Reiner Makohl | Februar 2026
Befund
Alljährlich ziehen die „Heiligen Drei Könige“ vielerorts von Haus zu Haus. Mit geweihter Kreide werden die Zeichen ☆C☩M☩B☩, gerahmt von einer Jahreszahl, an Türbalken geschrieben. Die drei Könige stehen in Weihnachtskrippen, erscheinen in Krippenspielen und prägen kirchliche Öffentlichkeitsarbeit rund um Epiphanias, und das auch in evangelischen Kontexten.
Diese Selbstverständlichkeit ist der Anlass für dieses Projekt. Denn der biblische Text, auf den sich der Brauch beruft, erzählt anders. Matthäus kennt keine Könige, keine Zahl, keine Namen und keinen Haussegen. Zwischen Evangelium und Brauch liegt eine lange Wirkungsgeschichte, die selten ausdrücklich bedacht wird.
Dieses Projekt nimmt diese Differenz ernst. Es beschreibt nicht nur Wirkungsgeschichte, sondern trifft bewusst theologische Unterscheidungen.
Maßstab ist nicht Tradition, sondern
Wortbindung. Es fragt aus
evangelisch-reformatorischer Perspektive, worauf der Dreikönigsbrauch tatsächlich gründet und ob sein Anspruch, Teil evangelischer religiöser Praxis zu sein, theologisch zu rechtfertigen ist.
Neun Module führen zu zu einer Klärung, die sichtbar macht, wo evangelische Praxis ihren Raum hat, und wo sie ihn verliert.
Bitte geben Sie beim Zitieren dieses Beitrags die URL und das Datum Ihres Besuchs dieser Online-Adresse an.
Beispiel:
Reiner Makohl, Der Dreikönigsbrauch - zwischen Brauch und Evangelium, , in: Stilkunst.de,
abgerufen unter:
(abgerufen am )