Schalttag | Montag, 29. Februar 2016

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Wissenswertes zum Tag
Schalttag
 

Schalttag

 
 
 
Symbol

Suitbert
(† 713)

 
 
 
 
Festes Datum
29. Februar
  • Der Schalttag ist immer der 29. Februar eines Jahres.
 
Hintergründig

 

Was ist ein Schalttag?

 

Der Schalttag gleicht Kalenderabweichungen aus

Schalttage werden in den Kalender eingefügt, um die Ab­wei­chun­gen, die im Jahreslauf zwi­schen dem Sonnenstand und dem Kalenderdatum auftreten, aus­zu­glei­chen. Dabei wird in Abständen dem normalen Jahr mit seinen 365 Tagen ein zusätzlicher Tag hin­zu­ge­fügt. Diese Jahre haben 366 Tage und heißen Schaltjahre.

Durch die Schalttage verschiebt sich der Beginn der Jahreszeiten, der ja vom Sonnenstand abhängt, nur zwischen den Schaltjahren und wird mit dem Schalttag im Schaltjahr wieder mit dem Ka­len­der in Einklang gebracht.

 

Kalenderjahr und tropisches Jahr sind unterschiedlich lang

Unser Kalender, der am 15. Oktober 1582 eingeführt wurde und seit dem unverändert gilt, ist nicht genau genug, um ein Sonnenjahr, genauer: das tropische Jahr →*1), abzubilden.

Der Umlauf der Erde um die Sonne dauert länger als ein Kalenderjahr mit 365 Tagen und ist zudem nicht konstant. Im Durchschnitt dauert der Erdenumlauf z. Zt. 365 Tage, 5 Stunden, 48 Minuten und 45,261 Sekunden. Das sind 365,24219052 Tage.

Um die jährlichen zusätzlichen 5 Stunden, 48 Minuten und gut 45 Sekunden aus­zu­glei­chen, wird in Abständen ein zusätzlicher Tag im Kalender eingefügt. Dieser Tag heißt Schalttag.

In unserem Kalender wird dadurch das Jahr gemittelt (unter Berücksichtigung der Schalttage) 365,2425 Tage lang (365 Tage, 5 Stunden, 49 Minuten und 12 Sekunden).

Die übrigbleibende Differenz zum tropischen Jahr summiert sich derart auf, dass vor­aus­sicht­lich im 5. Jahrtausend →*2) ein Schalttag ausfallen muss, um zu verhindern, dass der Ka­len­der dem Sonnenstand weiter vorausläuft.

 

Die Auswirkungen der Unterschiede

Gäbe es die Schalttage nicht, würden sich im Kalender die Jahreszeiten über die Jahrhunderte massiv verschieben.

Auch der julianische Kalender, der bis zum 4. Oktober 1582 gültig war, kannte Schalttage. Allerdings wurden sie so eingerichtet, dass ein julianisches Jahr gemittelt 365,25 Tage lang war. Weitere Korrekturen gab es nicht. Zwar erscheint die Abweichung gering, doch sie summierte sich bis zum Jahr 1582 derart auf, dass die astronomische Sommersonnenwende im Jahr 1582 bereits am 12. Juni war, die kalendarische aber am 21/22. Juni angenommen wurde.

Der julianische Kalender schob sich gegenüber dem Sonnenjahr immer weiter nach vorn und die Abweichung betrug im Jahr 1582 bereits zehn Tage. Diese zehn Tage wurden im Oktober 1582 durch die Kalenderreform gestrichen: Auf den 4. Oktober folgte der 15. Oktober 1582. Von nun an war der gregorianische Kalender, unser heutiger Kalender gültig.

Wäre der julianische Kalender weiterhin gültig geblieben, betrüge die Abweichung heute nicht mehr zehn Tage, sondern 13 Tage: Die astronomische Sommersonnenwende 2019 würde auf den kalendarischen 8. Juni fallen, nicht auf den 21. Juni.

Das Problem des julianischen Kalenders war seine sture Regelmäßigkeit: Alle vier Jahre wurde ein Schalttag eingefügt (und zwar durch die Verdoppelung des 24. Februars). Daraus ergibt sich die Rechnung (365+365+365+366)/4 = 365,25 Tage im Mittel.

In unserem heutigen (gregorianischen) Kalender wird die größere Genauigkeit gegenüber dem julianischen Kalender durch Sonderregeln erreicht.

 

 

Anmerkungen:

1) Der Frühlingspunkt (astronomischer Frühlingsanfang) wird mit 0° auf dem Umlaufkreis festgelegt. Die Zeit, die unsere Erde bei ihrer Reise um die Sonne benötigt (360°), um diesen Punkt wieder zu erreichen, heißt tropisches Jahr.

2) Da sich die Zeit für einen Erdumlauf in langen Zeiträumen geringfügig verändert, kann heute eine genauere Be­stim­mung nicht erfolgen. Der Zeitraum, in dem ein Schalttag ausfallen muss, um Sonnenstand und Kalender zu syn­chro­ni­sie­ren, wird zwischen den Jahren 4324 und 4813 erwartet.

Unsere Kalender berücksichtigen dies für weit in der Zukunft liegende Daten nicht. Wir gehen von einer fiktiven Be­rech­nung aus, die sich auf heutigen Regeln und Zuständen stützt. Daher gilt ganz allgemein: Je weiter Daten in un­se­rem Ka­len­der zurückliegen oder in die Zukunft reichen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für Ab­wei­chun­gen und Fehler, die sich aus gegebenen Ungenaugkeiten ableiten.

 
Hintergründig

 

Wann wird ein Schalttag eingefügt?

Den 29. Februar gibt es als zusätzlichen Tag nur in solchen Jahren, die ganzzahlig

  1. 1. durch 4 teilbar sind (z. B. 2016, 2020, 2024),
  2. 2. aber nicht durch 100 teilbar sind (keine Schaltjahre sind: 1800, 1900, 2100),
  3. 3. jedoch durch 400 teilbar sind (die Jahre 1600, 2000, 2400 sind Schaltjahre).

Für alle, die nicht rechnen wollen, hier in der Übersicht alle Schalttage vom Jahr 1900 bis zum Jahr 2100.

 

Tabelle aller Schalttage
im 20. und 21. Jahrhundert

Schalttage im 20. Jahrhundert Schalttage im 21. Jahrhundert
1900 kein Schaltjahr! (Regel 2) 2000 →29. Februar 2000 (Regel 3)
1904 →29. Februar 1904 2004 →29. Februar 2004
1908 →29. Februar 1908 2008 →29. Februar 2008
1912 →29. Februar 1912 2012 →29. Februar 2012
1916 →29. Februar 1916 2016 →29. Februar 2016
1920 →29. Februar 1920 2020 →29. Februar 2020
1924 →29. Februar 1924 2024 →29. Februar 2024
1928 →29. Februar 1928 2028 →29. Februar 2028
1932 →29. Februar 1932 2032 →29. Februar 2032
1936 →29. Februar 1936 2036 →29. Februar 2036
1940 →29. Februar 1940 2040 →29. Februar 2040
1944 →29. Februar 1944 2044 →29. Februar 2044
1948 →29. Februar 1948 2048 →29. Februar 2048
1952 →29. Februar 1952 2052 →29. Februar 2052
1956 →29. Februar 1956 2056 →29. Februar 2056
1960 →29. Februar 1960 2060 →29. Februar 2060
1964 →29. Februar 1964 2064 →29. Februar 2064
1968 →29. Februar 1968 2068 →29. Februar 2068
1972 →29. Februar 1972 2072 →29. Februar 2072
1976 →29. Februar 1976 2076 →29. Februar 2076
1980 →29. Februar 1980 2080 →29. Februar 2080
1984 →29. Februar 1984 2084 →29. Februar 2084
1988 →29. Februar 1988 2088 →29. Februar 2088
1992 →29. Februar 1992 2092 →29. Februar 2092
1996 →29. Februar 1996 2096 →29. Februar 2096
    2100 kein Schaltjahr! (Regel 2)

 

 
Hintergründig

 

Wenn man am
29. Februar
geboren ist, wann wird man dann 18?

Gesetzliche Regelungen

In unseren Gesetzen gibt es Vorschriften, die an das Lebensalter gebunden sind. So stellt sich die Frage: An welchem Tag, wann werden Menschen 18 Jahre alt, wenn sie an einem 29. Februar geboren sind?

Denn dieses Jahr, in dem sie 18 Jahre alt werden, ist garantiert kein Schaltjahr. Den 29. Februar gibt es in diesem Jahr nicht.

 

Nun, auch das ist gesetzlich geregelt. Nach §187 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird der Fristbeginn beschrieben:

»(2) Ist der Beginn eines Tages der für den Anfang einer Frist maßgebende Zeitpunkt, so wird dieser Tag bei der Berechnung der Frist mitgerechnet. Das Gleiche gilt von dem Tage der Geburt bei der Berechnung des Lebensalters.«

Feststellung 1: Mit dem Geburtstag beginnt die Frist, unabhängig von der Uhrzeit, zu der die Geburt erfolgt ist.

D. h., das neue Lebensjahr beginnt am 29. Februar. Doch nur in Schaltjahren! Denn maß­geb­lich ist nicht nur der Fristbeginn, sondern auch das Fristende.

 

Nach §188 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) wird das Fristende beschrieben:

»(2) Eine Frist [...] endigt [...] im Falle des § 187 Abs. 2 mit dem Ablauf desjenigen Tages der letzten Woche oder des letzten Monats, welcher dem Tage vorhergeht, der durch seine Benennung oder seine Zahl dem Anfangstag der Frist entspricht.«

Feststellung 2: Die Frist, in diesem Fall das Lebensjahr, endet am Tag, der dem 29. Februar vorangeht, also am 28. Februar.

 

Insbesondere die zweite Feststellung ist hier bedeutend: Das Lebensjahr endet für Men­schen, die am 29. Februar geboren sind, immer am 28. Februar.

Der Fristbeginn für das neue Lebensjahr beginnt folglich mit dem Anfang des darauf fol­gen­den Tages: in Schaltjahren am 29. Februar, sonst am 1. März.

Rechtlich wird daher in Jahren, die kein Schaltjahr sind, der 1. März als Geburtstag ge­wer­tet.

Wer am 29. Februar geboren ist, wird an einem 1. März 18 Jahre alt werden.

 

Warum das Gesetz dies allerdings nicht einfach und direkt beschreibt, bleibt unklar. Vorstellbar wäre im §187 eine Erweiterung des Absatzes 2 etwa in der Art: Für Personen, die am 29. Februar geboren wurden, beginnt das neue Lebensjahr in Jahren, die kein Schaltjahr sind, mit Beginn des 1. März. - Ende.

 

Wann feiern? Wann gratulieren?

Aber wann feiert man Geburtstag? Wann gratuliert man jemandem, der am 29. Februar ge­bo­ren ist, in Jahren, die keinen 29. Februar kennen?

Der einfachste Weg ist es, sich an die gesetzliche Festlegung zu halten. Gratuliert wird dann am 1. März. Das ist keine »nachträgliche« Gratulation, denn der 1. März entspricht gesetzlich dem 29. Februar als Geburtstag.

Wer hingegen bereits am 28. Februar gratuliert – oft mit der Begründung: Ist doch ein Fe­bru­ar-Kind! –, ist zu früh dran, denn tatsächlich ist das aktuelle Lebensjahr an diesem Tag noch nicht vollendet.

 

Persönliche Freiheit

Allerdings bleibt es fern von gesetzlichen Regelungen selbstverständlich den Ge­burts­tags­kin­dern überlassen, festzulegen, wann sie feiern möchten und wann sie die Gra­tu­la­tio­nen erwarten. Das gilt nicht nur für Menschen, die am 29. Februar geboren wurden.

Berühmtestes Beispiel ist wohl das englische Königshaus. Queen Elizabeth II. wurde am 21. April 1926 geboren. Ihren Geburtstag feiert sie am 21. April jedoch nur im sehr kleinen Kreis. Die eigentliche Geburtstagsfeier findet stets am zweiten Sonntag im Juni statt. Eine Tradition, die einst King George II. im Jahr 1748 begründete.

 

 
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