Baal

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Luthers Wort

Bedeutung

Baal
Baalim

Baal (Titel)

Baalim (Sammelbegriff)

 

hebräisch: בעל (Baal, »Herr«)

lateinisch: Beel

griechisch: βεελ (Beel)

 

Als Sammelbegriff für mehrere Götter wird der Plural Baalim verwendet.

 

Baal als Gottheit

 

Das Wort Baal ist sprachlich kein Ei­gen­na­me, son­dern eine An­re­de­form und so­mit ei­nem Ti­tel ver­gleich­bar. Es be­deu­tet »Herr und Be­sit­zer des Lan­des«, aber auch »Herr«, »Meis­ter«, »Be­sit­zer«, »Ehe­herr« (Ehe­mann), oder ein­fach »Kö­nig« und »Gott«. Da­mit ist Baal nicht ein ein­zel­ner Gott, son­dern mit der An­re­de wird eine Viel­zahl von Göt­tern be­zeich­net, die z. T. nur eine sehr en­ge, re­gi­o­nal be­grenz­te Be­deu­tung hatten. Der Plu­ral lau­tet Baalim.

 

Das Wort Baal (ohne weitere Zu­sät­ze) ist in der Re­gel die An­re­de­form für den pa­läs­ti­nen­si­schen Land­gott, auf den die Is­ra­e­li­ten bei der Land­nah­me tra­fen. Nach der Land­nah­me er­setz­te Jah­we (JHWH) nach und nach Baal in der Volks­gläu­big­keit der pa­lä­sti­nen­si­schen Be­völ­ke­rung.

 

Baal war den Is­ra­e­li­ten aller­dings be­reits vor­her aus Ägyp­ten be­kannt, wo es im Neu­en Reich eine aus Sy­ri­en adap­tier­te Form des Baal gab. Der ägyp­ti­sche Baal wur­de nach und nach dem ägyp­ti­schen Gott Seth gleich­ge­stellt. Da­her wur­den ihm in der Göt­ter­welt zahl­rei­che Zu­stän­dig­kei­ten und Ei­gen­schaf­ten zu­ge­ord­net, z. T. auch wi­der­sprüch­li­che, ver­bun­den mit großer Macht. Für vie­le Le­bens­fra­gen, ge­ra­de der ar­men und un­te­ren Be­völ­ke­rungs­schich­ten, avan­cier­te Baal bei­na­he zu ei­nem Uni­ver­sal­gott, der so­wohl ho­he An­er­ken­nung ge­noss, wie auch gro­ße Ehr­furcht ern­te­te.

 

An­ders als bei Seth ver­kör­pert der Stier die­sen Gott, der durch die bild­li­chen Dar­stel­lun­gen, ge­paart mit den Ei­gen­schaf­ten der un­mit­tel­ba­ren, bru­ta­len Kraft und der Ge­wal­tig­keit im Auf­tre­ten, für die Is­ra­e­li­ten je­doch zum Ab­gott wird. Den­noch hält sich der Baals­kult noch vie­le Jahr­hun­der­te nach der Land­nah­me in Is­ra­el, be­vor­zugt in den nörd­li­chen Ge­bie­ten.

 

In der Geschichte vom →goldenen Kalb (2Mos 32,1-6) fin­det sich der ägyp­ti­sche Baals­kult und die re­li­gi­ö­se Grund­la­ge für den Er­satz Baals (und aller Baalim) durch Jahwe unter den Is­ra­e­li­ten.

 

Zusätze, wie →Baal Peor, be­zeich­nen ei­nen be­stimm­ten, ein­zel­nen Gott, der in ei­ner be­stimm­ten Ge­gend als höchs­ter Gott Ver­eh­rung fand in Ab­gren­zung zu wei­te­ren Göt­tern, für die eben­falls die An­re­de Baal üb­lich war. Die Ver­schmel­zung von Ti­tel und Orts­be­zeich­nung wird Na­mens­ge­ber.

 

Das Wort Baal findet aber auch Verwendung in den Namen von Personen (als Titelbezeichnung), wie Baal-Hanan (»(der gottgleiche) König Hanan«, bzw. »der Herrscher dieses Landes, Hanan«), oder in Ortsnamen (als Hauptstadt des Herrschaftsgebiets eines bestimmten Landgottes), wie Baal-Zephon oder Bal-Gad.

 

→Ri 2,13

 

Denn ſie verlieſſen je vnd je den HERRN / vnd dieneten Baal vnd Aſtharoth.

 

Denn sie [die Israeliten] verließen nach und nach den HERRN und dienten [dem Gott] Baal und [der Göttin] Astharoth.

 

Anmerkung:

Aschhtarot (hebr.; auch Aschtaret; gr.: As­tar­te) war eine Him­mels­göt­tin und Lie­bes­göt­tin et­li­cher se­mi­ti­scher Völ­ker.

 

 

→Ri 2,11

 

Da theten die kinder Iſrael vbel fur dem HERRN / vnd die­ne­ten Baalim /

 

Da taten die Kinder Israels Übel vor dem HERRN und dien­ten den Baalim.

 

 

→Hos 11,2

 

Aber wenn man jnen jtzt rufft / ſo wenden ſie ſich dauon / vnd opffern den Baalim / vnd reuchern den Bildern.

 

Aber wenn man sie jetzt ruft, dann wen­den sie sich ab, opfern den Baalim und brin­gen de­ren Bil­dern Rauch­op­fer dar.

 

 

 

SK Version 07.04.2020  

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