17. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
8.10.2017 | 17. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

17. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Regeln

Fällt der →Tag des Erzengels Michael und aller Engel (29. September) auf diesen Sonntag oder auf einen Tag der folgenden Woche, dann wird der 17. Sonntag nach Trinitatis als Tag des Erzengels Michael und aller Engel gefeiert.

Fällt der →Tag des Apostels und Evangelisten Matthäus (21. September) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (22. - 27. September) oder am Vortag (20. September) begangen werden.

Fiel →Ostersonntag auf die Zeit zwischen dem 9. und dem 15. April, dann ist an diesem Sonntag in der Regel →Erntedanktag.

 

Wirkung in 2017

- keine -

 
 17. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 17. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Der 17. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>13. September und dem 17. Oktober eines Jahres.
  • 17. Sonntag nach Trinitatis
  • 25. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 17. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    13. September und dem 17. Oktober eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 175 Tage nach Ostern
  • am 176. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

17. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

17. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 17. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

17. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Vnſer Glaube iſt der Sieg / der die welt vberwunden hat.

→1Joh 5,4c

Pſalm
25
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Vnſer Glaube iſt der Sieg / der die welt vberwunden hat.

→1Joh 5,4c

Pſalm
138
 

Psalm für die Woche

 
 

→Psalm 138

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 346 Such, wer da will, ein ander Ziel A EG 346 Such, wer da will, ein ander Ziel
B EG 197 Herr, öffne mir die Herzenstür
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

17. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextMt 15,21-28 Mt 15,21-28
Epistel Zum TextRom 10,9-17(18) Rom 10,9-17(18)
Altes Testament Zum TextJes 49,1-6 Jes 49,1-6
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 8.10.2017 Zum TextMk 9,17-27
IV 23.9.2018 Zum TextJes 49,1-6
V 13.10.2019 Rom 10,9-17(18)
VI 4.10.2020 Jes 49,1-6
I 26.9.2021 Mk 9,17-27
II 9.10.2022 Gal 3,26-29
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum Text1Mos 6,9-22M1Mos 6,9-22
MZum Text1Mos 32,23-32MHebr 11,1-3
MZum TextHebr 11,1-3
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mt 15,21-28

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XV.

 

 

Verse 21-28

Die kanaanäiſche Frau
Heilungen

|| →Mk 7,24-30

Mar. 7.

VND Jheſus gieng aus von dannen / vnd entweich in die gegend Tyro vnd Sidon / 22Vnd ſihe / ein Cananeiſch weib gieng aus derſelbigen grentze vnd ſchrey jm nach vnd ſprach / AH HErr / don ſon Dauid / erbarm dich mein / Meine Tochter wird vom Teufel vbel geplaget. 23Vnd er antwortet jr kein wort. Da traten zu jm ſeine Jünger / baten jn / vnd ſprachen / Las ſie doch von dir / denn ſie ſchreiet vns nach. 24Er antwortet aber / vnd ſprach / Ich bin nicht geſand / denn nur zu den verloren Schafen / von dem hauſe Iſrael. 25Sie kam aber / vnd fiel fur jm nider / vnd ſprach / HErr hilff mir. 26Aber er antwortet vnd ſprach / Es iſt nicht fein / das man den Kindern jr Brot neme / vnd werff es fur die Hunde. 27Sie ſprach / Ja HErr / Aber doch eſſen die Hündlin von den broſſamlen / die von jrer Herrn tiſch fallen. 28Da antwortet Jheſus / vnd ſprach zu jr / O weib / Dein glaube iſt gros / Dir geſchehe wie du wilt. Vnd jre Tochter ward geſund zu der ſelbigen ſtunde.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Rom 10,9-17(18)

EP
II

 

 

 

Die Epiſtel S. Pauli:
An die Römer.

 

C. X.

 

 

Aus dem Abschnitt

Iſraels falſche Entſcheidung

Verse 9-17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 28.

 

 

 

 

→Joel. 2.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 52.

 

 

 

 

→Jeſa. 53.

9DEnn ſo du mit deinem munde bekenneſt Jheſum / das Er der HErr ſey / vnd gleubeſt in deinem hertzen / das In Gott von den Todten aufferwecket hat / ſo wirſtu ſelig. 10Denn ſo man von Hertzen gleubet / ſo wird man gerecht / Vnd ſo man mit dem Munde bekennet / ſo wird man ſelig. 11Denn die Schrifft ſpricht / Wer an In gleubet / wird nicht zu ſchanden werden. 12Es iſt hie kein vnterſcheid vnter Jüden vnd Griechen / Es iſt aller zu mal ein HERR / reich vber alle / die jn anruffen. 13Denn wer den Namen des HERRN wird anruffen / ſol ſelig werden.

14WIe ſollen ſie aber anruffen / an den ſie nicht gleuben? Wie ſollen ſie aber gleuben / von dem ſie nichts gehört haben? Wie ſollen ſie aber hören on Prediger? 15Wie ſollen ſie aber predigen / wo ſie nicht geſand werden? Wie denn geſchrieben ſtehet / Wie lieblich ſind die Füſſe dere / die den Friede verkündigen / die das Gute verkündigen. 16Aber ſie ſind nicht alle dem Euangelio gehorſam. Denn Iſaias ſpricht / HERR / Wer gleubet vnſerm predigen? 17So kompt der glaube aus der predigt / Das predigen aber durch das wort Gottes.

 

 

Vers 18

18Ich ſage aber / Haben ſie es nicht gehöret? Zwar es iſt je in alle Land ausgegangen jrer ſchall / vnd in alle Welt jre wort.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Jes 49,1-6

AT
IV

 

 

 

Der Prophet Jeſáia.

 

C. XLIX.

 

 

Verse 1-6

Gottes Knecht wird das Licht der Völker

 

HOret mir zu jr Inſulen / vnd jr

Völcker in der ferne mercket auff. Der HERR hat mir geruffen von Mutterleibe an / Er hat meines Namens gedacht / da ich noch in Mutterleibe war. 2Vnd hat meinen Mund gemacht wie ein ſcharff Schwert / mit dem ſchatten ſeiner Hand hat er mich bedeckt / Er hat mich zum reinen Pfeil gemacht / vnd mich in ſeinen Köcher geſteckt. 3Vnd ſpricht zu mir / Du biſt mein knecht Iſrael / durch welchen ich wil gepreiſet werden. 4Ich aber dacht / Ich erbeitet vergeblich / vnd brechte meine Krafft vmb ſonſt vnd vnnützlich zu / Wiewol meine Sache des HERRN / vnd mein Ampt meines Gottes iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Reinen)

Der fein glat / glw vnd wol bereit iſt zu ſchieſſen.

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 42.

Act. 13.

5VND nu ſpricht der HERR / der mich von Mutterleibe an zu ſeinemKnecht bereitet hat / das ich ſol Jacob zu jm bekeren / auff das Iſrael nicht weg geraffet werde / Darumb bin ich fur dem HERRN herrlich / vnd mein Gott iſt meine ſtercke. 6Vnd ſpricht / Es iſt ein gerings / das du mein Knecht biſt / die ſtemme Jacob auffzurichten / vnd das verwarloſet in Iſrael wider zu bringen / Sondern ich hab dich auch zum Liecht der Heiden gemacht / Das du ſeieſt mein Heil bis an der Welt ende.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chriſtus

der Heiden Liecht vnd Heil.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mk 9,17-27

III

 

 

 

Euangelium
S. Marcus.

 

C. IX.

 

 

Verse 17-27 aus dem Abschnitt

Die Heilung des fallſüchtigen Knaben

|| →Mt 17,14-21    || →Lk 9,37-42

Mat. 17.

Luc. 9.

17Einer aber aus dem Volck antwortet / vnd ſprach / Meiſter / Ich habe meinen Son her bracht zu dir / der hat einen ſprachloſen Geiſt / 18vnd wo er jn erwiſſchet / ſo reiſſet er jn / vnd ſchewmet vnd knirſſchet mit den zeenen / vnd verdorret. Ich habe mit deinen Jüngern geredt / das ſie jn austrieben / vnd ſie könnens nicht.

 

19Er antwortet jm aber / vnd ſprach / O du vngleubiges Geſchlecht / wie lange ſol ich bey euch ſein? wie lange ſol ich mich mit euch leiden? Bringet jn her zu mir. 20Vnd ſie brachten jn her zu jm. Vnd als bald da jn der Geiſt ſahe / reis er jn / vnd fiel auff die erden / vnd waltzet ſich vnd ſchewmet. 21Vnd er fraget ſeinen Vater / Wie lange iſts / das jm widerfaren iſt? Er ſprach / Von kind auff / 22vnd offt hat er jn in fewr vnd waſſer geworffen / das er jn vmbbrechte. Kanſtu aber was / ſo erbarm dich vnſer / vnd hilff vns. 23Jheſus aber ſprach zu jm / Wenn du kündeſt gleuben / Alle ding ſind müglich dem der da gleubet.24Vnd als bald ſchrey des kindes Vater mit threnen / vnd ſprach / Ich gleube / Lieber HErr Hilff meinem vnglauben.

 

25DA nu Jheſu ſahe / das das Volck zulieff / bedrawet er den vnſaubern Geiſt / vnd ſprach zu jm / Du ſprachloſer vnd tauber Geiſt / Ich gebiete dir / das du von jm ausfareſt / vnd fareſt hinfurt nicht in jn. 26Da ſchrey er / vnd reis jn ſeer / vnd fur aus / Vnd er ward als were er tod / Das auch viel ſagten / er iſt tod. 27Jheſus aber ergreiff jn bey der hand / vnd richtet jn auff / Vnd er ſtund auff. 28Vnd da er heim kam / Frageten jn ſeine Jünger beſonders / Warumb kundten wir jn nicht austreiben? 29Vnd er ſprach / Dieſe Art kan mit nichte aus faren / denn durch beten vnd faſten.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 9,35-41

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. IX.

 

 

Verse 35-41

Das Bekenntnis des Geheilten

 

ES kam fur Jheſum / das ſie jn ausgeſtoſſen hatten / Vnd da er jn fand / ſprach er zu jm / Gleubſtu an den Son Gottes? 36Er antwortet / vnd ſprach / HErr welcher iſts? auff das ich an jn gleube. 37Jheſus ſprach zu jm / Du haſt jn geſehen / vnd der mit dir redet / der iſts. 38Er aber ſprach / HErr / Ich gleube / Vnd betet jn an.

39VND Jheſus ſprach / Ich bin zum Gerichte auff dieſe Welt komen / Auff das die da nicht ſehen / ſehend werden / Vnd die da ſehen / blind werden. 40Vnd ſolches höreten etliche der Phariſeer / die bey jm waren / vnd ſprachen zu jm / Sind wir denn auch blind? 41Jheſus ſprach zu jnen / Weret jr blind / ſo hettet jr keine ſünde / Nu jr aber ſprecht / Wir ſind ſehend / bleibet ewre Sünde.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Eph 4,1-6

VI

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

C. IIII.

 

 

Verse 1-6

Die Einigkeit aller im Geiſt

 

SO ermane nu euch ich Gefangener in

dem HErrn / Das jr wandelt / wie ſichs gebürt ewrem Beruff / darinnen jr beruffen ſeid / 2mit aller demut vnd ſanfftmut / mit gedult / Vnd vertraget einer dem andern in der Liebe / 3Vnd ſeid vleiſſig zu halten die einigkeit im Geiſt / durch das band des friedes. 4Ein Leib vnd ein Geiſt / Wie jr auch beruffen ſeid / auff einerley Hoffnung ewers beruffs. 5Ein HErr / ein Glaube / ein Tauffe / 6ein Gott vnd Vater (vnſer) aller / der da iſt vber euch alle / vnd durch euch allen / vnd in euch allen.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1Mos 6,9-22

M1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. VI.

 

 

Verse 9-22

Die Ankündigung der Sintflut

Noah

Söne.

DIS iſt das Geſchlecht Noah. Noah war ein from Man vnd on wandel / vnd füret ein göttlich Leben zu ſeinen zeiten. 10Vnd zeuget drey Söne / Sem / Ham / Japheth. 11Aber die Erde war verderbet fur Gottes augen / vnd vol freuels. 12Da ſahe Gott auff Erden / vnd ſihe / ſie war verderbet / Denn alles Fleiſch hatte ſeinen weg verderbet auff Erden. 13DA ſprach Gott zu Noah / Alles Fleiſches ende iſt fur mich komen / Denn die Erde iſt vol freuels von jnen / Vnd ſihe da / Ich wil ſie verderben mit der Erden.

Noah

Kaſten.

MAche dir einen Kaſten von tennen Holtz / vnd mache Kammern drinnen / vnd verpiche ſie mit Bech inwendig vnd auswendig / 15Vnd mache jn alſo. Drey hundert Ellen ſey die lenge / funffzig ellen die weite / vnd dreiſſig ellen die höhe. 16Ein Fenſter ſoltu dran machen oben an / einer ellen gros. Die Thür ſoltu mitten in ſeine ſeiten ſetzen. Vnd ſol drey Boden haben / Einen vnten / den andern in der mitte / den dritten in der höhe. 17Denn ſihe / Ich wil eine Sindflut mit waſſer komen laſſen auff Erden / zu verderben alles Fleiſch / darin ein lebendiger Odem iſt / vnter dem Himel / Alles was auff Erden iſt / ſol vntergehen.

 

18ABer mit dir wil ich einen Bund auffrichten / Vnd du ſolt in den Kaſten gehen / mit deinen Sönen / mit deinem Weibe / vnd mit deiner ſöne Weibern. 19Vnd du ſolt in den Kaſten thun allerley Thier von allem Fleiſch / ja ein par / Menlin vnd Frewlin / das ſie lebendig bleiben bey dir. 20Von den Vogeln nach jrer art / von dem Vieh nach ſeiner art / vnd von allerley Gewürm auff erden nach ſeiner art. Von den allen ſol je ein Par zu dir hinein gehen / das ſie leben bleiben. 21Vnd du ſolt allerley Speiſe zu dir nemen / die man iſſet / vnd ſolt ſie bey dir ſamlen / das ſie dir vnd jnen zur Narung da ſeien. 22Vnd Noah thet alles was jm Gott gebot.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1Mos 32,23-32

M2

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XXXII.

 

Aus dem Abschnitt

Jakob rüſtet ſich zur Begegnung mit Eſau

Verse 23-25a

 

23Vnd ſtund auff in der nacht / vnd nam ſeine zwey Weiber / vnd die zwo Megde / vnd ſeine eilff Kinder / vnd zoch an den furt Jacob / 24nam ſie vnd füret ſie vber das Waſſer / das hinüber kam was er hatte / 25Vnd bleib allein.

 

 

Aus dem Abschnitt

Jakobs Kampf am Jabbok

Verse 25b-32

 

Holzschnitt, Bild zu 1. Buch Mose, Kapitel 32, Jakobs Kampf am Jabbok.

DA a rang ein Man mit jm bis die morgenröte anbrach. 26Vnd da er ſahe / das er jn nicht vbermocht / rüret er das Gelenck ſeiner hüfft an / Vnd das gelenck ſeiner hüfft ward vber dem ringen mit jm / verrenckt. 27Vnd er ſprach / Las mich gehen / denn die morgenröte bricht an / Aber er antwortet / Ich las dich nicht / du ſegeneſt mich denn. 28Er ſprach / Wie heiſſeſtu? Er antwor-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Rang)

Im Ebre­iſchen kompt rin­gen vom ſtaub her / Als wenn Zween mit­ein­an­der rin­gen / das der ſtaub ſich er­hebt vnd di­cke vmb ſie wird. Vnd lau­tet ſo viel / Es ſteu­bet ein Man mit jm / das iſt / Ein heff­tiger Kampff war es / das ſol nie­mand ver­ſte­hen / denn die Er­fa­rung.

 

tet / Jacob. 29Er ſprach / Du ſolt nicht mehr Jacob heiſſen / ſondern IſraEl / Denn du haſt mit Gott vnd mit Menſchen gekempfft / vnd biſt obgelegen.

30VND Jacob fraget jn / vnd ſprach / Sage doch / wie heiſſeſtu? Er aber ſprach / Warumb frageſtu / wie ich heiſſe? Vnd er ſegenete jn daſelbs. 31Vnd Jacob hies die ſtet a Pniel / Denn ich habe Gott von angeſicht geſehen / vnd meine Seele iſt geneſen. 32Vnd als er fur Pnuel vber kam / gieng jm die Sonne auff / Vnd er hincket an ſeiner Hüfft / 33daher eſſen die kinder Iſrael keine ſpanader auff dem gelenck der hüfft / bis auff den heutigen tag / Darumb / das die ſpanader an dem gelenck der hüfft Jacob gerüret ward.

(Iſrael)

Iſrael kompt von Sara / das heiſ­ſet kem­pffen oder vber­wel­di­gen / Da her auch Sar ein Fürſt oder Herr / vnd Sara ein Für­ſtin oder Fraw heiſſt / vnd Iſ­ra­el ein Fürſt oder Kem­pffer Got­tes / das iſt / der mit Gott rin­get vnd an­ge­win­net. Welchs ge­ſchicht durch den glau­ben der ſo feſt an Got­tes wort helt / bis er Got­tes zorn vber­win­det / vnd Gott zu ei­gen er­lan­get zum gne­di­gen Va­ter.

a

(Pniel)

Pinel oder Pnuel / heiſſt Got­tes an­ge­ſicht oder er­ken­tnis. Denn durch den glau­ben im ſtreit des Creu­tzes ler­net man Gott recht er­ken­nen vnd er­fa­ren / So hats denn kei­ne Not mehr, ſo ge­het die Son­ne auff.

 

 

 

Hinweis zur Abbildung in 1Mos 32: : Klicken Sie auf das Bild oben, um eine größere Ansicht zu erhalten.

Erläuterungen zur Abbildung in 1Mos 32

Das Kapitel 32 des 1. Buchs Mose erzählt die Geschichte von Jakobs Kampf am Jabbok (Verse 25b - 32).

Die Abbildung verrät: Luther sah im Gegner Jakobs einen Engel.

Zu sehen sind:

  • Der Fluss Jabbok durchzieht das Bild.
  • Rechts im Bild ist ein Steg zu sehen, über den Jakob seine gesamte Sippe geführt hatte.
  • Auf dem jenseitigen Ufer befinden sich rechts Jakobs Frauen, Mägde und Söhne (Vers 23),
  • links sind die Herden zu sehen, die Jakob als Geschenk für Esau zusammengestellt hatte und die er vor seinem Tross herziehen ließ.
  • In der Bildmitte sieht man die Abschlussszene des Kampfes, die Sonne geht bereits auf: Der Engel umklammert Jakob und greift ihm an die Hüfte.

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Hebr 11,1-3

M3

 

 

 

Die Epiſtel:
An die Ebreer.

 

C. XI.

 

 

Aus dem Abschnitt

Von der Schöpfung bis Noah

Verse 1-3

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gene. 1.

ES iſt aber der Glaube / eine gewiſſe

zuuerſicht / des / das man hoffet / Vnd nicht zweiueln an dem / das man nicht ſihet. 2Durch den haben die Alten zeugnis vberkomen. 3Durch den Glauben mercken wir / das die Welt durch Gottes wort c fertig iſt / Das alles das man ſihet / d aus nichte worden iſt.

c

(Fertig)

Das iſt / Sie iſt in ſchwang ge­bracht das ſie ge­het vnd ſte­het nach Got­tes wort on vn­ter­las / vn­ge­hin­dert vnd on auff­hö­ren.

d

(Aus nicht)

Das hie ſte­het / Inui­ſi­bi­li­bus

→*1) / heiſ­ſen wir / Nichts / vnd iſt auch noch nichts / bis es ge­ſchicht.

Abel.

Kain.

 

 

 

*1) lat.: Invisibilibus, dt.: »geistig, unsichtbar«

Luther erklärt, warum er das lateinische Wort invisibilibus mit aus nichte, und nicht mit aus unſichtbarem bzw. aus geiſtigem (aus dem Geist) übersetzt hat.

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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