zurückgekehrt von einer seiner Reisen fand Di­os­cu­ros ein drit­tes Turm­fens­ter vor. Bar­ba­ra hat­te sich von ei­nem als Arzt ver­klei­de­ten Pries­ter tau­fen und als Sym­bol der Drei­fal­tig­keit die­ses Fens­ter ein­bau­en las­sen.

Der Va­ter erzürnte maßlos da­r­ü­ber. Er muss­te er­ken­nen, dass sich sei­ne Toch­ter der christ­li­chen Be­we­gung an­ge­schlos­sen hat­te. Sie ver­wei­ger­te die Ehe mit ei­nem Mann, der kein Christ war. Bar­ba­ra wur­de da­rauf­hin an­ge­klagt, ver­höhnt, ge­fol­tert und zum To­de ver­ur­teilt.

Ein Kirschbaumzweig hatte sich in ihrem Kleid ver­fan­gen, als man sie in den Ker­ker führ­te. Die­sen Zweig soll sie im Ker­ker mit Was­ser aus ihrem Trink­napf be­netzt ha­ben. Am Tag ihres Mar­ty­ri­ums (ver­mut­lich mit­ten im Win­ter des Jah­res 306) soll der Zweig er­blüht sein.

In seinem Zorn hatte der Va­ter die Hin­rich­tung per­sön­lich vor­ge­nom­men. Gleich da­nach, auf dem Rück­weg vom Richt­platz, soll er vom Blitz er­schla­gen wor­den sein.

 

Anmerkung:

1 Die Legende ist zwar wahrscheinlich schon vor dem 7. Jahr­hun­dert im klein­asi­a­ti­schen, by­zan­ti­ni­schen Raum ent­stan­den, doch sie fand erst lang­sam nach Mit­tel­eu­ro­pa. Die um­fäng­li­che Le­gen­den­samm­lung des Do­mi­ni­ka­ners Ja­co­bus de Voragine (1228/29–1298), die »Le­gan­da Au­rea« (das gol­de­ne Le­gen­den­buch) kennt die Le­gen­de noch nicht. Sie wur­de erst et­wa zu Be­ginn des 16. Jahr­hun­derts in der Le­gen­den­sam­mlung der Hei­li­gen und Mär­ty­rer er­gänzt.

Unsere Kurzfassung konzentriert sich auf die we­sent­li­chen As­pek­te. Selbst­ver­ständ­lich ist die Le­gen­de, wie sie im spä­ten Mit­tel­al­ter kur­sier­te, weit aus um­fäng­li­cher und de­tail­rei­cher for­mu­liert.

 

Symbol Brauchtum

Brauchtum

Brauchtum zum

Barbaratag

Kirschblüten – wer­den sie Weihnachten erblühen? | Foto: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz: CC BY-SA

Abbildung: Kirschblüten – wer­den sie Weihnachten erblühen?
Foto: © Reiner Makohl

 

Die Barbarazweige

Der Ge­dächt­nis­tag zu Eh­ren der hei­li­gen Bar­ba­ra ist mit ei­nem hüb­schen Brauch ver­bun­den, dem Schnei­den und Auf­stel­len der Bar­ba­ra-Zwei­ge.

So soll man an diesem Tag Zwei­ge vom Kirsch­baum oder Ap­fel­baum, vom For­sy­thien­busch oder Weiß­dorn schnei­den, sie über Nacht in hand­war­mes Was­ser le­gen und dann in ei­ne Va­se na­he ei­ner Hei­zung stel­len.

Wem dann an Weihnachten diese Bar­ba­ra-Zwei­ge er­blü­hen, dem soll be­son­de­res Glück für das fol­gen­de Jahr be­schie­den sein – so die ka­tho­li­sche Über­lie­fe­rung.

 

Katholische Kirche

Das Gedenken in der katholischen Kirche

 

Die heilige Barbara

 

1 Eine Schutzheilige in der katholischen Kirche

Die heilige Barbara ist im 3. Jahrhundert als Mär­ty­re­rin in Ni­ko­me­di­en in Klein­asi­en ge­stor­ben.

In der katholischen Kirche ist sie ei­ne von 14 Not­hel­fern. Sie gilt als Pa­tro­nin der Ge­o­lo­gen, der Berg­leu­te, der Ar­chi­tek­ten, der Glöck­ner, der Hel­fer des Tech­ni­schen Hilfs­wer­kes (THW), der Schle­si­er, der Ge­fan­ge­nen und der Ster­ben­den. Sie ist Hel­fe­rin ge­gen Blitz­ein­schlag und Feu­er und Hel­fe­rin der Ar­til­le­rie.

 

2 Reliquienverehrung

Die Reliquien der hei­li­gen Bar­ba­ra wer­den im Klos­ter S. Gio­van­ni Evan­ge­lis­ta auf der In­sel Tor­cel­lo (in der La­gu­ne von Ve­ne­dig) ver­wahrt.

 

Evangelische Fahne

Das Gedenken im evangelischen Kirchenjahr

Symbol Evangelisch

 

Barbara von Nikomedien

4. Dezember

 

1 Keine Anbetung der Heiligen

Die evangelischen Kirchen praktizieren keine Hei­lig­spre­chun­gen und leh­nen die Hei­li­gen­ver­eh­rung ab. Auch Not­hel­fer, die im Ge­bet um Schutz und Hilfe an­ge­ru­fen wer­den, gibt es nicht. Es gibt da­her kei­nen Ge­denk­tag für Bar­ba­ra im li­tur­gi­schen Kir­chen­ka­len­der. Das Ge­den­ken wird nicht mit ei­nem Got­tes­dienst be­gan­gen.

 

Symbol2 Der Gedenktag im Namenkalender

Allerdings ist Barbara von Nikomedien unter dem 4. De­zem­ber im evan­ge­li­schen Na­men­ka­len­der auf­ge­führt. Der Na­men­ka­len­der weist Per­so­nen aus, die durch ei­ne stand­haf­te christ­li­che Hal­tung, durch he­r­aus­ra­gen­de Ta­ten oder durch ihr Le­bens­werk als Vor­bil­der im Glau­ben gel­ten sol­len. Die Er­in­ne­rung an sie und die mit ih­nen ver­bun­de­nen Ge­schich­ten soll nicht in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten.

Zu diesem Kreis gehören die Märtyrer der frü­hen Kir­che, wie Barbara von Nikomedien.

 

3 Schmückende Barbarazweige

Der Brauch des Schneidens und Auf­stel­lens der »Bar­ba­ra­zwei­ge« wird ganz si­cher auch von et­li­chen evan­ge­li­schen Fa­mi­li­en ge­pflegt, doch eher als bür­ger­li­ches Brauch­tum und ohne den Aber­glau­ben der Glücks­ver­hei­ßung, der Bar­ba­ra als Schutz­pa­tro­nin vor­aus­set­zen würde.

Blüten, die sich aus abgeschnittenen Zweigen entfalten, sind be­lieb­ter Raum­schmuck im Win­ter. Die Flo­ris­ten set­zen al­ler­dings auf gan­ze Pflan­zen, die sich in war­men Wohn­zim­mern im Win­ter aus ei­ner Zwie­bel ent­wi­ckeln und in vol­ler Pracht er­blü­hen. Der Rit­ter­stern (Ama­ryl­lis­ge­wächs) ist ei­ne be­lieb­te Deko zu Weih­nach­ten und läuft den Bar­ba­ra­zwei­gen längst den Rang ab.

 

Symbol Evangelisch

Die evangelischen Kirchen und die Heiligen

Dr. Martin Luther hatte bereits früh die Heiligenverehrung abgelehnt. In seiner → Gottesdienstordnung für die Gemeinden aus dem Jahr 1523 erklärte er, warum die Heiligenfeste im Kirchenjahr nicht begangen werden sollen.

Die evangelischen Kirchen kennen daher keine Heiligen im Sinne der römisch-katholischen Kirche. Für sie sind Heiligsprechungen (Kanonisationen), die vom Papst vorgenommen wurden oder werden, nicht bindend. Sie nehmen selbst keine Heiligsprechungen vor. Sie kennen weder Schutzheilige (Patrone) noch die Anrufung oder gar die Anbetung von Heiligen.

Zwar kennen die evangelischen Kirchen einen »Gedenktag der Heiligen« (1. November), doch meinen sie damit nicht eine herausragende Stellung von Personen in der Gemeinschaft der Christen, sondern das Beispiel ihres außergewöhnlichen Handelns aus der Kraft des Glaubens heraus. So finden sich im evangelischen Kirchenkalender die Namen der Evangelisten, der Apostel und einiger weniger Märtyrer der frühen Zeit stellvertretend für Taten und Leben von Christen. Sie dienen als Vorbild und Beispiel für heutige Christen, wie es in der »Confessio Augustana«, dem Augsburgischen Bekenntnis der Reformatoren, 1530 formuliert worden ist:

 

Confessio Augustana

ARTIKEL 21: DIE VEREHRUNG VON HEILIGEN

Über die Verehrung von Heiligen lehren wir Folgendes: Man kann sich an Heilige erinnern, um ihrem Glauben nachzueifern. Man kann sich auch die guten Werke der Heiligen zum Vorbild nehmen; das soll entsprechend der jeweiligen gesellschaftlichen Stellung geschehen. [...] Aber die Heilige Schrift lehrt nicht, dass wir Heilige anrufen oder von ihnen Hilfe erbitten sollen, sondern sie stellt uns allein Christus hin als Mittler, Sühneopfer, Priester und Fürsprecher. Der soll angerufen werden, und er hat versprochen, dass er unsere Bitten erhören wird. Wenn wir ihn in allen Nöten anrufen, dann gefällt ihm das sehr. Im 1. Johannesbrief steht: »Wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, der gerecht ist.« (→1. Joh. 2,1).

 

Text der Confessio Augustana nach der lateinischen Fassung. Ausgelassen ([...]) ist ein an Kaiser Karl V. gerichtetes Handlungsbeispiel aus jener Zeit, womit ihn die Protestanten auf dem Augsburger Reichstag am 25. Juni 1530 beim Verlesen des Bekenntnisses direkt adressierten, das aber inhaltlich zum Bekenntnis nichts beiträgt.

Text | Grafik | Webdesign | Layout:

©by Reiner Makohl | Stilkunst.de

SK Version 19.06.2026  

Daten der Bundesrepublik Deutschland, Mitglied der Europäischen Union

 
Die Kalenderangaben beziehen sich ab dem Jahr 1949 auf Kalender der Bundesrepublik Deutschland (DE).
Die Datums- und Zeitangaben gelten nach Mitteleuropäischer Zeit, in Zeiten mit gesetzlicher Sommerzeitregelung nach Mitteleuropäischer Sommerzeit (→MEZ/MESZ | CET/CEST).
Fehler und Irrtümer sind nicht ausgeschlossen. Alle Angaben →ohne Gewähr.