4. Sonntag im Advent

Sonntag, 20. Dezember 1959

evangelisches Kreuz
QuickInfo

Lutherische Ordnung

Evangelium VerweisJoh 1,19-28   
Predigt VerweisJes 62,1-12   
→Gottesdienstordnung

In den Landeskirchen galten zwischen 1958/1959 und 1978/1979 unterschiedliche Textordnungen.

Wahl der Kirchenordung

Altkirchliche


→ auswählen

Eisenacher


→ auswählen

Lutherische


aktuelle Ansicht

 

Wir zeigen in den Kirchenjahren ab 1898/1899 bis 1977/1978 die in jener Zeit maßgeblichen Leseordnungen.

Im Kirchenjahr 1959/1960 galten bevorzugt:

  • I. Altkirchliche Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die nach wie vor der altkirchlichen Textordnung folgten (seit Beginn der Reformation gültig; so die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg).
  • II. Eisenacher Ordnung:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die den Empfehlungen der Eisenacher Konferenz folgten (seit dem Kirchenjahr 1898/1899 verfügbar; so die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau).
  • III. Ordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands:
    Die Ordnung für Landeskirchen, die der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands folgten (seit dem Kirchenjahr 1957/1958 verfügbar).

In den Kirchenjahren vor 1978/1979 wurden die Perikopenordnungen der evangelischen Kirchen nicht einheitlich gestaltet.

Neben etlichen Entwürfen und Erprobungen der lutherischen Kirchen speziell in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts hielten sich die Perikopenordnungen nach dem Schema der altkirchlichen Ordnung und nach der Empfehlung der Eisenacher Konferenz (1896) überwiegend in unierten und reformierten Landeskirchen bis zum Kirchenjahr 1977/1978.

Dagegen empfahl die Lutherische Liturgische Konferenz Deutschlands 1957 den lutherischen Landeskirchen eine neue Textordnung auf Basis von sechs Reihen.

Erst mit der Revision, die eine Ordnung der Predigttexte ab dem Kirchenjahr 1978/1979 vorsah, vereinheitlichte sich die Nutzung der Perikopen in den Landeskirchen weitgehend, aber längst nicht vollständig.

 

evangelisches Kreuz

Das evangelische Kirchenjahr

nach der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands

Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett
20.12.1959 | 4. Sonntag im Advent
Sonntag
 

4. Sonntag
im Advent

Violett

 

 

 

Bewegliches Datum
4. Advent zwischen dem 18. Dezember und dem 24. Dezember
 
  • Der frühest mögliche Termin für den 4. Advent ist der 18. Dezember. In diesem Fall wird Heiligabend ein Samstag sein.
  • Der spätest mögliche Termin ist der 24. Dezember, dann fällt Heiligabend auf einen Sonntag, der zugleich der →4. Adventssonntag ist.
Symbol: Länge der Adventszeit
 
  • Die →Adventszeit umfasst die vier Sonntage vor dem →Christfest. Sie beginnt immer am ersten Adventssonntag und endet vor der →Christvesper an →Heiligabend. Dadurch ist sie unterschiedlich lang und kann 22 bis 28 Tage dauern.
  • Im Jahr 1959 ist die Adventszeit 26 Tage lang.
Symbol: Tage bis zum Christfest
 
  • Der 4. Sonntag im Advent liegt einen Tag bis 7 Tage vor dem Christfest.
  • Der 4. Sonntag im Advent 1959 liegt 5 Tage vor dem Christfest.
 

Der Name Advent

 

Adventus Domini

Der Name Advent stammt aus dem Lateinischen und meint Ankunft (lat. adventus). Der vollständige lateinische Name lautet Adventus Domini ( »Ankunft des Herrn«) und bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Hochfest der Geburt von Jesus von Nazaret, auf Weihnachten, vorbereitet.

Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

 

Die Adventszeit

 

Praeparatio adventus Domini

Der lateinische Ausdruck praeparatio adventus Domini meint Vorbereitung der Ankunft des Herrn und bezeichnete bereits in der frühen Kirche das, was wir heute Adventszeit nennen.

Zunächst wurde die Adventszeit als Fastenzeit vor →Epiphanias (6. Januar) bzw. vor Weihnachten verstanden. Vermutlich seit dem 6. Jahrhundert wird die Adventszeit auch liturgisch in Messfeiern begangen. Anfangs schwankte die Zahl der Tage und damit die Zahl der Sonntage in der Adventszeit. Erst im 6. Jahrhundert wurden vier Adventssonntage vor Weihnachten durch Papst Gregor dem Großen (540 - 604) festgelegt.

 

Alternativer Artikel zum 4. Advent

Während wir an dieser Stelle den 4. Sonntag im Advent aus der Sicht des evangelischen Kirchenkalenders beleuchten, finden Sie allgemeine Informationen und Gedanken zu diesem Tag in diesem Artikel:

Wissenswertes zum Tag

→4. Advent 1960

Schenken und beschenkt werden, »sich auf den Weg machen«, um die Geschenke zu überbringen. Der Besuch drückt aus, wie groß Freude und Wertschätzung sind.

 

Gottesdienstliche Ordnungen

Symbol Evangelisch

Der evangelische

4. Sonntag
im Advent

nach der Leseordnung der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands

 

→ in lutherischen Landeskirchen überwiegend gültig in den Jahren 1957/1958 bis 1977/1978

 

 

Liturgische Farbe

 
Christusmonogramm mit A und O in der liturgischen Farbe Violett

Violett

 

 

 

 

Spruch und Psalm für die Woche

 
Biblia
1545
 

Spruch
für die Woche

 

Frewet euch in dem HErrn allwege / vnd abermal / ſage ich / frewet euch. / Der HErr iſt nahe.

→Phil 4,4.5b

Pſalm
102
 

Psalm
für die Woche

 

 

 

Lied für die Woche

 
EG alt EG neu Titel
7 EG 9 Nun jauchzet, all ihr Frommen
 

EG: Evangelisches Gesangbuch
EG alt: Nummer des Liedes in alten Evangelischen Gesangbüchern
EG neu: Nummer des Liedes im neuen Evangelischen Gesangbuch (ab 2013)

 
 
 

Die biblischen Texte für die Lesungen

 
Lesung Text für die Lesung
Evangelium VerweisJoh 1,19-28
Epistel VerweisPhil 4,4-7.[8-9]
   

 

 

Die biblischen Texte für die Predigt

 
Kirchen-
jahr
Datum Reihe Texte für die Predigt Marginaltexte
(M | C | PS)
1959/1960 20.12.1959 VI VerweisJes 62,1-12 PS Zum TextPsalm 2,10-12
1960/1961 18.12.1960 I VerweisJoh 1,19-28 oder
 Zum TextLk 1,26-38
M Verweis2Kor 1,18-22
1961/1962 24.12.1961 II VerweisPhil 4,4-7.[8-9] M Verweis5Mos 18,15-19
1962/1963 23.12.1962 III VerweisLk 1,46-55 M VerweisHes 17,22-24
1963/1964 22.12.1963 IV VerweisRom 5,12-21
1964/1965 20.12.1964 V VerweisLk 1,39-47
     
 

Datum:
Unsere Sortierung stellt jeweils das gewählte Jahr nach oben. Die Spalte »Datum« zeigt das tatsächliche Datum des Tages, für den der Predigttext gilt.

Reihen:
Die Perikopenordnung kennt ab dem Kirchenjahr 1957/1958 zwei Lesetexte (je einen aus den Evangelien und einen aus den Episteln) sowie sechs Predigttextreihen.

Die Reihen werden mit römischen Zahlen von I bis VI gekennzeichnet. Jede Reihe benennt die Bibeltexte (Perikopen) für alle Predigten in einem Kirchenjahr zwischen dem 1. Advent und dem letzten Sonntag des Kirchenjahres. Die Reihen gelten nacheinander. Sie umfassen somit die Zeitspanne von sechs Kirchenjahren.

Diese Ordnung beginnt mit Reihe IV für das Kirchenjahr 1957/1958. Die Reihe I gilt für das Kirchenjahr 1960/1961, die Reihe II für das Kirchenjahr 1961/1962 usw. Die Gültigkeit dieser Ordnung endet 1977/1978 mit Reihe VI.

Marginaltexte (M) sind Texte, die thematisch gut zum Tag passen. aber keinen Platz in den Reihen fanden. Aus ihnen kann die Gemeinde unabhängig von Reihe und Kirchenjahr einen Text für die Predigt wählen, der dann den vorgesehenen Predigtext der gültigen Reihe ersetzt.

Continua-Texte (C) sind Marginaltexte, die ein biblisches Buch oder wesentliche Teile daraus fortlaufend über mehrere Sonntage hinweg für die Predigt bieten.

Psalter-Texte (PS) sind zusätzliche Lesetexte aus dem Psalter, der ansonsten nicht in den Predigtreihen vorkommt. Sein Ort ist traditionell der Tages- oder Wochenspalm, der Hallelujavers und ggf. der Spruch. Der Psalmtext kann auch für die Predigt genutzt werden. Dann taucht er mit der Kennung »M« (für marginalen Predigtext) ggf. ein zweites Mal in der Liste auf. Er sollte dann an die Stelle der in in den Reihen vorgesehenen alttestamentlichen Perikope treten.

Aufbau der Leseordnung

Die wesentlichen Neuerungen dieser Textordnung sind:

  • Neben der Evangelienperikope stehen nun auch die Epistelperikope und i. d. R. 6 weitere Texte (ggf. mehr) für die Predigt innerhalb eines Zykluses bereit.
  • Der Zyklus umfasst sechs Jahre, in denen sich die Predigten nicht wiederholen.

Die Reihen folgen einem vorgegebenen Format:

  • Reihe I ist stets der Evangelientext für die Lesung.
  • Reihe II ist stets der Episteltext für die Lesung.
  • In den Reihen III bis VI kommt mindestens eine alttestamentliche Perikope vor.

In der Regel werden für jeden Sonntag zwei (oder mehr) so genannte »Marginaltexte« (M) geboten. Hier hat die Gemeinde (bzw. der Prediger) die Entscheidungsmöglichkeit zwischen dem Text der jeweils gültigen Reihe oder einem der Marginaltexte.

Eine besondere Form des Marginaltextes ist der Continuatext (C), der auf eine lange Tradition zurückblicken kann: An mehreren Sonntagen hintereinander werden für die Predigt Texte geboten, die ein ganzes biblisches Buch umfassen (Jona) oder wesentliche Teile daraus.

Eine weitere Besonderheit ist die zusätzliche Reihe der Psalterperikopen (PS). Texte aus den Psalmen dienen nicht nur als Eingangs- (Introitus), Wochen-oder Tagespsalm, sie können nun auch für die Predigt genutzt werden. Diese Reihe ist bevorzugt als Option gedacht für das jeweilige Jahr, in dem die alttestamentliche Perikope gilt.

 

 

 

Perikopen

Perikopen nach Luther 1545

4. Sonntag im Advent

 

Perikopen

Texte für Lesungen und Predigt

 

Texte nach der Lutherbibel von 1545 gesetzt nach der Vorlage des Originals in Frakturschrift mit Luthers Scholion und Verweisen in den Marginalspalten. Ergänzt um Verszählung und Abschnittsüberschriften.

 

Lesung aus dem Evangelium

Predigttext

Predigtreihe

I

Evangelium nach Lukas

Lk 1,26-38

 

Das Verzeichnis der Hörbuch-Videos mit den Lesungen des Evangeliums finden Sie hier:
→ ↦ Video-Hörbuch

 

Biblia

 

 

 

 

Euangelium
S. Lucas.

 

C. I.

 

 

Verse 26 - 38

Die Ankündigung der Geburt Jesu

 

IM ſechſten mond / ward der engel Gabriel geſand von Gott / in eine ſtad in Galilea / die heiſſt Nazareth / 27Zu einer Jungfrawen / die vertrawet war einem Manne / mit namen Joſeph / vom hauſe Dauid / vnd die Jungfraw hies Maria. 28Vnd der Engel kam zu jr hin ein / vnd ſprach / Gegrüſſet ſeiſtu holdſelige / der HERR iſt mit dir / du Gebenedeiete vnter den Weibern.

 

 

 

 

 

 

 

(Gebenedeiete)

Das iſt auff deudſch / Du Hochgelobte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

29DA ſie aber jn ſahe / erſchrack ſie vber ſeiner rede / vnd gedachte / welch ein grus iſt das? 30Vnd der Engel ſprach zu jr / Fürchte dich nicht Maria / Du haſt gnade bey Gott funden. 31Sihe / du wirſt ſchwanger werden im Leibe / vnd einen Son geberen / des Namen ſoltu Jheſus heiſſen.32Der wird gros / vnd ein Son des Höheſten genennet werden. Vnd Gott der HERR wird jm den ſtuel ſeines vaters Dauid geben /33vnd er wird ein König ſein vber das haus Jacob ewiglich / vnd ſeines Königreichs wird kein ende ſein.

 

 

 

(Gnade funden)

Das iſt / du haſt einen gnedigen Gott.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

34DA ſprach Maria zu dem Engel / Wie ſol das zugehen? ſintemal ich von keinem Manne weis. 35Der Engel antwortet / vnd ſprach zu jr / Der heilige Geiſt wird vber dich komen / vnd die krafft des Höheſten wird dich vberſchatten. Darumb auch das Heilige / das von dir geboren wird / wird Gottes Son genennet werden. 36 Vnd ſihe / Eliſabet deine gefreundete / iſt auch ſchwanger mit einem Son / in jrem alter / vnd gehet itzt im ſechſten mond / die im geſchrey iſt / das ſie vnfruchtbar ſey / 37Denn bey Gott iſt kein ding vmmüglich.38Maria aber ſprach Sihe / Ich bin des HERRN magd / mir geſchehe wie du geſagt haſt. Vnd der Engel ſchied von jr.

 

✽

 

 

  Hörbuch-Video

Die Ankündigung der Geburt Jesu (Lk 1,26-38)

Titelbild
Hörbuch-Video zur Biblia 1545

→Hörbuch-Video: Lk 1,26-38

Das Video zeigt den Text der Geschichte aus der Lutherbibel von 1545, in der Maria vom Engel Gabriel die Geburt Jesu angekündigt wird, vorgelesen von Reiner Makohl.

 

 

»Frewet euch mit den Frölichen /

vnd weinet mit den Weinenden.

Habt mit allen Menſchen Friede.«

→ Römerbrief 12,15.18

Zum Gebrauch

Für die inhaltliche und thematische Gestaltung der Gottesdienste schlagen die Ordnungen der evangelischen Kirchen seit Jahrhunderten biblische Texte vor.

Die hier gebotenen Texte folgen einer Kirchenordnung, die heute nicht mehr gültig ist!

Bitte rufen Sie den Kirchentag im aktuellen Jahr auf, wenn Sie wissen möchten, welche Bibelstellen für Lesungen und Predigt nach der gültigen Kirchenordnung für den Gottesdienst empfohlen werden.

 

Biblia 1545

™Hinweise zur Stilkunst.de-Ausgabe

Erläuterungen zum Satz und zur Typografie des Bibeltextes

Der Text aus der Lutherbibel ist auf unseren Seiten in Anlehnung an das Druckbild des Originals von 1545 wiedergegeben.

Den Seitenaufbau, die verwendeten Schriften, die Schreibregeln der Frakturschrift und Luthers Intentionen, mit der Typografie Lesehilfen bereitzustellen, erläutert dem interessierten Leser unser Artikel »Satz und Typografie der Lutherbibel von 1545«.

 

 

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Evangelischer Glaube

→ Die evangelische Maria

In der evangelischen Tradition hat Maria, die Mutter Jesu, eine wichtige, aber unterschiedliche Bedeutung im Vergleich zur katholischen und orthodoxen Kirche.

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