Moloch | Luther-Deutsch

Wörterbuch zur Lutherbibel von 1545

 

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Moloch

 
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Luthers Wort

Bedeutung

Moloch

 

Molech

Moloch, der

Die Lutherbibel von 1545 benutzt zwei unterschiedliche Schreib­wei­sen: Moloch und Molech.

 

Luther erklärt das Wort in seinen Anmerkungen zu 3Mos 18,21:

 

(Molech) War ein Abgott / dem ſie jre eigen Kinder zu dienſt ver­bran­ten. Wie Manaſſe that / der König Juda / vnd mei­ne­ten Gott damit zu die­nen / wie Abra­ham / da er Iſaac ſei­nen ſon opffert. Aber weil jnen das Gott nicht be­fol­hen hat­te wie Abra­ham / war es vn­recht. Dar­umb ſpricht hie Gott / das ſein Name da durch eint­hei­li­get wer­de / Denn es ge­ſchach vn­ter Got­tes na­men / vnd war doch Teu­fe­liſch. Wie auch jtzt Klö­ſter ge­lüb­de / vnd an­de­re men­ſchen auff­ſetze viel Leute ver­der­ben / vn­ter Gött­li­chem Na­men / als ſey es Got­tes­dienſt.

 

Luther hält in allen seinen Anmerkungen an dieser Erklärung fest. Danach ist für ihn Moloch oder Molech der Name eines Gottes.

 

 

 

hebräisch: מֹלֶך  (molech, aus der Wurzel מלך »König sein«, »herrschen« gebildet)

lateinisch: Moloch

griechisch:Μόλοχ (Moloch)

 

Moloch
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
4 3 0 1

Molech
Vorkommen in der Lutherbibel von 1545

 

Gesamt AT Apokryphen NT
7 7 0 0

 

 

In den Sachregistern der Lutherbibel von 1912 findet sich diese Erklärung:

 

Moloch oder Milkom, d. h. König, der durch Kinderopfer verehrte höchſte Gott der Ammoniter, den auch Kanaaniter und abgöttiſche Iſraeliten anbeteten. Bei Jeruſalem hatte er ſeinen Feueraltar im Tal Hinnom.

 

Tatsächlich steht inzwischen fest, dass die Bezeichnungen Moloch und Milkom nicht die selbe Gottheit meinen.

 

Während Milkom der höchste Gott der Ammoniter war (so auch →1Kon 11,33), bezeichnete das hebräische Wort molech wohl ursprünglich ein kultisches Opferritual, keine Gottheit. Erst spät wurde die Bezeichnung des Rituals in einer Verkürzung so verwendet, dass es wie ein Göttername erschien.

 

Die zentrale Kultstätte für das Moloch-Ritual befand sich im Hinnomtal, das westlich und südlich vor den Stadtmauern des alten Jerusalems verläuft. Hier befand sich auch der Altar, der für Brandopfer gedacht war.

 

Zwar wird Moloch in den biblischen Belegen stets mit dem Ritual des Kinderopfers genannt, doch ist unklar, ob das Moloch-Ritual davon auszugehen, dass Kinderopfer die große Ausnahme im Ritual waren. Kinder waren neben dem eigenen Leben das höchste Opfer, das ein Mensch einer Gottheit darbringen konnte. So beschränkten sich Kinderopfer wahrscheinlich auf Anlässe außergewöhnlicher Art, beispielsweise bei schlechten Ernten und Hungersnöten, beispielsweise bei konkreter Gefahr durch Überfälle feindlicher Stämme und Völker. Ziel war es, erlittene Not oder erlittenes Leid des Einzelnen oder der Gemeinschaft durch göttlichen Beistand abzuwenden bzw. zu mildern, vor allem dann, wenn herkömmliche Opferrituale offensichtlich erfolglos blieben.

 

Interessant ist, dass zeitgleich, neben dem religiösen Kult für Jahwe (JHWH) in Israel der Moloch-Kult bestand und auch von Israeliten praktiziert wurde, und dies unmittelbar vor den Mauern Jerusalems, am Fusse des Bergs Zion. Wahrscheinlich war der Moloch-Kult die praktizische Umsetzung der Anbetung und Verehrung einer Gottheit wie Milkom oder auch Baal.

 

Eine Begründung dafür findet sich in 1Kon 11,1-8: König Salomo hatte zahlreiche Frauen, die nicht aus Israel stammten. Neben der Tochter des ägyptischen Pharao gab es moabitische, ammonitische, edomitische, sidonitische und hetitische Frauen in seinem umfangreichen Harem. Sie alle brachten fremden Glauben, fremde Religionen und fremde Götter in Salomos Palast. In der Folge lies Salomo nicht nur zu, dass bestimmte Religionen in Israel und Jerusalem geduldet wurden, sondern er selbst lies Kultstätten für die moabitischen, ammonitischen und weitere Götter bei Jerusalem errichten, damit seine Frauen ihre religiösen Rituale ausüben konnten (1Kon 11,7-8).

 

 

 

→Anmerkung Luthers zu Jer 7,32

 

Das die kin­der Iſ­ra­el dem Ab­gott Mo­loch jre Kin­der in die arm leg­ten / vnd ver­bren­ne­ten. Vnd die Prie­ſter mit Pau­cken vnd ſchel­len klun­gen / das die El­tern der Kin­der ge­ſchrey nicht hö­ren ſol­ten.

 

→Anmerkung Luthers Jer 16,18

 

Das ſie viel Kin­der op­ffer­ten / vnd dem Mo­loch ver­bran­ten.

 

→Jer 32,35

 

Vnd haben die Höhen des Baals gebawet jm tal BenHinnom / das ſie jre Söne vnd Töchter dem Moloch verbrenneten /

 

→Apg 7,43

 

Wie denn geſchrieben ſtehet in dem buch der Propheten / Habt jr vom hauſe Iſrael / die vierzig jar in der wüſten mir auch je Opffer vnd Vieh geopffert? 43Vnd jr namet die hütten Moloch an / vnd das geſtirne ewers Gottes Remphan / die Bilde die jr gemacht hattet / ſie an zu beten.

 

Und Maria blieb drei Monate bei ihr. Danach kehrte sie heim.

 

 

SK Version 06.10.2019  

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