Dienſtzaum

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Luthers Wort

Bedeutung

Dienſtzaum

Dienstzaum, der (veraltet; unklar)

wohl ein Terminus technicus für die ei­nen mili­tä­ri­schen bzw. ver­wal­tungs­tech­ni­schen Pos­ten bzw. ei­nes Ver­ord­nungs­rechts.

 

Allgemein bedeutet es wohl: etwas im Zaum einer (leider unklaren) Ordnung halten.

 

Als Pos­ten be­stün­de die Auf­gabe da­rin, das be­nach­bar­te Land mi­li­tä­risch zu kon­trol­lie­ren und zu über­wa­chen.

 

Als Ver­ord­nungs­recht meint es viel­leicht die Ho­heit, Han­del und Grenz­ver­kehr zu steuern.

 

Heutige Bezeichnungen wären dann even­tu­ell: Grenz­fes­tung, Fort, wo­mög­lich auch: Zoll­ho­heit oder Zoll­recht.

 

Doch keine Variante kann man­gels wei­te­rer Be­leg­stel­len hin­rei­chend über­zeu­gen.

 

 

Der Begriff kommt in der Lutherbibel nur in →2Sam 8,1 vor:

 

Vnd es begab ſich darnach / Das Dauid die Philiſter ſchlug / vnd ſchwechet ſie / vnd nam den Dienstzaum von der Philiſter hand.

 

a) Und es begab sich, dass David die Philister schlug, sie schwächte, und ihnen ihre Grenzfestung abnahm.

 

b) Und es begab sich, dass David die Philister schlug, sie schwächte, und ihnen die Zollhoheit (das Handels- und Steuerrecht) aus der Hand nahm.

 

Anm:

Die hebräischen Wörter, die Luther hier mit Dienst­zaum wie­der­gibt, sind un­ver­ständ­lich. Wört­lich mei­nen sie in etwa »Zaum der Elle«. David nahm den Phi­lis­tern dem­nach »den Zaum der Elle aus der Hand«. Das könn­te sich auf das Recht be­zie­hen, den Han­del zu steu­ern durch Fest­le­gung von gül­tigen Ma­ßen und Ge­wich­ten, oder durch Ab­gaben (Steuern oder Zölle), die sich auf fest­ge­leg­te Ge­bin­de­grö­ßen im Han­del bzw. beim Wa­ren­trans­port stüt­zen.

 

Faktisch ist mit Verweis auf →1Chr 18,1 offen­sicht­lich die Stadt Gath (mit ihren Toch­ter­städ­ten) ge­meint. Gath wird zwi­schen Gaza und Asch­dod ge­le­gen an­ge­nom­men. Von hier aus re­gier­ten und kon­trol­lier­ten die Phi­li­ster das um­ge­ben­de Land.

 

Obwohl ver­al­tet und un­ge­bräuch­lich hat sich der Be­griff in 2Sam 8,1 bis in die Luther­bi­bel 2017 ge­hal­ten, wohl wegen der un­si­che­ren Be­deu­tung in den he­brä­i­schen Quellen..

 

 

 

SK Version 17.11.2019  

Sabrina

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