21. Sonntag nach Trinitatis | 2017 - 2024

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Das evangelische Kirchenjahr
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün
5.11.2017 | 21. Sonntag nach Trinitatis

Kirchenjahr 2016/2017

21. Sonntag
nach Trinitatis

 
 

Teil I: Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres  

Der 21. Sonntag nach Trinitatis ist nur vorhanden, wenn →Ostern vor dem 17. April liegt!

Regeln

Fällt der →Tag des Evangelisten Lukas (18. Oktober) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (19. - 24. Oktober) oder am Vortag (17. Oktober) begangen werden.

Fällt der →Tag der Apostel Simon und Judas (28. Oktober) auf diesen Sonntag, so sollte er an einem Tag in der Folgewoche (29. - 30. Oktober) oder am Vortag (27. Oktober) begangen werden.

Fiel der→Reformationstag (31. Oktober) auf Dienstag bis Samstag der vorhergegangenen Woche und konnte er weder an diesen Tagen noch am 1. November gefeiert werden, dann wird er am 21. Sonntag nach Trinitatis nachgeholt.

Fällt der→Reformationstag (31. Oktober) auf diesen Sonntag oder auf den folgenden Montag, dann gilt die Gottesdienstordnung des Reformationstags.

Der →Gedenktag der Heiligen (1. November) kann an diesem Sonntag dann gehalten werden, wenn die Feier des Reformationstages am 31. Oktober und nicht an diesem Sonntag stattfindet.

 

Wirkung in 2017

Info

Der Reformationstag ist in diesem Jahr am Dienstag vor diesem Sonntag.
Am 21. Sonntag nach Trinitatis kann daher das Fest der Reformation nachgeholt werden, wenn es nicht schon gefeiert wurde. (→siehe dort).
 

 
 21. Sonntag nach Trinitatis  IN DEN JAHREN 2017 BIS 2024
Kalender

Der 21. Sonntag nach Trinitatis in den Jahren 2017 bis 2024
Verweise führen zu den Kalenderblättern des jeweiligen Datums:

 
Bewegliches Datum
Info

Nur dann, wenn →Ostersonntag vor dem 17. April liegt, gilt:

Der 21. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem<br>11. Oktober und dem 5. November eines Jahres.
  • 21. Sonntag nach Trinitatis
  • 29. Sonntag nach →Ostern
  • Abhängig vom →Osterdatum
  • Der 21. Sonntag nach Trinitatis liegt zwischen dem
    11. Oktober und dem 5. November eines Jahres.
Symbol: Abstand zum Osterfest
  • 203 Tage nach Ostern
  • am 204. Tag nach Ostern, gerechnet ab Ostersonntag
Titel Gottesdienstliche Ordnung
 

Der evangelische

21. Sonntag
nach Trinitatis

Gottesdienstliche Ordnung

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Grün

Grün

21. Sonntag nach Trinitatis | Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA
Creative Commons Attribution-ShareAlike

Abbildung: 21. Sonntag nach Trinitatis
Grafik: © Sabrina | Reiner | www.stilkunst.de | Lizenz CC BY-SA

Die Perikopenordnungen 1978/1999 und 2018 (Entwurf 2014) in der Gesamtschau

1 Die Ordnung gemäß der Revisionen 1978 und (mit marginalen Änderungen) 1999 verliert ihre Gültigkeit mit dem 1. Advent 2018, dem ersten Sonntag des Kirchenjahres 2018/2019. Wir zeigen zum Vergleich die dann ungültigen Angaben zu Spruch, Psalm, Lied und Predigttexten vorläufig weiterhin.

2 Die Ordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte wird derzeit überarbeitet. Sie wurde veröffentlicht unter dem Titel »Neuordnung der gottesdienstlichen Lesungen und Predigttexte, Entwurf zur Erprobung im Auftrag von EKD, UEK und VELKD Pfingsten 2014«. Die Neuordnung soll erstmals im Kirchenjahr 2018/2019 (ab dem 1. Advent 2018) allgemein gelten. Der Entwurf liegt vor, jedoch sind Änderungen bis zu seiner Verabschiedung möglich.

Wir geben zum Vergleich zu den Festtagen, Gedenktagen und Sonntagen Spruch, Psalm, Lied und Predigtexte nach beiden Ordnungen wieder. Dort, wo wir die zugehörigen Texte aus der Lutherbibel von 1545 zeigen, kann ggf. der selbe Text sowohl in der Perikopensammlung für 1978 wie auch in der für 2018 erscheinen. Die klare Trennung beider Ordnungen dient der Übersichtlichkeit.

 

21. Sonntag nach Trinitatis

Spruch, Psalm und Lied

Nach der Ordnung 1978/1999 1
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Las dich nicht das böſe vberwinden / Sondern vberwinde das böſe mit gutem.

→Rom 12,21

Pſalm
19
 

Psalm für die Woche

 
Nach der Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
Biblia
1545
 

Spruch für die Woche

 

Las dich nicht das böſe vberwinden / Sondern vberwinde das böſe mit gutem.

→Rom 12,21

Pſalm
19
 

Psalm für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
Ordnung 1978/19991 Ordnung 2018 (Entwurf 2014)2
EG 273
oder:
Ach Gott, vom Himmel sieh darein A EG 326 Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut
EG 377 Zieh an die Macht, du Arm des Herrn B EG 419 Hilf, Herr meines Lebens
   

EG: Evangelisches Gesangbuch

 
 
Text: HERR thu meine Lippen auff | Das mein Mund deinen Ruhm verkündige. (Psalm 51,17)

21. Sonntag nach Trinitatis

Textlesung und Predigt

Die biblische Textlesung

Lesung Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
Evangelium Zum TextMt 5,38-48 Mt 5,38-48
Epistel Zum TextEph 6,10-17 Eph 6,10-17
Altes Testament Zum TextJer 29,1.4-7.10-14 Jer 29,1.4-7(8-9)10-14
   

 

Die biblischen Texte für die Predigtreihen

Nach der Perikopenordnung der Evangelischen Kirche sind für Gottesdienste in den Jahren 2017 - 2022 folgende biblischen Texte in den Reihen3 I - VI für die Predigt vorgesehen:

Reihe Datum Ordnung 1978/19991 Ordung 2018 (Entwurf 2014)2
III 5.11.2017 Zum TextMt 10,34-39
IV 21.10.2018 Zum TextJer 29,1.4-7.10-14
V 10.11.2019 2019: entfällt
VI 1.11.2020 Joh 15,9-12(13-17)
I 24.10.2021 1Mose 13,1-12(13-18)
II 6.11.2022 2022: entfällt
   

 

 

Marginaltexte

Anstelle der Texte aus den Predigtreihen I - VI stehen für die Predigt sog. Marginaltexte (M) zur Auswahl. Sie passen inhaltlich sehr gut zum Thema des Sonntags, konnten aber durch die Beschränkung der Reihen dort nicht berücksichtigt werden.

TypOrdnung 1978/19991TypOrdung 2018 (Entwurf 2014)2
MZum Text1Mos 13,7-18M1Kor 12,12-14.26-27
MZum Text3Mos 19,1-3.13-18
MZum TextTob 4,6-9
MZum TextMt 15,1-11a.18-20
  
 

3 Die Perikopenordnung kennt seit der Revision von 1978 drei Lesetexte (je einen aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament) sowie sechs Predigttextreihen. Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem Ewigkeitssonntag. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren. Erst im siebten Jahr wiederholen sich die Textstellen. Neben dem Text aus der jeweiligen Reihe stehen marginale Textstellen für die Predigt an diesem Tag zur Auswahl.
Erstmals galt die Reihe I für das Kirchenjahr 1978/1979.

Titel Perikopen

Perikopen

Die Leittexte aus den Evangelien, den Episteln und dem Alten Testament
nach der Perikopenordnung 1978/1999
aus der Lutherbibel von 1545

Biblia
1545

Gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift
mit Luthers Scholion in den Marginalspalten.

Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

LESUNG UND PREDIGT
Evangelium
Mt 5,38-48

EV
I

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. V.

 

 

Verse 38-42

Die Lehren der neuen Gerechtigkeit:
Was iſt Vergelten?

|| →Lk 6,29

Exo. 21.

Levi. 24.

Deut. 19.

Luc. 6.

 

IR habt gehört / das da geſagt iſt / Auge vmb auge / Zan vmb zan. 39Ich aber ſage euch / Das jr d nicht widerſtreben ſolt dem vbel / Sondern ſo dir jemand einen ſtreich gibt auff deinen rechten Backen / dem biete den andern auch dar. 40Vnd ſo jemand mit dir rechten wil / vnd deinen Rock nemen / dem las auch den Mantel / 41Vnd ſo dich jemand nötiget eine Meile / ſo gehe mit jm zwo. 42Gib dem der dich bittet / vnd wende dich nicht von dem / der dir abborgen wil.

 

d

(Nicht wider­ſtreben)

Das iſt / Niemand ſol ſich ſelbs rech­en. Aber die Oberkeit des ſchwerts ſol ſolchs thun /

Rom. 13.

 

 

Verse 43-48

Die Lehren der neuen Gerechtigkeit:
Was iſt Nächſtenliebe?

|| →Lk 6,27-36

 

Luc. 19. 26.

IR habt gehört / das geſagt iſt / Du ſolt deinen Neheſten lieben / Vnd deinen Feind haſſen. 44Ich aber ſage euch / Liebet ewre Feinde. Segenet die euch fluchen. Thut wol denen die euch haſſen. Bittet fur die / ſo euch beleidigen vnd verfolgen. 45Auff das jr Kinder ſeid ewrs Vaters im Himel / Denn er leſſt ſeine Sonne auff gehen vber die Böſen vnd vber die Guten / vnd leſſt regenen vber Gerechte vnd Vngerechte. 46Denn ſo jr liebet / die euch lieben / Was werdet jr fur Lohn haben? Thun nicht das ſelb auch die e Zölner? 47Vnd ſo jr euch nur zu ewern Brüdern freundlich thut / Was thut jr ſonderlichs? Thun nicht die Zölner auch alſo? 48Darumb ſolt jr volkomen ſein / gleich wie ewer Vater im Himel volkomen iſt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

e

(Zölner)

Heiſſen la­ti­niſch Pu­bli­ca­ni / vnd ſind ge­we­ſen / die der Rö­mer ren­dte vnd zol be­ſtan­den hat­ten / vnd wa­ren ge­mei­nig­lich gott­lo­ſe Hei­den / da­hin von den Rö­mern ge­ſetzt.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Epistel
Eph 6,10-17

EP
II

 

 

 

 

Die Epiſtel S. Páuli:
An die Epheſer.

 

 

C. VI.

 

Verse 10-17

Die geiſtliche Waffenrüſtung

 

ZV letzt / meine Brüder / Seid ſtarck in dem HErrn / vnd in der macht ſeiner ſtercke. 11Ziehet an den harniſch Gottes / Das jr beſtehen künd gegen die liſtigen anlauff des Teufels. 12Denn wir haben nicht mit Fleiſch vnd Blut zu kempffen / Sondern mit Fürſten vnd Gewaltigen / nemlich / mit den Herrn der Welt / die in der finſternis dieſer Welt herrſchen / mit den böſen Geiſtern vnter dem Himel. 13Vmb des willen / ſo ergreiffet den Harniſch Gottes / auff das jr / wenn das böſe ſtündlin kompt / widerſtand thun / vnd alles wol ausrichten / vnd das Feld behalten / müget.

 

SO ſtehet nu / vmbgürtet ewre Lenden mit Warheit / vnd angezogen mit dem Krebs der gerechtigkeit / 15vnd an Beinen geſtiffelt / als fertig zu b treiben das Euangelium des Friedes / da mit jr bereit ſeiet. 16Vor allen dingen aber / ergreiffet den Schilt des glaubens / mit welchem jr ausleſſchen künd alle fewrige Pfeile des Böſewichtes. 17Vnd nemet den Helm des heils / Vnd das Schwert des geiſtes / welches iſt das wort Gottes.

 

 

 

 

b

Das iſt pre­di­gen / be­ken­nen vnd al­les thun was zum Euan­ge­lio ge­hört.

 

 

 

 

LESUNG UND PREDIGT
Altes Testament
Jer 29,1.4-7.10-14

AT
IV

 

 

 

Der Próphet Jeremiá.

 

C. XXIX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Jeremias Briefe an die Weggeführten in Babel

Vers 1

 

DIs ſind die wort im Brieue / den der

Prophet Jeremia ſandte von Jeruſalem zu den vbrigen Elteſten / die weggefur waren / vnd zu den Prieſtern vnd Propheten / vnd zum gantzen Volck / das NebucadNezar von Jeruſalem hatte weggefurt gen Babel

 

 

Vers 4

 

4ſo ſpricht der HERR Zebaoth / der Gott Iſrael / zu allen Gefangen / die ich habe von Jeruſalem laſſen wegfüren gen Babel.

 

 

Aus dem Abschnitt

Jeremias Worte für ein vernüftiges Ausharren in der Gefangenſchaft

Verse 5-7

 

BAwet Heuſer / darinn jr wonen müget / Pflantzet Garten / daraus jr die Früchte eſſen mügt. 6Nemet Weiber / vnd zeuget Söne vnd Töchter / nemet ewren Sönen weiber / vnd gebt ewrn Töchtern menner / das ſie ſöne vnd töchter zeugen / Mehret euch daſelbs / das ewr nicht wenig ſey. 7Sucht der Stad beſtes / dahin ich euch hab laſſen wegfüren / vnd betet fur ſie zum HERRN / Denn wens jr wol gehet / ſo gehets euch auch wol.

 

 

Briue Jere

mie an die Ge­fan­ge­nen zu Ba­bel.

 

 

Verse 10-14

70. jar.

Jere. 25.

DEnn ſo ſpricht der HERR / Wenn zu Babel ſiebenzig jar aus ſind / So wil ich euch beſuchen / vnd wil mein gnediges wort vber euch erwecken / Das ich euch wider an dieſen Ort bringe. 11Denn ich weis wol was ich fur gedancken vber euch habe / ſpricht der HERR / nemlich / gedancken des friedes / vnd nicht des leides / das ich euch gebe das ende / des jr wartet. 12Vnd jr werdet Mich anruffen / vnd hin gehen vnd mich bitten / vnd ich wil euch erhören. 13Ir werdet mich ſuchen vnd finden / Denn ſo jr mich von gantzem hertzen ſuchen werdet / 14ſo wil ich mich von euch finden laſſen / ſpricht der HERR / Vnd wil ewer Gefengnis wenden / vnd euch ſamlen aus allen Völckern vnd von allen Orten / dahin ich euch verſtoſſen habe / ſpricht der HERR / Vnd wil euch widerumb an dieſen Ort bringen / von dannen ich euch habe laſſen wegfüren.

Das iſt der Heubt­ſpruch / der zu der zeit das Volck er­hal­ten hat. Vnd Danielis 9. ge­prei­ſet wird.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 10,34-39

III

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. X.

 

Verse 34-36

Die Ausſendungsrede:
Anfeindung um Jeſu willen

|| →Lk 12,51-53

 

 

 

 

 

Luc. 12.

→Mich. 7.

IR ſolt nicht wehnen / Das ich komen ſey / Friede zu ſenden auff Erden / Ich bin nicht komen Friede zu ſenden / Sondern das Schwert. 35Denn ich bin komen / den Menſchen zu erregen wider ſeinen Vater / vnd die Tochter wider jre Mutter / vnd die Schnur wider jre Schwiger. 36Vnd des menſchen Feinde werden ſeine eigen Hausgenoſſen ſein.

 

 

Vers 37

Die Ausſendungsrede:
Selbſtverleugnung in der Nachfolge

→Lk 14,26-27

 

37WEr Vater vnd Mutter mehr liebet / denn Mich / Der iſt mein nicht werd. Vnd wer Son vnd Tochter mehr liebet / denn Mich / Der iſt mein nicht werd.

 

 

Verse 38-39

Die Ausſendungsrede:
Verfolgung in der Nachfolge

|| →Mk 8,34-35    || →Lk 9,23-24    || →Lk 17,33    || →Joh 12,25

Luc.17.

Joh.12.

38Vnd wer nicht ſein Creutz auff ſich nimpt / vnd folget mir nach / Der iſt mein nicht werd.

 

39Wer ſein Leben findet / der wirds verlieren / Vnd wer ſein Leben verleurt vmb meinen willen / der wirds finden.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Joh 15,9-12(13-17)

V

 

 

 

Euangelium
S. Johannes.

 

C. XV.

 

Aus dem Abschnitt

Abschiedsreden:
Das Gebot der Liebe

Verse 9-12

 

GLeich wie mich mein Vater liebet / alſo liebe ich euch auch. Bleibet in meiner liebe. 10So jr mein Gebot haltet / ſo bleibet jr in meiner liebe / Gleich wie ich meines Vaters gebot halte / vnd bleibe in ſeiner liebe. 11Solchs rede ich zu euch / auff das meine Freude in euch bleibe / vnd ewer freude volkomen werde. 12Das iſt mein Gebot / das jr euch vnternander liebet / Gleich wie ich euch liebe.

 

 

(In meiner liebe)

Das jr fü­let wie lieb ich euch ha­be. Das ge­ſchicht / wo jr in mir bleibt / vnd hal­tet mei­ne wort / wie vbel es auch ge­het.

 

 

Fakultativ: Verse 13-17

 

13Niemand hat gröſſer Liebe denn die / das er ſein Leben leſſet / fur ſeine Freunde. 14Ir ſeid meine Freunde / ſo jr thut was ich euch gebiete. 15Ich ſage hinfurt nicht / das jr Knechte ſeid / Denn ein Knecht weis nicht / was ſein Herr thut. Euch aber habe ich geſagt / das jr Freunde ſeid / Denn alles was ich habe von meinem Vater gehöret / hab ich euch kund gethan.

 

16IR habt mich nicht erwelet / Sondern ich habe euch erwelet / vnd geſetzt / Das jr hin gehet vnd Frucht bringet / vnd ewre Frucht bleibe / Auff das / ſo jr den Vater bittet in meinem Namen / das ers euch gebe.

 

DAs gebiet ich euch / das jr euch vnternander liebet.

 

 

 

 

PREDIGTTEXT
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
1Kor 12,12-14.26-27

VI

 

 

 

Die Erſte Epiſtel
S. Páuli:
An die Córinther.

 

C. XII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Viele Glieder – ein Leib

Verse 12-14

 

DEnn gleich wie ein Leib iſt / vnd hat doch viel Glieder / alle glieder aber eines Leibes / wiewol jr viel ſind / ſind ſie doch ein leib / Alſo auch Chriſtus. 13Denn wir ſind durch einen Geiſt alle zu einem Leibe getaufft / wir ſeien Jüden oder Griechen / Knechte oder Freien / Vnd ſind alle zu einem Geiſt c getrencket. 14Denn auch der Leib iſt nicht ein glied / ſondern viele.

c

(Getrencket)

Wir trin­ken ei­ner­ley Sacra­ment das wir auch ei­ner­ley Geiſt empfa­hen / gleich wie wir ei­ner­ley Tauf­fe empfa­hen / das wir ein Leib ſei­en.

 

 

Verse 26-27

 

26Vnd ſo ein glied leidet / So leiden alle glieder mit / Vnd ſo ein glied wird herrlich gehalten / So frewen ſich alle glieder mit.

 

 

 

→Ephe. 4.

IR ſeid aber der Leib Chriſti vnd Glieder / ein jglicher nach ſeinem teil.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
1Mos 13,7-18

M1

 

 

 

Das Erſte Bucĥ
Móẛe.

 

C. XIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Zurück in Kanaan: Abram und Lot trennen ſich

Verse 7-13

 

 

 

CANA-

aniter.

PHERE-

ſiter.

7Vnd war jmer zanck zwiſchen den Hirten vber Abrams vieh / vnd zwiſchen den Hirten vber Lots vieh / So woneten auch zu der zeit die Cananiter vnd Phereſiter im Lande.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gegend am Jordan.

 

8DA ſprach Abram zu Lot / Lieber las nicht zanck ſein zwiſchen mir vnd dir / vnd zwiſchen meinen vnd deinen Hirten / denn wir ſind Gebrüder. 9Stehet dir nicht alles Land offen? Lieber ſcheide dich von mir / Wiltu zur Lincken / ſo wil ich zur rechten / Oder wiltu zur rechten / ſo wil ich zur linken. 10Da hub Lot ſeine augen auff / vnd beſahe die gantze Gegend am Jordan / Denn ehe der HERR Sodoma vnd Gomorra verderbet / war ſie waſſerreich / bis man gen Zoar kompt / als ein Garten des HERRN / gleich wie Egyptenland.

 

 

 

 

 

 

 

 

Sodo-

miter.

Ezech. 16.

11DA erwelet jm Lot / die gantze Gegend am Jordan / vnd zoch gegen Morgen. Alſo ſcheidet ſich ein Bruder von dem andern / 12das Abram wonet im lande Canaan / vnd Lot in den ſtedten der ſelben Gegend / vnd ſetzt ſeine Hütten gen Sodom / 13Aber die Leute zu Sodom waren böſe / vnd ſundigeten ſeer wider den HERRN.

 

 

Verse 14-18

Gott wiederholt ſeine Verheißung an Abram

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Gen. 12.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hain

Mamre.

DA nu Lot ſich von Abram geſcheiden hatte / ſprach der HERR zu Abram / Heb deine Augen auff / vnd ſihe von der ſtet an da du woneſt / gegen Mitternacht / gegen dem Mittag / gegen dem Morgen / vnd gegen dem Abend / 15Denn alle das Land / das du ſiheſt / wil ich dir geben vnd deinem Samen ewiglich. 16Vnd wil deinen Samen machen wie den ſtaub auff erden / Kan ein Menſch den ſtaub auff erden zelen / der wird auch deinen Samen zelen. 17Darumb ſo mach dich auff / vnd zeuch durch das Land / in die lenge vnd breite / denn dir wil ichs geben. 18Alſo erhub Abram ſeine Hütten / kam vnd wonet im Hayn Mamre / der zu Hebron iſt / Vnd bawet daſelbs dem HERRN einen Altar.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM ALTEN TESTAMENT
3Mos 19,1-3.13-18

M2

 

 

 

Das Dritte Bucĥ
Moſe.

 

C. XIX.

 

 

Aus dem Abschnitt

Von der Heiligung des Lebens

Vers 1-3

 

 

 

 

 

Leui. 11.

→1. Pet. 1.

VND der HERR redet mit Moſe / vnd

ſprach / 2Rede mit der gantzen Gemeine der kinder Iſrael / vnd ſprich zu jnen / Ir ſolt heilig ſein / denn ich bin heilig / der HERR ewr Gott. 3Ein jglicher fürchte ſeine Mutter vnd ſeinen Vater. Haltet meine Feiertage / Denn ich bin der HERR ewr Gott.

 

 

Aus dem Abschnitt

Verſchiedene Gebote für das Leben in der Geſellſchaft

Verse 13-18a

Deut. 24.

13DV ſolt deinem Neheſten nicht vnrecht thun / noch berauben. Es ſol des Taglöners lohn nicht bey dir bleiben / bis an den morgen.

Exod. 23.

14DV ſolt dem Tauben nicht fluchen. Du ſolt fur dem Blinden kein Anſtos ſetzen / Denn du ſolt dich fur deinem Gott fürchten / Denn ich bin der HERr.

 

15IR ſolt nicht vnrecht handeln am Gericht / vnd ſolt nicht furziehen den Geringen / noch den Groſſen ehren / Sondern du ſolt deinen Neheſten recht richten.

 

16DV ſolt kein Verleumbder ſein vnter deinem Volck / Du ſolt auch nicht ſtehen wider deines Neheſten blut / Denn ich bin der HERR.

17DV ſolt deinen Bruder nicht haſſen in deinem hertzen / Sondern du ſolt deinen Neheſten ſtraffen / Auff das du nicht ſeinet halben ſchuld tragen müſſeſt.

 

18DV ſolt nicht Rachgirig ſein / noch zorn halten gegen die Kinder deines Volcks.

 

 

Vers 18b

Das Gebot der Nächſtenliebe

DU ſolt deinen Neheſten lieben / wie dich ſelbs / Denn ich bin der HERR.

 

 

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEN APOKKRYPHEN
Tob 4,6-9

M3

Info

Das Buch Tobias (Tobit) ist Teil der →Apokryphen des Alten Testaments.
Diese Texte sind nicht in jeder Bibelausgabe abgedruckt!

Der Text des Buches Tobias wurde für die Lutherbibel 2017 komplett neu übersetzt und weicht von der hier gezeigten Textgestalt (gültig bis 2016; letzmals revidiert 1984) stellenweise erheblich ab.

 

 

 

Das Bucĥ Tobie.

 

C. IIII.

 

 

Aus dem Abschnitt

Das Vermächtnis des alten Tobit

Verse 6-9

 

Zur Vers­zäh­lung sie­he
→Anmerkung 1

 

5[6]VND dein lebenlang hab Gott fur augen vnd im hertzen / Vnd hüte dich / das du in keine Sünde willigſt / vnd thuſt wider Gottes gebot.

 

6-8[7]VOn deinen Gütern hilff dem Armen / vnd wende dich nicht vom armen / So wird dich Gott wider gnedig anſehen. [8]Wo du kanſt / da hilff den Dürfftigen / [9]Haſtu viel / ſo gib reichlich / Haſtu wenig / ſo gib doch das wenig mit trewem hertzen.

 

 

 

*1)

InfoNeue Übersetzung in der Lutherbibel von 2017

Der Text des Buchs Tobias wurde für die Ausgabe 2017 aus dem griechischen Quelltext komplett neu übersetzt. Diese Übersetzung weicht erheblich von der bisherigen Textgestalt aller Lutherbibeln bis 2016 (letzte Revision 1984) ab.

 

Verszählung

Es liegen in unserem Text zwei verschiedene Verszählungen vor:

Die Zählung, in grüner Schrift und in eckigen Klammern gesetzt, folgt den Ausgaben der Lutherbibel vor 2017.

Eine Zählung in roter Schrift gesetzt, verweist auf die entsprechenden Verse oder Versteile der Lutherbibel von 2017. Allerdings verhindern die umfangreichen Änderungen in der neuen Übersetzung eine genaue Zuordnung der Verse. Auslassungen in der roten Nummernfolge sind keine Fehler, sondern begründen sich in den Textunterschieden.

Wir haben die roten Versnummern (wenn vorhanden) daher ebenfalls in eckige Klammern gesetzt, um anzuzeigen, dass diese Zählung nur eine Orientierungshilfe und keine vollständige Entsprechung darstellt.

 

Hinweis zum Gebrauch und zur Lutherbibel von 2017

Der Text der neuen Übersetzung 2017 mit seiner neuen Zählung wird in allen künftigen Publikationen der evangelischen Kirchen maßgeblich sein.

Die Versangaben in Dritttexten, z. B. in den Gottesdienstordnungen, beziehen sich derzeit noch durchweg auf die ältere Notation, wie wir sie in grüner Schrift wiedergegeben haben.

 

 

MARGINALTEXT (M)
AUS DEM NEUEN TESTAMENT
Mt 15,1-11a.18-20

M4

 

 

 

Euangelium
S. Mattheus.

 

C. XV.

 

 

Verse 1-9

Menſchenſatzungen und Gottes Gebot

|| →Mk 7,1-13

Mar. 7.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Exo. 20.

Levi. 19.

Deut. 5.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

→Jeſa. 29.

 

DA kamen zu jm die Schrifftgelerten vnd

Phariſeer von Jeruſalem / vnd ſprachen / 2Warumb vbertretten deine Jünger der elteſten Auffſetze? Sie waſſchen jre Hende nicht / wenn ſie Brot eſſen. 3Er antwortet / vnd ſprach zu jnen / Warumb vbertrettet denn jr Gottes gebot / vmb ewer Auffſetze willen? 4Gott hat geboten / Du ſolt Vater vnd Mutter ehren. Wer aber vater vnd mutter fluchet / Der ſol des Tods ſterben. 5Aber jr leret / Wer zum Vater oder zur Mutter ſpricht (a wenn ichs opffere / ſo iſts dir viel nützer) der thut wol / 6Da mit geſchicht es / das niemand hinfurt ſeinen Vater oder ſeine Mutter ehret / Vnd habt alſo Gottes gebot auffgehaben vmb ewer Auffſetze willen. 7Ir Heuchler / Es hat wol Iſaias von euch geweiſſaget / vnd geſprochen / 8Dis Volck nahet ſich zu mir mit ſeinem Munde / vnd ehret mich mit ſeinen Lippen / Aber jr Hertz iſt ferne von mir / 9Aber vergeblich dienen ſie mir / die weil ſie leren ſolche Lere / die nichts den menſchen Gebot ſind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a

(Alij ſic)

Sol dir das nu­tzen / das ich op­ffern mus ?

(Nützet)

Das iſt / Gott wird dir viel an­ders dafur beſche­ren.

 

 

 

 

Aus dem Abschnitt

Eine Belehrung über Rein und Unrein

|| →Mk 7,14-23

Verse 10-11a

 

VND er rieff das Volck zu ſich / vnd ſprach zu jm / Höret zu / vnd vernemets . 11Was zum munde eingehet / das verunreiniget den Menſchen nicht /

 

 

Verse 18-20

18Was aber zum munde eraus gehet / das kompt aus dem Hertzen / vnd das verunreiniget den Menſchen. 19Denn aus dem hertzen komen arge Gedancken / Mord / Ehebruch / Hurerey / Dieberey / falſche Gezeugnis / Leſterung. 20Das ſind die ſtück / die den Menſchen verunreinigen. Aber mit vngewaſſchen Henden eſſen / verunreiniget den Menſchen nicht.

 

 

 

 
Text: Freut Euch mit den Fröhlichen, weint mit den Weinenden. Habt mit allen Menschen Friede. (Römer 12, 15.18)

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlägt die Ordnung der evangelischen Kirchen biblische Texte vor.

Sie sind jedoch nicht nur für den Vortrag im Gottesdienst gedacht. Es sind gleichzeitig Leseempfehlungen für alle Gemeinde­mit­glie­der, für Christen, die sich nicht in der Gemeindearbeit engagieren können oder wollen, und für jeden, der sich für die christliche Religion oder für die Bibel in der praktischen Anwendung interessiert.

Wir möchten Sie daher ausdrücklich dazu ermuntern, die Textstellen einmal in Ihrer Bibel zu lesen.

Über das Jahr betrachtet und im Verlauf der Jahre werden Sie auf diese Weise in kleinen Einheiten, die nicht viel Zeit in Anspruch nehmen, die wesentlichen Textzeugnisse kennenlernen, auf die sich die christliche Religion stützt.

Text der Lutherbibel von 1545

Eine Besonderheit weisen unsere Seiten auf: Etliche biblische Texte (wie beispielsweise den Wochenspruch, die Psalmen und die Perikopen) geben wir nicht in der modernen, von der evangelischen Kirche vorgege­be­nen Textgestalt wieder, sondern in der Schreibweise und in der Sprache der Lutherbibel aus dem Jahr 1545.

Es ist der Text, den Martin Luther selbst aus den Quellen übersetzt und formuliert hatte. Er führt uns zurück in die Anfänge der Reformation, als die Bibel populär wurde und es Laien erstmals möglich war, biblische Texte zu lesen und über ihren Inhalt und Sinn nachzudenken.

Diese Texte sind gut geeignet für den Vergleich mit modernen Übersetzungen, vor allem aber für sehr private Medita­tio­nen über ihre Botschaften und über ihre gewaltige, sprachliche Aussagekraft.

 
Gedankenpause Text: Kommt her zu mir! Ich will Euch Ruhe geben und erfrischen. (Mt 11,28)

Die Einladung zum Glauben

Die Sonntage der Trinitatiszeit möchten dazu anleiten und dabei behilflich sein, Glauben zu finden und zu leben.

Wer mag, kann in den vielen biblischen Textempfehlungen dieser Sonntage selbst nachforschen, was Glauben meint. Sie erzählen vom Wissen, von den Erfahrungen und vom Glauben anderer Menschen in unterschiedlichen Formen: als Geschichten, als Gleichnisse, als Reden, als Lieder oder als Sprüche.

Wer dann dazu bereit ist, kann versuchen, christlichen Glauben im Alltag zu entdecken und hier und da für sich selbst anzuwenden. Durchaus in kleinen Schritten und Stück für Stück, jedoch immer wieder.

Damit das Glaubensbekenntnis keine leere Formel bleibt, die man nur zu gegebenen Anlässen aus der Schublade holt, sondern gelebtes Leben ausdrückt:

Ich glaube an Gott, den Vater. Und an Jesus Christus. Und an den Heiligen Geist.

Glaube und lebe danach!

Dies ist die Aufforderung zur Tat, der »Call-to-action«, zu der alle Sonntage der Trinitatiszeit immer wieder mit aller gebotenen Festlichkeit einladen:

Glaube und lebe danach!

So, wie Martin Luther sich eingeladen fühlte nach einer vielfach wiederholten Meditation über einen ganz bestimmten Bibeltext:

Biblia D. Mart. Luth. M·D·XLV·
Epiſtel S. Paul an die Römer. C.I·xvia.xvii.

 

Ich ſcheme mich des Euangelij
von Chriſto nicht.

Denn es iſt eine Krafft Gottes / die da ſelig machet /
alle / die daran gleuben /

Sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit /
die fur Gott gilt /
welche kompt aus glauben in glauben /
Wie denn geſchrieben ſtehet

Der Gerechte wird ſeines Glaubens leben.

→Römer 1,16A.17

 

Ob Sie die Einladung annehmen möchten, bleibt Ihnen überlassen.

Erläuterungen zum Text Römer 1,16a.17

Vision, Mission, Strategie

Der kurze Text →Römer 1,16A.17 ist äußerst modern konzipiert. Er enthält alle wesentlichen Merkmale des Konzepts des heutigen sog. normativen Unternehmensmanagements, ausgedrückt auf engstem Raum: das Leitbild, die Vision, die Mission, die Strategie und die Zielvereinbarung. Darüber hinaus steckt in ihm das Grundgerüst für die Botschaften, die es zu vermitteln gilt, sowie eine klare und eindeutige Handlungsempfehlung.

 

I. Das Leitbild

Das Leitbild beantwortet im Managementkonzept die Frage »Wofür stehen wir?« und formuliert dafür das Wertesystem, das zugrunde gelegt wird.

Paulus schreibt im ersten Satz: Wir stehen für das Evangelium von Chriſto. Die Christenheit orientiert sich am Wertesystem und an den Lehren des Evangeliums.

Das Leitbild ist klar. Die erste Herausforderung, der wir uns als Leser dieses Textes stellen müssen, ist es, die Glaubenslehren und die christliche Ethik des Evangeliums zu begreifen.

 

II. Die Vision

Die Vision beantwortet die Frage »Wo wollen wir hin?« und beschreibt, welches Fernziel erreicht werden soll.

Paulus nennt die Vision für praktizierende Christen im zweiten Satz: Selig werden!

»Selig werden«, das meint: Von allen irdischen Übeln erlöst werden (wie im Vaterunser formuliert) und des ewigen Lebens teilhaftig werden (wie es im Glaubensbekenntnis ausgedrückt ist). Den Weg dahin vermittelt Paulus in den Botschaften im selben Textstück.

Die Vision ist eindeutig: Selig werden, vom Übel erlöst werden, am ewigen Leben teilhaben. Das ist das ferne Ziel, dem wir zustreben. Doch wie? Dafür bedarf es der Mission.

 

III. Die Mission

Die Mission beantwortet die Frage »Was tun wir dafür?« und nennt die Aufgabe sowie den Zweck des Unternehmens.

Paulus sieht die Aufgabe darin, die Gerechtigkeit / die fur Gott gilt zu erlangen. Den Zweck beschreibt er so: daran gleuben , also den Glauben praktizieren.

Die Mission stellt die nächste Herausforderung dar: Glauben funktioniert nicht von jetzt auf nachher. Glauben entsteht nicht allein durch das stille Bekenntnis »Ich glaube!«. Glauben möchte und muss gelebt werden. Das verlangt Engagement.

Was die Aufgabe angeht, was »Gerechtigkeit« meint, die vor Gott gilt, das ist zu ergründen, bevor wir es leben können. Das ist eine weitere Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Gemeint ist die Gerechtigkeit, die sich aus dem Leitbild ableitet. Es geht also nicht um irgendeine Gerechtigkeit, wie sie beispielsweise in den Gesetzgebungen der Länder, Staaten und Nationen abgebildet ist, sondern um die vor Gott gültige, um die des Evangeliums.

Dafür muss man sich damit ernsthaft auseinandersetzen, um zu verstehen, was das Evangelium dazu sagt.

Neugierig macht uns Paulus mit seiner mahnenden Erkenntnis. Er schreibt: Das Evangelium Christi iſt eine Krafft Gottes. Sie ist es, die selig macht. Die Mission orientiert sich an der Vision »Selig werden«.

 

IV. Die Strategie

Die Strategie beantwortet die Frage »Wie wollen wir es erreichen?« und hält die mittelfristigen Ziele fest, also jene Ziele, die wir jetzt sofort ansteuern und in Kürze erreichen können. In diesem Fall meint das: zu unseren Lebzeiten, vor den fernen Zielen der Vision.

Paulus schreibt, wir erreichen das Ziel, gerecht vor Gott zu werden, aus glauben in glauben.

Die Strategie will geübt werden: Aus Glauben in Glauben, das meint, sich ständig am Glauben, am Wertesystem, am Evangelium orientieren, daraus die Kraft ziehen für zielgerichtetes Handeln, und dann danach handeln. Nicht leicht! Aber möglich.

 

V. Die Zielvereinbarung

Die Zielvereinbarung beantwortet die Frage »Wie machen wir es messbar?« und formuliert dafür das Kriterium, das für die Erfolgsmessung herangezogen wird. Woran also macht sich der Erfolg fest, wenn wir der Strategie folgen?

Paulus beschreibt die Zielvereinbarung und benennt das Messkriterium im letzten Satz:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

Diese Zielvereinbarung erscheint trivial, ist sie aber nicht: Auf der Basis seines Glaubens leben, kann schwer sein. Und gefährlich. Unglaublich viele Menschen haben bis heute dafür schon ihr Leben gegeben. Und weitere werden folgen. Die Zeitungen berichten immer wieder über religiös motivierte Misshandlungen, über Folter und Verstümmelungen brutalster Art, sowie über Tötungen und Massentötungen von Menschen. Quer durch alle Kulturen und alle Religionen. Selbst Jesus, Petrus und auch Paulus haben letztendlich ihre religiöse Haltung mit dem Leben bezahlt.

Doch auch, wenn heute in Deutschland nicht unser Leben bedroht ist, nur weil wir Christen sind, gibt es sehr viele äußere und innere Hindernisse, die es zu überwinden gilt. Sie scheinen klein und harmlos zu sein. Sind sie aber nicht!

Schämen Sie sich dafür, Christ zu sein? Als Christ in der Öffentlichkeit erkannt zu werden? Schämen Sie sich dafür, »Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst!« zu sagen, wenn es angebracht ist? Halten Sie sich dann zurück?

Paulus schrieb dazu seine Haltung, die nach seiner Erfahrung sowohl die äußeren Hindernisse wie auch die inneren Hindernisse überwinden hilft:

Ich ſcheme mich des Euangelij von Chriſto nicht.

Lernen, sich nicht zu schämen. Das setzt voraus, dass man übt und erfährt, wie es sich anfühlt. Lernen aus Erfahrung.

Sich nicht schämen für seinen Glauben, weder vor sich selbst noch vor anderen, auch das kann einem sehr schwer gemacht werden. Es verlangt Mut, zu seiner inneren Haltung zu stehen. Sehr viel Mut. Und denen, die den Mut aufbringen, gehört aller Respekt dafür. Sie sind es, die das Christentum und seine Lehren tragen und weitergeben, sie schreiten voran mit ihrem Beispiel. Das ist nicht einfach in einer Welt, in der andere Werte gesellschaftlich erstrebenswert und sehr oft bedeutungsvoller sind.

Es braucht Mut. Selbst Petrus hatte es im Angesicht der Gefangennahme Jesu nicht geschafft, zu Jesus zu stehen und ihn dreimal verleugnet. Gut, diese Situation war auch brandgefährlich für ihn.

Doch wie ist es bei Ihnen zu Hause? Beten Sie? Sprechen Sie beispielsweise Tischgebete? Auch wenn Gäste dabei sind? Gehen Sie in die Kirche ihrer Gemeinde? Erzählen Sie danach über ihre Erlebnisse und über das Gehörte dort im Bekanntenkreis? Ergreifen Sie Partei, wenn gegen christliche Lehren verstoßen wird, beispielsweise in der Nachbarschaft, im Verein oder am Stammtisch? Ergreifen Sie Partei, wenn Menschen zu Opfern gemacht werden von kleinen und größeren Taten? Wenn über Dritte hergezogen wird im lockeren Tratsch unter Nachbarn und am Arbeitsplatz? Wenn eigentlich »Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!« angesagt wäre?

Sich nicht schämen und Courage zeigen, dort, wo andere schweigen, sich nicht schämen und seinem Gewissen folgen, aus Glauben in Glauben, ist wirklich nicht leicht. Doch es ist die Voraussetzung dafür, die Zielvereinbarung für praktizierten Glauben zu erfüllen.

Das schafft man nicht immer. Nicht immer ist es möglich, 100% Zielerreichung zu erbringen. Was auch nicht schlimm ist, man sollte sich nur klar darüber werden, woran es liegt, und wie man es ändern kann, wenn man seine Ziele nicht geschafft hat. Diese Reflexion hilft dabei, sich zu rüsten für das, was vor einem liegt.

 

VI. Die Botschaften

Paulus liefert uns als Empfänger dieser Zeilen in diesem Text im wesentlichen gleich drei Botschaften:

1. Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – und damit vor den Menschen! –, kommt im Glauben an das Evangelium aus dem Glauben heraus.

2. Der vor Gott und vor seinen Mitmenschen »Gerechte« wird diesen Glauben leben und danach handeln. Reden ist eins, Handeln etwas anderes.

3. Wer entsprechend handelt, braucht sich seines Glaubens und des Evangeliums nicht zu schämen. Vielmehr ist er er aufgefordert, seinen Glauben frei und unbekümmert zu leben, wobei ihm die »Kraft Gottes« behilflich ist, die im Evangelium steckt.

 

VII. Die Handlungsempfehlung

Der Text liefert die Handlungsempfehlung für jeden, der in irgendeinem Sinne gerecht leben möchte: Probiere es einmal mit dem christlichen Glauben!

Denn egal, was man glaubt, es drückt sich immer in der Einstellung zum Leben und zu den Mitmenschen, im Denken, im Reden und im Handeln aus.

Dies gilt für Christen genau so. Ihre wirkliche Einstellung und das, was sie tatsächlich glauben unabhängig von einer Taufurkunde, lässt sich nicht verbergen! Ihr Reden und ihre Taten sind Ausdruck ihrer Gesinnung. Es sind die Zeugnisse, die sie sich selbst ausstellen. Es sind die Spiegelbilder, die alle anderen um sie herum wahrnehmen und die sich nicht beschönigen lassen. Immer und Überall.

Auch und oftmals gerade im Alltag wird es sichtbar: Im Umgang mit unseren Kindern und mit unseren Eltern, mit Verwandten und Bekannten, mit Nachbarn, Arbeitskollegen, Mitarbeitern und Vorgesetzten. Im Auto, im Supermarkt und im Restaurant. Kurz: Überall dort, wo wir sind, wo wir Handeln und wo wir Spuren unseres Seins hinterlassen..

Das christliche Bekenntnis und die Erwartung, selig werden zu wollen, geht einher mit der Aufforderung, gerecht zu leben. Immer und überall. Daran wird es sich erweisen, ob man Gerecht ist vor Gott und den Menschen:

Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

 

Motivation und Einladung

Insofern bietet der Text die Motivation für jedes Handeln eines Christen. Er beschreibt praktiziertes Christentum.

Gleichzeitig ist er die Einladung an alle, die gerecht leben wollen, ob getauft oder ungetauft, es doch einmal mit dem christlichen Glauben zu probieren. Es kostet ja nichts.

 

Leittext für die Zeit nach Trinitatis

Wir haben den Text→Römer 1,16A.17als Leittext für unsere Beiträge zu den Sonntagen nach Trinitatis gewählt. In dieser Zeit stehen die Themen »Glaube« und »Gemeinde« im Vordergrund. Es geht um die Fragestellungen, was Glauben ist, wie sich Glauben zeigt und auswirkt, wie die Gemeinde Glauben umsetzen und leben kann und wie Glauben die Gemeinde formt.

Wir meinen: Neben dem Vaterunser und dem Glaubensbekenntnis bieten die Ausführungen von Paulus wunderbare Anleitungen für praktiziertes Christentum. Sie erklären in äußert knapper Form die Beziehung Gottes zu den Menschen.

Sie finden daher unter den Leseempfehlungen auf dieser Seite weitere Artikel und Materialien, die sich mit diesem Thema, der Beziehung Gottes zu den Menschen, auseinandersetzen.

 
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